Ausgabe 
10.11.1908 Zweites Blatt
 
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grobe Abwechselung in Einzelvorträgcn, Cuartciten und In- srrwnentolvorträgen. Schon bei dem Auftrittschor foimtc selbst der Laie die gute Schulung der Sänger erkennen, wo­bei Vortrag, gute Aussprache und Nuancierung deutlich zum Ausdruck kamen. Tas vom Verein gestellte Doppelquartett war ebenfalls sicher in seinen Leistungen und erntete stets großen Beifall. Herr Frike brachte verschiedene Soli zum Vortrag und mußte sich nach dem ausdrucksvoll gegebenen , Sei gegrüßt, du mein schönes Sorrent* und /Wohlauf, noch getrunken- zu Einlagen verstehen. Auch die Jnstru- mentalvorträge auf Zither und Violine und besonders der vierhändige KlaviervortragOuvertüre zu Tankred- fanden reichen Beifall. Der SchlußchorWaldesrauschen- bildete die Glanznummer des Abends. Stürmischer Beifall lohnte die Sänger und bewies auch diesmal zur Genüge, daß sich der Verein in seinen Leistungen auf der Höhe besindet. Der zweite Teil des Programms brachte ein Tänzchen.

Aus der Wetterau, 8. Noo. Eine schwere Arbeit haben die Landwirte in diesem Herbst beim Be­stellen der Felder. Infolge der Trockenheit, die seit anfangs September herrscht, sind die Aecker kaum zu pflügen, bei Kleeäckern war dies geradezu unmöglich, so daß sie wohl über Winter liegen bleiben-müssen und der Weizen vielfach erst im Frühjahre gesät werden kann. Auch das Stürzen dei Gärten ist vielfach unmöglich. Nun ist zu der Trockenheit auch noch eine geradezu winterliche Kälte gekommen, das Thermometer ist auf 910 Grad Kälte gesunken. Ruhig fließende Bäche beginnen an manchen Stellen zuzufrieren. Der Gärtner bringt' schleunigst die Rosen, deren letzte Blüten und Knospen erfroren sind, in Sicherheit, In den Feldern sind die Zuckerrüben, Dickwurz und Kohlarten vom Froste gedrückt worden, so daß sie schleunigst nach Hause gebracht werden mußten.

? Krofdorf, 8. Nov. Wie sonst nur im Sommer, so macht sich auch jetzt Was ferm an gel beulerkbar. Während viele Pumpen ihre Tätigkeit überhaupt eingestellt haben, spenden andere mtr höchst spärlich das Trinkwasser. Welche schweren Folgen könnten da erst bei einer Feuersbrunst über unfern Ort hereinbrechen? Leider konnte die schon seil Fahren für Krofdorf-Gleiberg so eifrig betriebene Quellwasser- versorgung bisher nicht zur Ausführung gebracht werden. Auch die jüngsten Schürfungen im oberen ^Dünsbergs- gründ", in der Nähe von Fcankenbach, haben bis jetzt zu keinem günstigen Ergebnis geführt und sind vorläusig wieder eingestellt worden.

v. Bieber b. Rodheim, 8. Nov. Der Turnverein trifft bereits Vorkehrungen für das nächstjährige Bund es­se st des Lahn-Dünsberg-Turnerbund es.

8 Marburg, 9. Noo. Auch in diesem Semester haben sich zu den heute beginnenden studentischen Unter» richtskursen für Arbeiter und kleine Beamte zahlreiche Teilnehmer gemeldet.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Bei der Poslhilsstelle in Ilsdorf ist eine Telegraphen an st alt nut össemlrcher Fernsprechstelle und UnlaiimeldesteUe eingerichtet worden. Im Aller uon 72 Jahren starb in Frankfurt a. Ai. Jean Drill, cm bekannter De­mokrat. In Creuzthal wurde ein Arbeiter von ab- stürzenden Erdmassen getötet. InKirchen wurde bei einem Wirlshausstreit der Bergmann Nolben e r st o ch e n.

Universitäts-Nachrichten.

, hc. Zu wissenschaftlichen Unternehmungen hat die preußische Mademie der Wissensäiaften bewilligt: durch die philosophisch- historiscl)« Klasse: dem o. Professor und Direktor des Seminars für osteuropäische Geschichte und Landeskunde an der Berliner llniberfität, Dr. Theodor Schiemann, zur Fortsetzung seiner Studien über die Geschichte Rußlands unter Kaiser Nikolaus I. 1000 Mk.; dem Bibliothekar an der Königlichen Bibliothek, Pro­zessor Dr. Phil. Oskar Mann in Berlin, zur Drucklegung des Bandes IV, 3, 2 seiner Kurdisch-Persischen Forschungen 2000 Mark; dem Privatdozenten für praktische Theologie an der Uni­versität Gießen, Lrc. theol. Paul G l a u c, zu einer Studien­reise nach Rom zur Fortführung seiner Arbeiten über die griechisch. Evangelien-Borlesebücher 1000 Mk. und dem Oberlehrer Dr. F a h - in Frankfurt a. M. zu einem Aufenthalt in Paris behufs Kollationierung des Papyrus Minraut Nr. 2391 des Louvre 300 ?Nark. Durch die physikalisch-mathematische Klasse: dem ord. Honorarprofessor und Borsteher der mikroskopisck>-bwlogischen Ab­teilung am Berliner physiologischen Universitätsinstitut, Geh. Me­dizinalrat Dr. Gustav Fritsch, zur Herausgabe eines Werkes über die Area centralis der menschlichen Netzhaut 2000 Mk.; dem a. o. Professor und Abteilungsvorsteher am chemischen Institut in Breslau, Dr. Richard Abegg, zur Beschaffung einer größeren Menge von Gallium und zur physikalisch-chemisckfen Untersuchung dieses Elements 2500 Mk.; dem Dozenten für Physik, Professor Dr. Johannes Stark in Greifswald, zu Untersuchungen über die Lichtemission der Kanalstrahlen zu den ihm im Dorjahre be­willigten 2000 Mk. noch 142.50 Mk. und Dr. Oskar in Wen- dischÄuchholz zu Temperatur-Experimenten mit poikilothermen Tieren und Pflanzen 500 Mk.

Sport.

= Fußball. Tie Verbandsipiele im 8. Bezirk nahmen am Sonntag ihren Forlgang. Tie erste Mannschaft des Gießener Fußballklubs von 190 0 gewann das angesetzte Spiel gegeii Marburg I kampflos, da deren Mannscha't kurz vor dem Spiel zurücktrat. Die 2 Mannfchail dagegen mußte sich der 2. Mann- fchait des Marburger Fußballklubs mit o: 1 beugen. Die junge hiesige Mannschaft, die gegen die kräilige Marburger Mannjchaü einen harten Stand hatte, hielt sich sehr wacker. Am 1. Noo. sanden die ersten Vorspiele um den vom deutschen Kronprinzen gestifteten Wander - Pokal statt. Es spielten die repräsentativen Mannschaften von Süddeiitschland gegen Norddeutschlaud in Leip­zig und vo,l Westdeutschland gegeti Mitteldeutschland in Braun­schweig. Sieger blieben Noiddeutschland mit 5:2 Toren und Mitteldeutschland nut 2:0 Toren. Außer Süddeutschland stellten die einzelnen Verbände ihre besten Kräile.

x 'L a u b a ch, 9. Nov. Gestern iand von 35 Uhr ein Wett­kampf im Fußballspiel zwischen Schüler n der Oberreal­schule ans Alsfeld unb solchen des hiesigen Gymna­siums statt. Von ersterer waren 11 und 2 Ersatzmänner er» schienen, detien die gleiche Zahl Gyniiiasiasten gege, überstanden. Es kanien 3 Spiele zu Staiive, das Resultat war Alsfeld 0:3, Latckach 0. Letztere waren mehrmals nahe daran, die Tore zu erreichen, wurden aber jedesnial durch starke Deckung der Als­felder von der Erreichinig zurückgehalten.

Luftschiffahrt.

Dev Kaiser wird zur Besichtigung des Zeppelinschen Ballon Zerrte mittag von Donaueschingen m Manzell eintreffen. In Friedrichshafen verläßt der Kaiser den Zug und begibt sich sofort zur Ballonhalle. Der Ausstieg dem i aiser dürfte um 2 Uhr erfolgen. Nachdem die Fahrt beendet ist, wird der Kaiser aus einem bereit stehenden Dampfer ned bem Hasen fahren unb sich von dort nach dem Stadliml nl sic be'n, u m wo Dk Rückfahrt nach Donaueschingen mittelst Extrazuge erfolg!.

Die Gründungeincr Motor-Lu f tja; iffahrt-Äe- iellschaf t Üt in Elo-evseld in einer ton zahlreichen Luftschijjern

unter Leitung des beLmnten Aeronauten Oskar Erbslöh abgc^ halteneil Versammlung beschlossen worden. Tic_ Gesellschaft soll Den Zweck verfolgen, die Mororluftschifsahrt zu fördern undRurch die Erbauung eines Luftschiffes die letzten Erfolge des Motor­luftschiffes für Sportzwecke dienbar zu machen. Tie endgültige Konstruierung der Gesellschaft soll in einer in 4 Wochen statt­findenden Versammlung erfolgen.

Zeppelin beim Nasser. Der Kaiser hat sich über bie Vorführung des Zepyelinschen Luftschiffes und über dessen vor­zügliche Manöver in hochtobenden Worten ausgesprochen.^

Graf Zeppelin und Prof. H e r g e j e 11 kehrten am Sonn­tag abend aus Donaueschingen, wohin sie zum Kaiser be­fohlen nxrren, zurück. Wie berichtet wird, ist der Empfang, den Graf Zeppelin dort fand, ganz besonders herzlich gewesen. Der Kaiser sprach sich voll Bewunderung über die Leistungen des Luftschiffes aus, die den Wert des starren Systems klar machen müssen. Besondere Befriedigung äußerte der Kaiser über die Pünktlichkeit, mit der Zeppelin sein Programm durch­geführt Ifobe. Es sei dtzm Kaiser eine außerordentliche Freude gewesen, seinen Sohn in der Gondel des majestätisch dahinfliegcn- üen Schiffes zu wissen. Nach der Audienz, die bem Grafen Zeppelin außerordentliche Eyrungen brachte, ließ der Kaiser sich mit diesem zusammen auf der Schloßterrasse ptotvgraphieren. Am Tag vorher hatte der Kaiser folgendes Telegramm an Zeppelin ge­sandt :lieber die eigenartige Begrüßung, die Ew. Exzellenz mir foeben bei meiner Ankunft in Donaueschingen haben zu teil werden lassen, habe ich mich ganz besonders gefreut und spreche ich Ihnen dafür meinen aufrichtigen Dank aus.. Ich bewundere Den ruhigen und sicheren Flug Ihres eigenartigen Luftschiffes und beglückwünsche Sie zu Der erstaunlichen Präzision, mit der Sie ba^^e^be hierher zu steuern vermocht haben. Indem ich mich Darauf freue, Sie mu> Professor tzergesell morgen hier persönlich begrüßen zu dürfen, und Ihnen meinen Beifall für Ihre vor­zügliche Leistung mündlich wiederholen zu können, nüinfdjc ich Ihnen und Ihren Mitreisenden eine glückliche Heimfahrt an den Bodensee." Nach einer Meldung aus Donaueschingen, trifft Der Kaiser voraussichtlich heute nachmittag in Friedrichshafen ein. Ob bei der gegenwärtigen stürmischen Witterung ein Aufstieg Des Kaisers im Zeppelinschen Luftschiff ffcattfinDct, ist fraglich.

vermischtes.

* Diejenigen, die nickt alle werden. Mit raffi­nierten Tricks arbeitet eine russische Vetrügerbande, die ihren Sitz anscheinelü» in Wilna hat. Die Russen wenden sich, so lesen wir im Verl. Tgbl., an reicye Deutsche, klagen über die Unsicher­heit von Geld und Gut in Rußland und teilen mit, daß sie be­absichtigen, ihr Gold nach Deutschland auszuführen. Tas sei zwar verboten, da aber der Gouverneur seine Hand im Spiel habe, so habe sich ein gangbarer Weg gefunden. Das Gold werde gemünzt und solle mit deutschem Papiergeld bezahlt wer­den. DerAusführer" erhalte 50 v. H. der ausgeführten Summe. Ein Herr aus der Provinz ging auf das verlockende Geschäft ein und fuhr nach Wtttra. In der persönlichen Unterhaltung wußten ihm die Russen ihre Absichten so llar darzustellen, daß sie ihm ohne weiteres einleuchteten. Die Herren wollten ihr Kapital, das ihnen in der Heimat gefährdet schien, nach und nach flüssig machen, es nach Deutschland schassen und dann dort­hin auswandern, da sie in Rußland auch ihres Lebens nicht sicher sciert. Sie zeigten dem Deutschen viel Geld, packten dann eine Tasche doll Rollen, händigten ihm die Tasche aus, brachten ihn auf die Bahn und wünschten ihm gute Reise. Als der deutsche Kaufmann zu Hause die Rollen aufmachte, stellte es sich heraus, oaß ihr Inhalt nicht Gold, sondern Blei war. DerAus- rüIjDer", der mit deutschem Papier bezahlt und 50 v. H. gleich abgezogen hatte, war um 100 000 Mark geschädigt.

* Die überflüssige Feuerspritze. Aus Amerika kommt eine Kunde, daß man dort allen Ernstes daran geht, die Feuerspritze gänzlich abzuschaffen. In Newyork bat man nämlich eine Zentral-Pumpstation errichtet, von der aus unterirdische Nöyren nach allen Teilen der Stadt gehen. Bricht ein Feuer aus, so können die Schläuche mit diesen Röhren an verschiedenen Stellen des FahrdarnrneS in Ver­bindung gebracht werden, wodurch die Feuerspritze über­flüssig wird, da die Zentral-Pumpstation die Triebkraft liefert. Dieses System hat bereits feine Feuerprobe glänzend bestanden. In der dicht bevölkerten, engen Franklin Street brannte ein fünfstöckiges Fabrikgebäude. Es wurden fünf Schläuche angelegt, und sofort schoß das Wasser 225 Fuß hoch in bie Lust; das heißt, der Druck zeigte sich als dreimal so stark wie bei der üblichen Feuer,pritzc. In fünfzehn Minuten war das Feuer mit Hilfe der fünf Schläuche ge­löscht, wahrend unter dem alten System mindestens zwanzig Schläuche nötig gewesen mären. Im ganzen sind bis jetzt 65 Meilen unterirdische Röhren gelegt und an zwei Pump­stationen verbunden. Bon jetzt an werdet! auf das Feuer­signal nur bie Schlauch- und Leiterwagen mobil gemacht.

* VonRechtsweaen.Auf Lern Plakat stand in deutscher, französischer und englischer Sprache, daß im Museum nicht ge­raucht werden darf. Da Sic nun nach eigenem Eingeständnis diese drei Sprockien beherrschen, haben Sic sich auch einer drei­fachen Ucbertoetung schuldig gemacht und sind für jede mit drei Mark = neun Mark Strafe zu belegen I" A. d.Fliegend."

* Schön gesagt. Kamerad:Wie loeit bist du jetzt bei deiner Köchin?" Grenadier: ,^Jch stehe an der Schwelle der ersten Blutwurst!"

Kleine Tageschronik.

Starke Schneefälle werden aus ganz Ungarn, Kroatien, Slavonien und aus dem französischen Jura gemeldet. E t n Un­wetter, das 48 Stunden anhielt, hat in der Umgebung von 9lom großen Schaden angerichlet. An der P e st sind tu Liver­pool 2 wettere Personen erkrankt.

Gclbsiesichtqe blaue 0 uou.oo, rote 3 öO-O.UO, weiße 3.70-0 00. Krefeld: Rote Tober - f. Ü000.00, andere rote Sorten 0.00 - 0.00, Maamnn boiutm 2.602.80, weiße runde 0.000.00, Gelbsseisckuge blaue 2.502.70,^ rote 2.602.80. Saffig: Rote Daber 0.000.00, andere rote Sorten 3.00 - 0.00, Magnnm bouiim 2.800.00, weiße runde 0.00-0.00. Gelbfleischige, blaue 2.6u bis 0.00, rote 0.000.00, weiße 0 000.00. Saarlouis: Role Daber 0.00-0.00, andere rote Sorten 2.400 00, Magnnm boniun 0.000.00, weiße runde 2.400.00. Gclbfleischige, blaue 0.00 bis 0 00, rote 0.000.00, weiße 0.00-0 00 Frankenthal (Pfalz); Rote Sorten 2.00- 0.00, "Magnnm bomun 2.000.00, weiße runde 1.90 0.00, Gelbfleijchige blaue 2.750.00, rote 2.75-0.00, weiße 2.75-0.00. Kempe n: Role Daber 0.00 - 0.00, andere rote Sorten 3 200.00, Magnnm bonuin 2.500.00, weiße runde 00.00 - 0.00, Gelbfleischige blaue 2.50.0.00, rote 0.000.00, weiße 0.00 - .00 (Alles per 50 Kgr.)

OO. Frankfurt, 9 Nov. Am Mittwoch, 18. Nov. d. I., fällt des Buß- und Bellages ivcgen der S ch w e i n e in a r f t aus.

(c. Fran'iur! a. M., 9. Nov. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren 12 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh. Be­zahlt wurde für Heu Mk. 3.003.60, für Slroh 'Mk. 2.60-2.70.' Maschinenstroh fehlte. Die Zufuhr war aus beit Kreisen Dieburg, Büdingen und Hanail. Tendenz fest.

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Nric stiften Oer ilcOaftion«

Nach Daubriugeu. Anonyme Emjeudungett werden nicht aufgenommen.

äJieteornlOfltfrtie rLZeoU.rchrnngeu der Station Gießen.

November

1908

Barometer nui 0° reduziert

iemperaiuv der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

9.

2

744,6

4-2,8

5.4

96

ENE

4

Klarer Himmel! 1

9.

9U

747,0

-1,9

3,0

76

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4

10.

7"

749,5

-7,3

2,4

92

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2

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8.-9.

8.-9.

Nov.

Nov.

= +

2,9 6 C.

5,2 w C.

Gießener Wetterdienst.

BoranHsichtliche Witterung für Hesieu am Mittwoch bett, 11. November: Strenger Frost. Heiler unb trocken. Starke oft-, liehe Winde.

VrrgLnaL-DrahtmelOungerr.

Paris, 10. Nov. Petit Parisien meldet, daß die franzö^ sische Regierung vorige Woche zwei verschiedene Formeln jur1 Regelung des Zwischenfalles von Easablanca in Vorschlag ge* bracht habe. In der ersten Formel wurde zur Unterbreitung der Angelegenheit vor dem Schiedsgericht unter dem gleich­zeitigen Bedauern beider Regierungen angeregt, wegen! oer Tätlichkeiten, zu denen cs in Casablanca gekommen war.! In der zweiten Formel wurde der Wunsch ausgedrückt, daß ein sp^iellcs Bedauern seitens beider Negierungen über die Haltung ihrer Vertreter ausgesprock)en wurde für Den Fall, daß das Scksieds- gcridjt ihr Vorgehen als übertrieben bezeichnen würde. Deutsch­land ersuchte hierauf die Verschmelzung beider Wortlaute tor^ zunehmen mit einer kleinen Aenderung in dem Sinne, daß cs sich um umtergeorhnete Beamte handle. Clernenceau erklärte, baß Deutschlands Vorschlag annehmbar sei, und er­teilte noch gi'ftxm abend dahingehende Instruktionen. Somit wäre einEinvernehmcncrreicht.

Konstantinopel, 10. Nov. Bulgarien hat die Sep- temberrate des ostrumelischcn Tributs bezahlt, ba die Unabhängigkcitscrklärung erst am 5. Oktober erfolgt ift

das neue auf elektrischem

Wege hergestellte Eisenpräparat,ein von ärztlichen Autoritäten glänzend begutachtetes

Bel

BleichsuchtJ Blutarmut Appetitlosigkeit Nervosität gebrauche man sofort

Kräftigungsmittel

OHglnalfiaschen: Mk. 1,75 o Mk. 3, in den Apolheken erhältlich.______ ,

General.Depot (ur Deutschland:

Dr. Wasserzug, Frankfurt aJM., Theaterplatz l.

Lamstag den 14. November d. IS. ftudet em Verkaufstag I. K. H. der Großherzogin im Ztesidenz - Schloß Darmstadt zu Gunsten armer Lungenkranken und tuberkulöser Personen des Grobherzogtums statt. [D10?1

Beginn 3 Uhr nachm. Ende 9 Uhr abends. Eintritt 1 Mk.

Handel.

Zu den Schwierigkeiten in Mainz. Die Schwie­rigkeiten beim Bankhaus Gebr. Oppenheim können durch die llcbernahme desselben vom Banll^aus Bamberger il Co. als behoben bezeichnet werden. Ermöglicht wurde diele Fusionstrans­aktion nach derFranks. Ztg." einmal dadurch, daß zur Deckung der bilanzmäßigen Verluste sich Verwandte der Inhaber des Hauses Gebr. Oppenl)eim haben bereit finden lassen, und weiter dadurch, daß die Distontogesellsck>ast zu Berlin dem Hause Bam­berger u. Co. den finanziellen Rückhalt für die Uebernahme gewährte. Durch dieies rechtzeitige Eingreifen wurde vor allem vermieden, daß die Krisis wettere Kreise zog, was leickst hätte geschehen können, und dann hat dadurch zum erstenmal eine Berliner Großbank in Mainz festen Fuß gefaßt. Man glaubt aber immerhin, daß die Beteiligung der Diskontogesellschast nur ein Interimistikum ist, eine Stufe zur weiteren Entwicklung. Es soll nämlich die Absicht bestehen, nunmehr die Bankhäuser Bamberger il Co., Gebr. Oppenheim unter Mitwirkung der Diskontogesellschaft in eine Aktienbank umzuwandeln. Möglich ist auch, daß die Diskontogesellsckmst unter Uebernahme der beiden Firmen vielleickst eine eigene Niederlassung in Mainz errichten wird.

Märkte.

Kartoffelmarki-De richt vom 9. November 1908. Friedberg (Hessen): Rote Sorte Mk. 1.65-1.75, Magnnm bonuin 2.2o2.3o, weiße runde 1.751.85, Gelbfteischige, blaue, 2.25 bis 2.30, weiße 0.00O.00. Frankfurt a. M.: Role Sorte Alk. 1.800.00, Macnuim bonnni 2.25-0.00, weiße runde 1 80 - 0.00 Ge bslerschme,blaue,2.25 - 0.00, weiße 2.50. Wiesbaden: Magnmn von m 0.000 00, Gelbflesichige rote u.OO, weiße 0.00. M a n n- h e i in: Magnmn bonurn Mk. 2.302 40, ,veiße runde 0.00, (Selb- füischi e blaue, 3.00 bis 3.10, tote 0.000.00. Köln: Rote Daber 2.402.50, Magnmn boiutm 2.60 - 2.75, weiße runde 2.00, (Selbfleifd)ige blaue 2.552 75, rote 4 350.00, weiße 3.25 - 0 00. Dortmund: Rote Daber 0.00 - 0.00, andere roie Sorten 0.U0 bis 0.00, äJiagnum bonuin 2.65 0.00, weiße runde 0.000.00,

Ksittiimtmachung.

Betr.: Scharffchießen. \

In der Zeit vom 16. bis 21. November beabsichtigt das Jnsantcric-Regüuent Kaiser Wilhelm Nr. 116 Schieße Übungen mit fcharsen Patronen in dem von den Orten Mainzlar, Treis a. d. Lumoa, A l l e n D o r j a. d. Lumda, Fortbach, Hassenhausen, Sichertshausen, Frie­de l h a u s e n und Staufenberg begrenztem Gelände abzu­halten und dasselbe zu diesem Zweck mit Posten abzusperren.

Geschossen wird an allen Tagen von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags.

Die allgemeine Schußrichtung läuft von Staufenberg nach Fortbach. Die Straßen Mainzlar-Allendorf a. ix Lumda und Lollar-Bellnhausen-Hachborn sind ungefährdet.

Die Großh. Buraermeistcreien der in Betracht kommenden^ Gemeinden unseres Kreises werden beauftragt, vorstehende Be­kanntmachung mit dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis zu bringen, daß an den betreffenden Tagen keine Holzarbctter und Holzfarnrnler sich in den gefährdeten Waldungen aufhatten dürfen, Gießen, den 10. November 1908.

Grobherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Welcker.

Bekanntmachung.

In den nächslcu 8 Tagen sollen die Rattcu in den s1ädti-> schon Kanälen und Wasserläufen durch Gift getötet werden.

Um eine durchgreifende Wirkung zu erzielen, ift es erforder­lich, daß alle Besitzer der im Stadtgebiet liegenden Hausgrundstücke für gleichmäßige Vertilgung der Ratten in ihrer Kanälen, Sink- kästen unb Höfen ustv. sorgen. Die Besitzer von Haustieren, Ge­flügel ufro. werden hiervon unter der Aufforderung in Kenntnis gefetzt, solche Tiere von Den gefährdeten Stellen fern zu hatten, da leitens der Stabt etwaige SchabenSersatzanfprüche abgelehnt werben- Gießen, den 9. ilioocmbcr 1908.

G.roßherzogli.che Bürgermeisterei Gießen.

Mecnm-