Ausgabe 
8.5.1908 Zweites Blatt
 
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? Aus der Wcttcrau, 6. Mai. Endlich ist nach langem Harren mit Beginn des Wonnemonats Mai der Frühling tatsächlich o i n g e z o g e n. Ter kalendarische Frnhlingsbeginn mnr die,es Jahr besonders verfrüht. Bis zu Beginn des Mvnats Mai >var es immer noch rauh und hilt. Aber je hi läßt die liebe Sonne doch merken, das; sie es ernst meint, und sendet kräftig iljrc neueS Leben erwecken de Wärme. ?lnch die Schwalben, die sicheren Frühlingsboten, sind seit einigen Tagen luicbcr bei uns eingetrossen, um ihre alten Nlststäiten aufzusnchen. Draußen in der Natirr regtS sich nun mächtig. ES keimt, sprießt und - der East steigt in Baum und Strauch. Neues Leben überall. Auch der Land'mann regt fiel) fleißig, um seine Felder zu bearbeiten und zu bebauen und in den Garten und Grabstäcken wird emsig an der Neubestellung gearbeitet. Kirschen-, Pflaumen- und Pfir­sich-Bäume stehen in voller Blüte. Auch ber Schlehdorn hat hübschen Blütenschmuck angelegt. Acpfcl-, Birii- und Zwclschen- bäume haben trästig Knospen angesetzt. Kastanienbänme an den Alleen und Ziersträuckxn in den Gäricn stehen bereits in schönem neuen Blätterjchmuck. Unzählige Blumen haben in Feld und Wald ihre Btüteirlelche erschlossen und tausende von Insekten tummeln sich in dem Blüleniueer. Die Bienen, die dieses Jahr spät zum Einheimsen des töftlidjen Blütenhonigs kommen, werden jetzt um so eifriger an die Arbeir gehen. Dre jungen Saaten stehen recht sckstrn und üppig und versprechen eine gute Ernte. Auch die Wiesen stehen sehr gut. Gegenwärtig ist man eifrig mit dem Setzen der Karton ein beschäftigt. Äge nun der Lenker der Ge­schicke seinen Segen zu allem geben und schwere Wetter und der­gleichen fernlzalten, damit der Landmann sich seiner Arbeit freuen und reiche Ernte hallen kann.

§ Götzen b. Schotten, 7. Mai. Am 20., 21., und 22. Juni findet hier das Bezirks fest des Bezirks- Krieger verband esVogelsberg" statt. Gleichzeitig hat der hiesige Kricgerverein Fahnenweihe.

? Gedern, 7. Mai. Das Franjcckyd enkmal, welches in die Nähe des Rathauses zu stehen kommt, wird anfangs Juni cingeweiht. Verbunden wird mit dieser Feier die Fahnen­weihe des Turnvereins. Lehrer W. Dietz, welcher vier Jahre hier wirkte, wurde nach Fränkisch.Crumbach i. O. versetzt. Im benachbarten Merkenfritz wurde die 2. Lehrer­stelle errichtet.

sc. Erbach i. O., 4. Mai. Ende vorigen Jahres hatte sich ein Schüler der Schule in Hasselbach, Kreis Erbach, während der Pause beim Spielen den Kopf derart gegen eine Mauer gerannt, daß ein Arzt die Behandlung des Jungen in die Hand nehmen mußte. Die Verletzungen roaien nicht un­erheblich. Nunmehr hat der Vater des Knaben gegen den Lehrer Jakob in Hesselbach K läge auf Ersatzde s S ch a dens , der Heil- und Kurkosten in .Höhe von über 350 Mk., beim Land­gericht der Provinz Starkenburg in Darmstadt angestrengt. Das Landgericht hat die Akten zunächst dem Großh. Ministerium bezw. deut Verwaltungsgericht unterbreitet, da diese Behörden laut Art. 77 des Hessischen Gesetzes zur Ausführung des Bürgeri. Gesetzbuchs die Vorentscheidung zu treffen haben, ob der Lehrer die Unterlassung einer ihm Obliegenheit Amtshandlung sich schuldig gemacht hat". Man ist auf den Ausgang des mteressanten Prozesses gespannt. _________

Aus einer kleinen Staöt.

/^Büdingen, im Mai. Der Provinzialausschuß hat den Antrag der Stadt auf Enteignung derDamni- l ander" für den SchulhauSbau genehmigt; die 14tägige Frist ist verstrichen, ohne daß einer der Beteiligten Berufung eingelegt hat, und so ift die leidige Frage, die so viel Staub aufgeivirbelt hat, nach mehrjährigem Streit und Hader end­gültig gelöst.

DieDanunländer' sind eine ausgedehnte, etwa 4 Hektar umfassende Flache Gradlandcs im weltlichen Teile der Stadt, auf drei Seiten von Häusern und Gärten, auf der vierten von der neuenBrunostraßc" begrenzt. Die Zersplitterung in zahllose, z. ganz kleine und unregelmäßige ParzeUen machte die Erbanung seither fast unmöglich; da ober die ge- innbc und naturgemäße Entwickelung der Stadt die Auf- fchließung des Geländes gebieterisch erforderte, war es ein naheliegender Gedanke, hierher das neue SchulhauS zu ver­legen und das Gelände hierfür sowie für zwei Straßen nöti­genfalls auf dem Wege der Enteignung zu gewinnen, da die Vielköpfigkeit der Besitzer eine gütliche Einigung mit allen von vornherein aussichtslos erscheinen ließ.

Tatsächlich kam lange Zeit kein anderer Platz für den Schnlhausban in Betracht. Nur ob man es näher an den Lohsteg und damit nach dem Zentrum der Stadt oder nach der Vrunostraße zit rücken sollte, darüber gingen die An­sichten auseinander. Von der Straße wollte man etwa 40 Meter fern bleiben, um nicht den vollen Preis für Bauge­lände 6 bis 7 Mark für den Quadratmeter zahlen zu müssen. Ein Beschluß in diesem Sinn wurde nahezii cm» stimmig gefaßt, das Gelände vermessen und ausgesteint.

Ta griff der Darmstädter Geh. Oberbaurat Professor Hofmann em, der die Lage in der Ebene verwarf und einen hochgelegenen Platz nahe demWildenstein" zu wählen vor­schlug. Für das Hofmann'sche Projekt, für daS hauptsächlich ästhetische Gründe maßgebend waren, sprach der Umstand, daß hier das Gelände ohne Enteignung und etwas billiger zu haben war. Dagegen machte man geltend, daß der nahe­gelegene romantische Wildcnstein auch durch den stattlichsten Neubau beeinträchtigt werde, daß sich auf dem abschüssigen Gelände ein Schulhof höchstens in Terrassen Herstellen lasse und das Wasser der Leitung höchstens in das Erdgeschoß zu bringen sei. In einer neuen Sitzung des Gemeinderats ver­stand es Prof. Hofmann bei einzelnen Mitgliedern die Be­denken gegen seinen Vorschlag zu beschwichtigen; andere ver­mochte er durch die wiederholte, sehr bestimmte Versicherung umzustimmen, die Stadt werde für die Erwerbung des Bau- grtmdstücks in den Dammländern unter keinen Umständen das Enteignungsrecht erhalten. So kam ein neuer Beschlug zu gunsten des Wildenstein - Projekts zustande. Gleichzeitig wußte Prof. Hofmann den Geineinderat zu bestimmen, Pros. Vetterlein-Tarmstadt mit der Ausarbeitung der Baupläne zu betrauen.

Gegen den neuen Beschluß des Gemeinderats machte sich sofort eine lebhafte Bewegung m der Bürgerschaft geltend, die außer den ebenen erwähnten Bedenken noch die große Entfernung des neugeivähtten Plaßes von einzelnen Stadtteilen und den Umstand betonte, daß jeder Neubau im Süden der Stadt die noch immer erhoffte See>uentalbahn erschwere. Die Schulhausfrage, in der die Gemüter sich mehr und mehr erhitzten, gab die Wahlparole ab für die nächste Ersatzwahl zum Gcmelndcrat: Das Ergebnis war eine starke Mehrheit zu Gunsten des Dammländer-ProjektS. Die neue Majorität verlangte, daß man die Frage noch einmal auf die Tagesordnung setze. Die Gegner trieben Obstruktion; sie vei> iveigerten eine nochmalige Abstimmung, da ja cm formell gültiger Beschluß vorilege. Die neue Majorität berief sich darauf, daß ja gerade dieBergpartie" schon einmal einen

gefaßten Beschluß umgestoßen habe. Wenn dergleichen rechts­widrig sei, müsse es bei dem ersten Beschluß bleiben und das SchulhauS komme erst recht in dst Tammländer. Provinzial- anSschuß und 2)liniftcriuni schlossen sich dieser Aufsassung an, und ein neuer, dritter Beschluß wurde gefaßt, das Schnlhaus in die Dammländcr zu stellen.

Während nun die meisten Grundbesitzer sich zur Hergabe deS Geländes schon längst bereit erklärt hatten, verweigerten dies andere mit aller Entschiedenheit. Nicht als ob der ge­botene Preis zu gering gewesen wäre, die Frage war nun einmal Parieisache geworden, tlnd sie halten sich, meist aus persönlichen Gründen, sür die Gegenseite engagiert. So stellte Rechtsanwalt Sandmann-Hungen als Vertreter der Stadt den Antrag auf Enteignung. Die Grundbesitzer, vertreten dlirch Nechtsamvalt Kell-Büdingen, ivehrten sich dagegen uni) beantragten beim ProvmzlalailSschuß zunächst Vornahme eines Augenscheins. Am 25. Februar, dem für uns merfiüürbigen Tage des Banklrachs, besichtigte der Provmzialaiisfchtlß die beiden in Betracht kommenden Platze, unb das Ergebnis war, daß er in seiner Sitzung vom 30. März der Stadt das Ent­eignungsrecht zusprach. Und die Folgen? Der dringend nötige Schulhausbau ist um mehrere Jahre verschleppt worden. Die 8000 Mk. für die Vetterlein'schen Pläne sind umsonst ver­ausgabt, weil sie für den neuen Standort unverwendbar sind. Durch die Nothschild'schen Unterfchlagnngcn hat die Stadl 60 000 Pik. verloren, die ohne diese Gefchlchten längst ver­baut wären. Schlecht geeignete Interims-Lokalitäten für die neuen Schulklassen müssen mit großen Kosten hergerichtet werden. Die Uncmigfctt in der Bürgerschaft dauert auch nach endgültiger Erledigung der leidigen Streitfrage fort. Hoffent­lich lassen sich andere Gemeinden das warnende Beijpiel znr Lehre dienen.

93 r o m b e r g, 6. Mai. Tie Strafkammer verurteilte den E i s e n b a h n st a t i o ns d i ä 1 a r Manlhey und den Hilfs- e i dj e n ft e 11 e r Knopf zu je 100 M ark Geldstrase, weil sie am 7. Juli 1907 in Schulitz die Entgleifung von vier Wagen des Schnellzuges Bromberg - Thorn vernrjacht hatten, wobei vier Postbeamte schwer und zwei leicht verletzt wurden.

AnsvcrsiLäLs-Aachriektett.

In Düsseldorf ist während seiner Teilnahme am Eisenhüttentag der Geh. Bergrat Wedding, Profepor an der Berliner Bergakademie und der Technischen Hochfchule, am Mon­tag von einem Schlaganfall betroffen worden und am Mittwoch gestorben.

Affäre in Eleveland. $n amerikanischen Zeitungen sand eine Diskussion darüber statt, ob eS nicht besser sei, Kranke, bereit Instand gänzlich hoffnungslos sei, zu vergiften, um sie von ihrem Leiden zu üefr.'ieu. Ein Musiker Kanne ließ sich durch die Lektüre von Artikeln, die denGnadentod" be­fürworten, verleiten, seine unheilbar idiotische Tochter durch Ehlorosorm zu töten. Nach ber, Tal aber erfaßte ihn Reue unb Verzweiflung unb er beging Selbstmord.

Handel.

93 o in 93 o g c I § b e r g, 6. 'JJlai. Ter Kartoffelhandel, der sonst um diese Zeil in hoher Blüie steht, stockt in diesem Früh­ling. Die gute Kariofselerute des letzten Herbstes hat teilten Mangel auftommen lassen. Eine Nachträge nach Spcuekarlosfelu ist auf dem Lande gar nicht vorhanden, ober auch der Bedarf an Eaat^ fnrtoffeln gering. Die Preise sind daher niedrig; man kann beit Toppelzenlner schon zu 4,50 Mk. kaufen, be]jere Sorten kosten 5 du bis 6,50 Alk.

Paris, 7. Mai. Die Angelegenheit des verhafteten Bantiers R o ch e 11 e kommt n i ch t zur Ruhe. Die Aktionäre Rocktetles kämpfen für den gefangenen Gründer mit einer Energie, die ihr unbedingtes Vertrauen zu ihm bekundet. Vorgestern ver- saudie ein Komitee 30 000 Briefe an die Aktionäre, in denen die Nolwendigketg dargelegt wird, eme Untersuchung über die eigentlichen Gründe der Verhaltung Rochelles und der Koukurs- crflärung über den Eredu Minier cuijulciten. Tie Unter­suchung würde beiveisen, daß beide Maßregeln ungesetzlich seien und 5u 000 Menschen schwer geschädigt Dänen, -r ie Aktionäre wurden ersucht, diese Briete untcrid)riebcii an das Komitee zurück- zusenden, damit sie alle zusammen dem Iufllzniuüster übergeben meiden tonnten. Innerhalb eines Tages find betens 10 000 üiuev- jchi'iebene Briefe an daS Komitee zurnckgekommen.

Lainilsen-AacL-skichten.

(Geborene: Herrn Arlyur Kocintz uno oiau in Lauterbach ein Lohn. Herrn Schupp und Frau m Bildmgen em Sohn.

Verlobte: Främeut Bertha Ktomin m Schollen mit Herrn Wilhelm Müller daselbst. Fräulein Margarethe Krieger in Friedberg mit Herrn Ehrtstian Hotmaun daselbst. Fräuleln Charlotte Eitert tn Wenings mit Herrn Heinrich Kallen,chnee in Büdingen.

Airchttche Nachrichten.

c u in » i utj u e u U. Mai.

Auöslng der touftriu. mdmii. Jugend der Markusgcmeiude.

Zujamnielikuiist: ytord-'Jlnloge, Ecke der Ederjtiapc, nach- mittags 2 Uhr.

Lvairgelische Genieinde.

A in S o ii u l a g den 10. Ata i, Jubilate: Gottesdienst.

3n der Staötnrtye.

Vormittags 9*/» Uhr: Pjattet D. Schlosse r.

Vormittags 11 Uhr: Kmderkirche für die Alatlhäusgcmcinde, Pfarrer D. Schloßet.

DersRisiHS-L.

* Die Alaifeier bei Tübinger Studente n. 9lach aller pudeutischer Sitle wird, im Gegensatz zu unserem Gießen, wo eine 'Maifeier auf Dem Alarklplatz seit mehreren Jahren uichl mehr gestattet wird, auch in Heidelberg und Tübingen der Wonne­monat jcierlid) bewillkommnet. In Tübingen ist vom 30. April aut den 1. Mai immer noch der jonft jo friedliche Alarktplatz bei Ort und Mitternacht Die Stunde Der Huldigung Der Museuföhuc an Den Blütenmoilai. Zunächst kommen Die Korpsstudenten im Gänse­marsch von ihren Hausern m Der Kneipjackc und mit einemStern" Bier versehen aut Den Alarktplatz zum alten Neptuubrumicn gezogen unD stellen sich hier aui, Den Glockenschlag erivarteiiD, Der Den 1. Alai anzeigt. Dicht gcDiängt steht DnS Publikum um Die Studenten, dicht besetz! sind Die Fenster Der umliegenden Häuser, und Die Polizei i ft b c m ü 1) t, eine Störung Des altbekannten Piogrammszi, verhindern. Nach dem letzten Glocken­schlag steigt Das LiebTer Mai ist gekommen" zum nächtlichen Himmel, Die Begrüßungsrede eines Korpsdurjcheu (diesmal cm Frankone) bildet den Höhepiinlt der Feier, den Schlilß ein lafxäftiger, auf Dem BrunnenranD geriebener Resljalamander, bei Dem Die Krüge am BrunnenranD m Scheiben gehen. Ter korpsstuDentischen Maiteier folgte Ijctier immittclbor eine solche Der Verbindung Wingoti, Deren Sprecher uen BrunnenranD als Podium benutzte unD Alai, Burschenherilichkeit und die alma mater Tubingcnsis gleich sehr belobte. Ten Schliip bildete das AtailieD. Still, wie sie ge­kommen, verschtvanden Die Studenten iviedei und zieheii aufs neue in ihre Kneipe».

* Jenenser S1 u d en t e n s ch e iz e. Ter bekannte Stu- bentemout Kämmer-Karl in Jena, den Dankbare SlnDenten zum Tr. ineD. im 4. Semester" promoviert haben und Dem |ie Tozenieli- gtialilät beilegen, Hal jeineVoilesnngen im Weunaiischen Hof" begonnen, wie er Durcl) Anichlag bekannt machte. Er lieg in dl es cm Jilbiläums-Sommerfemester em Publikilm tür Hörer aller Fakullälcn überTie plaloiufche Liebe". Thema und Tozent haben |o großen Zuspruch, Daß Jtd) Kämmer nod) zu einigen sJlad)tfollegS iviiD verstehen müssen. Die icicrlidjen Jmmalriknlalionen, bei denen Die Aluseiüöhne Spiegel mit Des Tozcmen BilDnis erhalten, werden später ftnnfinben.

* Die Frau als P r e b i g e r i n lautete baS Thema, daS am Montag abeub Reverend Dr. Gertrud von Petzolb, die einzige staatlich angeftelltc Predigerin Englands, im Kltnb- worth- ^ajarwenia-Laal i. Benin behanonte. Die Rednerin erwähnte eiitledeiib, daß sie eine englijch geschriebene Karte erhalten habe, au, dcr ihr Austretcn ein Lwndai genannt und ber Freude Aus­druck gegeben werde, daß in Prengen eine weibliche Predigerin unmöglich sei. Nun, sie habe kürzlich in Bremen gepredigt, und es sei wohl nicht ausgeschlossen, batz auch ein pveugisches Pres- butertum den Mm stade, ipr das Betreten einer Mangel gaftp weise^ zn gestatten. In 1',3 stündigem Borrrage ging sie auf die Stellung der Frau in der vorchristlichen Zeit ein und 0er­folgte die kirchliche Betätigung des weiblichen Mfchlechts bis in Die moDenic neuere Zeit. Sie glaubt, den Nachweis geführt zu haben, daß weder bibliidx noch historische oder sittliche Grunde der Bettoidilng eines kira-llchen Amtes durch eine Frau entgegen^ ständen; cs liege nun bei Dem heutigen weiblichen Geschlecht, das sich als Arbeiterin, GefchästSfrau, Lehrerin, Aerztin usw. betätigte, das Stinunrecht, das il-eologische Srudiurn und die Berwaltmig des geistlichen Aintes zu erüunpsen.

* M-ünchen, 5. Mai. Danny Gürtler, berKönig der Boheme", wie er sich stolz nennt, ist hier von seinem Schicksal ereilt worden. Sein turbulentes Austreten und die Roheit der Ausdrücke, mit denen er bekannte politische Persönlichkeiten belegte, veranlaßten die Polizei, ihm das fernere Auftreten zu verbieten.

Stieme TagcSchronik.

In 23 0 b e n ft r n u b (Oberpfalz- erdrosselte sich ein '/.jähr. Kind durch einen imglücfhdjen Zufall nut der Schnur feines Giuilmijaugers, als es von der Atutter einige Augenblicke allem gelassen worden war.

Als verdachlig, neulich den T y n a m i t a n f ch l a g auf das Goslarer Bismaickdenkmal ueiübt zu haben, wurde Der Sattler Loske aus Bciithcn vcrhaftei.

In Ballstedt (Braun,cyiveig) wurden zwei Frauen vorn Blip getroffen. Die eine ist tot, die andere liegt schwer ver­wundet darnieder.

Ter -i jabcige Meck-anikergehilse Rattler sand beim Berg- priernelsuchen am Maurer R0 ßk0ps (Tirol) durch Ab­sturz über eine stelle Wand den Tod.

Aus Gmm über tue unheilbare Erkrankung ihrer Tockster hat die Gattin eines russischen Generals in unmittelbarer 'Nähe des ständigen 'Wohnsitzes Der Zarenfamilie ihrem Leben eine Ende gemacht. Sie stürzte flch vom Aussichtsturm ün Schloßpari von Zarswje Sfelo herab und war sofort tot. Ihre einzige 17 jährige Tochter, Die an einem uitl^ilbarcu Augenleiden erkrankt war, ftaro einige Stunden nach dem SelbstuwrDe Der 'JJLutter.

TieTally News" erhiett die 'JJielDung von einer tragischen

3n der Zohanneskirche.

Vormittags 9'/, Uhr: klarier Aus leid.

Beichte rmD heiliges Abendmahl für die Zohamlcsgemeliibe.

VoriNittagS 11V4 Uhr; KmDeitiichc nie die Zohaniles- gcmeinbe. _ Pfarrer Ausicld.

2lbenDs 8*/4 Uhr in Stciils Garten: F a m l 11 e n a b e u d zur Feier des hiuiderisleu Geburtstages Johann Hmiich Wlcherns.

Tie Versammlung und Blbelbesprechung fallt Deshalb aus.

Näd)stküuf1igen Sonntag Kantate, Den 17. Alai, nehmen in beiden Kirchen die FrühgouesDiensle um 8 Uhr und m Verbuidluig Damit Die Christenlehren für Die Neukonfnmieiten wieder ihren Anfang, unD zivar zum er|lciunal für Die Neukonsirmierlen aus Der Alailhaus- und Johannesgemciude. Die Eltern werden ge- bciai, ihre Kuider Dazu anzuhallen. Ebenso ergeht an Die Aienjl- Herrschaften unD Lehrheireu Die Bille, dafür Die Zeit freigeben zn wollen. In Dtejcn Frühgottesdieusten wird Der neue Anhang zum Gesangbuch gebraudjt loeröen.

Uathottjche Geincillöe.

Gottesdienst.

Samstag, Den 9. Mai:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beidjie.

Sonntag Den 10. 9)1 a t 1908, 3. Sonntag nach Ostern: Schutzfest DeS hl. Joseph.

Voriuiltags von 6'/, Uhr nn; Gelegenheit zur heil. 23cid)ic.

um 7 Ühi : Die erste heil. 'Diene.

um 8 Uhr: Die zivole heilige 'Messe.

, um 9*/2 111)1': Hochamt nut PreDigr.

NadjmittagS um 2 Uhr: Ehripeulchre, Daraus Andacht.

Tlelistag und Freitag abcnD 01/. Uhr ist Alai-ArlDacht.

An Stelle des erkrankten Herrn Dr. Kuhn

wird heute abend Herr Schramm vom Frank­

furter Opernhaus den Georg singen.

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des Giessener Anzeigers, mitgeteik vou der Bank für Iluiuie)

und Industrie, Giessen.

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