Ausgabe 
8.2.1908 Zweites Blatt
 
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und kehrte nach einstündiger Kvnferenz mit dem Geschäfts­träger allein zurück. Tie in Fez gefangen gehaltenen Leute Raisulis erlangten heute früh zehn Uhr die Freiheit wieder und begaben sich in das 15 Kilometer von der Stadt ent­fernte Lager Raisulis. Maclean ist gesund, doch geschwächt und gealtert. Er beabsichtigt, sich zum Sultan nach Rabat zu begeben.

parlamentarisch ans Hc^ssr.

R. -o. Darm st a d t, 7. Fevr. Tie gemelnzamen Etatsberatungen zwischen dem Finanzausschuß der 2. Kammer und der Regierung sind in der heutigen Sitz­ung zum Abschluß gebracht worden. Der Besprechung unterzogen wurden noch die dem Abg. Ulrich überwiesenen Kap. 6468, 70, 114116 und der Rest der noch uner­ledigten Kapitel des Bermögensetats. Es ist somit der gesamte Staatshaushattsetat ohnejede Differenz mit der Regierung zur Annahme gelangt mit alleiniger Aus­nahme der im Bermögensteil enthaltenen Forde­rungen für Bad-Nauheim, deren Bewilligung im Einverständnis mit der Regierung so lange zurückgestellt worden ist, bis sich die Stadtverwaltung Bad-Nauheim zu der von Regierung und Ausschuß als gerechtfertigt ver­langten Beteiligung am Erwerb des dortigen Kohlen, äure- werks entschließt. Nach Verabschiedung des Staatshaus­haltsetats beschäftigte sich der Finanzausschuß mit dem Gesetzentwurf über die Abänderung des Gesetzes über die Ruhegehaltsvcrhältnisse und die Versorgung der Hinterbliebenen der im Preußisch-Hessischen Ge­mein s ch a f t s d i c n st angestellten Staatseisenbahnbeam­ten vom 26. März 1897 und des Gesetzes über die ander­weitige Bemessung der Bezüge für die .Hinterbliebenen usw. Der Gesetzentwurf, dessen Art. 6 bestimmt, daß die Pension, wenn die Versetzung in den Ruhestand nach vollendetem zehnten Dienstjahr eintritt, -%o beträgt und mit jedem weiter zurückgelegten Dienstjahr bis zum vollendeten 30. Dienstjahr um Vgo/ und von da ab um V120 des Tien,t- einkommens, steigend bis 45/c0 desselben betragen soll. Ter Ausschuß nahm die Vorlage unverändert an und ver­tagte sich darauf bis Freitag, 14. Februar. Bis dahin sollen sämtliche Ausschußberichte über den Etat fertig gestellt sein, verlesen und genehmig! und dann sofort dem Truck übergeben werden. Etwa 8 Tage später erfolgt dann die gemeinsame Etatsberatung der Finanzausschüsse beider Kammern und dann wird Ende des Monats die P l e n a r - beratung des Staatshaushalts ihren Anfang nehmen. Da sie erfahrungsmäßig ca. 16 Beratungstage umfaßt, dürften auch diesmal wieder für die Etats­beratung in der ersten Kammer bis zum 1. April nur wenig Tage zur Verfügung bleiben.

2lii5 L>.aSt waae Lnno.

Gießen, 6. Febr. 1908.

** L a n d w. H a f t p f l i ch L v e r s i ch e r u n g. Der Vor­stand der neu errichteten Haftpflichtversicher'ungsanstalt der land- und forstw. Berufsgcnossenschaft ,ür das Großherzog­tum Hessen zu Darmstadt läßt auf wiederholt an chn gerichtete Anfragen beran'^ geben, das; die Versicherung trotz der Billigkeit der 'Prämien, ätze einen umfassenden Schutz gegen olle Haftpslichtgefahren, die sich aus einem landw. Haupt- oder einem gewerblichen Nebenbetrieb, insoweit er bei der Berufsgenosjenschast versichert ist, oder dem gewöhnlichen Leben für Unternehmer, seine Angehörigen, Angestellten und Dienstboten ergeben rönnen, in sich schließt, kurzum, daß ein wirksamer Schutz gegen jegliche Gefahr der gesetzlichen Haftpflicht gegeben rsr. Es sind somit beispielsweise die im Nebenbetrieo der Landwirtschaft verrichteten Lohnfuhren, das Halten eines Hundes, die ge­samte Privathastpslicht des Unternehmers u,w. in die Ver­sicherung einbezogen.

** Kinderkrankheiten in Gießen. Die Zahl der an D i p h t h c r i e Erkrankten betrug in Gießen monat­lich im Durchschnitt 58 und überschritt gewöhnlich die Zahl 10 nicht; im November 1907 stieg sie an auf 19, im Dezember auf 31 und hielt sich im Januar 1908 mit 30 Fällen auf gleicher Höhe; ein Drittel der Erkrank­ten 10 waren Erwachsene. Gestorben sind im Januar 2 Kinder. An Scharlach waren krank gemeldet in den 4 Quartalen des Jahres 1907 je: 12, 19, 12 und 10 Per­sonen; im Januar 1908: 9. Gestorben ist in den 13 Mo­naten 1 Kind. An M a s e r n; welche seit Oktober in der Stadt epidemisch ausgetreten waren, sind im Oktober 1, im November 5, im Dezember 24, im Ganzen 30 Kinder verstorben, und eine erhöhte Erkrankungs- und Sterbeziffer an akuten Lungenkranrheiten unter jüngeren Kindern muß wohl zum Teil auf vorausgegangene Masernerkrankungen zurückgeführt werden. Daß die Influenza in aus­gedehnterem Maße in der Stadt Gießen herrscht, geht aus den Todeszeugnissen der Aerzte nicht hervor.

** Landes-Verband der hessischen Ge­rn e i n d e b e a m t e n. Ter einstweilige Ausschuß zur Grün­dung dieses Verbandes ist auf den 16. d. M., vorm. 10 Uhr nach Fran ksur t a. M. (Gasthaus zum Storch, Saalgasse 1) eingeladen, um über die weiter zu unternehmenden Schritte zu beraten und eine konstituierende Versammlung vorzu- bereiten. Von verschiedenen Seiten, insbes. auch vom Ver­band Deutscher Beamtenvereine sind die .Vorbereitungs­arbeiten finanziell unterstützt worden und zahlreiche Zu­schriften aus verschiedenen Teilen des Großherzogtums bekunden ein allgemeines reges Interesse für die Sache.

**Das Filial-Arbeitshaus, das seit 17Jahren oon der hiesigen Stadt unterhalten wird, geht am 1. April höherer Bestimmung gemäß ein. Ter Staat leistete all­jährlich einen Zuschuß - die Korrigenden wurden unter Auf­sicht eines städtischen Straßenwarts zu städtischen Arbeiten verwendet und waren im Polizeigefängnis in der Sand­gasse untergebracht. Mit dem 1. April werden alsdann alle Korrigenden m das Arbeitshaus Dieburg verbracht.

** Studentische Unterrichtskurse für Ar­beiter. Es haben sich zur Teilnahme an den Kursen im Sommer schon jetzt gegen 100 Arbeiter und Unter­beamte gemeldet und zwar die weitaus meisten je für zwei Kurse. Damit ist das Zustandekommen einer jeden der geplanten Abteilungen gesichert. Wahrscheinlich wird es sogar nötig sein, die Zahl der Klassen noch zu ver­mehren; die Meldung weiterer studentischer Helfer ist jeden­falls erwünscht. Unter den Teilnehmern sind alle mög­

lichen Berufs klassen vertreten, freilich in auffällig ver-' schiedener Zahl. Für die Beteiligung an jedem Kurs wird zur Deckung der Unkosten bei Beginn des Unterrichts, also am Anfang etwa ein einmaliger Beitrag von 50 Pf. er­hoben werden. Ort und Tag des Beginns werden im Gießener Anzeiger und durch Anschlag am schwarzen Brett der Lesehalle mitgeteilt werden. Zu jeder näheren Aus­kunft ist Privatdozent Dr. Bogt (Weserstr. 3) gerne bereit. Weitere Anmeldungen werden entgegengenommen Donners­tag den 13. Febr. abends 681/2 Uhr in der Bücherausgabe der Lesehalle am Selterstor.

** Volkskonzert. Im Dezember v. I. veranstaltete ein aus Mitgliedern der Gesangvereine Harinonie, Heiterkeit, Konkordia, Liederkranz und Lehrer-Sängerchor gebildeter Männerchor eine Eichendorff-Feier, deren Reinertrag von 400 Mk. zur Beschaffung von Kleidern und Schuhen für be­dürftige Schulkinder Verwendung fand. Anregungen aus den verschiedensten Kreisen unserer Bevölkerung entsprechend, haben die genannten Vereine beschlossen, am 23. Februar in der Turnhalle gegen ein geringes Eintrittsgeld eine Wieder­holung der Feier als Volkskonzert zu veranstalten. Von fremden Künstlern werden Mitwirken Herr Adolf Müller (Baß) und Frl. Annie Müller (Sopran) aus Frankfurt a. M. und Herr Simon aus Mainz (Violine). Klaoiersoli und die Begleitung der Lieder und Jnslrumentalvorträge hat Herr Julius Hahn von hier in dankenswerter Weise über­nommen.

Wieseck, 8. Febr. Der Kriegerverein ver­anstaltet heute abend im Saale des Gastwirts Adam Ziegler einen Vortragsabend. Lehrer Keil von Klein-Lmden wird über die Kämpfe der deutschen Truppen in Südwestafrika sprechen. Freunde und Gönner des Vereins haben Zutrttt. Der Kriegecverein hat in seiner letzten Generalversammlung Die Einrichtung (Herstellung) eines Schießstandes beschlossen, und wir hoffen, daß der Beschluß zur Hebung des kamerad- jchaftlichen Geistes und patriotischer Gesinnung beitragen wird.

# Weiters ha in, 7. Febr. Auf die Notiz aus Weilershain in Ihrer gestrigen Nummer muß ich erwidern, daß die Nachricht, der Kreisrag in Marburg habe die Fort- sührung der Kreisbahn nach Mücke abgeleynr, nicht richtig ist. Die Fortführung hat überhaupt den Kreistag im letzten Jahre nicht beschäftigt, da die Verhandlungen mit den vorgesetzten Behörden noch nicht zum Abschluß gelangt sind. Auch hat der Kreis Marburg mit der Kreisbahn keine schlechten Geschäfte gemacht, sonst würde er nicht jetzt schon wieder gesonnen sein, eine andere Strecke, von Eölbe aus in der Richtung nach Kloster Haina zu bauen.

-st Hochelheim, 7. Febr. In unserem Dorfe wurde zu Neujahr eine Spar- und Darlehnskasse nach Raiffeisen-System gegründet, die 95 Mitglieder zählt. Die Kasse ist ohne beschränkte Haftpflicht gegründet. Darlehen werden unter aller Verschwiegenheit erlangt; auch Steig- und Pachtgelder werden gerne entgegengenommen.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 7. Febr. 1908.

Ter falsche Kehrichtmanu.

Kurz nach Neufuhi. ging utt ijver wo kn hafte Dienst- knechr I. Z. aus Simmersbach zu mehreren Bewohnern her Franyuner Straße, gau sw) als Aroeiter dec Kehrichtabfuhr aus unb bal um ein Neujahrsgeschent. Es wurde ihm mehrfach bedeutet, daß die KehriästavfulMeute bereits ihr Neujahrsge- schenk erhalten hatten; trotzdem kam er wiederholt mit seinem Anliegen und die aus ihn aufmerksam gewordene Polizei machte ter Sache dadurch ein Ende, daß sie ihn verhaftete. Er ge­stand zu, sich mehrere Tage aus diese Art durchgefchlagen zu haben, da er stellenlos gewesen sei. Er wurde wegen Betrugs und Belrugsoersuchs zu acht Hionatcn Gefängnis verurteilt und ihm drei Wochen Untersuchungshaft angerechnet, wobei seine Vor­strafen straf erhöhend wirkten.

Teure Stiefel.

Ter Hausbursche v$. n. uuy Bortshausen sah sich in verichiedenen hiesigen Geschäften um Arbeit um. Bei dieser Gelegenheit nahm er in einem Schubladen ein Paar Stiesel mit, die er in einem daneben be endlichen Althandlergeschäsl zu Geld machte. Mit Rücksicht auf seine Vorstrafen hielt das Gericht ein Jahr Gefängnis für angezeigt, worauf 14 Tage Un­tersuchungshaft anzurechnen sind.

Der kleine Sachse.

Im letzten Jahre sanden in der Wetterau und bei Frank­furt a. M. eine größere Anzahl nächtlicher Einbrüche statt. In der Nacht zum 19. Juli wurden der Eschersheimer Schützengesell- fchast drei Gewehre nut einem Patronenkasten und eine Zither gestohlen. Tie Diebe hatten einen Auwmaten aufgebrochen, aus dem sie Geld und Waren Mitnahmen. Zwei Nächte spater stiegen die Tiebe in das Haus dos Metzgers Mai zu Vilbel ein. Sie brachen die Ladentür und die Kasse auf, nahmen 30 Mk. sowie Fleisch und Wurstwaren im Werte von etwa 100 Mk. und einige Messer mit. In der gleichen Nacht stiegen sie bei dem Gastwirt Kern durch ein Kellerfenster ein. Hier enttoenbeten sie etwa 20 Flaschen Wein und ebensoviel Bier, sowie mehrere Flaschen Branntwein, tee sie in zwei Viertransportkasten forl- fchassten. Auch der Wirt Hobel in Ober-Wöllstadt erhielt nächtlichen Befuch. Dieser vermißte mehrere Flaschen Rum, etwa 15 Pfund Cervelatwurst, Schinken, Milch und einen Körb Eier. Ein großer Teil des Geswhlenen wurde später in einem Getreide­acker vorgefunten. Wegen der aus heistschcm Gebiet verübten Einbrüche wurde bereits im letzten Heroft der Täter von der Strafkammer abgeurteilt, während der fahnenflüchtige E. H. von Magwitzhaus seine Strafe durch das Militärgericht bekam und ein anocrer in Tannstadt abgeurteilt wuroe. Bei den Verhandlungen stellte es sich heraus, daß ein vierter sich an ten E.nbrüchen beteiligt hat und zwar fall dieser, der kleine Sachse genannt, tee Hauptrolle gespielt haben. Während die anderen ihrer Aburteilung eutgegensaheu, machte der kleine Sachse von Franksurt a. M. aus seine Streifzüge ungeniert weiter. Als ihm aber ter Boden zu heiß iuurbe, machte er sich fort, trieb aber sein Geschäft weiter, bis es endlich gelang, ihn in ter Person des 16 jährigen Arbeiters E. M. aus Kleinzschocher-Leipzig zu tierhalten, nachdem er noch eine große Anzahl Einbrüche in allen Windrichtungen verübt hatte, die zum Teil lwck) ter Verurteilung harren. In Mrdhaufen ist er wegen schwerem Diebstahl zu einem Jal)r sechs Aionaten Ge- sängnis verurteilt worden. Er wurde bann, wie auch ter in» zwilchen aus dem Heere gestoßene unb zu vier Jahren Gefäng­nis verurteilte H. hierher verbracht, um sich wegen ter im Hessischen begangenen Straftaten zu verantworten. Er ge­stand die vier ihm zur Last gelegten Einbrüche ein und gab an, daß H. sich auch an bem Obev-Wöllstädter Einbruch, bezüglich dessen er noch nicht abgeurteilt ist, beteiligt hat, was bieser auch zugestand. Ter kleine wachse schilderte die Vorgänge bei den Einbrüchen sehr genau. Tie ltewehre haben sie bei ihren Raubzügen nadigeiragen, um eintretendenfalls ihre Verfolger damit einzuschüchtern. Tas erbeutete Geld wurde geteilt uitb die gestohlenen Eßwaren teillveise in Frankfurt a. M. veräußert. Von dem Branntwein wurde schon unweit des Tatortes auf ter Straße verkauft. Bezüglich des H. wurde auf zwei Jahre Zuchthaus erkannt, die mit einem Jahre anderen Strafen zugerechnet wurde, was eine Gesamtstrafe von fünf Jahren Zucht haus ergab. Gleichzeitig wirrte die Zulässigkeit der Polizeiauf­sicht ausgesprochen. Die Einzelstrafen des M. berechneten sich

auf acht Jahre Gefängnis, die der Vorschrift des Gesetzes ent­sprechend aus fünf Jahre Gefängnis reduziert wurden. Wegen der Jugend waren bei diesem Zuchthaus mit Nebenstrasen aus­geschlossen.

Der Papagei als Berater.

Ter 23 jährige Kaufmann I. T. aus Fohnsdorß (Steier- marki war in einem hiesigen Telikatessengeschäst und später in einem solchen in Bad Nauheim als Verkäufer beschäftigt. An beiten Orten mißbrauchte er seine Stelle, um eine große Menge Waren zu entwenden, die er seiner damaligen Braut und jetzigen Frau bezw. deren Vater in Fauerbach b. Butzbach wohnhaft, zuschickte. Tas Gestohlene, welches größtenteils in Weinen, Sitör und Genußmitteln bestand, wurde von jedem ter Bestohlenen auf mindestens 100 Mk. veranschlagt. Auch einem Arzt, ten er konsultierte, stahl er ein Buch ans dem Warte­zimmer. Als in einem Frankfurter Blatt ein Motorrad zum Verkauf angeboten wurde, schrieb er eine Postkarte an den Ver­käufer, wonach er um eine Unterredung bat. Tie Karte, welche ten Ausdruck einer Kasseler Firma trug, unterschrieb er mit dem NamenJäger" und warf )ie in beit Zug Kasfel-Frankfurt, um nicht erfennen zu lassen, wo er wohnt. Ter Eigentümer tes Rates jchr.eo, wie gewunfcht, postlagernd nach Kassel uns T. eriuchte das Postamt um Ucberfenbung des Briefes..postlagernd nach Friedberg. Nachdem ihm ter Brief ausgehandigt war, suchte er ten Verkäufer in Frankfurt a. M. auf und gab fich als Jäger von Kassel aus. Er tejimtigtc das Rad unö uat um eine Probefahrt, was ihm auch geitaticr wirrte; vorsichtshalber fuhr ihm aber der Verläufer nach. Er fühlte dann das Bedürfnis, em Glas Wem zu trinken und es fönte der Handel in einem Restaurant perfekt gemacht werden. Wahrend er den Verkäufer ersuchte, etwas für ihn zu bestellen, begab er sich vor die Türe und verschwand mit Dem Rad. Auch als Vogel,iebhaber zeigte er sich. Ein Tarmstäteer Schneider bot in der Zeitung einen Papagei zum Verkauf an. Bald darauf erhielt er einen mit Kurte rektor von ctart unterzeichneten Brief, in dem er post­lagernd Bad Nauheim um Mitteilung tes Preises für den Vogel er 1114)1 wurde. Ter Schneider forderte 150 Pik., worauf er Die Nachricht erhielt, daß Herrn von Starks Diener demnächst käme, um die Sache zu regeln. 9iad) einigen Tagen^ kam auch ter angebliche Dteuer, um ten Vogel zu holen. Selbstverständlich wollte ihn Exzeckenz erst sehen unb sprechen hören, ehe er bezahlt wird. 'Jitia) einigem Bögern wurde ihm der Vogel ver­abfolgt unb schon am anderen Tage hatte der Schneider von Herrn von Stark die Mitteilung, er sei mit dem Papagei so zufrieden, daß er Die DarmftaDter Bank angeioieien habe, ihm 20U Mark auszuzahlen. Als er das Geld abholen RioiUe, wurde ihm klar, gemacht, daß er einem Schwindler in Die Hunde gefallen ist. Er machte Anzeige unb es gelang Der Polizei, den Schwindler zu verhaften, bem der Papagei zum Verräter geworden war. Ta man inzwischen auch seine sonstigen Unreol ich leiten entdeckt hatte, wurde Hausiuchung vorgenommen, bet der man außer dem Motor­rad, eine große Anzahl Flaschen, Büchsen, Kistchen unb bergt vor sand, die ihn Der Diebstahle überführten. Er würbe wegen Trebslahls, Betrugs und Urkundenfälschulig zu 1 Jahr 4 M 0 - naten Gefängnis, unter Anrechnung eines Aioiiats Untersu­chungshaft, verurteilt.

Uitii>crfitäts»21admd?ten.

Der Pro'essor der Theologie an Der Uinoerfiiät Rostock, Dr. Justus Körberle, ist gestorben.

FamiLren-NLrchrichten.

Geboren: Herrn Amlsgerichtssekrelär Knöll unb Frau El. geb. Aieckel in Braunfels ein Lohn.

Gestorben: Frau Irina Repp, geb. Jassoy, in Ehrings­hausen, Kreis Wetzlar. Herr Schneidermeister Andreas Göbel in Wollmar. - Frau Katharina Hering, geb. Müller, in Marburg. Herr Jakob Schönberger in Wetzlar-Äliedergtrines. Herr Zimmermeifler Jotiaiines Schröder in Holzhaujen v. d. H. Herr Äpotheker fliudoli Kullmann iii Lauterbach.

Meteorologische Beokachtttngen

der Station Gießen.

Februar

1908

Barometer am 0° reduziert

Temperatitr der Lickt

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

c

1

Wetter

7. 2

760,8

3,8

5,0

83

W

2

Bew. Himmel

7. 926

760,9

2,3

5,1

94

NW

2

8. 74

758,3

2,2

4,8

89

SSW

2

Bed. Himmel

Höchst

Temu

eratur

am 6

-7.

Februar

.

- 4,0 C.

9hebrigfte

6

-7.

*

- 1,3 0 C.

Te»etO9USC61© Kursoe^ic^te

des Giessenei Anzeigers, mitgeteilt von der Hank für Handel und Industrie. Glessen.

Frankfurter Börse, 8. Februar. 1.15 Uhr.

3/4% Reichsanleihe . . 93.25 3% do. . . 83.05

3/4% Konsols .... 93.30 "6% do 83.00 u>$% Hessen 92 30 3/4% Oberhessen . . . 92.00 lüo Üesterr. Goldrente. 99.40 4l/6 ?o üesterr. bilberrente 100.00 4Z'O Ungar Goldrente . , 9510 4j?6 Italien. Bente . . .

3 a0 Portugiesen Serie I 62.00 3% Portugiesen 111 62.60 i >2 % russ.Staatsanl. 190a 94 80 4>i" 0 ;apan Staatsanleihe 88.90 10 Conv. Türken von 1UU3 96.00 lurkeulose 147.20 1% Griech. Monopol-Anl. . 50.00 4% äussere Argentinier . 86.00 u% Mexikaner .... 66.10 4 tu % Chinesen .... 96.65

Aktien:

Bochum Guss 199.50

Buderus E. W 111.10 '1 endenz: schwächer.

berliner Börse, 8.

Cauada E. B 144.20 Darmstädter Bank . . . 126.20 Deutsche Bank .... £35.75 Dortmunder-Union C. . . 58.20 Dresdner Bank . . . 138.7u

Tendenz: schwach.

Elektnz. Lahmeyer . 121.50

Elektriz. Schlickert . . . 106 80 Esch weiler Bergwerk . 206 90

Gelsenkirchen Bergwerk 185 20 Hamburg - Amenk Paket!. 117.75 Harpener Bergwerk. . 200.70 Laurahütte 218.50 .\ordd. Lloyd . ... 105.70

Ubcischles. Eisen-Industrie 97.00 Berliner Handelsges. . . 158.75 Darmstädter Bank . . . 126 40 Deutsche Bank .... 23600 Deutsch-Asiat Bank . . 143.00 Diskonto-Kommandit, . . 17 .20 Dresdner Bank .... 138 breditaktien ... . 204.20

Baltimore- und Ohio-

bisenlahn 83.75

Uottnar übahn uomuard. Eisenbahn . . 26 25 Üesterr. blautsoaiiu . . . 144.80 Irince-Heun-Eisenbahu . 118.50

Februar. Anfan^skurse.

Harpener Bergwerk. . . i.au.raiiiitte 217 30 L.umoardeu E. B. ... 26.20 Noixld. Lloyd 105.90 l uraenlose 147.20

Kindermehl.

tn der Entwicklung oder beim Lernen zurück« bleibende Kruder, sowie blutarme, sich matt« fühlende und nervöse überarbeitete, leicht erregbare uno frühzeitig «rschöppe Erwachsene nebrandjeu als Straftiüiinoömittel mit ßrußcin Erfolg Dr. Hommel'o ^aematogen. D4/i

Ter Appetit erwacpt, die ßenhoett und körperlichen 51 röste werden rasch gehoben, das GeiamrGtervershitem gestärkt.

Alan verlange jedoch ausdrücklich das echte Tr. Hommel'S Haematoaen unbJaife fich der vielen SLachabmurigen auirede«.