Ausgabe 
10.1.1908 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

<7510 Mk., Haus- und Staatsarchiv 17 012 Mk. Neber die zum Ministerium des Innern gehörenden Kapitel 28 und 29, Zentralbauwesen 232530 Mk. und Nichtstaatliche Bausachen 3000 Mk., berichtete Abg. Molthan. Bei Kap. 30, Pro- vinzialdirektionen und Kreisämter, über welches ALg. Brauer referierte, wurde vom Ausschuß der Wunsch ge­äußert, daß an die Spitze der fünf zu besetzenden Kreis­vermessungsämter fünf Geometer gestellt werden möchten. Die Ausgaben für dies Kapitel sind auf 924 460 Mk. fest­gesetzt. Die folgenden Kap. 3137 erfordern für Gendar­merie 588524 Mk., Polizei 108 692 Mk., Polizeikassen 145 660 Mk., Arbeitshaus Dieburg 68375 Mk., Kirchen 483 221 Mk. Landesuniversität, Einnahme 476 960 Mk., Aus­gabe 1425 960 Mk., so daß ein Zuschußbedarf von 949 000 Mark verbleibt. Technische Hochschule, Einnahme 469 096 Mark, Ausgabe 758015 Mk., also Zuschuß 288 919 Mark, lieber Kap. 38 und 39, Gymnasien, Realgymnasien usw., Ausgabe 2 732883 Mk. und Höhere Bürgerschulen 116 036 Mark, berichtete Abg. Moltham Bei Kap. 41, Volks­schulen 2617 040 Mark wurde der Wunsch geäußert, eine genaue Aufstellung über die Zuschüsse aller Gemeinden für die Lehrergehälter zu erhalten. Die folgenden Kapitel betreffen Turn- und Zeichenunterricht 16100 Mk., Landes­waisenanstalt 207 443 Mk., Taubstummen- und Blinden-An- stalten 108126 Mk., Privaterziehungs- und Besserungs-An­stalten 6000 Mk., Hofbibliothek 79 213 Mk. und Landes­museum 97 710 Mk. Bei letzterem Kapitel wurde allgemein der Wunsch laut, daß dem Landesmuseum mehr Mittel für Kunsterwerb zur Verfügung gestellt werden möchten. Die Weiterberatung erfolgt am Freitag vormittag.

Die yelfischcn Staalsbahnen im Staatshaushalt

Wenn auch die Rauh-Einnahmen der Hessisch-Preußi­schen Eisenbahngemeinschaft fortdauernd in erfreulicher Weise steigen, so wachsen doch auf der anderen Seite auch die Ausgaben und zwar in einem solchen Maße, daß das Steigen des Ueberschusses gegen bisher sich wesentlich verlangsamt, wenn nicht sogar einen Rück­schlag erfährt. Das Erstere zeigen die nachstehenden An­gaben über die dem Großherzogtum in den letztabge- schlossenen 3 Jahren zugeflossenen Anteile am Ueberschuß der Eisenbahngemeinschaft. Dieselben betrugen nämlich für 1904 = 12 911012 Mk. 25 Pfg., für 1905 = 14 005 221 Mk. !06 Pfg. und für 1906 = 14 406 202 Mk. 85 Pfg., sie stiegen also von 1904 nach 1905 um 1094 208 Mk. 81 Pfg., von 1905 nach 1906 dagegen nur noch um 400 981 Mk. 79 Pfg.; für 1907 aber muß damit gerechnet werden, daß das Ergebnis nicht unerheblich hinter dem Etatsansatz von 15 000 000 Mk. Zurückbleiben wird. Da aber für 1908 aus der für dieses Jahr geplanten Erhöhung der Gehalte der Eisenbahnbeamten eine weitere Verschlechterung des Verhältnisses der Gemeinschaftsausgaben zu den Gemein­schaftseinnahmen (desBetriebskoeffizientew^) zu erwarten ist, so war es keinesfalls angängig, bei Veranschlagung des diesseitigen Ueberschußanteils für 1908 über den Etats- lansatz für 1907 hinauszugehen, und es wurden deshalb hier vorläufig noch 15 000 000 Mk. wie für 1907 vor­gesehen. Ein Stillstand in der Aufwärtsbewegung der Anschläge unseres Ueberschußanteils ist übrigens auf den Abschluß des vorliegenden Hauptvoranschlags insoferne ohne Einfluß, als ja die Eisenbahneinnahmen mit dem Ausgleichsfonds verbunden find, ihr Stillstand oder Rück­gang somit für die Deckung der laufenden Ausgaben der Verwaltung zunächst ohne Belang ist. Auch insoferne ist zu Besorgnissen vorerst kein Anlaß gegeben, als die Reineinnahme aus dem Staatseisenbahnbesitz, wie sie sich ergibt aus einem Vergleich jenes Ueberschußanteils mit den unter dem KapitelEisenbahnen" für öffentliche Ab­gaben vorgesehenen 380000 Mk. und den unter Kapitel Ausleihungen und Staatsschuld" in Ausgabe gestellten Beträgen für Verzinsung der Eisenbahnschuld (insoweit jber Erlös der Anleihen tatsächlich schon für Eisenbahn- Zwecke verausgabt sein wird) mit 10 053 000 Mk. und für Tilgung der Staatsschuld mit 834100 Mk., immerhin noch leinen Betrag von 3 732 900 Mk. darstellt.

Im Vermögensetat sind 10 468800 Mk. Ausgaben für Eisenbahnzwecke enthalten für Beschaffung von Betriebs­mitteln, erste Raten für die Erweiterung der Bahnhöfe zu Bensheim, Grünberg und Wiebeksbach-Heubach, zweite und weitere Raten für die Umgestaltung der Bahnhofs­anlagen zu Darmstadt, für Erbauung einer Hauptwerk­stätte daselbst und für die Erweiterung der Bahnhöfe zu Nidda stnd Stockstadt.

*

Im neuen preußischen Eisenbahnetat sind ferner vor- .gesehen:

Bahnhof Gießen. Der Raumbedarf im Empfangs­gebäude auf Bahnhof Gießen ist durch die Vermehrung des Personals und die Vergrößerung der Betriebseinrichtungen infolge des steigenden Verkehrs fortgesetzt gewachsen. Trotz der in den letzten Jahren vorgenommenen Erweiterung dieses Gebäudes genügen die vorhandenen Räume nicht mehr. Die Kosten der notwendigen ferneren Erweiterung belaufen sich anschlagsmäßig auf 150 000 Mk., von denen eine erste Rate von 50 000 Mk. bereitzustellen ist.

B a h n h o f B a d - N a u h e i m. Der Bahnhof ist Durch- aangsstatwn der Hauptbahn Frankfurt a. M.-Kassel, die hier zuzeiten starken Verkehrs mit rund 130 Zug- und Leerfahrten belastet ist. Die Anlagen des Bahnho.es für den Personenverkehr sind unzureichend. Der Mittelbahn­teig besitzt keinen schienen freien Zugang, auch fehlt ein be- onderes Ueberholungsgleis für Per,onenzügc. Es mangelt erner an Gleisen, um Nauheim als Ausgangs- und End- tation von Personenzügen benutzen zu können. Ebenso ent» prechen die Anlagen für. den Güterverkehr den heutigen Verhältnissen nucht mehr. Der Güterschuppen und die Frei- ladeglei,e befinden sich auf der Stadlseite in nächster Nähe des Empsangsgebäuoes unb hindern die notwendige Ver­größerung des letzteren und des Hauptbahnsteiges Die beabsichtigte Erweiterung des Bahnhofes sieht eine Verle- gung der Anlagen für den Güterverkehr nach der Südseite des BaiMjo.es vor, während der zu erweiternde Derionen- bahnhos an der bisherigen Stelle verbleibt. Die ^samt- kosten smd abzüglich eines Pauschbei.rages von 70 000 Mk aus dem Betriebsfonds zu 2 920 000 Mk. veranschlagt' Für dw_> Etatjahr '. ist eine ers. von 100Out) Mk Mgesetzt.

Bahnhof Fron Hausen (La ,-Preußen. Auf

dem an der Strecke Kassel-Frankfurt a. M. gelegenen Bahn­hof genügt die Entfernung der beiden Hauptgleise vor dem Empfangsgebäude nicht zur Anlage eines ausreichenden Zwischenbahnsteiges. Das vorhandene Ueberholungsgleis ist für die Aufnahme voll ausgelasteter Güterzüge zu kurz und kann daher zu Ueberholungen nur selten benutzt werden. Bei der geplanten Erweiterung des Bahnhofes soll der Zwischenbahnsteig verbreitert und das Ueberholungsgleis auf 600 Meter nutzbare Länge ausgebaut werden. Die bei dem Gleisumbau zu beseitigende Rampe wird durch eine für Langholzverladung geeignete Rampe ersetzt werden. Die aufzuwendenden Kvsten find zu 185 000 Mk. veranschlagt; davon ist eine erste Rate von 50 000 Mk. eingestellt.

allenburg aus

Siozcß Meters.

< Köln, 9. Jan.

Nach Erörterung weiterer Beweisantväge wird b;e Aussage des Tr. Osmr Baumann verlesen, die dieser in Oftasrika über die Hinrichtungen Peters gemacht hat, damit der Irrenarzt Professor Tr. Aschaffenburg-Köln über den Gcsundheits'ustand Baumanns urteilen kann. Es kamen danach geschlechtliche Motive zur Sprache, doch war Baumann nichts genaues bekannt. Es wird alsdann ein anderes Protokoll über die Aussage Baumanns verlesen, wonach Peters übertriebene Aeußerungen getan habe, um seine Taten in ein glänzendes Licht zu setzen. Peters bestreitet dic^Richtig- keit von Baumanns eidlicher Aussage. Justizrat Dr. Sello be­antragt, Dr. Martens-Berlin, der Baumann behandelt hat, zu laden. Zeuge Heine, Rechtsanwalt in Dessau, der bei der Ab­fassung des ersten Protokolls über die Aussage Baumann zu­gegen war, hatte damals den Eindruck, daß Baumann mit Rück­licht auf Peters nicht alles habe sagen wollen, was er wußte, ließet die inneren Motive für die Hinrichtung wurde er nicht vom Konsul befragt. Baumann erzählte jedoch dem Zeugen, daß Peters bei einem Essen im Hotel Bristol in Berlin geäußert habe, die Hinrichtungen seien aus geschlechtlichen Motiven ge­schehen. Baumann sei nicht geistesgestört gewesen. Dr. Peters kann die Geistesgestörtheit Baunu.nns im Gegensatz zu der Münchner Verhandlung nicht behaupten. Es sei nur im Reichstag gesagt worden, Prvf. Tr. Aschaffenburg kann sich als Sachverständiger nicht äußern. Nach den Aussagen hat er nicht den Eindruck gewonnen, daß Baumann (Geistesgestört war. v. Bennigsen gibt dazu Einzelheiten, darnach war Jahnke nicht schlecht, sondern schwach und ließ sich von anderen mißbrauchen. Zeuge Maler K u n e r t- Berlin weiß nichts von sexuellen Motiven, war nur bei der Hin­richtung Mabruls, mit der er nicht einverstanden war. Damals war er allerdings schärfer gewesen. Tie Gegend war damals nicht

sicher. Es sei eine Karawane auf englischem Gebiet einen Tages­marsch von der Station geplündert worden. Zeuge Ingenieur Her­mes aus Gnoien soll sussagen, ob er von Peters sprächsweise gehört habe, daß er einen jungen Neger und ein Negermadchcn wegen geschlechtlichen Verkehrs habe hängen lassen. Zeuge er­innert sich dessen nicht. Rechtsanwalt Falk bemerkt, er habe dies im auswärtigen Amt eidlich bekundet. Auf Befragen Cellos gibt Zeuge zu, daß er nicht mehr auseinander halten könne, was er von Peters oder anderen gehört habe. Es ist eine Depesche vom Kolonialamt eingciroffen, wonach die Zeugenvernehmung von Schellendorf im März 1895 nicht eidlich war und daß die ^miethies-Briefe dem Gericht zugehen werden. Im weiteren Ver­laufe betont Tr. Peters noch einmal die Gefährlichkeit der Situ­ation; namentlich von den sogenannten oberen Negern sei ein Uebersall Immer möglich gewesen. Bennigsen bestreitet das. Es wird hierauf Schriftsteller und Maler Kallen bürg aus Bayreuth vernommen, der im März 1891 als unabhängiger Matwn n-ach der Station Moschi gekommen war, die von Wißmctnn lwas Tr. Peters bestreitet) sehr stark befestigt worden war. Er habe beim Kvmmandowechsel einen Brief von dem Vizeseld- webel Fitzleben vom Juli 1893 erhalten, wonach die Lage in der betreffenden Zeit vor der Ankunft von Tr. Peters ganz er­träglich gewesen sei. Eine Amerikanerin habe damals die Ge­gend bereist. Tas Kolonialamt brachte einen Bericht von Pe- rers, daß auf der Station Ruhe herrschte. Am 8. August

,ei Peters in Marengo mit dem Bau eines Hauses beschäftigt

gewesen, wobei Eingeborene geholfen hätten.

Der Zeuge Wilhelm verliest einen tadelnden Brief von

Dr. Peters von 10. Dezember 1891 an den Zeugen, weil dieser

leinen Bericht vor Abgang von Peters Bericht abgesandt habe ferner einen Brief vom 14. Dezember 1891 von Peters als Antwort auf das Ersuchen des Zeugen, ihn auf dem Posten Moschi am Kilimandscharo zu belassen, das Peters aber in dem Briefe ablehnte. Dieser Brief hänge mit der sogen, falschen Bericht- erltattung zusammen. Tr. Peters erklärt: Tie ganze Sache hier hat nichts mit dem Malania-Aufstande zu tun und könne bei der Beurteilung feiner Verwaltung nicht in Betracht kommen

handle sich um ein konkurrierendes Verhalten zwischen Mi­litär- und Zivilbehörden, was ihm viel Ungelegenheiten gemacht habe. Zeuge Wilhelm beharrt darauf, daß es sich um die Ma- lama-Berichte handele.

Hierauf wird General von Siebert als Sachverständiger vernommen. Er beacht sich in der Hauptsache auf fein in München abgegebenes Gutachten, das in den Zeitungen entstellt wieder- gegeben worden sei. Tr. Peters habe Moschi nicht halten können, weil es nicht ,o befestigt war, wie es das heute fei. Peters hatte auch feine Kommandogewalt und konnte deshalb nicht o gut Eingreifen, wie ein Offizier. Er, Siebert, habe das 4SrinäU> der Milde durch Dick und Dünn verfochten, aber er habe dabei eine übte Erfahrung gemacht. In Afrika sei auch ne Hinrichtung nicht von der Bedeutung wie bei uns. Die Lahre 1891 und 1892 waren die schwersten, wo wir nicht wußten, on tt>ir die militärische Sage halten konnten. Erst der Gouverneur Scheele konnte im Jahre 1894 die Sage sichern, v. Bennigsen sei nicht in der wirklichen Gefahrszene gewesen und könne somit nicht darüber urteilen. Es entspinnen sich noch über diese Vor­gänge am Kilimandscharo Auseinandersetzungen, zwischen Siebert eineneits und Bennigsen und dem Verteidiger anderseits. Darauf a^nd die Sitzung bis 4 Uhr nachmittags vertagt

- c. (Nachmittagssitzung.) Zeuge W i 11 st o ck - Berlin ist anfangs Februar 1892 nach Afrika gekommen. Die Frage des Vorsitzenden, ob damals die Bevölkerung am Kilimandscharo aufgeregt ge­wesen fei, beantwortet Wütstock mit Nein. Er habe nichts davon gemerkt. Damals fei von feinen Kollegen auf der Station allerdings von der Hinrichtung des Mabruk und der Jagodja ge)proü)en worden. Bestimmtes über die Ursachen der Hinrich­tungen, namentlich, ob sie aus geschlechtlichen Motiven er- wlgten kann der Zeuge nicht aussagen. Auf Befragen der Verteidigung erklärt Wütstvck, es habe keine militärifchen Ge- ßetniniue auf der Station gegeben. Sodann wird auf Antrag Verteidigung Pater Acker als Sachverständiger vernommen.

jy gehört werden über die allgemeine Situation und bie Behandlung der Neger, Pater Acker bekundet zunächst, daß damals die Lage am Llilimandscharo ruhig gewesen sei. Auf Befragen gibt Pater Acker zu, daß er überhaupt nicht am Kili­mandscharo gewesen sei, sonderii nur durch Missionare und andere Leute berichtet wurde. Er sei 18 Jahre in Afrika ge-

n,rrd^c^GEgend t)On Sansibar und Bogamoye, uiid habe auch kleinere Reisen ins Innere gemacht, wobei er mit Negern aller möglichen Stamme zusammengekommen sei. Der Neger sei im allgemeinen weniger empfänglich als der Europäer, aber baß er keinen Wert auf fein Leben lege, das könne der Zeuge Nicht sagen. Nach seiner Ansicht seien für die Behandlung oer Schwarzen die Anwendung von Güte, Gerechtigkeit und erforderlich. Seines Erachtens wurde von Peters zu -^wicht aus die Strenge gelegt. Tr. Peters sei nach seiner

, niT berechtigt gewesen, Mabruk und die Jagodja zum xCrim^1 en $$en.n geschlechtliche Motive Vorgelegen bEeNtz wurde Peters am besten getan haben zu sagen, er wolle bem Nichts zu tun haben. Er sei damals mit

EntlastunaEn^ Ä ^u,n?)en ^kommen, daß man ihn als - L ÄÄS

Häuptling zugeschickten Mädchen zurückfenden dürfen, ohne dafür Weiterungen fürchten zu müssen. Er habe zwar hier und da Schwierigkeiten mit den Beamten gehabt, sei aber im allgemeinen sehr gut mit ihnen und der Regierung ausgekommen. Pater Acker erkennt die großen Verdienste Tr. Peters in Afrika, an, nämlich, er hätte sich mutig verhalten, als er die englischen Schiffe im Rücken und die feindlichen Stämme vor sich hatte. Er glaube nicht, daß Smithies etwas gesagt haben mürbe, von was er nicht überzeugt gewesen sei, und er würde den Vorwurf nicht erhoben haben, wenn er von der Tatsache nicht überzeugt gewesen sei. Es folgen noch Bemerkungen zwischen Dr. Peters und Pater Acker. Letzterer sagt, er habe nie an dem guten Willen Dr. Peters gezweifelt. Auf die frühere Aeußerung Justizrats Dr. Cellos, daß der Beweis nicht erbracht sei, Smithies habe Dr. Peters einen Mörder genannt, beantragt Rechtsanwalt Falk, Acker hierüber zu vernehmen. Das Gericht lehnt den Antrag als unerheblich ab. Fortsetzung morgen 9 Uhr.

vermischtes.

* E i n schwerer Nordwestschneesturm an der O st­und Nordseeküste trieb das Wasser in die Kieler Föhrde und den Haien Kiels. Tie Tampfpinasse des LinienschiffesBraun- fchweig" im Kieler Haien schlug gegen die Barbarossabrücke und sank, die Besatzung wurde gerettet. Viele Fischerboote und 'Dlotor- iahrzeuge sind zerschellt oder gesunken. Schneetreiben erschwert dort die Schutzarbeiten. Aus Euxhaven, Flensburg, Wismar, Lübeck u. a. O. wird Äehnliches gemeldet. Die Eisenbahnstrecke Insterburg Tilsit ist infolge von Schnee­verwehungen gesperrt. Da der Schneesturm anhält, ist die Tauer der Sperrung unbestimmt. Aehnliche Meldungen liegen aus ganz Ostpreußen vor. Sämtliche Kleinbahnen stellten dort den Be­trieb ein. Bet Schippenbeil wurde ein Milchstchrwerk von einem Kleinbahnznge auf dem Bahnübergänge angefabren und in einen (graben geschleudert. Der Kutscher wurde getötet. Der Maschmen- führer hatte wegen des heftigen Schneetreibens das Hindernis zu spät bemerkt und den Zug nicht mehr zum Halten bringen können. Auch in England und Dänemark herrscht ein heftiger Schneesturm mit Gestöber. In ganz Dänemark ist der Verkehr auf fast allen Staats- und Privatbahnen unterbrochen. Kopen­hagen erhält keine Post aus der Provinz und dem füdlichen Aus­land. Es werden zahlreiche Schiffbrüche von der englifdjen Küste gemeldet. Aus Frankreich sind die telephonischen und tele­graphischen Leitungen nach dem Auslande infolge Unwetters größtenteils gestört.

Kleine TageSchronik.

TasBerl. Tagebl." meldet aus München: Zentrums­blättern zufolge wurde auf den Zentrumsabg. Schwarz von Sozialdemokraten ein zweimaliger vergeblicher Mordversuch unternommen.

Einen Senkballon für hundert Personen beab­sichtigt, wie Professor Hergesell in einem Vortrage mitteilte, Gras Zeppelin nach Fertigstellung seines jetzt im Bau befind­lichen F-ahrzeuges herzustellen.

Zwei 5knaben des Bahnarbeiters Geppert in G r a f e n h a n s e n bei Ettenheim (Baden) sind nach dem Genuß von Christbaum- k o n f e k t erkrankt und g e st o r b e n.

In der Münchener Bilderfälschungsafsare ist jetzt auch der Kunsthändler Josef Windhager ver­haftet worden. Ferner wurden drei bedeutungslose Verfer­tiger falscher Gemälde festgenommen.

In Hamburg spielte sich eine Ehetragödie ab. Die 29jähr. Iran des Malers König erstach im Streit ihren Ehemann mit einer Schere. Ter Erstochene hinterläßt drei unmündige Kinder.

In der Mainzer Straße zu Friedri chsb er g bei Berlin ist durch eine Gasexplosion arges Unheil augerichtet wor­den. Als die Schwester der Inhaberin eines Koufitürengeschüftes, Fräulein Busch, mit brennendem Sichte die Küche betrat, erfolgte eine sehr heftige Explosion. Frl. Busch wurde bis auf den Straßendamm geschleudert, von wo sie, schwer verbrannt und mit total versengten Haaren, nach dem Krankenhause gebracht wurde. Die an der Eingangstür wartende Friseuse wurde auch ziemlich erheblich verletzt.

Die österreichische Regierung beschloß die Errichtung einet Radium-Badea nstalt in Joachi msthal in Böhmen.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Januar

1908

2 3

<u JV B « 2%

o

iJ r« 5"

Wetter

9.

2»

730.7

+ 1,0

4,5

SO

NW

4

Bed. Himmel

s.

9"

736,2

-t- 0,2

4,4

94

NE

6

Schneeflocken

10.

745,7

-4,

2,8

88

NNW

4

Leichter Schneefall

Höchst«

Riedri

Temp ifte

eratur

am

19. ;.-9.

Januar

= -

2,4 6 C.

0,0 ' C.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel

und hidus.tr

Frankfurter Börse

3^% Keichsanleihe . . 94.05 3-6 do. . . 82.40

3^7« Konsols .... 94.15

3-6 do 82.30

J>67o Hessen 92 95

3>6°/o Oberhessen . . . 92.00

4% üesterr. Goldrente. 97 75 47,-6 Oesterr. Sil betreute 98.60 4-6 Ungar. Goldrente . , 93 40 4-6 Italien. Heute . . . 103.30

3-6 Portugiesen Serie I 63.70

3-6 Portugiesen 111 64.10 4>fc7o russ.Staatsanl. 1905 94 30 4 u>0 Japan. Staatsanleihe 88.75 46 Conv. Türken von 1903 94 40

Türkenlose 144.10

1% Griech. Monopol-Anl. . 50.40

äussere Argentinier . 85.50

<>7o Mexikaner .... 62.50

4>s7o Chinesen .... 95.50

Aktien:

Bochum Guss 199 00

Buderus KW.... 113.50

Tendenz: sehr fest.

ie, Giessen.

, 10. Januar, 1.15 Uhr.

Elektnz. Lalnneyer . . . 125.00.

Elektnz. Schlickert . . . 109 00 Eschweiler Bergwerk . . 21410 Gelsenkirchen Bergwerk 190.00, Hamburg-Amerik. Paket!. 121.00 tiarpener Bergwerk. . . 201.75 Laurahiitte 219.00 Aordd Llojd .... 108.50 Ubeischles. Eisen-Industrie 99.75 Berliner tiandelsges. . . 157.75 Darmstädter Bank . . . 127.40 Deutsche Bank .... 232 50 Deutsch-Asiat Bank . , 133 50 Diskouto-Komuiauait. . , 173.00 Dresdner Bank . . 14130.

Jxreditaktien 200.60.

Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn 86.80

Gotthardbahn Lomoard. Eisenbahn . . 28*25 Uesterr. Staaisouiin . . . 145.20 l'nuce-Heun-Eiseubahu . 121.90

Berliner Börse, 10

Canada E. B 157.30 Darmstädter Bank . . . 127^0 Deutsche Bank . . . . 232 40 Dortmunder-Union C. . . 62.25 Dresdner Bank . . . 141.00

Tendenz: hausse.

Januar. Anfangskurse.

Harpeuer Bergwerk. . . 201.50 uaurah litte 219.10 >. um bar den E. B. ... 28.20 Nordd. Lloyd . . . . 108*50 1 ürkenlose ..... 144.70

Gönnt den Kleinen die Späte im Kicien, inmt mtdi hnniv L, . üc nicht uui Ivarm ein .

auch dafür, düir tue ^d)lc nihaute des .Falles nicht

F pÄÄVÄWÄ > >. aieÄXT'-