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7.9.1908 Erstes Blatt
 
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August Küblpger

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s«V«te$« 2)ei9tt Blatt 158. Jahrgang Montag 7. September 1V08

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MMeyener Alizeiger

tül bie iHebafuon 112, WW verantwortlich

;SS General-Anzeiger für Oberheffen MW & oonnmags'iöuh" Botattonsbrud und Verlag der vrllhl'fchen Untv.-Vuch. und Zteindruckeret. R. tauge. Redattion, Expedition und vruderel: Zchnlstratze 7. 8°^igeme?l?H?ÄT

Herr Pfarrer KoreD und die Nationalliberalen.

Von Herrn Pfarrer Korell werden wir um Veröffent­lichung des nachstehenden Schreibens gebeten:

Sehr geehrte Redaktion!

Gestatten Sie mir eine kurze Antwort auf den Sah Ihres Leitartikels in Nr. 208: ......Der liberale Teil

des Blocks und zu ihm rechnen sich trotz Korell auch die Nationalliberaleu . . . ." Zugleich bitte ich Sie im Interesse der politischen Arbeit beider liberaler Richtungen in Oberhessen um Abdruck in Ihrem Blatte.

Seit Begründung des Nationalvereins für das liberale Tentschland gehöre ich ihm an und arbeite einträchtig und in großer Freude mit seinen nationallibcralen Mitgliedern zusammen. Sein und mein Streben geht auf Einigung des Liberalismus.

Ferner: es sind jetzt gerade drei Jahre her, da wurde ich als getneinsamer Kandidat zum Landtag von Freisinnigen und Nationalliberalen aufgestellt, gewiß doch auch, weil man ein Zusammenarbeiten für möglich hielt. Ich zog meine Kandidatur zurück, weil die Nationalliberalen von der Vereinbarung zurücktraten, mit dem Erfolg, daß ihre Sonderkandidatur 2 gegen ungefähr 40 sozialdemokratische Wahlmänner erhielt.

Endlich: erst vor einigen Monaten habe ich in Gießen gesprochen und für den größten Teil meiner Ausführungen auch die Zustimmung des Nationalliberalen Herrn Professor Biermann gefunden. Das wäre doch nicht möglich ge­wesen, wenn der Satz imGießener Anzeiger" richtig ist.

Nein, die Sache liegt so, daß ich die im Nationallibc- calismus heute so start sich geltend machenden nicht mehr liberalen Personen und Tendenzen bekämpfe, im Interesse der Einigung des Liberalismus. Diese Kräfte sind es, welche z. B. für die bevorstehende Landtagswahl ein Zu­sammengehen der Freisinnigen und Nationalliberaleu un­möglich gemacht und dafür eine Verständigung mit dem Zentrum herbeiHeführt haben.

In der Bekämpfung dieser nationalliberalen Richtung nicht des Nationalliberalismus habe ich übrigens wiederholt Sukkurs aus Gießen gehabt. Ich erinnere nur an den bekannten Ausspruch des Nationalliberalen Herrn Professor Biermer über die Gründung einer freikonser- vativeu Gruppe und an so manche Auslassung Ihres Blattes selbst.

Ich würde sehr lebhaft bedauern, wenn das in Zukunft nicht mehr der Fall wäre; meinerseits verbleibe ich bei der Anschauung: alles, aber auch alles, was. liberal und demokratisch ist, gehört zusammen. >.

.Ergebenst

Ihr

A. Korell."- *

Die maßlosen Angriffe, die in letzter Zeit gerade von lintsliberaler Seite gegen die Nationalliberalen ohne Aus­nahme erhoben worden sind, haben in nationalliberalen Kreisen begreiflicherweise verstimmt. Man hatte es dort mit den Einigunasbestrebungen ehrlich gemeint. Im Interesse des Blockfriedens ist es freudig zu begrüßen, daß sich Herr Pfarrer Korell jetzt so rückhaltlos für die Zusammengehörig­keit aller Liberalen ausgesprochen hat.

Deutsches Ueich.

Der Kaiser in Straßburg. Gestern vormittag um 10 Uhr befiel rigte der Kaiser mit den Prinzen und dem Gefolge

Zwei Darmstädter Briefe.

Unser Darmstädter Redakteur schreibt .uns vom 6. d. M.:

Tas Kinderfest mit G l o ck e n b l u m e n a b e n d im Platanenhein der Landesausstellung, das gestern bei einigermaßen günstigem Wetter veranstaltet wurde, hatte eine so starke Beteiligung von Jung uitd Alt, daß zur Be­ruhigung der Hunderte, die nicht mehr in den Besitz von Eintrittskarten gelangten, eine Wiederholung des Festes angekündigt werden mußte. Neben dem Gmoßherzog und der Großherzogin mit dem Erbgroßherzog wohnten auch Prinzessin Viktoria von Battenberg mit Kindern, die Kron­prinzessin von Griechenland mit Kindern und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen mit Kindern dem Feste 6* Den Mittelpunkt bildete ein großer Kinderfestzug, der unter Be- tciiigung des kleinen Ervgroßherzogs und mehr als 600 weißgetleideten Mädchen und Knaben den unter einem prächtigen Baldachin versammelten fürstlichen Herrschaften eine Huldigung darbrachte. Der Großherzog hatte schon vorher dem aus Damen und Herren der ersten Kreise ge­bildeten Komitee scherzhaft die Aeußerung getan, daß er ür das brave Verhalten seines Söhnchens beim Festzuge feine Garantie übernehmen könne. Und das war gut. Denn ils der Festzug vor dem Baldachin anlangte Und der in einem Glockenblnmenwagen, der von vier Geisböcken ge­logen und von Pagen und Herolden umgeben war, thronende Nockendlumenprinz Albrecht Brann, ein Söhnchen des Nimsters Braun) den Erbgroßherzog mit einem hübschen Gedicht begrüßt hatte und ihn einlud, in dem Viergespann tzlatz zu nehmen, da weigerte sich der kleine Herr so i n e r g i s ch und bestimmt, dies ohne seine Gouvernante ;i* tun. daß unter allgemeiner Heiterkeit von der genauen Durchführung dieser Programmnummer abgesehen werden mußte. Der Festzug bewegte sich bann unter dem fort­gesetzten Jubel der von den hohen Herrschaften ihre mit Flockenblumen geschmückten Stübchen schwenkenden Kinder um das Ausstettungsgebäude herum in den Platanenhain. 5n dem reservierten Teil wurden darauf die Festzugteil- ccbmcr mit Kaffee, Milch und Kuchen bewirtet, unb bann tegannen in Gegenwart ber fürstlichen Herrschaften Kinder- joiele der verschiedensten Art, Wettlaufen, Kuchenwettessen, Keigenspiel, .Wurstschnappen, Tauziehen uff., bei deren An-,

das Münster. Hierauf begab sich der Kaiser mit den Herren seiner Begleitung nach der Orangerie und machte dort einen Spazier­gang. Bei dem Besuche des Münsters wurde der Kaiser von dem Bischof und dem Weihbischof Zorn von Bulach empfangen. Im Ministerium hörte der Kaiser den Vortrag des Münsterbau- meisters .Knaulh über bie vorzunehmenden baulichen Arbeiten. Nachmittags um 5 Uhr machte der Kaiser mit den Prinzen und den Herren der Umgebung eine Automobilfahrt mit anschließendem Spaziergang am Rheinusor nördlich Straßburgs durch den Rhcin- wald und die Hafenanlageu. Um 7y2 Uhr folgte der Kaiser einer Einladung des Statthalters Grafen Wedel zur Tafel. Zu der Llbendtafcl, die beim kaiserlichen Statthalter stattsand, war auch Professor Hergesell geladen. Ter Kaiser unterhielt sich nach dem Essen mit dem Gelehrten längere Zeit über dessen wissen­schaftliche Expedition an Bord des deutschen Kriegsschiffes Viktoria Luise. 65am besonders eingehend erkundigte sich der Kaiser nach den Luftschisfalirten des Grasen Zeppelin. Professor Hergesells begeisterte Schilderung der großen Schweizerfahrt erregte das höchste Interesse des Rkonarchen. Der Kaiser sprach sich auch mit großer Wärme über die nationale Spende des deutschen Volkes aus.

Die allgemeine Kriegslage für die diesjährig fftn K'aiscrmanöver lautet: Eine blaue Armee rückt aus dem nördlichen Baden gegen ein: rote Armee vor, die an der Mosel unterhalb Trier aufmarschiert. Straßburg ist blaue, Metz rote Festung. Hierzu wird bemerkt, daß den genannten Festungen für bie bevorstehenden Feldmanöver nickst die Bedeutung beige­messen wird, die sie in irgend einem Ernstfälle haben würden, daß z. B. Belagerungsübungen nickst vorgesehen sind. Tie blaue Partei steht -urz^jt bei Straßburg, bie rote bei Metz.

Der Kronprinz wird sich den Berliner Abendblättern zu­folge nach beendeter Tätigkeit im Ministerium des Innern weiter in der Zivilverwaltung orientieren. Als nächste Zentralbehörde ist das Finanzministerium in Aussicht genommen. Nach viertel­jähriger Tätigkeit dort wird der Kronprinz im Reichsmarineamt arbeiten. >

Reichsgerichtsrat Eduard Müller ist im 54. Le­bensjahre in Leipzig gestorben. Ter Verstorbene stammte aus Herrischried in Baden. Er war früher Landgerichtsrat in Mos­bach, dann Oberlandesgerichtsrat in Karlsruhe. Seit 1900 ge­hörte er dem 2. Zivilsenat des Reichsgerichts an.

Der Erzabl Placidus von Beuren ist schwer er­krankt." er wurde bereits mit den Sterbesakramenten versehen.

Konferenz deutscher Arbeitgeberverbände. DieNeuesten Nachrichten" melden aus München: Hier fand unter dem Vorsitz des Kommerzienrates Menck-Altona eine Kon­ferenz des Viwcins deutscher Arbeitgeberverbände statt. Die­selbe beschloß, als Gegengewicht gegen die sozialistischen Ar­beitsnachweise die Ausdehnung der von den Unternehmern ge­leiteten Arbeitsnachweise über ganz Deutschland.

M i n i ft e r b e g e g n u n g in Berchtesgaden. Nachdem der österreichisch-ungarische Minister dcS Aeußern Frhr. v. Sichren» thal am J. ds. eine Begegnung mit dem italienischen Minister der Aus.rärtigen Angelegenheiten Tittoni in Salzburg gehabt, hat er am Samstag dem ihm bereits von Petersburg her nahe bekannten und befreundeten Staatssekretär v. Schön einen Besuch in Berchtesgaden abgestattet. Wie in Salzburg, find auch in Berchtesgaden die aktuellen »fragen der internationalen Politik besprochen worden und es ist hierbei die erfreulichste Harmonie in der Auffassung der Kabinette der Dreibundsmächte bestätigt worden.

Ausland.

Der Kaiser Franz Joses, der sieh eines ausgezeichneten Befindens erfreut, ist heute früh nach Budapest gereift.

Der dritte internationale Kongreß der Handels- und G5 e iv e r b e t a m m e r u wurde vorgestern durch dessen Protektor, den Erzherzog Karl Franz Josef, in An­wesenheit von Vertretern der Handelskammern, sowie industrieller und konunerzieller Korporationen ans ganz Europa und Amerika in Prag eröffnet. Die Vertreter der r e i ch s d e u t s ch e n Handelskanunern und der Wiener Handels- und Gewerbekanuuer

auf dem internationalen Handelskammertag haben beschlossen, dem von der Stadt Prag gegebenen Bankett fern zu bleiben, weil die Stadt Prag in'taktloser Weise den Besuch der Delegierten des Pariser Munizipalrats zu chauvinistischen Zwecken benutzt habe.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 7. Sept. 1908.

Tie überseeische Auswanderung im Jahre 1907 aus unserem Staate.

31 696 Deutsche haben im letzten Jahre beit Staub des Vaterlanbes von beit Füßen geschüttelt, um sich jenseits besgroßen Teiches" eine neue Heimat zu gründen, eine Ziffer, bie sich feit 1906 etwas gehoben hat, erfreulicher­weise aber lange nicht bie Höbe ber Auswanderungsziffer vor 20 Jahren erreicht, wo alljährlich 100 000 Deutsche bie Heimat verließen. Unter ben einzelnen brutschen Bundes- staaten hatte entsprechenb seiner hohen Bevölt'erungszahl Preußen bie höchste Emigration mit reichlich 18000 unb bie nichtig ft e absolut wie relativ bas Fürsten­tum Schaumburg-Lippe mit einem einzigen Aus- wanberer im letzten Jahre. Im Verhältnisse zur Zahl seiner Einwohner hatte abgesehen von ben Hansastaaten Hamburg unb Bremen, bie bei ber Vergleichung nicht in Be­tracht kommen bas Großherzogtum Oldenburg mit 84 Emigranten auf je 100 000 Bewohner die höchste Zahl aufzuweisen, während im ganzen Deutschen Reiche biese Ziffer 51 war. Das Torabo ber Heimatmüben sind» immer noch bie Vereinigten Staaten von Nordamerika, die von den 31696 deutschen Auswanderern im Jahre 1907 30 431 auf» suchten. Auch von ben 374 Auswanberern, bie im letzten Jahre unserem Lande den Rücken kehrten, zogen 357 nach Nordamerika, während 17 in dem übrigen Amerika sich eine neue Heimat zu gründen suchten. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl des Landes betrug bie Auswanderer- ziffer bei uns 39 auf je 100 000 Seelen, während wie schon erwähnt in ganz Deutschland 51 Auswanderer auf obige Ziffer tarnen. Von ben 374 Auswanbererit aus un­serem Staate nahmen 69 ihren Reiseweg über Hamburg, 253 über Bremen, 4 über Havre unb 48 über Antwerpen. Angefügt sei noch, baß vor 20 Jahren, also 1887, bie relative Zahl ber Auswanderer auf 100 000 Einwohner berechnet bei uns 241 betrug.

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* ' In Audienz empfangen wurden von Sr. Kgl. Hoh. dein Grobherzog aut Samstag u. a. der Direktor Dr. Nitsert von der Taubstummenanstalt in Friedberg.

* Ordensverleihung. Seine Kgl. Hoh. b& Groß­herzog haben dem Medizinalrat Dr. Em. Ang. Merck zu Darmstadt das Ehrenlreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

* * Nn hestand8 versetzung. Se. Königs. Hoh. der Großherzog haben den Aufseher am Arbeitshause zu Dieburg Joh. Adam Lehr auf sein Nachsuchen unter An­erkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste in ben Ruhestand versetzt und ihm das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschriftffrir langjährige treue Dienste* am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

* * Post-Personalien. Verseht: Telegraphensekretär Wunderlich von Leipzig nach Gießen, die Telegraphen- assistenten Scholz von Bad-Nauheim nach Berlin und Zinser von Berlin nach Bad-Nanheim. Angenommen ist als Post- eleve Student Ohly in Bad-Nauheim, als Postagent Land­

blick sich Groß unb Klein stundenlang köstlich amüsierte. Bei Beginn der Dunkelheit wurde dann ber Platanenhain mit Tausettbcn von Glockenblumen-Lampions erleuchtet, währenb bie beiden kombinierten Artilleriekapellen ihre luftigen Weisen ertönen ließen. Ter Aufenthalt im Freien wurde leider durch bie inzwischen eingetretene kühle Witte­rung erheblich beeinträchtigt.

Von anderer Seite wirb uns aus Darm- v o m 6. b. M. geschrieben:

Das Hoftheater eröffnete heute bie neue Saison mit einer wohlgelungenen strich losen Aufführung ber Meifterfinger von Nürnberg". Von neuen Mit- gliedern stellten sich Otto Höhnel als Pogncr und Leo bc Leeuwe als Tavid vor. Beide verfügen über hübsches Stimmaterial. Von ben alten Kräften bewährten sich wieber Weber als stilgerechter Sachs unb Speemann als stimm­gewaltiger Stolzing, sowie Frl. Salben als Poesievolles Evchen. Trapal hielt sich als Beckmesser von llebertreibung nicht ganz frei. In derL e a r"-Aufführung am Mittwoch werben sich verschiedene neue Schauspielmitglieder ein» führen. Tie Titelrolle spielt Johannes Heinz, bisher am Stabttheater in Nürnberg.

Die Olbrichgebächtnisausstellung soll am 15. September eröffnet werben. Die Firma Glückert ist mit ber Herrichtung ber Räume im Ernst-Ludwigs-Haus be­schäftigt. Das Material ist jetzt schon sehr reichhaltig. Zur Ausstellung werben benutzt vor allem Prof. Olbrichs Atelier, ferner ber Hauptsaal und bie beiden Nebenräume. Mit dem Arrangement ist der Assistent Krug betraut.

Aus Frankfurt a. M. wird uns unter dem 6. b. M. geschrieben: Die erste Premiere im Schauspiel­haus, Felix Saltens wirksame drei EinakterVom an* ren Ufer", hat am Samstag recht lebhaften Anklang ge­funden. Tie gute Mache unb bie geschickte Stoffwahl ver­fehlten nicht ihren Einbruck, zumal bie Darstellung, in ber sich besonbers bie Herren Lengbach, Bolz unb Bauer hervortaten, unter ber Reegie bes Jntenbanten Klaar recht gut war.

Menzels Arineewerk. Dem Kaiser überreichten kürzlich die Herren Ludwig und Karl Stollwerck in Gemeinschaft mit dem Kommerzienrat Bärenstein ein Menzel-Album, die Armee

Friedrichs des Großen darstellend. Dlehr als 15 Jahre hindurch bat Menzel, von dem Wunsche getrieben, ein echtes Lebensbild der äußeren Erscheinung der friederizianischen Slrmee so hinznstellen, daß es für alle Zeiten erhalten bleibt, in den Zeughällsern und Monlierungskaminern die Uniformen und Alisrüslungsstücke studiert mW sie bis aut die kleinsten Einzelheiten gezeichnet, und zwar auf eigne Faust, ohne Verleger-Sluftrag und ohne Aussicht, die ungeheure Llrbeil jemals gelohnt zu sehen. Tanir ist fein grobesArmee-Werk" aber auch vielleicht das bedeutendste Kostümwerk geworden, welches eS gibt. Menzel laßt die Mann­schaften und Ossiziere aller Grade, sowie die übrigen zur Armee des großen Königs gehörigen Ehargen SReunc passieren und stellt jeden in voller Lebendigkeit in einer fiir ihn charakteristischen Situation und Stellung mit überzerlgender Wahrheit dar. Tie Uniform ist mit Säbel, Troddeln, Cchnalleir, Zanmzetig bis aus bas kleinst: Tewil auf das sorgsälligfte bargeitellt. Menzel hat dies in ben Jdhren 18421857 direkt auf Stein gezeichnet und 30 Abzüge davon gemacht. Bei seinen damaligen beschränkten Mitteln standen ihm indessen nut wenige Steine zur Verfügung, so daß er genötigt war, nachdenr die Auflage von 30 Abzügen gedruckt war, bie Steine sofort abzuschleifen, um sie wieder für neue Zeichnungen benutzen zu können. Die wenigen Exemplare, bie zudem schwarz gedruckt waren, sind in alle Winde zerstreut unb heute sinb selbst einzelne Blätter davon außerordentlich ge­sucht und hoch bezahlt. Ein Exemplar dieser Schlvarzdrucke hat Menzel farbig ausgemalt und diefes vollftändige Exem^ar mit 453 Blatt hat vor einigen Jahren, als die Gefahr bestand, daß es nach Amerika verkauft werden sollte, die Firma Gebrüder Stollwerk, einem Wunsche des Kaisers folgend, daß es den Deut­schen erl/alten bleibe, erworben. Sie vermerket es jetzt zum Teil zur Herstellung von schmucken unb interessanten Ansichtspostkarten.

lieber den Humo r in der Schule spricht Pro^. Eugen Grunwald in denPreuß. Jahrb.', und. zivar verlangt er einenheiteren Grundton, aus den die ganze Stunde gestimmt sein, der d a u e r u d e n B e m ü 15 v e r k a s s u n g d e s L e h r e r s, die in freudiger Teilnahme der Klasse ihrenReflex" finden soll. In den pädagogischen Lehrbüchern sucht man bislang ein Kapitel über den Humor in der Schule vergebens; aber das laßt steh aus einer ganzen Reihe von ihnen beweisen, daß hervorragende Pädagogen, zumal oer Neuzeit, solche Würze des Unterrichts für zulässig, nein, für unentbehrlich halten." Zum Beweise führt er zahlreiche Stellen aus den Werken Wieses, Mi'mchs, Jägers und anderer Schulschriftsteller an.Ein Witz", sagt Grünwald,ber das Vergehen des Schülers, die Strafe des Lehrers begleitet, kann ganz deplaciert sein und geradezu brutal wirken; der Humor, aus weisem Verstehen und Müleiden geboren, darf sie begleiten: er löst bie momentane Spannung und stellt das für einen Augenblick ge­störte Verhältnis zwischen Rächer und Schächer wieder her Tte