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7.11.1908 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten.

E. A.

nächsten Tage zeigen.

kartensteuer und der Verteuerung des Ortsportos. In Verbindung mit der Reichsfinanzreform soll nun bekannt­lich die Fahrkartensteuer wieder abgeschafft und die Ver­teuerung des Ortsportos beseitigt werden.

Von sonstigen politischen Vorgängen der verflossenen Woche interessiert eigentlich nur noch die Wahl Tafts zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Tast wird also Nachfolger Roosevelts, und es heißt, daß er seine Politik ganz im Stile Roosevelts führen werde. Unter Roosevelts Leitung haben die Vereinigten Staaten einen glänzenden Aufschwung genommen, was Wunder, daß man sich von einer weiteren Fortsetzung dieser Politik nur Gutes verspricht. Der Wahlsieg Tafts ist denn auch glänzender geivesen, als man es sich gedacht hatte.

In der O r i e n t p o l i t i k hat die letzte Woche eigent­lich keinerlei neuen Ueberraschungen gebracht. Die Stim­mung der kleinen Balkanvölter ist ruhiger geivorden. Selbst Serbien hat die Boykottierung österreichischer Waren auf- gegeben, allerdings auf eine deutliche Drohung von Wien, die Einfuhr serbischer Schiveine verbieten zu wollen. Das Schwein aber ist die Haupteinnahmequelle der Serben.

In Oeste rreich ist die augenblickliche Lage auch im Innern sehr trübe. Die Gegensätze zwischen den Deutschen und Tschechen werden täglich größer, und das Kabinett Beck gibt sich vergebliche Mühe, in Böhmen einen vernünftigen moduB vivendi zu finden. Wie es heißt, wird das Kabinett zurücktreten; ob ein ganz neues Ministerium ans Ruder kommt oder ob es sich nur um eine Umbildung des Kabi­netts unter Leitung Becks handeln wird, das werden die

poüiijd?c TV ochen scharr.

Gießen, den 7. November.

Es bat sich viel Mißstimmung in den letzten zwanzig Jahren angesammelt, um jetzt endlich mit solcher GenxUt zutage zu treten. Keine einzige politische Partei im Deutschen Reich findet in diesen trüben Tagen auch nur ein Wort der Entschuldigung für die Negierung, und wenn das Zentrum auch abseits steht, so heißt es doch keineswegs gut,, was geschehen ist. Das vermag niemand. Ist es nicht bezeichnend, daß es gerade die Kvnseroativen sind, von denen die allerschärfsten Pfeile gegen die Re­gierung, den Reichskanzler und den Kaiser gerichtet werden? Nun hat Fürst Bülow bekanntlich alle Sck)uld auf sich genommen; ob nur aus Diplomatie, um den Kaiser zu decken, oder weil es sich wirklich so verhält, itrie er an­gibt, darüber macht jeder sich seine eigenen Gedanken. Die Erklärung in derNordd. Allg. Ztg.", daß der ver­hängnisvolle Artikel desDaily Telegraph", von den ver- antwortlichen Leitern der deutschen Politik nicht vorher gelesen worden sei, hat jedenfalls bedeutende Wirkungen ljervorgerufen: unbändige Heiterkeit im Auslande und tiefe Beschämung bei uns. Wie, in Deutschland, dem Lande der peinlichsten Gewissenhaftigkeit und pünktlichsten Pflicht­erfüllung, kommen solche Tinge vor, so spottet man draußen im Auslande über uns. Man sängt an, uns Deutsche nicht mel/r ernst zu nehmen. Lack-en tötet! Mußte es endlich solveit mit uns koinmen? Immer und immer wieder verhieß man uns goldene Tage der deutschen Zukunft und ermahnte uns, alle Sck)warzseherei zu verbannen. Und nun? Welcher Schwarzseher hat sich die Zukunft wohl so schwarz ausgemalt, wie wir sie jetzt leider vor uns sehen. So schwarz nicht. Feinde ringsum, und das die Folge unseres beständigen Liebeswerbens bei allen Mächten. Das ist bitter. Wir haben das stärkste Heer der Welt, und werden.nicht mehr ernst genommen, nicht einmal mehr von den Franzosen, daß ist beschämend und bedenklich zugleich. Man traut uns nichts mehr zu, höchstens Don ,Quichoterien, einen Krieg wegen Cosoblanca. und selbst das nicht einmal. Wir haben soviel von Frieden geredet, daß man uns die Energie zum ernsthaften Han­deln nicht mehr zutraut.

Angesichts der vielen tausend Fragen, die uns durch die augenblickliche politische Lage ausgedrängt werden, hätte man wohl erwarten können, daß Fürst Bülow, so lange er noch im Amte ist, die erste, beste Gelegenheit gesucht hätte, sich vor der Nation zu rechtfertigen, ihren Unwillen zu besänftigen, sie zu beruhigen. Der Reichstag ist seit vier Tagen wieder in voller Tätigkeit, aber die Regierung zögert noch immer, zu reden, einmal zu rechter Zeit zu reden. Gegen ausländische Besucher ist man doch sonst redselig genug. Warum schweigt man jetzt? Denkt man vielleicht, die Oefsentlichkeit werde sich allmählich schon so wie so beruhigen. Nein, das deutsche Volk wird sich nicht eher beruhigen, als bis man ihm die feste Garantie gibt, daß Vorfälle, wie die jüngsten, in Zukunft nicht mehr möglich sind. Wir müssen endlich einmal Ruhe und Stetigkeit in unserer auswärtigen Politik haben, sonst kommen wir in Gefahr, auf der Weltbühne beiseite geschoben zu werden. Man hat sich in der deutschen Oefsentlichkeit bisher viel zu wenig um auswärtige Politik gekümmert. Man lebte in politischer Sicherheit dahin, wie zu Bismarcks Zeiten, und beachtete es dabei gar nicht recht, daß unser Reichsschiff keinen rechten Kurs mehr hatte. Wenn man die Parlamentsberichte anderer Länder liest, bemerkt man, wie sorgfältig dort die kleinsten Vorgänge der auswärtigen Politik beachtet und betrachtet werden. Auch der deutsche Reichstag wird in Zukunft sich nicht mehr damit be­gnügen dürfen, neue Steuern und neue Gesetze zu be­willigen. Er wird sich auch um die Auslandspolitik be» kümmern müssen. Das Vertrauen zur Regierung, zu ihrer höheren Weisheit und Unfehlbarkeit ist im Volke geschwun­den, daher bedarf es einer strengeren Kontrolle der Maß­nahmen der Regierung. Das deutsche Volk ist es ja doch schließlich ganz allein, das mit seinem Gut und Blut die Mißgrisse der Regierung bezahlen muß.

Die gewaltige Erregung über die letzten Vorgänge in unserer ausrvärtigen Politik haben alle innerpolitischen Fragen zurückgedrängt. Mcht einmal die endliche Ber- ösfentlichung der neuen R e i ch s s in a n z v o r- lage ist gebührend beachtet worden. Alles Interesse kon­zentriert sich jetzt darauf, was die Regierung zur gegen­wärtigen Lage sagen wird am Montag oder Dienstag soll dies ja wohl endlich geschehen. Von den Aussichten der Reichssinanzreformvorlage schon jetzt reden zu wollen, hat keinen Zweck, da man es sich in diesem Augenblicke schwer vorstelchn kann, wie sich die Verhandlungen im Reichstage entwickeln werden. In der Oefsentlichkeit hat man ja so ziemlich gegen alles Front gemacht, was an neuen Steuern vorgeschlagen wird. Die einzelnen Inter­essengruppen nehmen da verschiedene Stellung ein. Am einmütigsten verworfen hat man bisher die geplante <)as- und Elettrizitätssteuer, ebenso die Jnseratensteuer, und es

DezagSp retZ: monatlich 7öVf.,vlertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 UL; durch die Post Alt. 2. oiertel- tährl. ausldjl Beilellg. HetletivretS: total'Ck ausioärts 20 Plennig.

Verantwortlich tüt Den ooluilchen Teil, tüt .Fenitleion* und -Venußchies *: Ernst Ander!on, tüt .Stadl

Der gestrige zweite Jagdt^g das deut.chen Kaisers in Eckartsau hat ein noch besseres Jagdergebnis gehabt als der Tag vorher. Das Revier war bedeutend wiloreicher als das des Vortages, das Wetter war unfreundlich und kält; während der Jagd trat zeitweise leichtes Schnee­treiben ein, das jedoch die Jagd nicht behinderte. Kaiser Wilhelm war bei bester Stimmung und wurde vom Erz­herzog zum Stand geführt, werau, d r er, e Tri.b auf dem Hir,ck-enbodcn begann, wobä Kai,er Wilycun mehrere Kapital Hirsche streute. Im dritten Trieb, der aus dem Wiw- bretgrund stattsand, schoß der Kaiser vierzehn Stuck. Rach dem Dejeuner wurden noch zwei Triebe arrangiert, woran Kaiser Wilhelm und der Erzherzog die Fahrt nach Wien antraten. Die Begrüßung der Monarchen gestaltete sich dort ganz ungewöhnlich herzlich; jie tauschten Küste aus, umarmten einander uni) schüttelten einander die Hände. Kaiser Franz Joses geleitete mit dem Thronsolger den Kaiserlichen Gast in seine Appartements. Unmittelbar vor I Beginn der Tafel verfügten sich Kaiser Wilhelm und der

Thronsolger in die Appartements des Kaisers Franz Josef und holten ihn zur Tafel ab. Nach der Aushebung der Tafel hielt Kaiser Wilhelm eine Viertelstunde Cercle ab und zeichnete alle Würdenrräger durch Ansprachen aus. Der deutsche Kaiser geleitete dann Kaiser Franz Josef in dessen Appartements; die beiden Monarchen blieben dort- selbst eine halbe Stunde in vertraulichem Gespräch allein. Um s/49 Uhr holte der Kaiser Franz Joses den deutschen Kaiser zur F-ahrt zum Bahnhof ab. Die Ab­reise des Kaisers erfolgte um 9 Uhr 5 Min. nach Donau­eschingen. Die Verabschiedung der Monarchen am Bahn- Hose war sehr herzlich.

Der Casablanca Streit.

Die Nervosität, die oueü.) die neuesten Meldungen über den deutsch-französischen Casablanca-Streit hervorgcrusen lvar, ist allmählich einer ruhigeren Auffassung der Lago gewichen. Man hofft zu einer friedlichen Verständigung zu kommen. Die sranzö;iscye Formel, die durch den Bot- ichaster Cambon in Benin der deutschen Reichslänzlei unter­breitet wurde, hat folgenden Wortlaut:Frantreich und Deutschland bedauern den Zwi;chensall, der die unliebsamen Geivalttätigkciten zwischen Deutschen und Franzosen in Casablanca herbeiführie, und beschließe, von dem Wunsche nach Ausrechterhaltung freund, chaftlicher Beziehungen zwischen beiden Ländern beseelt, dem Haager Schievs- gerrchtshose die nachfolgende Angelegenheit zu unter- ureiten. lFolgt der Sachverhalt.) Von deutscher Seite wird, wie derPetit Parisien" aus Berlin meldet, folgende Gegeusormel oorgeiegt: 1. Deutschland und Frankreich be­dauern gemeinsam den Zwischenfall von Casablanca. 2. Frankreich bedauert, daß das unverletzbare Prinzip der Koniularrechte mißachtet wurde; Deutschland bedauert, daß .ein Konsul in inkorrekter Weise gehandelt hat.

Die Londoner Zeitungen drücken ,chon ihre Befriedigung über die Beilegung des diplomatischen Streits über den Casablanca-Zloi,chenfatl aus, der lautMorning-Leader" ,ymptomatisch sm für die hochgradige, durch übertriebene Kriegsrüstungen erzeugte Nervosität. Schließlich bedauert das radikale Morgenblatt, daß die vom Kaiser zur Erhal­tung des Weltfriedens in dem Interview ge prochenen Worte in England leinen Widerhall gesunden haben.

SLtzuttg der Sr<rörverordneten.

Ä i p. B e n, den 5. November 1908.

Anwesend sind: OberLdvgcuneiftec Mecum, die Bei- georbneien Keller, Georgi und HeyUgenslaedt; dte Staotverord- netcn: Dr. Btermer, Brück, Tr. Ebel, Eichenauer, Etnmeltus, Gabriel, Grünewald, Habcmcht, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Helm, Hubn, Jann, Jughardt, Krumm, Leib, Lader, Laos, Orbig, Beni, Blank, Tr. Schaier, Schafsstaedl, Simon, Troß, Dr> Wimmeuauer und Wnm.

(rin Drrtrauenövotum.

Wie der Vorsitzende mutetlt, hat der Stadto. Haubach sich nut der Frage, welches Syltem nie die zu errichtende ftälte- anlage das beste fei, besonders eingehend befchä'Ugl, und ist aus toiunö seines Studiums der verschiedenen Shsteme zur Ansicht ge- kommen, daß das Kohleniäure-System das beste sei. Teshalb wurde er von einem anderen Herrn, der Anhänger des Ammoniak» iyiiems tsl, heilig ungegriffen. U. a. sagte dieser in einem öfjent- iichen Lokal, daß Stadto. Haubach von der Firma Riedmger .ge­schmiert' worden, habe m Gemernichast mit zwei Vertretern oei Firma die Mehgermctster zu bearbeiten versucht und sogar dies« beiden Herren in die Sladiverordneten-Veriammliing tnltnehmen wollen, damit sie dort ihre Ansicht entwickelti fönnten. Der Herr habe zwar sväter diese Aeußerimgeu abgeleugnet, aber es seien zwei einivandsreie Zeugen dafür vorhanden, bau sie in der Tat so qe'allen seien. Herr Hanbach habe zivar schon Privatklage erhoben, aber man sei der Ansicht, daß dem jo schtver in seiner Ehre ge- kränkten Stadtverordneten eine besondere Gennglnnng zuteil werden müne Die VoischlagSkommission beantrage deshalb: Dte Stadt- veroidneien-Verjammlung wolleHerrnHattbach ein B e r t r a u e ns- ootum tu folgender Form erteilen: Die Siadiverordiieten-Ver- jammlting bedauert lebhait, daß Herr Stadto. Hanbach aus Anlaß seiner Stellungnahme in der Frage der Wahl des Kühtsyslems, in welcher er, wie auch sonst immer, lediglich nach seiner besten Ueber- zeugung gehandelt hat, in unveramwortlicher Weise angegriffen ivorden ist, unb spricht Herrn Haubach ihr volles Vertrauen aus. (Bravorufe.)

Stadto. L ö b e r ist der Ueberzeugung, daß Ctadtooerordneter Hanbach vollständig loyal gehandelt hat, meint aber, daß man auch den anderen Tert hören müsse, zumal Herr Sack bestreite, die jragllche Aeußerung getan zu haben. Man solle deshalb den Stab nicht ungebörl über ihn brechen. Tie Versammlung soll sich auf eine höhere Warte stellen, als auf ein Wirtschaftsgespräch so Diel Gewicht zu legen.

Stadto. Krumm führt aus, daß man verpflichtet sei, unbe­schadet der Gerichtsverhaiidlunq dem Stadto. Haudach aus diesem Anlaß das Vertrauen der Bersammlung auszujprechen. Alan dürfe den Ausgang der gerichtlichen Verhandlung nicht abroaiteii, da bis dahin Monate hingmgen. Ter Beschluß eines Vertrauenö- votumS für Stadto. Hanbach könne dein Anjehen der Versammlung nur nützlich sein. (Bravorufe.)

Gegen die Stimme des Stadto. Loder wird der Antrag der Vorschlagskommission angenommen.

Stadiv. L ö b e r bemerkt zu seiner Abstimmung, daß er eben­falls zu Stadto. Hatibach volles Vertrauen habe.

Nachdem Oberbürgermeister Al ecu m dem inzwischen er- fctjicncncn Stadto. Hanbach den Bejchliiß der Versaminlinig mitgeteilt hatte, sprach dieser seinen Tank hierfür ans. Er be- mcilte werter, daß er in der ganzen Angelegenheit nicht den ge­ringsten Vorwnri verdiene. Irr habe sich iür die Sache besonders interessiert, e.nmal weil sie technisch besonders mterefiant sei, so­dann, weil er mchr gerne über enuae abnünine, was er nicht ocr- nehe. Er Halle es für bedanerlich, daß er ohne jeglichen Grund Derartiger Beschimpfungen ausgesetzt geivesen sei.

'Mitteilungen.

Ein Herr Gustav Bergen gibt in einer Eingabe der Stadt Ratschläge über die Art der Vflasierung, der Erhaltung des Haupt- tauals nsw.

Der Vorsitzende teilt weiter mit, daß nach einer im Gieß. Anz. veröfjentlichten Roriz bei unserem Regiment in Zukunft nur noch Mediziner und Apoiheter vom 1. April als Einjährige em- gestellt werden sollten. Ties bedeute eine Schädigiing unserer Universität, weshalb es sich empfehle, beim Mimstermm des Innern entsprechend vorstellig zu werden.

£>0l8t;id>c Caac5td?au»

Zur inneren KusiL-

Tie , Wirtschaftliche Vereinigung ' hat an die Fraktionen des Rcichslagcs folgende Aufforderung gerichtet:Aus den iveiteften Vottskrei.en uiid in Zeitungen verschiedener Partei­richtungen ist ver tebha.te Wuu,ch laut geworden, daß sämt­liche bürgerliche Parteien des Reichstages in einer gemeinsamen Kundgebung zu den Vorgängen auf dem Gebiete der auswärtigen Politik, aus die sich die dem Reichstage dorriegenoen Interpellationen ^ziehen, Stellung nehmen möchten. Dic Wirtschaftliche Vereinigung würde es für zweckmäßig halten, wenn eine solche gemeinsame Knndgebung an Seine Majestät den Kaiser und an den Bundesrat erfolgte. Die Wirtschaftliche Ver­einigung sieht sich zu diesem Vorschläge veranlagt, weil sie annimmt, daß eine Verständigung zwischen den größeren Fraktionen leichter zu erzielen jein wird, wenn oie An­regung dazu von einer Fraktion ausaeht, die hierbei für sich eine führende Stellung nicht in An,pruch nimmt. In ähnlicher Weste veröf,enllicht jetzt auch der Vorstand der tonseroaliven Partei eine Erklärung, worin cs mit Bezug auf die letzten Ereignisse heißt:Trotz der vom Reichs­kanzler formell iibcrncmmenen Vcr.retung müßen Vorkeh­rungen getrogen werden, die eine W.edcrkchr solcher Miß­stände für die Zutunjt mit Sicherheit verhindern. Wir sehen mit Sorge, daß Aeußerungen des Kai.crs nicht selten vazu beitragen, unsere auswärtige Pocklit in eine schwierige Lage äu bringen. Wir halten uns zu chrsurchtsvo.lem Aus­druck oes Wunsches verbunden, daß in solchen Aeußerungen zukünftig grögere Zurückhaltung beobachtet werde. Wir wollen dabei gleich mit Entschieoenheit seststellen, daß wir im Interesse der Würde und des Machtbewußtscins des Deutschen Reiches eine weitere publizistische Behandlung dieses Vorganges nicht für segensreich erachten können. Wir müssen wünschen, insbesondere auch dem Auslande gegenüber diejenige Ruhe und Geschlossenheit des Volkes zum Ausdrucke zu bringen, die für uns eine politische Rotwendigleit der Sclbsterhallung ist. Die Berliner Morgenblätter melden: Der Tag des Zusammentritts des Bundesratsausschusses für auswärtige Ange.egenhci.en ist noch nicht bestimmt. Die zuständigen e t n z e l st a a t l i ch e n Minister werden dazu leibst hierher kommen. Bei der Begründung der Interpellation to. ren der Dacky-Tcle^raph- Vcröffentlicyung am Dienstag nächfrer Woche im Reichs- tage werden die Varteien sich zunächst auf eine kurze for­melle Erilärung beschränken und die Antwort des Reichs­kanzlers abwarten. Eine Adresse an den Kaiser, die von freisinniger Seite angeregt war, hat wenig Aussicht, da die Konservativen nicht zu st im men. Die Absicht der wirtschaftlichen Vereinigung betreffs einer gemeinsamen Kundgebung der bürgerlichen Parteien an den Kaiser und an den Bundesrat ist durch die Veröffentlichung der Er­klärung der konservativen Partei überyolt.

Der Zagdbesach de8 Kaisers iu Oesterreich.

ist zu hoffen, daß die Regierung von diesen Steuervor­schlägen schließlich selbst zurückkommen wird, ohne erst kost spielige Experimente zu inachen, wie f. Zt. mit der Fahr- s Beginn der Tafel verfügten sich

Nr. 263 Erstes Blatt 158. Jahrgang Samstag 7^. November 1908

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