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Markthalle Nr. 1
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l^h. Justtzrat Lemmel - Neu-Ruppin vernommen und dann die Verhandlung vertagt.
15. Juli den bei der Brücke Verunglückten zur Verfügung zu stellen und außerdem 100 Mark als Fonds zu stiften.
* Selbstverstümmelung eines Irren. In dem Gerichtsgefängnis zu Hannover war der Arbeiter Erdmann wegen Diebstahls cingeliefert worden und mußte wegen epileptischer Tobsuchtsansälle in die Zwangsjacke gesteckt werden. Trotz der Zwangsjacke brachte es Erdmann fertig, sich die beiden Beine buchstäblich selb st abzubrechen, und zwar hat er sie mit Händen und Armen an mehreren Stellen gebrochen. Nach dem Ausspruch eines Psychiaters muß der Verhaftete einer bestimmten Wahnidee folgend diese schreckliche Verstümmelung vorgenommen haben. Die gebrochenen Gliedmaßen haben nach verschiedenen Seiten hin lose baumelnd gehangen. Merkwürdig ist, daß Erdmann ohne Schmerzempfindung gewesen ist, da er trotz der schweren Verletzungen weiter tobte. Er wurde in eine Irrenanstalt übergeführt.
* Tod durch einen Flicgenstich. Einen tragischen Tod hat die in Fürstenwalde wohnende Frau Tischlermeister Miehlke gesunden. Am Sonntag wurde die Frau von einer Fliege an der Wange gestochen und nach kurzer Zeit schwoll das Gesicht an. Die Verletzte glaubte durch Anwendung von Umschlägen sich Linderung schaffen zu können. Als dies Mittel jedoch versagte, nahm sie ärztliche Hilfe in Anspruch, leider zu spät. Trotz operativen Eingriffs ist die Frau an einer Mrlzbrandvergistung ver- storoen.
Kleine Tagcschronik.
Ter Gcndarmcrieposicnsührer Hirner stürzte in eine Gletscherspalte der Zufallspche (Tirol) und fand den Tod. — In Igels bei Innsbruck drangen drei v e r ni u >n m t e Räuber in die H o t e l w o h n u n g einer russischen Gräfin und forderlen von bcm Diener die Auslieferung des Geldes und der Schmuckjachen. Ter Diener übergab den Räubern einen größeren Geldbetrag. Die Räuber wurden später durch Gendarmen im Walde verhaftet.
Jni Petersburger Winterpalais sind neuerdings Diebslähle festgestellt worden. Aus der Bibliothek des Zaren wurden wertvolle Münzen entwendet. Die Diebe sind jedenfalls unter der Tienerfchaft zu suchen.
In R e w y o r k dauert die große Hitze noch immer an. Unter anderem hat sich der Großkaniiiiami Hope aus beut 15. Stockwerk gestürzt, als er itacht? nicht schlafen konnte. Ferner tötete f i ch der Kaufmann Bose durch einen Revolverschuß. Auch in B o st o n und Philadelphia fordert die Hitze viele Opfer.
In Boston ist der Quai der Eunardlinie durch Feuer teillveise z-ersrört worden. Ein Sccl-sinaster wurde zerstört. Die anstoßenden Handelshäuser tvurbcn ein Raub der Flammen, ebenso 3 Leichterer und eine füdamerikanische Barke. Den letzten Nach- riclsien zufolge sind 2 große Getreidespeicher vernichtet worden; 2 Personen k a m c n n in. Der Schaden wird aus über zwei Millionen Dollar veranschlagt.
Heber die Katastrophe in der Stadt Tokat in der asiatischen Türkei erhielt der Minister des Innern vom Gouverneur von Samslin folgende Einzelheiten : Am 25. Jnni Mittags überfluteten Regengüsse die ganze Stadt. Die Anfangs angenommene Ziffer von 10 0 0 Menschenopfern verdreifacht sich durch die neueren Feststellungen. Aus dem Fluß Jeschile Jarmak wurden allem 1000 Leichen gezogen.
Faurttien-Nachrichten.
Geboren: Herrn Eisenbahnbetriebs-Ingenieur B. Lehr und Frau, geb. Birgel, in Eoblenz ein Sohn.
Verlobte: Frl. Minna Uhl mit Herrn Karl Nuppel in Unter-Schmitten. — Frl. Hedwig Salomon in Gelsenkirchen mit Herrn Albert Hertog in M.-Gladbach.
Kutscher-Verein.
Von dem Ableben unseres Mitgliedes Herrn Jakob laurer fetzen wir die Kameraden hiermit in Kenntnis.
Die Beerdigung finbet Samstag, den 11. Juli, nachmittags 31/, Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt.
Um zahlreiche Beteiligung ersucht v10/,
Der Vorstand.
vermischtes.
Köln a. Rh, 9. Juli. Zu dem bereits gestern drahtlich !urz gemeldeten Unglück über Brückeneinsturz bei Marien- mrg mii) noch berichtet: Die Unfallstelle befindet sich an der og. 165 Meter-Oeffnung. Die Arbeiter, die auf diesem Teil der driiicfe beschäftigt waren, befanden sich gerade in der Mitte des Gerüstes, um ein Schlußstück einzufiigen. Dieses Gerüst mußte chon vor einiger Zeit, iveil es so sckiwach war, verstärkt nxrbcn. Iber trotz der Verstärkung hat cs die Last nicht tragxn können, äuf der Stelle nach Poll hat das Montagegerüst mehr nachge- geben, als auf der Kölner Seite. Auf der Südseite waren ungefähr 60—70 Monteure und Arbeiter der Dortnnmder Union beschäftigt. Die Nachricht von dem Brückeneinsturz verbreitete id) mit Blitzesschnelle durch die Stadt: tausende von Menschen milagern das User. Aerzte, Krankenschwestern und Geistliche itiarai sofort zur Stelle, ebenso die städtische, staatliche und Strom- oolizei, sowie die Feuerwehr mit Krankenwagen und ein Pionier- iommndao. 13 Arbeiter fanden den Tod. Etwa 10 Per- onen liegen schwer verletzt im Bürger-Hospital. Der den Bau leitende Ingenieur war vollständig fassungslos, so daß er Bc- ündungen nicht machen konnte. Da man die Befürchtung hegt, baß iwch weitere Einsturzgefahr besteht, haben die Behörden Vor- ichtsinaßrcgeln getroffen. Wie die „Köln. Ztg." hört, hat sich 2 ircktor Landray der franz. O pe r et te n t o u r n 6 im hiesigen Sommertheater entschlossen, die gesamte Bruttoein- ji a b ni e der Eröffnungsvorstellung der Operette „Mascotte" am
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jetzt dem Inhalte nach bekannt. Es hat etwa folgendes )arin gestanden:
„Die infame, verleumderische Bande will uns jetzt noch iach"so viel Jahren hineinlegen und Schnmtz auf uns verfen. Es ist nun doch alles verjährt und du kannst ivch nichts sagen. Alles ist nur gemacht, um dich und mich jU Schande zu bringen."
Heber den Inhalt dieses Brieses wurde längere Zeit hin- und hergesprochen. Ernst will sich beim Empfang des üriefes zuerst weiter nichts gedacht haben, ihm keinen bösen Sinn untergelegt haben, und erst als er von dem Prozeß Otoltke-Harden näheres hörte, auf den Gedanken gekommen ein, daß der Fürst vielleicht von ihm verlangte, er soll nichts aussagen.
Oberstaatsanwalt Jsenbiel wies auf die Stelle in !>em Briefe hin, in welcher es heißt, „es ist alles verjährt." Las involviere doch, daß etwas v o r^g e k o m m_e n sein nüsse, was verjährt sei. Es kam noch zur Sprache, daß rulenburg seinerzeit an Ernst einen Brief mit der Wert- ingabe 600 ML geschickt habe, daß der Bries aber tatsächlich >000 ML enthalten habe. .Hierüber gefragt, erklärt Eulen- jurg, der Brief Ware „versehentlich" an Ernst gelangen, er hätte an Kuno Moltke gehen sollen. Als dem llngellagten darauf vorgehalten wurde, daß ein anderer Brief an Ernst, der ebenfalls mit 600 ML bewertet war, 2000 ML. enthalten hätte, meinte Eulenburg, das habe er )er Portversparnis wegen getan.
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Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß es Gott gefallen hat unfern innigftgeliebten, unvergeßlichen Gatten, treusorgenden Vater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager
Jakob Mäurer
nach kurzem, schweren Leiden gestern nachmittag 5 Uhr zu sich zu rufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Gießen (Weserstr. 19), den 8. Juli 1908.
Die Beerdigung findet Samstag, den 11. Juli, nachmittags 3V, Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 05761
Frau Hofrat Kistler in München äußerte sich auf Befragen wie folgt: „Das ist eine dumme Geschichte. Ich begreife den Ernst nicht; er ist ein so braver, anständiger Mensch, daß er meinen Mann jetzt so hineinzieht. Wir kennen Ernst, weil wir zwei Jahre in Starnberg gewohnt haben. Auch Eulenburg kennen wir. Mein Mann hat aus Gefälligkeit für Eulenburg einige Male mit Ernst über die Sache gesprochen, damit Eulenburg viel erspart wird."
Ein Brief des Fürsten an Jakob Ernst wird
lQ,,@®4"ä2 Mieljer SJof.
* ^.rlin, 9. tyt; ^atsanL
sein soll, jnX 'bie unauffällig d^enchterstattn oenvaal mzulretem
dcu er em Fürst jci xklagkn. Er miiss! chiedenheit zurü-t- leHnb alleMen- er nehme lcdiglick
de- Angeklagten.
*■ Jakob Ernsi - ihn nach Starnbur.' !t, was er wisse, mehr
sic an der weiterer i Interesse haben, nerft, er bedauere, in t einwilligen je ieuge nicht Vernommen ung aus. Der Ze^- ruhen. Dr. Jsenbir. tleid mit den seeli । bedauere es sehr leb »eieu Furcht lebt, tor ' die 5lnlt)efen(eit 6cs ) erkläre hier, dch tilgen einverstanden e: geklagte jetzt zu- lt, was Ernst hier :g fährt, und uns Do: ah er nicht mehr doi wir hier umsonst ge- t werden.
te Hieraufnichts!! so daß die Aerzte such ;g nicht aushallen, e sind heute zur Stelk mann, der Hausarx Üennrich und Ä mßerdem vier Arbät- t15 Zeugen etugettoM die Glaubwürdigkeit de! ..
fen wollten, tritt HostL q geben. Ter LorjchM it ist und seine W d, sich zu äußern. er die Glaubwürdiger ommissar Schöps^ etwas ausdenke uk
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Handel.
Mülhausen i. E., 8. Juli. Die heutige Versammlung der elsässischen B a u m w o 11 s p i n n e r u n d Weber beschloß fast einstimmig, eine B e t r i e b s e i n s ch r ä n k u n g bis Ende Oktober auf der gleichen Grundlage wie die süddeutschen Spinner zu befürworten. Die bindenden Erklärungen der einzelnen Betriebe werden bis zum 13. Juli erwartet.
— Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt, A.-G. in Frankfurt a. M. Tie Generalversammlung genehmigte die Regularien und setzte die Dividende aus 3 0 Prozent fest. Tie ansschcidendcn Aufsichtsratsmitglieder wurden wieder- und neu Tr. Heinr. Rößler in den Aufsichts- rat gcwahlt.__
Gießener Wetterdienst.
voraussichtliche Witterung für Hessen am SarnStag den 11. Juli: Meist trüb und Regen. Windig. Kühl.
Müller'schc Badeanstalt.
W a s s e r w ä r m e der Lahn 15 °R.
Original-Drahtmeldungen.
Frankfurt, 10. Juli. Rach einer an die Geschäftsleitung des deiitschcn Turnfestes gelangten Mitteilung wird Prinz Oskar von Preußen den Kronprinzen, den Protektor des Festes, bei dem deutschen Turnfest vertreten.
Berlin, 10. Juli. Nach einer Meldung der „Tügl. Rundschau" hat Groß-Admiral v. Köster die Wahl zum Präsidenten des deutschen Flottenvereins äugen o m m e n. Dagegen ist das Prüsidial-Mitglied Fabrii- besitzer Schwcckendieck-Dortmund aus dem Präsidium ausgetreten. Wie das genannte Blatt weiter erfährt,, wird heute der gesamte Vorstand des Landesverbandes Westfalen, der mit 23 000 Mitgliedern so stark ist wie der bayrische Landesverband, sein Amt niederlegen.
Braunschweig, 10. Juli. Die Herzogin Johann Albrecht von Mecklenburg, die Gemahlin des Regenten,, ist heute früh l1/2 Uhr ge storben. (Die Herzogin. Elisabeth war eine geb. Prinzessin von Sachsen-Weimar,\ Tochter des verstorbenen Gcoßherzogs Karl Alexander, eine, Tante des reg. Großherzogs. Sie war geboren 1854 undj seit 1886 mit Herzog Johann Albrecht vermählt. Ihre Ehe ist kinderlos geblieben. D. Red.)
Rom, lo. Juli. Durch das Ministerium wird nun», mehr amtlich bestätigt, daß Tittoni sich im August nach Oesterreich und Deutschland begeben wird. Es soll! eine Zusammenkunft mit dem österr. Minister Baron Aehren-, thal stattfinden. — „Giornale d'Jtalia" glaubt mitteilcw zu können, daß Oesterreich und Italien bereit seien, alle Schwierigkeiten in der Bal kau frage bei^ulegen uni) derart zu lösen, daß in"Zukunft jede Möglichkett eines Konfliktes als ausgeschlossen gelten kann. Ein Zusammengehen Rußlands, Oefterreichs und Italiens werde sich erzielen lassen und die Mächte werden ihre gemeinschaftliche Aktion! in der mazedon. Frage dahin durchführen, daß die Reformen in Mazedonien der Türkei aufgezwungen werden. — Die Agrarbewegung hat ihren Mittelpunkt in Soenza. 400 Landarbeiter griffen dort den Bürgermeister im Rathause! an und mißhandelten ihn schwer. Die Stadt wird militärisck) besetzt.
'Madrid, 10. Juli. Obgleich das Endergebnis der A n l e i h e! von 160 Millionen noch nicht bekannt ist, erwartet man öod) eine große Ucbcrzeichnung. Aian spricht bereits davon daß die Anleihe 4Umal überzeichnet sei.
Richard
schaftl. Hilfsarbei Wissenschaft!. 13
Die studentische auswärtigen Mitglieder von
Kenntnis zu setzen.
rmverhindung Adelphia erfüllt hiermit die traurige Pflicht, ihre Alten Herrn, Inaktiven Ableben ihres Philisters
Histor. Kommis J-Landes-Axchiv


