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8.2.1908 Zweites Blatt
 
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Zweites Mait

1^8. Jahrgang

Nr. 33

Orhchetm tögfid) mit Ausnahme be5 Sonntag».

und glückliche Regierungs-

gebe Dir eine reich gesegnete zeit. Friedrich A u g u ft."

Zum Kurpfuscher« und

Ein Leser unseres Blattes

Artikel in Nr. 32 3. Blatt erlauben Sie mir ein paar Worte: Einmal ist die DefinitionKurpfuscher" falsch, wie die Rechtsprechung in zahlreichen Beleidigungsprozes­sen anerkannt hat. Die bloße Tatsache, daß man berufs­mäßig oder gewerbsmäßig Kranke behandelt ohne appro­biert zu sein, stempelt noch nicht zum Kurpfuscher; sonst wären Koryphäen der Heilkunst, wie Thure-Brandt, Hessing, Paschen, Prießnitz, Schroth, Hahn, Rauße, Kneipp u. v. a., deren Genie die Heilkunst weiter gefördert hat, als viele Tausende von approbierten Aerzten es vermochten, samt und sonders Kurpfuscher. Deshalb hat der neue Entwurf ganz mit Recht nicht gewagt, ein so allgemeines Verbot der )og. Kurpfuscherei aufzustellen, wie es wohl manchem Arzt erwünscht wäre. Daß der Entwurf die Behandlung der Geschlechtskrankheiten durch nichtapprobierte Personen verbietet, wird die wenig erwünschte Folge haben, daß Unzählige sich vor jeder Behandlung scheuen werden, zu­mal die heutige Medizin die hauptsächlichsten Geschlechts­krankheiten für unheilbar erklärt. Dagegen ist der Ent­wurf auf dem richtigen Wege, wenn er gewisse Behand­lungsmethoden den approbierten Aerzten vorbehält; hier sollte ein energischer Schnitt gemacht werden: man ver­biete jede gewerbsmäßige Behandlung mit Medikamenten und Geheirnmitteln jeder Art, mit Hypnose, Suggestion, Magnetismus und sonstigen mystischen Mitteln solchen Personen, die nicht ärztlich approbiert sind. Damit würde man das Hauptheer der wirklichen Kurpfuscher mit einem Schlage beseitigen. Und auch der Geheimmittelunfug wäre nahezu radikal beseitigt. Selbstredend dürften alle und jegliche Medikamente und Geheimmittel nur in Apotheken auf ein Rezept eines approbierten Arztes zu haben sein.

*

Die Freilassung Macleans.

Endlich, nach monatelanger Gefangenschaft ist der viel genannte Aiaclean von dem marokkanischen Räüberhaupt- mann Raisuli fteigelassen worden. Aus Tanger wird hier­über unter dem 7. Febr. gemeldet: Raisuli kam nach Annahme der chm vom britischen Geschäftsträger und El Guebbas gestellten Bedingungen gestern abend um 11 Uhr in dem der englischen Gesandtschaft benachbarten Hause des Geschäftsträgers mit Maclean in Begleitung von drei Dienern zu Pferde an. Er lieferte Maclean aus

DieÄiefiener §amtltendlätter" werden dem ,Äfyeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das jUtUblati für öen Kreis Siehrn" zweimal M-chenMch. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- -ratzen" erscheinen monatlich zweimal.

Der neue Herzog von Altenburg.

Der einzige Bruder des verstorbenen Herzogs Ernst von Altenburg, Prinz Moritz, ist, wie man uns berich-- tigend mitteilt, am 13. Mai v. I. in Arco gestorben. Die Negierung des Herzogtums geht somit auf den einzigen Sohn des Prinzen Moritz über, auf den Prinzen Ernst, der am 31. August 1871 zu Altenburg geboren wurde und bisher Oberstleutnant beim Stabe des 1. Garde-Regts. z. F. in Potsdam war. Der neue Herzog, der die Bezeichnung Herzog Ernst II. angenommen hat, ist seit dem 17. Fe­bruar 1898 mit der Prinzessin Melheid zu Schaumburg- Lippe vernrählt. Wie wir dem Gothaer Hofkalender ent­nehmen, sind dieser Ehe vier Kinder entsprungen: Prin­zessin Charlotte, Prinz Georg Moritz (geb. am 13. Mai 1900 zu Potsdam), Prinzessin Elisabeth und Prinz Friedrich Ernst. Der Kaiser sandte an den Herzog Ernst II. fol­

gendes Telegramm:Tief schmerzlich berührt durch das Ableben Deines Oheims Herzogs Ernst von Sachsen-Alten­burg spreche ich Dir mein herzlichstes Beileid aus. Ich und mein Haus verlieren in dem Dahingegangenen einen wahren aufrichtigen Freund, seine Landeskinder einen für- sorgenden Vater, das Reich einen treu erprobten Fürsten, der ein langes reichgcsegneteS Leben stets in den Dienst des Vaterlandes gestellt hat. In meiner tiefen Trauer um ihn fühle ich mich mit Dir eins. Ich weiß, daß Du seine Nachfolge in seinem Sinne antreten wirst und banke Dir von Herzen für die in Deinem Telegramm ausgesprochene Gesinnung. Wilhelm." Vom König von Sachsen ging folgendes Telegramm ein:Ich spreche Dir und den Deinen mein aufrichtigstes und herzlichstes Beileid zum Ableben Deines von mir so hoch geschätzten und verehrten Onkels aus, der ein wahrer Vater seines Volkes war. Gott

Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion: 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen»

Gcheimmittelgeseh.

schreibt uns: Zu Ihrem

Samstag 8. Febrrmr 1908

aa Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lchen Unwersitäts - Buch- und Steindruckerel. , f Q R. Lange, Gießen.

LttmmungLdud aus öem Reichstage.

Berlin, 7. Februar.

Der Zuckerkonftickt.

Die Wetterwolke, die fick) in der Zuckerkommission dräuend am Blockhimmel zusammenzog und einen Kon­flikt znnschen der Reichstagsmehrheit und der Regierung heraufführte, dessen Kosten in erster Linie die deutsche Zuckerindustrie zu tragen gehabt hätte, hat sich zerteilt, und über dem Reichstagsschiff lachte heute bei der zweiten Lesung der Zuckerabkommen die Sonne eines Kompromisses. In der Kommission war Herr v. Stengel der Sprecher der Regierung und hatte mit seiner breiten Eindringlich­keit ihr Unannehmbar begründet; nun, wo der Bundes­rat alsdoch auch gleichberechtigter Faktor der Gesetz­gebung", wie Graf Schwerin-Löwitz heute einlenkend meinte, seinen Willen durchgesetzt, war es dem Reichs­schatzsekretär nicht mehr beschicken, den Triumph auszu- kosten. Der Stellvertreter des Reichskanzlers v. Beth- m a nn-Hollweg verlas die Erklärung der verbündeten Re­gierungen: eine Wiederholung der verfassungsrechtlichen Gründe gegen den Beschluß der Budgetkommission und ins­besondere der Bedenken in Ansehung der Beziehungen zu den auswärtigen Mächten, die sich aus der Verknüpfung einer Maßnahme der inneren Steuergesetzgebung mit der Zu- sttmmung zu einem internationalen Abkommen ergeben und zugleich die Zustimmung zu dem Kompromißantrag der Blockparteien.

In letzter Stunde hatte man der Zwangslage Rech­nung getragen und den von den Freisinnigen in der Kommission von vornherein eingenommenen Standpunkt in die Form eines Gesetzentwurfs gegossen. Im Grunde liegt auch in dieser Fassung die Gewähr für eine baldige Herabsetzung der Zuckersteuer, freilich auch zugleich ein kräftiger Anreiz für die Volksvertretung, sich einer neue Mittel schaffenden Finanzreform nicht zu versagen. Vor allem aber wird der Fortbestand der Konvention gesichert, an dem, wie die Dinge nun einmal liegen, mit teil Ver­brauchern die heimische Zuckerindustrie aufs äußerste inter­essiert ist. Bei sehr starker Besetzung des Hauses, die wohl besonders auf Rechnung der in Aussicht gestellten namentlick^en Abstimmungen zu setzen war, spielte sich die Lösung des Konflikts, zwar in lebhafter Bewegung, aber in raschem Verlaufe ab.

Das Zentrum schloß sich aus nicht recht erkennbaren Gründen von der Verständigung zwischen der Mehrheit des Reichstages und der Negierung aus, hatte aber dabei nicht, wie sonst stets, die Polen an seiner Seite, deren Heimats- bezirre an dem Gedeihen der Zuckerindustrie freilich sehr wesentlich beteiligt sind. Die.Vertreter ter Blockparteien gaten in der Hauptsache kurze Erklärungen ab, Dr. Wie- uier fügte die Genugtuung hinzu über den Verlauf der An­gelegenheit, der seiner Ausfassung reckt gegeben habe. Dann wurde namentlich ab gestimmt und mit nahezu Zwei­drittel-Mehrheit das Kompromiß besiegelt.

Noch eine weitere namentliche Abstimmung schloß sich sofort daran. Sie bestätigte die gestrige Stellungnahme ber Parteien zur Frage des Aggregiertenfonds. Die weitere Beratung des Militäretats zerfloß in lauter Einzel­heiten.

Abg. Köhler (wirtsch. Vgg.) richtet an die Militär­verwaltung die Anfrage, wie es mit dem Plan stehe, den er über die Errichtung von Feldscheunen angeregt habe. Es handelt sich dabei darum, auf dem Lande Maga­zine, Feldscheunen, 5 bis 6 Stunden voneinander entfernt zu errichten, damit im Winter der Bauer sein Heu und Stroh in diese Feldscheunen bringen kann, weil rhm im Sommer die Arbeitskräfte fehlen. Ich denke hier besonders an die kleinen Bauern, die sogenannten Kuhbauern, die dann imstande sein werden, ihr weniges Heu und Stroh

Helm III. das Lterk angekauft hatte, war es bis jetzt ganz ver­schollen. Auch Direktor Dr. Seidl erklärte, daß das Gemälde unter den rund 11000 Bildern des königlichen Besitzes nicht zu finden sei. Jüngst war es indes Professor Dr. Hermann Gilow durch eine öffentliche Anfrage gelungen, einen Kupferstich von Freidhof nach dem Bilde von KretsckMar zu ermitteln. Und nun teilt Gilow mit, daß die durch ihn bewirkte Wiedergabe des Stiches die erfreulichste Folge gehabt habe: Der Kaiser nahm davon Kenntnis und erinnerte sich dabei eines ent­sprechenden, im Trcpp>.nhause des kronprinzlichen Palais be­findlichen Oelgemäcoes, eben des Kretschmarschen Originals, unter dem der Kaiser nach seinen eigenen, bei dieser Gelegenbeit gebrauchten Wortengewissermaßen ausgewachsen", und das ihm dahervon Kindheit an in allen Einzelheiten vertraut" sei.

Vom Kölner Stadttheater. Die Stadtver- ordneten-Versammlung in Küln hat ihr Einverständnis er­klärt, den Fehlbetrag aus dem Betriebe der Vereinigten Stadttheater pro 1906/07 in Höhe von 106 863 Mk. zu über­nehmen. Gleichzeitig wurde mit Direktor Max Martersteig ein neuer, bis Ente Juli 1911 währender Vertrag abge­schlossen. Danach bezieht er einen festen Mindestgehalt von 15 000 Mk. jährlich, ferner, wenn der städtische Vetriebs- zuschuß unter 120000 Alk. bleibt, für je 5000 Mk. des we­niger erforderlichen Zuschusses weiter 1000 Mk. bis zum Höchsteinkommen von 25 000 Mk. Wenn der Betriebszuschuß weniger als 75 000 Mk. im Jahre beträgt, wird der Leiter der städtischen Bühnen letztere Summe erhalten.

Man schreibt uns aus Dresden: Im Kömgl. Schausvielhause fand die 1. Aufführung statt von Gustav Wieds, eines geistrcickien dänischen Dichters, SatyrdramaZweimal z w e i i st f ü n f". Hier lebt sich ein Geist überlegenen Welthumors aus, der mit Lachen die Wahrheit sagt und von der Bank der Spötter aus auf den lustigen Widersinn des Lebens hinweist. Ter Gegensatz des leichtlebigen künstlerischen Bohemiens zu der schwerfälligen, somalischen Lebensführung des Philisters bildet den Ausganspunkt der Handlung, die nad) des Dichters Angabe in Kopenhagenin cntsckMuntenen Zeiten" spielt,heutzutage sind die Menschen ja ganz anders". Mit einem wahren Spvute feuerwett von Ausfällen und Einfällen ivitb die Handlung ironisch überschüttet und der geistreichste Spott, der kaum einmal ver­letzend wirtt, wird über die Inkonsequenzen unseres Hantelns ausgegossen. Wied will nicht ,chessern und bekehren" noch )id) erbosen, nur das befreiende Lachen auslösen, Satyrsprünge aus der großen Gesellschasiswieje vorführen, auch mal zum Schreck des Spießers faunisch grinsen, im übrigen aber lack-en und sich freien über die bucklige Erde und die krüppligen Atenschen, wie es sein Redakteur Paul Abel tut. Diese überlegene Humorstim-

lUeiites LerrMeton.

Aus einem Nach'bardorfe wird uns geschrieben: Der Maurer Schnurrweg hatte eine Reparatur am Hühner­stalle des Pfarrhofes auszuführen. Eine Wänd, die aus Lehmsteinen errichtet war, hatte sich bedenklich zur Seite geneigt und drohte einzustürzen. Meister Schnurrweg führte die Arbett aus und wollte gerade den Pfarrhof wieder verlassen, als ein dumpfer Schlag vom Hühner­stalle her vernehmbar wurde. Der Pfarrer hört es in seiner Studierstube, eilt herbei und sieht, daß bte neu aufgerrchtete Wand des Hühnerstalles wieder aus gebrochen ist. Rasch läßt er den davoneilenten Meister Bieter zurückrufen. Er führt ihn nach dem Stalle, deutet auf die Wand und spricht:Schnurrweg, da sehen Sie einmal Ihre Arbeit! Did Mauer stürzte wieder ein, als Sie kaum den Hof ver­lassen hatten." Schlagfertig, wie er immer war, antwortet darauf der Meister:Herr Parrer, häi Hots gegauae, wäis in der Biwel flieht: ihre Werke folgen ihnen nach/

-t- Die Zeitschrift des Allgern-. Deutschen Sprachvereins tadelr die Sprack-e folgenden Urteilsspruches:Auf die Berufung des Beklagten wird das Urteil rc. daym. abgeantert, daß Beklagter unter Abweisung des Klägers mit seinem weiter- gehenden Anträge verurteilt wird anzuerkennen, daß bem Kläger als Eigentümer des Hofes 9hr. X. zu Th. . . - , das Recht zu- steht, über das östlich der Bau- und Hosstelle ieures Hosev te­legene, zu tem Hose z. zu Th. . . . gehörige Grundstück des Beklagten mit Wagen von der DorArave aus unter Be­nutzung der diese mit dem Grundstück des Beklagten tcrbintenten Brücke in der Breite, welche sie vor der vorn Kläger daran vorgenom- rnenen Veränderung hatte, beim Transporte von Sttoh und Heu auf den Boden seines Hauses vor die m ter Ostwand dieses Hauses befindliche Haustür und zum Transpott von lunger von tem hinter seinem Hause telegenen Hose und von Holz nach diesem Hofe zu fahren." 2ne Halbmonatchchrrst«teffM Rechtsprechung" in ter Nr. vom 1, Februar 1908 druckt dieses übleJuristendeutsch" ab und verbindet nut dem Abdruck eine sehr dankenswette Aufgabe, die namentlich für jüngere Ju­risten anregend sein wird. Es heißt dott:Einige unserer Leser reizt es vielleicht, sich darin zu verbuchen, ob und wie diese Entscheidung, ohne in ihrem Gehalt beeinträchtigt zu werden, in eine sprachlich anmutigere ü»rm gebracht werden könnte. Die Schriftleitung terH. Du" in Darmpadt.(Heinrichs- straße 5) nimmt solche Lösungen entgegen und will über das Ergebnis berichten. _

Der Kaiser und KleistsPrinz von Hom- b u r g". Kleist ist zu seinem DramaPrinz Friedrich von Homburg" durch ein Gemälde von Karl ' chmar:Der Große ^r für ft und Prinz Friedrich von nach ter Schlacht

keitserfolg datentrug.

Die meist gespielten Bühnenautoren. Nach in Leipzig jüngst herausgegebenen Spielplänen hatten in der Spielzeit 1906/07 die höchste Aufsührungsziffer Lehars OperetteLustige Witwe" mit 2932 und Skowronneks LustspielHusarenfieber" mit 1683 Aufführungen. Richard Wagner mußte sich für alle seine Werke mit 1710, Lortzing mit 725, Mozart mit 514 Aufführungen begnügen. Unter den Dramattkern hatte 'Schiller 1375, Sudermann 1169, Shakespeare 1130, Ibsen 932, Goethe 588, Hauptmann 512 Aufführungen auszuweisen. Tie bloßen Macher wie Blumenthal, Kadelburg, Sck)önthan überholen natürlich die Dichter bei weitem. Sinkende Tendenz verzeichneteil O. Ernst, Hauptmann, Hartleben, Meyer-Förster (Alt-Heidel­berg scheint endlich abgeleiert zu sein), Ohorn, Philippi und leider auch Sck)nißler. Steigenoe Aufführungsziffern buchten Bernstein, der Mann für alles. Halbe, Herzog, Ibsen, Wedekind, Wilde.

Ein aufsehenerregender Fund in den thc- dänischen Königsgräbern. DerDailtz Mail" wird ans Assuan gemeldet, daß im Tal der theoanischen Königsgräber Schniuckstticke der Gemahlin Setis des Zweiten zutage gefördert wurden. Sie stammen aus der neunzehnten Dynastie, die etwa dreizehnhundert Jahre vor Chttstus regierte. Der aufgefundene Schmu ck besteht aus goldenen Armspangen, Ohrttngen, Finger­ringen in meisterhaft tänftlettscher Ausführung und Goldiretzen, die auf dem Kopf getragen wurden. Die Pretiosen waren im Schlamm versteckt uitb wahrscheinlich von früheren Grab- mälern iveggeworfen worden. Mau stieß ferner aus ein prä­historisches Grab mit höchst primitiv einbalsamierten und auf­fallend Heinen Menschen, nicht weit davon entdeckte man ein anderes Grab, in tem man die Körper von 40 römischen Sol­daten mit abgeschnittenen Köpfen nebeneinander liegend fand.

K l e i n e K u n st ch r o n ik. Zu Berlin starb der Kammersänger Karl Rebe, Bassist der Königlichen Lper an den Folgen der Znfluenza. Sein Tod reißt eine Lücke in das E»isemble der Hofoper. Aus Anlaß einer Festlichkeit, die am Sonntag beim Kronprinzen ent dessen Berliner Palais stailsindet, wurde Direktor Ztckel vom '-Berliner Lnstjpielhanse em* geladen, Davis' Lustspiel ^Unsere Käthe" mit seinem Ensemble zur Aufführung zu bringen.

Am Anfänge unseres gestrigen Bad -9l au heim er Brieses sollte es heißen: .kein Punkt für einen passenden Ein­schnitt undan dem unter dem Namen rodeln neugeadelten Ver­gnügen des Schlittensahrens".

einzulicfcru. Sie sind dann aus der Misöre heraus, daß sie nicht gezwungen sind, an die Händler ihre Lieferungen abzugeben, die dann ihrerseits mit großem Nutzen und Vorteil die Einlieferungen wieder zurückgeben, die sie vorher beanstandet haben.

Nach einer Erwiderung des Generalmajors v. Lochow führte Abg. Köhler weiter aus: Ich bedauere, daß die MilitärverwalMng so ablehnend der Sache gegenübersteht. Ich hätte wenigstens erwartet, daß man Erwägungen über die Angelegenheit zugesagt hätte. Ich gebe der MUitärver- waltung zu bedenken, daß man nicht einen zu scharfen Strick) machen sollte zwischen militärischen und landwirt­schaftlichen Interessen; denn wenn man sich solchen An­regungen gegenüber so schroff ablehnend verhält, dann könnten wir Bauern auch einmal dazu kom­men, den Militäretat abzulehnen. Wir Bauern stellen die mutigen und kräftigen Bauernbuben zum Militär. Auf der Kraft dieser Bauernsöhne und ihrer militärifdjen Intelligenz ist das deutsche Heerwesen aufgebaut. Man sollte auch auf die Väter-ein wenig Rücksicht nehmen, die genötigt sitrd, ihre Söhne in den Kasernen vielfach aus eigenen Mitteln zu erhalten, und man sollte daher Rücksicht nehmen aus die berechtigten Wünsche, die ich hier vorge­bracht habe.

Oberbürgermeister AdickeS von Frankfurl a. M., der zurzeit in Berlin weilt, hat einem Mitarbeiter der B. Z." erklätt: An das Reichsschatzamt denke ich so wenig, wie ich an eine Nachfolge Studts oder Posadowskys gedacht habe. Ich kann Ihnen auch versichern, daß man mit einem Vertrage, der Nachfolger des Herrn von Stengel zu werden, an mich amtlicherseits nicht herangetreten ist. Ich bin jetzt hierher gekommen, um an den Kvmmissionsverhandlungen des Herrenhauses teilzunehmen. Der Besucher wies auf die Angriffe hin, denen sich Adickes infolge seiner jüngsten Herrenhaus-Rede zur Polen-Enteignungs^Lorlage ausge­setzt hätte und erwähnte Adickes auf eine sozialdemokra­tische Interpellation erteilte Antwort, daß einem solche Angriffe die Arbeit in Frankfurt a. M. verleiden könnten. Oberbürgermeister Adickes erwiderte, diese ärger­liche Antwort hätte allerdings einen tieferen Grund ge­habt, aber lediglich den der Amtsmüdig keit. Glauben Sie nicht, daß man in meinem Alter eine gewisse Berech­tigung hat, amtsmüde zu sein? Ich inerte jetzt bald 62 Jahre alt. Da denkt man, wenn man schon vorher nicht an Ministersessel gedacht hat, erst recht nicht mehr daran.

bei Fehrbellin" angeregt worden, das sich im Jahre 1800 auf mung seiner unterhaltsamen vier Akte übertrug sm) aus die in einer Berliner Kunstausstellung befand. Obwohl Friedrich Wil-1 Wer mutigster Laune spielenden Künstler und das hechlichlt mnu- fierte Publikum, sodaß das Satyrspiel Wieds einen vollen Heiter-