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7.2.1908 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

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stigen Skandalaffären auszuschütten.

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Künstlers, der geführt haben diesen Wunsch Wagner nicht die Menschheit seines großen

des auf»

man aber auch

Tann unterhielt man sich längere Zeit über die Ka­nalisierung der Mosel und der Saar. Herr von Pappen hei nr lehnte sie kurz ab. desgleichen Herr 5) i r s ch - Essen, der durch sie eine Benachteiligung der niederrheinisch- westfälischen gegenüber der südwcstdeutschen Eisenindustrie de­

in die benachbarte Parkstraße zog sie sich hinab, sondern auch auf günstigen Waldwegen öder Wiesenplätzen rodelten große und kleine Kinder mit unerschöpflichem Eifer. Auch ließ die Rodelet viele auswärtige Liebhaber des Sportes die winter­liche Schönheit unserer Landschaft erst recht würdigen, so weit sie nicht schon früher durch unsere herrliche Schlittschuh­bahn auf bem großen Teich mit ihr bekannt war. In wuu- dersamem Kontrast zu dem Menschentrubel an den Tummel­plätzen des Sportes steht die erhabene Stille des Wintcrbildes, das der einsame Spaziergänger auf der Höhe nach dem Winter­stein zu genießt. Das Ende des Monats hat es uns wieder­gebracht, nachdem einige warme Tage, Vorboten des Frühlings, es schon teilweise zerstört hatten. Ten Schülern der höheren Bürgerschule brachte die strenge Külte der ersten Januartage auch noch eine andere Ueberraschung. Tic Dampfheizung war entzwei gegangen und dadurch erhieltet«. die Weihnachtsferien noch einen kleinen Anhang.

Ebensoviel Abwechslung wie der Lauf des Tages boten auch die Abende. Zu den Neujahrs- und Kaiser-GcburtStags-Z'estlich- keiten in verschiedenen Vereinen kann eine reiche allgemein­belehrende wie politische Vortragstätigkeit. Zu den schönsten Darbietungen des Bortragsvereins überhaupt gehörte die durch Lichtbilder illustrierte Schilderung unseres Planelcn- systeinis und seine Entstehung, durch Rektor Professor Tr. Zimmer von der hiesigen Bürgerschule. Wie Andacht mußte es Jeden erfüllen, wenn er so an der Hand der neuesten For­schung nachzudenklnt gelehrt wurde über die wuitderbaren Vor­gänge und Entwicklungen im unendlich großen, uns Menschen so unfaßbaren Weltall. Von besonderem Interesse !var wohl, was der Redner nvir aller Vorsicht über die Bewohnbarkeit an­derer Gestirne äußerte. Vor manchen anderen Tarbietungen des genannten Vereins zeichnete sich dieser Vortrag durch seine völlig tendettzfreie, ehrliche Wissenschaftlichkeit aus.

in 'Amerika nicht respektiert habe. Hat im Grunde nur sich selbst und schließlich

Zur £m$e in Portugal.

Tie tiefe (Erregung der Lissaboner B ev öl ke- tung scheint sich gegenwärtig abgeschwächt zu haben. Tie Kund­gebungen der öffentlichen n a t io n a len Tra u c r sind gering. Tie Einwohner gehen ihrer gewerblichen Beschäftigung

Noch einen zweiten Abend bot der gleiche Verein, nämlich einen musikalisch-rezitatorischen Vortrag des Tr. Henning aus Leipzig über WagnersParsifal". <xv* Redner äußerte sich zunächst über den letzten Willen bekanntlich den Parsifal nur in Bayreuth wollte. Er sand cs nicht richtig, daß

Neben einer Reihe kleinerer Fragen, die die Konkurrenz der Militär Musiker, die Verhältnisse dec Kanzleidiätare, die Behandlung der militärischen Juslizbeamten betrafen, kam dann u. a. die Duisburger Aerzte frage zur Sprache, die in der Presse vor längerer Zeit besprochen worden ist. Es handelt sich da insbesondere um den Anspruch des Duis­burger Aerztevereius auf freie Arztwahl beidenMann- schäften und feine Ablehnung einer Paufchvergütung. Tie Militärbehörde hat den Konflikt verschärft durch Entsendung eines auswärtigen pensionierten Sanitätsoffiziers. Ta anschei­nend ein Versehen in der Information des Kriegsministeriums vorliegt, darf man wohl auf einen baldigen Ausgleich hoffen.

Hauptgegcnstand der heutigen Verhandlung war aber eine Frage, bei der der Block wieder in Aktion trat und auch prompt funktionierte. Es war das die zur Genüge erörterte Angelegenheit des Aggregierte nsonds. Das Zentrum, das bei jeder Gelegenl-eit den Versuch macht, mit finanziellen Dingen einen Keil in den Block zu treiben, suchte auch diese Gelegenheit weidlich auszunutzen, zumal noch gestern der Frei­sinn mit großer Schärfe die Forderung erhoben hatte, daß nun endlich einmal entsprechend der Zusage des Reichskanzlers bei der Verkündung seines Blockprogramms Ersparnisse int Heeres- wesen gemacht würden. Wber nach den Darlegungen des bttiegs- ministers in der Kommission, die sich auf Mobilmachungsfragen bezogen, und die sein Vertreter General von Armin deshalb heute natürlich nur andeutungsweise streifen konnte, waren sämt­liche Parteien des Blocks einig, daß hier die Stelle zu sparen sehr falsch gewählt ist. Gegenüber den Herren Erzberger und Dr. Südekum betonten besonders die Redner der National- liberalen und der Freisinnigen, Gras Oriola und Dr. Eick­hoff, die in Betracht Ecmmenben Gesichtspunkte, und sie zer­zausten gar weidlich die Brüder vom Antiblock, die glaubten, aus dieser rein militärischen Sache eine Blockfrage konstruieren tu können. Auf Wunsch des Zentrums wird ihm der vorläufige Zusammenhalt des Blocks morgen in einer namentlichen Ab­stimmung bestätigt werden.

Tie neue Negierung versucht cs auf alle Weise, die Fehler der vorigen wieder gut zu machen und die Popularität im Laude zu gewinnen. Im Amtsblatt wird ein Schreiben des Königs an den Mimsterpräsidenten veröffentlicht, in dem der König seinen Willen dahin kundgibt, baß die Finanzverwaltung des Königlichen Palastes nur über solche Mittel rerfügen soll, die vom Parlament bewilligt sind. Ferner sind die verhaf­teten Abgeordneten der republikanischen Partei: Mmeida, Santas und Costa aus der Haft entlassen tu or inert.

Ter von Franco verboten geweseneDiario Populär", daS Organ der Regeneradera hat Tank des gestrigen Erlasses des Königs fein Ersckieinen unter deut alten Namen wieder ausge­nommen. Er erklärt, er werde die Negierung gern in gemein­samer Arbeit am Merke der Beruhigung des Landes unterstützen. Tas Blatt der national-katholischen Partei bietet der Regierung, ihre aufrichtige Unterstützung an und for­dert alle Parteien auf, sich um den jungen König unb die Minister zu scharen, falls diese die feste Absicht haben, eine neue Aera zu eröffnen. Die Stunoe patriotischer Hingebung sei gekommen; niemand dürfe sich ihr entziehen.

Tas BlattEl Mundo" versichert, der frühere Minister­präsident Franco sei nach der Schweiz abgeceist. Er werde nur solange sich in Madrid aufhalten, als es nötig fei, um den Mmisterpräiidenten zu besuchen. Franco habe gestern an verschiedene französische und englische Banken Geld überlöiefen; seine Familie werde ihn nach der Schweiz begleiten. Trotz dieser von mehreren Blättern gebrachten Nachricht versichern die Anhänger Francos, er halte sich noch immer in seiner Woh­nung in Lissabon aus. _ Ter unabhängigeDiario de Noticias" Lobt die gestrigen Erlasse als eingcgeven von dem aufrichtigen Wunsche, die politische Atmosphäre zu reinigen und Gesetzlich­keit, Freiheit und Toleranz wieder herheizusühren. TerDi­ario" fügt hinzu, die öffentliche SJceinung müsse den König und die Regierung zu den Erlassen beglückwünschen.

Stiiiimungsbil) aus dem preuß. Abgeordnetenhaus.

Berlin, 6, Febr.

Die wichtige Frage der Schiffahrtsabgaben auf den natürlichen Wasserstraßen wurde heute im preußischen Abgeord- netenhause wieder einmal angeschnitten. Die so heiß umstrittene Frage scheint nun endlich ihrer Lösung ent­gegen z u g e he n. Der Verkehrsminister, Herr B r e i t c n b a ch, nahm die erste Gelegenheit wahr, um zu erklären, daß die Ab­gabenfrage im Einverständnis mit den Bundesstaaten friedlich geregelt wird. Die Einnahmen der Schiffahrtsabga­ben sollen nur zur Verbesserung der Wasser­straßen dienen, keineswegs aber dazu verwendet werden, die staatlichen Einnahmen zu erhöhen. Preußen wolle sogar die Mittel, die ihm aus seinem gewaltigen Anteile zusließen, zu gemeinsamen Zwecken des Fortschrittes der deutschen Schiffahrt preisgeben. Der Minister gab noch ausdrücklich die Erklärung ab, daß die Regierung sich bei der Verfolgung des gesteckten Zieles allein von großzügigen Gesichtspunkten leiten lassen irerbe, nicht etwa von fiskalischen Erwägungen. Die konservativen Redner waren gern bereit, in der Erklärung des Ministers einen M arkstein in der strittigen Frage der Schiffahrtsabgaben zu erblicken. Auch Herr Brömel erkannte an, daß die Ausführungen des Ministers die Grundlage einer Verständigung sein können. Er sorschte freilich noch nach weiteren Kamelen. Der Minister ^rnußte chm auch zugestehen, daß die Frage, ob die beabsichtigten Stromkassen auch durch Kapitalien der Vergangenheit belastet werden können, strittig sei, und daß in bezug auf loeitere Zuschüsse zu Ver­besserungen die Leistungsfähigkeit individuell in Betracht gezogen iverden müsse.

StiMMMgsbM aus öem Mchstage.

Berlin, 6. Febr.

Der heutige vierte Tag der Beratung des Militäretals war sehr viel ruhiger als der gestrige Abschluß dec allgemeinen Debatte. Man vertiefte sich in die Interne des Etats. Eine Frage von allgemeinem Interesse kam noch im ersten Teil der Sitzung zur Verhandlung beim Kapitel der Militärgerichtspflege. Die Aussprache knüpfte an eine Resolution deS Zentrums, die von Gröber begründet wird und nach verschiedenen Richtungen eine Verbesserung der Kr i m i n a l st a t i st i k für Heer und Marine wünscht. Man war damit auf allen Seiten ein­verstanden, auch bei der Militärverwaltung, und Bedenken wurden nur gegen den Teil der Resolution erhoben, der eine Ver­öffentlichung der über bie persönlichen Verhältnisse der Ver­urteilten erhobenen Tatsack>en anregt. Auf gründ der vorliegen­den statistischen Ergebnisse konnte der Zenirumsredner die erfreu­liche Feststellung machen, daß sich, abgesehen von einzelnen Armeekorps, bei Denen, wie in Rheinland uub Westfalen, ber Ersatz besonbers ungünstig ist, nicht nur bie Solbatenmißhanbluugen unb sonstigen Delikte erheblich geminbert haben, sonbcrn baß auch bie Spruchpraxis ber Gerichte burchaus human ist. Die auch heute von ben Sozialbemokraten hiergegen angeführten Fälle übergroßer Strenge gegen Mannschaften auf ber einen unb auffallenber Milbe bei Vergehen von Offizieren auf ber anderen Seite, sind in den reformbedürftigen Bestimmungen des Militärstrasgesetzbuchs begründet, aber nicht in einer richter­lichen Parteilichkeit. Es luar vorauszusehen, daß die Ueber-

Tem musikalisch Gebildeten bot ber Vortrag mit seiner Vorführung und Erläuterung ber Hauptlcitmotivc viel wertvolle Anregung. Was freilich den Ideengehalt des Stückes betrifft, so ist deren völlig im Geiste ber Swniantif gehaltene Einkleidung und das einseitige Uebcrroiegeit des Liebes- und Keuschheitsproblerns in der ethischen Grundanschauung für unsere Zeit nichts voll Be­friedigendes mehr. So begreift man wohl, warum sich Nietzsche und noch mehr nach ihm bic sozialpolitcsche Tenkrichtuug des modernen Geisteslebens von den Bahnen des Parsisal entfernt.

Ter Bildungsverein bot seinen Mitgliedern am letzten Tage des Januar einen Lichtbildervortrag, der unsK'unst- ftätten des Mittelmeers" vor Augen führte. Prosesfor Sauer aus Gießen hatte die Erläuterung der Bilder übernommen. Er verstand es in meisterhafter Weise aus bec Rundfahrt an ben Küsten entlang zugleich ciiu geistige Wanderung burdj bie ver- schiebLuen Epochen ber Künsterttwicklung zu machen. Ta erstand das erst vor kurzem wiedcrentbcckte mächtige Seereich des Königs Minos von Kreta neu in unferer Phantasie, wir sahen seine künst­lerische Kultur die sämtlichen Gestade des Mittelmeers erobern, wo sich bann griechische unb ägyptische Kunst vermählten, unb auch diesem gemeinsamen Untergründe konnten sich bie verschie­denen späteren Kulturen entfalten. So war der ganze Vortrag schließlich ein sprechender Beweis für den schönen Gedanken, mit dem ber Redner schloß, baß durch verständnisvolles Interesse für andere Zeiten und andere Völker zuletzt doch wieder nur das eigene nationale Kunstfühlen und Kunstschaffen Kraft unb Be­reicherung erfahre. Ter Saal des Sprudelholels war erfreulicher­weise bis zum letzteu Platz besetzt unb so dürfen wir wohl hoffen, daß die Anregung dieses Abends in einen weiten K'rcis unserer Bevölkerung hineingetragen worden ist.

Mit Lichtbilderabendcn trat zweimal auch der I ü n g l i n g s- verein an die Oefscntlichkeit, der darin ivohl auch mit Recht ein zugkräftiges Werbemittel für feine religiösen unb politischen Anschauungen erkennt. Mit Bezug auf bie beiden nationalen Tage des Monats, den Tag der Reichsgrünbung unb ben Ge­burtstag des Kaisers wurden das eine Mal Flottenbilder, ba3 andere Mal geschichtliche (vom Kurhut zur Kaiserkrone) vorgeführt. Rechnungsrat M a n g e l s do r f übernahm dem zahlreichen Pub­likum gegenüber die ErUärung, Pfarrer Knodt schloß den letzten Abend mit einer patriotischen Ansprache. Pfarrer Wisst g hatte am darauffolgenden Tage bei dem allgemeinen Kaiserkm-unerS die Fest-rede übernommen. Er sah unsere Zeit nickt eben optimistisch an, hasste aber vor allem von der christliwen Gesinnung des Kaisers so viel Gutes, daß er das Reichsschiff sicher burd) alle Nebel steuern werde. Dr. Strecker.

Bad-Nauheimer Briefe. L

Ter erste Brief im neuen Jahre!

Ter vergangene Monat brachte eine steche Fülle des Lebens bei uns, daß sich kein Punkt für einen passenden Punkt für einen Einschnitt zeigen wollte. Zunächst war der größte Teil der Bevölkerung, sei es ausübend, sei es zuschauend, an dem unter dem Namenrodeln" neugeadelten Namen deS Schlitten­fahrens stark interessiert. Lebhaftes Treiben herrschte in und bei dem Restaurant auf dem Johannisberg, wo die Rodel­bahn ihren Anfang nahm, noch lebhafter aber ging es in der Nähe der englischen Svirdje zu. wo die Hcrabsausenden mehr oder weniger glücklich Qufamcn. Besonders ein Baum erprobte hier seine Standhaftigkeit gegenüber ixm neuen Sport. Auf die Tauer frei!ick) wirb er ihm erliegen, wenn auch zwar nicht dem Anprall der Schlitten unb ihrer kühnen Fahrer, so doch ber Ueberlegenhüt des Dirnschengeistes, der das Hinbenus mit bet Schärfe der Axt aus dem Wege räumen wird. Ein ver­wegener Friedberger Student tat freilich auch einmal einen schwereren Fall, der glücklicherweise aber doch noch einen guten Ausgang nahm. Jeder Sport hat nun einmal feine Gefal-rcn, die jedoch der Vorsichtige unb Geübte wohl zu vermeiden weiß, und berentroegen man bie gesunde unb erfreuliche Wirkung nicht unterschätzen darf. Wie Viele werden z. B. durch die Rodelei zu einer kräftigen Bewegung in der klaren, reinen Winterluft angeregt, die sonst vielleicht schlechter Laune im Überheizten Zimmer gesessen hätten. Besonders an Damen, für die ein Spaziergang auf den Johannisberg sonst zu an­deren Jahreszeiten als genügende Tagesleistung gilt, war die Unermüdlickkeit zu bewundern, mit ber sie wohl em dutzeudmal unb noch öfter ben Schlitten am Arm bie Höhe to-teber er­glommen, um von neuem über die spiegelblanke Bahn um bie schwierigen Kurven herum hinabzusausen. Sie haben fich da­durch das Stimmrecht, bas ihnen in dem neugegründeten R o ­delklub zuaestanben wurde, redlich verdient. Tie Tätigkeit dieses neuen Vereins erstreckt sich nicht nur auf die materielle Fürsorge für bie Üiobclbaljn, fonoern übte auch einen weiteren Ansporn auf die Gemüter aus durch Preisverteilung, Lampion- beleud)tung, Musik unb dergleichen ideale Belebungsmittel mehr. Tamit ist zugleich imseren winterlichen Kurgästen eine neue Abwechslung geboten und ihr Tank in Gestalt eines gestifteten Preises blieb nül)t aus.

Wie eine anjteckeiidc Krankheit verbreitete fid) die Rodelei von der Hauptbahn aus aber auch auf andere Wege. Nicht nur

baburd) geschädigt, baß er bas Wirkungsbereich Werkes so künstlich beschränken wollte? Würbe er nicht" selbst vielleicht, von dem stärkeren sozialen Zug unserer Zeit ergriffen, seinen Fehle« erkannt und rektifiziert haben?

Herzog Ernst von Sachsen-Altenburg f.

In der vor. Nacht um 1 Uhr ist Herzog Ernst von Sachsen- Mtenburg im Alter von 82 Jahren gestorben. Mit ihm geht einer ber letzten Fürsten dahin, die an der Einigung des Deutschen Reiches tätigen Anteil genommen haben. Herzog Ernst wurde als ältester Sohn des Herzogs Georg von Altenburg und seiner Gemahlin, der Prinzessin Marie von Mecklenourg?Sch'.verin am 16. September 1826 zu Hild­burghausen geboren. Seine erste Studienzeit verbrachte er mit seinem Bruder Moritz zuerst in Jena, dann in Lausanne und Genf. Nachdem er sich dann in Breslau einige Zeit den Militärwissenschaften gewidmet hatte, bezog er die Universität Leipzig, um Staatswissenschaften zu stu­dieren. Von 1851 bis 1853 diente er im 1. preuß. Garde- Regiment zu Fuß in Potsdam, verließ dann den aktiven Militärdienst und vermählte sich am 28. April 1853 mit der Prinzessin Agnes von Anhalt-Dessau. Wenige Monate darauf, am 3. August 1853 starb sein Vater und er bestieg, 27 Jahre alt, den Thron. Aus feiner langen Regierungs- zeit, während der er sich die Liebe seines Volkes in hohem Maße zu erringen verstanden hat, seien folgende Daten von allgemeinem Interesse hervorgehooen: Jrn Jahre 1862 schloß er eine Militärlonvention mit Preußen, im August des folgenden Jahres nahm er an dem Für­stenkongreß in Frankfurt teil und 1866 trat er dem Bünd- nisfe mit Preußen bei. An dem großen Kriege gegen Frank­reich nahm Herzog Ernst persönlich teil, zuerst im Haupt­quartier der zum Schutze der norddeutschen Küsten gebil­deten Armee, später in der vom Großherzog von Meck­lenburg koptmandierten 18. Division. Bei der Einnahme von Toni und Soissons war er persönlich zugegen und an den Kämpfen gegen die französische Si'idarmee und an der Belagerung von Paris nahm er teil.

Leibeserben hat.Herzog Ernst nicht hinterlassen. Sein einziges Kind, ^inzessin Marie, war die Gemahlin des Prinzen Albrecht von Preußen, des verstorbenen Regenten von Braunschweig und starb vor ungefähr zehn Jahren.

Herzog Ernst kränkelte schon seit Jahren; in lecker 'Zeit yatte sich der Zustand jedoch bedeutend verschlim­mert, so daß man schon in den letzten Tagen das Schlimmste befürchtete. Eine geringe Besserung im Befindet^ des Her­zogs, bie gestern gemelbet wurde, hat nicht ungehalten, und so ist Herzog Ernst jetzt seiner ihm am 23. Oktober 1897 im Tode voransgegangenen Gemahlin gefolgt.

Da Herzog Ernst, wie gesagt, Feine Kinder hinter­lassen hat, so kommt jetzt sein eiitziger Bruder Moritz zur Regierung Herzv-g Moritz wurde am 24.. Okt. 1829 zu Eisenberg geboren. Er ist Dr. hon. c., kgl. preuß. General der Kao., ä la suite des Leib-GardL-Husaren-Regts. und des 8. thüring. Jnf.-Regts. Nr. 153, kgl. sächs. Gen. der KavaU. usw. Vermählt ist er seit dem 15. Okt. 1862 mit der Prinzessin Auguste von Sachsen-Meiningen. Dieser Ehe sind vier Kinder entsprossen: 1. Prinzessin Marie Anr.a, die jetzige Fürstin zu Schaumburg-Lippe, 2. Prin­zessin Elisabeth, die Gemahlin des Großfürsten Konstantin Konstantinowitsch von Rußland, 3. Prinz Ernst (geb. 31. Aug. 1871, vermählt mit der Prinzessin Adelheid zu

Schaumburg-Lippe), 4. Prinzessin Luise (vermählt mit dem Prinzen Eduard von Anhalt).

treibung in den Behauptungen des Herrn v. Oldenburg und . , , , ___________ ___ .....,............. ...............

sein übermäßig provozierender Ton die Sozialdemokraten veran-1 fürchtet. Dagegen warf sich Dr. R ö ch l i n g mit Feuereifer für

nach; die Privathäuser sind ohne Trauerschmuck. Tic Soldaten lassen mürbe, ihre Panborabüchse von Mißhandlungs und Offiziere tragen feinen Trauerflor; auch merkt man nicht, daß Vorbereitungen zur Leichenfeier getroffen würden. Die U m - gebHng der Königin Amalie bemüht fid), sic zu be­stimmen, zu ihrer Beruhigung einige Vionate in Spanien oder England zu verbringen. Die Entfernung der Königin in bem gegenwärtigen Zeitpunkte würde ber jungen Regierung auch ben Charakter größerer Unbefangenheit verleihen. Es ist jebvck; zweifel­haft, ob die Königin in fo unruhiger Zeit ihren Sohn verlassen wird.

Erstes Blatt

Freitag 7. Februar 1908

Gietzener Anzei

158. Jahrgang

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Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuille­ton undVermischtes" P. Wittko; fürStadt

Nr. 32

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