Ausgabe 
9.11.1908 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

'politische Bildung (nicht die Partei- und Jntereffenpolitik), umso leichter liehen sich wichtige nationale fragen, wie etwa auch die Reichsfinanzreform, lösen. Redner schloß unter stürmischem Beifalt mit dem Wunsche nach einer erhöhten nationalen Bildung des deutschen Volkes. E- A.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 9. 9ioocmber 1908.

Bestanden. Die in diesem Jahre in der Zeil Dom 7.9. September bezw. 29.31. Oktober in Darmstadt zum erstenmale abgehaltene Prüfung für Steuer- komm iss ariatsgehilfen bezm. Bureauvorsteher, haben folgende bei Großh. Steuerkonmussariat Gießen beschäftigte Herren bestanden: Möbus, Honig, Schäfer und Gröninger.

** Vortragskurfus für praktische Land­wirte. In der ersten Hälfte des Monats Januar wird von der Landwirtscl)aftskammer in G i e ß e n ein viertägiger Vor- tragskursus abgehalten werden, der in ähnlicher Weise, wie die früheren derartigen Einrichtungen, zur Durchführung kommen wird. Es sind Vorträge in Aussicht genommen aus dem Gebiete des Ackerbaues, der Viehzucht und -Haltung, wie z. B. über Pferdezucht, über Weidewirtschaft, über land­wirtschaftliche Arbeiteroerhältnisse, die Ergebnisse der Leistungsprüfungen usw. Die Vorträge werden von her­vorragenden Fachmännern gehalten werden. An den Nach­mittagen der Vortragstage wird Gelegenheit gegeben, durch freie Diskussionen das Gehörte zu besprechen.

* Der Rhein-Mainische Verband für Volks­bildung hält seine nächste Bezirks-Versammlung Sonntag, 15. Nov.. nachmittags 3*/4 Uhr, im GasthausZum Niesen" in Wetzlar ab. Pfarrer Sic. Gombel in Reiskirchen bei Ziehen wird überVolts turn und Volksbildung" sprechen und dabei hauptsächlich die kulturelle Bedeutung unseres bäuerlichen Volkstums behandeln. Außerdem wird sich der VerbandsgeschäflSführer Volk über die Aufgaben und Wege der 2Lolksbildungsarbeit für unsere ländlichen Gemeinden verbreiten. Da einige der tüchtigsten Mitarbeiter aus dem nördlichsten Verbandsgebiete ihr Erscheinen zugesagt haben, so ist auf rege Debatten zu hoffen, durch die die Volksbildungs­arbeit sicher Vorteile für die innere und äußere Weiter- entwickelung gewinnen wird. Interessenten derVolkswohlfahrls- bestredungen, die der Volksbildungsarbeit bisher noch fern- gestanden haben, sich aber vor dem Besuche der Versammlung über Organisation und Arbeitsweise des Verbandes orientieren wollen, erhalten auf Verlangen einführendes Material durch die Geschäftsstelle in Frankfurt a. M., Stiststraße 32.

* Stadttheater. Zu Schillers Geburtstag dem 150. wird de§ Dichters Werk .Piccolomini" gegeben, unseres Wissens zum ersten Male in Gießen. Die Direktion glaubte, um dem selten gegebenen Schauspiel besondere Sorg­falt widmen zu können, von der Wiedergabe von .Wallen­steins Lager" absehen zu können, da letzteres in den ver­gangenen Jahren sehr häufig, zuletzt noch bei Einweihung des neuen Hauses, aufgeführt wurde. Die Leitung bei morgigen Vorstellung ruht in den Händen des Herrn Obec- regisseurs Bakof.

* Tätlicher Unfall. Der Schirrmann Jos. Jung 1 aus Leihgestern gecicth im Bahnhof Gießen am 7. Rovbr. abends beim Rangieren zwischen die Puffer, wobei er so schwer verletzt wurde, daß die sofortige Ueberführung in die Klinik nötig geworden war. Leider ist der tüchtige Be­amte dort semen Verletzungen am 8. b. 2)1. morgens erlegen.

M Fahrlässige Kindestötung. Die Ehefrau eines Arbeiters machte gestern morgen einer Leichenwärlerin die Mitteilung vom Ableben ihres 6 Monate alten Kindes und gab an, es sei an Stampfen gestorben. Da die Leicheufrau aber die Rückenseite der Kindesleiche mit Brandwunden be­deckt fand, machte sie der Kriminalpolizei davon Mnteilmig und es wurde zunächst festgestellt, daß der Tod infolge der Brandwunden eingetreten war. Hebet die Ursache der Brand­wunden gab die Frau bann an, daß sie vor 8 Tagen abends allem mit dem Smb bei dem Herd gesessen und Krämpfe be­kommen habe. Als sic wieder zu sich gekommen, habe das entblößte Kmd auf dem heißen Herd gelegen. Sie habe cs eingcwickelt, ihrem Manne den Vorgang verschwiegen und habe am anderen Tage das Kind in der Klnuk verbinden lassen. Da die Frau dem Trunk ergeben und früher schon mal ein kleines Kind in trunkenem Zuslandc auf den heißen Herd gesetzt hatte, wird eine Untersuchung gegen sie cin- geleitet werden. Jedenfalls war sie auch im vorliegenden Falle wieder betrunken. Fest steht allerdings aber auch, daß die Frau zuweilen von epileptischen Krämpfen befallen wird.

Schlägerei. In einer Wirtschaft in der Weh­st e i n g a s s e kam es gestern abend zwischen Soldaten und Zivillisten zu einer Schlägerei, wobei es auf beiden Seiten blutige Köpfe absetzte. Die Polizei nahm einen der Be­teiligten in Haft und schloß das Lokal. Auch im Selters- weg kam cs zu einer Seilerei, wobei ein Student mit blutendem Kopfe abzog.

Hühnerdrebstahl. Einem hiesigen Einwohner wurden in der Nacht auf den 7. I. Nits, ans einem in seinem Garten am sogen. Sand befindlichen Hühnerslall zehn wertvolle junge Hühner gestohlen. Von den Tätern fchll jede Spur, vielleicht tragen diese Zeilen zu ihrer Er­mittelung bei.

* * Eine unsinnige Wette. Am Freitag abend kam es in der Wirtschaft des K. F. hier zu folgender Wette: Es galt, innerhalb 10 Almuten 10 Handkäse zu verzehren. Em junger Mann ging freudestrahlend an die Arbeit und ent­ledigte sich dieser Aufgabe schon in der kurzen Zeit von 7 Minuten. Wie Diel Unheil schon durch derartige- wetten entstanden ist, sie werden immer wieder geschloffen.

r. Annerod, 7. Nvv. Gestern abend hielt Herr Obstbau- technikcr Wißner aus Friedberg bei Gastwirt Ph. Wächter einen Vortrag überDie Verwendung des Karbolineums in der Obstbaumpf leg e". Seit einiger Zeit, so führte Redner aus, hat man Caroolincum im Kampfe gegen Ungeziefer und Krankheiten der £L|ibäume angewendet. Der Erfolg war verschiiLen, meistens tovnic ermunternd. Bäume, welche man mit reinem Karoolineum behandelte, gingen vielfach nach kurzer Zeit zugrunde, besonders jüngere mit parier Rinde. Dagegen hat man, seit es in Wasser lösliche Kar^olincumiabrikate gtL.t, mit verdüimntem Karbol ine um gute Erfolge erxielt. Während des Winters empfiehlt sich ein mehrmaliges Bespritzen der S.iljäumc vom Stamm bis in die äußersten opif.en der Zweige mit einer 10prozentigen Karoolineumiösung. Versuche haben gezeigt, daß dadurch viele OLstdaumschbringe lApseülutende^er, jianpc des Ringelspinners, Blattläuse upu.; obgciölet oder durch den inten> siven Geruch abgehalten weroen. Auch im Spormer kann man

mit stark verdünnten, höchstens 1 prozentigen Lösungen t^ui Un­geziefer an Blättern und Früchten zu Leibe gehen. Kleinere Krebswunden heilen bei mehrjähriger Anwendung von 15biS 20 Prozents gem Lehmkarbolineum, während man Oie Krankheit, n-enn sic stark vorgeschritten ist, verzögern oder gar zum ^otill- tand bringen kann. Kurz, die Karbolincumbehaichlung verdient uie Aufmerksamkeit aller O l. stü a um freunde und die vorliegenden günstigen Resultate regen zu allgemeinen Versuchen an.

Großen-Linden, 8. Nov. Größere Siche» rungsarbeiten an der Main-Weser-Bahn werden seit einigen Wochen in den tiefen Bahneinschnitt zwischen hier und Klcin-Linden vorgenommen. Der Lett- und Sandboden der Böschungen hat in den letzten Jahren durch fortgesetzte Rutschungen der Bahnverwaltung viel Mühe und Kosten ver­ursacht. Jetzt werden die alten defekten Schutzmauern am Bahnkörper entlang durch starke Basaltinauern erneuert. An beiden Böschlingen sind zahlreiche Riefelkanäle angelegt, die die eindringende Feuchtigkeit ableilen sollen.

X Lollar, 7. Nov. Vor einigen Monaten war, durch besondere Umstände veranlaßt, von Saughebern bet hiesigen Schulverwaltung die Abschaffung des alten Brauches, wonach Schulkinder zur Bedienung bet Kirchenglocken, Treten des Balges beim Orgelspiel re. herangezogen wurden, beantragt worben. Nachdem nun auch in der Zwischenzeit von einer Anzahl Ellern ein gleicher Antrag gestellt worden war, hat bie Kirchcnvertrctung m ihrer letzten Sitzung beschloffcn: »Tie Bedienung der Glocken gegen entsprechende Vergütung dem Kirchendiener zu über­tragen. Tas Treten des Balges beim Orgelspiel ist bereits vor einiger Zeit vergeben worden.

-4- Ällendorf <l d. Lahn, 9. Nov. Ein schönes Fest bildete die gestrige Einweihung unseres neu­erbauten Schul Haus es. Die gesamte hiesige Ein- wohuerschast, Schulklassen und Vereine, sowie zahlreiche aus­wärtige Festgüsle nahmen an der Feier teil. Von Gießen waren erschienen: Reaierungsrat Dr. Merck, Baurat Diehin und Schulrat Kleinschmidt. Um 2 Uhr versammelte man sich am alten Schulhaus, das neben der Kirche stecht, zu einer Abschiedsfeier. Die Schüler sangenAch bleib mit >einer Gnade", worauf Lehrer Jäger einige Worte des Abschieds sprach. Er hob hervor, daß das alte Schul­haus etwa 100 Jahre der Allendorfer J. gend die Bildungs­stätte war. Nach dem Gesang des SchülerchorsUnfern Ausgang segne Gott" bew-egte sich unter^ Vorantritt des Posaunenchors der Festung junt neuen Schulhaus. Der Gesangverein sang unter Leitung des Lehrers Lack das WeiheiiedDie Himmel rühmen oes Ewigen Ehre". Kreis- amtmann Regierungsrat Dr. Merck-Giegen sprach namens der Kreisverwaltung. Er erkennt das Entgegenlommen der Gemeinde gelegentlich des Neubaues an. Sie habe vor zwei Jahren sofort die Mittel beiuilligt. Möge das Haus oer Gemeinde ein Segen sein und bleiben. Schulrat Klein­schmidt hob die Bedeutung der "Neubauten für Schüler und Lehrer hervor. Möge ein Geschlecht daraus hervorgehen, das Vaterlandsliebe und Gottesfurcht, deutsche Zucht und Sitte mit deutscher Treue wahre. Bürgermeister Ludwig Volk übernahm mit kurzen Worten den Schlüssel. Pfarrer H ei ne b ach hielt die Weiherede über die P,amiworteWo oer Herr nicht das Haus baut, da arbeiten die Bauleute um­sonst." Der Posaunenchor spielte den ChoralLobe den Herren, den mächtigen König." Otadjbem noch der Gesang­verein eilten Chor und der Schülerchor das LiedWohl einem Haus, da man dich ausgenommen" gesungen hatten, erfolgte die Be.ichtigung des Gebäudes. Es ist in feinem Innern nach allen Anforderungen der modernen Schul­hygiene eingerichtet und zeigt zugleich ein schmuckes, statt­liches Aeußere. An dem Eingang ist eine Gedenktafel mit den Namen des Orlsoorstandes angebracht. Das jetzige alte Schulhaus wurde 1884 eingeweiht.

----- Friedberg, 8. 'JIoü. Ter von der Kreisverwaltung Friedberg ins Leben gerufene, am 15. Oktober l. I. er­öffnete Kreisarbeits nach weis erfreut sich des lebhaftesten Zuspruchs, namcutlich von landwirtschaftlichen Arbeitgebern und Arbeitern. Als Beirat bei Verwaltung der Arbcits- vernuttclungsstelle ist eine Kommission bestehend aus 5 Ar­beitgebern rind 5 Arbeitern vom KreiZansschriß gewählt worden. Der Kreisausschuß hat nunmehr werter beschlossen, mit dem öffentlichen Arbeitsnachweis auch einen W ohnungS- n a ch w e i s für Minderbemittelte als besondere Abteilung dem­nächst einznrichten. Ferner wurde auf Anregung des Kreis­rats Fey-Friedberg in Aussicht genommen, nut dem Kreis- arbeitsnachweis auch einen Nachweis von Bauplätzen nicht nur für Arbeiterwohnhäuser rind sonstige kleinere Wohn- Häuser, sondern auch jur landwirtschaftliche Hofraiten und Unternehmungen, sowie gewerbliche Anlagen ebenfalls als besondere Abteilung, zu organisieren. Die letztere Einrichtung, die unseres Wrffcns die erste derartige in Deutsch­land scm wird, soll zunächst nur für die Landgemeinden ge­troffen werden. Den Städten des Kreises bleibt überlassen, sich anzuschließen. Die Kreisverwaltung bezweckt durch diese Einrichtung nicht nur, daß den Arbeitern auf dem Lande, insbesondere auch den laudwirtichastlichen Arbeitern die Mög- lichkcit, sich seßhaft zu machen, erleichtert wird, sondern daß auch die Besiedelung des Landes mit landwirtschaftlichen Unternehmungen und soweit die Gegend sich dazu eignet mit gewerblichen Anlagen gefördert wird. Man darf in diesem Vorgehen eine interessante Bemühung, die Bc« ücdclung deS Landes zu fördern sowie der Landflucht und der Entwertung des flachen Landes entgegenzuarbeiten er­blicken, von dem wir hoffen wollen, daß sie günstige Erfolge zu verzeichnen hat.

+ Hemmen, 8. Nov. Unsere Gemeinde-Feld- jagd, die em Gebiet von 375 Hektar umfaßt, wurde auf weitere sechs Jahre an den seitherigen Pächter Joh. Stephan zum Preise von 150 Alk. freihändig vergeben.

-r. Mainz, 7. Nov. TaS hiesige Bankhaus Gebr. Oppenheimer hat seine Zahlungen eingestellt. Der eine Mitinhaber der Firma hat sich, wie gemeldet, er­schossen. Das Defizit soll 2 800 000 Mark betragen und durch allzuweit gehende Kreditgewährung entstanden sein.

kg. Kirchham, 8. Nov. In der städtischen Festhalle hier findet gegenwärtig die erste a l tg e m e i n e Gefl ügel - aus stell ung statt, die sehr gut beschickt ist. Der AuS- iicUiingskatalog weist ca. 400 Nummern auf und man sieht, daß die Aussteller sich bemüht haben, ihr Bestes zu zeigen. Den ersten Preis für Aroßgeflügel erhielt W. 'Jlömer- Kirchhain, 2. Preis Rentmeister Kiause-Nmteln. Nach Gießen und Umgebung kamen folgende Preise: jur Emdener Gänse: I. Deucker - Rodhcim 4. Pr.; für Enten: L. Ditterl-Wetzlar 3. Pr.; für Hühner: Hemr. Loh-Gießen 1. Pr., H. Köhler Ill.-Allendorf 1., 3., 4. Pr., L. Dittert-

Wetzlar 2., 3. Pr.; für Tauben: Lehrer Heldenstem-Burg- ©cmünben 1. Pr., I. Deucker - Rodhcim zwei 4. Pr., H. Schneider-Gießen 3. Pr., Theodor Schwleder-Gießen 1., 2., 3. Pr., derselbe nochmals 1., 2., 3., 4. Preis u. a. Der Besuch der Ausstellung war gut und namentlich heute war ein sehr lebhafter Fremdenverkehr.

<ßcridn»§aaL

Ulm, 6. Nov. DaS Schwurgericht verurteilte den Taglöhner' Li vp u auS Kteiuelslingen wegen 22 Verbrechen von Brandin'tung zu 13 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Fünf Atonale Untersuchungshaft wurden ihm auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

Luftschissahrt.

Das Luftschiff des Grafen Zeppelin mit dem Kron­prinzen an Bord traf um 1 Uhr 40 Min. über Donau- esclfingen ein und kreuzte über der Stadt, um den kaiserlichen! Sonderzug zu erwarten. Als der Kaiser aussticg, näherte sich das Luftschiff dem Bahnhof und aus der Gondel wurden Grüße durch Tücher schwenken herabgesandt, die der Kaiser er­widerte. Nach Ankunft des Kaisers im Schlosse tauschte er noch­mals Grüße mit dem Kronprinzen im Luftschiffe, 'welches das Schloß mehrmals umkreiste und dann die Richtung nach dem Bodensee einschlug und landete nach b'/sstündiger Fahrt in Man­zell. Die Witterungsverhaltnisse waren recht ungünstig. Der Kronprinz warf in Donaueschingen einen Brief an seinen Vater aus dem Luftschiffe. In Friedrichshafen wurde, da bereits voll­ständige Dunkelheit eingetreten war, die Rückkunft mit Bangen erwartet. Aus der Gondel wurde bei der Ankunft eine Rakete geworfen, um die Orientierung zu erleichtern.

verini Achtes.

* Sieaftibierung des Leutnants a. D. Otto v. Bismarck. Leutnant Otto v. Bismarck, der, wie wir berichteten,' infolge des feigen und hinterlistigen Angriffs seitens des Jour- nachlisten Richard Becker durch Ehrengerichtsspruch verabschiedet wurde, soll, wie die Franks. Ztg. mitteilt, Aussicht haben, seine Laufbahn als Offizier wieder aufzunehmen. Becker wurde wegen seines unerhörten Verhaltens durch das Landgericht zu einem Jahre sechs 9)tonaten Gefängnis verurteilt; außerdem wurde in der Gerichtsverhandlung festgestellt, daß v. Bismarck sich bei dem Zusammentteffen durchaus korrekt benommen hatte.

* Schiffs unsä Ile. Der von England kommende Kohlen­dampferKurt Retzlaff" stieß bei Bielenberg mit dem Har­burger SchoonerAngela" zusammen. Der Schopner sank; die Mannschaft wurde gerettet. Auf der Weiterfahrt brachte der­selbe Dampfer bei Schulau einen Ewer zum Sinken, wobei ein Mann der Besatzung ertrank. Der DampferTaish" ist wahrend eines Sturures auf der Höhe der Insel Iturup (Kurilen) untergegangen, wobei 150 Personen ertranken.

* Major:Aus Ihrem Gequassel kann man überhaupt nicht klug werden! Mas finb Sie in Ihrem Zivilberuf?" Zimmermann, Herr Major."Na, dann hätten Sie die Bretter auch wo anders hin nageln binnen als vor Ihren Dös- bopp!"

Kleine Tageschronik.

Ter ans dem Büloiv-Ljraiid--Prozeß betauuie Graf Günther von «d d) uleuburg rouroe vom Amtsgericht Velbert ent« in ü n b i g t.

Zu bem Selb st morde beS Bankiers Ottomar Müller in Freys rng wird gemeldet, daß die Tal alü Geschäüsrum zllrückzll'ühreu fei. Die Schulbell betragen 1 800 000 Mk., der Bar­bestand 2d0 Alk.

Eine Untersuchung der Filiale Pinerole deS Banco di Noma in Mailand ergab den Fehlbetrag von 220 uuu üire. Ter Direktor Gassoll und der Kassierer Astengo wurden ver­haft e t.

Bei den Vereinigten Svarkasfen in B u d a p e st wurden U n t e r f cl) l a g u n g e n in Hohe von 140 000 Kronen entdeckt.

Kleine Chronik au s Kunst und Wissenschaft. Bictorien S a r b o u ist gestern in Paris gestorben. TaS von der russischen Zensur zugetassene Srama Salome von Wilde, dessen Erstaufführung schon angekündigt luar, wurde von Der Synode verboten. Im bayrischen 91 a t i o n a Im u- j e u m m AI ünchen wurden wertvolle M ü n z e n g e st o h l e n und verkanit.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., v. Utou. (Orig.-Telegr. desGieß Anz.") Amtliche Vlotierungen der heutigen Fruch tinarktpre is e. Weizen Mk. 19 7520.00, Kurhessischer Mk. 20.7521.00, La Plata 'DIL "3.7524.50, Kansas Alk. 23.0023.50, 9loggen (hiesiger) Alk. 17.7518.00 Gerste (Metterauert Alt. 21.5022.00, sftanken- lelber Alk. 21.5022.25, Haier 16.5017.50, Mais Mk. 17.75-18.00. Weizenmehl Alk. 31.5032.00, 0000, 2. Qualität Alk. 30.50 bis Alk. 31.00, 3. Qualität Alk. 29.0030.25, Roggenmeht y

Alk. 27.7528.00,1. Qualität Alk. 26.7527.00, Welzenkleie Mk. 10.25 bis Alk. 10.50, Roggenkleie Alk. 10.7511.00, Alalskeime Alk. 13.50 bis Alk. 13.75, Frcurken, Pfälzer, Ried Alk.00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

ic. Frankfurt a. M., 9. Nov. (Teiegr. Orig. - Bericht de4 Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Biehmarkt- pretse. Zum Verkaufe standen: 384 Ochsen, 118 aus Oesterreich 44 Bullen, 6 aus Oesterreich, 1028 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 351 Kälber, 765 Schafe und Hammel, 1684 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 00 Scha'lämmer. Bezahlt wurden für >00 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 7880 Alk., 2. Qualität 7072 Mk., 3. Qualität 5662 Alt.: Bullen: 1. Clual. 6870, 2. Qual. 6466; Rübe 1. Qualität 7072 jJtL 2. Qual. 6264 Alk., 3. Qual. 5052 Alk., 4. Qual. 0000 Alk., 5. Qual. 0000 Alk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlacht­gewicht : Kälber 1. Qualität 92 bis 95 Pfg., Lebendgewicht 5556 Pfg., 2. Qualität 8590 Pfg., Lebendgewicht 50 - 53 Psg., Schlachtgerv 6870 Pfg.; Schafe: 1. Quak. Schlachtgeiv. 70 b:s <5 P'g^ 2. Qual. 5054 Pfg. Schweine: 1. Qual. 7172 Pf^ Lebendgewicht 56,557 Pf., 2. Qual. 7000 Pi., Lebendgewicht 56,0 - 00 Pfg., 3. Qtt all 6466 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. Gcscha't bet Hornvieh mittelmäßig, kein Uebetflanb, bet Kleuwteh gut, (ein Uebecftanb.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Wltteruug ,ür »jenen am Dienstag den 10. Dlooembir: Zunehmende Bewölkung. Zunächst trocken. Später geringe Nrederschläge. Frost. Nördltche Wmde.

GriginaL-Drahtmelduttgen«

R. B. Darmstadt, 9. Nov. Die beiden Kam­mern iperten bereits Ende November zum 34. Land« tag zusammentreten.

Paris, 9. 9cod. DasEcho de Paris" meldet aus London: Vor Tagen machte die deutsche Regierung durch die Vermittelung des Londoner Vertreters dem Aus' ivärtigen Amte betonnt, daß man in Berlin die besten Gefühle für Frankreich hege und daß man an feinen ernsten Konflikt denken könne. Dieser Schritt gestattete dem Auswärtigen Amte in Son- ö o n, seinerseits zu erklären, daß man Frankreich nicht isoliert lassen würde, wenn es sich an Eng­land wenden sollte.

Paris, 9. Nov. DerMatin" berichtet ans Belgrad: In der Nacht vom Samstag auf Sonntag sprengte eine bosnische Bande, die in den B-rg.n ip riet e mitt lst St) na mit die Ka,erne vo.i Kvui^a, einem Städtchen, das 120 Kilometer von der serbischen Grenze im Innern Bvs^ niens gelegen ist. 170 Soldaten seien getötet, worden.