Nr. 157 Erstes Blatt 158. Jahrgang Dienstag 7. Juli 1808
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S= General-Anzeiger für Oberheffen VZW
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
Apolitische Tagesschau.
Sine französische Provokation Deutschlands?
Der Berichterstatter der „Rh.-Westf. Zlg." in Casablanca sendet seinem Blatt folgendes Telegramm:
„Die Truppen des Sultans Abdul Asisvor Mazagan, welche versuchten, Azemur zurückzuerobern, sind gänzlich von dem hasidischen Kaid geschlagen worden. Französische Truppen, die am 30. Juni vor Azemur unter Anwesenheit französ. Kriegsschiffe erschienen, stellten dem hasidischen Kaid frei, Azemur zu räumen oder Abdul Asis anzuerkennen, andernfalls sie die Stadt bombardieren würden. Der Kaid hatte von Mulay Hasid Ordre, den Franzosen keinesfalls Widerstand zu leisten, und räumte deshalb die Stadt. Hierauf rückten die Franzosen in Azemur ein, wo General d'Amade eine Besatzung von 2000 Mann zurückließ. Gr sandte Polizeitruppen von Mazagan nach Azemur, die er dauernd dorthin legte. — Deutsche Postboten, die von Mazagan nach Casablanca unterwegs waren, wurden von Franzosen angehalten, die Briefe geöffnet und nachgesehen. Geschieht dieser Eingriff, Neutralitätsbruch und Polizeimißbrauch im Einver- stänonis mit Deutschland und dem der Signatarmächte? Der Handel von Mazagan nach Marrakesch ist wie seinerzeit der von Casablanca durch das unverantwortliche Vorgehen Frankreichs völlig brachgelegt. Das ganze Hinterland ist in Aufregung. Die Folgen dieses Vorgehens sind unabsehbar. Gegenteilige Nachrichten der Fraiizosen sind unwahr."
Die „Rh.-Westf. Ztg." knüpft an dieses Telegramm die Bemerkung:
„Ferner haben die Franzosen offen für ?lbdul Asis Partei ergriffen, sich den deutschen Posrbotcn g.gcnüber unerhörte Uebergriffe herausgenommen und dem deutschen Handel von neuem einen Schlag versetzt, von dem er sich schwer erholen wird. Was wird das deutsche Auswärtige Amt nun beschließen? .... Die deutsche Negierung wird nicht umhin können, das neueste Vorgehen Frankreichs zum Gegenstand einer sofortigen Anfrage in Paris zu machen, wobei das Verlangen gestellt weroen müßte, daß die französischen Truppen binnen 24 Stunden zurückgezogen werden, ferner muß Frankreich aufgefordert werden, sich wegen der Uebergriffe gegen deutsche Beamte und deutsches Eigentum zu entschuldigen und sich zu erklären, auf welche Weise der angerichtete Schaden gutgemacht'werden soll."
Man wird vorerst gut tun, diese Nachrichten mit einer gewissen Vorsicht aufzunehmen. Tas genannte Blatt ist le farmt genug als extrem nationalistisch, als höchst kriegerisch gesinnt und glei chbereit, mit feinen heftigen Tinten- spritzern all den „Erbfeinden" Deutschlands ringsumher den Garaus zu machen. Bevor nicht ein besonneneres Blatt diese Nachrichten bestätigt hat, braucht man noch nicht aus dem Häuschen zu geraten. Mir wollen doch dem Auslande gegenüber lieber würdige Ruhe bewahren und erst wägen, dann wagen.
M. T. B. meldet aus Paris, 6. Juli:
Jaurös wird morgen in der Kammer den Antrag stellen, den Minister des Aeußern über die Ereignisse von Azemur zu befragen. Im Falle, daß Pichon sich weigern würde, zu antworten, würde Jaurös eine Interpellation stellen, und deren sofortige Besprechung beantragen. In den Mandelgängen der Kammer wird jedoch versichert, daß die Regierung die Beantwortung der Jauresschen Fragen «nnehmen wird, um der Kammer von den Instruktionen Kenntnis zu geben, die General d'Amade aus diesem Anlaß whielt.
Deutsches ReZch.
— Ter Kaiser trat am 6. ds. abends spät an Bord der /^ohenzolleru" von Travemünde aus die N o r d l a n d r e i s e an. Stic Fahrt soll zunächst nach Odde gehen. Es begleiten ihn anher i»ehreren Generalen und dein Generaloberarzt Dr. v. Jlberg Prinz Albert zu Schleswig-Holstein, Prinz Otto zu Sayn-Wittgenstem, Gesandter v. Treutler, Geheimrat Dr. Güßseldt und Professor Caltzmann.
— Ministerialdirektor a. D. A l t h o s s ist an einem Ansalle seines alten Leidens neuerdings nicht unerheblich erkrankt. Bedenklich war insbesondere das Eintreten von Darmblutungen mit nachfolgenden Schwächezuständen. Der Patient hat sich nach Schierke am Harz begeben.
— Die sozialdemokratische Parteileitung beruft den diesjährigen Parteitag auf den 13. September und folgende Tage nach Nürnberg ein.
— In Mannheim ist der Führer der badifchen Jung- liberalen, der Erste Staatsanwalt Rich. Jung Haus, gestorben.
— In Mülhausen i. E. wurden bei der Nachwahl zum Gemeinderat fünf bürgerliche Unabhängigkeitskandidaten mit 6800 Stimmen gewählt. Tie Sozialdemokraten unter- lagen mit 5500 Stimmen und erhielten keinen einzigen Sitz im neuen Gememderat.
— Der deutsche Städtetag wurde in M ü n ch e n am 6. d. M. vom Oberbürgermeister Kirschner-Berlin eröffnet. Oberbürgermeister Dr. v. Borschl-München begrüßte den Städtetag namens der Stadt München. Das erste Referat erstattete Stadlral Wöll-Frankfurt a. M. über den Kreditbedarf im Haushalt der Städte. Der Redner erklärte die Anleiheaufnahme zur Finanzierung gewerblicher Betriebe durch die Städte für unbedenklich und sogar innerhalb gewisser Grenzen auch für ertragslofe Unternehmungen für vorteilhaft. Er empfiehlt für alle Zwecke die Ansammlung von Fonds, welche durch Mehrerträgnisse aus schwankenden Einnahmequellen zu dotieren sind. Sodann sprachen über Formen und Wege zur Besriedigung des Kreditbedarfes der Städte Stadtrat Mitzlaff-Tanzig und Ober- >iirgermeister Kutzer-Fürth.
Rußland.
In nichtöffentlicher Sitzung der Reichsduma wurden die vom Marineministerium geforderten 4 200 000 Rubel für äußer- gewöhnliche dringende Ausgaben für die S ch w a r z m e e r f l o t t e und für die Häfen im Schwarzen Meer bewilligt.
Nach amtlicher Feststellung wurden vom 28. Mai bis zum 24. Ium in Russisch-Polen 12 Beamte ermordet, 13 verwundet und 39 Privatpersonen getötet, sowie 19 verwundet und gegen 17 000 Rubel geraubt.
In Lodz bemettte am 5. Juli eine Pulizeipotrouille einen jungen, eleganten Herrn, der auf dem Trottoir ging und etwas notierte. Viacfaem man ihn eine Stunde beobackstete, befahlen die Polizeibeamten dem jungen Manne, er solle die Hände hoch- falten. Ms er, wahrscfainlich weil er den Befehl nicht verstand, ungehorsam blieb, schossen die Schutzleute mit ihren Mauserpistolen den Unschuldigen nieder. Laut der bei der Leiche gefundeneil Legitimation war der Erschossene der Photograph Edmund Mali aus Berlin. So Entsetzliches also geht heute in Rußland zu. Niemand ist dort seines Lebens sicher, und das polizeiliche Willkürregiment scheut sich vor keiner brutalen Freveltat, nimmt auf Völkerrecht und Völkerfricdc nicht die geringste Rücksicht. In Petrosawodsk ist der Präsident des Petersburger OvergerichtsHofes, Krascheninnikow, im Hose eines Hotels durch einen Do lchstich in die Brust verwundet worden. Er war zu einer Gerichtsverhandlung politischer Prozesse eingetrosfen. Der Täter ist nickst ermittelt.
Aus SiaOt und Land.
liegen, 7. Juli 1908. Oberhessische Ziegen auf der Wanderausstellung in Stuttgart.
Auf der in der Zeit vom 25.—30. Juni in Stuttgart abgehaltenen Wanderausstellung beteiligte sich der Landwirt- schaftStammer-AuSschuß für Oberhessen nut 3 Kollektionen Saanenziegen, die von den Kreisziegenzuchtvereinen Alsfeld, Lauterbach und Friedberg gestellt wurden. Die Konkurrenz war durch die stacke Beschickung der alten und renommierten Zuchten auS Starkenburg und Rheinhessen begreiflicherweise sehr schwer, um so ehrenvoller sind deshalb die dort erhaltenen Auszeichnungen. Auf die oberhess. Aussteller entfielen folgende Preise: Der Kreisziegenzuchtvereln Alsfeld erhielt den 2 a. Sammlungsprels, einen 3. Preis für einen der Stadt Alsfeld gehörigen älteren Bock, einen Id. Preis und eine Anerkennung auf ältere Ziegen, einen Ehrenpreis tind eine Anerkennung auf jüngere Ziegen; der Kreisziegen-- zuchtverem Lauterbach erhielt den 1 b. Sammlungspreis, zwei Anerkennungen auf ältere Böcke, eine Anerkennung auf ältere Ziegen, und einen 1 b. Preis und eine Anerkennung für jüngere Ziegen; der Kreisziegenzuchtverein Friedberg erhielt einen 2 c. Preis auf eine äl'cre Zicgc und einen 2b. Preis auf eine jüngere Ziege. Insgesamt entfielen auf die Provinz Oberhessen auf 22 ausgestellte Ziegen 14 Auszeichnungen und Prämien im Betrage von 550 Mark. Dieser Erfolg wird zweifellos dazu beitragen, das Renommee der Oberh. Ziegenzilchtvereine zu heben und das züchterische Interesse weiterhin zu fordern.
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* * Tageskalender für Dienstag, 7. Juli: Siadt- t&eatcc. 4. Operetten-Gastipiel: Die Geisha. Anfang 8 Uhr.
• * Vom Großh erzog l. Hof. In Jagdschloß Wolfsgarten sind nach der „Darmsl. Ztg." am HHonlag vormittag 10 Uhr die beiden jüngsten Söhne des Prinzen Friedrich Karl von Hessen zu mehrwöchigem Aufenthalt eingetroffen.
— In Audienz empfangen wurde von S. K. H. dem Großherzog am Samstag u. a. Amtsrichter Plitt von Herbstein.
"Vorbereitungen zur Landtagswahl. Der LandeSausschuß der freisinnigen Partei veröffentlicht folgenden Aufruf:
„Die Wahlen für den hessischen Landtag stehen für den kommenden Herbst bevor. Großes steht dabei auf dem Spiele! Das hessische Volk soll entscheiden, ivic es sich zur künftigen Gestaltung seiner Rechte, seines Anteils an der Regierung des Landes stellen will. Ta heifft es für alle freiheitlich Gesinnten, für alle wahrhaften Vaterlandsfreunde, mit allen Kräften mitzuwirken, um eme freiheitlichere Zusammensetzung der Zweiten Kammer herbeizu» führen und damit eine Schmälerung der verfassungsmäßigen Rechte des hessischen Volkes bei der unabweisbar notwendig gewordenen Einführung des direkten Wahlrechts zu verhindern. Es gilt vor allem für unsere freisinnigen Organisationen und unfere Freunde im Lande, eifrig auf dem Posten zu sein. Um namentlich in den Landbezirken wirkungsvoll in die Wahlbewegung emgreifen zu können, ist beabsichtigt, von der Parteileitung in Darmstadt aus jede notwendige Hilfe zu leisten. Dazu bedürfen wir aber nicht nur geeigneter Kräfte, sondern vor allem auch einer gut gefüllten Kriegskasse. Diese muß in den nächsten Monaten geschaffen werden. Darum ergeht an alle Freunde im Lande die Bitte: Heist uns! Sendet uns Geld für die allgemeine Wahlkasse. *
Am Sonntag tagte der Ausschuß in Frankfurt, um weitere Vorbereitungen zur Landtagswahl zn tragen.
** Gewerbsmäßiger Handel mit ländlichen Grundstücken. Nach einer hessischen Ministerialbekanntmachung ist jeder, der den Handel mit ländlichen Grundstücken gewerbsmäßig betreibt, zur ordnungsmäßigen Führung eines Geschäftsbuches verpflichtet. Dies hat auch dann zu geschehen, wenn die Grundstücke zwar im Namen des seitherigen Eigentümers, aber auf Rechnung des Händlers verkauft werden oder wenn der Kauf oder Verkauf auf den Namen eines Dritten, aber auf Rechnung des Händlers abgeschlossen wird. Diese Bekanntmachung trat am 30. Juni d. I. in Kraft.
* • Silberne Hochzeit feierten gestern Stadtrechner Georg Wilhelm Doepfer und Frau, Marie, geb. Krauße.
* * Oeffentliche Lesehalle. Im Juni wurden 1938 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 978, Zeitschriften 294, Jugendschriften 215, Vers- dichtungeu 63, Literaturgeschichte 10, Länder- und Völkerkunde 59, Kulturgeschichte 13, Geschichte und Biographien 102, Kunstgeschichte 14, Naturwissenschaft und Technologie 114, Heer- und Seewesen 12, Haus- und Landwirtschaft 5, Gesundheilslehre 12, Religion und Philosophie 21, Staatswiffenschast 11, Sprachwissen
schaft 6, Fremdsprachliches 9 Bände. Nach auswärts kamen 59 Bände.
** 2 4. deutscher landw. Genossenschaftstag. Der diesjährige in den Tagen vom 8. bis 11. Juli in Mainz unter dem Ehrenpräsidium S. K. H. des Großherzogs stati- sindende Deutsche landw. Genossenschaftstag, der zugleich mit der Feier des 25jährigen Vestchcns des Reichsvcrbandes der deutschen landw. Genossenschaften verbunden ist, wird sich eines außerordentlich starken Besuches erfreuen. Sckon gegenwärtig sind mehr als 1200 Anmeldungen aus allen Teilen des Deutschen Reiches erfolgt. In stattlicher Anzahl werden die Vertreter der Reichs-, Staats- und Pro- vmzialbehörden, sowie der großen landw. Körperschaften anwesend sein. Nicht minder groß ist die Anzahl der ge meldeten Vertreter genossenschaftlicher Körperschaften aus dem Ausland, aus Oesterreich-Ungarn, Italien, Schweiz, Holland, Serbien, Luxemburg.
** Vogelsberger Höhenklub. In der Stärke von rund 20 Mann unternahm am Sonntag der V. H. C., Zweigverein Gießen, seine Julitour nach dem Hohcrods- kopf. Bis Lauterbach wurde die Bahn benutzt, um von hier die Wanderung anzutreten. Nachdem das freundliche, industriereiche Städtchen passiert und die eigenartige, hochmoderne Turnhalle oes dortigen Turnvereins, sowie der etwas weiter gelegene Bilstein, ein interessanter Basaltsteinbruch, besichtigt worden war, ging es über Blitzenrod auf prächtigem Waldweg an dem schön gelegenen Schlosse Eisenbach vorbei und durch dessen reizende Parkanlagen bis Nixfeld, von wo aus die Bahn bis Ilbeshausen benutzt wurde. Hier erfolgte, nach kurzer Besichtigung der nahe gelegenen Teufelsmühle, wohl dem schönsten Fachwerkbau Oberhessens, der Weitermarsch über Hochwaldhausen, wo kurz gerastet wurde, durch das idyllische Schwarzbach- tal zum Hoherodskopf. Hier hatte sich nun aus Anlaß des am selben Tage stattgefundenen Hoherodskopffestes eine stattliche Anzahl von Teilnehmern aus nah und fern ein- gcfunden und bei den Klängen einer fleißigen Musikkapelle entwickelte sich bald ein fröhliches Treiben. Unsere Wanderer hatteil il a. auch das Vergnügen, ihre wackeren Frankfurter Klubgenossen auf der Höhe begrüßen zu können, mit denen sie dann auch nach einigem Aufenthalt den M- ftieg nach Schotten gemeinsam unternahmen. Dorlselbst anbelangt, begann dann bald in der „Traube" ein feuchtfröhliches Tagen, an dem sich auch mit noch einigen Schottener Freunden der zufällig anwesende 1. Vorsitzende des Hauptvereins, Oberjvrsttat Diefenbach, beteiligte, der bekanntlich einem ehrenvollen Rufe nach Darmstadt Folge leisten mußte. Der 2. Vorsitzende des Frauksiirter Zweigvereins, Architekt Faber, gedachte mit Worten des Dantes und lebhaftem Bedauern über sein Scheiden der großen Verdienste des Herrn Diefenbach um den V. H. C. und gab dem Scheidenden die besten Wünsche und ein begeistert aufgenommenes „Frisch auf" mit auf den Weg. Tiefbewegt und herzlich dankend erwiderte Lberforstrat Diesenbach, sein Glas dem ihm lieb gewordenen Vogelsberg und seinem Höhenklub weihend. — Der letzte Zug erft brachte die beiden Vereine nach Nidda, woselbst rasch noch ein Abjchiedsschöpp chen getrunken wurde und dann trennte man sich mit kräftigen „Frisch aus"-Rufen.
** Der Stenographen- Verein „Stolze- Schrey" beteiligte sich vergangenen Sonntag an dem Bezirk s w e 11 s ch r e i b e n in H e r b o r n. Trotz scharfer Konkurrenz gelang es dem Verein, recht beachtenswerte Erfolge zu erzielen. Es erhielten folgende Mitglieder Preise: Im Schön- und Korrektschreiben Stud. Phil. Kraft 1. Preis, Lischka 1. Preis (außer Konkurrenz). Im Schnellschreiben Abteilung 90 Silben Hoerster 3. Preis, 180 Silben Reitz 2. Preis, 210 Silben Lischka 1. Preis, 240 Silben Stud. Phil. Kraft 3. Preis. Die Preise bestehen in Diplomen und Wertgegenständen. Außerdem wurde dem Gießener Verein für die beste Durchschnitts-Vereinsleistung der Wanderpreis des Bundes zuerkannt. Letzterer, ein silberner Pokal, ist in der Kunsthandlung von Hirz ausgestellt.
** Vom deutschen Turnfest. Die deutschen Turner aus Nordamerika, die das deutsche Turnfest in Fra:ü- furt besuchen, sind heute mittag mit dem Lloyddampfer „Main" in Bremerhaven" eingetragen und wurden dort vom Stadtdirektor Hagemann begrüßt. Dann fuhren die Turner nach Bremen, wo sie ztvischen 5 und 6 Uhr eintrafen und am Bahnhof von Turnern empfangen wurden.
"Hessische Sänger in Wien. Der Mainzer Männer-Gesangverein in Stärke von 200 Mann ist gestern Abend auf dem Wiener Westbahnhofe angekommen, wo er von dem Vorstande des Wiener Dtanner-Wesang- vereinS, des Schubertbundes, de§ Wiener Sängerbundes und des Eisenbahn - Gesangvereins herzlich begrüßt wurde. Im Namen der Stadt lud der Vizebürgermelster die Mainzer Sänger für Mittwoch Abend ins Rathaus.
X Klein-Linden, 6. Juli. Am Sonntag fand das 18. Stiftungsfest des Gesangvereins Arion unter recht zahlreicher Beteiligung der hiesigen Einwohnerschaft statt. Am Festzug beteiligten sich die drei Klein-Lindener Gesangvereine Eintracht, Harmonie und Arion, der Kriegerverein, Turn- und Radfahroerein. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Vorsitzenden Germer folgten die gesanglichen Vorträge der Gesangvereine. Die gut geschulten Darbietungen wurden alle recht beifällig ausgenommen.
r. Londorf, 6. Juli. In einigen Tagen wird Pfarrer Reu sch von hier nach Niederohmen übersiedeln, um dorten eine ihm übertragene Stelle anzutreten. Nur ungern sieht man den allseits beliebten Geistlichen von hier scheiden und die besten Wünsche begleiten ihn nach seinem neuen Wirkungskreise. — Seit 1. Juli hält der nachmittags 3 Uhr 15 Mm. hier von Gießen ankommende Zug nicht mehr wie seither eine Viertelstunde, sondern nur 1 Minute, fährt also 3 Uhr 16 Min. schon von hier ab.


