Ausgabe 
6.5.1908 Erstes Blatt
 
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Erstes BI»« LSS.Jahrgm,, Mittwoch «. Mai 1N08

erschein» täglich, außer A. «jT vezugSpretS:

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blatt für Öen Kreis ®ltfjen M W M W P.> MM» BZ W W S JT W MW M M 1910 0 monatlich 65 Pf.; durch (Dienstag und Freirag); UM M W Mi MsM W» M gS Br M W M M W M M diePosl Mt.2. viertel-

zweimal monatl. Land- fX) tosL, M W W, pS W Wk _ W JßS M W XB| «U M M M W fährt. ausschU Bestellg.

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AM Senerai-Mzeiger für Sbechchen WM bis vormittags io Uhr. ^^üt!sn§druck und Verlag der Vrühl scheu Un!v.-Vuch- und Zteindruckerei. R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: §chu!strake 7 iaal": E. Heb; sür den ----- 1 ' ü Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

stoan Phrl-Äf rf*&CL Sicherung ihrer Gehaltsforderungcn in Wiescck in der Alicestraße zwischen Frankfurter Straße und

da man nicht wissen föitne, wie

sich

neuen Kliniken die Fregucnz gestalten

Für die Herstellung einer Einfriedigung längs der

hat Mal daß aus dies

Tor, statt- das

nicht deshalb gewünscht, um in fünf, eintreten zu lasten, sondern nni sich

von setzt ab an " wieder frei*

beiten soll in der nichtöffentlichen Sitzung erfolgen. Städtische Arbeiten und Lieferungen.

Die Entwässerung des Torhäuschens am Neuenweger in dem sich die Oktroierhebestelle befindet, soll nunmehr

wurde vom Ministerium Jahren eine Erhöhung freie Hand zu halten, nach Fertigstellung der werde. Ferner foll auf

Krankheitsfällen einstweilen wohl scheitern, >o e i l d i e Regierung ihre Zustimmung zu dem B e s ch l n s s e verweigert, der es dem Prinzipal untersagt, das Kranken- geld vom Gehalt des HandlungSgehülfen in Abzug zu bringen.

Auslcne-.

Die erste Begegnung des Kaisers Franz Josef Ni i t dem deutschen Kal, er und seiner Gemahlin findet am 7. Mai in iWeiblmg stall.

Aus Fez fbmmt das Gerücht, daß die Mehrzahl der Be­völkerung in einer Versammlung in der Moschee Muley Jdris be- chlossen ljabe, 'Dl u l c ij Hafid abzusetzen und enhvebev Abdul Afis TUtPbrr a !,merteimc> - vO.v 'einer? anderen Marokkaner zum Sultan zu mächen, der den heiligen Krieg verkünden solle.

Die Unruhen an der indischen Grenze. Die letzten Verluste des Feindes iverden jetzt aui etwa 60 lüiaini angegeben; le wurden dadurch vermehrt, daß viele 'Afghanen auf der Flucht ui Abgründe stürzten. Drei Mullahs, die sich m einer Schlucht verbargen, wurden durch eine Granate getötet.

finden, nachdem nach der Herrichtung des Häuschens Stehenlasien des Gebäudes für längere Zeit hinaus gesichert ist. Die Versammlung bewilligt die erforderlichen Mittel.

Ter Bebauungsplan für das Attienbraucreigelände die Versammlung schon wiederholt beschäftigt, zum letzten am 9. April. Damals hatte der Vorsitzende mitgeteilt, der Bebauungsplan noch dem Ministerium vorliege, woraus der Verjaimntung heraus u. a. gesagt worden war, daß eine finanzielle Schädigung der Stadt bedeute, und auf energische Reklamation gedrungen wurde. Nachdem durch die Prenc die Angelegenheit besprochen war, teilte das Ministerium

Deutsches Reich.

Reichskanzler Fürst Bülow ist gestern in Berlin eiugetrofsen.

Tie G c s ch ä s t s o r d n il n g s-K o m m i s s i o n des Reichs­tages erteilte ihre Genehmigung zur strafrechtlichen Verfolgung des Abgeordneten Schädler (Zentrum), sowie des Abgeordneten Spethmann (frs. Vp.) und zur Fortsetzung eines Privatllage- versahrens gegen den Abgeordneten Grey (Soz.), lehnte dagegen em ähnliches Gesuch betreffend den Abgeordneten Wu Ii n (W Vg.) ab.

Dem Reichstag ging ein Antrag des Reichs­kanzlers zu, zur Vertagung des Reichstags bis zum 20. Otto brr die Zustimmung zu erteilen.

In der sächsischen W a h lre ch t s fra g e hat der von den Fraktionen eiugesetzie Neunerausschuß ein K o mp ro­ch i ß. a n g c n o m m e n. Die Wahlrechtsdeputation wird voraus­sichtlich eine Resolution beschtietzen, die die Regierung ausfordert, ihren Entwurf nach dem Kompromiß abzuändern oder einen neuen Entwurf einzubringen.

Wärtrembergischer Landtag. In Stuttgart trat gestern nachmittag der Landtag zu einer aus etwa zwei Nlonate berechneten Tagung zusammen. Die Deutsche Partei hat im Landtag einen dringlichen Antrag eingebracht, die Regierung auszuiordern, die Bestimmungen des Ve r e i n s r e ch te s, die den Landcsoehörden anyeimgegeöcn sind, im Sinne der Aufrecht­erhaltung der seitherigen Praxis zu toeifen. Tie Kammer liahm einstimmig die Dringlichkeit des Antrages, sowie eines ähnlichen der Voltspartei an. Die Beratung findet morgen oder übermorgen statt.

Zu dem Eintritt des Prinzen Ernst August berIanb in die deutsche Armee melden die Ar. N. N., es |ci ausgeschlossen, daß Prinz Ernst August in ein fachsifches Regiment esturere, ^n Frage komme vielmehr nur ein bäuerisches Regiment.

Adelsverleihung, Dem bahcrifchen Justizminister von Wil tu er und dem Kuttiiskninistcr v. Wehner ist der erb­liche Adeistairb verliehen wovd.m.

. Wunsch der Stadt die seitherige halb­jährige Kündigungsfrist in eine dreijährige inngewandeli werden

mit, daß der Bebauungsplan schon am 11. Dezember v. Js. genehmigt und dies damals auch mitgeteilt worden iei. Wie der Vorsitzende mitteilt, ist dies richtig bezüglich des Bebauungs­plans, nicht aber bezüglich des einen Teil des Plans bildenden Lrtsbaustaiuts wegen der Bebauung. Wegen dieses Statuts hatte das Ministerium ungefragt, aus welchen Gründen es be­schlossen worden sei, und gleichzeitig erklärt, daß das Orts- ftatut nicht überflüssig sei. Hierdurch entstand das Miß­verständnis. Tie juristische Kommission hat von dieser Mit­teilung Kenntnis genommen. Auch Stadtv. Grünewald er- lanntc in der Koinmissionssitzung an, daß zwischen Ministerium und Stadtverwaltung eine verschiedene Austastung bestanden habe und nach der erhaltenen Aufklärung sich der Vorwurf der Verschleppung nicht ausrecht erhalten lafse.

-Lchlachthauserweiterung und Kühlanlage.

Tas Schlachthaus soll so vergrößert werden, daß es für eine Bevölkerung von 50 000 Seelen ausreicht und eine Kühl­anlage erhält. Tie Erweiterung ist so projektiert, daß später eine weitere Vergrößerung für bis 100 000 Einwohner vor- genommen werden kann. Auch die für die erste Vergrößerung erforderlichen Bauten sollen nicht auf einmal, sondern nach und nach errichtet werden. Tie zunächst zu errichtenden Bauten werden 600 000 Mk. erfordern. Der Vorsitzende führt an Hand der aushängenden Pläne aus, daß das jetzige Biireau- gebäude und die Großviehschlachthalle erhalten bleiben, ebenfo die Freibank. Die jetzige Schweineschlachthalle wird zur Klestwieh- schlachthalle umgewandelt. Zunächst müfsen gebaut werden das Schweine,ustachtyails, das Kühlhaus >zur Hälfte), das Maschinen- unb Kesselhaus, sowie die Verbindungshalle. Die Versammlung ist im allgemeinen einverstanden und die Vergebung der Älr-

Die Eulenburg-Affäre

Sieht immer weitere Kreise und immer enger schließt sich das M uni den Fürsten Eulenburg. Zurzeit wird nach der Persön­lichkeit geforscht, von der Riedel im Münchener Harden-Prozeß erzaplt hat, daß Eulenburg in seiner Wohnung in München ihn, Riedel, nut einem feinen Herrn, der älter war, als Eulenburg zu unsittlichen Zwecten zusammengeführt hätte. Es gelang, vier von den dainaligeii Neunten Eulenburgs in Berlin und Rom, den höchsten Standen angehörig, zu eruieren, von denen es bekannt ist, dar; sie m homosexuellen Kreisen verkehrten. Die Haupt- bet a st un g s z en g e n ge gen den Fürsten Eulenburg die im Münchener.varden-Prozeß hervvrgetretenen Fischer Rieixl und Ernft aus Starnberg, werden in der nächsten Wodx in Berlin cuitreffen und mit einer Gerichtskommissivn unter Leitung dcs Untersuchungsrichters Schmidt nach Schloß Liebenberg fahren. Dort wird dann die zweite verantworttiche Verneh­mung des (Füllten Eulenburg stattfinden.

- ititb als frühester überhaupt möglicher Kündigungstermin der 1. April 1910 angenommen werden. Der für die fremden l Ortsaxmen zu vergütende Verpflegungssatz wi.b auf 1.25 9Jtf. i festgesetzt und ferner bestimmt, daß bei größeren Selbstkosten der Mehraufwand bezahlt wird. Ta diese Verpslegungskosteir : von den fremden Armeiiverbänden zu zahlen sind, wird die ; Stadt Gießen davon nicht berührt, zumal bei im Verwaltuugs- : streitversahren vorkommenden Kürzungen der augesordertcn Be­trage die Universität die gelürzten Summen zurückzahlen soll. Ferner erkennt die Universität an, daß die Verpflegung und Behanblung von Leuten, die hier keinen Unterstützungswohnsitz haben, aber von der Stadt verpslegt werden müssen, weil sie länger als eine Woche hier gearbeitet haben, mit der Pausch- summe bezahlt sein soll. Die Finanzkommission beantragt einstimmig, die 100 000 Mk. nunmehr enbgütig unter der Voraussetzung zu bewilligen, daß diese Vertragsäuderungen rechtsverbindlich werden.

Stadtv. H a u b a ch äußert Bedenken, weil der Staat den Vertrag nicht auf 10 Jahre abschließen will.

Stadtv. Grünewald hätte zwar auch lieber gesehen, wenn der Vertrag aus 10 Jahre lauten würde, will aber auch für den jetzigen Vorschlag stimmen, ebenso Stadtv. Huhn.

Stadtv. Dr. Haber körn äußert sich unter Bezugnahme der Debatte in der letzten Sitzung über den Gesundheitszustand in Stadt und Kreis Gießen, den er aus seiner langjährigen Er­fahrung als Kreisarzt heraus als sehr günstig bezeichnet. Insbesondere kämen Haut- und Geschlechtskrankheiten hier nur in sehr geringem Umfang vor, die vielen, deshalb in der Klinik behandelten Kranken seien fast sämtlich von außerhalb. Die Ailsteckungsgesahr durch die wenigen hiesigen Kraulen sei so verschwindend gering, daß das Publilum deshalb völlig beruhigt sein könne.

Nach iceiteren Bemerkungen der Stadtv. Tr. Ebel und Haubach äußert Stadtv. Troß Bedenken gegen den Abschluß auf mir 5 Jahre.

Stadtv. Dr. Gut fleisch bemerkt, es erscheine nach seiner auch auf Rücksprache mit Mitgliedern des Lehrkörpers beruhenden Kenntnis von der Universität nicht beabsichtigt, den Vertrag zu kündigen.

Stadtv. Tr. Bicrmer macht daraus ausmerksam, es bestehe die Gefahr, daß der Fiskus, nachdem die Stadt Gießen die WO 000 Mk. bewilligt habe, sich an die Pwoiuz u. den Kreis w.nden wolle, um ebenfalls einen solchen Zuschuß zu erhalten. Da die Siadt bei einer solchen Bewillchung den Hauptanteil zu tragen hätte, bitte er daß die Gießener Mitglieder des Kreis- und des Provinzial-Aüs- schusses gegen einen Zuschuß stimmen.

Ter Vorsitzende bemerkt, man könne ev. verlangen, daß ein solcher Zuschuß nur auf die Landgemeinden umgclcgt iuerbe.

Stabil). Grünewald führt aus, er habe, nachdem die Stadt 100 OOU WiL gebe, den Eindruck gehabt, inan werde Kreis und Pwvinz unbehelligt lassen. Aus prinzipiellen Gründen solle man gegen bereit Heranziehung sein.

Stadtv. Tr. G u t s l e i s ch bemerkt, baß der Versuch, etwas vom Kreis zu erhalten, wohl erfolglos bleiben werde. Auch die Provinz werde wohl kaum etwas bewilligen. Er billige das Verlangen solcher Zuschüsse überl-aupt nicht, da man damit nicht dem allgemeinen Staatsintesse, sondern den Bezirksintercsfen diene. Es sei auch sehr schwer, das Interesse der einzelnen in Frage kommenden Körperschaften richtig abzumessen, so gut, wie von Oberhessen, könne man z. B. auch von Starkenburg einen Zuschuß verlangen. Eine solche Auslösung des Staatsinteresses in Be­zirksinteressen sdstidige den Staatsgedanken, der doch daraus be­ruhe, daß ein Teil für den anderen eintretc und gemeiiifame Aus­gaben gemeinsam trugen wurde. Er habe noch niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß nach seiner Uederzeugung das Vor­gehen des ttlnanzministers eine Gefahr für den Staatsgedanken bedeute.

Nach weiterer Tebattc wird befchloffen, der Vertragsabänderuiia znzustimmen uno ine 100 000 Mk. als unter der Erwartung ac- SSei?* ^trachten, daß Kreis und Provinz nicht l-erangezogcn

Stadtv. Simon beantragt, über einen Einspruch der in Frage

Der Vorsitzende macht Mitteilung davon, daß die Haupt- chncife, die über die Schießstände führt, 1 Sonntagen für den allgemeinen Verkehr gegeben wird.

Ludwigsstraße werden 6000 Mk. gefordert.

Stadtv. W i n n hält mit Rücksicht auf die Straßcngestaltung' die Anlage einer Mauer für besser. Der Vorsitzende meint, eine Mauer käme teuerer und sei auch nicht nötig, da ja die Straße die erforderliche Breite habe. Nachdem noch Stadiv. Em melius sich für die Bewilligung ausgesprochen und die Anlegung der Böschung für den Herbst gewünscht halte, wird der geforderte Betrag bewilligt.

Stimniunflsbiiö tu» dem Reichstage.

o r , r 23 er l in, o. Mai.

Der heutige -Lag gehörte Herrn Dernburg. Er feierte einen -vriumph, selber fchweigend und bei schweigendem vause Vom frühen Morgen bis zum späten Abend tagte man ohne Unterbrechung und verhandelte eine lange Tagesordnung, aber das Hauptstuck wurde ohne Diskuf'fion erledigt, denn zwischen dem Beginn der zweiten Lesung der K o l o n i a 1 b a h n e n und der Abstimmung lag nur ein einsamer Monolog des Herrn Lebebour. Auch bas Zentrum trennte sich von seinen Ge­noffen und mit überwältigender Mehrheit, mit der Stimme sämtlicher bürgerlichen Parteien, mit einziger Ausnahme oer polnischen -Opposition, wurden die Bahnen in Ostafrika, m -Logo, i n Kamerun bewilligt; die s ü d w e st a f r i tä­tliche Stichbahn hatte der Kolonialchef schon vor Ostern bei der Verabsa)iedung des Haupletats erhalten. Diese schioei- gende gefchlossene Aktion bedeutet ein großes politisches Ereignis, bedeutsam in der inneren Politik des Reiches und noch bedeutungsvoller in ihrer Wirkung auf das Aus­land. Es zeigte sich, daß große politische Momente eines Feuerwerks nicht bedürfen. Ein hoffnungsloser Grimm sprach aus Herrn Lebebour: er suchte ihn mit spottenden Worten über die in der Regierungsmehrheit befindlichen Freisinnigen zu verbrämen, mit höhnischen Bemerkungen über den alten Zylin- berfjut des Herrn Spahn, der bald wieder ausgebügelt werden und dem des Freisinns Konkurrenz machen könne.Schön ßt ein Zßlindcrhut, wenn man ihn besitzen tut, doch von Sanz besonderer Güte, das sind zwei Zylinderhüte." zitierte er wohl im Stillen aus denHaarbcutcln" von Busch. Aber man ließ sich auf seine Haarbeuteleien nicht ein. lieber sozial­demokratische Negation ging man zur Tagesordnung über.

. Weniger Erfolg hatte der Staatssekretär des Kölonialantts Mit feinem Eintreten für eine Vorlage, die nicht unmittelbar flus feinem Verwaltungsbereich stammte, die Postdampfer- _u b D c n t i o n für die Verbesserung der Verbindungen mit dem Schutzgebiet Neuguinea. Aber es war wenigstens ein Teil- wsolg, der nach dem Verlaus der Kvmmissionsberatung kaum mich zu erwarten war. In der Budgetkommission hatte die Regierungsvorlage zwar Llnnahmc gefunden, aber nur, weil i>er polnische Vertreter abwesend war: lonftiroäre sie mit Stimmen- Weichheit gefallen. Die wirtschaftliche Vereinigung hatte sich wm Block getrennt, und auch die Konservativeii begleiteten .Hre Zustimmung in der Kommission mit bedenklich nach Ab­lehnung klingenden Gründen. Alle Beredsamkeit des srei- Mnigen Vertreters von Bremen, des Abg. Hormann, reichte licht aus, um die Subvention im ganzen Umfange zu retten. An Vermittelungsantrag der wirtschaftlichen Bereinigung, der zürn Beschluß erhoben wurde, wird we­nigstens verhüten, daß die Reichsslagge aus einer schon in getrieb befindlichen Schiffahrtslinie niedergezogen werden muß. Db freilich der Norddeutsche Lloyd sich auf den verftümmelteii vertrag einlassen wird, steht noch dahin.

Einen kleinen Kampf gab es dann auch bei der Ost- niarkenzulage. Auch hier mußte sich die Regierung ebenso wie bei der Lloydsubvention einen Abstrich gefallen lassen. All Antrag der freisinnigen Bereinigung auf Streichung Der Zulagen für die Unteroffiziere fand die stimmen nahezu des ganzen Hgnses, und so sah sich das Zentrum in seiner bescheidenen Hossnung, daß es wenigftens frerbei zu einer Spaltung des Blocks kommen werde, ge­lauscht. Drei namentliche Abstimmungeii bestätigten das Zu­la m m e n h a l t e n d e r B l o ck m e h r h e i t. Die Konservativen erlebten endlich die Erfüllung ihrer alten Forderung einer Milderung der Bestimmungen über die Haftung des Tier­halters. Dagegen wird trotz des einmütigen Eintretens aller Parteien des Reichstags der Wunsch d e r H a n d I n ngs- kehülj-cn nach Acnderung des §63 des Handels-l

Sitzung Oct* SlaStveroröneLen.

Gießen, 4. »Mai.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecinn, die Beigeordneten Keller, Georgi und Heyligenslaedi; die Stabtoerorbneie»: Dr. Blenner, Bruck, Dr. Ebel, Eichenauer, Emmelius, Fader, Grüne- ivalb, Dr. Gulfleisch, Habenicht, Tr. Haderkorii, Haudach, Helfrich, Helm, Huhn, Jiigyarbi, Kruinm, Leid, Löder, Loos, Orbig, Petri, Plank, Sünon, Lroß, Tr. Wunmenauer und Winn.

Mitteilungen.

Die Augen- und die chirurgische Klinik sollen an baS Elektrizitätswerk angeschloisen werden. Man genehmigt den hierfür geforderten Kredit von 9000 Mk. Es kommt eine jährliche Stromlieferung von 36 000 Mk. in Frage.

Ellie Reihe

Tausch- und Kaufverträge wird nach den Vorschlägen des Ausschusses gutgeheißen. Es handelt sich, um Straßengelande, Tausch und Kauf mit A. Fröh­lich, Gg. Pfaff, Fr. Klenker Eheleute und Hch. Winn Eheleute. Bei dem ersten Vertrag bekommt die Stadt 12 461 Mk. heraus, bei den übrigen handelt es sich um kleinere Beträge.

Wirtschastskonzeffionsgesuche.

Die Gesuche von Albert M offner um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb für Wcstanlage 39 (Großherzog von Hessen) und von Karl Hackmann für Bahnhostr. 71 werden befürwortet, da es sich in beiden Fällen um den Uebcrgang schon mit Er­folg betriebener Wirtschaften in anderen Besitz handelt. Nicht befürwortet soll werden das Gesuch von Karl Valentin für einen Gastwirtschaftsbetrieb im Haus Schützcnstr. 18, da die Bcdürfnisfrage verneint wirb, sowie bas Gesuch von Karl Pcrta sür Landgraf Philipps-Platz 10, da in jener Gegend genug Wirtschaften sind.

Tie 100 000 Marl Spende an die Universität beschäftigt die Versammlung noch einmal, da noch über die am letzten Donnerstag zurückgestellten Amendements zu ent­scheiden ist. Der Vorsitzende hat wegen des Vertrags zwischen Universität und Stadt bezgl. der Behandlung der tranken. Stabkarmen in ben Kliniken, ben bie Stabt für die Universität au, 10 Jahre unfünbbar gemacht haben will, verhanbelt. Wad) Rücksprache dcs Herrn Rektors mit dem Attnistcrium schlägt letzteres vor, ben Vertrag auf weitere 5 Jahre abzuschließeu. Die kürzere Zeit, für die der Vertrag abgeschloffen werden foll.

ipolrtische Tagesschan.

Aus der preußische« Wahlbewegung.

äac am 3. Mai d. I. in Biedenkopf versammelten Ob­männer der natwnalliberalen Partei des Landtagsbezirks Bieden- wps. haben in Uebereniftimmung mit dem Parteivorstande ein- mutig beschlofsen:Angesichts dec unzweideutigen Weigerung der konfervativen Partei, an der Lösung der zurtzeir wichtigsten innerpolitifchen Jwage: einer zeitgemäßen Aenderung des Land- tagswaylredfts in einer dem Rechtsbcwußtsein des Volkes ent- spwchenden Weife rnttzuarbeiten, ist es m i t d e r P f l i ch t e i n e s jeden liberalen Mannes unvereinbar, in unserem weder von der -LÄzialdemvkratie noch vom Zentrum betroffenen Wahlkreise einem konservativen Abgeordneten seine Stimme zu geben. Wir fordern daher alle unsere Partei­freunde aus, unbekümmert um persönliche Beziehungen zu dem bisherig en konservativen Abgeordneten sich der Teilnahme an der Wahl am 3. Juni d. I. zu enthalten. Das natio­nalliberale Wahlkomitee des Landtagswahltreises Bieöenkops."

Der nationalliberale Abgeordnete Schwabach.

Vertreter des ostpreußischen Reichskagswahlkreises Mc- mcl-.ücljbcfrug, hat sein Mandat n i e d e rg e l c g t. lieber feine Wahl hatten umfangreiche Beweiserhebungen ftattgefunben, bic noch fortgeietzt werben sollten. Schwabad) erhielt bei der Öaubtioobl im vorigen Jahre 4941, her konservative Kanbidat 0668, der Litauer 4221 und der Soziatdemvtrat 3342 Stimmen. Zu der Stichwahl siegte er mit 11403 gegen 6431 Stimmen der Konservativen. .Geheimrat Schwabach ist von den Liberalen und Litauern auch für bic jetzt bevorstehenbe Lanölagswayl al5 ae- memiamer Kanbibat ausgestellt worden.