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Nr. 26» Drittes Blatt
158. Jahrgang
Samstag 7. November 11)08
Erlcheint täglich mit NiiSnahme deS SonntagS.
Die „GkBtner ZamtllendlStter" werden dem »Anzeiger* otennal wöchentlich beigclegt, daS „Kretsblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Tie ..Landwirtschaftlichen Lett fragen" erschcnien monatlich zweimal.
(Siebener Anzeiger
General-Aiizeiger für Oberhessen
RoiaNonSdnick nnd Verlag 6er Brildl'schen UniversiläiS - Bach» und 6temörudcrcL 9t Lange. (Sieben.
Redaktion, ExvedtNon und Drvekerei: 6dhi[» ltraue 7. Spedition unh Verlag: e*".' 51. Rcdakilon:e-^KHL. Tcl.»Adr.:AnzoigerGieben.
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Stimmungsbild aus dem Reichstage.
Bert in, 6. November.
Wer heilte eine Minute noch C-rvfsnung der Süniitg den Goal betrat, konnte auf den Gebauten lammen, baß sich bei hohe Reichstag als hoher Gerichtshof etablier! habe. Am Lische beb Präsidenten üerliiiibcte einer der Beisitzer einen Vergleich in einem Privalbeleioiguugsv.rsahren. Die,'er un gewöhnliche Vorgang lvar die korrekte Erledigung einer Antzelegenhci, die int Wahlkampf ihre.i An,an g?:iomm.n, in threm zweiten Teil im Reichstag gespielt nn^ die dann draußen tu einer öffentlichen Beriammlung und schließlich vor den Schranken des Gerichts sich sortge.etzt bitte. Der fünfte Akt spielte nun wieder im Reichstage ES war die bekannte Beleidigungsklage deS bayrischen 3 e u t r n ni 5 f ü b r c r 8 D r. Schüdler gegen den Rccht> onwalt Slol)l in München. Viel inicrejanter war die felgende Mitteilung de- Präsidenten; sie betraf die Mandats - n i e d e r l e g u n g des A b g- Stöcker. Schon in den letzten Jahren ließ ihn fein zunehmendes Herzleiden nur selten int Reichstag erscheinen, und als er sich bei den letzten Wahlen in seinem angestammten Wahltrcise Stegen wieder als Kandidat ausstellen ließ, galt er allgemein als Platzhalter für seinen christlich-sozialen Freund, den jug n.l.chen Lizentiaten Mumm, dessen Verlobung mit einer Richte Stöckers dieser Tage stallgesunden hat. Da- Mandat dürste also iu der Familie bleiben.
Die Fortsetzung der Justizdebatte ergab kein günstiges Prognostikum für die Vorlage der Regierung. Die abfällige Beurteilung, die der Entwirr, in der jurißischcn Wissenschaft und Praxis saft durchweg gefunden hat, hat, wie sich heute zeigte, auch int Reichstag eine entsprechende Vertretung. Rur die Konservativen, und auch sie gegen eine große Minderheit in ihrer Partei, erklärten sich mit den kleineren auf der rechten Seite des Hauses sitzenden Parteigruppen mit d.n Ern.dzügen und H.uptabiichten ber' Novelle einverstanden. Weit lr.tischcr zeigte sich bad Zentrum und vor allem mit beit Sozialdemokraten die linZfi» liberalen Parteien, wobei freilich auch hier eine Minderheit, vertreten durch den Geheimen Justizrat Dove, einen freundlicheren Standpunkt zum Ausdruck brachte. ES war nur zum Teil die Erhöhung der Wartegrenze für die Erweiterung der Zuständigkeit ber Amtsgerichte, wogegen sich die Bedenken richten, wenn auch ziemlich allgemein die Nei
gung besteht, sie niedriger zu stecken als auf 800 Mk. nach dem Vorschläge ber Regierung. Eine größere Angriffsfläche bietet die Beseitigung oe§ Anwaltszwanges. Fast alle Redner brachten die Besorgniise des AuwariSstanocS zum Ausdruck und die Annahme des Vertreters ber verbündeten Negierungen, baß im ganzen nur etwa 20 Anwälte in Berlin durch die geplante Regelung geschädigt würden, wird in der Kommission jedenfalls eine Nachprüfung erfahren. Wogegen man stch in der Hauptsache wandte, war daS Novelle.(mäßige dieser Reiorm, daS Heraus heben einzelner Teile aus dein revisionsbedürftigen Ganzen, und vor allem der FiSkaliSmuS, ber nach ber Ansicht besonders des freisinnigen Abg. Ablaß diesem Werke der Justizverwaltung seinen Stempel ausdrückte. Herr B e s e l e r erwiderte etwas zweideutig, ba& sein Ressort, die preußische Justizverwaltung, ein gutes (Xeroifien Labe. Die Beratung endete mit ber Verweisung an eine 28gliedrige Kommission. Morgen wirb daS Weingesetz beraten; auf die Juristen folgen die Puristen.
Am Schlüsse der Sitzung ici.t: der Präsident des Reichstages, Graf Stolberg, mit, daß die Interpellation bett, das Kaiser-Interview auf die Tagesordnung der am Dienstag frattfinbenben Sitzung kommen wird.
Die nach- A Arvip sind Sonntag, 8. Xovbr., nur von Klebenden ** v 1 Zi l C Iz Ihr ml i lag» bis IX i hr nachts für driny« nde Filii.' sicher ttnzulrtdleu : |DT/U
Or. Richter, Frank(artor Str. 4 — Dr. SchUffer, Plocketr. 9.
i>r. Stahl, Schor«»( : 7v,
Sonntag, 8. Äov.. von naebm. I
4 Uhr bin 1) Uhr abends nur gröl f not: || ^861130011161(6. Glessen, den 7. Nov. IDOS. I
tirossli. Polizelnmt. Reinhart B*h
Lena, beide in Glichen. 81. Jakob Jung, Taglölmer, nut L'uiic i'iitt, beide in toicficn. November. 4. Avals Schild, Feldwebel, mit Elisabeth Grat, beide in (Äicücn.
Gcdoreiie.
Oktober. 26. Dem Fuhrmann August Kratz ein Sohn, August. 20. Tem Steinhaner flau Vielster em Lohn, Karl Vubivt i Rourab. 2V. Dein Hausierer Peier Orlnuitler ein Sohn, Willielin. 80. Dem Sergeanten Hermann 'Weibern ent oolm, Bernhard Gbriflovb Erich. 8o. T em '.’lrnieiianittJlefrcieiv Wilhelm Loh ein dolm, Walter Angnst, 8i. Tem Polsterer nnd Tapezteter Bildung Ossenbachet eine Tochter, Elsa Luise Karola November. 1. Tem Staummuu Angnst Wlargolf ent Sohn, Angnst Heinrich ^doli. 2. Dem Heizer Friedrich Etzneü cm Sohn, Georg Ernst.
Gestorbene.
Oktober. 81. Margarete Ueiivnuuib, 1 Jahr alt, Kavlaneigasse 7. November. I. Elise Arnold, geb. Krämer, 88 Jahre all, Vuöivin- straße 8. 8. (Sine Katharine Vöbcr, 2 'Dlouatc all, Sclteroiveg 32. b. 8(egiernng-tat Dr. Friedrich pofsmann, Kielvral, H3 Iahte alt, Lnd-Anlage 19. ö. Albrecht Helmut Wilhelm Schwobel, 1 Jahr all, Stenmtade 71. f>. Emil SchmaU, Kan'mann, bl Iahte all, i^tankintler Straße 7. 6. Philipp Weiler, Kanimann, 4ü Jahre alt, Marli plag 1.
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Auszug a. 0. Stanöesamtsrcfliftcrn der Staöt Gietzen. 21u|geboie.
November. 2. Friedrich (Mauterm, Kaufmann, mit Anita Beck, । beide tu vUctzen. 8. Eduard Weisel, flauimami, mit Käthchcit^Zediet/ beide in Dießen, ö. Mail Num, Bergmann, mit Alane Schmidt, beide in (Metzen. 6. (Shriftopl) Eduard Gondner, Kaniinaun, nm (Sli|c Seibert, beide m Hungen. 6. Adam Ritz, Postbote tu (Meßen, mit Elisabethe Rcyschmidt tu Vimtba.
Lheschlietzungen.
Oktober. 81. Gottlieb Montbetger, Sergeant, mit Johanna Jehl, beide in Gießen. 31. Peier Trech<>ler, Ziihtmann, nut Auguste I Miami, beide in Gießeii. 31. Heinrich Bernges, Knecht, mit Maria I
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