Ausgabe 
9.6.1908 Zweites Blatt
 
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worden ist. Der

Handel

92.20 | Elektnz. Lahmeyer

3% Portugiesen

III

. . 197.50

88.10

Pnnce-Henri-Eiseubahu .

Berliner Börse, 9. Juni. Anfangskurse.

149.20

Erwägungen abge l e h n t.

t u n ft und Wissenschaft.

11 a u

kleine

Wl Wl

118.00

107.75

83.50

92.30

83.40

90.90

92.00

99 00

99.10

25 30 148.70 118,00

Berliner Haudelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . .

Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staats bahn .

Pflichtfeuer- Betroffenen Schaden in und der ge-

Harpener Bergwerk Laurabütte . .

Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . . l'ürkenlose . . .

192.10

203 50

25.30

4J^°/0 russ. Staatsaul. 1905 4^°/0 japau. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903

61.- 64 60 95 50 90.10 95.90

3^°A 3% Wk

Elektriz. Schuckert . « . Escbweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Laurabütte ...... Nordd. Lloyd . < . . . Obeischles. Eiseu-Indnstrie

. 156.90 . 124.- . 229.50 . 56.30

. 137.50

Cauada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: ruhig.

. 149.50

. 51.40

. 87.00

. 65.00

. 97.10

4% Oesterr Goldrente. . 478 % Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 356 Portugiesen Serie I .

Ter Verhandlung

. 207.20

. 110.20

den unter Wasser, das viele Kelllr der anliegenden füllte. Kurz nach 6 Uhr wurde die Freiwillige und wehr alarmiert, die den von dec Wasserkalamität mit Pumpen usw. Hilfe leisteten. Der furchtbare den Weinbergen und Fluren, den die Hagelschläge

und Wissenschaft.

Deutsche B ü h n e n v e r e i n hat in zweitägiger in Coburg nach fünfjährigen Vorarbeiten einen. Bühnenvertragsrecht regelnden, mit der deutschen

Reichsauleihe do.

Kousols . . do.

Hessen . .

Oberhessen

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 5. Juni.

Eine dumme Geschichte.

In der Nacht zum 16. März ds. Js. gingen zwei Leute aus Bergen, die in Vilbel mehrere Wirtschaften besucht hatten, in angetrunkenem Zustand nach Hause. Unterwegs begegneten sie dem Taglöhner Gg. S. M. aus Vilbel, den sie nach bcm Weg nach ihrem Hcimatsort fragten. Er gab ihnen Bescheid und sie gingen ihres Wegs. Am andern Tag ging M. nach Bergen zu einem Gendarmen und gab an, er sei in der Nacht von zwei Leuten aus Bergen angepackt worden, wobei sein Anzug zerrissen wurde. Der Gendarm stellte die Personalien der zwei Leute fest und da eine strafbare Handlung nicht vorlag, verwies er M. auf den Weg der Zivilklage. Dieser ging nun in die Wohnungen der Leute und verlangte für Reparatur seines Anzuges 9 Mark, widrigenfalls er Strafantrag gegen sie stelle, bezw. Klage erheben werde. Einer der beiden lies; sich dazu herbei, 4.50 Mk. zu geben, um, wie er angab, ihn los zu werden: der andere jedoch ließ sich auf nichts ein, sondern drohte ihm mit Anzeige wegen Erpressung und bei der Verhandlung erklärte der Angeklagte, er sei unterwegs

trugsvcrsuchs für schuldig erachtet und zu vier Monaten Ge- sängnis verurteilt.

Türkenlose.....

4% Griech. Monopol-Aul.

4% äussere Argentinier

3°/0 Mexikauer . .

4>$7o Chinesen . . .

Aktien:

Bochum Guss .... Buderus E. W. . . .

Tendenz: ruhig.

185.50

108.10

193.25

203.25

93.50

98.00

159.70

124.00

230.00

137.00

173.30

137.70

Wenn mit Beginn der beißen Witterung selbst verdünnte Kuhmilch von Säuglingen und Kindern nicht vertragen wird, so benutze inan als Bu>atz zur ältlich das altbewährte 9te,tle'sche Kinder- mehl, welches auch ichon mit Wasser gekocht eine vollkommene, leicht verdauliche Otahrung ergibt. Probcdose und illustr. Broschüre kosten­frei durch yteftleS Kindermebl-Gesellschast, Berlin L. 42. Iss7/«

Lanntteir-Nachrichten.

Verlobt: Fräul. Gretchen Thierolf in Höchst i. O. mit Herrn Willi Koch in Alsfeld.

Gestorben: Fran Erlist Leih senior, Anna geb. Löhr, in Wetzlar; Herr Wilhelm Reinhardt in Wetzlar-Niedergirmes; Herr Karl Brückmann in Garbenheim; Herr Heinrich Weber V in Schlitz : Frau Charlotte Guntrtmt Wwe., geb. Schmidt, tu Schlitz; Fräul. Mathilde Scheepers in Wiesbaden.

eine einheitliche Regelung von Grundsätzen erörtert, die für den Erwerb des Aufführungsrechts von dramatischen und dramatisch­musikalischen Werken maßgebend sind. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Vertreter des neugegründeten Verbandes deutscher Bühnenschriststeller mit tatsächlichen Mitteilungen gehört. So­dann wurde beschlossen, eine eigene Zeitung des deutschen Bühnen­vereins zu gründen. Ein Verleger ist aus der großen Zahl derer, die sich bisher meldeten, noch nicht gewählt. Die nächste Tagung des deutschen Bühnenvereins wird in Düsseldorf ftatt- finden.

Wie in Berliner Universitätskreisen verlautet, hat der preuß. Kultilsminister die Habilitation von Damen als Privatdo- zentinneii an den preußischen Universitäten aus grundsätzlichen

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter die,er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Der Gießener Juxplatz.

Ende vorigen Jahres konnte man öiters von diesem Schmerzens­kind in der Zeitung lesen, auch rügte Herr Stadtrat Löber in den Sitzungen der Stadtväter die Mißstände, die ans dem neuen Jux­platz herrschten. Abhilfe mürbe ja zugesagt, auch mürben einmal Vermessungen vorgenommen, aber mas ist bis Ijeute geschehen zur Herstellung dieses Platzes? Nichts! Es märe hier doch endlich ein­mal am Platze, meint an die Instandsetzung dieses Sumpfloches gegangen mürbe, beim so kann ber Platz doch nicht bleiben. Ver­ursacht denn bie Jnstanbsetzung so große Kosten, ober finb keine Arbeitskräfte ba? Ich glaube boch nicht. Eine größere Schau­stellung hat man in Gießen nicht mehr zu sehen, man kann es auch Niemandem verbenken, sich in ein solches Loch zu stellen. Schaustellungen mie ber letzte Zirkus werben ja unser Gießen noch öfters abstrafen, beim bas bcmeift ber Umstanb, daß sich bereits mieber ein Riesenzeltzirkus, ber kaum 1 Nieter großer ist mie ber letzt dageivesene angemelbet hat. Hier hat man eine Ausnahme gemacht, ba etwa der Juxplatz zu klein für das Zelt sei und hat ihm den Osmaldsgarten bewilligt. Ich meine, für derartige Größen brauche inan keine Ausnahmen zu machen, sondern einen halten mie den anderen. Tie Hauptsache ist nur, der Platz muß in Ordnung gebracht werden, bann werben auch mieber größere Schaustellungen, bie für unsere Stadt fein Nachteil mären, kommen.

Wie steht es nun mit der Sicherheit des Publikums in Bezug auf die direkt vorbeifließende Lahn? Will man auch hier so lange warten, bis eimnat ein Unglück passiert ist? Will man nun, damit sich lebensmüde Kühe in Zukunft nicht das Leben im Stadtbach an den Mühlen nehmen können, diesen durch Rohre führen, wie ein Eingesandt wünscht, so sollte man aber doch unter allen Umständen an das Leben der Menschheit denken und am neuen Juxplatz Vor­sichtsmaßregeln treffen. Ich meine, dies märe wichtiger.

Ein beschämender Anblick ist es beim Passieren der Lahn­brücke, wenn man seinen Blick nach dem Juxplatz hinlenkt; ich will hier nicht näher daraus eingehen, aber hier müßte unbedingt ein Bedürfnishäuschen aufgestellt werden. Ties verlangt doch die Sitte und ber Anstanb.

Dann gestatte ich mir eine Anfrage: für welches Fuhrwerk ist eigentlich die Zufahrt nach dem Juxplatz an den Treppen her- gestellt worben?

Ich bin Augenzeuge davon gewesen, baß ein vollbeladener zweiräderiger Waschekarren in vollem Lauf den Berg heruntersuhr und an ber Kurve, die er nicht nehmen konnte, in die Wallborf'sche Seinroanbbube fuhr. Ich will nun den Fall setzen, es spielen unten Kinder und es kommt so ein Karren im vollen Lauf angefahren. Die Kinder sind rettungslos verloren. Gegen diesen Unfug sollte doch die Polizei energisch einschreiten. Für derartiges Fuhrwerk ist doch der Weg durch die Krofdorser Straße, so auch für die Radfahrer.

Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, daß einmal Ernst mit der Sache gemacht wird, denn im Juli sind zwei Ruderregatten hier, wo viel auswärtiges Publikum diesen ivundervollen Platz passieren muß. Also frisch auf!

Revision der Bücher erfolgt durch den Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften. Die ordentliche Ge- neralverfanunlung findet am Sonntag, 14. Juni d. I. statt.

nmltigc Regen anridücten, läßt sich bis jetzt in seinem ganzen Umfange noch nicht übersehen. Aus Lengfeld wird berichtet, daß zwei schwere Hagelwetter den Ort heimsuchten, und zwar wurde nur die Hälfte der Gemarkung davon betroffen. Zugleich ging ein wolkenbruchavtiger Regen nieder, der die Keller des unteren Ortsteiles unter Wasser setzte. Namentlich der Schaden am Getreide in der von dem Unwetter betroffenen Hälfte der Gemarkung ist sehr groß: leider war nur ein Teil der Saat versichert. Großer Schaden wurde auch an den Rübenfeldern angerichtet. In Habitzheim hat das Unwetter, wie uns mit- gctcilt wird, namentlich den Roggenfeldern arg zugesetzt. In Spachbrücken soll eine Frau vom Blitze erschlagen worden sein. In Hofheim int Ried schlug der Blitz in die Hofreite des Landwirts Martin Wegerle und zündete. Scheuer und Stal­lung wurden ein Raub der Flammen. In demselben Ort wurde dem Landwirt Berg eine Küh erschlagen. Ein furchtbares Unwetter ging über Worms und die ganze Umgegend nieder. Durch den starken Regen, der mehrere Stunden anhielt, waren die Straßen fußhoch überschwemmt und zahlreiche K'eller waren unter Wasser gesetzt, so daß die Feuerwehr herangezogen werden mußte. Ver- schiedenemal schlug der Blitz ein, doch immer ohne zu zünden. Im Feld, sowie in Weinbergen wurde schwerer Schaden angerichtet. Aus der Umgegend liegen ähnliche Nachrichten vor.

* Eine Reminiszenz an den 30jährigen Krieg. Bei den Pfarrakten der evangelischen Kirche unserer Stadt befindet sich eine Urkunde aus dem Jahre 1635, in der der Kanzler Antonius Wolff v. Toden wart ein Kapital stiftet, aus dessen Zinsen alljährlich 50 Gulden und 7 Goldgulden zur Verteilung kommen sollen. Es war während des 30jährigen Krieges. In der Schlacht bei Nördlingen (am 16. Sept. 1634) war das schwedische Heer fast vollständig vernichtet worden. Infolgedessen schloß der Kurfürst von Sachsen am 30. Mai 1635 zu Prag mit dem Kaiser einen Frieden. Auch für Hessen war es von größtem Jnteresie, in diesen Frieden ein­geschlossen zu werden. Der Landgraf hatte als Gesandten den Kanzler und Geh. Rat Dr. Ant. Wolfs v. Todenwart von Gießen nach Prag entsendet, um bei den Verhandlungen des Landgrafen Sache zu führen. Während dessen Abwesen­heit wurde die Fran Todenwarts krank und starb bald da­rauf. Auf Befehl des Landgrafen wurde beides dem Ge­sandten bis zum Abschluß des Friedens verschwiegen, weil er befürchtete, die Nachricht könne Todenwarts Tätigkeit bei den Verhandlungen zum Nachteil des Landes beeinflussen. Zum Andenken an seine verstorbene Gattin, eine geborene v. Beeck stiftete nun Todenwart nach seiner Rückkehr von Prag ein Kapital in liegenden Gütern, aus dessen Zinsen jedes Jahr am Sterbetag und in der Sterbestunde seiner Frau, am 10. Juni morgens zwischen 5 und 6 Uhr an die Haus- armen 50 Gulden in der Stadtkirche zu Gießen verteilt werden sollen. Mit bestimmt vorgeschriebener Formel muß vorher von der Kanzel auf diese Verteilung aufmerksam gemacht werden, damit sich die Armen rechtzeitig anmelden können. Wer dies unterläßt, oder zur bestimmten Zeit nicht in der Kirche ist, bekommt nichts. Bei der Verteilung sollen an- ivesend sein, der Superintendent, der Stadtpfarrer, der Bürger- metster, der Stadtschulteiß und der Kastenmeister. Diese sollen vor der Verteilung, etwa um 4 Uhr früh in der Kirche er­scheinen und Stiftungsurkunde mit Aufmerksamkeit durchlesen. Sie erhalten für ihre Mühe außer Gottes-Dank einen Gold- zulden, der Superintendent aber zwei, wer nicht anwesend ist, erhält nichts, sein Teil wird unter die Anwesenden verteilt. Wird gegen irgend einen Punkt der Stiftung gefehlt, so kann diese von der Familie v. Todenwart nach Marburg oder nach Darmstadt verlegt werden. Dieser alte Brauch hat sich bis heute in unserer Stadt erhalten; am nächsten Mittwoch wird die Gabenverteilung der Stiftungsurkunde gemäß in der Stadtkirche wieder vorgenommen werden. In früheren Jahren stellte sich bei der Verteilung der Spende auch ein Vertreter der Familie der Stiftung ein. Das Grab Toden­warts, das unweit der alten Friedhosskapelle sich befindet, wird von der Stadt erhalten.

A Bleichenbach, 8. Juni. Der hiesige Vo r sch u ß- tiu b Kreditv erei n, E.G.m.u.H.,veröffentlichte kürzlich den Geschäftsbericht für das 30. Verwaltungsjahr. Die Einnahmen für genanntes Jahr betragen 399 320 Mk. und verfügt Ende 1907 über einen Reservefond von 35 000 Mk. Für 1907 wurden an Dividenden von 34 893 berechtigten Geschäfts­anteilen 7 Proz. mit 2442 Mk. zur Verteilung gebracht. Die Mitgliederzahl beträgt 438 Personen, welche ein Gut­haben von 37 014 Mk. besitzen. Der 1907 er Reingewinn betrug 7719 Mk. Der Verein erfreut sich einer stetigen soliden Ausdehnung und genießt unter der vorsichtigen Leitung >ldes Rechners und Vorstandes allgemeines Vertrauen. Die

unter furchtbaren Tonnerfcf'lägen und gewaltiger Regenentlabung mit niedergehendem Hagel. In kurzer Zeit waren die Bach- läufc aus dem nahen Gebirge hock' angeschwollen und bie Kanäle von ber mitgerijfenen Erbmasse verstopft. Mehrere Straßen ftan- Wohnhäuser

Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse, 9. Juni, 1.15'Uhr.

über bie Betrunkenen, die auf der Straße gelegen hätten, gestol­pert und hätte habet seinen Anzug beschädigt, für helfen Reparatur eine Mutter 9 Mk. verlangt hatte. Trotz aller Nachforschungen war her beschädigte Anzug nicht zur Stelle zu bringen und man ging nicht fehl in her Annahme, baß überhaupt keiner beschädigt Angeklagte würbe des Erpressungs- und Be-

Der Deutsche herein für öffentliche Gesundheitspflege wirb |eme

Die gefundene Mappe.

Als der Former E. K. aus Berlin zu B a d N a u h e i m wegen Bettelns verhaftet wurde, sand man bei ihm eine Briefmappe, bie einem Fischhändler aus einem Korb, den er im Hofe einer Villa stehen gelassen hatte und in der K. bettelte, gestohlen worben war. Trotzdem K. behauptete, er habe die Mappe gefunden, wurde er wegen Diebstahls angeklagt und voM Schöffengericht zu vier Wochen Gefängnis verurteilt. Die von ihm gegen dieses Urteil erhobene Berufung mußte zurückgewiesen werben, da auch in dieser Instanz kein Zweifel bestand, daß er die Mappe gestohlen und nicht ge­funden hak.

das gesamte _

Bühnengenossenschaft vereinbarten Bühnenvertrag einstimmig an­genommen. Eine Reihe wichtiger Einzelfragen, wie die Aus­dehnung des Versicherungszwanges auf gering bezahlte Bühnen- mitglieoer sowie eine Krankenkaisenversicherung dieser Mitglieder wurde an Kommissionen verwiesen. In geheimer Sitzung wurde

Jahresversammlung vom 16,-19. September in Wiesbaden abhalten, lieber die Wasserversorgung in ländlichen Bezirken wird dort Geh. Cberbanrat Schmick aus Darmstadt sprechen.

^anöel riird Verkehr, Volkswirtschaft.

** Konkurse in Hesse n. lieber das Vernrögcn der Firma S ch a f f r a t h & Schneider, offene Handelsgesellschaft, z. Zt. in Liquidation, in Groß-Gera u, wurde am 22. «Mai bas Kon­kursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Scriba in Groß-Gerau wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursfordernngen finb bis zum 20. n bei dem Amtsgericht Groß-Gerau anzumelden. lieber bas ermögen bcs SchreinerineisterS Kaspar HeinzerIing in Gießen würbe am 25. Mai bas Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Hornberger in Gießen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforberungen finb bis zum 20. Juni bei bcm Amts­gericht Gießen anzumelben. lieber bas Vermögen bes Kauf- inaims Friebrich Kot he in Main z, Inhaber ber Firma Ham­burger Engros-Lager Friebrich Kothe, Kurzwarengeschäft bafelbft, wurde am 25. Mai bas Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Mannheimer in Mainz würbe zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforberungen finb bis zum 30. Juni bei bem Amtsgericht Mainz anzumelben. lieber bas Vermögen bes Kaufmanns Sieg- fried G r ü n e b a u m in Bürgel a. M. wurde am 27. Mai bas Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. Bangel zu Offenbach luurbe zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforberungen sind bis zum 9. Juli bei bem Amtsgericht Offenbach anzumelden. Heber das Vermögen des Kaufmanns Peter Jnderthal in Offenbach a.M. wurde am 29. Mai das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. Schönenberg zu Offenbach wurde zum Konkurs­verwalter ernannt. Konkursfordernngen finb bis zum 2. Juli bei bcm Amtsgericht Offenbach anzumelben.

P o st a n w c i f u n g s v e r k e h r mit Palau. Vom 1. Juni ab finb im Verkehr mit Palau (Palau - Jnselisi Post- anroeifungen bis zu 800 Mark zulässig. Die Gebühren sind die gleichen wie für den inneren deutschen Verkehr. -

in Anspruch, mit meiner Persion feinen Mißbrauch zu irgend welchen guten ober schlechten Zwecken treiben zu lassen. Darmstadt, 4. Juni 1908. Professor Dr. Phil. h. c. Karl Borger.

** Unwetter i m südlichen H c s s e n. Am Freitag vor Pfingsten gingen über Starkenburg und Rheinhessen außerordent­lich schwere Unwetter dahin. Darmstadt blieb gänzlich verschont. Der ganze Tag war gewitterreich, fast ununterbrochen donnerte es vom frühen Morgen an und zeitweilig siel geringer Regen. Nach großer Schwüle zogen Gegen halb 3 Uhr nachmittags von Westen her schwefelgelbe Wolken heran, deren unterer Teil fast auf der Erde schleifte. Nach heftigen elektrischen Entladungen setzte ein Hagelwetter ein, wie es glücklicherweise hier selten ist. In Bickenbach, Eberstabi und bis in den südlichen Teil her Gemarkung Darmstadt fielen Hagel von Walnuß- bis Hühner­eigröße. Noch eine halbe Stunde danach lagen bie Eisstücke un­geschmolzen auf den Wegen. Der ungerichtete Schaden ist un­berechenbar. Tie Garten- und Feldsrüchte sind zersettz und zer­schlagen, die Kornhalme zerknickt. Von den Obstbäumen und Beerensträuchern sind Früchte und Blätter massenhaft abgeschlagen, ebenso Blätter und Zweige von Buchen und Eichen. Ter Boden ist mit abgeschlagenen Zweigen völlig bedeckt. Auch Fensterscheiben, besonders an Oberlichtern, wurden vielfach zertrümmert. Kein Mensch will sich erinnern können, hier je .Hagel in solcher Größe gesehen zu haben. Weiter südlich waren die Schlossen weniger dick, dafür aber um so zahlreicher: auch gingen in ber oberen Bergstraße wolkenbruchartige Regen nieder. Von vielen Orten kommen auch Meldungen über Blitzschäden. Die Temperatur ist nach den Gewittern erheblich gesunken: heute früh wurden nur 10 Grad Celsius notiert. Tie grelle Hitze von anfangs Juni L32 Grad am 1.) wurde in den letzten 10 Jahren nur im Juni 1905 übertroffen. Aus Bensheim wird beridjict: Von 212 Uhr ab entwickelte sich längs der mittleren und oberen Bergstraße unter fortwährenden Niederschlägen ein Gewitter, das sich gegen 5 Uhr mit einer solchen Heftigkeit entlud, nsie es an ber Bergstraße noch selten erlebt worden ist. Zu dieser Zeit trat eine fast nächtliche Dunkelheit ein, es folgte Blitz auf Blitz

vermsschtcs»

* Pfingstliche Eis enbahnunfälle. Am 2. Feiertage stieß bei Roccapietra auf ber Linie Novarra-Varallosesia ein Personenzug mit einem Güterzuge zusammen. Von den 200 Passagieren des Personenzuges wurden 9 getötet. Der Per­sonenzug war mit Pilgern besetzt, welche bie Kirche her gefrönten Jungfrau besucht hatten. Infolge eines Maschinendefektes war her Zug im Bahnhof Roccapietra liegen geblieben. Der an­kommende Güterzug stieß mit Wucht gegen den letzten Wagen und schob diesen über die anderen. Die Toten und Verwundeten sind sämtlich Italiener aus Varallo und Umgegend. 65 Personen sind verwundet, unter ihnen mehrere schwer. Ein .Hilfszug mit zwei Kompagnien Soldaten und Aerzten, denen sich der Bürger­meister aus Novarra anschloß ist nach Roccapietra abgegangen. In der Nähe von Rochefort in Belgien kollidierte die Loko­motive eines Zuges mit einem von 7 Personen besetzten Kremser. 5 Personen und 2 Pferde wurden sofort getötet, 3 Per­sonen schwer verletzt. Die Schuld trifft ein lljähriges Mädchen, das seit 3 Wochen die kranke Mutter als Schrankenwärterin vertrat. Ein Zug der Eisenbahn auf den Brocken überfuhr in ö afferohe ein 8jähriges Mädchen; das Kind ist tot. Auf der Waldbahn bei Bregenz stürzte ein Fels­stück auf einen vorüberfahrenden Zug, traf den letzten Wagen und riß diesen mit den drei vor ihm laufenden Wagen in die A ch. 20 Personen wurden verletzt. Zwei Personen werden vermißt.

* Berlin, 9. Juni. Eine Bluttat aus Rohheit, der ein Menschenleben zum Opfer fiel, wurde in her Nacht zum zweiten Feiertage in der Bogenstraße verübt. Als das in diesem Hause wohnende Ehepaar Almendinger nach 12 Uhr in Begleitung ihres Neffen in die Wohnung zuvückkehrte, wurden sie unterwegs von bem Mechaniker Schreck angehallen und beschimpft. Almen­dinger, welcher Schreck aufforderte, seinen Weg, zu geben, wurde von diesem mit einem Messer in die rechte Kopfseite gestochen, sodaß er blutüberströmt zusammenbrach. Die Frau des Almen­dinger, welche den Angreifer beruhigen wollte, erhielt von diesem einen Stich in den Hals in ber Nähe des Kehlkopfes. Die Frau starb auf hem Wege nach dem Krankenhause. Der Polizei ist es gelungen, den Täter zu verhaften. U n terschleife, die seit Jahren verübt wurden, sind nunmehr aufgeheckt worden: Der Prohuktenhändler Wolfs besitzt in her Kolonie an der Simplon- unb Gropiusstraße eine Laube in der 9!äHe her Eisenbahn-Werk- ftätte. Der rege Verkehr, welcher ununterbrochen zwischen der Eisenbahn-Wertstätte und ber Laube bestand, gab der Polizei Anlaß, eine Untersuchung bei Wolfs vorzunehmen. Sie sand bei diesem eine große Anzahl Eis en bahn-Material, u. a._ einen Zentner Weißguß. Die weiteren Ermittelungen ergaben, daß neun Arbeiter bei den Unterschleifen beteiligt waren. Bis jetzt wurden Veruntreuungen in Höhe von etwa 10 000 Mk. sestgestellt. Tie Hauptschuldigen sind verhaftet. Ruchlose Hände haben bie katho­lische Paüluskirche der Dominikaner in Moabit gestern wäl)- renh bes Gottesdienstes in V raub zu stecken versucht. Glück­licherweise wurde das an 10 Stellen angelegte Feuer rechtzeitig entdeckt, bevor es große Dimensionen annahm. Die Gemeinde konnte das Haus verlassen, ehe eine Panik ausbrach.

* Paris, 9. Juni. Ein neuer geheimnisvoller Mord wurde in der Samstag-Nacht verübt. Kurz nach 10 Uhr Abends verließen einige Bekannte die Wohnung des 77 jährigen Rentiers Remy. Ter alte Herr, der dem Gastmahl in frohester Laune beigewohnt hatte, begab sich vom 1. in den 2. Stock, uni sein Schlafzimm-er aufzusuchen. Remys Gattin war einige Stunden vorher abgereift. Ter Sohn des Remy, ber int Elternl-ause wohnt, begleitete die Gäste seines Vaters und kehrte erst nach Mitter­nacht in bie Wohnung zurück. Am Sonntag Morgen, als der alte Herr nicht zum Frühstück erjchien, öffnete man gewaltsam die Zimmercür und fand Remy tot auf dem Teppich liegen. Als man die Unordnung im Nebengemach bemerkte, wurde bie Polizei gerufen und der Gerichtsarzt stellte vier Stichwunden in der Nähe der rechten Schulter joroic Nagelspuren am Halse fest. Schmuchachen im Werte von 25 000 Francs werden vermißt.

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