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7.5.1908 Zweites Blatt
 
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= Sittenfjain, 6. Mai. Unsere Gemeinde, die seither zum Amtsgericht Schotten gehörte, wurde mit Genehmigung S. K. H. des Großherzogs von diesem abgetrennt und dem Amtsgericht Laubach zugeteitt. Die Zuteilung erfolgte mit Rücksicht auf die bessere Verbindung mit Laubach und wird am 15. Mai in Kraft treten.

r Büdingen, 5. Mai. Gestern abend fand im Saale des Hotel Fürsteirhof eine von dem Reichsverband der Deut s ch - sozialen Partei einberufene Versamntlung statt. Der Referent, Generalsekretär Hennings en aus Hamburg, hatj^ sich die Aufgabe gestellt, über das Thema:Was erwarten btc Handwerker, Kaufleute, Beamte sowie die nationalgesinnte Ar­beiterschaft vom neuen Reichstagezu sprechen. Neben großer Beredsamkeit steht dem Referenten eine gute, durchdringende Stimme zur Verfügung. Beide zusammen ermöglichten es dem Redner, sich innerhalb zwei Stunden der gestellten Aufgabe zu entledigen. Die Einzelausführungen des Redners, der über die geringen Löhne für Heimarbefter, den Befähigungsnachweis für Handwerker, das Submissionswesen, Zuchthausarbeiten für Pri­vate, Bauschwindel, Warenhausbesteuerung usw. sprach, fanden den Beifall der Versammlung. Redner führte aus, daß feine Partei für geeignete soziale Gesetzgebung eintrete und daß man mit dem bis jetzt Errungenen wohl schon für die getane Arbeit zufrieden sein könne. In der alsdann eröffneten Diskussion sprachen zwei Redner von der Gewerkschaft der Glasarbeiter in Büdingen, die dem Referenten darin entgegentraten, daß man das bis jetzt Erreichte nur ein Stückwerk nennen könne. Man solle nur ein Ganzes verlangen und für dieses eintreten. Nach Schluß der Versammlung fand noch eine Besprechung statt, in dec Generalsekretär Henningsen eine eifrige Werbetätigkeit entfaltete. Am Sonntag veranstaltete die Gewerkschaft der hiesigen Glas­arbeiter eine Maifeier. Sie wurde mit einem Umzuge durch die Stadt unter Vorantritt einer Musikkapelle eingeleitet. In dem Zuge selbst fielen der Arbeiterradfahrerverein mit weißen Sweaters, roten Schleifen und rot verzierten Rädern^auf. Diesen folgten der Arbeiterturnverein, ebenfalls mit roten Schleifen ge­schmückt. Alsdann schlossen sich die Arbeiter nebst ihren Familien an. Am Nachmittag und Abend fand dann Tanz im Valentinschen Saale statt. Die Feier verlief ohne jede Störung.

Groß-Umstadt, 5. Mai. Gestern tagte hier die Hes­sische Vereinigung für Volkskunde. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles, Jahres- und Kassenberichtusw. hielt Haus- und Staatsarchivar Dr. Dieterich- Darmstadt einen Vortrag über die Sammlung der Flurnamen in Hessen, in dessen Verlauf er eine Reihe von Vorschlägen machte, wie die Sammlung anzuvrdnen sei. Hierbei gedachte der Redner besonders der großen Verdienste des Hosrats Kofler auf diesem Gebiete in warmen Worten. Wichtig waren insbesondere die Vorschläge über die Gestaltung der Sammelbogen. Diese sollen enthalten: 1. die modernen Gewann-Namen: 2. die historischen Namen; 3. die mundartlichen Formen; 4. die Bezeichnung der Kultur- art der Gewanne (Feld, Wiese ufro.); 5. volksmäßige Deu­tungen der Namen, Flursagen usw. Für die Sammlung sind Gemarkungskarten notiocnbig, die im Maßstabe von 1:25 000 nach der Generalguartiermeisterskarte aus ben 50 er Jahren an­gefertigt werden fallen. Der Redner betonte schließlich noch den hohen Wert der Sammlung für die Ortsgefchichte. Die Ver- fammlung nahm hieraus einen Antrag^an, wonach eine Kom­mission mit den Vorarbeiten für diese Sammlung betraut wird. Den zwecken Vortrag hielt Bibliothekar Pros. Dr. K. Bader- Darmstadt über den Treppenwitz in der hessischen Geschichte. lDarmst. Ztg.)

Wetzlar, 7. Mai. Die nationaUiberale gartet des hiesigen Wahlkreises hal nun ebenfalls einen Kandidaten aus­gestellt ; es ist der Legationsrat a. D. vom Rath in Duisburg.

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Dresden, 6. Mai. Das Kriegsgericht verurteilte den Unteroffizier Berthold vom Schützeuregimeicke 108, der einen Soldaten derart mißhandelte, daß er starb, zu eine in Jahr Gefängnis.

Berlin, 6. Mai. Im Ehrengerichtsverfahren gegen Dr. Karl Liebknecht hat setzt der Generalstaatsanwalt Dr. Wächter beim Rcichsgerichtshoi für deutsche Rechtsanwälte in Leipzig Revision eingelegt. Die Begründung kann erst erfolgen, wenn dem Generalstaatsanwalt der Text des sreisprechenden Urteils vorliegt. ______________

Vermischtes.

Hohen zolle rn, d i e den Glauben wechseln. Es wird derW. Ztg." gemeldet, Prinz Friedrich H e i n r i ch v o n Preußen beabsichtige zum katholischen Glaitbeu über* zutrelen und habe bereits Kouvcrtiteiumterrldst empfangen. Ge­rüchte dieses Inhaltes waren m Berlin längst im Umlauf, und man wußte, daß der Prinz,, der unter dem Jnkognilonameii eines Herrn v. Rogan" in Italien lebt, fast ständig von einem katho­lischen Geistlichen begleitet ist. Prinz Friedrich Heinrich würde, falls er in der Tat die katholisehe Religion annührne, nicht das einzige 'JJiitgliet) bes preußischen Königshauses fein, das sich zu ihr beiennt. Tte m Frankfurt a. M. lebeftde Witwe des Landgrafen Friedrich von Hessen, geb. Pruizessiii ilnna von Preußen, trat 1901 zur katholischen Kirche über. Die 72 Jahre alle Landgräfin ist eine jüngere Schwester des verstorbenen Prinzen Friedrich Karl voii Preußen. Und die Prinzessin Sophie von Preußen, Schwester des Kaisers Wilhelm II. und feit 1880 die Gemahlin des Krou- prinzen von Griecheiilaud, trat 1891 zum griechisch-orthodoxen Glauben über. Ties hatte eine vorübergehende Verstimmung zwischen ihr und ihrem kaiserlichen Bruder zur Folge. Aiich die Prinzessin Charlotte von Preußen, eine Schwester des Kaisers Wilhelm I., nahm, als Gemahlin des Zaren Nikolaus L, den orthodoxen Glauben an. Die fürstliche Linie Hohenzolleru ist be­kanntlich bis auf den heutigen Tag katholisch; König Karol und fein Reffe, der Thronfolger von Rumänien, haben den Glauben ihrer Väter nicht angelegt. Aber die vier Kinder deS Thronfolgers lueröen nn griechisch-kathosischen Glauben erzogen.

* Gelbe Seide aus China. Wie bereits gemeldet wurde, ist vor Kurzem an die Berliner chinesische Gesandtschaft aus einer Stadt Süddeutschlands ein Schreiben gelangt, aus dem hervorgeht, daß sich dieser Absender im Besitz eines Stückes gelber Seide befindet, das sich als Ehedokumeut des Kaisers von China barftcllc. Dieses aus dem katserl. Palast zu Peking mitgebrachte und nut Schristzeichen bedeckte Stück gelber Seide ist indes, wie man jetzt erfährt, keine eigentliche Heiratsurkunde, sondern eine nach Abschluß der Ehe gehaltene A n s p r a ch e des ch i u e s i s ch e u K a i s e r s an seine e r ft c Fra u. Das Stück Seide hat ein Militärbeamter der Okkupations-Armee, ohne zu wissen, was es enthielt, als eine Rarität aus dem Palast zu Peking zum Andenken an den Feldzug nut sich genommen. Gegen den Militärbeamten ist jetzt em Er- mittelungsversahren cingclcilet worden.

Kleine Tageschronik.

Die letzte Nummer desS i m p l i z i s s i m u s", welche sich mit dem B e s n ch e de r den t s ch e n Bundes fürsten in Wien befaßt (Maikäfer krabbeln auf dem Bette Kaiser Franz Josefs umher), ist in Wien sowie in baherischen und württem- bergischen Süchten konfisziert worben.

Der kürzlich verstorbene Rittergutsbesitzer Dr. v. Günther in Stibbc (Posen) vermachte sein ganzes Vermögen von etwa einer Million M a r t dem preußischen F i s k u s.

In Oldenburg erhielt die Frau eines feit längerer Zeit verschwundenen Kaufmannes die schriftliche Anforderung, an einem bestimmten Orte Geld zu hinterlegen, sonst sei es tun ihren gefangen- gehalteneii Ehemann geschehen. Tie Polizei verhaftete als den Urheber der E r p r e s s u u g einen 13 jährigen Mittelschüler.

In Belgrad erschoß der Oberleutnant Gohkowcksch ein Frcudenmäbchen. Aufregung erregt ferner die Meldung, der forb. Kronprinz habe einen Gardesoldaten erschösse n. Die Leiche sei nach Kitschewo, dem Heimatsorte des Soldaten, verbracht wor­den, wo der Vater den verlöteten Sarg öffnen und feststellen ließ, daß ein Verbrechen vorliege.Narodni Lisch" erzählt, der Kronprinz habe sich damit unterhalten, einem Soldaten eine Zigarette aWs dem Munde zu schießen. Die Kugel fei jedoch in ben Unteniejer gedrungen unb habe den Mann schwer verwundet.

In La Porte (Indiana) lockte die Farmerwitwe Gunesa durch Heiratsanzeigen reiche B e lv e r b e r an, tötete fünf, sowie eine Mitwisserin und vergrub die Leichen. Auch ihren eisten Mann hat sie getötet. Sie wurde selbst mit drei Kindern von dem Farm knecht Lamphere ermordet, der nach der Tat das Haus an- zündete. Die Leichen wurden gefunden.

Wie aus Chicago gemeldet luirD, wurden dort zwei Damen und ein Herr unter dem Verdachte verhaftet, daß sie zu dem unter dem Namender Orb.it des schwarzen Schleiers ' bekannten Sel b ftmö rd erk l u b gehören. In diesem Kind bestimmte das LoS, wer Selbstmord zu begehen hatte. Dem Ausgelosten wurden ein schwarzer Schleier, schwarze Handschuhe und schwarze Strümpfe geschenkt und er hatte sich innerhalb einer Woche nach deren Empfang das Leben zu nehmen. Cs ist bekannt, daß sechs Per­sonen diesem Blödsinn zum Opfer gefallen sind.

Ansverftä-üts-riachrrchte».

Aus Halle a. S. erhalten loir die Nachricht, daß dort Cbcrbaiirat Karl Schäfer, Professor an der technischen Hocl)- schule zu Karlsruhe, gestorben ist. Oberbaurat Schäfer wurde durch die Rekonstruktion des Friedrichsbaues des Heidel­berger Schlosses weit bekannt. Viele haben ihm diese Tat nie verziehen. Er wurde geboren 1844 in Kassel, mar zunächst vom Jahre 1884 Professor an der technischen Hochschule in Berlin und seit 1894 an der in Karlsruhe. Seine Hauptbauten sind die Universität in Marburg und der Equitablepalast in Berlin.

Märkte«

fc. Frankfurt a. M., 7.w>ai, i-relcgr. Orig.-Bericht desGieß Linz."). Amtl. diotiermigen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe ftanben: 4 Ochsen, 0 aus Oesterreich, 0 Bullen, 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 49 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 932 Kalber, 72 Schafe und Hümmel, 00 Schafe aus Oesterreich, 00 Ziegen, 950 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 7478 Ml., 2. Qual 6668 'Ulf., 3. Qual. 5553Alk.; Bullen 1. Qual. 64 bis 67 Mk., 2. Qual. 5860 Alk.; Kühe 1. Qual. 66-68 Mk., 2.Qnal. 6062 Mk., 3. Qual. 38-40 Alk, 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 0000Alk. Kälber: 1. Qual.98100 Pfg., Lebendgewichts60 Ps 2. Qual. 8288 Pfg., Lebendgewicht 4652 Pfg., Schlacht­gewicht 68-72 Pfg. Schafe: 1. Qual. 8082, 2. Qual. 7476 Pfg 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 6162 Pfg., Lcbdgew. 48,000,0 Pfg., 2. Qu. 60-00,0 Pfg., Lebendgew. 48,000 Pfg., 3. Qual. 5256 Pfg. Lebendgew. 00 P:g. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Uebersland unbedeutend; bei Kleinvieh gedrü Ueber- ftanb erheblich.

Eingesands.

Oeisenlliche Bitte.

Die Anlag eit, die unsere innere Stadt umgeben, seien dem Schutze deS Publikums augelegcntlichst empfohlen; die besonders schiitzbedürftigeu Stellen sollen noch durch Plakate näher bezeichiiet roerben. Es wird gebeten, die auf dem Promenademveg der Nord- anlage aufgeschütteten spitzen Steinchen nicht gu entfernen und denselben nicht and dem Wege zu gehen, gerade bunt; das Festtreteu derselben wird die hessische Schuhindustrie und damit die Steuerkraft des Laiides gefördert. Cs wird gebeten, die vermutlich alte historische N i ch tftätte an den Mädchenschulen, zu beiden Seiten der Schillerstraße, nicht drtrch Abladen von Kadavern, K e l) r i d) t, G e r ü m p e l etc. zu verunzieren: 1. damit noch Arbeitsgelegenheit für die Arbeitslosen in einem der kommenden Winter bleibt; 2. damit der Name des Dichters, nach meld)em die hindurchgehende Straße benannt ist, nicht geschändet wird; 3. damit dock; wenigstens eine charakteristische würdige Stätte in der Stadt verbleibt, auf welcher die Lebensmüde n im sinnigen Anblick der Verödung imd Verelendung der Welt ihre letzte Stuitde besd)ließen können.

Hochachtungsvoll

Der VereinDenkmalschutz tu ben stübt. Anlagen*.

Voraussichtliche Witterung für Hesieu am Freitag den 8. Mai: Zunehmende Bewölkung. Regen. Windig. Temperatur wenig Veränderung.

GrsgruaL-Drahtmelönngen.

st Darmstadt, 7. Mai. Rach einer Mitteilung des Staatsministers ist der offizielle Schluß deS Landtags auf Mitte Juni festgesetzt.

Rom, 7. 9)tai. In Moriuelli brach ein großes Feuer aus. Die ganze Siadt scheint der fBernid)timg preisgegeben. Ma­rinelli, das 6000 Einwohner hat, ist cm bedeutender Mittelpunkt für die Landwirtschaft.

Lissabon, 6. 'Dlai. Im Parlament hielt der König eine Ansprache, in der er zunächst die schmerzlichen Creigiusse erwähnte, durch die er auf den Thron berufen wurde, und dann meiter ausführte, daß er den festen Willen habe, dem von ihm ge­leisteten Eide treu zu bleiben, und seine Gesinnungen als ton- ft i t n t i o n c J l e r M onarch , der in Liebe zum Frieden und zur nationalen Unabhängigkeit ausgewachsen sei, zum Ausdruck zu bringen; er werde mit allen Kräften für die Wohl'ahrt des Landes wirken und die Gesetze gewissenhaft beobad)tci:. Sem bester Lohn werde die Liebe seines Volkes sein. Der Präsident der P a i r S- k a m m c r erwiderte, das Parlament zolle den Versicherungen des Königs freudigen Tank und bringe ihm aufrichtig und loyal feine Huldigung dar.

von

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