Universitäts-Nachrichten.
— Prozessor Tr. Franz Büchel er, der, wie wir gemeldet t>aben, am Sonntag einem Schlaganfall erlegen ist, war mit Prof. Hermann Usener der Begründer und das Haupt der jüngeren Bonner Philologenschule, die in der Geschichte der klassischen Altcr- lumswisseiischast im 19. Jahrhundert kaum geringere Bedeutung hak, als jene berühmte ältere, die durch die Namen Welcler, Ritscht und Otto Jahn bezeichnet wird. Bücheler war eines jener seltenen frühreifen wissenschaitlichen Talente, deren spätere Leistungen die ans sie gesetzten Erwartungen nicht enttäuschen. Geboren 1837, bezog er schon löjährig die Universität Bonn. Nach erfolgter Proinotion und Ablegung der philologischen Slaatsprüsung war Bücheler kurze Zeil als Gymnasiallehrer tätig und habilitierte sich als ISjähriger an der rheinischen Hochschule. Bereits 1858, also im Alter von 21 Jahren, imii'be er als außerordentlicher Professor nach Freiburg i. B. berufen, wurde dort 1862, 25 jährig, Ordinarius, folgte 1866 einem Rute nach Greifswald und kehrte 1870 an die Bonner Universität zurück. Dort Hal er mehr als em Menschenalter nm ungewöhnlichem Erfolge gewirkt.
T ü b i n q c n, 7. Mai. Die staatSwissenschaitliche Fakultät der hiesigeii Universität ernannte den Staatssekretär der Reichsjustizamles Tr. N i e b e r d i n g aus Anlaß seines 70. Geburtstages zum Ehrendoktor.
Märkte.
fc. Kassel, 7. Mai. Der gestrige Z u ch t s ch w e i n e m a r k t war außerordentlich stark befahren. Das Geschäft ging so flott, daß der Markt schon um 91/, Uhr geräumt war. Das Paar 5 bis 6 Wochen alte Ferkel kostete 25—30 Alk., 8—10 Wochen alte 40 bis 45 Mk., vierteljährige 50—55 Mk.
rroranSsichtlichc Witterung für Hessen am Samstag den 9. Mai: Meist trüb und Regen. Auffrischende Winde. Kühl.
Original-Drahtmeldringen.
Wien, 7. Mai. Der Trinkspruch des deutschen Kaisers bei dem heutigen Galadiuer im Schönbrunner Schloß hatte folgenden Wortlaut: ,Zm Namen Eurer Kaiserlichen und K,öniglich-apostolischcn Majestät Gäste bitte ich, unseren Gefühlen ehrfurchtsvollsten, herzlichsten und innigsten Dankes Ausdruck geben zu dürfen für die huldvollen Worte, die Eure Majestät an uns gerichtet haben, und für den schönen Empfang, den Eure Majepät und die Stadt Wien uns bereitet haben. Dem Geiste, der uns erfüllt und dilrchzieht, geben wir Ausdruck, indem ich Gott, den Allmächtigen, bitte, daß er Eurer Kaiserlichen und Königlichen apoitolifchen Majestät und Ihrem erlauchten Lause noch viele segensreiche- Jahre schenken möge zum Wohle der
toconarcksie, zum Wohle der Völker unb' zum Wohle der Welt. Wir fassen alle diese Gedanken zusammen, indem wir den Ruf erheben: der aHgelicbte Kaiser und König Fx^nz Joseph lebe hoch!"
Rom, 8. Mai. Die italienischen Schiffahrtsgesellschaften, welche den A u S iv a n d e r e r v e r k e h r mit Amerika vermitteln und dem deutscheli Wettbewerb sich nicht mehr gewachsen fühlen, wandten sich an ihre Regierung mit der Bitte, ihnen für alle Auswanderer nach Amerika auf allen italieni- s ch e n Eisenbahnen eine Tariserinäßigung von 75 Proz. zu gewähren, da die Gesellschaften sonst gezwungen sein würden, den Verkehr einzustellen. Tie italienische Regierung ist angeblich bereit, dieser Forderung Rechnung zu lrageu.
Petersburg, 8. Mai. Einer Zeitungsmeldnng zufolge wird der Minister des Aeiißern, Iswolski, nächstens eine Reise nach Berlin antreten, um sich nut der deutschen Regierung über Ballankragen zli verständigen.
Petersburg, 8. Mai. Großfürst Nikolaus ist von seiner Inspektionsreise an der persischen Grenze zurück- gekehrt. Er bezeichnet die Lage als andauernd ernst und hat weitere Truppenverstärkungen verfügt. Wie verlautet, sollen täglich blutige Kämpfe zwischen russischen Truppen, Persern und Kurden statlfinden.
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Emma Winkler geh. Assig.
Dies zeigen schmerzerfüllt an:
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VOn Müller, Oberst und Regiments-Kommandeur.
Gießen lLudwigstr. 26), den 8. Mat 1908.
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Heute Nacht wurde unser liebes Söhnchen uns durch den Tod wieder entrissen.
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Am 4. Mai entschlief sanft nach kurzem Leiden unerwartet unsere treue Mutter und Schwiegermutter,
In der Kochabteilung können Schülermnen lederzeit emtreten, ebenso können noch Damen am MittagStlich teltnehmen. — Auch in den anderen Klassen können noch einige Schülerinnen ausge- luoinmen werden. — Anmeldungen bei v "
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