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9.1.1908 Erstes Blatt
 
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Donnerstag $> Januar 1908

158. Jahrgang

Erstes Blatt

HUnrmungstnld aus dem Reichstage. # Der alte und der neue Mittelstand.

Berlin, 8. Januar

In der letzten Sitzung vor den Weihnachtsferien durste der Abg. Naab seiner Genugtuung darüber Ausdruck geben, daß dem Mittelstand jetzt anscheinend bessere Zeilen bei der Volksvertretung blühen; habe doch der Reichstag zwei volle Tage für die Sorgen des Mittelstan­des übrig gehabt. Am ersten Verhandlungstage nach der Weihnachtspause widmete man ihnen noch zwei weitere Stunden. Dann wurde die Antragsreihe mit den einzelnen Mittelstandsforderungen durch starke Mehrheitsbeschlüsse angenommen und nur die Forderung der Handels­inspektion sand den Widerspruch der Freisinnigen.

Nach dem alten kam der n e u e M i t t e l st a n d an die Reihe, die Privatbeamten mit ihrer Pensions­versicherung. Bei der Aktualität der Frage und der eingehenden Erörterung in Presse, Vereinen, Versamm­lungen und Kongressen, konnte naturgemäß auch hier nichts neues mehr vorgebracht werden. Es ist bekannt, daß die Gegensätze zwischen der großen Mehrheit der Privatbeamtenschaft und dem Werkmeisterverband., den Richtungen Stresemann und Pott hoff, noch unausgeglichen sind. Die Mehrheit fordert eine Sonder- verjicherung, die Minderheit den Anschluß an die Inva­lidenversicherung. Die Hauptgründe für die Sonderkasse, das Verlangen nach einer Witwen- und Waisenversorgung, die nicht bloß wie bei der Arbeiterversicherung den er­werbsunfähigen Witwen zugute kommen soll, nach Aner­kennung der Berufsinvalidität und einer Altersgrenze von 65 statt 70 Jahren, wurden in der Diskussion mit mehr oder größerer Ausführlichkeit vorgebracht von dem Kon­servativen Frhrn. v. Richthofen, dem Nationallibe- ral'en Dr. Stresemann, dem Reichsparteiler Linz, dem Zentrumsabgevrdneten S i t t a r t. Die Gegengründe, die insbesondere in der Gefährdung der Jnvaliden-Ver- sicherung durch Herausnahme der guten Risiken gefunden werden, hatten in dem Freisinnigen Dr. M u g d a n einen beredten Vertreter, dem sich inhaltlich für die Sozial­demokraten auch der Abg. Schmidt-Berlin anschloß. Am nächsten Schwerinstage wird die Verhandlung fort­gesetzt.

(Dienstag und Freitag); zweimal monotl. Land» Wirtschaftlich« Settfragen Fernlprech Anschlüsse: ffii btt Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Bbrefle tüt Depeschen:

«»zeiget Gießen.

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Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuille- ton und .Vermischtes* P. Wltlko; iür .Stadt u.Land" undGerichts-

Bant, 8. Jan. Die Gemeindevertretung hat den so­zialdemokratischen Land tags ab.g. Hug zum Beigeordneten gewählt. Hug war schon zweimal gewählt, aber beide Male vom oldenburgischen Ministerium nicht bestätigt worden.

Austarrv.

Nr. 7

Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag-. - Beilagen: viermal wöchentlich

lewski schreibt darüber:Beethoven hat in diesem Werke eine Huinoreske geschaffen, in welcher Schneiders Lust und Leid ge­schildert wird. Höchst ergötzlich ist schon das ironische Pathos der Adagio-Introduktion, auf welche sich dann das schnippische Thema doppelt komisch ausnimmt. Was nun alles in den 10 Variationen vom kreuz fidelen und einmal auch betrübten Schnei- derlcin erzählt wird wer sich durch Musik eine lustige Stunde bereiten will, der möge dies mit Begleitung von Violine und Violoncell gesetzte Trio spielen, welches ganz dazu gemacht ist, böse Grillen zu verscheuchen. Änrüsant ist es, wie Beethoven int O-woU-Satz der letzten Variation unversehens ein wenig in das instrumentale Fugato (B-dur %) beS Finales der 9. Sinfonie lnncingerät, nicht nur der rythmischen Bewegung, sondern auch der Tonfolge nach. Die so volkstümlich gewordene Melodie, auf toebije Beethoven seine Variationen schrieb, kommt übrigens auch in dem QuodlibetRochus Pumpernickel" vor, welches in Wien ebenfalls damals gegeben wurde.

Die Vereinigung sämtlicher Dramatiker Deutschlands, sowie die Förderung begabter Schriftsteller und Schutz vor unlauterer Ausbeutung bezweckt der dieser ^.age in München gegründete Schristftcllervcreins)2orb und «üd". Das junge Unternehmen ist als ein nochmaliger energischer Versuch zu betrachten mindestens die rcichsdeutschen Dramatiker zu einem geschlossenen Verband zu vereinigen, für dessen Zustande­kommen sick) bereits Sudermann, Fulda und Max Halbe einst v.-rgeblich bemühten. Aber auch sonst will der Verein in manchen Dingen Wandel schassen, die die weitesten Schriststellcrkreise intevessieren dürfte. Mitglied des Vereins Kann jedermann werden, der sich schriftstellerisch betätigt, oder die Zwecke des Vereins unterstützen will und den die frische Bewegung interessiert. In den Statuten des Vereins ist die Gründung einer Darlehens- und Untcrstützungska>se vorgesehen.

Kleine Kunstchronik. Französischer Ober­leutnant und künigl. preußischer Professor in einer Person wird voraussichtlich Henri M a r t e a u 5a rite Leu, dessen Berufung als Nachfolger Joachims wir meldeten. Marteau setzt die Berliner Presse daoon in Kenntnis, daß bei seiner Berufung kaiscrliclie Wünsche ncktspielten und daß er auch in der amtlichen Stellung an der Berliner Musikhochschule Franzose und Oberleut­nant der Reserve im französischen Heere zu bleiben, gedenke. Vorausgesetzt, daß der preuß. Kultusminister die Berufung gut- l>eißt. Zum Besten deö K le i st-T en km a l so n ds in Frankfurt a. O. hat Herzog Georg von Meiningen eine Auf­führung desKäthchcn von Heilbronn^ bewilligt, die 500 Mk. erbrachte. Die Sannnlungcii haben jetzt eine Höhe von 10 000 Rkark erreicht.

Gießener Konzertverein. Der 2. Kammermusik­abend der Herren Redner, Hcgar und Trautmann. unter Mit- Wirkung des Konzertsängcrs Otto Schwendy aus Berlin bringt, wie der Anzeigenteil zeigt, ein rein klassisches Programm neben einigen Liedern klassi,cher und moderner Meister. Neben dem köstlichen kraftvollen S ch u b e r t s ch e n Trio seien hier beson­ders hervorgehoben Bachs Sonate für Klavier und Violine in G, sowie Beethovens Trio op. 121 a. Ganz besonders ver­dienstlich ist vor allem, daß wir hier die leider so selten gespielte Vachsche Sonate zu hören bekommen werden; von ihr urteilt Phil. Wolfrum wie folgt:Vollendete Bachsche Kammer­musik stellt sich uns dar in den 6 Sonaten für Klavier und Violine (h, A, E, c, f, G). Hier hebt er mit energischer Hand das Klavier aus seiner alten akkornpagnierenden Niedrigkeit herauf aus den ihm gebührenden Herrschersitz in der Kammer­musik. Die Sonate in Ü zeigt einen fünfsätzigen Bau; einmal idiiucigt lster die Violine gänzlich. Diese Sonaten nut ihrem Reichtum an (Stimmungen und Charakteren, an Licht, Farbe und Duft, tief im Ausdruck, von einschmeichelnden und oft üppig rauschendem Klang stellen sich, wie Sputa tretend sagt, über ein Jahrhundert hinüber neben die voll ausgebildeten For­men der Bcethovenschcn Sonate. Jeder, der sich ihnen widmet, ist gefesselt von ihrem Reiz, Seele und Leben, und er wird sich sagen, daß hier ein Höchstes erreicht war, dem sich eine spätere Meisterperiode erst ganz allmählich von einer andern Grundlage aus wieder näherte." Beethovens Trio op. 121 a sind die berühmten Variationen über das Lied:Ich bin der Schneider Kakadu" auS Wenzel Müllers SingspielDie Schwestern aus Prag". Der Beethovenbivgraph W. I. v. Wassiv-

stellung von je etwa 3i/2 Stunden wiedergibt, den zwei­ten Teil in gleichem Ausmaße einer je 31/2 stündigen Nachmittags- und Abendvorstellung.

Das Festspiel von Richard Boß, das die Eröff­nungsvorstellung am Samstag bringt, wird große Anforderung an die Dekoration und Bühnentechnik stellen. Auf dem geschilderten Proszenium kommt dann Go e t h e, unter dessen Direktion das Theater seine erste Blüte er­lebte, mit demVorspiel auf dem Theater" zu Wwrt, und Schiller auf der Bühne selbst mitWallensteins ljager", das im Jahre 1798 das renovierte Weimarer Hostheater mit einweihen half.Die Festwiese" aus denMeisrer- jingern" wird den denkwürdigen Abend beschließen.

Dr. A E.

KtehenerZamiltenblätter; Jrveimol tvödientl.Kitis« «lall für den kreis Liehen

Stimmungsbild aus dem preuß.Abgeo dnetcnbaus

Berlin, 8. Januar 1908.

Mit einer Rede, die die Mitte hielt zwischen wirtschaftlichem Pessimismus uno wirtschaftlichem Optimismus, hat der poeu- ßische Finanzminister am Mittwoch im "Abg^rdnetenhause den Etat eingebracht. Mit 3 Milliarden 362 Millionen Mk. schließt die HaushAtsrechnnng der Ncwnarchie ab. Eine gewaltige Zmeri Aber gewaltig ist auch der Fehlbetrag, der gedeckt wenden muß. 442 Millionen, fast eine halbe Milliarde! Die Zeit, wo wir in Preußenheidenmäßig viel Geld" hatten, ist vorbei, und der Minister l-atle guten Grund, dem preußischen Staate eine Pump- wirlscl>ast wie im Reiche zu prophezeien, wenn in der Fananz- gebal-rung lischt Wandel geschaffen werde. S P a r e n, l+^roi und nochmals sparen, das ist die Devise des Schulers Miquels. Und mlan muß ihm zugestehen, daß er redlich beinuiyt ist, nach diesem Grundsatz zu handeln. Ter Etat i]t em vollgültiger Beweis dafür. Sache der Voltsvertretung wird es sein, zu prüfen, ob nicht vielleicht hier uni) da falsche Sparsamkeit gewaltet hat. Aber im Prinzip hat die Regierung sicherlich recht: ^n Zeiten

Bon Weimars neuem Hostheater.

(Zur Eröfsnung am 11. Januar.)

Man schreibt uns aus Weimar, 8. Jan.:

Wie seit Jahrzehnten die beioen Dioskuren in eyrenem Denkmal vor dem Hoftheater stehen, das ihnen die Zeit feiner größten Blüte verdankt, so stehen sie auch vor dem neuerbauten stattlichen Hause, das, mit großer Tra­dition beschwert, am Samstag seine Pforten ö,fnet. Pro­fessor Littmann aus München hat das neue Theaterge- Läude errichtet; der Anblick zeigt von außen eine ruhige, sichere Größe, die mit ihrer von sechs Säulen getragenen Balustrade und der darunter hinführenden Einfahrt Zweck­mäßigkeit und Schönheit vereinigt. Der Zuschauerraum hat mehrere hmrdert Sitzvlätze gewonnen, und der Buh­nenraum ist jetzt noch bedeutend ausgedehnt worden.

Gine neue Einrichtung sei heute schon erwähnt, die für die Verwirklichung der künstlerischen Absichten des Intendanten v. Vignau wichtig erscheint. Es ist dies das bewegliche Pr 0 enium, der Orchesterraum, der sich mittels elektrischer Anlage heben und senken laßt, der also sowohl eine Verdeckung des Orchesters für die Wagneropern nach dem Muster von Bayreuth gestattet, wie auch eine Vergrößerung des Buhnenbodens vor dem Vorhang in den Zuschauerraum hinein. Dieses Proszenium wird für kleine Zwiscbenszenen, tote sie in klassischen Werken häusig sind, und die, ohne besonderer Dekoration KU bedürfen Zwie- und Dreigesprache bringen, von vor- Küglichem Nutzen sein. Während große szenische Verwand­lungen hinter dem Vorhang vor sichgehen, wd also hier eine kurze Zwischenszene ohne Ausenthalt für das Ganze gespielt werden können. Da dieses Proszenium Schauspielereingänge von beiden Seilen Hut, rst d Il­lusion in keiner Weise gestört. Diese neue Einrichtung, verbunden mit dem Szeneriwechsel bei offenem Vorhang, ermöglicht eine Anlehnung an Die Shakespearebu^e, die die rasche Abwicklung von Akten nut vielfach wechseln­den Schauplatz in glücklicher Weife ermöglicht.

Felix Weingartner war damit beauftragt wor­den, eine neue Musik für denFaust" zu schreiben. Diese Musik wird eine Handlung begleiten, die deit ersten Teil desFaust" in einer Nachnuctag- und Abendvor-

icheim Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Ju öle ragesnummer Rotationsdruck und Verlag der Vrühi'schen Univ.-Vuch- und Lleindruckerei. R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Lchulstrahe 7. Anzeigenteil: H. Beck.

MB oormittaqd 10 lihr.

Rom, 9. Jan. Die republikanischen und so­zialistischen Vereine Roms hielten eine Versamm- tung ab, in der beschlossen wurde, die Agitation ge­gen einen eventuellen Besuch des Zaren in Rom einzuleiten. Es soll am 22. Januar, dem Jahrestag der russischen Revolution, eine gro ße Kund­gebung ins Werk gesetzt und ein Fonds für die russischen Revolutionäre gesammelt werden.

Der Klassenkampf hat in Palermo zu einem höchst merkwürdigen Ereignis geführt. Die Stadtver- vcrwaltung hat verfügt, daß das Heer der Bettler, das die Straßen von Palermo unsicher macht, namentlich die zahllosen Blinden und Pseudoblinden, die Flötenspieler und so weiter ins Armenhaus wandern sollen. Da solch eine drakonische Maßregel gegen die wohl er­worbenen Rechte der Bettler verstößt, hielten diese gestern mit Weibern und Kindern unter Pereatrusen auf den Stadtrat einen mehrstündigen Umzug durch die Stadt und entsandten dann eine Deputation aufs Rat­haus, die, wie dies in anderen großen Städten der Fall ist, Anerkennung des Rechts auf Dtraßenbettel verlangten. Die Entscheidung der Behörde steht noch aus.

Brüssel, 8. Jan. Der bisherige Präsident der Kammer, Schellaert, wurde anstelle des verstorbenen Ministerpräsidenten de Trooz zum Minister des In­nern ernannt.

Paris, 8. Jan. Im 4. Jäger-Regiment zu Spinal ist eine Untersuchung eingeleitet gegen einen Hauptmann, der seine antirepublikanische und klerikale Gesinnung offen zum Ausdruck brachte. Er befahl seinen Leuten, am Sonntag in die Kirche zu gehen und verhinderte sie, das Nationalfest in der üblichen Weise zu feiern.

London, 8. Jan. Auf der Jahresversammlung der Modern Languaga Assoeiation wuroe Die Behandlung der deutschen Sprache in englischen Schulen sehr ausführlich Diskutiert und schließlich eine Resolution an­genommen, "in der eine weit lebhaftere Pflege des Deutschen im englischen Unterricht gefordert wird.

Petersburg, 8. Jan. Der Gesundheitszu­stand der Zarin ist so ungünstig, daß sie nicht am Weihnachtsempsang teilnehmen wnnte. Die Zarin ist bett­lägerig.

Teheran, 8. Jan. Die in Täbris ansässigen russi­schen Kaufleute haben wegen der uns ich e reu Lage die Hilfe ihrer Regierung an gerufen. In der russischen Grenzstadt Djulfa am Araxos wurden 700 Mann mit drei Geschützen versammelt. Hier herrscht darüber große Erre­gung; oas Parlament verlangt Aufklärungen von der russi- ichen Gesandtschaft.

Peking, 8. Jan. Meldungen aus Tokio stellen die Beziehungen Japans zu China als wenig . freundlich dar. Als Hauptursache gilt Chinas An­spruch auf sofortiges und vollständiges Inkrafttreten aller uon Japan in Porismouth gegenüber China übernommenen ' Verpflichtungen. Man findet in Peking, daß der japanische Einfluß in der Mandschurei allzu übermächtig geworden ' ist. Japan seinerseits lehnt sich gegen die von China be­schlossene Bahnlinie Peking-HsiuminAn-Fukumen aus.

rückläufiger Konjunktur ist auch für den Staat haushälterisches Vorgehen das oberste Gesetz. . f ,

Der Fehlbetrag muß zum großen Teile durch eine Anleihe gedeckt werden ein schlechtes Auskunftsmittel, aber als Rot- belx-lf nicht zu entbehren. Nicht zu entbehren ist auch die Er­höhung ber Einkommen- und Er g ä n 5 un g sÜe uer , die fremd) noch gründlich auf die idjenvatiidx Zweckmäßig­keit A-eprüst werben nruß. Ter Beurteilung unferes Wirifä)aits- lebenS üurd) den Minister kann man sich gut unb gern anMießen; auch feiner Mahnung zur Abkehr von dem Luxus, der letzt bei uns in allen Ständen sich breit macht. Es sieht ww cm Widersprua) zu dieser Wohnung aus, wenn der Etat 117 M i l Honen M t. für Gehaltsaufbesserungen für die Beamten for­dert; wer aber die Verhältnisse kennt, ioeiß, daß die Zulagen nid>l den Luxus sördcrn, sondern Paß sie einer zweifellosen wirtschait- lidjen Kalamität eines großen Tei.s der BevöAerimg^ein Eiidc bereiten. ES ist selbstvemundlich, daß der Mmiiter fick) bemühte, dem Hause darzutun, daß er trotz ferner Sparsamkeit bock) frei­gebig sei, wo eS sick) um Kulturausgaben handle. Die,e Ber- I Ldxrungen werben noch zu prüfen sein.

Der Rede di-s Min.sters, ine das Haus mit lebhaftestem In­teresse entgcgcnnaOm, folgte die Beratung einiger Anträge. Er- iväbnung v.roient die Erklärung des Juftizmmiflees, datz mast nur dem preußischen Landtage, sondern auchdemReid)stage b.nncn kurzem Vorlagen zugehen würben, d.e bie Haftung des Staate^ und der Gemeinden b e z w. des Reiches sur denvon beamteten Personen angerichteten Sd-aden zweckmäßiger regeln, a.s cs bisher der Fall war. Am Tviinerswg können d^ VoliSoertceier den Cmt stud.eien, und ihre Etatsreben ooruereiteic; der 3'teiLag w.rd ein großer Tug: D.e freisinnige Wahlrechtsinterpellation steht auf der o.agcsoidnung, und d.r Ministerpräsident in persona loiod zu dieser versänglicheu Frage bas Wort nehmen.

DeutdcheA Reicy.

B e r l i n, 8. Jan. Zu dem EtatdesReichsamts des Innern brachten Bass er mann und Genossen eine Resolution ein, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den die Arbeitszeit und die Sonntagsruhe in den Kontoren und den sonstigen kaufmännischen Betrieben, die nicht mit offenen Verkaufsstellen verbunden sind, ge­regelt wird.

Halle a. d. S., 8. Jan. Der konservative Ver­ein forderte die Liberalen mit Rücksicht auf ihre Hilfe bei der Reichstagswahl aus, aus einLandtagsman- d at zu v erzich ten. Die Liberalen lehnten ab und beschlossen, die Erneuerung des W a h l ka rtells mit den Nationalliberalen, so daß ein Nationallibe­

raler und ein Freisinniger kandidieren.

Die Morgenblätter melden aus Köln: Eine Ar­beitslosen-Versammlung, die von über 1800 Ar­beitern besucht war, beschloß, sofort bei dem Oberbürger­meister vorstellig zu werden, wegen der sofortigen Ver­gebung von Notstandsarbeiten. Weiter wurde beschlossen, vor das Rathaus zu ziehen und die Antwort des Oberbürgermeisters abzuwarten. Dieser Beschluß wurde jedoch nicht ausgesührt, da im Laufe dieser Woche noch eine Arbeitslofen-Versammlung abgehalten werden soll.

Stuttgart, 8. Jan. Die württembergische Po st Verwaltung wird sich der R e f o r m d e r T e l e - phongebühren im Sinne der Vorschläge der Reichs- post im Grundsatz anschließen. Aber mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse des württembergischen Tele- I Phonverkehrs billigere Taxen einführen.

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