Dienstag 7. April 1908
Zweites Blatt
Nr. 83
scheint tfigfid) mit Ausnahme des Sonntags.
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Lttlamentcrriern besser geworden. Wie eS heißt, Nirtschastliche Bereinigung Tür das Gesetz gewonnen fi 'ollen einige Gegner im rechten Blockslügel sich habt
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meldete wieder einmal, ratsbevollinächtigte Dr. den Ruhestand treten.
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der hessische Gesandte und Bundes- v. Neidhardt werde demnächst in Wie bei den früheren ähnlichen Nach- auch diesmal lediglich um eine durch
158. Jahrgang
erlaubte Lieferungsgeschäft nahezu unmöglich gemaclst und in- iolgcdessen zeitweise ein Mangel an Getreide und eine Vw- tcuerung des Brotes herbeigesührt werden, was auch im Kriegs- ülle von den verhängnisvollsten Folgen sein könnte.
ich und Atzt ien ünlflölidjwi icnlijubilöunii einen jjttuiteB innigen $cii
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'ollen einige Gegner im rechten Blockslügel sich Haven über- •,<ugen lassen, das; ein leidliches Kompromiß zwischen Börse rnd Landwirtschaft beiden Teilen nur angenehm sein kann. & dürste eine, wenn auch knapp« Mehrheit für das Gesetz
Berlin, 6. April. Der Vorstand des deutschen Tabakvereins hat an den Reichstag eine eingehend begründete Eingabe gerichtet, worin der Hoffnung Ausdruck gegeben wird, daß dem deutschen Tabakgewerbe und insbe- oiidere den in ihm ihren Erwerb findenden Hunderttansenden m Arbeitern, Angestellten und Händlern die ihrer Existenz »tivch eine Mehrbelastung des Tabaks drohende schwere Schä- )ignng erspart bleiben möge.
Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schm Unwersitäts - Buch- und Stcindruckerei. R. Lange, Gießen.
niissionsbericht über das Börsengesetz ist vom Reichstag als Drucksache ausgegeben worden. Der Bericht um» faßt 160 Druckseiten. — Eine Berliner Korrespondenz berichtet, die Aussichten der Börsenvorlage seien nach gestern erfolgen Verhandlungen zwischen dem Reichskanzler und bekannten ” ' ntariern besser geworden. Wie cd heißt, soll die *‘<XJ m------- fern, auch
Die „Ättfiener Zamilienblätter- werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, da? ^KrcUblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erschemen monatlich zweimal.
Redaktion, Exvedition und Druckerei: Dckiuk- stratze 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion: «^112. Tel.-Adr» AnzeigerGießen.
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^pcrilamentarrscher.
Aus dem preußischen Landtage.
Das preußische Abgeordnetenhaus hat gestern zu- Mst die Beratung des Antrages Hitze und Gen. (Zentrum), üt-i eine Abänderung des E i n ko m m e n st e u e r g e s e tz e s durch weiteren Ausbau der Steuer-Ermäßigung beabsichtigt, sortge- t tt und der Regierung zur Berücksick-tigung überwiesen. Dann wurde ein Antrag Schiffer (natl.) betreffend die strafrechtliche v-l-andlung jugendlicher Personen beraten. Seitens der Justiz- Immission lag dazu ein Antrag vor, der die Regierung er- -M, den Bundesrat zu veranlassen, in eine Reform der Sorichriften des Strafrechts, des Strafverfahrens und des Strafvollzugs inbezug auf jugendliche Per- jonen einzutreten. Tiefer Antrag wurde nach längerer Debatte angenommen. Ferner wurden zwei konservative Anträge L-tE. Aenderung der Bestimmungen tüber das Verdingungswesen rrd betrcssend Aenderung des Warenhaussteuer-Gesetzes nach Engerer Debatte angenommen. Morgen Nachtragsetat, Anträge tmb Petitionen. — Im Herrenhause wurde gestern zunächst ie Vorlage über den masurischen Kanal einstimmig angenommen, ckann wurde das Polizeikostengesetz beraten und nach längerer Äbatte der Gemeinde-Kv mmiffion überwiesen. Dann wurden noch Petitionen erledigt. Morgen Eifenbahn-Anleihcgesetz, klei- rrre Vorlagen und Petitionen.
Die Borsengesehvorlage.
Der vvm Abgeordneten Dr. Weber erstattete Kom-
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GerichrssaM.
Mülheim a. Rh., 5. April. Der Tagelöhner Franz Eich hier wurde int Berufungsver fahren nut fünf Tagen Gefängnis bestraft, nachdem das Mülheimer Schöffengericht ihm einen Monat Gefängnis zudiktiert halte. Eich Halle jemerzeii 'm Trier gedient; nach seiner Militärzeü schrieb er an die 16. Division, cv verlange Unleriuchung über dte Behandlung der Mannschaiiert dur u die Unterofsiziere und den Feldwebel. Falls nichts geschehe, werde er das Material veröffenll'.chcn und sich zum Rechte verhelfen. T:e Strafe wurde aus fünf Tage ermäßigt, weil mittlerweile die betreffenden militärischen Vorgesetzten in der Tat kriegsgerichtlich bestraft worden sind.
Newyork, 6. April. Die erste Verhandlung im Scheidungsprozeß Alfred Vanderbilt lockte eine große Menschenmenge herbei. Int Laufe der Verhandlung wurde cim? der Kammerdiener Vanderbilts verhört. Vanderbilt soll oc- rett fein, seiner Frau eine SunmiK yvtZ 10 Mich. Dollar als MtsthMiAML anKMetq^ - ’ ' * ■>
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An-Land.
Kopenhagen, 6. Lhpril. Der Finanzminister Lassen t* heute nachmittag an einem Magenleiden gestorben. Auf
Todesnachricht hin wurde die Sitzturg des Folkethings auf- zehvben.
Madrid, 6. April. Ueber die Dcputisrtenwahlen i n P o r t u g a l verlautet, daß von den 146 Sitzen bisher 85 der ironarckstscheu Konzentration und 40 den Republikanern zu- s«llen, so daß die Re gi crun g jede n f a l l s über die Mehrheit verfügen dürfte. l
N e Wh vrk, 6. April. Die demokratischen Wahlversammlungen, die in der abgelaufenen Woche in den v-erschiedenen Staaten der mittleren Union und im Westen ab- Vhalten worden sind, machen eS nunmehr sicher, daß. B r l) a n der demokratisck)en Parteitonvention in Denver im Juli rs Kandidat proklamiert werden wird.
B-andel und der Mühlenmdusteie in Deutschlarrd die schwersten Schädigungen zugefügt werden. Insbesondere würde durch die Fassung der Paragraphen 66 und 77 b das handelsrechtlich
Ans Stadt nn- Land.
Gießen, 7. April 1908.
Gewerbebank Gießen.
Die 49. ordentliche Generalversammlung der Gewerbc- »snk, e. G. m. u. H., fand am 9Jtontag abend im Saale »rs Hotel Einhorn statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, rrladtv. L. Petri eröffnete die von 74 Mitgliedern und Amtlichen Mitgliedern des Vorstandes und Aufsichtsrats «suchte Versammlung. Er bemerkte, daß die ungünstigen Leldverhaltnisse des letzten Jahres keinen nachteiligen Einlaß aus die Verhältnisse der Bank gehabt haben. Das um 51000" M erhöhte Ergebnis des Reingewinns verdanke d-e Bank dem stetigen Vertrauen des Publikums, der um- I chtigen Geschäftsführung der Beamten und der regen Tätig- k-ttt des Aufsichtsrates, wofür er den Betreffenden den ver- «enten Dank a'bstattete.
Ueber den von Direktor C. Loos erstatteten Jahres- «richt werden wir in nächster Nr. ausführlich berichten. . Die Jahresrechnung wurde genehmigt und dem Vor- MNd und Aufsichtsrat Entlastung erteilt.
Dem von verschiedenen Seiten geäußerten Wunsche auf ^Höhung der Dividende trat besonders Geh. Justizrat Dr. ^utfleisch in ausführlichen sachlichen Darlegungen und 1-11 Hinweis auf die im Aufsichtsrat sehr eingehend ge- Lfpenen Mißhandlungen entgegen. Es dürfe nicht Auf- Lwe der Genossenschaft sein, möglichst hohen Prosit her- "'iszuschlagen, sondern ihren Mitgliedern aus billige Art öl» zu ihrem Geschäftsbetrieb nötige Geld zu verschaffen. ^lc, Kreditwürdigkeit und Möglichreit, den Genossen in ^äen schwerer Geldkrisen zu Helsen, würde gefördert durch ^-rmehrung der eigenen Mittel. 'Auch die betr. der Um- priblung der Bant in eine Genossenschaft mit beschränkter Ostung geäußerten Anregungen fanbeit durch Geh. Justizrat Etfletsch eingehende Behandlung; Redner legte unter Zuweis auf die bisherige Tätigkeit der Bank und den Zugleich nut anderen Instituten dar, daß gar kein Grund n-S*9?, eine solche Umwandlung vorzuneymen, da auch Mt em Anschein vorliege, durch den die Mitglieder ge- werden tonnten.
4)61 beim folgenden Punkte der Tagesordnung, Ver- .. des Reingewinns, gestellte Antrag, die Dividende s o Proz. zu. erhöhen, wurde nach den beifällig auf- Lwommenen Ausfüyrungen des Geh. JusftzratS Dr. .Gut-
vothanden sein. — Die Mannheimer Handelskammer be- Woß, folgrude Eingabe an den Reichstag zu richten: Äe Mannheimer Handelskammer protestiert im Interesse des bmä) sie vertretenen Getteidehandels mit aller Entschiedenheit gegen die von der Börsenkommission des Reichstages gefaßten BesckMsse, durch deren Annahme dem Getreide-
von den Vereinen prachtvolle Geschenke überreicht. Den treuen, pflichteifrigen Beamten feierte Vertehrs-Inspektor Spandau, den Freund, Kameraden und tapferen Soldaten, an dem die Jugend sich ein Beispiel nehmen könne, schilderte Oberleutnant P o l y. In einer von gutem Humor durchwürzten Rede gedachte noch Postsekretär Maner der Familie des Gefeierten und besonders des „Feldwebels" in der Kompagnie, die sich Herr M. geschaffen. Ob all dieser Ehrungen aufs tiefste bewegt, dankte Herr Mar- golf von ganzem 5zerzen für alle ihm dargebrachten Ovationen und schloß mit einem auf Se. Majestät den Kaiser ausgebrachten Hoch. Der Festabend wurde noch verschönt durch die Mitwirkung der Veteranenkapelle, eines aus „Eisenbahnern" gebildeten Sängerchors, sowie durch die musikalischen und gesanglichen Darbiettmgen einiger Solisten.
"Von der Leitung der Gastwirtegewerbc- AuSsiellung geht un§ heute die Nachricht zn, daß bei der Verkündigung der Pceisvergebungen ein Irrtum uorgefommen sei. Henn. Bertels, der Küchenchef im Hotel Schütz zu Gießen, erhielt außer der goldenen Medaille den vorn Gustivicteverein zu Metzlar gestifteten Ehrenpreis, und Frl. Möser, die Vorsteherin der hiesigen Aliceschule, den Ehrenpreis des Oberstaatsanwalts Theobald.
** Frühlingsboten. Die polnischen Landarbeiter, die alljährlich in unserer Gegend, namentlich auf den Gütern der Wetterau, Beschäftigung suchen, treffen jetzt öfters über unseren Bahnhof ein. Nicht selten sieht man jetzt hier ganze Trupps solcher Arbeiter.
Q Garbenteich, 6.April. Am SamStag abend hielt die Spar- und Leihkasse für Garbenteich und Hausen ihre Generalversammlung ab. TaS abgelaufene Geschäftsjahr ist ein recht günstiges; der Geschäftsgewinn betrug 900 Mk., der Umsatz 193 000 Mk. und die Ncitgliederzahl 154.
-j- Lich, 6. April. Der Bau der KreiSstraße von hier nach der 5irciS - Sammelivaseuineisterei bei Garbenteich wird jetzt eifrig betrieben. Der Teil von der Wasenmeisterei bis Garbenteich ist bereits vollendet. Die Gemeinde Garbenteich hat beschlossen, ihr 9k at Haus, das die Einmünduno der Licher Straße ins Dorf einengt, abzubrechen.
-i- Ettingshausen, 6. April. Der hiesige Gesangverein veranstaltete seinem scheidenden langjährigen Dirigenten Lehrer Dörmer eine Abschiedsfeicr. Lehrer Dörrn er war 12 Jahre hier tätig, er ist jetzt nach Lich versetzt. Sein Nachfolger wurde Schulvcrwalter Kraushaar aus Rödgen bei Gießen.
(?) Trais-Horlofs, 6. %priL Am Samstag abcnd gegen 7 Uhr entgleiste auf hiesiger Station eine Lokomotive und ein mit 200 Zentner Steinen beladener Waggon, der durch ein Nebengleis mit der Station verbundenen Grube „Friedrich". Hierdurch entstanden ziemliche Betriebsstörungen. Bis nachts 1 Uhr wurde energisch an der Freilegung der Gleise gearbeitet. Die Ursache der Entgleisung ist nicht bekannt. Dadurch, daß der um 9i/i Uhr fällige Abendzug erst nach fast einstündiger Wartezeit von Hungen nach Nidda abgehen konnte, erreichte er den Anschluß in Nidda nicht mehr und viele Pafiagiere der anliegenden Orte mußten deshalb 2—3 Stunden in später Nacht laufen, um nach Hause zu kommen. Verunglückt ist zum Glück niemand, auch der Materialschaden ist unbedeutend.
K. B. Auerbach, 7. April. (Tel.) Heute nacht wurde der Fuhrmann Franz Becker von Heppenheim bei ^Auerbach von einem Zug der Main-Neckarbahn erfaßt und getötet.
R. B. Darmstadt, 6. April. Der Groß her zog hat kurz vor feiner Abreise nach Rußland dem Oberreyuseur Valdo' vom Hostheater, der mit großem Geschick die püngst bei Hose von Mitgliedern der Hofgesellschaft ausgestchrten drei deutsch-eng- lisch-sranzösischen Lustspiele einstudiert, persönlich mit schmeichelhaften Worten eine kunstvolle Brillantuaocl mit Namenszug überreicht. — Die Großmutter des Staatssekretärs Derudurg, Frau Mathilde Stahl, geb. Huth, Witwe des Pfarrers Karl Stahl aus F-ränkisck)-Erumback>, die seit längeren Jahren hier in Darmstadt lebte, ist heute nacht im 92. Lebensjahre einem! Herzschlag erlegen. Man nimmt an, daß auch.Herr Staatssekretär Dernbürg an der Mittwoch nachmittag 3 Uhr hier erfolgenden Aeisetzungsseier teilnehmen wird. — Von der Anwendung der bedingten Begnadigung wird in Hessen anscheinend noch immer nur wenig Gebrauch gemacht. Jetzr wird soeben bekannt, daß dem hiesigen Fabrikanten Leopold <opcrb, öer jüngst wegen Kenkursvergehens und Untreue von der hiesigen ^Strafkammer unter Zubilligung mildernder Umstände zu 2 '.Teanatcu Gefängnis verurteilt wurde, auf sein Gesuch ein bedingter Straferlaß (Bedingung ist die einwandssreie Führung rvährend der nächsten 5 Jahve) zugebilligt worden ist.
0 Frankenberg, 6. April. Wie schon kurz gemeldet, ereignete sich gestern im Gebiet der zukünftigen Edertalsperre ein NootSunglück. Eine aus drei Damen und einem Herrn bestehende Gesellschaft junger Leute wollten bei Harbshausen über die hoch angeschwollene Eder fahren. In der Strömung fiel der Kahn uni und die Jnsasien stürzten inö Wasser. Zwei Damen und der junge Ntann hielten sich an dem Fahrzeug fest, die 20jährige Tochter deS Stcaßcn- meisters Siebert au5 Herzhausen versank jedoch in den Fluten. Die Leiche war heute noch nicht gefunden.
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Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderhefien
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nichts begründete SensationSnieldung, deren Unrichtigkeit ge* rade für die jetzige Zeit ohne weiteres erkennbar ist.
** Der Verband hessischer Gerichtsassessoren hielt am Sonntag, 5. April, zu Frankfurt a. M. [eine Jahresversammlung ab. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand auch diesmal wieoer die Erörterung über die autzeroroentlich ungünstige Lage der hessischen Gerichtsassessoren hinsichtlich ihrer Änstellungs- und Besoldungsverhältnisse, und man gab erneut dem Wunsche Ausdruck, Regierung und Landstände mochten doch bald Mittel und Wege finden, um eine Besserung in den bestehenden Berhültnrssen herbeizuführen. Zur Frage der inneren Organisation des Verbandes wurde in Anregung gebracht, entsprechend dem in der Provinz Oberhessen gegebenen Beispiele den Zusammenschluß der Mitglieder durch Abhaltung allmonatlicher geselliger Zusammenkünfte und Veranstaltung von Vorträgen immer enger zu gestalten. Von besonderer Bedeutung ist noch eine Resolution, die sich mit den Gehaltsverhältnissen der bei Rechtsanwälten und Notaren beschäftigten Gerichtsassessoren befaßt. Es ist nämlich in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, daß bei Bewerbung um eine Stelle bei einem Rechtsanwalt ein Assessor den an Deren mit seinen Gehaltsansprüchen unterbocken und so die Uebertragung der Stelle auf sich erlangt hat. Um derartigen Vorkommnissen für die Zukunft entgegenzuwirken, wurde folgende Resolution gefaßt: Die Hauptversammlung des Veroandes hessischer Gerichtschsessoren spricht die Erwartung aus, daß kein hessischer Gerichrsassessor sich bei einem Rechtsanwalt oder Notar gegen eine geringere monatliche Bezahlung als 200 Mark beschäftigt.
** Zur Lehrerbildungsfrage. Der „Schulbotc^, das Organ des Hess. Landes-Lehreroereins, schreibt: Bis zum 16. März meldeten sich nicht weniger als 7 0 Abi- turienten von höheren Lehranstalten nach bestandener Maturitätsprüfung für den pädagogischen Kurs. Auch aus den Nachbarstaaten stellen sich junge Leute. Die Zahl der Kursteilnehmer dürfte bis Ostern 80 erreichen. Vor zwei Jahren wurde der halbjährige Kurs eröffnet mit 22 Abiturienten, im letzten Jahre waren es 30 und jetzt 70—80. In den Jahren 1882—1900 entließen die drei hessischen Lehrerseminare zusammen 90—100 angehende Lehrer, in einem Jahre waren es nur 79. Es dürfte nicht schwer hatten, mit wirklich geringen Kosten in dem Kursus mehr Lehrer aus- zubilden, als in den drei (Seminaren. Der Staat spart hier zwei Präparanden- und zwei Seminacklassen; die Kurs- teilnehmer fahren zum Teil täglich aus ihrer Heimat, die mitunter über vier Stunden von Darmstadt entfernt liegt, nach der Residenz. Diese Abiturienten haben eine Vorbildung, wie wir sie längst wünschten. Genügt ihre pädagogische Ausbildung nicht, so ist die Regierung jetzt in der Lage, die Dauer des Kursus um 7» —1 Jahr zu verlängern.
** Der Landeslehrerverein für Hessen beabsichtigt seine diesjährige Hauptversammlung am Ludwigstag in Darmstadt abzuhalten, um so den hessischen Lehrern Gelegenheit zu geben zum Besuch der Landesausstellung für freie und angewandte Kunst. 2luch der katholische Lehrerverein wird in Darmstadt tagen.
** Ländliche Fortbildungsschulen. In den Fortbildungsschulen der Orte Nieder-Bessingen, Inheiden, Garbenteich, Grüningen und Langsdors weilte verflossene Woche der Oberlehrer L a m p r e ch t s s a m e r aus Oesterreich, um die Ergebnisse des i and wir tschastkich en Fortbildungsschulunterrichts nach System Professor Dr. Gifevins kennen zu lernen. Der Oberlehrer, der uh Auftrage der österreichischen Regierung Schweoen, Dänemark, Saclisen, Westfalen bereist hat, bezeichnete die hessische Vtethode als die beste.
Hufbeschlag. Zu Mitgliedern der Prüfungskommission für die Befähigung zur Ausübung des Huf- beschlaggewerbeL wurden für die Provinz Oberhessen auf die Dauer von 3 Jahren dec Großh. Kreisveterinärarzt Dr. Knell zu Gießen, der Lehrschmied an der Veterinäranstalt Georg Lamberth zu Gießen und der Gutsbesitzer Oekonomie- cat Karl Müller zu Neuhof bei Leihgestern ernannt.
** Jubiläums-Feier. Recht zahlreich hatten sich am letzten Samstagabend die Freunde des Herrn P. Mar- golf im Lenz'fchen Felsenkeller eingefunben, um den Jubilar zu ehren. Was Herr M. als ElseTtbahnbeamter, als Kriegervereinler und als Turner geleistet hat, das kam in den verschiedenen Ansprachen dec einzelnen Vertreter dieser. Vereine zum .Ausdruck. Stotel b&n ZMLax
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fleisch ab gelehnt, desgl. ein Antrag aus Gewährung von 2000 Mark Mr den Neubau der Gewerbeschule und danach beschlossen, den 108835.82 Mk. betragenden Reingewinn wie folgt zu verteilen: dem Haup^.reservesonds zu überweisen 12 208.18 Mk., dem Reservefonds II zu überwesten 32 000Mk., dem Efsekten-Reservesonds zu überweisen 5 306.30 Mk., als Abschreibung aus das Mobiiienkonto zu verwenden 1776.77 Mark, als Abschreibung auf das Schranksachkonto zu verwenden 8115.35 Mk., den Mitgliedern 6y2 Proz. Dividende zu gewähren und zlvar aus 724 785 Mk. 47111.03 Mark, auf neue Rechnung vorzutragen 2 318.19 Mark.
Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates Eichenauer, W. Herbert, H. E. I u g - Hardt, L. Kattrein und C. Wenzel wurden fast ohite Stimmenzersplitterung wiedergewählt, trotzdem H.rr Wenzel ersucht hatte, mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand von seiner Wiederwahl abzusehen.
Ueber die bereits am Eingänge der Verhandlungen vom Vorsitzenden in Anregung gebrachte Feier des 50jährigen Bestehens der Bank im tommenden Jahre wird uer Austichtsrat zu gegebener Zeit Vorschläge machen.
*• Politischer Klatsch. Das „Berliner Tageblatt


