neuen mit dem früheren Arbeitgeber engagiert werden dürfen, ßittet der Perbandstag dringend, auch diese sowie die durch Ab- nalune des Ehrenwortes eingeführte Art der heimlichen Kon- ftirrenzklanseln zu verbieten. Da hier aber eine blöke Vorschrift nickt ausreichen würde, so müßte für solche Fälle eine strafrechtliche Mndung eintreten. Der Verbandstag bittet sodann den Reichstag, auch dem bisher unberücksichtigten Wunsch der Techniker nach Beseitigung der A b z u g s f ä h i g k e 11 gesetzlicher Versicherungsbezüge vom G e h a l t i n Krankheitsfällen Rechnung zu tragen, wie er ja auch schon zu dem die gleiche Forderung enthaltenden Antrag auf Abänderung des § 63 des Handelsgesetzbuches seine Zustimmung erklärt habe. Endlich möge die Gehaltszahlung während d e r D a u e r m i l i t ä r i s ch e r U e b u n g e n , ebenso die übrigen Forderungen, mit zwingendem Recht beschlossen werden.
Auf Antrag Kaufmann-Würzburg wurde der bayerpchen Staatsregierung der Dank des Verbandes dafür ausgesprochen, daß sie an die bestehenden Handels- 'und Gewerbekammern einen Ausschu s; der Handlungsgehilfen und t e ch itt s ch c n Angestellten angegliedert hat, und d i e H o f f n u n g ausgesprochen, daß auch die übrigen deutschen Staaten diesem Beispiel folgen werden.
Die gänzliche Abschaffung der Konkurrenzklausel wurde durch einstimmigen Beschluß als tcitiaR in das sozialpolitische Programm des Verbandes ausgenommen. Ebenso einstimmig wurde befchlossen, die Regelung der Gehalts- und Anstellungsbediugungeu als ein dringendes Bedürfnis zu erklären und die Lösung dieser Frage zunächst durch Schaffung eines Rormalarbeitsvertrages anzustreben, der den Mitgliedern beim Vertragsschluß als Richtschnur dienen soll .
Weiter fordert der Berbandstag einen g e s e tz l i ch e n H o ch ft- a r b e i t s t a g für d i e t e ch n i s ch e n A n g e st e l l t e n , dessen Stundenzahl und Geltungsbereich unter Mitwirkung der Organisationen der technischen Angestellten bestimmt werden soll. Seine Einführung darf jedoch ebenso lüie die gewünschte gesetzliche Beschränkung der Sonntags- und Ueberftundenarbeit keine wirtschaftlichen Nachteile für die Angestellten zur Folge haben. Bis zur Erreichung dieses Zieles erwartet der Verbandstag, datz Behörden und Unternehmer den Angestellten-Organisationen volle Freiheit gewähren, die Festsetzung einer Maximalarbeitszeit durch wechselseitigen Meinungsaustausch zu beeinflussen. Daneben legt sich der Berbandstag auf den Sonnabendnachmittagsschluf; fest.
Auch wird die Einführung sozialpolitischer Kurse zur Schulung der V e r b a n d s m i t g l i e d e r beschlossen. Dagegen wird der Anschluß des Verbandes an den s o - z i a l e n A usschuß von Vereinen technischer P rt - v a t a n g e st e l l t e n nach stundenlanger leidenschaftlichster Debatte in namentlicher Abstimmung mit 1 4 243 gegen 9810 Stimmen abgelehnt, dann aber ein Vermittel un gsantrag Ga- wehn-Dresden angenommen, wonach der Anschluß nur dann erfolgen soll, wenn dem Verbände genügender Einfluß in jenem Ausschuß gewährleistet wird. .
Zur Vorberatung von Minimalgehaltssragen loirp eine Kommission eingesetzt, die in Gemeinschaft mit dem Gesamtvorstand diese Angelegenheit weiter behandeln soll. .
Zur Wahrung d e s Ko a l i t i o n s r e ch t s der technischen Angestellten wird dem Verbandsvorstande die Genehmigung erteilt, bei vorkommenden Maßregelungen die materielle Mithilfe der Mitglieder anzurufen.
Deutscher Verein für Schulgesundheitrpflege.
R. B. D a r m st a d t, 9. Juni.
Tie 9. Jahresversammlung des Deutschen Vereins s ü r Schulgesundheitspflege nahm, wie schon gemeldet, heute vormittag im Saalbau bei zahlreicher Beteiligung von auswrtäs il ren Anfang. Als Vertreter der Regierung wohnten Geheimerat ^rfyr. v. Biegeleben, Geh. Oberschulrat Tr. Nodnagel und die Geh. Obermedizinalräte Tr. Neid hart und Tr. H a u s e r, als Vertreter der Stadt Bürgermeister Tr. G l ä s s i n g den Verhandlungen bei.
Nachdem der Vorsitzende, Prof. Tr. Griesbach-Mülhausen (Thür.), die Versammelten willkommen geheißen, begrüßte namens der Großh. Regierung Geh. Obermedizinalrat Tr. Neid hart und namens der Stadt Bürgermeister Tr. G l ä ss i n g die Jahres- virsammlung, besten Erfolg ihrer Beratungen wünschend. Namens des preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten und des Kulms sprach Geh. Oberbaurat De l in s-Berlin und namens des Teutschen. Architekten und Jngenieurevereins, Prof. Koch- Braunschweig namens des Zeuiralausschusses für Volks- und Jugendststele, Prof. Tr. H e rKopenhagen namens des Dä- uiicheu Vereins für Gesundheitspflege, Prof. Tr. Jordi-Bern Ter Vorsitzende dankt allen Rednern für die freundliche Begrüßung. Zur Tagesordnung übergehend, wurde zunächst über das Thema ,,Tie Hygiene der höheren Mädchenschulen, einschließlich, der pri- Teutschen Mauenoerems Frau Oberfinanzassessor Balser usw. Tr. Walbv, namens der Gruppe Darmstadt des allgemeinen uameiis bei' Technischen Hochschule zu Tarmstadt Rektor Prof. S ch o u y - Antwerpen namens der belgischen Schwestergesellschaft, des preußischen Krieasministeriums Generaloberarzt Tr. Thiele, ferner begrünte noch Geh. Oberbaurat Tr. Hoffmann namens namens deS schweizerischen Vereins für Schulhygiene, Prof. Tr. roten" referiert. Ten ersten Vortrag hielt Tr. Wahr mann, Direktor der höheren Mädchenschule und der Lehrerinnen-Bil- dungsaiistalten in Krefeld. Ter Redner legte seine Forderungen in einer Anzahl Leitsätze nieder. Ten zweiten Vortrag über dasselbe Thema hielt Frl. Tr. med. Alice P r o f 6 - Berlin-Charlottenburg. Ten dritten Sanitäisrat Pros. Dr. F. A. Schmidt- Bonn. Tic vom Prof. Tr. Schmidt aufgestellten und von der Versammluiig angenommenen Leitsätze, denen auch Frl. Tr. Alice Prof6 zustimmte, lauten: 1. Tic hygienischen Eiuvich- luitgeit an unseren höheren Mädchenschulen sind vielfach noch rückständig. Ter Grund liegt darin, daß mehr als zwei Drittel dieser Schulen Privatanstalien und auf den Erwerb angewiesen sind. 2. Tie Unterstellung auch der privaten höheren Mädchenschulen unier die städtischen Schuldeputationen ist anzustreben. 3. In denjenigen Städten, m welchen schulärztlicher Tienst besteht, ist dieser auch auf die höheren Mädchenschulen auszudehucii. 4. Private Mädchenschulen, sofern sie keine Halb-Internate sind, sondern große Schulsysteme bilden, sollen allmählich in öffentliche Schulen umgewandelc werden 5. So lange dies nicht erreicht ist, erscheint cs als Pflicht der Gemeinden, die privaten Mädchenschulen zu unterstützen, wenn diese aus sich nicht in der Lage sind, ihre hygienischen Einrichtungen befriedigend zu gestalten. 6. Tie körperliche Erziehung an den höheren Mädchenschulen bedarf genügender Einrichtungen und geregelter Ueber- ivachung. 7. Zu fordern sind hier als Mindestmaß: a) Bier halbe Turnstunden in der Woche. Bei diesen sind die Hebungen zur Kräftigung der Rumpsmuskulatur, oerbimbcit mit Hebungen des Tiefatmens, besonders zu berücksichtigen, k- Täglich fünf bis 10 Minuten Freiübungen, weiche sich insbesondere gut: Körper- Ifaltung zum Ziele nehmen, c) Einmal wöchentlich ein für alle Mädchen verbindlicher arbeitsfreier Spielnachmittag.
Tic Versammlung sandte an den Kaiser folgendes Telegramm : Ter deutsche Verein für Schulgesundheitspflege huldigt Ew. Majestät anläßlich seiner hier tagenden Versammlung aller- untertänigft und erneuert das Gelübde unverbrüchlicher deutscher Treue und Anhänglichkeit. An Gro ß h e r z o g Er n st Lu dw i g wurde depeschien: Ter heute in Ew. Königl. Hoheit Landes- bauptstadl tagend? Deutsche Verein für Schulgesundheitspflege sendet ehrfurchtsvollen Tank für die Förderung seiner Ziele durch Ew. Königl. Hoheit weise und fürsorgliche Regierung. Weitere Telegramme wurden an die Herren Oberbürgermeister Morneweg and Geh. Rat Eisenhnth gesandt.
Nach einem gemeinsamen Millagessen im städtischen Saalbau wurde die Beratung fortgesetzt und das Thema: „Vorzüge und Nachteile der Internate" zur Debatte gestellt. Heber dieses Thema sprachen die beiden pädagogischen Referenten Studienrar Tr. Bösser vorn Königs. Kadettenkorps zu Karlsruhe und Seminaroberlehrer Tr. Friedberg-Schneeberg und als medizinischer Referent der Mcdizinalrat Tr. Er l c r-Meissen.
Tie von den beiden erstgenannten Rednern ausgestellten Leitsätze, denen die Versammlung zustimmte, lauten: 1. Leitsätze von
Prof. Tr. Bösser (Karlsruhe. 1. Die Jnternatserziehung birgt Gefahren, insofern unter Umständen a-» auf die Eigenart des einzelnen nicht genügend eingegangen wird, b1 der Stärkere ferne Kraft dem Schwächeren gegenüber mißbraucht (PennaliSmusi, c) Verführung zu Ilnsittlichkeitcn vorkonimt, _d) häusliche Arbeiten unselbständig angefertigt werden. 2. Diese Gefahren lassen sich auf ein Mindestmaß zurückführen durch sorgfältige Auswahl des ErziehungsPersonals. 3. Unter der Voraussetzung durchaus tüchtiger Erzieher gewährt die Jnternatserziehung Vorteile hinsichtlich a) der äußeren Lebenshaltung: richtige Tageseinteilung, regelmäßiger Wechsel zwischen Arbeits und Erholungszeit, Einschränkung ungesunder Genüsse, Anregung zu gesunden, insbesondere körperlichen Unterhaltungsspielen, d) des Unterrichts und der häuslichen Arbeit: fortwährendes Zusammenwirken von Lehrer und Erzieher, geregelte Unterstützung schwächerer Schüler durch besser Begabte und Vorgeschrittene, ci der Charakterbildung : Gewöhnung an Ordnung und Unterordnung, Kameradschaft, Selbständigkeit und Selbstzucht, Bekämpfung des Egoisnius. 4. Trotzdem ist die Jnternatserziehung ein Notbehelf gegenüber der Erziehung innerhalb gesunder Familienverhältnisse. 2. Leitsätze von Oberlehrer Dr. Friedrich-Schneeberg. A. Theoretische Leitsätze, l. Die zur Erreichung der allgemeinen Ziele des Unterrichts und der Erziehung unserer deutschen Küaben uüd Jünglinge notwendigen Forderungen der Regelmäßigkeit der Zeiteinteilung und der Lebensführung überhaupt können in der vom rechten erzieherischen Geiste beseelten und ihrer Pflicht voll bewußten Familie ebenso erfüllt werden wie im Internate. 2. Betreffs der gesellschaftlichen, gemütlichen und sittlichen Bildung der Zöglinge befindet sich die vorbildliche Familienerziehung der auch noch so mustergültig geleiteten Jnternatserziehung gegenüber im Vorteile. B. Leitsätze unter Berücksichtigung der Praxis. 3. Bedingt in der Theorie die Möglichkeit einer idealen Familienerziehung die Forderung der Aushebung der Internate, so wird in der Praxis wegen des häufigen Mangels solcher vollkommenen Erziehungsstätten innerhalb der gegebenen Verhältnisse die Aufrechterhaltung der Internate vielfach geboten sein. 4. Damit die Jnternatserziehung in diesen Fällen nicht zu weit hinter der rechten Familienerziehung zurückbleibe, müssen sowohl die innere als auch äußere Verfassung des Anstaltslebens den modernen Erziehungsprinzipien und den Grundforderungen der Schulgesundheitspflege entsprechen.
Spotten« Zlichtvichinarkt in Verbindung mit dem prämiirmMmarkl.
(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)
r. Schotten, 9. Juni.
Der Landwirtschaftskammer-Ausschuß für Oberhessen für die Zuchtvereine für Vogelsberger Vieh der Kreise Schotten und Gießen hat diesmal erstmals mit dem alljährlich am sogen, dritten Psingstfeiertag hier stattsindenden Prämiierungsmarkt einen Zuchtviehmarkt für Vogelsberger Vieh und Saancr-Ziegen verbunden, der fast über Erwarten günstig ausgefallen ist. Der Markt läßt nur Tiere aus dem Zuchtgebiet der Provinz Ober- Hessen zu, ausnahmsweise können auch Tiere aus andern anerkannten Zuchtgebieten zugelassen werden, wenn die amtlichen Abstammungsnachweise vorgelegt werden können und die Tiere sich mindestens ein halbes Jahr im Besitze oberhessischer Züchter befinden. Die zum Verkauf gestellten Tiere müssen in das ober- hessische Herdbuch 'bezw. Zuchtregister eingetragen sein oder von Herdbuchtieren abstammen und als Zuchttiere gekennzeichnet fein. Die dem Markte heute zugeführten Vogelsberger Zucht-Bullen und -Rinder waren erstklassiges Material, was allseitig anerkannt wurde, ebenso war auch hervorragendes Simmenthaler Zuchtvieh vorhanden und wurden in beiden Gattungen namhafte Käufe zu hohen Preisen getätigt, besonders sorgten sich mehrere Gemeinden für erstklassige Zucht-Bullen. Neben den bekannten größeren Züchtern haben sich erfreulicherweise auch viele kleine Land- wirte zur Reinzucht entschlossen und gute Resultate erzielt. Geh. Reg.-Rat Schönfeld wies in einer Ansprache vor der Prämiierung auf die landwirtschaftlichen Verhältnisse vor 40 bis 50 Jahren hin, und wie heute der landwirtschaftliche Betrieb in ganz anderen Bahnen fick befinde. Die Bestrebungen, aus dem Betriebe der Landwirtschaft angemessene Erträge zu erzielen, sind heute andere als zur damaligen Zeit, mehr der Natur angepaßt. Im Jahre 1853 z. B. wurden hier für das Malter Weizen 171/2 Gulden bezahlt, während heute nur ungefähr so viel Mark dafür bezahlt werden, ein Kalb galt damals 6 bis 7 Gulden, eine Schlachtkuh 18 bis 30 Mark nach heutigem Gelde. Der Vogel,s- berg ist vom Körnerbau hauptsächlich zur Viehzucht übergegangen, die günstigsten Verhältnisse in ganz Hessen sind für ihn vorhanden und vom Staate werden diese Bestrebungen in jeder Weise gewürdigt und unterstützt. Vor allem aber ist unbedingt die Reinzucht «welche Rasse cs auch sei) einzuschlagen und daran festzuhalten, die Ergebnisse dieser Reinzucht zeigt der heutige Markt in eklatanter Weise. Wenn auf dieser Basis weiter gearbeitet wird, so müssen die allerbesten Resultate erzielt werden und die Zuchtviehmärkte und Ausstellungen werden dann mit Material beschickt, das sich vor aller Welt sehen lassen kann. Mit dem Wunsche, daß die beschrittene Bahn in jeder Hinsicht weiter verfolgt und für die Landwirte von Segen begleitet fein möge, verkündete Kreisrat Lchönfeld das folgende Resultat der Prämiierung :
1. Vogelsberger V i e h. a> Bullen: 1. Preis K. Mölcher, Klein-Eichen. 2. Preis I. Wolf IV., Eschenrod; Th. Adam daselbst. 3. Preis H. Weber VIII., Eschenrod; H. Müller, Klein-Eichen. 4. Preis H. Klein III., Eschenrod: Th. Stein, Grünberg. Anerkennungen: I. Oechler, Eschenrod; H. WeberVIII. daselbst: K'. Hofmann, Sellnrod: Th. Fischer, Hof-Zwiefalten; Schultheiß, Streithain. b> Rinder: 1. Preis Bürgermeister Deubel, Ziudingshain. 2. Preis H. Buß, Lardenbach. 3. Preis Karl Volp, Klein-Eichen. Anerkennungen: Th. Müller, Rudingshain f D. I. Rötzel, Breungeshain: Will). Schmidt, Altenhain: Wilh. Kunkel, Eschenrod; H. Ruhl, Schotten, c) Kühe: 1. Preis Fischer, Hof-Zwiefalten. 2. Preis Chr. Pitz, Lauter: Th. Müller, Rudingshain. 3. Preis H. Th. Deubel, Rudingshain: Bürgermeister Adam, Busenborn. Anerkennungen: Adolf Becker, Wingershausen: H. Dambmann IV., Rudingshain: Wilh. Deubel, Rudingshain: Gg. Krämer, Lardenbach; H. Becker, Wingershausen; K. Schlörb IV., Schotten.
2. Simmentaler Vieh, a'i Bullen: 1. Preis H. K. Schneider, Hlf'a. 2. Preis C. Rausch, Obernseenerhof; Louis Bopp, Reichelsheim. 3. Preis H. Hhl, Kohden; H. Wagner, Echzell: H. Kromm III., Schotten. 4. Preis Hch. Weil, Berstadt; I. Adolf IV., Burkhards; H. Belte, Göbelnrod; K. Trapp, Streithain. Anerkennungen: I. H. Schäfer, Burkhards; Otto Bauer, Michelnau; K. Rieb, Gedern: C. Rausch, Obernseenerhof; H. Schmidt, Wenings; K. Jung, Villingen; K. Reitz, Inheiden, bi Kühe und Rinder: 2. Preis F. Mahr, Altenhain; Simon Reiß, Hlrichstein. Anerkennung: K. Stern, Hlrichstein.
3. Ziegen der ©aalter Rasse, a) Böcke: Stadt Schotten, Prämie für gute Haltung. 1. Preis Th. Grandhomme, Schotten. 2. Preis Fr. Hühnergarth, Köddingen; H. Wißner, Wohnfeld. Anerkennungen: H. Adolf, Schotten, derselbe; Karl Boos, Scholten, b) 91 eitere Ziegen: 1. Preis H. Adolf, Schotten. 2. Preis Th. Grandhomme, Schotten: Fr. Seibert, Götzen; Kd. Nieß, Schotten; Hch. Straub III., Schotten. Anerkennungen: I. Küapp, Schotten; Kd.'Lang, Götzen, c) Jüngere Ziegen: 1. Preis Ernst Fischer, Schotten. 2. Preis Karl Boos, Schotten; H. Adolf, Schotten. 3. Preis Fr. Seibert, Götzen. Anerkennungen: K. Meyrer, Schotten; H. Wißner, Wohnfeld, derselbe; H. Adolf, Schotten.
Soweit für die noch zahlreich vorhandenen Vogelsberger Bullen und Rinder mangels des nötigen Fonds feine Preise zuerkannt lind sie nicht verkauft wurden, kamen Wegvergütungen in Ansatz.
Der S.ch weine m a r f t war heute nicht so bedeutend wie früher. Rach der Verlosung, bei der .es die unvermeidlichen enttäuschten, aber auch frohe Gesichter gab, kam die Jugend beim Tanz zu ihrem Recht und es entwickelte sich^der gewohnte Jahrinarktsrummel. — Auf der Bahnstrecke Nidda-Schotten waren sämtliche Personenzüge zur Tierbeförderung frei gegeben.
Vermischtes.
* Bluttaten. In Danzig schoß der Werkarbeiter Przitski auf seine Geliebte und verwundete sie schwer. Dann tötete er sich durch einen Schliß ins Herz. — In der Pfingst. nacht erschoß der Waldwärter Schütz aus Pöhlwitz (Reuß j. L.) den Maurer Frisch aus Zoghaus. Frisch hatte mit einigen Kameraden int Walde ein Zechgelage ausgeführt; der Waldwärter kam hinzu, forderte Namensnennung und wies die Leute aus dem Walde. Frisch weigerte sich seinen Namen zu nennen und wurde von dem Waldwärter sistiert. Sluf dem Transport ergriff er jedoch die Flucht; Schütz schoß und traf den Flüchtigen mitten ins Herz. Der Tod trat sofort ein. — Aus New-Hort wird gemeldet, daß die österreichische Krankenpflegerin Sara Koten aus Rache den New-Hocker Arzt Dr. William Auspitz mit einem Revolver erschoß. Vor dem Polizeigericht erklärte sie, Auspitz habe sie im Hospiz entehrt, sie habe von den Gerichten keine Genugtuung, erlangen können und sich diese daher selbst verschafft. — In Dresden erschlug der Mechanikergehilfe Janett seine Frau und seine beiden Kinder und erhängte sich Janett handelte im Jähzorn nach einem Streite. Durch das Wimmern der tätlich verletzten Kinder wurden Hausbewohner auf die Untat aufmerksam und holten die Polizei herbei. Die Frau und die Kinder, welche noch Lebenszeichen von sich gaben, wurden in das Krankenhaus überführt. — In Linz geriet der 34 jährige Redakteur Dr. Adolf Huber auf einer Promenade mit drei unbekannten Männern in einen Wortwechsel, in deren Verlauf er durch Stockschläge getötet wurde.
* Eisenbahnunfälle. Am 9. Juni entgleiste ein von Konstanz kommender Güterzug bei der Eifahrt in den Bahnhof Singen. Eine Maschine und fünf Wagen sprangen aus dem Gleis. Der Führer Heizmaun und der Heizer
Wagner sind tot. Sonst wurden keine Personen verletzt. — Im Bahnhof von Oufreau bei Arras (Frkr.) stieß ein Personenzug der Nordbahn mit einem Güterzug zusammen. Dec Maschinist und der Heizer des Güterzuges wurden getötet, ein Schaffner wurde verletzt.
FasnZLien-Nachricbteir.
Verlobt: Frl. Lucie Dörner mit Herrn Eugen Stöpler in Lauterbach. — Frl. Biny Schweitzer mit Herrn Hermann Müller in Wetzlar. — Frl. Thekla Karl in Audenschmiede mit Herrn Heinrich Weber in Brannsels. — Frl. Dina Grünewald mit Herrn Ernst Schäfer in Aad-Nauheim. — Frau venu. Lotte Wold, geb. Strempel, in Frankfurt a. M. mit Herrn Joh. 9JL Schmöger in Friedberg in Hessen. —.Frl. Else Gatzert in Friedberg in Hessen mit Hern August Wolff, Königl. preuß. Polizei-Kommissar in Köln a. Rh. — Frl. Frieda Fried in Butzbach mit Herrn Hermann Seligmcmn in Elberfeld. — Frl. Mathilde Renner in Münster bei Bingen mit Herrn Rudolf Mayer in Bingen. — Frl. Mathilde Meyer in Friedberg in Hessen mit Herrn Isidor Schloß in Esch- ivege. — Frl. Ottilie Bohl in Oppenheim a. Rh. mit Herrn Wilhelm Philipps, Lehramtsreferendar in Wölferlingen (Westerw.).
© e ft 0 r b e n : Herr Kgl. Stations-Assistent a. D. Heinrich Bode in fölarburg. — Herr Wilh. Becker in Lauterbach. — Frau Pauline Streng, geb. Jung, in Butzbach. — Fran fUlaric Rech, geb. Schönhals, in Grünberg. — Herr Philipp Schäfer in Butzbach. — Herr Heinrich Rieb in Marburg. — Herr Johann Christ, Schmiede- meister in Atzbach.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
1 । 1 1
Höchste Temperatur am 8. bis 9. Juni — -4- 18,10 C.
Niedrigste „ „ 8. „ 9. „ = + 10,80 C.
Juni
Barometer au' 0° reduziert
Temperatur der LuK
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
1908
9.
2,&
751,8
14,6
8,6
70
W
4
Bcd. Himmel
9.
955
753,6
11,9
8.3
80
NW
2
Klarer Himmel
10.
735
754,5
10,9
8,3
86
W
Bed. Himmel
Tefiefomscthe des Giessener Anzeigers, mitge und Indnsti Frankfurter Hör.« 3>£% Reichsanleihe . . 92.00 3% do. . . 83.15 3^°/0 Konsols .... 92.00 3% do. .... 83.30 3^°/o Hessen 90.90 3)4 °/0 Oberhessen . . . 92.00
Oesterr. Goldrente. . 99 Uö 4l/s % Oesterr. Silberrente 99.10 4% Ungar. Goldrente . . 93.50 4% Italien. Rente . . . —.— 3% Portugiesen Serie I 61.10 3% Portugiesen „ III 64 50 4*2°/o russ.Staatsanl. 1905 95 00 4^°/0 japan. Staatsanleihe 89.85 4 96 Conv. Türken von 1903 95.90 Türkenlose 149.80 4 96 Griech. Monopol-Aul. . 51.40 4 96 äussere Argentinier . 87.00 3°/0 Mexikaner . . . 66.95 4>ä°/o Chinesen .... 96.90
Aktien:
Bochum Guss 206.80 Buderus E. W 110.20
Tendenz: lustlos.
ISeriiner Börse, 1
Canada E. B 155.90 Darmstädter Bank . . . 123.60 Deutsche Bank .... 229.30 Dortmunder-Union C. . . — Dresdner Bank .... 137.80
Tendenz: lustlos.
ECursberichte
teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.
e, 10. Juni, 1.15 Uhr.
' Elektriz. Lahmeyer . . . 118.00 Elektriz. Schlickert . . . 107.00 Eschweiler Bergwerk . . 200.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 184.90 Hamburg-Amerik. PaketL 108.00 Harpener Bergwerk. . . 209.50 Laurahütte ..... 203.50 Nordd. Lloyd 93.10 Obeischles. Eisen-Industrie 96.50 Berliner Handelsges. . . 159.00 Darmstädter Bank . . . 123.50 Deutsche Bank .... 229.10 Deutsch-Asiat. Bank . . 136.00 Diskonto-Kommandit. . . 173.00 Dresdner Bank .... 137.50 Kreditaktien 197,20 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn 87.50 Gotthardbahn .... —.— Lombard. Eisenbahn . . 25 70 Oesterr. Staatsbahn . . . 149.20 Priuce-Heuri-Eiseubahu . 118,00
). Juni. Antangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 193.70 Laurahütte 204 50 Lombarden E. B. ... 26.00 Nordd. Lloyd 92.90 Türkenlose 149.10
■Kindermehl
Krankenkost
Tausendfach bewährte
Nahrung bei:
Brechdurchfall, Diarrhöe, Darmkatarrh, etc.
SeheüSie.denrechtenGeMsshabichersl von einem Spaziergang, wenn ich so recht frei und tief atmen kann. Und das kann idi setzt, feit ich mich gewöhnt habe, morgens und abends Fays ächte Sodener Nkineral-PasriUen regelmäßig zu gebrauchen. Tie lassen gar keine Berschlei- mung, keinen Husten und all die lästigen Nebenerscheinungen aufkommen und mir sind iie geradezu eine Wohltat. — In jeder Apotheke, Drogerie und Mineralwasserhandlung kauft man sie für Sä Pfg. die Schachtel. hv24/i
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