seine Zustimmung erteilen wolle, daß die gesamte Korrespondenz puf den Tisch des Hauses gelegt lverde. Ferner: ob er die Umstände und Tatsachen, die mit diesen Tatsachen in Verbindung steden, vollständig auseinandersetzen wolle. Der Liberale 'Ridsdale wird den Sekretär der Admiralität fragen, ob ein Bries oder Briese, zwischen dem deutschen Kaiser und dem Ersten Lord der Admiralität gewechselt wurden, die Angelegenheiten der Kritischen Flottenpolitik betrafen, und ob er, wenn dies der Fall sei, die. Korrespondenz in Anbetracht der falschen Auslegung, der ein solcher Vorfall unterliegen tonne, veröffentlichen wolle. Der Konservative Ober st Lockwood wird Asquith fragen, ob der deutsche Kaiser kürzlich einen Brief an den Ersten Lord der Admiralität über britische und deutsche Flottenpolitik gerichtet chabe, und ob er einen solchen Brief, der sich, — wenn er geschrieben worden sei — auf Angelegenheiten beziehen würde, die Gegenstand einer Debatte im Hause der Gemeinen gebildet .hätten, ohne Verzug dem Parlamente vorlegen wolle. Das liberale Unterhausmitglied Leutnant Carlyon 'Bellairs hat außerdem eine Interpellation im Unterf)au)e «angekündigt, in der der Sekretär der Admiralität gefragt wird, ob ,er seine Aufmerksamleit auf eine Flugschrift des Lord Eversley gerichtet habe, die beit Titel führe: „Der anglo-deutschs Krieg der Rüstungen". Hierin erkläre Lord Eversley, daß ihm vom ersten Lord der Admiralität der Inhalt eines vertraulichen Berichts des Staatssekretärs von Tirpitz an den beutfdjen Kaiser bezüglich der relativen Flottenstärke Englands und Deutschlands mitgeteilt sei. Leutnant Bellairs fragt in der Interpellation an, ob die Admiralität zu der Veröffentlichung dessen, was durch geheime deutsche Berichte zu ihrer Kenntnis gekommen sei, ihre Ermächtigung gegeben habe.
Aus SLKÖL 88810 ßa«0.
Gießen, 9. März 1908.
Gauturntag des Turngaues Hessen.
Gestern vormittag sand bei sehr zahlreicher Beteiligung der 'u£urntag unseres Turngaues Hessen unter dem Vorsitz des Gauvertreters H e l m-Gießen int 'Heuen Saalbau hier statt. T?r vom Gauvertreter erstattete Jahresbericht, der schriftlich vorlag, gab zunächst einen Uc berat ui über die Verhältnisse in der Deutschen Turnerschaft und im Turnkreis Mittelrhein, und gedenkt dann zunächst des leider vom Wetter sehr beeinträchtigten Gauturn- festes in Bad-Nauheim. Auch die Gauturnfahrt nach Rodheim hatte unter Negenwetter zu leiden, während das erste Berg- ftumen auf dem Hvherodscopf sehr gut verlief. Ter Bericht ermahnt dann die Vereine zur möglichst einfachen Gestaltung 'tt/rer Festlichkeiten. Neu in den Gau traten die neun Vereine ,Burgiolms, Cölbe, Mellnau, Rauschenberg, Ziosenthal, Ruttershausen, Steinfurth, Watlau und Watzenborn ein. Der Gau zählte am 1. Januar ds. Js. 77 (1. Jan. 1907 67) Vereine mit 8780 (mehr 838) Mitgliedern, 7270 (mehr 643) zur Gaukasse Steuernden, 1510 (mehr 195; Zöglinge, 3339 (mehr 456) an den Turnübungen Teilnehmende, davon 1946 (mehr 265), die über 17 Jahre alt sind und 1393 (mehr 191) ZögLnge. Außerdem •iurnten 335 (wehr 35 > Frauen und Mädchen in den Vereinen. Der ebenfalls schriftlich vorliegende Turnbericht des Gauturn- '■roarty Will- Gießen ließ erkennen, daß die turnerische Tätigkeit im Gau recht rege war. Es fanden ztvet Gauvorturner- gtunden und vier Bezirisrorturnersttinden statt. Außerdem gab zwei Uebungsstunden im Keulenschwingen und eine solche für Leiter von Frauenabteilungen. Am Gauturngang nahmen 201) ,Turner teil, bei dem damit verbundenen Welturnen 135. Beim Gauturnfest in Bad Nauheim zählte man 1117 Turner im Fest- Hug, 405 Stabübungs-Teilnehm4r, 42 Musterriegen, 25 Einzel- .wetturner in der Ober- und 142 in der Unterstufe. Am ersten 'Hoherodskopf-Bergturuen nahmen 154 Wetturner teil. Zum 'Sä)4uß fordert der Bericht zu eifriger turnerischer Betätigung auf dem diesjährigen Deutschen Turntest in Frantsurt auf. Der von Rechner P o ft - Alsfeld erstattete Kassenbericht wies eine /Einnahme von 1973.05 üllt und eine Ausgabe von 1817.46 Mk. nach. Tas Vermögen des Gaues beträgt 840.86 Mk., von denen ,085.27 Mk. bei der Bezirlsspartasse Gießen angelegt sind. Tie Rechnung wurde geprüft und richtig befunden und dem Rechner Entlastung erteilt. Als Rechnungsprüfer wurden die Turner >Vaubel, Alt Hof) und Völzel-Gießen wiedergewählt. Die Gau- Steuer für das laufende Jahr wurde auf der seitherigen Höhe <25 Pfg. für das Mitglied) belassen. Als 2. Gauturnwart, Dessen M'uwahl durch die Versetzung des seitherigen Amtsinhabers iHäuser von Bad-Nauheim nach Mainz notwendig geworden ist, dourbc Günther- Vlarburg mit 58 Stimmen gewählt. Auf ,Schuler-Wetzlar fielen 31 Stimmen. Zur Wetturnordnung wurde geschlossen, oas W<tllausen über 200 'JJecter und das einarmige Stemmen als Wettübung zu streichen, ferner soll beim Sechs- iampf an die Stelle einer Geräteübung eine Freiübung mit »der ohne Belastung treten. Die Wertung soll in Zukunft chatt von 1 zu o von 1 zu 10 Punkten erfolgen. Beim volks- ttlmiichen Wetturneu soll in Zukuntt zu den vier volistümlichen Wettüvungen als sünile Hebung eine Stabübung treten. Weiter 'irurbe zur eifrigen Beteiligung auf dem Teilt,chm Turnfest chet den allgemeinen Stabübungen und der gemeinsamen Vor- ‘fübrung des Kreises im Keulenschwingen aufgefordert, um die lurnernche Heerschau der deutschen Turnerschaft möglichst ein- dructsvoll ge|tatten zu helfen. Die Vereine, die in Frankfurt Musterriegen stellen, Haven an einer gemeinsamen Stab Vorführung des Gaues teilzunehmen. Tie diesjährige Gauturnfahrt wurde nach Großen-Linden verlegt. Sie wird im August Haitimben. Als Zeitpunkt für das diesjährige Gauturn- .■feft in Lich wurden der 20., 21. und 22. Juni sestgesetzt. Um das Gauturnfep 1909 hatten sich Kirchhain, Grünberg und Marburg beworben. Gewählt wurde Marburg mit 43 Stimmen. Kirchhain erhielt 11 Stimmen und Griinoerg 37 Stimmen. Von dem herkömmlichen Bergwetturnen ]oli mit Rüchicht auf das deutsche Turnfest^ für dieses Jahr abgesehen werden. Um 2 Vs Ul)r wurde der Turntag mit einem dreifachen Gut Heil auf die Turnsache geschlossen.
* * 0 m Groß h. H 0 s. II. KK. Htz. der G r o ß h e r - zog und die Großyerzvgi n begaben sich am Samstag mittag 1 Uhr im Auto nach Fraitr,urt a. M. zur Be- sichlignug der Laszto-Ausstellmtg im Frankfurter Kunstverein. Im Laufe des Nachmittags lehrten die Großherzoglichen Herrschaften mit dem Fürsten und der Fürstin zu Solms-tzoheniolnis-Lich, tue am Morgen in Frankfurt eut- trasen, nach Tarmstadl zurück. S. K. H. der G r o ß y e r z o g folgte am Abend einer Einladung des Ossizierlorps des Leibgarde-Regiments zu einem Herrenabend im Regimentshaus) Zeughausstraße.
** Kreisschulinspektoren. S- K. H. der Gro ß- L erzo g haben ven Kreisschulinspektor bei der Kreisschul- iommii;loh Mainz Schu^al Dr. Mich.-Zang 5um Kreis- schulinspettor bei der Kreisschulliommission Bingen, den Kreisschulinjpektor bei der Kreisschuttommission ^ssenbach Dr. Herrn. Bach zum Kreisschuitnspektor bei der Kreis- schultomi.üssi< n wiainz, b. ?. Kreisschulinjpertor bei der Kreis- schultomm.iilvn Bingen Jak. Ho j mann zum Kreisschul- tnspeltor bei der KreisschuikommtsFon Ossenbach ernannt.
* * E i j e u b a h n p e r s 0 n a l i e n. S. K. H. der Großherzog haben den Eisenbahnbauinspektor Will). Kayser zu Darmstv.dl zum Vorstand einer Mafchiuenulspeltion in der Veslisch-Preußochen Gttenoai):lgemein,chaft ernannt
* * U c 0 e r t r a g c n wurde oem Lehrer Phil. Ritzel zu Burg-Gr. . nrobe eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu 'Dien-Gilbung.
. * x)In Colosseum hat am Samstag nach all dem Fastnach.-.'ituoel eineKu.nstlerfch.ar mit neuem, v ielaestalt igeu und sehenswerten Programm ihren Einzug gehalten Auch mehrere tr.ee gerannte sind wieder da. ^as aber ein Vorzug, iLim sie haoen j.u) bei den Koio,iLUmsvriita,mn gut einzusuhven und in bcji-et Erinnerung zu hatten gewußt.
Da ist zunächst die kleine Angelika Walter — wohl der Schlager des Programms — die mit ihren paar Kmderjcchren schon recht bedeutende Erfolge in der Brettlkünst erzielt. Man mag über diese sogenannten Wunderkinder denken wie man will, zugeben wird man müssen, daß es ein Genuß ist, der Kleinen ein Viertelstündchen zuzusehen und zuzuhören, wie sie mit den Manieren enter waschechten Soubrette auf tritt und ihr kleines, niedliches Stimmcheu ertönen läßt. Dann folgen Dora und Jean Marow mit ihrem Parodietheater. Sie fanden schon beim letzten Programm viel Anerkennung und treten noch mit einer neuen Mimmer, einem originellen militärischen Intermezzo, hervor. Lebhaft begrüßt und immer wieder Hervorgernfen wurde der Humorist Oswald Naumann. Wie bei seinen früheren Vorträgen fesselt er auch jetzt durch frischen Humor und schönen Gesang. Von den neu engagierten Künstlern tritt zuerst John Chambord auf. Er malt in aller Seelenruhe ein farbenprächtiges Landschastsbild ans dem .Harz und bereitet das Publikum mit zahlreichen guten und schlechten Witzen auf diesen Kunstgenuß vor. Lilli Engels ist eine Soubrette von besonderer Eigenart und — wie schon ihr Name andeutet — von etwas engelhafter Schönheit. Der Jongleur Zetto-Zetto weiß feine schwierigen Kunststücke in humorvollster Weife anzubringen, während ihn eine auf dem Programm nicht genannte Dame mehr dura) prägnante Körperformen als durch Leistungen unterstützt. Es folgt noch eine schneidige Koftümsoubrette, Marga Scholz, und ein Kunstradfahrertrio, das mit erstaunlicher Gewandtheit auf dem Zweirad arbeitet und eine Reihe noch nicht gesehener Tricks zeigt. B-
** Turnerisches. Der Ausschuß des Feldbergfestes hat als Tag zur Abhaltung des Festes den 14. Juni in Vorschlag gebracht. Außerdem soll in diesem Jahre statt des seitherigen Vierkampses ein Fünfkampf zur Durchführung kommen. Der Feidbergrurntag wird am 22. März in Boaenheim ab gehalten.
Frankfurt a. M-, 8. März. Der Frankfurter Hauptbahnhof genügt nicht mehr den verkehrstechnischen Anforderungen und soll ausgebaut werden, was etwa acht Jahre dauern wird. Die 18 Ein- und Ausfahrtsglei,e werden um sechs vermehrt. Dazu kommen zahlreiche neue Rangier- und Aufstellgleise. Der jetzige Eilgüterbahnhof wird dem Personenvertehr dienen und ein neuer erforderlich werden. Die Kosten für den Neuerwerb von Grund und Boden dürften nicht sehr hoch werden, da der Fiskus bereits einen großen Teil des nötigen Geländes besitzt.
----- Wteseck 8. März. Die Gemeinde Wieseck besitzt neben dem Faselstalle noch 2 Gärtchen, worin einige Obstbäume stehen. Vor einigen Wochen fiel ein Birnbaum, der sehr einträglich war, um, und bei näherem Zusehen entdeckte man, daß die Wurzeln auf der einen Sette bis zum Stamme abgehauen waren. Hoffentlich gelingt es, den oder die Täter zu ermitteln, damit diese Rohheit ihre gerechte Strafe findet.
** Mainz, 8. März. Als städtischer Bibliothekar ist aus einer großen Anzahl von Bewerbern Professor Binz von der Universität Basel, em geborener Württemberger, ausgewählt und der Stadtverordnetenversammlung zur Wahl vorgeschlagen worden.
Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberhessen.
L. Gießen, 7. März.
D.ie Firma Herz Aaron zu Friedberg betreibt eilt Knochen-, Häute- und Feilager. Gelegentlich eines Gesuches derselben um Erlaubnis zur Errichtung einer Brandmauer stellte sich heraus, daß der Geschäftsbetrieb, der im Jahre 1889 auf Veranlassung der Behörden an die jetzige Stelle verlegt worden, noch nicht konzessioniert war. Die Firma suchte deshalb nachträglich um die Konzession nach. Gegen die Genehmigung des Gesuchs wurde aber von den Nachbarn Einspruch erhoben, indem behauptet wurde, daß das Knochenlager einen unerträglichen Geruch verbreite und durch die an den Knochen noch haftenden Fleischteile, die in Verwesung übergingen, eine Unmenge Fliegen an- gezogen würden, die leicht zu Blutvergiftung Veranlassung geben könnten. Der Kreisausschuß des Kreises Friedberg gab dem Einspruch insofern statt, als er in den Bedingungen für die Genehmigung der Anlage insbesondere die aufnahm, daß die Benutzung der Anstalt zur Lagerung für sich eingesührker, mit den Fellen und Häuten nicht verbundener Knochen verboten sei. Gegen die Entscheidung des Kreisausschusses verfolgten die Vertreter der Firma Rekurs an den Provinzial-Ausschuß, indem sie um Streichung dieser Bedingung baten. Der Provinzial-Ausschuß ließ nach vorgängiger mündlicher Verhandlung durch eine Kommissivn Augenschein an Ort und Stelle nehmen und entschied heute, nachdem die Vertteter der Parteien nochmals eingehend gehört worden waren, daß die fragliche Bedingung durch eine andere zu ersetzen sei, wonach die Lagerung der Knochen unter gewissen näher bezeichneten Bedingungen zu gestatten sei.
Der Kreisausschuß des Kreises Alsfeld hak die Gewerkschaft Lufe und Ilsdorf, die bei Ilsdorf eine Eisensteingrube betreibt, zu den Unterhaltungskosten der von ihr zur Abfuhr ihrer Erze benutzten Kreisstraßen mit einem besonderen Beittag herangezogen, weil diese Sttaßen einen erhöhten Aufwand an Unterhaltungsmaterial erforderlich machten, was auf die Eisensteinfuhrwerke zurückgeführt wurde. Die Gewerkschaft rekurrierte an den Provinzial-Ausschuß. Es fand auch Verhandlung statt, die aber vertagt wurde, weil sich die Notwendigkeit weiterer Erhebungen herausstellte. Diese haben inzwischen ftattgesunden. In der heutigen Sitzung erklärte sich der Vertteter der Gewerkschaft zur Leistung eines Beittages vom 1. Jan. d. Js. ab bereit, bat jedoch, von einer Heranziehnng für die abgelaufenen Jahre abzusehen. Diesem Antrag wurde von dem Vertteter Großh. Kreisamts Alsfeld widersprochen. Der Pro- vtnztal-Ausschuß beschloß, seine Entscheidung in einer bet nächsten Sitzungen zu verkünden.
Heinrich Röder II., der zu L0rbach bei Büdingen einen Flaschenbierhandel betreibt, ist um die Erlaubnis zum Betrieb einer S ch a n t wi r t s ch a f t eingelommen. Der Gemeinderak von Lorbach hat sich m seiner Mehrheit gegen das Gesuch ausgesprochen, und der Kreisausschuß des leises Büdingen hat es mangels Bedürfnisses abgelehnt. Auch der Provmzial-Ausschuß an den der Anwalt beS Gesuchstellers Rekurs verfolgt hatte, kam zu keinem anderen Ergebnis und beschied den ^Nachfnchenden abschlägig.
vermischte».
' Eisenbahnunfälle. Em Pajsagierzug ist in der viahe von Orenburg (Rußland) entgleist. Hierbei wurden 15 Personen getölet und 71 verletzt. Die 'Mehrzahl der Wagen wurde zerstört. — Bei Z u c z k a «.Bukowina) wurden bet einem Zuianimensloße zweier Giuerzüge ein Bahnbediensleler getötet, zwei verletzt.
* Unangenehmes Vorkommnis bei einer Beerdigung. Gin Hamburger Schlächtermeister, der im allge- Krankenhaus an den Folgen von Verletzungen, die er fto) bei einem Unglückssatt zugezogen, verstorben ist, wurde auf dem Frreohole in ^hlsvorf zur letzten 3iuhe bestattet. Als der Leichenwagen die ridsstra^e passierte, prallte er gegen einen toteui mit lolcher Gewalt, daß der Sarg, der auf Mügeln ruhte, um kippte Znfolgedeffen löste ftch der Deckel und der Leichnam liel (i u | 0 a 5 Straßen Pflaster. Dieser Zwischenfall rief unter oem Trauergefolge große Aufregung hervor. Plan beeilte
sich, die Leiche wieder in den Sarg zu legen, der Kondukt setzte sich wieder in Bewegung und nachdem auf dem Friedhof der Sarg repariert war, konnte die Bestattung vor sich gehen.
EsssgejanSS.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Karneval in Lollar- Der Bericht vom 3. (. Mts. vom Karneval hier verdient eine Erwiderung. Die ösfentliclien Auszüge und Veranstaltungen am Karneval hier entspringen den Ideen einer vorurteilslosen, humorvollen, jüngeren Generation. Selbstverständlich werden bei dieser Gelegenheit sehr originelle Begebenheiten der Oessenttichkeit übermittelt. Es ist dieses in Lollar wie auch anderwärts der Fall. Nur entsteht ein Unterschied dadurch, baß Lollar ausnahmsweise etwas mehr Stoff der luftigen Faschingsjugend bietet. Von beißendem Svott kann also hi r k ine Rebe sein. Daß bie Zahl biefee eigenartigen Begebenheiten nicht zunehmen möge, liegt jebenfalls auch nn Interesse ber Faschingsjugenb. Sicherlich trägt letztere burch derartige Auszüge aber zu keiner Vermehrung derselben bei. Die Andeutung, baß Fastnacht 1907 in Lollar nichts Gutes gezeitigt habe, entbehrt jeder Grunblage. Die zuftanbigen Behörden haben jedenfalls wichtigeres zu tun, als gegen diesen harmlosen Fastnachtstrubel einzuschreiten.
Spielplan des Neuen Gietzener Ltadttheaters.
Tiensrag den 10. Atärz, abends 8 Uhr (außer Abonnement): Einmaliges Gastspiel von G e r t r u 5 e E y s 0 l d t: „D i e W i l d» e 111 e" von Ibsen. Ende gegen 11 Uhr. 'Mittwoch, abends 7 Uhr: Abonnements-Vorstellung: „Der Bibliothekar." Ende 9*/a Uhr. Freitag, abends 8 Uhr: Abonnements-Vorstellung: „Gyges uni) sein Ring." Tragödie in 5 Aufzügen von Fr. Hebbel. Sonntag, nachmittags 30x Uhr, bei Vollspreijen: Kindervorstellung, unter Mitwirkung der Kapelle des Regiments: „Die verzauberteii Frösche". Kmdermärchen von Steuigoetter. (Silbe gegen 51/» Uhr. Sonntag, abends 7l/$ Uhr, bei kleinen Preisen, unter Mitwirkilng ber Kapelle des Regiments: „Robert und Bertram."
Spielplan der vereinigten Srantfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Dienstag den 10. März *,: „Die lustigen Weiber von Windfor/ Mittwoch den 11. März: „Tannhäuser." Donnerstag den 12. Aiärz: „'Mabarne Butterfly." Freitag den 13. Alärz, abends halb 8 Uhr: „Ein Walzertraum." Samstag den 14. März: „Ton Juan." Sonntag Den lö. März, nachmittags halb 4 Uhr: „Frühlingsluit." Abends 7 Uhr: „Oberon." Atoiitaq den 16. März, abends halb 8 Uhr: „Tie luftige Witwe."
Schauspielhaus.
Dienstag den 10. März *): Zum erstenrnale: „Pann e", Lustspiel von Skowrouiiek. 'Mittwoch den 11. März, nachmittags halb 3 Uhr: Volksfchüler-Vorstellung: „Wilhelm Teil." Abends 7 Uhr: „Vater und Sohn." Tonnerstag den 12. März, abends halb 8 Uhr: „Bei uns da drüben." Freitag den 13. Atärz: „Dottor Klaus." Samstag den 14. Marz: „Panne." Sonntag den 15. 'März, nachmittags halb 4 Uhr: „Bei uns da drüben." Abeiids 7 Uhr: „Panne." 'Montag den 16. März: „Doktor Klaus." Dienstag den 17. Aiärz: „Die Nibelungen." („Ter gehörnte Siegfried", „Siegfrieds Tod".)
*) Anfang, wenn nicht anders bemerft, abends um 7 Uhr.
Meteorologische Beovachtungen der Station Gießen.
März
1908
Barometer aui 0° reduziert
Temperatur ber Luft
Absolute
• Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Winbrichtung
Windstärke
Wetter
8.
2 »n
746,0
6,0
5,6
81
NW
4
Bed. Himmel
8.
9“
744,4
6,1
6,4
91
WSW
4
9.
725
740,5
8,5
6,8
83
SW
4
Bew. Himmel
Hocl
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7.-8.
März
— 4.
6,4 6 C.
Riedriglle
0
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= +
1,3 u c.
TeüeSomscÜne
des Giessenei Anzeigers, nntgeteik vuu der Bank für Handel und Industrie, Giessen.
Frankfurter 3tör#e. 9. März. 1.15 Uhr.
3%°l0 Reichsanleihe . . 92.35 do. . . 82.95 3>s0/0 Konsols .... 92.55 3% do 82.95
3J4°/O Hessen 91.45 3^°/0 Oberhessen . . . 92.00 4 % Uesterr. Goldrente. . 99 45 4*/s % Uesterr. öüberrente 99.90 4>o Ungar. Goldrente . . 94 35 4% Italien. Rente . . . —.— 3^6 Portugiesen Serie I 60.70 3% Portugiesen „ III 61.00 4 x/a °/0 russ. Staatsaul. PJÜa 93 90 4>4 °/0 japan. Staatsanleihe 87.15 4% Conv. Türken von l‘JU3 94.90 Tlirkenlose 151.20 4-ä Griech. Monopol-Aul. . 49.70 4% äussere Argentinier . 85.50 öu/0 Mexikaner .... 65.70 4>s7o Chinesen .... 96.30
Aktien:
Bochum Guss 195.90 Buderus K W 112.00 Tendern.; fest.
Berliner Börse,
Canada E. B 144.40 Darmstädter Bank . . . 124.cO Deutsche Bank .... 238.20 Dortmunder-Union C. . . 57.50 Dresdner Bank . . . 137.40
Tendenz: sehr fest.
Elektriz. Lahmeyer . . . 118.00 Elektnz. Schuckert . . . 104.00 Eschweiler Bergwerk . . 206.25 Gelsenkirchen Bergwerk . 185.90 Hamburg - Amerik. Bukett 113.50 Harpener Bergwerk. . . 196.40 Laurah litte 209.80 iXurdd. Lloyd . ... 101.30
Obeischles. Eisen-Industrie 96.00 Berliner ilandelsges. . . 158.75 Darmstädter Bank . . . 124.50' Deutsche Bank .... 238.40 Deutsch-Asiat Bank . . 139.00 Diskonto-Kommaudit . . 175.90 Dresdner Bank .... 137.oO Kreditaktien 203.20 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn 82.30
Gotthard bahn —
Lombard. Eisenbahn . . 26 70
Uesterr. tStaaisDalm . . . 144.00
Pnnce-Henri-Eisenbahu . 119.25
9 Mälz. Anfangskurse.
I Harpener Bergwerk . . . 196.50
| Laurabütte 209.80
। i.ombarden E. B. ... 26.50 .\ordd. Lloyd 101 20 f lirkenlose 151.60
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