Ausgabe 
10.11.1908 Zweites Blatt
 
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Nr 265 Zweites Blatt

158. Jahrgang

Dienstag 10. November 1908

Grlchetnl täglich mit Ausnahme des Sonntag«.

Die ..Gießener FamiliendlStter- werden dem Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS Kretsblatt für den Kreil Stehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschastllchen Seit« fragen" «Schemen monatlich zweimal.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Tberhesien

Rotationsdruck und Verlag der Brüdl'sche» Unwersltäks 'Sud)» und Stemdruckerei.

R. Lange. Gießen.

Redaktion. Exvedinon und Dnickerei: Schul­straße 7. ExoedMon und Verlag: eqK öl. Redaktron:^^II2. rel.-Sldr.:AnzeigerGießen.

politische Lagessci)au.

Ter neue deutsche Botschafter in Washington.

Mit der Ernennung des Nachfolger? für den verstorbenen Botschafter Speck v. Sternberg hat unsere Regierung offenbar bis zu den Präsidentschaftswahlen in Amerika warten wollen, um je nach Ausfall dieser Wahlen einen geeigneten Bot» schäftet nach Washington zu entsenden. Jetzt, da die Wahl TastS erfolgt ist, wird auch dec Nachfolger Speck v. Stern­berg? bekannt; eS ist Graf BernStorff, der biShrrige Generalkonsul und diplomatische Agent in Kairo. Gras BernStorff hat, wie dieKöln. Ztg.* mitteilt, seine diplo­matische Laufbahn als Sekretär in Dresden begonnen, war dann in gleicher Eigenschaft in München und Petersburg, von wo er als BotschasiSrat nach München kam. Der neue Bot­schafter macht somit dieselbe ungewöhnliche Laufbahn wie sein Vorgänger Speck v. Sternberg, der ebenfalls ohne Gesandter gewesen zu sein, vom Generalkonsul zum Botschafter befördert worden war. Die Gattin des zukünftigen Botschafters ent­stammt der deutsch-amerikanischen Familie Luckemeycr. Als Botschaftsrat in London soll Graf BernStorff schon früh­zeitig die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten auf sich gelenkt haben.

fjccr und Flotte.

Auflösung dcS o st asiatischen Detachement?. Wie nur erfahren. soll dem Reichstage vorgeschlagen werden, an­stelle deS bisherigen oslasialischen TelachemelilS m Peking und Tientsin ein neuzubildendes MarmedeiacherneM treten zu lassen, das sich ebenso wie daS in Tsingtau stationierte 8. Seebataillon aus dem 3. Stammseebataillon ergänzt und dem Gouvernement in Klautichou unmittelbar unterstellt wird. Stach erfolgter Bil­dung des Aturinedelachemenls soll da« ostasialische Detachement zurückgellihrl und aufgelöst werden. Als Zeitpunkt für die Durch- iührung dieser Lrganisalioneänderung ist das Früh;ahr 1909 in Aussicht genommen.

Deutsches Ueich.

Veränderungen in derDiploinatie. DerNordd. Allg. Ztg." zufolge sind in der Besetzung der Posten der diplo- malijchen Missionschefs einige Beränderungen eingctrcten. 3um Nachfolger des in den Rul-cstand versetzten Wirkt. Geh. Rats v. R a d o w i tz auf dem Botjchafterposten in Madrid ist der bisherige Gesandte in Lissabon. Wirst. Geh. Rat Graf von T a t t e n b a ch ernannt, der in Liisabon durch den derzeitigen Ge­sandten in Belgrad, Wirk!. Geh. Rat Prinzen Max von Rati- bor und Corvey, ersetzt wird. Den Gesandtenpoften in Bel­grad hat der bisherige Gesandte in Rio de Janeiro, v. Reiche- g a u, denjenigen in Rio der bisherige Gesandte in Athen, Wirkl. Geh. Rat Graf von Arco-Valley, erhalten, während nach Athen der zuletzt vertretungsweise in Tanger tätig gewesene der­zeitige Gesandte in Mexiko, Freiherr von Wangenheim, berufen und der Posten in Mexiko dem derzeitigen Generalkonsul in Newyork, Geheimen Legationsrat B ü n z, verliehen wurde. Auf den durch den Tod des Freiherrn Speck von Stern- bnrg freigewordencn Botschafterposten in Washington geht der bisherige diplomatische Agent und Generalkonsul in Kairo, Ge­sandter Gras von Bernstor ff, als dessen Nachfolger der der­zeitige Botschaftsrat in Washington, Graf von D a tz f el d t-Wil­denburg in Aussicht genommen ist.

A b n a h m e d e s L u f t s ch i f s e sA. I."., Wie derSchwä­bische Merkur" erfährt, hat das Kriegsministerium in Berlin das Luftschiff3. I." amtlich abgenommen. Es waren vom ReichS- rage 2 löü U00 Mk. bewilligt worden, von denen die nach dem Echterdinger Tage dem Grasen Zeppelin ausgezahlten 500 000 Mark als persönliche Gratifikation gedacht waren, während die restlichen 1 650 000 Mk. für den Ankauf des LuftschifscS Zeppelins bei Nachweis gewisser Leistungen bestimmt waren. Bon dieser Hauptsumme wird jetzt ein Teil zum Ankauf desZeppelin I." verwandt.

Gegen die Brau st cuervor läge. Der in Berlin ver­sammelte Vorstand des Sclmtzverbandes der Brauereien der nord­deutschen Brauer-Gemeinschast und verwandter Gewerbe, dem fast die gesamte norddeutsche Brausteucr-Gemeinschaft und mehr als 100 000 Gastwirte angchören, hat einstimmig beschlossen, die neue Brausteuer-Vorlage aus das entschiedenste zu bekämpfen.

GehaltsaufbesserungderUniversitätS-As fi­sten t en. Sämtliche Assistenten der wissenschaftlickien Institute und Sliniten der Universität Bonn haben an die Regierung und den Landtag eine Eingabe eingereicht, worin um Aufbesserung der Remuneration der deutschen Universitäts-Assistenten von 1200 auf 1800 Mk. gebeten wird.

Ausland.

Die G e m a h lin d es ö it e r re ich i scheu Th ron so l g e rs. Fürstin Hohenberg, ist von einem toten Kuide entbunden worden. Tie Totgeburt ist auf die Folge einer Jnslueuza zurückzuiühren. Tas Befinden der Fürstin Hohenberg ist gegenwärtig zufrieden­stellend.

Tas neue türkische Parlament soll am L8. Nov. er­öffnet werden.___________________________________________________

Aus Ktadt und Land.

Gießen, 10. Diooembec 1908.

- Vom Grobherzoglichen Hofe. Am Sonntag fand im Neuen PalaiS um 1 Uhr eine Frühslückstafel zu 27 Gedecken statt. Von auswärts waren geladen die Batten- bergschen Herrschaften von Heitigenberg, ferner der Prinz und Priuzessin Friedrich Karl von Hessen mit vier Prinzen-Söhnen. Zur gestrigen Frühstückstafel im bleuen Palais waren, n. d. Tarmst. Ztg.", geladen der englische Geschäftsträger und Nirs. Harsord, der StaatSminister und der OberslaUmeister mit Gemahlinnen. Prinz Waldemar von Preußen ist am Sonntag nachmittag nach Straßburg zurückgereist.

Zusttzpersonalien. Se. Kgl. Hoh. der Groß- Herzog haben die Landgerichtsräte Storl Lebrecht und Jak. Hvfiuann zu Tarmfladt zu richterlichen Mitgliedern des LandeSversicherungsamteS und den LandgerichlSrat Dr. Ferd. Stein zu Darmstadt zum stellvertretenden richterlichen Mrtgliede des Landesversicherungsamts, sämtlich auf die Tauer des von ihnen bekleideten Hauptamtes ernannt und den Handelsrichter an der bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Mainz Kommerzienrat Dr. Franz Bamberger aus sein Nachiuchen von seinem Amte enthoben. Ernannt wurde der Kanzleigehilfe bei dem Landgericht der Provinz Rhein- Hessen Jak. Helbach zum Kanzlisten,

Lehrerpersonalien. Uebertrogen wurde dem Lehrer Phil. Ellrich zu Wackernheim eine Lehrerstelle an der Gemeiudeschule zu Gau-BisckwsSheim; dem Lehrer Llidw. Schmitt zu Ruppcrtsbiirg eine Lehrerstelle an der Gemeinde, chule zu Langen. Erledigt ist die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Olsen. Dem Grasen zu Erbach.Fürstenau steht das Prä- entationSrecht zu. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden.

Bestätigt. Se. Kgl. Hoh. der Groß Herzog haben die Wiederwahl deS Beigeordneten, Spenglermeisters Jean Denig, und die Wahl deS Stadtverordneten Z'mmermeisters Franz Schuhmann 111. zu unbesoldeten Beigeordneten der Kreisstadt Bensheim bestätigt.

* LandeSmuseum. Se. Kgl. Hoh. der Groß- Herzog haben den Kustos an dem Landesmuseum, Professor Dr. Beruh. Müller in Darmstadt auf sein Nachsuchen an6 dem Staatsdienst entlasten.

Rechtsanwaltschaft. Am 9. Oktober wurde der RegierungSastestor Ferd. Schäfer zu Erbach i. O. zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Michelstadt, am 16. Oktober wurde der Gerichtßassessor Jak. Henrich zu Offenbach zur Rechtsanwaltschaft bei der Kammer für Handels­sachen in Offenbach und dem Amtsgericht Offenbach zuge- lassen und am 1. November hat der Rechtsanwalt Wilhelm Klarenaar zu Gießen die Zulastung zur Rechtsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Oberhessen anfgegeben.

Flottenverein für Hessen. Am 6. Dezember hält der Landesverband des FtottenvereinS für Hesteu seine Hauptversammlung in Darmstadt ab. Tie Tagesordnung bildet die allgemeine Lage deS deutschen FtottenvereinS und Wahl deS Vorstandes im Landesverband.

Stadttheater. ES ist der Direktion gelungen, für kommenden Montag, 16. November, ein hochinteressantes Gastspiel zu arrangieren, indem die Gesellschaft deS Herrn A. Roubaud aus Paris an diesem Tage ein einmaliges Gastspiel mit Moliörcs »Malade imaginaire* ab­solvieren wird. Tie Gesellschaft besteht aus ersten Pariser Künstlern und hat bei einem gestrigen Gastspiel in Marburg einen geradezu außerordentlichen Erfolg davongetrageu. Schüler und Schülerinnen genießen ebenso wie die Herren Studierenden an diesem Abend Preisermäßigung.

* Pcotest gegen die Gas- und ElektrizitätL- steuer. Am Sonntag versammelten sich auf Anregung des Bürgermeisters Nuß-Gernsheim die Vertreter der kleineren Städte und Gemeinden des Großherzogtus Hessen, die im Besitze von Gas- bezw. Elektrizitätswerken sind; es kommen ba. 30 Gemeinwesen in Frage. Sämtliche anwesenden Vertreter waren sich darüber einig, daß die Ab­sicht der Reichsregierung, mit Hilfe dieser Besteuerungöart die Finanzreform zu lösen, eine unglückliche, einseitige und ungerechtfertigte sei. Tie überaus zahlreich besuchte Ver­sammlung beschloß einstimmig, durch den zum Vorsitzenden gewählten Vertreter der Stadt Alzey, Bürgermeister Tr. Sutor, eine mit Gründen versehene Eingabe an die Großh. Regierung, den Bundesrat, den Reichstag und speziell die hessischen Reichstagsabgeordneten zu richten und Protest gegen die geplante Besteuerung erheben zu lassen.

** Der Kreisverein Gießen vorn Verband Deutscher Handlungsgehilfen Leipzig feierte am 7. und 8. November sein lOjähriges Bestehen in schöner einfacher Weise. ?ün Samstag abenb vereinigten sich die Mit­glieder mit ihren Angehörigen im Saale des Hotel Einhorn zu einem Familienabend, der mit Tcutz, Gesangsvortragen und einem lustigen Damen-Enscmole in recht froher, angenehmer Weise ver­laufen ist. Der Vorsitzende ging bei der Begrüßung- mit kurzen Worten auf die Bestrebungen des Verbandes ein, aus der zu ersehen war, daß der Verband nach Kräften bemüht ist, die soziale und wirtsck>aftliche Lage feiner Mitglieder und damit den ganzen Handlungsgehilfenstand zu heben. Der hiesige Kreisoerein hat sich stets diesen Bestrebungen voll und gans angcschlofsen und wenn die Erwartungen in dieser Richtung auch manchmal erfüllt wurden, so stehl dem gegenüber doch die bedauerliche Tatsache, daß in vielen Fällen eine noch ablehnende Haltung eingenommen wird. Alle gesetzlichen Reformen, wie die v ö l l i g c <5 o n n t a g & ruhe, der allgemeine 8 Uhr-Ladenschluß, seine Mittel 3ui Besserung der sozialen Lage. Der Sonntag brachte einen ÄuSflug nach der Lictngshvhe, der ebenfalls bei reger Beteiligung einen schönen Verlaus hatte und kann der Kreisvcrein Gießen mit dem Gelingen dieses Festes in jeder Weise zufrieden sein.

** Vortrag über elektrische Bahnen. Wie be­reits erwähnt wurde, wird der Bürgerverein am Mittwoch, 11. Nov., abends 8V» Uhr in Steins Garten einen Vortrag über elektrische Straßen-, Voll- und Schnellbahnen veranstalten. Das gewählte Thema dürfte besonders für Gießen augenblicklich von aktuellem Interesse sein, da wir ja nach dem bereits vor einiger Zeit gefaßten Stadtverordneten-Besckstuß unmittelbar vor Erbau­ung der elektrischen Straßelrbahn stehen, die von allen Seiten mit großer Freude begrüßt werden wird. Der Vortrag wird zunächst an Hand zahlreicher Lichtbilder ein Bild der modernen städtischen Straßenbahnanlagen entrollen und im Anschluß daran aus die Anwendung der elektrischen Triebkraft im Gebiete des Vollbahn- und Schnellverkehrs übergehen. Bei dem großen In­teresse, das der elektrischen Bahn entgegengebracht wird, durste der Bürgerverein für die Förderung der Bahnfrage durch diesen Vortrag der allseitigen Sympathien der Bürgerschaft sicher sein.

** V. H. C. Ein prächtiger Wintertag begleitete am Sonntag die Mitglieder des V. H. C. Zweigverein Gießen auf ihrer 8. V e r - cinswanderung, die von Friedberg ihren Anfang nahm. Der Weg führte zunächst über den Winterstein, von dessen Holz­gerüst man eine schone Aussicht aus friedliche Dörfer und mäch­tige, noch in allen Farben deS Herbstes prangende Wälder ge­noß, nach dem Forsthaus Winterstein, das in etwa 2 Stunden erreicht war. Nach eingenommenem Frühstück wurde die Wande­rung fortgesetzt und die beiden schön gelegenen Taunusorle Friedriässtal und Cransberg passiert. Namentlich letzteres, das in langgestrecktem Talkessel sich hinzieht, gewährte mit seiner schönen Kirche und den auf mächtigem Felsen sich erlebendem Schlosse von der Höhe herab einen unbeschreiblich hübschen An­blick und wäre wahrlich den Pinsel eines Malers wert. Hinter (Sraneberg begegneten den Wanderern die Mitglieder der beiden Taunusstubs Friedberg und Nauheim, die die Tour in umge­kehrter Richtung machten, und mit denen man fröhlicheFrisch auf"-Rufe wechselte. Der weitere Weg führte durch ein lieb» i lickres Tal über Ziegenberg nach dem Forsrhaus »ubettus, einer I un Walde gelegenen, sehr beliebten Sommerftische, wo man sich

eine Zeitlang der wohlverdienten Ruhe hingab. Den Schluß/ der Wanderung bildete der Weg durch das idyllische Jsseltal. nach dem 487 Meter hohen Hausberg, der noch manchen Schweif tropfen kostete. Leider ernröglichte cs die inzwischen hcreinge-! brochene Nacht nicht mehr, den dortselbst aufzestellten Aussickts- turm zu benutzen, und begünstigt vom herrlichsten Mondscheiir ging es nunmehr in ziemlich steilem Abstieg über Hausen demj Endziele Butzbach zu, woselbst man bei guter Speise und Trank noch ein gemütliches Stündchen bis zur Heimfahrt ver­brachte.

** Der Förderung des Fr aue ntur n ens im Gau Hessen, der hierin die zweite Stelle un Mitlelrheinkccis cinnimmt, aalt die am Sonntag den 8. November in Butzba ch vcran^ taltete Zusammenkunft für Leiter solcher Aoteilungen. Dies meisten derselben hatten sich cingefunbcit. Der Ucbungsplan unter! der Leitung des Gauturnwarts Will-Gießen war aus den ver-i chiedensten, besonders für das Frauenturnen geeigneten Gebietend zusammengcstellt. Er begann mit Drehungen unb Schrittarten, Die in neuerer Zeit zwar mehr in den Hintergrund treten, aber besonders als Zwischenübungcn zu Freiübungen immer ihre Br-! rechtigung behalten werden. Gezeigt wurde dies vom Gauturn- inart an Proben von Frei-, Stab- und Z-enlcnübungen. Auch bifl Schwebekanten eignen sich sehr gut zu solchen Gruppen, wie Günther-Marburg zeigte. Letzteres Gerät ersetzt auch die schwedische Langbcmk bei der Ausführung ton Stüj^ und Rumpfe Übungen, wie durch Beispiele dargetan wurde. Den Stoff für eine Frauenturnstunde entwickelte F i s ch - Butzbach mit^einer An-I zahl Turnerinnen des dortigen Vereins, nmbreub Schüler-, Wetzlar noch eine Anzahl Hebungen an den Schaukelnngeu, einen? für das Frauenturnen sehe zweckmäßigen Gerät, leitete. Bei Den meisten Vorführungen traten die die Mustulatur deS Rump­fes beeinflussenden Hebungen in den Vordergrund, da gerade fici von größter Wichtigkeit für die körperliche Erziehung des iocib»: liehen Geschlechts sind. Hnd nur dann, wenn dies überall ein* gesehen wird, werden die Modetorl-eiten verschwinden, die svz gvotzes Leid in der Frauenwelt anrichien.

** Grundstücksübergang. Das Wohnhaus Wiesen-s straße 4 nebst Werkgebäude und Garten ging aus der Kon­kursmasse des Richard Fertsch an Herrn Karl Schunck über. Herr Schunck hat auch die beiden Geschäfte aus der Konkursinaffe ermorden.

- Eine gefährliche Straße ist die wegen ihrer landschaftlichen Schönheit von Radfahrern und AuSflüglern benutzte Verbindung Dutenhofen-Garbenheim- Wetzlar. Die Straße zieht sich im Zickzackkurs vom Jagd- ichlößchen bis unterhalb deS Garbenheimer Berge? teils links teils rechts der stark überlasteten'Bahnstrecke GießenWetzlap hin und überschreitet nicht weniger als fünf Schranken, eine' Einrichtung, die bei dem hügeligen, bewaldeten Terrain dec Gegend zur größten Vorsicht Veranlaffung gibt. Eine Ver­legung deS Weges, um die Eisenbahnübergänge zu ver^ meiden, wäre gar nicht schwierig unb auch nicht kostspielig^ abgesehen davon, daß die Eisenbahn auch die Beamten entlasten würde, die mit der Bedienung der Schranken be­traut sind. Vor allem würde aber durch die Regulierung deS Weges die Gefahr für Leben und Gesundheit der Passanten beseitigt. Zwei der Uebergänge, unb zwar die zwischen Dutenhofen und der Blockstation Dorlar gelegenen, werde»! endlich beseitigt, indem nian den zwischen Bahnkörper und Lahn liegenden Verbindungsweg von dec anderen Seite des/ Bahnkörpers verlegt. Die Frage ist gewiß am Platze, warunl hier nicht ganze Arbeit gen'acht wird und nicht auch das Wegstück zwischen Dorlarer Btockstation bis unterhalb deL Garbenheimer Bergs verlegt wird. Uebcrbrückt man bamu auch noch den Bahnkörper für die Straße von Dorlar nach Garbenheim, mag gar keine Schwierigkeiten macht, so roäre jede Gefahr beseitigt.

Großen-Linden, 9. lliov. Am SamStag abend hielt der Turnverein bei vollbesetzter Turnhalle sein erstes Winterfest ab. Zwei packende, gut aufgeführte Lustspiele, turnerische Vorführungen zweier Riegen an Reck und Pferd und das lebende BildHuldigung an Vater Jahn^ fanden ungeteilten Beifall. Ein von 12 jungen Damen ausgeführtec Blumenreigen erntete wahre Beifallsstürme. Mit einein flotten Tanz endete spät die in jeder Beziehung wohlgelungene Abendunterhaltung. .

8 Lollar, 9. 9tov. Vergangene Nacht wurde hier cux unerhörter Baumfrevel verübt. AlS hcrtte morgen eine der Diciistmägdc der Müller Prey Witwe hier aus dem rund um die Mühle gelegenen Gelände etwas Fuller holen wollte, gewahrte sie, daß eine ganze Anzahl auf dem der Prey Wwe.I gehörenden Acker und Wiesengrund stehender Obstbäume durch! srcvlcrische Weise verunstaltet waren. Beim Nachzählen ergab! cd sich, baß zusammen 18 Obstbäume teils leicht, teils schwev beschädigt sind. Anzeige ist sofort erstattet worben. Von de«i Täter fehlt jede SMr.

eh. Grünberg, 9. Nov. Unter Turnverein feierte anfl Samstag unb Sonntag sein 35jähr iges Stiftungsfest unter großer Beteiligung der Bürgerschaft. Am Samstag wurde, mit einem Fcstkommers die Stiftungsfeier eröffnet, bet bei Vor^ trügen des Gesangvereins und glänzenden turnerischen Darbie^ tungen bestens verlief. Die Begrüßung der Festtcilnehrner erfolgte in kurzer markiger Ansprache durch den 1. Sprecher Schröder« worauf der verdienstvolle Ehrenvorsitzende des Vereins K. H. I ö ck c l in seiner Festrede ein Bild der Enüvicklung des VereinÄ gab. Der 1. Sprecher des Männer-Turnvereins Gießen, Rechts^ anmalt Kaufmann überbrachte die Glückwünsche dieses 3ser* eins unb überreichte als Jubiläumsgeschenk einen goldenen Fah7 ncnnageL Die Hauptseier am Sonntag bestand aus einem Kon« zeit der Marburger Jägerkapelle, das turch turnerische Auf^ Führungen eine angenehme AbwechÄung bot. Knaben und Mäd* chen, Damen und Turner wetteiserten miteinander, um den Gasten von hier und auswärts (namentlich die beiden Gießener Turu^ vereine waten gut vertreten) ein schönes Bild der Leistungs* fühigkcit unseres Turnvereins zu bieten. Die Glückwünsche des Turngaues Hessen überbrachte der Gauwrnwart Turnlehrer Will (Gießen), die des Turnvereins Gießen dessen 1. Sprecher Redak-i tcur Heß Meßem. Llm Abend vereinigte dann ein flottcv Ball hauptsächlich bic tanzlustige Jugend. Die ganze Veran­staltung nahm einen der Bedeutung des Festes entsprechenden: würdigen Verlauf.

-j- Lauterbach, 8. Nov. Bei gut besetztem Hau? gab gestern abend der Männergcsangoerein Blitzen- rod unter Leitung seines rührigen Dirigenten Lehrer 2)1 inI einen Liederabend zum Besten des Turnha11enbaueL. TaS Programm war sorgfältig zusammengestellt, brachte fast durchweg VoltSlieder und im Volkstöne gehaltene Chöre, gumi größten Teil Silcher'fche Kompositionen. Außerdem bot e5j