Ausgabe 
10.9.1908 Erstes Blatt
 
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Danksagung

Giessen, den io. September 1908

5342

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen

Friedrich Noll

Lokomotivführer i. P.

Die tieftrauernden Hinterbliebenen.

Garbenteich, Harbach, Steinberg, den 9. September 1908.

Die Beerdigung findet Freitag, den 11. d. Mts., nachmittags 3 Uhr in Garbcn- leich statt.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir Allen innigsten Dank.

Todes-Anzeige.

Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß meine liebe Gattin, unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Karoline Wallbott geh. Hinterländer beule mittag 1 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden im 28. Lebensjahre sanft ent­schlafen ist.

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evang. Schwesternhaus, tiiceeeo, jotianoeMtf. 1.

Sept.

1908

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Washington unternahm am Mittwoch Orvill Wright, (der Bruder von Wilbur W., der sich bekanntlich z. Z. fort, gesetzt in Paris flugtechnisch betätigt. D. R.) vor Beginn )e§ Exerzieren? der Nordamerikas Bundesarmee einen Auf­lieg mit seinem Aer 0 plan. Ec umkreiste das Gelände 57 mal und blieb 57 Minuten 31 Sekunden in den Lüften. Die stündliche DurchschnittSgeschwindigkeit betrug 36 englische Meilen. Orvill Wright hat bereits damit alle bisherigen

sich um den Pasfagicrdampser.Kilburn' der Great Northern- Bahngesellschaft handelt-. .

3n NowotscherkaSk (Sibirien) nbersiel eine .lnzahl bc- wafiueter Personen die Kasse der Cwiuarewschen Bergwerke. Sie verwundeten den Verwalter und löteten einen Lehre r. Bei der Verfolgung wurden sechs von den Uebeltätern gelötet und einer verwundet, einer entkam.

eigenen Rekord! Bei blieb er 62 Minuten

Kirchliche Nachrichten.

bsraeliüschr Religioiisgemeiiiöc. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag den 12. September 1908:

Vorabend 6.30 Uhr.

Di 0 rgens 8.30 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr. Lchrifterklärung.

Sabbalausgang 7.35 Uhr.

Gießener Wetteroicilst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag den 11. September: Heiter und trocken. Temperatur ivie heute. Mäßige westliche Winde.

* Das geräuschl 0 se Getvehr. In Amerika soeben vorgenommene Versuche mit einem von Hiram Maxim er fundenengeräuschlosen Gewehr" sind einstweilen abge­schlossen: sie haben außerordentlich günstige Resultate er geben. In den meisten Fällen war es nicht möglich, festzu­stellen, aus welcher Richtung gefeuert wurde. Man ließ von verschiedenen Stellen aus und von verschiedenen Ent­fernungen, die zwischen 250 und 700 Metern schwankten, feuern, allein die anwesenden Zeugen waren nicht imstande, auszusagen, wo die einzelnen Schüsse gefallen waren. Es soll unmöglich sein, bei diesem neuen Gewehr auch nur bei einer Entfernung von 250 Meter den Standort des Schüßen annähernd zu bestimmen. Hiram Maxim beschäs tigt sich jetzt damit, seine Erfindung auf ein 7,5 Zentimeter- Geschütz zu übertragen.

e Der .Walzertranm* in Schwefel umgeseht! Einer der Direktoren beS Wiener KarltheaterS, das in ver­flossener Saison mit Oskar StrauS'Walzertraum' Geld und Ehre eingeheimst hat, scheidet von seinem Posten, um einen Beruf zu ergreifen, der weitab liegt von Thaliens Reich. Direktor Aman erwarb für das Gold, daS ihm die Walzer­traumklänge brachten, das Schwefelbad Einod bei Neumark in Steiermark, und zwar für den Preis von 325 000 Kronen. In treuer Anhänglichkeit an daS Theaterleben, aus dem er scheidet, wird dec bisherige Direktor des KarltheaterS jedoch seinen BerusSgenossen sich insofern dankbar zeigen, als er im Kurhaus von Einöd eine Anzahl Logierräume einrichtet, die kurbedürftigen Schauspielern in der Saison als Freiwohnung eingerichtet werden sollen.

Kleine Tageschronik.

AuS Groß-Ten chen (Lothringen) wird uns vom 9. Sep­tember gemeldet: Gestern, überschlug s ich im Manöve r das Pferd des Prinzen Heinrich von Bayern, des Sohnes des verstorbenen Prinzen Arnulf. Ter Prinz wurde im Presse-Automobil hierher gebracht, wo durch Oberstabsarzt Or. Osann und Kantonsarzl Tr. Zehnpscnnig eine leichte Gehirn­erschütterung und eine Verletzung des Nasenbeins fest­gestellt wurde.

In Düs sel do rf ist ein verheirateter Mann an Vergiftung durch See >nnscheln gestorben.

Bel Völklingen rannte ein in voller Fahrt befindliches Automobil gegen einen Baum. Drei Insassen wurden herans- geschleudert und schwer verletzt.

Ein schwerer A u t 0 m 0 b i l - U n f a l l ereignete sich am Mittwoch auf der Strecke zwischen Eupen und Montjoie (Rhl.). Der Benzinbehälter eines Automobils, in welchem sich 5 Personen befanden, explodierte. Eine Dame und e i n Knabe wurden ans der Stelle getötet, während die drei übrigen Personell schwere Verletzungen davonirugen.

In Jarme n in Hinterpommern erkrankten nach dem Genuß von Schabefleisch in einer Schlosserfamilie die beiden Ebeleule und deren Schwiegereltern fchwer, die beiden Lehrlinge

Meteorologische Beovachtuugen

der Station Gießen.

Höchste Temperatur

Niedrigste ,

Universitäts-Nachrichten.

Mnrb u r g. Der Kurator der llnivevfiläl 2)tardurg, Geb. Justrzrat Dr. jur. Friedrich Sch 0 llmeyer begeht am 12. Sept, einen 60. Geburtstag. Ib77 erhielt er in Halle bic venia legendi, wurde 1881 ebenda Extraordinarius und 1883 ordentlicher Professor. 1895 kam er nach Wurzburg und 1900 als Nachfolger von Hinschius an die Berliner Universität. Hier las er iiber Zivilvrozeßrecht und deutsche bürgerliches Recht. Seit Oktober 1905 ist Schollmcyrr Umversitätskurator in Marburg.

Märkte.

Limburg a. d. La h n, 9. Sept. Fruchtmarkt. Durch- chnittspreiS pro Ataltcr. Roter Weizen lnassaiuscher) 17,00 Alk., weißer Weizen 00,00 Mk., Korn 12,1'0 Mk., Gerste üO.OO Pik., Haler, neuer, 6.800.00 Mk., alter 9.000.00 Mk., Erbsen 0,00 Mk^ Kar- tofieln 70,00 Alk.

ic. Frankfurt 0. SN., 10. Sept. (Tetegr. Orig.-Bericht dcS ,Gieß. Anz.".) Aintliche Notierimgen der heutigen Vieh m arkt- preise. Znm Verkaufe standen: 36 Ochsen, 21 aus Oesterreich 7 Bullen, 0 aus Oesterreich, 70 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 875 Kälber, 105 Schafe und Hammel, 777 Schweine, 6 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Cchaftämmer. Bezahlt wurden für

100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Onalitäl 8082 Mk., 2. Quatltät 7375 Alk-, 3. Qualität 6064 Mk.: Bullen: 1. Qnal. 6264, 2. Dual. 5860; Kühe 1. Oualität 7476 Mk., 2. Qual. 6567 Mt., 3. Qual. 5456 Alk., 4. Qual. 0000 Mk., 5. Qual. 0000 Alk. Bezahlt wurden für das Psnnd Schlacht­gewicht : Kälber 1. Qualität 92 bis 95 Psg., Lebendgewicht 5556 Pfg., 2. Qualität 80-92 Psg., Lebendgewicht 48 - 53 Psg., Schlachtgew- 6870 Psg.; Schafe: 1. Qual. Schlachlgew. 82 biß 00 Pig., 2. Qual. 7476 Psg. Schweine: 1. Qual. 7000 Pf., Lebendgeivicht 5500 Pf., 2. Qual. 6900 Pf., Lebendgewicht 54,5 -00 Psg., 3. Qual. 6066 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Geschäft bet Hornvieh gut, Uebersland unbedeutend. Bei Kleinvieh gut, fern Uebersland.

Nckords für Jlugmaschinen gebrochen. Aber gestern nachmittag noch br a^ch W. sogar diesen seinen seinem zweiten gestrigen Aufstiege

6.

Island bet a0l..

1 Paris« ' heroorgehs, ruil-Nreife leidet '^r iolgenben (Mure

Aufregungen und fe f Jahre haben, io k auf bet Raub

WSgeübt, unb sie a^en. Immer witit ehrmonatigen Ausenl^ -l sich in tapferer ulassrn. Um roenigliß der Appetitlosigkeit ir , haben die Aerzii - dem Gemahl und > zu unternehmen. 9a dijchen Gewäsicr unb i Erregungen be§ 2: <

Alle, die die Silur nnte Blatt fort, aus \ oon der kleinen & freut lief) einer gt i azie, ihr ftetS sieb: Ernst, mit dem sie c , ihr hbetaUn Tendr< olle bekannt und lj& i überall lebhafte Ep hen Heimat werden te n aufgenoinmen rottbc des wird sich vereintn r bic in dieser Ach : auf Wiederherslellunz!- sich recht bald ers.-

* Aus Berlin gingen uns heute früh folgende draht­liche Meldungen zu: Die Berliner städt. Gelverbcdeputation beschloß, den zuständigen Behörden die Einführung des A ch t- tlbr-Ladenschlusses zu empfehlen. Eine Ver­schlimmerung soll int Befinden des Fürsten Eulen­burg eingetreten sein. Im Laufe einer Unterredung mit seinem Hausmeister wurde er von schweren Krämpfen befallen. Rach einer Morphiumeinspritzung erholte er sich. Auf der Tegeler Landstraße ereignete sich ein schweres Automobilunglück. Dabei erlitt der Chauffeur einen wppelten Schädelbruch.

* Eine Verlobung im Hause Zeppelin. Die Lochterdes Grafen Zeppelin verlobte sich württemb. Blät­tern zufolge in Konstanz mit dem Oberleutnant und Adju­tanten v. Brandenstein vom Ulmer Ulanenregiment.

* Französische Spionenr iecherei. DasJournal" zeigt geheimnisvoll an, die Polizei habe in einer metallurgischen ssiibrit in einem Pariser Vorort eine seit einiger Zeit bcsteheirdc Organisation für Spione entdeckt. Mehrere kompromittierte Per­sonen sollen verhaftet worden sein. Es sei unmöglich, nähere Einzelheiten zu geben, da deren Veröffentlichung der Aktion der Polizei Hindernisse bereiten könnte. Aus Orleans wird gemeldet, baß auf dem Bahnhöfe von Aubvais die Polizei einen gewissen yarnift verhaftete unter der Beschuldigtmg der Spionage. Harnift ist aus Habshcim im Elsaß gebürtig unb war Unteroffizier in der deutschen Armee. Er soll in Bourges verschiedentlich an Sol­daten Inrangctrcten fein, die im dortigen Artillerie-Depot be­schäftigt waren und versucht haben, von ihnen das Verschlußstuck unb Zubehörteile bes neuen 76 Millimeter-Feldgeschützes zu er­langen. Aach anderen Meldungen soll der Verhaftete ein deut­scher Student sein, der angab, Diamantenhandler zu sein.

Eine Erbschaft von 29 Millionen Mark steht dem Zimmermeister Joseph Schmidt von Spiel­hof (Unterfranken) in Aussicht. 2 Brüder des längst ver­storbenen Zimmerers Schmidt wanderten in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Rußland aus. Einer von ihnen machte den Feldzug in der Krim mit und zeichnete sich derart aus, daß er General wurde. Als solcher heiratete er eine sehr reiche Gräfin. Alle Verwandten des verstor­benen Paares sind auch gestorben. Die Hinterlassenschaft beträgt nicht weniger als 13 Millionen Goldrubel, das sind 29 Millionen Mart, und 13 wertvolle Güter in Rußland.

diesem Aufstiege waren u. a. der Kriegssekrctär Wright unb der Marinesekretär Metcalf zugegen. Beide Aufstiege gingen bei prächtigem Wetter von statten unb selbstverständlich bilden sie das Tagesgespräch nicht nur in der nordamcrikanischcn Bundeshauptstadt. Wright, der die Bewegungen fernes AeroplanS vollständig meisterte, hatte den seinen ersten Flug beobachtenden Offizieren gegenüber erklärt, er hätte noch länger in der Luft bleiben können. Und er bestätigte dies denn auch alsbald. Die amerikan. Armeeoerwaltung will seine Flugmaschine ankaufen, falls eS ihm bei den offiziellen Flügen gelingt, bei einer Stundcngeschwinbigkeit von 40 englischen Meilen eine Stunde in der Luft zu bleiben. DaS scheint ja nun der Fall zu sein. Eine andere scheinbar auch recht bedeutsame, aber vorerst doch noch mit Vorsicht auszunehmende Nachricht kommt aus Thüringen. Danach ist ein neues Luftschiff von dem in Fischbach bei Eisenach wohnhaften Karl Sintpert erfunden worden. L. soll, so heißt es, an die Motorluftschiff-Studien­gesellschaft in Berlin Pläne und Entwürfe gesandt haben. Von dieser ist nun auch bereits an den Erfinder ein Schreiben gelangt, daß sie nach dessen Plänen cm solches Luftschiff bauen wolle. Ein Herr aus Berlin hat den Erfinder persön­lich ausgesucht und ihm für seine Erfindung 75000 M k. angeboten, was er aber auSgeschla gen hat, da er von seiner Erfindung weit mehr erwartet.

* Alexander von Waldenburg, welcher, wie behauptet wird, ein entfernter Verwandter des deut­schen Kaisersist, macht sich noch in biejpr Woche auf die Strümpfe, um in Deutschland die ihm zugefallene Erb­schaft von 200 000 Mk. zu erheben. Er ist 38 Jahre alt and hat in Newyork Stiefel geputzt und Servietten ge­glättet, hat bei Tische in Restaurants serviert oder Messer aeputzt, hat Zeitungen verkauft und was dergleichen erfreu­liche Dinge mehr sind. Immer aber hat er sich sein Gent- lemanliketum bewahrt und seine Ueberzeugung verfochten, mit dem Hause Hohenozllern verwandt zu sein. Die Erben beb Prinzen August von Preußen haben tatsächlich nach ihm gesucht, da ihm eine Erbschaft in obengenannter Höhe zuge­fallen war, bis es gelang, ihn ausfindig zu machen. Walden­burg will hier nur seine Erbschaft erheben, um dann wieder die Fahrt über das große Wasser anzutreten. Mit dem ihm rugefallenen Erbe will er drüben ein Geschäft eröffnen.

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Paris, 10. Sept. DerVtatin" veröffentlicht einen längeren Artikel, der sich scharf gegen bic deutsche Politik wendet. Es heißt darin u. u.: Der deutsche Vor­schlag, Muley Hafid anzuerkennen, ohne daß dieser sich aur bie Akte von Algeciras verpflichtet, wird von Frankreich und seinen Freunden abgelehnt. Die Haltung Deutschlands werde keineswegs eine Aenderung in dec französischen Politik herbeiführen. Deutschland unterstützt den muselmanischen Fanatismus gegen die solidarische Zivilisation. Es sprenge die Einheit der Mächte, um sich bic Freundschaft Muley Hasids zu sichern. Deutschland trenne sich von ben Signatar­mächten von Algeciras, um eine Sonderpolitik zu betreiben. Tas sei sein gutes Recht, aber mau dürfe dann in Deutsch­land später nicht von Einkreisung sprechen, denn wenn Deutschland allein stehe, so sei bas nicht bie Folge einer Einkreisung der Mächte, sondern darauf zurückzuführen, baß Deutschland sich selbst isoliere.

Paris, 10. Sept. DemTlatin" zufolge hatte Pichon gestern eine lauge Unterredung mit dem spanischen Botschafter, n?obet eine vollständige Einigung über bie gemein­same Lage erzielt wurde.

Paris, 10. Sept. Nach einer Madrider Meldung des Eclair" erklärte der spanische Minister des Aeuße r n in einem Interview, daß er von feiner der Mächte eine Opposition gegen bie französisch-spanische Note erwarte.

Paris, 10. Sept. Das Jahr 1908 zählt zu den quanti­tativ schlechtesten Champagnerjahren, da es nur etwa 20 Millionen Flaschen ergibt, während sonst bei mittlerer Ernte 45 Millionen Flaschen erzielt werden.

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am 8.-9. Septbr.

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iutif darf man mit & nennen. Fast jeder P von der Unterjoche- itoengiifi. Au- tigt Nachricht vor^e

unb zwei Gesellen leicht.

Bei den Festlichkeiten zur Feier des 100jährigen Be­stehens dervberbayr. Fleckens Dachau verursachten Betrunkene am Bahnlflse eine große allgemeine Rauferei. Man schlug sinnlos mit eisernen Gartenstühlcn auf einander los und machte von den Messern Gebrauch. Tie Messerstechereien wurden int Zuge fort­gesetzt, so daß auf freiem Felde die dkftleine gezogen wurde. Bei dieser Gelegenheit gelang cs mehreren Messerhelden zu entkommen. Die übrigen töauptbeteiligten murbeit von Mitreisenden festge- halteu und in München der Polizei übergeben.

Wie aus Zabrze in Obcrschl. gemeldet wird, wurden der Grubenarbeiter Paul Galwas und feine Frau wegen fortge­setzter Mißhandlung ihrer beiden Kinder im Alter oon 2 und 3 Jahren vom Schöffengericht zu Geldstrafen verur­teilt. Wütend darüber begaben sich die Eheleute nach dem Termin in ihre Behausung und schlugen in so barbarischer Weise ihr dreijähriges Kind, daß es bald darauf ft arb. Der Körper der kleinen Leiche ist über und über mit dunklen, blauen und mit Blut unterlaufenen Flecken bedeckt. Die Eltern wurden verhaftet.

Ein tragisches Geschick hat den Amtsrichter Heinrich Fritz aus Jerichow (Altmark) ereilt. Der 34 Jahre alte Mann beschuldigte sich, den Tod seiner Gattin dadurch verursacht zu haben, daß er ihr zuredete, sich einer Operation zu unterziehen. Nachdem er einige Tage ziellos in Berlin und Potsdam umhergeirrt war, ertränkte er sich im Wannsee.

Zwei Unteroffiziere des 151. Jnsanterie-Regts. sind bei s- sel (Ostpr.), wo sie int Quartier lagen, durch mehrere Zivil­personen überfallen, mit Steinen beworfen und mit Stöcken und Messern bearbeitet worden. Als eine vom Offizier herbeigerufene Wache entschritt, und die Rädelsführer verhaftete, stellte es sich heraus, daß unter ihnen ein in Zivilkleidung steckender Musketier war, der sich in Verkleidung an seinen Vorgesetzten rächen wollte. Ter Mann sieht schwerer Bestrafung entgegen.

Aus Hüll (England) wird berichtet, daß ein Verbrechen dort großes Aussehen erregt. Ein Maurer sand dort auf einem Neubau m der Vorstadt Newland ein in einen Sack f e st einge­bundenes 17jähriges Mädchen, nur der Kopf ragte aus der Umhüllung hervor. Tie Person war bewußtlos und zeigte Spuren von Mißhandlungen. In den Mund waren ihr ein Paar Handschuhe gestopft, um sie am Schreien zu verhindern. Nach einiger Zeit kam das Mädchen wieder zu sich. Sie erklärte, ein Manu habe sie in das Haus geschleppt und in den Sack gesteckt. Die Polizei fahndet nach dem Verbrecher.

In Seraing (Betgien) ist auf den Gruben des Eoqueril- werkes Feuer ausgebrochcu. Tie Flammen sind auf eine Ent­fernung von 10 Kilometern sichtbar. 5000 Kubikmeter Holz, die für den Bau der Schächte verwendet werden sollten, stehen in Flammen. Als Ursacl-e wird Brandstiftung angenommen.

In Petersburg erwies sich ein verdächtiger Krankheits­fall als asiatische Cholera. Außerdem sind dort zehn weitere verdächtige Erkrankungen vorgckommen.

Nach einem Telegramm aus San Francisco strandete ein großer Dampfer während eines heftigen Sturmes an der Arenaklippe. Tas Schiff wurde soiort zertrümmert. Alle an Boid befindlichen Personen ertranken. SDian glaubt, daß es

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