und „Gerichts-
Eine ernste Bedrohung des Friedens ist nach wie vor
Vie Krijis im Grient.
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Haltung Serbiens
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uno verweisen gleichzeitig auf die morgen | Hoven ist aber Jät fünfzig Jahren tot, :unb ej ift em" erscheinende Mliandluna über moderne was er geichneben l-at, schon zu stnden. Urteilen Sie lieber.
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DV, i-Babrenfeld.
Gastspiel zu gelvinnen l
in den „Fximllien-Vlättem" erscheinende Abhandlung über moderne Tanzkunst, die einen allgeineinen Ueberbtzck über die zeitgenössischen Tanzkünstlerinnen gibt.
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1 nämlichen Reiche Ver- teuerste
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politische Lagcs-cbar».
Der Kaiser und das Zeppeliusche Luftschiff.
Professor Hergesell teilte auf dem in Hamburg tagenden Meteorologen-Kongreß mit, daß der Kaiser Mitte Oktober nicht nur einem Aufstiege des Grafen Zeppelin als Zuschauer beiwohnen wird, sondern die feste Absicht hat, nach dem Beispiel des Königs von Württemberg einen Aufstieg mitzumachen. Auch Prinz Heinrich von Preußen und der
Deutsches Uerch.
Furst Bülow wird am Montag von Norderney nach Berlin zurüükehren. Der Staatssekretär des Auswärtigen v. Schön ist bereits von seinem Urlaub zurückgekehrt.
Zu dem Zwischenfall in Casablanea ist nach der „Köln. Ztg." noch festzustellen, daß der deutsch-schweizerische Flüchtling, der auf dem Konsulatschein aufgeführt ist, den Schutzbestimmungen gemäß den deutschen Schutz genießt. Der amtlich nicht berücksichtigte russische Fremdenlegionär schloß sich aus eigene Faust an.
Der Bundesrat hat sich mit der Ueberweisung der Entwürfe des Gesetzes betreffend die Aenderungen des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Strafprozestordnung sowie des zu den beiden Gesetzen gehörenden Einführungsgesetzes an die zuständigen Ausschüsse einverstanden erklärt.
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iuch hier in allen in ins empfohlen.
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für „Feuilleton* unö -Vermachtes': Ernst Anderson; für „Stadt
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Herzogregent von Braunschweig werden, wie verlautet, zu dieser Zeit in Friedrichshafen sein.
— Die Ausgaben für „Sardanapa l" hoben bid Voranschläge außerordentlich überschritten. Die Kosten für die Ausstattung sollen sich auf 350 000 bis 375 000 Mark stellen. Die iunraic erhöht sich durch den Ausfall an Vorstellungen an jenen Abmden, wo Proben abgehalten worden waren, noch um 30 000 Mark. Die Vorstellungen sind gegenwärtig so schlecht besucht, daß das Ballett in allernächster Zeit abgesetzt werden soll, da jeder Mend ein Defizit bebeutet.
— Kleine Chronik aus St u n ft und Wissenschaft In Wien ist der dritte Kongreß für Jrrenpflege eröffnet worden. — Prof. Kolbe, Direktor des Institutes für Infektionskrankheiten in Berlin erzielte mit Serumversuchen an Tieren zur Heilung der Cholera gute Resultate. — Gestern wurde in den öffentlichen Gärten von Venedig die von Adolf Thiel in San Remo gestiftete und von Bildhauer Schaper-Berlin geschaffene Richard W a g n e v- B ü st e feierlich enthüllt. — Das Rhein-Ma inisHe B e r bands t h e a t er hat am Samstag den 3. Oktober seine dritte Spielzeit durch eure Aufführung von Mvliöres „Geizigen" in Rüsselsheim a. M. eröffnet.
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selbst, vergessen Sie alles,' was man Ihnen erzählt hat, vergessen Sie auch hie törichten und boshaften Artikel unb das noch boshaftere Buch, das Wagner geschrieben hat (gemeint ift wahrscheinlich die „Kapitulation"), und Sie werden sehen! Es ist nicht die Musik der Zukunft, was gar nichts heißen will: es ist die Musik aller Zeiten, well sie herrlich ist: Uff! Sie smd leider nicht überzeugt, und Sie sind nicht die einzige! Voltaire, tonnte Shakespeare nicht verstehen, weil er voreingenommen war, und voreingenommen sind auch Sie. . . Wohlverstanden: wenn ich Magner nachzuahmen glaubte, wurde ich in meinem ganzen Leben keine Note mehr schreiben. Nachahmen können nur Toren. Besser Schlechtes nach eigener Fasson zu machen als nach der Fasson der andern. Und je schöner das Modell, desto lächerlicher die Nachahmung....
— Bizet über Wagner. In der Oktobernummer der „Revue de Paris" werden neue Briefe des Komponisten der „Carmen" aus dem Jahre 187 L veröffentlicht, darunter ein edireiben, das Bizet an seine Schwiegermutter, Frau Fromental Haleoy, die Gattin des Komponisten der „Jüdin", richtete, und das ein interessantes Urteil über Richard Wagner enthält. Wagner war damals nur durch die vielumstrittcne „Tannhäuser"-Auffüh- rung nno durch ein paar Bruchstücke seiner Werke, die in den Pasdeloup-Konzerten aufgeführt worden waren, in Paris bekannt. „Ich will," schreibt Bizet, „mit Ihnen heute nicht über Wagner rechten. Sind Sie aber üngerecljt! Es ist übrigens das Schicksal aller Genies, daß sie von ihren Zellgenossen verkannt werden. Wagner ist nicht mein Freund und ich schätze ihn nicht besonders hoch; aber die unendlichen Wonnen, die ich diesem genialen Neuerer verdanke, kann ich nicht vergessen. Der Zauber dieser Musik ist unsagbar, unausdrüülich. Das ist höchster Genuß, Zärtlichkeit, Liebe! Wenn ich cs Ihnen acht Tage hintereinander Vorspielen wurde, mürben auch Sie dafür schrvärmen. Die Deutschen, die uns in der Musik leider überflügeln, haben längst begriffen, daß Wagner eine ihrer festesten Säulen ist. Der deutsche Geist des 19. Jahrhunderts ist in diesem Mann verkörpert. Sie wissen ja wohl genau, wie grausam für einen großen Künstler Geringschätzung ist. Wagner ist aber zu seinem Glück so herausfordernd stolz, daß die Krittk ihm nicht aiis Herz gehen kann, vorausgesetzt, daß er ein Herz hat, was ich noch sehr bezweifle. Ich Ziehe nicht so weit wie Sie unb spreche nicht den Namen Beethoven neben dem Namen Wagner aus. Beethoven ist fein Mensch, sondern ein Gott, wie Shakespeare, wie Homer, wie Michelangelo! Nu>i wohl! nehmen Sie das intelligenteste Publikum, lassen Sie ihm das größte Meisterwerk der Musik, die Symphonie mit Chören, Vorspielen, und Sie sollen scheu, daß es nichts davon verstehen wird. Der Versuch ist gemacht worden und wird jedes Jahr mit demselben Resultat wiederholt. Beet-
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zu sehen, und die englische Regierung hat denn auch schon der serbischen Regierung angeraten, Mäßigung zu üben und eine korrekte Haltung zu beobachten. Daß Montenegro auf der Seite Serbiens steht, fällt natürlich kaum ins Gewicht. In Cetinje fand eine große Protestversammlung gegen die Angliederung Bosniens und der Herzegowina statt. Eine Resolution wurde angenommen, ui der die Regierung aufgcfordert wird, die Beleidigungeil zu vergessen und sich mit Serbien zur Verteidigung der Interessen des Serbenlandes zu verbinden. Nach der Ver- ammlung veranstaltete die Menge vor dem Palast und der russischen Gesandtschaft Sympathiekundgebungen.
Inzwischen hat sich die Meldung von der Annexion Kretas
durch Griechenland bestätigt, und es heißt, daß auch Samos diesem Beispiel folgen wolle. In Triest wurde sogar das offenbar unbegründete Gerücht verbreitet, daß Albanien seine Unabhängigkeit erklären wolle. Regierungsfeindliche Stimmungen bei den Albanesen werden allerdings auch von anderen Seiten gemeldet. Nach einer Meldung aus UeSküb wird die Fassung der offiziellen Nachrichten über die Unabhängigkeit Bulgariens von den Bulgaren Mazedoniens verurteilt. Dieselben beabsichtigen eine Loyalitätsertlärung an die Türkei zu erlassen. In allen Kreisen, besonders unter den Komitee-Offizieren und Albanesen, herrscht erbitterte Stimmung. Die Annexion Bosniens wurde relativ ruhig ausgenommen, nur die dortigen Serben zeigen große Niedergeichlagenheit.
Die Ruhe und Ordnung ist auf dem Balkan bisher zwar noch nirgends ernstlich gestört worden, trotzdem zeigen sich allenthalben
Kriegsvorbereitungen.
Das 1. und 2. serbische Aufgebot ist einberufen worden. Der Präsident der Skuptschina richtete an die Volksmassen eine Ansprache, in der er sagte: Können wir nicht mit Waffen siegen, so werden wir zu Bomben Zuflucht nehmen. Das mazedonisch-bosnische Komitee beschloß, mit Bandenbildung vorzugehen und Bosnien zu insurgieren. Gerüchtweise verlautet, daß auch im letzten türkischen Ministerrat eine teilweise Mobilmachung beschlossen worden sei und daß ein diesbezügliches Jrade erwartet werde. Von der russischen und der montenegrinischen Grenze werden ebenfalls Eruppen-llonzentralionen und -Berjchiebun- gen gemeldet. Unter diesen Umständen nimmt es nicht wunder, daß auch Oesterreich-Ungarn mobilisiert. Wie wir hören, haben auch die inGießen lebenden Oesterreicher und Ungarn Einberufungsbefehl erhalten.
Wie der „Neuen..Freien Presse" aus Konstantinopel gemeldet wird, wurde ein in den Bosporus ein fahren des bulgarisches Schiff, das die Königsflagge gehißt hatte, von einer der Bosporusfestungen aus durch zwei Kanonenschüsse zur Umiehr gezwungen.
Newyork, 8. Okt. Die Presse verurteilt einsrimmig das Vorgehen Oesterreichs und Bulgariens und lobt Englands Eintreten für die Heiligkeit internationaler Verträge. Sie sympathisiert mit der beraubten Türkei. Londoner und Purster Meldungen versuchen Mißtrauen gegen Deutschland zu erregen. Amerika ist offiziell an den Balkanange- , legenheiten nicht interessiert._________________________________
Zu irgend einer Entscheidung in der Orientfrage ist es .,uch in den letzten 24 Stunden nicht gekommen. Es scheint . iur, daß die Begeisterung Englands und Frankreichs für ! den Gedanken einer europäischen Konferenz nachgelassen , Haben. England soll, wie die „Nat.-Zrg." schreibt, die Gefühl . - lichteit der Konferenz eingese.hen haben. Daß man den : • «Yedanken an eine Konferenz aber noch nicht aufgegeben hat, : geht daraus hervor, daß Frankreich Brüssel als Ort für ; die Balkankonferenz vorgeschlagen haben soll. Bezeichnend t für die augenblickliche Lage ist cs, daß
die Hetze gegen Deutschland in Konstantinopel, noch immer fortgesetzt wird. Der sozialistische „Avanti" macht sogar den Vorschlag, Italien solle sich vom Dreibunde lösen, um sich die Sympatyien Englands und der Türkei zu 3 sichern. „Wenn bei den Straßenkündgebungen in Konstantinopel Feindseligkeiten gegen Deutschland hervorgctreten zu jein scheinen, so ist das, loie die Köln. Ztg. sich aus Berlin melden läßt, der Erfolg derjenigen Presse, die mit allen Mitteln der Unwahrheit und Entstellung die Lage so darzustellen sucht, als ob die Aufrollung der orten* I l alischen Frage als ein böswilliges Werk der deutschen Politik zu betrachten sei. Wir können nur bedauern, daß rxrs politische Verständnis für die deutsche Politik in der • Türkei nicht tiefer Wurzel gefaßt hat. Wir werden ab- roarten müssen, ob es sich bei diesen Aeußerungen des Uebelwollens nur um die unverantwortliche, leicht verführte -itiib aufgestachelte Menge handelt, oder ob auch maßgebende Personen die Erinnerung an die Dienste verloren haben, bie Deutschland der Türkei in der Vergangenheit geleistet hat und auch in Zukunft noch leisten kann."
Wenn man die Haltung Deutschlands ruhig erwägt, .o muß man gestehen, daß der deutschen Regierung durch die Verhältnisse größte Zurückhaltung in her Ballanfrage auferlegt wird. Auf der einen Seite steht der österreichisch- angarifche Bundesgenosse, auf der andern die befreundete Türkei. Für wen soll Deustchland da Partei ergreifen. 'Seine eigenen materiellen Interessen auf dem Balkan sind nicht so groß, daß sie ein Eingreifen rechtfertigten. Unter 5iesen Umständen ist es, wie es die Frankfurter Zeitung lut, leichter Kritik an der Haltung der deutschen Regie- inuig zu üben, als selbst einen gangbaren Weg zu finden. Die „Frlf. Ztg." läßt sich nämlich aus Konstantinopel melden: „Man hat in einer der schwierigsten äußeren und inneren Situation in der Türkei vielfach irgend ein er- , lösendes Wort aus Berlin erwartet und zrvar nimmt man ' in allen Kreisen der türkischen Bevölkerung diese Erwartung wahr. Die ’ seit mehreren Dezennien währende intime Freundschaft, die bedeutsamen Interessen Deutschlands in der Tür lei, sowie die bcstästdigen Versicherungen, daß an dem Status quo des vttomanifchen Reiches nicht gerüttelt werden dürfe, berechtigen die Türkei zu einer solchen Erwartung. Dieses Worc ist vedauerlicherroeise ausgeblieben iinb hat schon im Juli-Umschwung uns zu einem guten Teil itm unseren Einfluß in der Türkei gebracht. Es unterliegt nun keinem Zweifel, daß die Ereignisse der letzten Tage diesen Einfluß vollends geschwächt, und zur Untergrabung nnseres Ansehens in der Türkei geführt haben. Wir haben England allein sprechen unb seine Freundschaft für die rurkei ins hellste Licht setzen lassen. Tie führenden tür- 4 l ischcn Blätter göben diesem scharfen Umschwünge unverhohlen und in für Deutschland wenig schmeichelhaften Worben Ausdruck." Wenn man etwas bedauern kann, so wäre Ies höchstens das, daß die leitenden deutschen Staatsmänner die kommunalen Verwickelungen nicht rechtzeitig vorausgescheut haben. Daß Bulgarien seine Unabhängigkeit erklären und daß Oesterreich-Ungarn Bosnien annektieren würde, ist ja schon bei den Kaisermanövern unserer Regie-
Arssland.
Die österreichisch-ungarischen Delegationen sind gestern in Budapest zusammengetreten unb vom Kaiser Franz Josef empfangen worden. Im Ausschuß für die auswärtigen Angelegenheiten der österreichischen Delegationen nahm der Minister des Ausloärtigen, Frhr. von Aehrenthal, das Wort zu einem Expose, worin er die Vorgänge auf dem Balkan sehr eingehend beleuchtete.
Der Kampf der Stadt Prag gegen bie deutsche Industrie wird fortgesetzt. Der Verwaltungsrat der städtischen elektrischen Unternehmungen vergab den Bau einer elektrischen Remise unter der Bedingung, daß ber Eisenbedars nicht aus den kartellierten Werken bezogen werde. Der tschechische Großindustrielle Leo Bondy warnt in einem tschechischen Blatt von solch gefährlichem Beginnen, der Kampf könnte der jungen tschechischen Industrie gefährlich werden.
Sozialdemokratische Wahlrechtsdemonstrationen in Budapest. Trotz des Verbotes des Budapester Ober-Stadthauptmaunes hatten die Sozialdemokraten für gestern abend an' 21 Stellen Versammlungen einberufen, um für das allgemeine geheime Wahlrecht zu demonstrieren. Nachdem es bis dahin der Polizei gelungen war, kleinere Ansammlungen auf der Straße zu zerstreuen, kam es kurz vor 9 Uhr in der Andrassy-Straße bei den Bemühungen der Polizei, einen aus mehreren Hunderten bestehenden Demonstrantenzug aufzuhalten, zu einem Zusammenstoß, bei dem Revolverschüsse auf Polizisten abgegeben unb von diesen erwidert wurden. Hierbei gab esf auf beiden Seiten mehrere Verwundete. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor. .Gegenwärtig — 9—10 .Uhr abends — herrscht Ruhe.
Der Zorn der Wormser Zeitung.
Auf der Redaktion der Wormser Zeitung scheint man. sehr nervös geworden zu sein, denn man schlägt blindlings um sich, auf Gerechte und Ungerechte. Den Gegnern der Wormser Zeitung, und vor allem Herrn Pfarrer Korell, wird es sicherlich einige heitere Augenblicke bereitet haben, als sie die Angriffe lasen, mit denen der „freisinnige« Gießener Anzeiger in neuester Zeit von der Wormser Zeitung bedacht worden ist. Auch wir haben unbändig gelacht, und wir verzichten daher auf eine Aufklärung der Mißverständniffe der Wormser Kollegin. Wenn wir ihr einen Rat geben dürften, so wäre es der: andere hessische Blätter etwas sorgsamer zu lesen.
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MM General-Anzeiger für Oberhessen « iüi die Tagesnunnner Notationsdruck und Verlag der Vrübl'schen Unio.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Vruckerei: Zchulstraße ?• AnzeigenteilBeck, bis vormittags 10 Uhr. __________ ,
Aleine» Feuilleton.
— Heber Rita Sacchetto, die erst kürzlich entdeckte Tän-erin, die am Dienstag in Darmstadt auf trat, unb am nädiftcn I Mittwoch hier auf treten wird, lesen wir in der „Darnist. Ztg.". Hinter dem hockisäuligen Portikus des Ho ft Heaters entfaltete bie Doesie ihren Zaubermantel und schüttete ihre herrlichsten Gaben in solcher Fülle über die Zuschauer, daß man schier erdrückt wurde. Es Dar, als ob die hohen Räume sich zusammendrückten, als der intime Aeiz des Bühnenzcuibers begann, nicht im „Xfyeater" war man stclyi", sondern in einem Tempel, der Gottheit „Schönheit" ge- Deiht. Der Urbeginn aller Kunst, der Rlpithmus in Form und Zinie, feierte hier Triumphe und zeigte wieder einmal allen, bie «cs vergessen haben mochten, daß dev Tanz, der ursprünglich, <m Gottesdienlt war, int Heiligtum der Kunst dem höchsten Dienst -es ästhetischen Kultus geweiht auch heute noch gewissermaßen lie Inkarnation des letzten WesenSbegriffes der Poesie überhaupt ist. Rita Sacchetto ist wohl die geeignetste Persönlichkeit, uls Interpretin des Musikers, zu erscheinen, durchs ihren Tanz Lern unbcroufjten, Dom Hörer vielleicht nur geahnten Inhalt Leben Zu verleihen, in die Form umzusetzen und diese dem Beschauer plastisch vor die Augen zu führen. So ergibt sich denn, wie zum Beispiel bei der ersten Tanzszene, in der die Signorina im Kostüm ter Herzogin von Devonshire nach Gemälden Gainsboroughs eine Händelsche Sarabande sowie zivei Mozartsche Menuette „tanzte", cm Bild vollkommener innerer wie äußerer Hamwnic. Was eigentlich eine ungarische Rhapsodie oder ein Brahmscher Tanz »st, wird wohl manchem aufgegangen sein, der nicht gewohnt ist, absolute Musik sich konkret vorstellen zu können. Eine Offenbarung, das ist wohl nicht $n viel gesagt,.waren die ^.Frühlingsstimmen" von Johann Sttatiß. Im Kostüm eines Schwindschen Blumenmädchens sprang sie umher nach den Klängen der Musik wie ein selig-tolles Kind in der Maiensonne, berauscht vom Dufte der Blüten unb entzückt vom lllange der ^Vogel- fiimnien. Hier war alles Harmonie: jede Bewegung, jeder Schritt, jebc Geste; bie vollendete Wiedergabe der stummen Poesie zeigte sich in sieghafter Schönheit." — Wir freuen^uns, baß es ber Leitung unserer Bühne gelungen ist, Rsta. Saechetto für ein
rung bekannt geworden. War cs denn da schwer voraus- Lusehen, wie England, Rußland und Frankreich sich hierzu stellen würden? War es dem Reichskanzler denn nicht möglich, sich recht zeitig mit diesen Mächten zu verständigen?
—IIIMI .....■■■ Ulli I IT---- 1 .


