= Lumda, 6. Juli. Tas Großh. Ministerium der Finanzen hat der Firma BuderusscheEisenwerkezu Wetzlar die jederzeit widerrufliche Erlaubnis erteilt, von der hiesigen Station ein Anschlußgleis anzulegen und von der Staatsbahnverwaltung mit Lokomotiven betreiben zu lassen.
§Ruppertenrod,6. Juli. Ein von einem Pferde gezogenes Automobil gewährt immer einen drolligen Anblick. So mußte gestern ein Pferd einem dreirädrigen Auto aus der Panne helfen, in die es unmittelbar vor unferm £rt geraten war. Tas Gefährt kam die Grünberger Straße her, sein Insasse wollte mit ihm nach Erfurt. Ta platzte vor unferm Orte an dem Vehikel das Ben^inrohr, und die :Kcifc war fertig. Eine Reparatur war hier nicht zu be« werkstel'ligen. Ein Pferd mußte seinen Konkurrenten bergauf schleppen, der Station Mücke zu. Da es auch bergab den Dienst versagte, durften Schülerjungen zu ihrer Freude den Wagen schieben helfen.
x Göbelnrod, im Juli. Unser Torf stand am Beginn des Monats in dem Zeichen des Jeslschmuckes; es galt nämlich der Einweihung des Halte st ellcpunkteS Göbelnrod. Es sind schon 38 Fahre, seitdem die Oberhcsfische Bahn eröffnet und Dem Betrieb übergeben worden ist und unsere Gemeinde hat feit dieser Zeil schon viele Eingaben gemacht wegen eines Haltepunktes, aber immer ohne Erfolg 'Nachdem sich nun Land- und Reichstagsabg. Köhler an den ^isenbahnrninister gewandt hatte mit der Bitte, den Wün sehen der Gemeinde Göbelnrod stattzugeben, wurde alsdann mit der Gemeinde in Verhandlung getreten, wobei sich di. Gemeinde bereit erklärte, zur Erbauung des Haltepunktes 8000 Mk. zu bezahlen, womit die Errichtung gesichert war. Die Gemeinde ließ es sich nicht nehmen, den Tag der Eröfj- mtng des Haltepunktes festlich zu begehen. Der Ortsvor stano machte des Morgens einen Ausflug mit der Bahn nach Gießen und des Mittags wieder zurück. Hier fand eine öffentliche Feier statt. Von der Dahnbehöroe waren anwesend Bahnmeister Stein und Stationsvorsteher Törr- höfer sowie mehrere Unterbeamte. Herr Törrhöfer hielt eine Ansprache, worin er die Opfer freudigkeil der Gem.in.e betonte. Sie habe keine Kosten gescheut, um die .Halteitelle zu bekommen und heute das Stationsgebäude so schön geschmückt. Er brachte ein Hoch aus die Gemeinde aus. Bürg.r meister Damm dankte in herzlicher We.se d.m Bah..m.ister für die schöne Ausführung des Stationsgebäudes und der >?altepunktanlage sowie für die Ratschläge und Unterstützung, die Herr Stein der Gemeinde zuteil w.roen ließ. Er brachte ein Hoch aus auf Bahnmeister Stein und Stationsvorpeher Dörrhöfer. Bei fröhlicher Unterhaltung und Gesang, wobei noch verschiedene Toaste ausgebracht wurden, blieb man noch längere Stunden zusammen, bis die Nacht zum Auf bruch mahnte.
-m. Friedberg, 6. Juli. Die Vorfeier zur Fahnenweihe des Artillerie- und Pionier-Vereins am Samstag abend ist trotz der kritischen Wetterausiichten gut verlaufen. Als der Festzug die Seaviefc erreichte, nnirbc er mit Böllerschüssen empfangen. Die RsgimctüSkapelle der 61, »reiche den Butzbacher Kriegcrverein an der Bahn in Einpfang genommen ljatte, mar lästerte mit ihm nach der Burg, wo man dann in Gemeinschal t mit dem Artillerie- und Pionicr-Vcrcin zu einer Huldigung nach dem Kriegerdenkmal zog. Medizinatrat Dr. Vogt- Butzbach gebaute der Kämpfer von 70—71, besonders derer, die auf dem Felde der Ehre gestorben waren. Bei der Ankunft auf dem Festplatz entwickelte sich bald ein fröhliches Treioen. Die Gesangsabteilung des Turnvereins sang einige Lieder, »velche von den Fcsttcilnehmern mit Beifall anfgenommen »vurden. Ter erste Vorsitzende des Vereins, Jean Füller, begrüßte die Festgäste in kerniger Weise. .Er schloß mit einem Hoch auf Zlaifer und (üroßherzog. Auf dein F-estplatz herrsclste bald eine seuchisröhliä-e Stimmung, bis ein wölkenbrucl-artiger Regen die Feier vorzeitig beendete. Sonntag morgen wurde von Mitgliedern d.s Artillerie- und Pionier-Vereins eine Kanonade eröffnet, die auch den besten Schläfer aus den Federn trieb. Ter Hüninel hatte ein Einsehen, und als die ersten Böller krachten, schien die Sonne über Berg und Tal,. Inzwischen tarnen die fremden Vereine an, die mit Musik abgeholt und in ihre Quartiere gebracht wurden. Um ' >2 Uhr nahm der Zug Ausstellung am Mainzer Tor, und um 2 Uhr letzte sich der Zug durch die Kaiserstraße, die Burg, die Vorstadt zum Garten berührend, nach der Festnstesc in Bewegung. Tic Stadt mar herrlich geschmückt. An dem Zug nahmen 54 Vereine sowie 3 Musikkorps teil. Tie Festrede hielt Professor Theolog. Schöll. Lauter Beifall lohnte den Redner für seine zu Herren gehenden Worte Frl. Trapp sprach einen schönen Prolog. Hierauf erfreute der 'Gesangverein Liederkranz unter Leitung seines Musikdirektors Kern einige schöne Lieder. Tann mürbe die Fahne entfaltet. Frl. K r a u ch überreichte eine von den Festjungsrauen gestiftete Fahnenschleife. Für den Bezirk des .Vassia-Verbandes brachte der Vorsitzende Ehr. Schäfer die Grüße des Verbandes, Herr Hergert- Vilbel begrüßte den jungen fest gebenden Verein. Von verschiedenen fremden Vereinen wurden Fahnennägel überreidjt, inSoesondere von Aschaffenburg, Frank- lurt, Gießen und Mainz. .Am Abend stellte der Turnverein Pt-ramiden. Eine ungeheure Menge mogle hin und her. Heute nm 4 Uhr zog tkermalv ein Zug durch die Stadt und am Abend wird das Fest burd) ein Feuerwerk bcenbigt.
m. Friedberg, 5. Juli. Der Lan desv er ba n b Hess. Fleischbeschauer hielt heute int Hotel Trapp seine 3. I a l>- r c s v ersa m m lnng ab. Tie Stadt war vertreten durch Bürgermeister Stahl, von der Kreisbchörde waren z^rcisveterinärarzt Dr. Zinßer und der Beterinärarzt Tr. Gebb-Klein-Linden und Dr. Humpi für Reichelsheim i. d. W. anwesend- Der Verbands-Vor- litzende, Hallemeisler Hermann-Offenbach, eröffnete die Lcr- wmmlung mit Tankesworten an die Erschienenen. Fleischbeschauer Maurer Friedberg hieß die Erschienenen willkommen. Bürgermeister ^stahl und Kreisveterinärarzt Dr. Zinßer bedankten sich für die Einladung und wünschten der Tagung guten Verlauf, ^^rbandsvoriitzender Hermann Offenbach betonte die 'Itotiuvn biglett, den Lebensabend der Berufsgenossen zu sichern. ‘2üich die Gebühr, nsragc müsse angeschnitten iverden. Aus eine Anfrage an die Regieruiig wurde uns mitgcteilt, daß nur von den Kreis- ämtcrn die Gebül)ren festgesetzt werden konnten. Man müsse immer wieder dafür eintreten, bei der Gebührenfestsetzung nut- n'irken zu können. Heppenheim, Bensheim, Großgerau haben ihre Gebühren erhöht bekommen. Auch die Hastpflichtfrage muß cr- iriert werden. Im Kreis OppcnI-eim tourte ein Kollege durch Milzbr.tnd infiziert, was feinen Tod zur Folge hatte. Hier ist eine Lücke im Gesetzbuch. Eine jede Waschfrau ist versichert, aber die Fleischbesck-auer, die jeden Augenblick Leden und Gesundheit einbüßen können, sind nicht versickert. Jedoch ist der Entivurf so weit durchbemten, daß die Hoffnung bereduigt ist, das; die Sache zum guten Ziele führen wird. Man solle solid.rrifch Vorgehen. Ter Landesverband habe deshalb beschlossen, sich dem Reichsverband anzuschließen, »vaS von den Versammelten einstimmig genehmigt ivirb. Fleischbesckiauer Maurer-Früdberg: Wenn inan 15—20 Iah« sein '?ünt treu und ehrlich verwaltet, und es kommt ein Tierarzt, der wegen Mangel an Praxis hier hereingesetzt wird, so ist dies ein Unrecht, »venu den § 2 Avsatz 4 angewandt wird, wo es heißt: Ter Fleischbeschauer kann jederzeit entlassen »verben, das heißt ohne »egliche Kündigung, sowie ohne jede Vergütung, trotz langjähriger treu geleisteter Dienste. — T ahmer - Offen dach: Bei der Eingeineindnng von Mombach in Mainz wurden die Fleischbesdrauer entlassen, ohne daß sic sich etwas zu Schulden kommen ließen. — Her in an n - Offenbach: Tie .'lusführnngs bestimmungen des iLfsisckvn Flcisch'veschaugesetzes find eine Ergänzung des Reick,Sileiimb efdaugefetzes. Mein Vorschlag geb. da hin, die Tisknffion zu belassen, sollten sich aber Wünsche heraus Hellen, so können wir sie nächstes Jahr zum Ausdrt! i bringen. — Dahmcr-Ossenbach referiert wegen Kilometergelder, welche der Fleischdesck)auer zu bransprud-cii bat Er ist berechtigt, ein Kilo
meter von seinem Wohnort eine Ganggebühr zu verlanyr, der für den ersten Kilometer 40 P'q., und sür jed:n neueren an- gefangenen Kilometer 20 Pfg. beträgt. Es ist bie§_ um so notwendiger, weil gerade in Hessen die niedrigsten Gebühren bezahlt werden. Es ist immer wieder daraus binzuwirken, daß eine Er- l»hung der Gebühren erfolgt — Hierauf spricht Tierarzt sumpf» ReichelSheim über Parasiten. Tie Versammlung beschließt hieraus einstimmig die Wiederwahl des seitherigen Vorstandes. Der erste Ler'oandsvorfitzenbe Hermann-Lsienbach wird als Delegierter des Reid>sverbands.ags in Eisenach gewählt, der Schriftführer Dahmer- Lffenbach als Ersatzmann im Verhinderungsfälle. Als näcklt- jahriger Versammlungsort wird Darmstadt bestimmt. Ter erste Vorsitzende sprid). der Firma Ernst Leitz-Wetzlar Tank,aus für die Ausstellung von bakteriologischer sowie mikroskopischer Instrumente. Tie Jnscrumente erregten die Be.vunterung sämtlicher Versammelten. Ter Vorsitzende schloß die Versammlung mit Der Bitte um St.m'ung des SolidaritätA-Gesühls.
X Wettersel d, 6. Juli. Das gestern hier abgehaltene Bezirkskriegerfest deS Bezirks Laubach ivar am Vormittag von Gewitterregen bedroht; desto größer war die Freude, daß der Nachmittag herrliches Sommer- werter und damit einen lebhaften Zustrom Fremder brachte. Rach einem Festzuge durch das Torf, der von 9 Kncger- dereilten des Bezirks und von dem Verein Ober-Befsiugen (Bez. Lich) gebildet wurde, begrüßte Bürgermeister Kraus uud VeremSpräsidcnt Hofmann, letzterer teilweise in poeti- eher Form, die Festgäste. Bezirksvorsleher Ritter (Lau- buch) sprach, seines PflngslbefnchS aus dem Schlachtfelde be Rietz gedeukeud, über deutsche Wehrhaftigkeit und toastete aus den deutschen Schirmherrn, unfern Kaiser. Geh. Rcgleruugs- rat Schönseld redete über Hessentreue, über Ludwig IV. und schloß mit einem Hoch auf den Großherzog; die Festrede bildete den Schluß. Ter QrtSgeislliche Pfarrer ©er i ba verbreitete sich über echte Kameradschaftlichkeit. Bis zur ipälen Stunde vergnügte man sich bei Gesang und Tanz auf der un herrlichen Wettcrlale gelegenen Feslwlefe.
A £ e t) n f) c i m, 6. Juli. Tas heute und gestern hier abgehaltene Bezirksfefi dcs Kriegervereinsdezins Grün berg, das sich nut der Fahnenweihe dcs hiesigen Kriegervercins verband, nahm einen durchaus gelungenen Verlauf. Zwar sah es in den gestrigen Morgenstunden nicht darnach aus, ein m der Raa-i nieüergegangcnes Gewitter schien einen trüben, regnerischen Tag bringen zu wollen; aber die Befürchtungen er ü.l c.t »ich nicht, die Sonne brach wieder durch und wars ihren Schein aus den reichen Fest- schmuck, in dem das Torf prangte. Ein Fcstgottesdienst erössnete stimmungsvoll d.n gestrigen H upt^stag. TerF.st- zug, der um 1 Uhr sich nach dem Fcstplatz zog, hatte eine stattliche Ausdehnung, schritten doch 24 Vereine in ihm. Auf dem reizend gelegenen Fcstplatze, von dem man eine wundervolle Aussicht bis zu dem fernen Münzenbcrg genoß, begrüßte der Präsident des hiesigen Vereins, Eckhardt, die Festgäste. Tie Festrede schrvang Bezirkspräsident Ranft; sie schloß mit Kuiserhoch. Hiernach hielt Tekan Wagner- Grünberg die Weiherede zur neuen Fahne. Gesänge und Volksbelustigungen brachten dem Keiegersest neben Ävnzcrt und Tanz die nötige Abwechslung c gestern stellte auch heute wieder das benachbarte 0 rünber j eine starke Zahl willkommener Festgäste, so daß das Fest auch heute einen recht befriedigenden Abschluß nahm.
Darmstadt, 6. Juli. Der jungliberale Stadtv. Bangel hat bei der Bürgermeisterei folgenden Antrag eingereicht: Ter Unterzeichnete stellt hiermit folgenden Antrag: „Verehrliche Stad:verordneten-V^.rsammlung der Stadt Darmstadt wolle beschließen bezw., soweit sie nicht selbst zuständig ist, Großh. Bürgermeisterei ersuchen, daß zukünftig bei Uebernahme von Lieferungen oder Arbeiten für städtische Rechnung solche Lieferanten bezw. Unternehmer auszuschließen sind, von denen bekannt ist, daß sie das freie Koalitionsrecht ihrer Angestellten und Arbeiter nicht zulassen oder welche keine Gewähr für Innehaltung von mit ihren Angestellten und Arbeitern geschlossenen Tarifverträgen bieten."
<ßcrid?t»iaal.
Berlin, 6. Juli. In dem Betrugsprozeß gegen den österreichischen Reiehsgiaien Emanuel Arx zu Vas egg beantragte der Slaaisamvali gegen den G r a f e n 2 */2 Jahre, gegen Frau Lewandowski 3'/, Jahre Gefängnis und je 3 Jahre Ehrverlust. Frau Lewandowski fiel, als sie den Antrag des Slaairamvalis hörte, in laute Weiukrämpse. Die Ver- leidiger beantragten Freisprechung beziehungsweije Alilderung des Stramiaßes.
D ü s s e l d o r s, den 6. Juli. Das Obergriegsgericht verurteilte den Oberleutnant Ringel zu 6 Monaten und 1 Woche Gefängnis und Tiensienllassung wegen umfangreicher Wechsel- f ä i s ch u n g c n und Falschmeldung. Bon erster Instanz war Bmgel freigesprochen worden.
Universitäts-Nachrichten.
hc Frankfurt a. M, 5. Juli. Der Oberarzt der inneren Abteilung am städtischen Krankenhause, Prof. Dr. med. Hugo Lüthje hat einen Rus an die Universität Kiel erhalten; er soll dort als Nachfolger dcs im Herbst ds. Js. vom Lehramtc zuiücktretenden Geh. Med.-Rats Proi. H. Quincke die ordentliche Professur der inneren Medizm und die Leitung der medizinischen Klinik überiiehmen.
— Am 27., 28. und 29. September findet zu Jena der Zweite Deutsche Hochschullehrertag statt. Ans der Tagesordnung steht u. a.: Tie Stellung des akadenilfchen Lehrers zur Freiheit i n F o r s ch u n g und Lehre; Refereni Pros, v. Amira - München. — Tcr akademische Nachwuchs nut besonderer Rücksicht aui die technische n Hochschnlen; Referent Pros. Hohenegg-Wien, Korreferent Pros. Erdmann-Eharlottenburg. — Tie lllach wuchsfrag e unter dem Gesichtspunkte der Be- bürhiific der Naturwissenschaft l. Unterrichts: Referent Pros, v. Weltslrm-Wien. — Tie Habilitation S - Bedingungen mit besonderer Rücksicht aus die medizinischen Fakultäten; Referent Prof. Kraepelin (Riunchen).
— Doktorpromonon eines Eifenbahn-Assi- st e n t c u. Tie Doktorwürde wurde von der rechts- und slaats- ivisfenschaftlichen Fakultät der Universitär Freiberg i. B. dem Eisenbahnafsiflenten Schneider aus Grund der von ihm em- gereichten, in seinen Alußestunden angesertigten wifsenschaillichen Arbeit über Eisenbahn und Landwirtschair im Großherzogtum Baden verliehen. Schneider, der nur über Bürgerschulbildunq vermgte, stehl un 31. Lebensjahre und ist bei der Güteroerwaltung in Karlsruhe beschäftigt.
Sport.
— Fußball. Am Sonntag nachmittag spielte der Gießener B a l l s p i e l - K l »i b 1904 gegen den Wetzlarer Fußball- Klub und konnte ersterer den Sieg mit 6:3 Toren sür sich ent- fcheiden. Trotzdem der Ballspiel-Klub nur mit 10 Manu spielte und Wetzlar vollzählig war, zeigte sich Gießen während des ganzen Spieles vollständig überlegen.
— 9t a d i a h r e n. Bei dem am Sonntag vom Nordbezirk Gau 9 Frankfurt abgehaltcne 100 km Straßenrennen beteiligten sich wieder einige Mitglieder des hiesigen Rad-Klubs G c r m ania und zwar err angen E Muhl den 3. Preis in einer Fahrzeit von 3 Stund. 47 Mm. E. L ö w e r in Ktasje III, Fahrer liberal) Jahre, den 1. Preis, Fahrzeit 5 Stunden.
Dieppe, 6. Juli. In einem Automobilrennen fü
kleine Wagen siegle Belage m 5 Stunden 45 Mm. 30 Sek. mit einer TurchfchniltSgeschwindigkeit von 80 km pro Stunde. ES haben fich verschiedene Unfälle zugelragen. Ter Leiter des WagenS Temesler fuhr in der Stobt En gegen einen Brückenpfeiler. Ter Wagen wurde vollständig zertrümmert, der Wagenleiter verletzt. Ferner wurden die Wagen Tousiault und Tauoies zer- irümmert. Bei Enverleu erfolgte ein Zusammenstoß zweier Wagen, bet denen ein Wagenlenker einen Beinbruch erlitt. «Prinz Eitel Friedrich, von dem em Gerücht meldete, er werde an birfen Rennen aut französischem Boden teilnehmen, ist nalürltch nicht dort gewesen.)
Arbeitcrbewegttng.
— Eine vom Bcrl.ner Arbeiter Verein .n B o g u t s ch ü tz (Oberschl.) einbernfenc Bergarbeiterversammlung beschloß, am 20. Juli auf der Ferdinanbgrubc in den Ausstand au treten, falls nicht eine Anzahl der wegen der letzten Landtagswall gemaf,regelten Arbeiter wieder eingestellt würde. Weiter rojirbe eine lOprozcntigc Lohnerhöhung, der Achtstundentag und bessere Bei;audlung der Arbeiter gefordert. Redner ivar der Abg. Kvrfanty. Tcr Berliner Verband erklärte sich gegen einen Streik.
Eifcrartfcbcs.
— „Tl ä r z", Halbmonaifchrtit itu dei>t»che Kultur. Herausgeber: Ludwig Thoma, Herntaim Hesse, Alden Langen, Kurl Arant. Erstes Jultheu 1908. Preis Alk. 1,20, im Älbomteiitenl: das Quartal (-> Heile Mk. 6.—. Vertag von Albert Laugen m München. In dem Leitartikel „Rattenkönig" nimmt die Redaktion Stellung zur Affäre -v a rd e u-E u l e u b u rg, Tpeobor Barth beipricht tit feinem Att'saq „Tie Politik der verpaßten Gclegettbeueu" das Vorgepen der heifuinigen Parteien bet den preußtfckien LandtagSwah'en. ‘21 bg. Dr. Hugo Elsaß stimmt jurtüifchen und pro;eßrccüilichen Auc- suhrungeu zum „?,all Eulenbitrg" bei. Kun Aram schubeit auf Grund persönlicher Erinnerungen die polnischen Zusiänbe tn „Persi en", Dr. Arthur Salz beschäftigt sich in einem illustrierten Artikel mit der londivirlschaKlich interefsameii und hacdst bebeu- lenden s cd w e b i j ch e n Saatzuchtanstalt in „StalÖV*. ©ermann Hesse schreibt über- „CasanuS van Helsterbach". Als Neiie- nntfl briugl der „Aiärz" m dieser Nummer zum crflcmnal eine „Rnndschau", die künftighin regehnäuig erfchemen soll und klirz zusaimiiensai'fcnbe Ueberblicle über sämtliche Gebiete der beutschen Kultur enthalten wird. In dieser 9iubrik eridieint diesmal je eine Uebersichl iiber Die Politik und über die Bildende Kunst der letzten Zen. Unter den zahlreichen kleineren Artikeln heben ivir einen Auisatz von Ludwig Thoma „Hochfommer" hervor, der die aus iö ä v 11 g c Politik und die augenblickliche gesvaimte Weltlage behandelt, unb <emcr eine Glosse ui>er die „Tie preußischen Land- tagsmahlen" von Dr. Heinrich Hutter.
vermischtes.
♦ Aus den Alpen und Italien. T<r östcrr. Bahu- beamte Pandl ist auf dcr Astealp bei Kitzoühl über eine 30 Meter hohe Felswand abgestürzt und »chioer verletzt worden. — An der Kampe uw and wurden mefjrerc Touristen von einem heftigen Unwetter <ibcrraid)t. Der Breslauer Stub. tneb. Robert Schulz und der Realschüler Gräbel wurden vom Blitze erschlag en, ein Herr aus Hamburg »imrdc betäubt. — In F l o- r e il z ist am 6. Juli ein Gewitter, verbunden mit überaus heftigem ^agclfchlag, nieo.rgegangen, d.rs in der Stabt und in ihrer Umgebung großen Schaden angerichtet hat. Auch Menschen sollen mr ctzt worden fein.
'•* Eifenbahnunfälle. Ein Perfonenzug der öfterr.-ung. Staatseifenbahngcfellfchaft fuhr in Grarna- theufiedl infolge unrichtiger Weichenstellung auf ein mit Güterivagen besetztes Geleise, infolgedcsseii drei Wagen des Personenzuges e n t g l e i st e n. Nach offiziellen Angaben sollen nur 2 Personen schwer und 19 leichter verletzt fein, während Privatmeldungen die Zahl der Verletzten mit 3 4 angeben. — Ferner entgleiste ein Schnellzug vor der Einfahrt in die Station Traunkirchen. Zwei Waggons, wurden aus den Schienen gefchleudcrt und g.gcn einen auf dem Nebengeleise stehenden Zug gedrückt, jedoch nnirbc niemand verletzt.
* Neues Gericht. Tante: ,,Wic ist denn das Essen in deiner Pension?" — Neffe: „Bis ans die Wafscrfuppcn, Rcst-.r- gerichte und Röntgenbrateu ganz gut." — Tante ibefremdet): „Röntgenbraten? Was ist denn das?" — Neffe: „Braten, an denen man wohl die Knochen, doch kein Fleisch sieht."
Kleine Tagcschronik.
Der Landwirt Götz wurde tu Siockachl (Baden) verhaftet. Er ist verdächtigt, feinen Vater und seine Frau ermordet zu haben.
Tcr Inhaber der Schuhfabrik Jakob Adolfs in Pirmasens, der ucrvcnlcidend »rar, und erst lürzlich^aus einem Sanatorium zurückkehrte, äußerte in der Nackt auf Sonntag, er wolle sich das Leben nehmen, zu »velchcm Zweck er sich in das Fabrik« kontor begab und bcu Gasyahn auf drehte. Frau Adolfs sowie deren Bn.der Schön suchten später den kranken Mann mit brennender Lampe, ivoburd) eine heftige Explosion erfolgte und Großfeuer entstand, da» die ganze 400 Arbeiter beschäftigende Fabrik einäschcrtc. Adolis verbrannte vollständig, während seine Frau und sein Schwager mit Brandwunden bedeckt ins Hospital eingclicfcrt tverben mußten.
In M ü hlheim a. d. Ruhr wurv? in einer Ziegelei die Leiche eines Herrn erhängt aufgcfunden. Aus einer bei der Lciaie gefundenen SBiiucnfarle geht hervor, daß es fich um den Bankdirektor M. Frank aus Hartlegcn I>anhelt.
AuS Ischl wird vom 6. Juli gemeldet: Während der gestrigen Vorstellung der Operette „Tie süßen G r i s e t t e n" von Reichardt, der K a i s e r F r a n z Jose^ beiwohnte, versagte die elektrische Beleuchtung. Dcs Publikums bemächtigte lief) anfangs große Unruhe, der Kaiser blieb aber ruhig sitzen und gab dadurch dem Publikum das Bcijpiel, sich ebenialls ruhig zu verhalten. Direktor Erich Müller eilte sofort zur Holloge, um den Pionarchen über dic finstere Siege hinunter zu geleiten. Der Monarch verblieb jedoch in seiner Loge und die Vorstellung wiirde bet Kerzeiibeleuchtung zu Ende geführt.
Der L u i t s ch i f s e r F a r m a n legte am 6. b. M. im Aero- plan zu Paris 18 Kilometer iii 20 Minuten zurück und gcroami den 10 000 frcmcS-PreiS.
In Stuttgart spielte sich cm Montag nachmittag eine aufregende Sznic auf b.*m Postamt III Will ImSplatz- ab. Die ca. 30 jährige Rosa Löirenbcrg laucne eine Stunde lang dem Dost- f c Ir c tär Zaiser auf. Als dieser am Postanwen'ungsschallc^ erschien, feuerte die Löwenbcrg fünf Revolverschuffc auf ihn ab, von denen einer Zaiscr durch die Wange qing, ivährcnb der zweite ibn im Rücken traf; dic drei anderen Lchusfe gingen fehl. Tie Rcvolverheldin wurde sofort fcftgciwmmcn, während Der fchiverver letzte Postfckretär ms ran len I,aus gebracht routbc Der Grund b.T Tat Oirritc 9.'ack,e und tiiicriudjt gewefcn fein.
Aus Lille ivirb gemeldet, daß zwei Frauen durch eine verirrte Kugel aus einem Mllitärge.ochr in der Nahe der Festung St Sainghrna getötet worden sind.
Eüi Automobil, worin sich außer dem Chauffeur noch 4 Personen befanden, ful-r in Paris infolge Brechens eine» Radreifens gegen einen Holzpf ah l und stürzte dann mehrere Meter tief hinab. Die 4 Jnstrffcn, sowie der Ehauff.tir wurden ,'änilltch schwer verletzt. Ter frülKrc braftliantschc FinanzMinister Dr. Branliao, der eine neue Anleihe von 50 Mill. Franks aufztmehmen beabsichtigte, ist den Dv'rfetzungen erlegen.
Bei einem Duell zwischen dem Slubcnlcn an der Petersburger Universität Jussupow und dem Leutnant bet den toniDe* rcitcm, Grafen Manteu'el, wurde Jusjupow durch einen Schuß ui» Herz getötet. Tie Ursache des Tuells ist in FaniilienangelegeN' heilen zu suchen.
In Ncw»ork find der bis jctz^ noch uiiDollfiänbigcn Statistik zufolge ivährcnb des R a l t v na l f e st c s 4t> Personen getötet unb 124 verletzt tvotoen. Im vcrgangencit Jahre betrug dic Zahl ber Toten bei biqer Gelegenheit 124.


