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Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.
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Berantwortlich für den polMfchen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und „Vermischtes* P. Wittko; für .Stadt
Me das „Leipz. Tgbl." in einem Leitartikel mit dem Titel „Vor und hinter den Kulissen" mitteilt, sei eine voll-- findige Aussöhnung zwischen dem Fürsten Bülow imb Geheimrat v. Holstein erfolgt. Wie Herr v. Holstein
Posten beschäftigter Darsteller kann nicht zugleich eine ganze schwierige Vorstellung tadellos oorbereilen und leiten.
Trotzdem blieb die heiler freundliche Ausnahme dieses zwar musikalisch anmutigen, sonst aber durchaus nicht höheren Blödsinns nicht aus. Schlegel und Bakos, unser würdevoller Heldenvater, der prachtvolle Repräsentant kraftvoller ernster Männlichkeit, waren tu ihren Possenrollen von starker Komik. Sonst ist namentlich wieder Franzi Großkopf zu nennen, die Mimosa des Abends. Zur Japanerin fehlt ihr freilich das zierlich Fein- gliedrige, aber ihre glänzenden Stimmittel und ihre angenehme, gestern allerdings nicht so fein wie im „Zigeunerbaron" abgestimmte Spielweise sind'zwei große Vorzüge, die nie ihren Erfolg verfehlen föiuicn. Trippeln übrigens wirtlich die Geishas auf hochhackigen Atlasschuhen umher? Das englische Ossiziersquartett führte Georg Bauerstrammund fidel an und Hildebrandt singt stets so geschmackvoll, daß man meinen möchte, er käme von der Oper, gehöre ihr im Grunde an. Endlich ist Frl. Lueie G ö r g y als ausnehmend muntere Molly zu nennen, die für das erkrankte Frl. Klerwien ein getreten war. Frl. G. ist uns von ihrem vorjährigen einmaligen Gastspiel als eine der Hauptdarstellerinnen in >der „Lustigen Witwe" noch in angenehmer Erinnerung. Ihres leb- haften Temperaments und ihrer neckischen Anmut würden wir gern öfter uns erfreuen. Ihr kleines Stnnmchen versteh^ sie delikat zu behandeln, ihr Plauderton ist von ansprechender Schelmerei und groß ist ihre Bühnenroutine. Im einzelnen konnte sich sonst noch manche Rolle zweiter Gattung sehen lassen.
Kapellmeister W e i n a ck halte das nette Werk wieder sehr gut musikalisch einstudiert.
Persien.
Prinz Meajed ed Damey ist zum Stadtgouverneur von Teheran und Emir Behadur zum Kriegsminister ernannt worden. Chapchal, der russische Lehrer und Rat-
Auslasrd.
Rach einer Petersburger tiitiuuug kommt der russ. Minister des Aeußeven Iswolski, im September nach Karlsbad, wo er den Besuch des öftere. .Ministers, Baron Achrenthal, erhält. Es verlautet, daß Präsident Falliöres nach seiner Rückkehr aus Rußland mich Marienbad kommt, wo er mit König Eduard -usammentrifft.
Die Budgctkommission der französischen Kammer ist mit den Ministern Pichon und Cruppi dahin übereingekommen, daß ein Vertreter des 5)andelsMinisteriums sich zu der Konferenz für den literarischen Urheberschutz nach Berlin be-- geben soll.
Nach einem Telegramm aus der kaukasischen Stadt Ast ar a am kaspischen Meer herrscht unter der dortigen Bevölkerting große Unruhe, da verlautet, daß der Gouverneur mit einer bewaffneten Streitmacht heranziehe, um Astara zu besetzen und zu unterwerfen. In Astara ist eine Republik eingefi'chrt, welche die Verwaltungsbehörden suspendiert habe. Die friedliche Bevölkerung flieht in Erwartung einer Katastrophe.
Tas Programm der Reise des franz. Präsidenten Fallier es ist abgeäudert worden. Er trifft am 20. Juli in Kopen -- Hage n, am 23. in Christiania ein und reift am 24. nach Stockholm. Am 27. Juli trifft er auf der Revaler Rheede mit dem Zaren zusammen.
In der russischen ReichAduma erstattete die Aus- aleichungslommission Bericht über die Kredite zum Bau neuer Panzerfchiffe. Tie Duma beschloß, die Kredite zu 'v e r n> e i g e r n. Ter Handels Minister hat in der Duma einen Gesetzentwurf, betreffend die Alters- und Jnvaliditätsversicherung der Arbeiter, eingebracht.
Aus der nordamerikanischen Stadt Denver wird vom 7.Juli gemeldet: 12 000 Personen harrterr heute der Eröffnung des demokratischen Konventes. Präsident Bill von Cali- fornien wies in leidenschaftlicher Rede auf die fehlerhafte Politik der Republikaner hin, durch welche die Interessen der Allgemeinheit in die Hände der Feinde einer guten Regierung kämen. Bezüglich der Zolltarife erklärte er, die deuwkratische Idee sei, daß dort, wo die Tarife die Trusts befähigten, das System der Ausbeutung aufrechtzuerhalten, es Pflicht sei, die Begünstigung der Erzeugnisse der Trusts zu verhindern, damit die freie Konkurrenz des Auslandes den Markt zu vernünftiger Preisbildung im Interesse der Bevölkerung zu zwingen vermöge.
Aus Saigon in Hinterindien rmrd gemeldet: Zwei Unteroffiziere und ein Gel reitet von der tonkinefchen Eingeborenen» Artillerie sind wegen Beteiligung an dem am 29. Juni gemachten Versuch der Ma s se n v er g ift ung der europäischen Infanterie zum Tode verurteilt worden.
gebet des Schahs, verlangte seine Entlassung und forderte 200000 Mk. Schadenersatz. Ter deutsche Dragoman Litten wurde am Sonntag abend auf der Fahrt nach seinem Landsitz in der Nähe der russischen Gesandtschaft von 10 Mann irregulären Truppen überfallen. Litten konnte sich, als die Bande die Pferde auszuspannen versuchte, dadurch retten, daß er drei Räuber durch Fauftschläge und Fußtritte unschädlich machte und im Galopp davon fuhr. Obgleich die Sicherheit in der Stadt vorzüglich ist, so ist doch umhertreibendes Gesindel sehr zu fürchten. Seitens der deutschen Gesandtschaft ist wegen des Ueberfalles Beschwerde eingereicht worden.
In Täbris dauern die Straßenkämpfe fort Rahim Chan beherrscht mit seinen Räuberhorden die Stadt, außer einem Bezirk, in welchem die Revolutionäre zähen Widerstand entgegensetzen. Der Anblick der Stadt ist niederdrückend. Me Räubereien und Greuel der Reaktionäre (affen sich schwer beschreiben. Das Lager dieser Marodeure ift voll geraubten Gutes. Viele Häuser sind zerstört oder ausgeraubt. Eine Unmenge von Kindern sind obdach- und brotlos. Von keiner Seite ist Hilfe zu erwarten. Die Lüden sind geschlossen. FurchtbareHungersnot steht bevor.
marotto in der französischen Kammer und Deutschland.
Paris, 7. Juli.
In seiner Anfrage an den Minister des Aeußern führte l Jaur es aus, die Besetzung vonAzemur widerspreche den Weisungen, die General d'Amade erteilt worden süen, iinb der Verpflichtung, die Frankreich vor ganz Europa iibemommen habe, sich auf das Schauja-Gebiet zu be- ichränken. Jaures setzte auseinander, daß die Negierung i ixird? das Vorgehen d'Amades in die Gefahr komme, in eine falsche Situation zu geraten und den Anschein zu er- ]reden, als ob sie die Operationen von Abdul Asis unterstütze. Diese Bloßstellung Frankreichs müsse durchaus vermieden werden. Jaurös schloß, indem er eine neue, weitgehende Heimsendung der französischen Truppen aus Marokko auf das Entschiedenste befürwortete, tSeifcH auf der äußersten Linken.)
Minister Pichon erklärte, der Zwischenfall von Azemur ' sei übertrieben worden. Die Negierung habe von General IdÄmade genaue Nachrichten verlangt und ihre Instruktion $ erneuert. Die Antwort d'Amades sei soeben eingetroffen. «d'Amade erklärt, sein Nekognoszierungsmarsch hätte die Sicherung der Ruhe des Schanjagebietes zum Gegenstände gehabt. Die Kriegsmunition sei über Azemur in jene Gegend gelangt und Azemur habe sich geweigert, nach Mazagan bestimmte Kuriere passieren zu lassen. Der Minister fügte h inzu, Azemur werde von seinen eigenen Bürgern verwaltet. Die Nahe dort sei nie so vollkommen gewesen wie jetzt. d'Amade habe keinen Kanonen- oder Flintenschuß ab feuern müssen, er sei ohne Waffen und ohne Bedeckung nach Azemur gekommen. Zurzeit befinde sich kein französischer Soldat in Azemur; es herrsche vollkommen Ruhe dort. General d'Amade habe nicht nur das Vertrauen der Regierung bewahrt, sondern auch ihre Anerkennung und Dankbarkeit für seine glänzende Kampagne verdient. (Beifall cills allen Bänken, außer auf denen der äußersten Linken.) Minister Pichon schloß mit per Bemerkung, die Negierung bleibe der der Würde Frankreichs entsprechenden Politik unb von ihr bisher für die Erhaltung des europäischen Friedens betätigten Eifer treu. (Lebhafter Bei- l xlt aus allen Seiten des Hauses, abgesehen von der äußersten Linken.)
Jaurös äußerte darauf seine Verwunderung, warum General d'Amade nichts von der viel wichtigeren Tatsache gesagt habe, daß ihm die Truppen Abdul Asis in Azemur zuvorgekommen seien.
Ministerpräsident C l e m e n c e a u unterbricht hier mit dem Einwurf, die Regierung habe davon keine Nachricht erhalten.
Jaurös äußerte darüber sein Bedauern. Es sei schlimm, daß die N e g i e r u n g absichtlich vor einem Teil der Wahrheit die Augen verschließe. Es nütze nichts, die Aufmerksamkeit dadurch abzulenken, daß ntan von der Tapferkeit der Truppen spreche. Wir wollen, daß man sagen soll, General d'Amade ist nur ein Diener des Vaterlandes. Wir wollen, daß mau unseren guten Willen erkenne, das Vertrauen, das man dem Wort Frankreichs eittgegenbringt, zu bewahren und keinem Menschen zu ge- (ictten, entgegen unserem Willen uns in Verwickelungen hiiteinzuziehen, für die das Vaterland die Verantwortung jl 8» tragen hat. (Beifall auf der äußersten Linken.)
Da Pichon hierauf nicht weiter antwortete, ■iu-ar der Zwischenfall erledigt.
— „W ossi d lo's Operetten-B i bli o th ek, fortlaufenbei populärer Führer durch die Repertoire-Operetten", möchten wir den Besuchern der Operettenvorstellungen in unserem Gießener Stadttheater empfehlen. Es liegen »ins vor: „Ter Zigeunerbaron", „Gasparone", „Ter Bettelstudent" und „Ein Walrenraum." Die ruelen emgestrenten Melodienbeispiele erhöhen den Wert ixefer praktischen Führer nicht unwesentlich, die im übrigen in kurzen Zügen die Operettenhandlung erzählen.
— Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Der bekannte Litteraturhistoriker Pros. Dr. Köster aus Leipzig wurde vom Großherzog von Sachsen zum Mitglied des Kuratoriums des Goethe-Ralionalmuseunis nach Weimar berufen.
Ans StaSL und Land.
Gießen, 8. Jul, 1908.
♦♦ Zur Landtagswahl. Als bürgerlicher Kandidat für die Landtagswahl wurde in der Stadt Offenbach der nationalliberale Fabrikant Th. Böhm ausgestellt. — Bei der am Sonntag in Ostheim ab gehaltenen Vertraucns- männer-Sitzung wegen Besprechung und Aufstellung eines Kandidaten für den Butzbacher Landtagswahlbezirk wurde Oekonom Wllh. Fenchel von Ooerhörgcrn einstimmig als Kandidat aufgestellt.
’• Set Landesausschuß der hessischen Zen- trumSpartei tritt am Donnerstag, 16. Juli, in Darm, l'tabt zu einer Tagung zusammen. Auf der Tagesordnung steht Bericht über Tätigkeit der Fraktion im 33. Landtag und die Landtagswahlen. Wenn der LandesauSschuß die vorbereitenden Schritte zur Laudtagswatzl in die Wege geleitet hat, tritt dann voraussichtlich Anfang September das Landeskomitee zu endgültiger Stellungnahme zusammen. Außerdem findet auch noch vor den Landtagswahlen der 1. hessische Parteitag statt.
** Hessische Landesa nsstellung. Gestern besuchten, wie uns aus Darmstadt gemeldet wird, die Bürgermeister, Beigeordneten und Kreisamtsbeamten der KreiseBüdingen und A l s f e l d die Landesausstellung. Aus dem Kreis Büdingen waren es 150 und aus dem itrct-S Alsfeld 100 Personen. Die Führung durch die Ausstellung hatte bei beiden Besuchen Handelsfammersyndikus Engelbach übernommen.
"Theater-Abonnement. Die Meldungen für die nächste Spielzeit waren bis zum letzten Sonntag schon so zahlreich emgelaufen, daß die Beteiligung am Abonnement sicher ebenso stark fein wird, wie im vergangenen Winter. Da auch fortwährend noch neue Meldungen eingehen, so sieht sich die mit der Zuteilung der Plätze beauftragte Kommission einer sehr großen Arbeit gegenüber, die ihre Zeit bis in den Anfang der nächsten Woche in Anspruch nehmen wird.,- Wer also sich etwa noch zu melden beabsichtigt, möge dies möglichst im Laufe dieser Woche schriftlich bei der Bürgermeisterei tun, damit fein Gesuch sogleich berücksichtigt werden kann.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Es sei schon heute darauf hingewiesen, daß die Walz er - traunl-Aufführung von Dienstag auf Mittwoch, 15. Juli, verlegt ist, da am Dienstag in Bad-Nauheim eine Aufführung stattsinden muß. Der Vorverkauf wird wie
Wir erhiellen aus dem Publikum folgende Zuschrift:
„Seit einigen Wochen werden int Stadttheater Operetten gegeben, was ja recht lobenswert ist, doch muß muß man schon zu den außergewöhnlich Glücklichen gehören, wenn man eine Karle zu diesen Vorstellungen erhalten, das heißt, wenn man nicht allzu tief in feinen Geldbeutel greifen will. So ost man an die Kasse des Theaters kommt, wird man mit folgenden Worten abgefertigt: „Es sind leider nur noch Karlen da zu 3 unfd 4 kDuarf." i Also von den zweiten Rangplätzen ist keiner zu bekommen. Wie kommt das? Wird ein Teil des Publikums von irgend einer Seite bevorzugt, oder kaust jemand
sämtliche zweite Rangplätze auf und verkauft sie mit Profit weiter? Ich habe Verschiedenentale den Versuch gemacht, Karten zu diesen Vorstellungen zu erhalten, doch leider immer ohne Erfolg. Am Dienstag (30. 6. 08) hatte ich mir durch Postkarte eine Karte zur Vorstellung am 7. Juli 1908 bestellt, doch erhielt ich am Samstag, als ich sie abholen lassen wollte, den BÄcheid, es mären unter 3 und 4 Mark keine Karten mehr da. Wo find also die 2. Rangplätze hingrkom'.nen? Ich gla-be, daß das Theater erbaut wurde, es jedem zu ermöglichen, alle Vorstellungen zu besuchen. Das ist jedoch unter solchen Umständen keineswegs der Fall, wenn er nich. das Gluck hat, mit Personen, die am Theater beschäftigt sind, desrenndet zu sein. Ich glaube, im Namen einer großen Zahl Theaterbesucher geschrieben zu haben und glaube auch, daß sich die Direktion des Theaters den Dank vieler verdienen kann, wenn sie diesem Mißstände abhelfen wollte.
Ein Theaterbesucher."
Diese Klage scheint auf den ersten Blick nicht unberechtigt. Sie ist schon häufig, auch im verflossenen Winter, laut geworden. Doch wirb uns aus unsere Frage von maßgebender Seite versichert, bau die Vorausbestellungen auf Plätze int 2. Rang stets gcmz außerordentlich zahlreich zu den einzelnen Vorstellungen scholl mmdestens acht Tage vorher einzulaufen pflegen unb stets ber Reihe nach gewissenhaft erlebigt werben, ohne jede freundschaftliche Rücksicht. Immerhin fehlt es vielleicht doch an genügender Kontrolle darüber. Jedenfalls ist eine offizielle Erklärung an das Publikum besonders wünschenswert.
Nr. 158 Erstes Blatt 188. Jahrgang Mittwoch 8. Juli 1808
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& porämagTioue“ Rotationsörud und Verlag der vrühcschen Unlo.-Vuch- und Sleindruckerei. B. Lange. BedaMan, Lrpedition und Druckerei: Schulftratze 7. ^“3,4.
Giefzerrer LLaditheater.
Die Geisha.
Operette von Sidney Jones.
„Die „Geisha" leben immer noch in aller Welt, in allen vier Erdteilen. Wie die wellklugen, bienenfleißigen, strcbsanren Söhne Japans aller Herren Länder aussilchen zur Erweiterung ihres ■ wissens, zur Erforschung der Eigenart jedes Volkes der Erde, zur Jimeigmmg des allenthalben als das Beste von ihnen Erkannten, •:'o bereisen die von den Engländern Oiven Hall und Harry Green- jant erdichteten japanischen Teehcmsmädchen das Erdenrund nun ||G)on seit einer Reihe von Jahren mit unermüdlicher Ausdauer, unb allenthalben wird ihnen freudiger Empfang zu teil. Ihre 'Jlhifft ist das englische Volkslied, sind die Catches unb Glees,unb die Inguschen Tänze, die Country dauces und An»lais; sie geben den Hrundlon und bilden den Grundstock der Operette, nicht etwa japanische Musik, die uns wohl auch ganz unverständlich bliebe, TCtjlos und unerquicklich klänge. Diese englischen Volkslieder aber hiten viel Gesundes, die englischen Tänze viel Nationales, uns Gefälliges. Beinahe jede Solonummer der Operette schließt mit kinem Tänzchen. Ta Die Engländer eine besondere Vorliebe für ias mehrstimmige Aiadrigal haben, so schrieb Jones einige Chöre in diesem Stil.
Wenn gestern der Chor auch zumeist nicht dazu tanzte und ge- hgenttich nur so etwas wie lanzartige Bewegungen zu machen luvz versuchte, so wurden diese doch mit durch gleichmäßiges sjächerspiet belebte Bewegungen eigenartig begleitet. An geschmack- tollem unb elegantem Kostümzauber unb an mancherlei dekorativen (ifelten fehlte' es nicht; so sahen wir z. B. einen japanischen Üulfan seine imposanten Feuerströme himmelan sich ergießen Iissen. Darstellerisch aber iehlle es doch an Ausgeglichenheit; eine Sttmmungspaujeii, ohne vorbereitende Uebergänge, aber mit ncmcher ungewollten Stockung spielte sich das Gaiize ab. Unser l.cfcer Schlegel ist gewiß ein ausgezeichneter DUme, aber ein liegisseur muß Massenleiter sein, dazu gehört^Feldherrnblick, gehört siotegische Ueber|'tcl)t und unbeugsamer Schneid, gehört aus- icnernbe Arbeit und seilende Kleinkunst — und noch vieles andere, vrs wahrlich nicht jedermanns Sache ist und sein kann. Außerdem chlt es ihm ganz gewiß zur Betätigung solcher etwa doch bei im vorhandenen Talente an Zeit! Em viel und auf wichtigen
heute wieder in einem durchaus freundschaftlichen Verhältnisse zu dem Kanzler stehe, so poche auch Fürst Bülow nicht mehr allein auf eine friedliche Ausgleichsmöglicb- keit der Differenzen, die in Marokko entstanden sind. Bülow werde fortan im Sinne der Holsteinschen Taktik die schärfere Tonart vertreten. —Wie das genannte Blatt noch weiter erfahren haben will, habe Fürst Bülow in der letzten Zeit fast täglich mit Geheimrat v. Holstein längere Besprechungen gehabt._________________
Bom deutschen Städtetage.
München, 7. Juli. In der heutigen Sitzung des deutschen Städtetags referierte Stadtschulrat Kerchensteiner- Münchcn über „Die Lehrwerkstätte als Organisationsgrundlage der gewerblichen Fortbildungsschule", Stadtschulrat Pros. Lyon-Dresden über den Aufbau der gewerblichen Fortbildungsschule ohne Lehrwerkstätte und Stadtschulrat Prof. Michaelis-Berlin über die bürgerliche Erziehung der Jugend in den Fortbildungsschulen. An die Referate schloß sich eine längere Diskussion an. Sodann schloß Oberbürgermeister Kirschner den Städtetag. Am Nachmittag folgte eine Reihe von Beftchtigungen. Morgen findet ein Ausflug ins städtische Quellengebiet statt.


