Ausgabe 
7.3.1908 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Samstag 7* März 1908

158, Jahrgang

tem

Drittes Blatt

Nr. 57

«glich mit Ausnahme bei Sonntags.

zu

hinausge-

Hausfrauen, kaust nur

. för

C/S

Probcfläfchchcn 10 Pfg.

denn sic ist einzig in ihrer Art und altbewährt: sie übertrifft alle zum gleichen Zweck ang^prieiencn Präparate.

bet- Lehr auögiebig: Mau verwende stets den Würzesparcr.

nMAGGlSffute, sparsame Küche.

ftrnße liegen. (Das botanische Institut kann mit der Linie Nr. 1 in wenigen Minuten vorn Lindenplatz aus erreicht werden.) Somit würde die Linie Nr. 2 eine besonders für die Universität sehr praktische Einrichtung darstellen. Ihre Lage ist von der Linie Nr. 1 aus int allgemeinen parallel nach Osten geschoben, was der überraschend starten Entwicklung von Gießen in der Stephans^ mark entspricht. Auch für das an der alten Aktienbrauerei all­mählich entstehende Stadtvicrtel hat diese Lage der Linie große Bedeutung. Ein Hindernis bietet die Eisenbahn an dieser Stelle nicht, da man auf der Ludwigstraße durch den Viadukt fahreit kann. Von der Ecke der Wilhelmstraße würde diese Linie ohne wesentliche Kurve bis an die Kaserne führen.

Die Linie Nr. 3 bildet die Querachse von Gießen und fehl die Gegend der Bicbertalbahn mit dem O st c n von Giessen in Verbindung. Sie kreuzt am Markt die Linie Nr. 1 und gibt hier die Möglichkeit, nach dem Bahnhof oder der Marburger Straße zu umzusteigen. Ferner kreuzt sie die Linie Nr. 2 am Ludwigsplatz, so das; man durch Umsteigen an dieser Stelle die Kaserne und die Kliniken erreichen kann.

Schließlich würde als Schluß der ganzen Anlage eine Ring­bahn folgen können, welche die Linie Nr. 1 an der öffentlichen Lesehalle, sowie an dem Anfang der Marburger Straße, die Linie Nr. 3 am Oswaldsgarten und am Theater kreuzen würde.

Die Bewohner der Bahnhofstraße würden die elektrische Bahr leicht am Seltersweg, später auch an der Ringbahn (West-Anlages erreichen können, wobei zu beachten ist, daß voraussichtlich die Querverbindung zwischen Seltersweg und Bahnhofstraße durcb Verbreiterung der bisher zum Teil noch engen Straßen sicher in zunehmendem Maße besser werden wird.

Sehr warnen möchte ich, bei der ganzen Anlage lediglich bii Richtung der jetzigen O m n i b u s l i n i e n nachzuahmen, da be> dieser Frage die gesamte Bauart der Stadt in Betracht gezogen tuenden muß. ., ,

Hoffen wir, daß zunächst die Linie Nr. 1 möglichst bald iv

Angriff genommen wird.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

-Stehen» Samtltenvlätler" werden dem ,Bn»eifler* viermal wöchentlich beigelegt, das ^Brtisbioii für oen Krets Siehrn" zweimal W4ch«ml»ch. DieLandwirtschaftlichen Zett» fteeeg** erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:^K112. Tel.-AdruAnzeigerGießen»

Börsen-Wochenberichr.

Frankfurt a. M., 6. März.

Währetid auf hem internationalen Geldmarkt die Er­leichterung weitere Fortschritte macht, folgt unser heimischer Geld- nmrf dieser abgleitenden Tendenz des Zinsfußes nur sehr zögernd. Die Bank von England tonnte mit ihrer Rate bereits mit 31/, Proz. zurückgehen, die Reichsbank mußte aber an ihrem Satze von 6 Proz. bis jetzt noch festhatten. Möglich, daß sie infolge des Vor­gehens des englischen Schwesterinslituls nun auch dazu gedrängt wird, die Fesseln, die sie Handel, Industrie und Landwirtschaft durch den hohen Diskontosah angelegt hat, etwas 511 lockern, aber der zuletzt veröffeiitlichte Status, der eine neue erhebliche An­spannung erkennen ließ, zeigte, daß sie in den Konzessionen, die sie der kommerziellen Welt niachen kann, nicht verschwenderisch sein darf. Tie Geldansprüche, die seitens des Inlandes an unseren Markt gestellt werden, sind noch derart groß, daß eine Erleichtere ung auf dem Geldmarkt nicht recht miifommen kann. Für d-.< Großfinanz ergibt sich daraus die Pflicht, den Markt jedematls nicht für ausländische Bedürtmsse zu engagieren. Schon in der Kreditgewährung an die heimische Industrie ist sie zu weit ge­gangen, sie hat dadurch die Industrie in ihren Expansions­bestrebungen unterstützt, ivährend ein langsameres Vorgehen m der Ausdehnung der Betriebe zweifellos gesünder geivesen märe. In den Bilanzen der Dresdner Bank und des Schaasfhausenschen Bankvereins kommt dies gaiiz besonders deutlich zum Ausdruck, Tie Kreditgeivährungen, denen diese Institute wohl schon im In­teresse ihrer eigenen Forderungen sich anscheinend nicht gut ent­ziehen konnten, haben einen solch starken Umfang angenommen, daß er für die Position der Institute nicht unbedenklich ist. Die (Stimmen des Auslandes über einen ungesunden Zug im deutschen Wirtschaftsleben sollten doch nicht ganz überhört werden, am wenigsten von den Leitern unserer großen Banken, die es heule in der Hand haben, auch am die Ausdehmmgspolitik der JndustriL Einfluß zu nehmen. Wir sind eng nut ihr verknüpft und da« Schicksal der Jndustiie ist mfolgedefsen auch ivesentlich nut- entscheidend für das Wohl und Wehe der Banken. In der In­dustrie geht es, ivie wir bei unserem vorigen Bericht bereits ausgeführt haben, vorerst iveiter abwärts. In Amerika ivill man zwar vereinzelt bereits schüchterne Ansätze einer Besserung wahr- nehmen, aber diese Anzeichen sind doch noch zu unsicher, als daß man daLan besondere Hoffnungen für einen baldigen Umfchwung zum Besseren knüp'en könnte. Tiefe Woche kamen I n d u st r l e - ttftien mehrfach zum Verkam, die mir bei ermäßigten Preisen Abnehmer sanden, Weite Photographische, für die em ungünstiger Abschluß erwartet wird, verloren 20 Proz. Bankaktien biteben ziemlich behauptet. Dresdner und Schaaffhausw, in denen, in Erwartung ungünstiger Bilanzen von der Spekulation Blanko- abgab-n vorgenornmen worden waren, ivurden durch Deckuugs- nnd Jnterventionskäiife gehalten. Im übrigen war das Geschäft auf allen Verkehrsgebielen eng, begrenzt.

iung des Eisenbahnetats. . . , o

Erwähnenswert ist noch die Ablehnung des § 7 desRe 1 (ft » 5 Vereins- und Versammlungsrechts, des sogenannten Sprachenparagraphen in der Reichstagskommission.

Dem Reichstage ist inzwischen auch die neue ^z u st rz Nvelle zugegangen, die voraussichtlich noch mancher scharfen srritit unterzogen werden wird. Die neue Justiznovelle urutgt dem .Recht suchenden Publikum eine beträchtliche Erhöhung der Kosten. Und der einzige Rat, den die Regierung hierbei dem Publikum ju geben weiß, besteht darin, keinen Rechtsanwalt mehr zu Rat zu lieben und nicht mehr so viel zu prozessieren. Ucberhaupt diesem Bestreben der heutigen Regierung, das Publikum zu erziehen : Man soll nicht mehr so viel auf der Visenbahn fahren: Fahrmrten- steuer und Abschaffung der Rückfahrkarten. Man soll nicht mehr so viel schreiben und telephonieren: Erhöhung des Ortsportos und der Telephongebühren. .. - ,, .

Die Mehrleistungen, die die neue Justiznovelle statt ixr Verbilligungen für die Rechtsuchenden bringt, ist keineswegs ihr einziger Schönheitsfehler. Auch mit der versprochenen Beschleuni­gung des Verfahrens ist es sehr zweifelhaft bestellt. Was die neue Justiznovelle bringt, läßt sich kurz folgendermaßen zu- sammensassen: Verteuerung der Prozeßkosten und trotzdem -Schmäle­rung des Einkommens der Anwälte und Gerichtsvollzieher, Ver­schlechterung der Rechtsprechung durch Vermehrung des Emzel- assessorentums, Verringerung ober teilweise Beseitigung ber so beliebten Kammern für Handelsfachen, Zwiespalt in den Vor­schriften für die verschiedenen Instanzen, Vermehrung des amt­lichen Schreibwerks. . . D ,

Auf dem Gebiete der a u s iv ä r t i g e n P 0 l i 1t f ift es auch in der abgelaufenen Woche wieder verhältnismäßig still gewesen: Tie Sage der Franzosen in Marokko hat sich noch immer nutzt gebessert; sie haben in verschiedenen Gefechten nicht unbeträcht­liche Verluste erlitten. Nun sollen neue Verstärkungen den recht kampfesfrohen Scharen Muley Hafids entgegen gestellt werden. Daß Frankreich hierbei nach wie vor Wert darauf legt, den Alge- cirasvertrag nicht zu verletzen, geht daraus hervor, daß es von seinen Truppenverstärkungen in Marokko Deutschland und die übrigen Vertragsmächte unterrichtet hat.

Ein mißglücktes Attentat auf den Schatz von Persien und ein ebenfalls mißglücktes Attentat auf den Pra- libenten von Argentinien haben die politische Welt im ganzen wenig beschäftigt. Auch die neuen japanisch-chinesischen Kriegsdrohu ngen werden kaum irgendwo ernsthaft erör­tert. Größeres Interesse bringt man im allgemeinen den ver­schiedenen Monarchenbegegnungen entgegen, die für die nächste Beit in Aussicht stehen: Die Zusammenkünfte König Eduards mit dem Präsidenten Fallieerös unb bem Könige von Italien, Me Zusammenkunft des beutschen Kaisers mit dem Könige Viktor Emanuel und dem Kaiser Franz Josef. Man spricht sogar von einer Reise des Zaren ins Ausland, aber hierüber verlautet natürlich nichts Bestimmtes.

"»en.

1 Die Linien der elektrischen Bahn in Gießen.

Von Prof. Tr. Sommer, Gießen.

Tie Notwendigkeit einer elektrischen Bahn in Gießni wird intimer mehr anerkannt. Es bestehen nur noch Vedenkeii erstens wegen der Bau- und Betriebskosten, zweitens wegen der Lage der Linien. Diese beiden Punkte hängen eng zusammen, da die Ertrags fähigk eit der elektrischen Bahn loesetitlich von der richtigen Lage der Linien abhängt. Letztere muß daher vorher genau geprüft werden, um spätere Enttäu­schungen zu oermeibeu. Bei ber langgestreckten Bauart der Stadt Gießen, die sich in Folge der Absperrung von der Lahn Durch den Tamm ber Main-Wvser-Bahn und aus anbtren Gründen wesent­lich in nord-südlicher Richtung entivickelt hat, liegt es am nächsten, wie ich dies in meinen früheren Aufsätzen über die Gießncr Eisenbahnverhältnisse ausgeführt habe, zunächst eine Linie in dieser Richtung mit den Endpunkten Wieseck und Klein-Linden in der Längsaxe von Gießen zu

,-lannM.E^ >urcauobs4 onkanngeM^- , Mevole

, sucht 2!^ iirnffl w

Sirrdj

ESS-"

bauen. Ties ist jedoch unmöglich, solange diese Linie an der Frankfurter straße wie bisher durch die oberhessische Bahti zer­schnitten wird. Auch den Ausweg einer liebersüyrung nach Art der jetzigen Fußgängerbrücke an ber Kreuzungsstelle ber Frank­furter Straße halte ich für unrichtig. Tie Brücke für bic elek­trische Bahn müßte schon an ber Wilhelmstraße ansetzen und im großen Bogen Mr Liebigstraße gehen, was der Stadt große Kosten machen nnitbe und ein mangelhafter Behelf gegenüber bem vvrhmibeneii unsinnigen Zustand sein würde. Auch der Zugang von dem Seltersweg bnrch die Frankfurter Straße, dann rechts durch die Liebigstraße und links durch die Bahnhofstraße^ zum Bahnhof wäre nur teilweise richtig, da eine Weiterführung von der Bahn durch die Friedrichstraße nach der Frankfurter Straße und diese entlang nach Klein-Linden zurzeit wegen Mangel einer Auffahrt neben dem Fußgänger steg an der ober- hefsischep Bahn unmöglich ist. Zwar ist cs technisch nicht aus­geschlossen, am Hotel Lenz vorbei einen Fahrweg für die elek­trische Bahn da hinauf zu führen, aber die Ausführung dieses Gedankens dürfte noch auf sich warten lassen.

Ich komme daher immer mehr zu der Ansicht, daß es unrichtig ist, die Beseitigung der 0 b e r hes s i s ch e n Bahnlinie an der Frankfurter Straße und die Anlage einer Ausfahrt öom) Bahnhof nach der Friedrichstraße zur Voraussetzung des Baues einer elektrischen Bahn machen, weil diese dadurch ganz auf ungewisse Zeit I)inau schoben werden würde. Vielmehr ist es besser, die Anlage einer elektrischen Bahn in me hrere Teile zu zerlegen, die der Reihe nach all mal ich ausgeführt werden können und die Möglichkeit bieten, bei«eventueller Beseitigung der genannten Verkehrshindernisse das vorher Gebaute in richtiger Weise zu ergänzen. Tabei müssen die Interessen aller Stadtteile und Bevölkerungsgruppen möglichst gleichmäßig

Vermischtes,

* Selbststellung eines R e ch t s a n,v a l t s. Derber bem Landgericht I Berlin früher tätige Rechtsanwalt und Notar- Georg Merlecker, der wegen Begünstigung, Betrugs und Untreue steckbrieflich verfolgt wurde, hat sich jetzt selbst der Staatsanwalt- jdmft gestellt, nachdem er sich vier Jahre hindurch im Auslände, meist in Nord-Amerika, auigehalteii hatte. Merlecker war erst Amtsrichter uiid wurde bann Anwalt. Einer feiner Hauplklienteu war ber junge Alfons Roehll, ber mit Hinterlassung einer großen Schuldenlast flüchtig geworben ist, ohne baß es gelungen ist, fernen Aufenthalt zu ermitteln. Zwischen Merlecker mib Roehll entwickelte sich ein fremidfchailliches Verhältnis, bas schließlich dazu mhrte, baß Mer-lecker wechselmäßige Verpflichtungeii m Höhe von 2o0 000 Mark als Bürgschaft für feinen Freunb einging. Liest Summe steigerte sich allmählich bis zur Höhe von mehr als einer halben Million Mark. Als Merleckcr diesen Verpflichtmigen nicht mehr nachkommen konnte und fein finanzieller Ruin unvermeidlich er­schien, ordnete er die Anivallsgeschäfte und bestellte feinen da­maligen Sozius zum Vertreter. Dann reifte er ab, nachdem er sich polizeilich abgei,leibet hatte. Sein Verschwinden erregte Auf- ehen, um so mehr, als er eine Frau und vier unerwachsene Kinder zurückließ. Ter alsbald eröffnete Konkurs über bas Vermögen Mcrleckers ergab, baß an bst Gläubiger nur eine Quote von knapp acht Prozent verteilt werben konnte. TaS Koukursversabren ist erst kürzlich beendet worben; diesen Termin wartete der flüchtige Anwalt ab, um nunmehr heimzukehren unb sich bem Richter zu. stellen. Merlecker wurde vorläung in Unterfuchimgshaft genommen. Die Hauptverhandlung wird über die sehr komplizierten Trans­aktionen, bie zwischen ihm, Roehll unb ben zahlreichen Gläubigern vorgenornmen worben sind, Aufklärung schassen, wenngleich bereits ein Teil der strafbaren Handlungen, die bem Notar zur Last gelegt werden, verjährt fein dürfte.

Mnulcnw» ^ritrzcnurtüQrigiualfläsdjchcnuaci>jüllcn,tuc«I

m bicie cefobtifh nichtö anderes nie echte aemllt werden dar;

bevücksichtigt werben.

Ich schlage nun nach langer Beschäftigung mit ber Frage vor, folgeitbc Linien in ber genannten Reihenfolge im Laufe von ungefähr sechs Jahren zu bauen:

1. Vom Bahnhof bürch bic Bahnhof,traße, rechts in bie Liebigstraße, links in die Frankfurter Straße, durch den Selters- weg, über K'reuzplatz, Mäusburg, Markt, Lindenplatz, Walltor- strahe, Marburger Straße, Wiesecker Weg, Seitenlinie , zum Fried­hof, d. h. also einen tvesentlichen Teil der nvrdsüdlichen L i n i c mit Endpunkt am Bahnhof.

2. Von Klein-Linden durch die Franffurter Straße, rechts in die Wilhelmstraße, links üt die Ludwigstraße, Ludwigsplatz, Kaiser-Aiste, Kaserne, spätere Seitenlinie zur Siechenanstalt und neuen Irrenanstalt (nord-südliche Parallele).

3. Lahnbrücke (Station der Biebertalbahn,, Neustadt, Markt, Schulstraße, Neuen-Baue, Gartcnstraße, Schifsenbergerweg (west- östlich e Q u e r b a h n).

4. Ringbahn um) die ganze Anlage mit Warteftellen an der Kreuzung mit den unter 1 und 3 genannten Linien.

Zu diesem Vorschlag gebe ick) folgende Erläuterungen:

Durch Nr. 1 ward wenigstens im Hauptteil die nord-süd­liche Verlnndung mit Ende am Bahnhof fertiggestellt. Von bcr Frankfurter Straße an folgt die Linie ber natürlichen Längs- arc von Gießen im wesentlichen ohne Kurven. Allerbings fehlt bie Fortsetzung nach Klein-Linden. Jedoch kann die Linie Nr. 2 zu Fuß über den Steg an der oberhessischen Bahn durch die Friedrichstraße leicht erreicht werden, wäl)rend der Fahrplan entsprechend angesetzt werden muß. Wird später eine Auffahrt an dieser Stelle geschaffen, die auch wegen des Wagenverkehrs zu den Kliniken dringend nötig ist, so können die Linien mit ge­ringen Kvsten verbunben und vom Südende der Stadt eventuell abwechselnd benutzt werden. Da Linie Nr. 1 von der Liebig- stvaße links in die Frankfurter Straße einbiegt, während Linie Nr. 2 von Süden kommend rechts in bie Wilhelmstraße einbiegt, so bleibt hier eine Lücke von ber Wilhelmstraße bis zur Liebig- straße. Es ist bies ein Uebelstanb, der durch das Vorhandensein ber oberhessischen Bahn an dieser Stelle bedingt ist, der aber in Kauf genommen werden muß, nachdem die Verlegung der Strecke, trotz aller Bestrebungen in diesem Sinne, nicht stattgeftmden hat. Man müßte also von Süden, z. B. den Kliniken, kommend, an der Wilhelmstraße aus-, und an der Liebigstraße wieder ein- steigen, um in das Zentrum der Stadt zu kommen. Es sind dies Folgen der Nichwerlegung der Bahn. Allerdings rechne ich damit, daß innerhalb von ca. 20 Jahren bie Verlegung boch notig werden nnrd, da die Verhältnisse trotz der Verbesserung des Bahnhofs, an dieser Stelle unerträglich sind. Kommt bei dem nötigen zweigleisigen Ausbau der Strecken nach Gclnhaufen und Fulda doch schließlich die Verlegung der Bahn von dic.er Stelle, so braucht man nur die Strecke der elekttifchen Bahn von der Wilhelmstraße bis zur Liebigstraße noch auszubauen, um bie Lücke in ber norb-südlichen Linie auszufüllen unb eine der Bauart von Gießen ganz entsprechende Anlage zu bekommen.

Die Linie Nr. 2 hat eine ganze Reihe von Vorteilen. Zu­nächst gibt sie eine Verbindung von der Kaserne unb ben großen Anstalten bicser Gegenb bis dicht an ben Bahnhof, da von der Ecke Frankfurter Straße-Friedrichstraße nur em Weg von ca. 2 Minuten bis dahin zurückzulegen ist.

Ebenso gibt sie den zahlreickfcn Bewohnern von Gießen, die sich im Gebiet östlich der L i e b i g st r a ß e angesiedelt haben eine ziemlich bequeme Verbindung zum Bahnhof in gleicher -u-etfo. Zugleich verbindet sie das U n i v er s r ta t s g ebä u de (Aula) an der Lndimgstraße in sehr wünschenswerter Weise mit den Kliniken unb bem Bahnhof (Ecke Friedrichstraße). Gerade bie Vcrbinbung mit ben Kliniken wird sich immer mehr als notig erweisen, besonders wenn die medizinischen Institute, ^lche für die vor klinischen Semester bestimmt sind, .numlich die für Anatomie, Physiologie, vielleicht auch für Zoologie bestimmten Institute neben ben neuesten Kliniken liegen werben, ^wahrenb : bie anberen in biefen Semestern besonders besuchten Institute, nämlich das chemische und physikalische an der Kula m bcr Ludwig-

läiliu

" »wttlhfl: sanlimerC^

Mädchen

cr öiietn gttö

rl ,10172

, Lelieröweg»

Gießen, 7. März.

Der Etat des Rcichsanlts des Innern hat im Reichstage alljährlich zu anregenden und ausgedehnten Debatten Veran­lassung gegeben. So war es auch dieses Mal, aber an der eiche des Grafen Pofadowsky nahm sein Nachfolger, Bethmann-Hollweg die mannigfaltigsten Wünsche aus dem yauic entgegen, und stand ben einzelne,i Abgeorbncten Rede und Antwort. Der neue Staats­sekretär des Reichsamts des Innern hat sich schon als preußifcher Minister des Innern viele Sympathien erworben und man scyatzte feine von hohen philosophischen Gedanken getragenen Reden fehr hoch. Im Reichstage hat er auch jetzt wieder manches vortreffliche Dort gesprochen und es berührte sehr angenehm, aus fernem Munde zu hören, daß er seine Direktiven nicht emfeitig, weder oei der Sozialdemokratie, noch bei den Arb itgcberwcrbänien 1 hüc, sondern tue, ivas er im Dienste der Alig 'meinheit für r chti« halte. Daß Bethmami-Holltoeg auch der Mann rst, nach öicicm Grundsätze zu handeln, wird wohl niemand bezweifeln, unb man Darf von seiner Amtsführung für bie Zukunft viel Ersprießliches erwarten. Leicht ist es ihm einstweilen jebenfalls nicht, sich in bic Einzelheiten seines Riesenressorts hineinzuarbciten, unb man wirb Dem Staatssekretär barum billigerweife Zeit lassen muffen, unb nicht gleich große neue sozialpolitische Taten erwarten dürfen. Es war natürlich, daß man im Reichstage dieses Mal auch der Tätigkeit des Grafen Pofadowsky gedachte, dessen Vielseitigkeit des Wissens und eiserner Arbeitsfleiß ihn zu einem Minister für Sozialpolitik im wahrsten Sinne des Wortes gemacht hatten.

Nach langen Wochen ber Oebe unb Langweiligkeit hat auch unsere hessische Zweite ft a m m er in ber abgelaufenen Woche recht interessante Tage gehabt. Veranlaffung hierzu gab nicht bcr eigentliche Stoff ber Beratung, unb bie Generalbebatte über ben Haushaltsetat gab gewifsermaßen nur ben äußeren Nahmen ab für bie kleineren interessanten Debatten, bie lieb an mancherlei Vorkommnisse bes Tages knüpften, wie ben Bankkrach in Bübingen, ben OsfeKbacher Fall und die Frage der Sttaßen- bemonftratfonen. Einen sehr breiten Raum in der Debatte nahm der Antrag Haas und Genossen über das Vereins- und Versamm­lungsrecht ein. Neue Gesichtspunkte wurden in dieser Frage eigentlich kaum zutage gefördert. Bedeutungsvoll ist es aber ieden- falls, daß die Zweite Kammer diesen Antrag emfhmnug an­genommen hat. Staatsministcr Eivald wies m der General­debatte über den Staatshaushaltsetat ben gegen bie 9Jegterung erhobenen Vorwurf zurück, baß sic nicht alle/ biejemgen Vorlagen txm Sanbtagc gemacht habe, bie in bet Thronrebe angetunbigt waren. Die Regierung habe verschiedene angekundigte Vorlagen zurückziehen müssen, weil sie sich überzeugt habe, daß der ^anbtng doch außerstande sein Würbe, sich neben bet wichtigen Wahl­rechtsvorlage unb ber Verwalttingsgesetzrevision noch mit nnberen großen Gesetzesaufgaben zu befassen. Die Regierung habe in­dessen auch Gesetzentwürfe vorgelegt, die tn der Thronrede nicht angekündigt gewesen seien. Man müsse in »effen vor allem Klarheit über die zukünftige Finanzlage im Reiche haben und bis dahin viele berechtigten Wünsche zurückstellen.

Eine recht großzügige Rede hat auch Minister Braun ge­halten, als cr von dein Verhältnisse des Bürgertums, zur Sozial­demokratie und der sozialdemokrattschen Mitaroeit iprach. Für die Politik Hessens, so meinte der Minister, sollten nur W 8*vci Grundsätze maßgebend fein:Jedem das Seme-! und ,Mit Lern 'Volke alles für das Volk!" In der gememsamen Arbeit tfür das Vaterland liege die Garantie des Erfolges der Arbeit trotz aller abfälligen Bemerkungen, die im Reichstage über Hessen remacht worden seien. . t ..

Auch der Preußische Landtag' hat in der verflogenen Woche recht bedeutungsvolle Arbeit geleistet. Hierzu gehört die .Annahme der vorn 5)errenhause in einigen unwesentlichen -Limiten ^geänderten Enteignungsvorlage. Ferner beendigte das Aoge- udnetenhaus die Beratung des Etats des Ministeriums > e.> Innern und der Seehandlung und ging dann an bie -oera-

MAGGI8 Wtipze mit dem Kreuzstern

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Sberheffen

HL verih^U er<fütnn, , 101$,

oft.

illO yjt

sS-.L^

Oraves Mch» iu einer ejnzelc-- . Aaheres to Imtl.ob.

vom Lande t 15. März ge|ch der Weitanlosii imäöchkn obem Loho, geich Anlage lh vllu izes W g kochen kann u ündtich versieh!, ir *oalltio£ Moltkeitraiie 6. n uiiiiiij« I Mänsoorg 1t Silber gesuchi jOO] DicziMS.

ländig kochen fc eil mit übetmiE aesuchl- Ängebote unt U) Anz. erbeten. _ ificiratung mc® e ich nir sofort« Mche und -r idchen^ >uis WalleniÄ rurter Sw b-M

iU 1 Kinde gebt!