Oktober
Handel
92.501 Elektnz. Labmeyer
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Börse, 7. Oktober. Anlaugskurse.
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Llarpenei Bergwerk Lanrabütte . .
>.umbarden E. B.
Nordd. Lloyd . .
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am ö.
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223 001 Erince-Henri-Eiseubahu . ' 112.001
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4% Uesterr Goldrente. . 4l/s % Uesterr. Silberrente 4% Ungar Goldrente . . 4% Italien. Rente . . .
3-6 Portugiesen Serie I
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4% äussere Argentinier ö°/0 Mexikaner . .
4>iv/e Chinesen . . -
Aktien Bochum Guss . . . Buderus E. W. . .
Tendenz: ruhig.
Berliner
Canada E. B. . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz geteilt.
4>6°/0 russ.Staatsanl. 1905 4>6°/0 japau. btaatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903
Geschäft;-Empfehlungen
liefert biQtgft Srühl'sche Univeriitätr-DruSerei, Sieben.
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Elektnz. bchuckert . . . Escbweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL Barpener Bergwerk. . . Lanrabütte.....•* •
Nordd. Lloyd.....
Obeischles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien.....
Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn .....
Gottbardbahu.....
Lombard. Eisenbahn . . uesterr. Staats Dahn . . .
Reichsanjeihe do.
Konsole . . do.
Hessen . .
Oberhessen
Literarisches.
— Für Klein und Groß. Der Berliner Tierschutz-- kalender 1909, ein Büchlein mit hübschem, farbigem Lands chafts- Titelbild und vielen Texlbildern ist erschienen. Seit 15 Jahren kommt dieser Kalender und ist weiten Kreisen ein alter, lieber Frennd geworden. Auch der neue Jahrgang enthält wieder eine Reihe ieftelnder Geschichten, die ein edler Geist durchweht, der ans mehr Rücksicht, Gerechtigkeit und Güte gegen die Tiere hmtrachtet. Daher ist der Kalender ein wertvolles Erziehungsmittel, und der weitesten Verbreitung würdig.
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Handel.
— Deutsche Reichs- und preußische Schatzan-', Weisungen. Ls wirb jetzt bestimmt gemeldet, daß von den 100 Millionen Mk. 31/« pro-. Reichs- und 145 Millionen Mk. Preußischen Schatzanweisungen, die am 1. Oktober fällig waren, für die man den Umtausch in 4proz. am 1. Oktober 1911 fällige Schatzanweisungen angeboten hatte, und zwar zu einem Kurse von 99,40 Prozent, 97 Millionen Mk. Reichsschatzanweisungen, und 141 Mill. Mk. Preußische Schatzanweisungen umgetauscht wurden. Es verbleibt demnach nur ein Rest von 3 bezw. 4 Mill. Mark, die nur zur baren Einlösung oorgelegt wurden. Die Schatzanweisungen, die im Auslande untergebracht waren, insbesondere die in J-rankreich, sind, wie die „Franks. Ztg." bestimmt weiß, vollständig zum Umtausch eingereicht woroen. Dieses Resultat hat überaus befriedigt, da es zeigt, daß auch das Ausland wieder Vertrauen zu unseren Anleihen hat.
Die Spar- und Darlehenskasse zu Worms- Dorchheim ist infolge zu hoher Krediteinräumungen an die Möbelfabrik .Heinrich Roth in Zahlungsschwierigkeiten geraten.
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Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeiger*, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen.
Frankfurter Börse, 7. Oktober, 1.15 Uhr.
fonberer Bedeutung, daß die Zöglinge möglichst frühe unter geordnete Aufsicht kommen. Ferner zeigte die Tabelle den Austausch mit den Anstalten und den der Vereine untereinander. Letzterer hat zugenommen, da 33 Kinder teils zwecks weiterer Entfernung vom Elternhaus, teils mangels geeigneter Pflegehäuser oder Stellen anderen Erziehungs- oereinen überwiesen wurden. Um die doppelte Zählung dieser Kinder zu vermeiden, sollen sie von dem letzteren, dem überwachenden, nicht vom unterbringenden Verein mitgezählt werden.
Auf Anregung des Oberstaatsanwalts T h e 0 b a l d soll der Darstellung des Erfolgs der Fürsorge besondere Sorgfalt gewidmet werden, etwa wie in der jährlichen Veröffentlichung des Kreisamts Worms. Deshalb wurde eine gemischte Kommission zum Entwurf eines den beiden anderen Provinzialverbänden zur Begutachtung und zur Mitbenutzung vorzuschlagenden gedruckten Fragebogens ernannt, der den Jahresberichten zugrunde gelegt wird. Sodann wurde beschlossen, die Jahresversammlung zukünftig im Frühjahr abzuhalten, teilst um dem Berichtsjahr, als das das Kalenderjahr beibehalten wird, näher zu rücken, teils weil die Landesversammlungen im Frühjahr stattfinden. Als Ort der Versammlung soll auf einstimmigen Beschluß Gießen festgehalten werden.
Das Vorstandsmitglied Kirchenrat D. Schlosser legt neue Satzungen des Landesverbandes vor, welche von Vertretern der drei Provinzen vereinbart worden und nun von der Hauptversammlung einstimmig gebilligt wurden. In den Vorstand des Landesverbandes wird neben dem Vorsitzenden dessen Stellvertreter, Pfarrer Weber-Langgöns, abgeordnet. Sodann wird der Vorstand durch Akklamation wieder auf drei Jahre gewählt.
Um den Erziehungsvereinen eine festere organische Verbindung mit den Zwangserziehungsbehörden zu geben, richtet der Vorsitzende an die Vertreter der Kreisämter die Bitte, dahin zu wirken, daß für die Zwangszöglinge Fürsorger ernannt werden, und begründet unter allgemeiner Zustimmung den weiteren Antrag, als solche die Geschäftsführer der Vereine zu ernennen, wogegen diese auch ferner die Verpflichtung übernehmen, mit den Kindern durch öftere Besuche ständige Fühlung zu halten.
Weiter gibt der Vorsitzende auf Grund der vorhandenen Statistik einen Ueberblick über die 20 jährige Entwickelung der Zwangserziehung. In immer steigendem Maße nimmt deren Anordnung zu; in den ersten Jahren wurden jährlich 120 Kinder der Zwangserziehung überwiesen, später 200, seit fünf Jahren etwa 250. Ebenso nahm die Familienerziehung zu; in Oberhessen sind 18 Proz., in ganz Hessen 41 Proz. aller Zöglinge in Familien untergebracht.
' Sodann hält Pfarrer Repp aus Mittel-Seemen seinen Vortrag: „Inwieweit geht die elterliche Gewalt über die Zwangszöglinge auf die Verwaltungsbehörden über" und zeigt, worin die Ausübung dieses Rechtes besteht, welche Kompetenzschwierigkeiten entstehen und wie ihnen vorgebeugt werden kann. Tie Versammlung dankte seinen Anregungen durch eine allseitige, ausgiebige Diskussion, der -nach dreistündlicher Verhandlung die abgehenden Bahnzüge ein Ziel setzten. Mit einem allgemeinen „Auf Wiedersehen im Frühjahr 1910" schloß der Vorsitzende die Versammlung.
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Ein wohlschmeckendes Familieugetränk statt Kaffee und Tee bildet eine Abkochung von „stuf etc" in Milch (1 Teelöffel aus 1 Tasse Milch 5 Mmuteu gekocht), welches von Kindern und Erwachsenen gern genommen wird und sich in vielen Familien einge- sübrl hat. Auch als Suppe (Vorspeise) wird es in vielen Familien gegessen (1 Eßlöffel auf 1 Teller) und als sehr angenehme Kranten- speise für Kinder und Erwachsene bevorzugt.
Höchste Temperatur 9liebrigfte „
Gießener Strafkammer.
) ( Gießen, 6. Oft.
Teure Hüte.
Im letzten Sommer ka.n der vei einem Landwirt zu Ob er - Breidenbach in Diensten stehende Knecht K. M. aus Liederbuch in ein Hutgeschäft zu Alsfeld und gab an, er ]ei beauftragt, für seinen Dienstherrn einige Hüte zur Auswahl mitzubringen. Gleichzeitig bat ec um 1 Mk., da er etwas eiiizuiaufen habe und sein Portemonnaie vermisse. Ter Geldbetrag möge auch auf die Rechnung -gesetzt werden. Ta der Tienstherr des M frunbe des Geschäfts war, hatte der Inhaber keine Bedenken, ihm die Hüte zu verabfolgen, zumal ihm bekannt war, daß M. bei ihm in Diensten steht; dagegen wurde das An)innen auf das Darlehen zurückgewiesen. Später stellte es sich heraus, daß M. sich die Hüte erschwindelt hat. Er wurde lycgen eines Betrugs im Rückfälle und eines Berriigsversuchs zu 3 Monaten und 2 Wochen Gefängnis verurteilt und ihm 2 Wochen Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht.
Milchpantschereien
int großen Stile wurden bei dem Pächter I. G. D. zu N jeder- Erlenbach seit einer Reihe von Jahren ausgeführt, weshalo er sich mit seiner Ehefrau und seinem Schweizer O. D. von Ebersbach vor dem Schöffengericht Vilbel wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz zu verantworieu hatte. Auf Grund des Geständnisses des Schweizers D. und den Angaben feiner zwei Vorgänger, die von einer Reihe anderer Zeugen unterstützt wurden, hielt das Schöffengericht für festgestellt, daß Pächter D. die Schweizer durch Schimpfen über die wenige Milch und durch Andeutungen dazu gebracht hat, der Milch Wasser zuzusetzen. Auch mußte als erwiesen angenommen werden, daß er selbst die Milch durch Zusetzen von Wasser verfälscht hat, indem er Kannen in den Stall gebracht bat, die schon mehrere Liter Wasser enthielten und die dann mit Milch aufgefüllt wurden: weiter stand fest, daß der Milchbottich in Abwesenheit des Schweizers erheblich 5ugenommen hat und daß alle llmftände daraus schließen ließen, daß der "Angeklagte D. Wasser hinzugeschüttet hat. Zugestandenermaßen hat er auch Milch in den Verkehr gebracht, die abgerahmt worden war. Nach den Angaben der schweizer wurde es nicht so genau genommen; als Wasser aus dem Hnndewajch- behälter unter die Milch geschüttet wurde, meinte Pächter T., dies sei gut für die dummen Frankfurter. Ein Milchhändler, der Milch von D. bezog, wurde in Frankfurt bestraft, weil die Milch 30 Prozent Wasserzusatz hatte; dieser nahm in beiden Instanzen auf seinen Eid, daß er die Milch im nämlichen Zustande verlaust habe, wie er sie von Pächter D. erhielt. Nachgewie- senermaßen kamen an einem Tag 211 Liter Milch zum Verkauf, trotzdem nur 2043/4 Liter gemolken wurden und man den Verbrauch in der Haushaltung mit 8—Id Liter täglich berechnete. Tas Schöffengericht, welches das gewissenlose handeln der Angeklagten als „große Schweinerei" bezeichnete, zumal auch Milch von einer tuberkulösen KUh unter die aridere Milch gemischt wurde, verurteilte den Pächter D. zu 3 Monaten Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe; feine Eheftan wurde tu 500 Mk. Geldstrafe genommen, während der Schweizer D. mit einer Geldstrafe von 100 Mk. durchkam. Um das Publikum vor solchen gewissenlosen Pantschcrn zu warnen, wurde auch verfügt, daß der entscheidende Teil des Erkenntnisses auf Kosten der Angeklagten in zwei Zeitungen veröffentlicht wird. Pachter D. und seine Frau erhoben Berufung, indem sie geltend machten, die Schweizer feien im Unfrieden von ihnen geschieden, ihre belastenden Aussagen seien auf Haß und Rachsucht zurück- zusühren. Die Berufungsverhandlung, zu der außer zwei Sachverständigen 25 Zeugen zu vernehmen waren, ergab daS.elbe Bild wie am Schöffengericht. Interessant war die Erzählung des früheren Mitangeklagten Schweizers T., der zufällig seinen Vorgänger in Frankfurt ci. M. traf ; dieser meinte, die beste ^uh des Pachters T. stehe mitten im Hofe, und dies sei die jPtWpe, Ärß die Wässerung der Milch gewohnheitsmäßig betrieben
Vermachtes.
* Eine glänzende Tat deutscher Kriegsschiffe, so nennt die Tschifu Morning Post vom 2. August die von Erfolg gekrönten Arbeiten der Mannschaften S. M. Schiffe „Fürst Bismarck" und „Leipzig" zur Flottmachung des englischen Dampfers „Port Maria" in der Bucht von Tsuruga (Japan). Die „Port Maria" war im dichten Nebel außerhalb der Bucht aus Felsen gestoßen, schwer leck nach Tsuruga eingelaufen, und, um ihr Sinken zu verhindern, von ihrem Kapitän auf den Strand gesetzt worden. Sofort nahmen sich die beiden deuffchen Kriegsschiffe des havarierten Dampfers an, und unter Führung von Offizieren und Ingenieuren suchten die Mannschaften unter teilweise sehr großen Schwierigkeiten die Lecks und verstopften sie. Die Leistung der deutschen Kriegsschiffe kommt in einem Dankschreiben zum Ausdruck, das der Kapitän des Dampfers an das Kommando der deutschen Schiffe schickte. Es heißt dort u.a., daß nur die tatkräftigen und erfolgreichen Arbeiten der deutschen Offiziere und Mannschaften sein Schiff wieder seefähig gemacht und ibn dadurch imstand gesetzt hätten, zu dem nächsten Dockhafen zu dampfen.
* Fälschungen im E h e ft a n d s r e g i st e r. «31t dem spanischen Ort Esplugas de Llobregat sind, wie man dem „Berl. Tagebl." schreibt, vom Gerichtsschreiber, dem^Sakriftan der Pfarrkirche und zwei Heiratsagenten unerhörte Fälschungen im Ehestandsregister vorgenommen worden. Sie verkauften an alle Heiratslustigen, die den gesetzlichen Anforderungen nicht liachkomineil konnten, falsche Dokumente. Auf diese Weise müssen über 80 0 Ehen für ungültig erklärt werden, und die betreffenden „Ehegatten" haben Gelegenheit, sich ohne allzugroße Gewissensbisse wieder voneinander zu trennen, wenn der Wahn kurz und die Reue lang gewesen ist. Der Gerichtsschreiber entkam; die anderen drei sitzen hinter Schloß und Riegel. Wenn das Strafrecht genau auf sie angewandt wird, müßte jeder Angehörige des Quartetts 11 200 Jahre Gefängnis erhalten. Ebenso schwer wie das Absitzen einer solchen Strafe wird allerdings die Neuordnung der Verhältnisse in den 800 Familien fein, die nach dem Gesetz gar keine Familien sind.
* 6600000 Bakterien auf einer Fliege. Ein interessantes Experiment hat ein gewisser 2r. Daniel Jackson in Brooklyn angestellt. Tie ungewöhnlich hohe Anzahl von Todesfällen während der heißen Jahreszeit, wurde von den Aerzten der Hitz!? selbst zugeschrieben, währeni) der oben genannte Arzt fest- gestellt hat, daß die Ursache der Todesfälle, welche meist nach überstarkem Erbrechen und Turchfall der Patienten erfolgen, den — Fliegen zuzuschreiben sind, welche als lebendige Bakterienträger, die Speisen, auf welche sie sich setzen, infizieren. Um seine Behauptung zu beweisen, hat Tr. Jackson sich der Mühe unterzogen, wöchentlich 2000 Fliegen zu fangen, respektive für sich fangen zu lassen. Es stellte sich heraus, daß jede Fliege int Durchschnitt 6 600 000 Bakterien mit sich Herumtrug. Der experimentierende Arzt empfiehlt der Bevölkerung diesen liebenswürdigen Mitbürgern soweit Ivie irgend möglich den Garaus zu machen.
* Die Ko sten der Schwindsucht. Aus Newyork wird berichtet: Auf dem zu Washington tagenden Internationalen Tuberkulose-Kongreß erstattete Prof. Irving Fisher von der Yale- Universität Bericht über seine Forschungen über die Ausbreitung der Schwindsucht in Amerika und über den gewaltigen Schaden, den die Krankheit dem Nationalvermögen auferlegt. Nach seiner Berechnung sind in den Vereinigten Staaten fünf Millionen Menschen dazu verurteilt, an der Schwindsucht zugrunde zu gehen, wenn nicht in großzügiger Weise und aus breiter Basis die Bekämpfung der tont beit einsetzt. Die Kosten, die die Kranklieit dem Volke verursacht, stehen in keinem Verhältnis zu den minimalen Summen, die für den Kampf gegen die Tuberkulose geopfert werden. In Amerika sterben durchschnittlich rm Jahre 138 000 Menschen an der Schwindsucht; die Kosten ihrer Krankheit und den Ausfall an Einnahmen durch die aufgehobene Erwerbsfähigkeit beziffert der Gelehrte auf mehr als 4 Milliarden Mark im Jahre. Die Schwindsucht fordert für sich allein soviel Opfer, als Typhus, Scharlach, Diphtheritis, Blinddarmentzündung, Zuckerkrankheit, Hirnhautentzündung, Pocken und Krebs zusammen.
* Das Fernsprechnetz der Welt. Jntereftante Angaben enthält eine neue Zusammenstellung des Internationalen Telegraphenbureaus in Bern. Nach der Zahl der Sprechftellen einschließlich der Vermittlungsstellen überragt Deutschland weitaus alle anderen Länder der alten Welt. Amerika ist nicht berücksichtigt. Deutschland zählt 705 239 Sprechftellen nach dem Stande vom Jahre 1906, auf das sich die Zusammenstellung bezieht. An zweiter Stelle kommt Großbritannien unb Irland mit 486 414 Sprechftellen. Etwa den dritten Teil hiervon zählt Frankreich mit 166 893 Sprechftellen. An vierter Stelle folgt das ungeheure Rußland mit 138 020 Stellen. Unmittelbar hinter Rußland folgt das verhältnismäßig kleine Schweden mit 78 626 Sprechftellen. Die seck)ste Stelle nimmt bezeichnender Weise Dänemark mit 63 973 Stellen ein. Fast ebensoviel hat die Schweiz an siebenter Stelle mit 61090 Stellen. Erst dann folgt ganz Oesterreich mit 59 939 Stellen. An neunter Stelle schließt sich Japan mit 46 390 Stellen an. Fast ebensoviel hat Norwegen mit 46 246 Stellen. An elfter Stelle stehen die Niederlande mit 37 849 Sprechstellen, die selbst Italien mit 37 145 Sprech- ftcllen übertreffen. Es folgen Ungarn mit 34 860 Stellen, Belgien mit 30 793 Stellen und Neu-Seeland mit 20 605 Stellen, da auch Australien berücksichtigt ist. Erst an sechzehnter Stelle steht Spanien mit nur 17 820 Sprechstellen. Die Netze der übrigen Staaten sind verhältnismäßig klein und erreichen höchstens wenige Tausend. Dieser Entwicklung entspricht auch ungefähr die Zahl der Gespräche. So kommen aus Deutschland im Jahre
3% Portugiesen „
wurde, ging daraus hervor, daß Pachter D. sich selbst rühmte, seine Milch vertrage den Wasserzusatz, da er Kraftfutter verwende. Ter Schweizer blieb auch in zweiter Instanz dabei, daß die Milch der kranken Kuh unter die der anderen gemischt und verkauft wurde; diese war sehr dick unb habe übel gerochen; einer der Sachverständigen hat diese Flüssigkeit als Sekret bezeichnet, die man nicht Milch nennen darf. Der Sachverständige, der die Milch auf Grund einer von der Polizei entnommenen Probe m Frankfurt chemisch untersucht hat, stellte % Milch und Vi Wasser fest, das Wasser stammte aus einem ländlichen nicht einwandfreien Brunnen, das mit SttauHjcitSerregern durchsetzt war. Er erklärte: der Zusatz des schlechten Wassers sei für Säuglingsnahrung um so gefährlicher, als daß Milch ein guter Nährboden für die schädlichen Keime sei. Wenn bie Milch für Erwachsene auch unschädlich sein mag, so könne sie für Säuglinge doch lebensgefährlich werden. Es stand fest, daß Pachter D. sich bei einem Strafbefehl über 100 Mk., der ihm infolge seiner Handlungen zugegangen war, beruhigt bat, und er den Vorwurf der Pairt- cherei, der ihm in öffentlicher Versammlung gemacht wurde, auf sich ruhen ließ. Aus die Aussagen des Pachters D., der behauptete, die Schweizer seien zu faul gewesen, die Kühe aus- zumelken, und diese hätten, um das richtige Quantum Milch liefern zu können, das Wasser zugesetzt, konnte toemg Glauben beigemessen werden. Für das Berufungsgericht stand feit, daß mehrfach gewässerte und entrahmte Milch aus dem Stalle des Pachters D. als Vollmilch in den Verkehr gebracht worden ist, und daß mehrfach Künden sich darüber beklagten, was die chemische llnterfucbung der Milch zur Folge hatte, bei der die Fälschung zutage trat. Das Gericht sah sich veranlaßt, die Zeugen gegen das gehässige Verhalten der Angeklagten unb feiner Anhänger in Schutz zu nehmen. Wenn auch die Angaben der drei Schweizer, welche die Angeklagten hauptsächlich belasteten, nicht ganz einwandfrei erschieneii, so wurden ihre Angaben doch von einer Reihe anderer Zeugen unterstützt. Es kam dazu, haß beide Eheleute Tr. selbst zugaben, Milch, von der sie wußten, daß sie abgerahmt und gewässert war, als Vollmilch m den Verkehr gebracht haben, auch stand fest, daß sie auf erfolgte Klagen über schlechte Milch bessere Milch lieferten. Da der Angeklagte D. sich seither eines guten Rufes erfreut hat und noch unbestraft ist, glaubte das Gericht die Freiheitsstrafe ermäßigen zu sollen. Unter Verwerfung der Berufung beider Eheleute in Bezug auf die Geldstrafen und die Publikationsbefugnis wurde der Berufung des 2. teilweise stattgegeben und bic Gefängnisstrafe auf zwei Wochen ermäßigt.
1352,5 Millionen, Englaub 1198 Millionen, Frankreich 239, Rußlanb 285, Dänemark 124, bic Schweiz 40, Oesterreich 187, Japan 160, Norwegen 102 Millionen usw.
*FrauenberufeinEn glaub. Nach einer interessanten statistischen Zusammenstellung, die in der „Albany Review" veröffentlicht wird, beträgt die Zahl der Frauen in Englaiid, die einem Berufe angeboren und regelmäßig arbeiten, mehr als 51/3 Millionen. 867 000 davon sind in der Webeinduftrie beschäftigt, 903 000 in der Konfektion, 80 600 in kaufmännischen Betrieben unb gegen 100 000 bei ber Laubwirtschaft. Die Zahl der Lehrerinnen beträgt rund 200 000, 44 000 Frauen finden in der Musik und in der Kunst ihre Lebensarbeit, 79 000 Ammen wurden gezählt. Tie Zahl der Frauen, die an den Universitäten den Doktortitel erworben haben, beträgt 292. Von diesen 51'? Mill, englischer Frauen sind 3 Mill, unverheiratet, obgleich sie über 20 Jahre alt sind. Tie Witwen stellen 1 246 407 Frauen und die unverheirateten Mädchen über 35 Jahre rund 1 Million.
* Aus dem temperenzlerischen Amerika gibt die Newyorker „Staats-Ztg." folgendes schöne Bild: „Schicken Sie mit dem Abendzuge 22 unverkürzte Wörterbücher und 17 Haarmatratzen" — dies war der Wortlaut eines Telegramms, das kürzlich in einer Spirituvsenhandlung in Evansville eintraf. Ter Clerk, der es öffnete, griff sich zuerst an den Kopf, dann las er wieder und kam dann zu der Ansicht, daß er entweder selbst verrückt sein müsse, oder der Absender des Telegramms. Ta er aus naheliegenden Gründen das letztere annahm, konsultierte er einen älteren Angestellten mit der Absicht, die Adresse des nächst gelegenen Irrenhauses zu erfahren, um dessen Direktor den Absender der Botschaft gelegentlichst zu empfehlen. Ter ältere Angestellte indessen lächelte nur überlegen unb erklärte dem jungen Manne, daß Methode in dem anscheinenden Wahnsinn sei — daß jedes unverkürzte Wörterbuch ein unverkürztes, also volles Quart Whiskey, jedes kleine Wörterbuch ein Pint Whiskey und jede Haar- matratze eine mit Stroh verpackte Flasche Wein bedeute. Die Bestellung war aus East Liverpool, O., eingelaufen, einer Stadt mit 20 000 Einwohnern und keiner einzigen Wirtschaft.
* Zarte Anspielung. Dame: „Ihre Gedichte haben eine gewisse Aehnlichkeit mit denen Reuters." — Herr: „So, inwiefern?" — Dame: „Nun, sie sind platt."
Briefkasten Her Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
I. R. LUI. Nein.____________________________________—
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
Oktober
1908
Barometer auf 0° reduziert
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