Ausgabe 
7.3.1908 Erstes Blatt
 
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Rinder- frühstück

Berliner liandelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat. Bank Diskuntu-Konnnandit. Dresdner Bauk . . Kieditaktieu . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenlahu . . . bottuardüahu . . . Luwoaru. Bisen bahn Uesterr. tSLaaisuutm . Inuee-ldenD-Eisenbahn

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1908

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Giessen, den 7. März 1908.

Grossh. JPolizeiamt, Reinhart.

anlassung, über die Sache zu sprechen; wenn die Aeutzerung ge. legentlich ihrer Verteidigung gefallen wäre, so hatte vielleicht die Frage wegen Wahrung berechtigter Jnteregcen aufgeworfen werden können. Da dies aber nicht der Fall war, mußte das Urteil bestätigt werden.

Tageskalender. Stadttheater: Samstag Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Collin über Ibsen

H. Arndt, Bahnhofstr. 39. !>r. Slipper, Wilhelmstr. 2. Dr. Meyerhoii, Süd-Anlage 7.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Blektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. PakelL Harpener Bergwerk.

Laurahütte......

?\urdd. Lloyd . . . . . Übeischles. Eisen-Industrie

. 123.70

. 238.00 . 139.00 . 174.40 . 137 40 . 202.90

ittießener Strafkammer.

)( Gießen, 6. März.

Erblich belastet.

Ter 19jährige Dienntneu^l O. R. von Strebendors stand wegen widernatürlicher Unzucht unter Anklage. Tie unter Äusichlul; der Oeftentltchreit geführie Verhandlung ergab, daß der Angeklagte vor zwei Jahren mit einem Rind und voriges Fahr mit einem Schaf unzüchtige Handlungen vorgenommen har. Ta er nach dem Gutachten der Rteotzinaivehörde ein genug zurückgebliebener, erolich belasteter Men,ch i]i und iroch in sehr jugeiwltchem Alter steht, billigte ihm daS Gericht miwernde Um- Itande zu und jepte für den einen Fall 3 Wochen und sür den anderii 10 Tage Gefängnis an, die aus 1 Äi onat Zurückgeführt rourben. <

Teieionssche K.ur-sSiea'icisie

Giessenei Anzeigers, mitgetedt von der Bank ihr und Industrie, Giessen.

Ij'rauklurter itörse, 7. März, 1.15 Uhr.

. 150.80

. 49.70

. 85.50

. 85.70

. 96.40

nmvnt£?aührS. tifen? M irschapotheke

Reichsanleihe do.

Konsols . . do.

Hessen . .

Oberhessen

und sein SchauspielDie Wildente". Sonntag nachmittag . Zi/z Uhr: , Zwei Wappen". Abends 7^ Uhr:Fräulein . Iosette meine Frau ".

Freidenker-Vereinigung: Sonntag abend 8^ Uhr, > im Hotel Einhorn: Vortrag von Dr. Bruno Wille:Die : Mythe vom Kreuz".

Kolosseum: Samstag 8 Uhr Programmwechsel.

Kinematographentheater: Sonntag Programm­wechsel.

Kaiserpanorama: Sonntag Programmwechsel. Der Rhem von Mainz bis Köln.

Montag, 9. März, vormittags 8 Uhr Musterung der Militärpflichtigen der Stadt Gießen, Jahrgang 19-0 8, vom Buchstaben A bis R inkl.

*

Ein Erfolg der Gießener Industrie. Für die ausgedehnten Gebäulichkeiten der hiesigen neuen Jrrenanslall am Stadtwald wird eine Fernhelzungsanlage eingebaut werben, mit der eine Warmwasserleitung für Bade- und sonstige Zwecke verbunden werden wirb. Wie wir mitteilen können, ist bie Ausführung ber technisch sehr interessanten Än- lage vom Großh. Ministerium ber Firma H. Sch affstaedt übertragen worben.

Schwurgericht. Als einziger Fall für diese Schwurgerlchtspenode steht am nächsten Montag den 9. März vormittags 9x/2 Uhr die Sache gegen bie Margarete Gott- mann von Friedberg wegen Kindestötung. Den Vor­sitz führt Landgerichtsrat Holzapfel; die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Brill und als Verteidiger fungiert Rechts­anwalt Raab.

* Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Karl Schwöbel zu Erbach i.O. ein'e Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bürgel; dem Schulamtsaspiranten Alex. Muth aus Osthofen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gensingen.

Die Frau in Staat und Gemeinde. Im Saal des Einhorn-Hotel sprach am 5. März Frl. v. WelLze ct°Bertin über die Frau in oiaat und Gemeinde. Die Rednerin führte zu­nächst aus, wie schon in früheren Zeilen die Frauen eine hoch- angesehene Stellung eingenommen haben, insbesondere bei den allen Germanen. Im 'Mittelalter hatten die Aebttsstnnen der Klöster Gandersheim, -peDort eine große Macht. Spüler haben einzelne hervorragend begabte Frauen Einfluß auf das öffentliche lieben gewonnen, insbesondere m England Elizabeth Fry, Mary Woll- slonecrast und andere. Im vorigen Jahrhundert bewirkte der Umschwung der wirlschafllichen und sozialen Verhältnisse eine gänzlich veründerle Stellung der Frau; durch bie Erfindung der Dampi- maschine wurde die Arbeit der Frauenhand entiverlet, tausende von Frauen sahen sich gezwungen, außerhalb des Hauses Erwerb zu suchen. Ain schwerer 'Mühe haben sich diese Frauen das Recht auf Arbeit erkämpft, insbesondere in den höheren Beruieii; nur widerstrebend wurden die Unioersiläten den Frauen geöffnet. Noch heute sieht es mit der Vorbildung für die Unwerfiidt, überhaupt mit der Mädchenvildung m Deutschland, insbesondere m Preußen, traurig aus; die |o dringend notwendige Reform der Mädchen- bildung läßt iwch immer auf sich warten. So erwachte in den Frauen das berechtigte Verlangen, auch em Wort milzujprechen in der Schulverwaltung, wie das m anderen Ländern, speziell Amerika, längst der Fall ist. Ebenso kann bie selbständig erwerbende steuer­zahlende Frau daS Recht beanspruchen, über die Verwendung der Steuern mitzubestimmen. Auch bei dem so notwendigen Schutz der Fabrikarbeiterin, Gewerbeauisicht, Schonung der Wöchnerinnen, Mutterschastsversicherung wäre die Anleilnahine Der Frau an der Gesetzgebung wünschenswert. Auf sozialem Gebiete, insbesondere der öffenlllchen Armen- und Waisenpflege bedarf unsere Zeit dringeiid der 'Mitarbeit der Frau an maßgebender Stelle. od)on sind m fast hundert deutschen Städten Frauen als städtische Armen- und Waisenpflegermnen mit gleichen Rechten und Pflichten wie bie männlichen Pfleger mit dein beiten Erfolge tätig. Es sei wünschenswert, daß auch in hiesiger Stadt Frauen als städtische Armen- und Waifenpstegerinnen angestellt ivürden; man dürfe habet am Entgegenkommen der städtischen Behörde hoffen. Zum Schluß gab die Rednerin einen Ueberblicf über die Erfolge des Frauenstimmrechts im Ausland. In England, Norwegen, Schweden, Dänemark, sogar in Island haben die Frauen das kommunale Wahlrecht, in Finnland auch das politische. Jii vier Staaten der amerikanischen Union, sowie in Australien haben Frauen alle politischen Rechte und üben diejelbep zum Segen dec Ge­samtheit aus; nachteilige Folgen für das Familienleben haben sich nirgends gezeigt. In Deuifchland will der deutsche Verband iur

auszubringen.

Noch manches kernige und treue Freundeswort wurde im wetteren Verlaufe der frohen Feier gesprochen, so feierte Inspektor S ch u cy a r b ® Neuhoi den Jubilar als Polntter, Herr Müller den Jubilar als Kriegskamerad, Dr. Kle- berger erwähnte die großen Verdienste des Jubilars an dem Ausbau des Landw. Instituts Gießen und .Herr Rinn- Heuchelheim erinnerte an die frische frohe Werträtigkeit des Jubilars als Vorsitzenden zu Gunsten des Vereins.

In bester Stimmung btieben die Teilnehmer an der Feier nach Schluß des offiziellen Festessens noch längere Zeit vereinigt, um sich schließlich in dem Bewußtsein zu einen schönen und würdigen Tag begangen zu

Höchste S.empevanu

Niedrigste

Die nach- A ».»Ja sind Sonntag den 8. März nur stehenden la V 1 L l ü vou 12 Lin mittags bis 12 ehr nachts

Türkeuluse.....

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Aktien:

Bochum Guss ....

Buderus E. W. . . .

'lendens: behauptet.

Berliner 1

Cauada E. B.....

Darmstadter Bank . .

Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. .

Dresdner Bank . . . Tendenz; fest.

Ein trauriges Schicksal.

Tem früheren Witt Py. o. auv ^etzlar sind sieben im Rückfall verübte Vetrugsfäile zur Last gelegt. Ter tm 71. Lebens­jahr itel^nbe Angeklagte hat, naclfdem er Die Feldzüge 66 und <0 mUgemaa-t hatte, in Vvri unebenen stabten Weftlaiens Wirtsä)aften bctricoeu u. sich eines guten Rufes erfreut, bis er vor einigen Jahren seine Familienangehörigen verlor und dadurch finanziell ruiniert wurde. Von dieser ^eit war er auf die Mildtätigkeit vvn^Ver- wandten angewiesen und da er bei ihnen keine bleibende Stätte fand, ließ er sich in Wirtschaften beherbergen und verköstigen unter Verschweigung seiner Mittellosigkeit. In einem hiesigen Restaurant übernachtete er uno entfernte sich am andern Tage mit dem Vemerten, er käme später um zu zahlen. In Dutenhofen und sttödgen verschwand er heimlich ohne die Zechen zu begleichen, ^u Grvsteii-Vufeu ent,ernte er sich unter dem Vorwande, er wolle einen oreund besuchen uno nachher zahlen. In Garbenteich gab er an, er müsse sich erst Geld in Gieren holen und ui Reiskirchen bemeß er die Wict,eMi dhäe Zahlung uei- Ische unter her Angabe, er wolle in der 'Rahe ein WatScotal übernehmen. Ter Wirt in Ällicke gab an, er hatte den Angeiiagi.en, angesichts seines Allers und des guten Einbruchs, den er auf ihn machte, doch beherbergt und verköstigt, wenn er auch gemußt hätte, oasz er dafür^ keine Vergütung betaute. Xvr Angeklagte war geständig, in alten Fällen bie Absicht gehabt zu hooen, Die Wirte um ihr Geld zu bringen, da er doch vollständig mittellos war. Tas Gericht setzte für Die sechs ersten Falle ats uouenoeic Betrügereien je ü Monate Gefängnis an; der letzte Falt bei dem Wirt zu Mücce wurde nur als Betrugs- ver,uch aufgesafst und sollte mit 6 Wochen geahndet werden. An­gesichts des leuijerigeii guten Rufes und oes hohen Alters des Angeklagten wurden Die Gtnzelstimstn auf das zulässig niedrigste Matz zuruagesuhrt, was eine Gesamtstrafe von 4 Monaten Ge­fängnis ergab, worauf 4 Wochen Untersuchungshaft angerechnet werden.

______ empfohlen. Er kräftigt, wirkt nachhaltig sättigend und lässt während des Unterrichts kein nervöses Hungergefühl aufkommen. Nur echt in blauen Kartons ä 1 Mk., niemals lose.

nicht den erwünschten Erfolg gehabt und manchmal wurde der Erfolg durch kleinliche Kritik und Nörgelei sehr ver­bittert. Aber noch heute stehe er auf dem Standpunkte wie in seinen jüngeren Jahren, immer das zu vertreten, was er für das Richtige halte. Es sei ihm nicht immer vergönnt gewesen, das zu ernten, was er tu vieler Hinsicht schon eine Beruhigung sein,

Saat zu Nutzen und Frommen der deutschen und besonders der hessischen Landwirtschaft mitgewirkt zu haben. Eine ganz besondere Freude sei ihm stets die Tätigkeit im landw. Lokalverein gewesen. Tiefer Verein sei einst durch die Tätig­keit des Gey. Hosrats Thaer begründet worden und es zieme sich wohl heute ganz besonders, seines Gründers zu gedenken. Er habe als schwachen Beweis der Dankbarkeit des Vereins für die Familie des längst Entschlafenen ein kleines künstlerisches Gedenlblatt machen lassen, das der Vorstand im Einverständnis mit den Mitgliedern demnächst der Familie überreichen werde. Hier im landw- Lokalvereiu, wo durch gegenseitigen Erfahrungsaustausch alle beraten, habe auch er, der Vorsitzende, ein großes Teil seiner Erfah­rungen gesammelt und darum wünsche und hoffe er, daß der Verein zum Segen der hessischen Landwirifchaft weiter wachsen, blühen und gedeihen möge und bitte die Versamm­lung, in diesem Sinne mu ihm ein Hoch auf den Verein

Frauenstimmrecht (gegrünbei 1902, Sitz Hamburg) die Frauen politisch schulen und ihnen die Bürgerrechte citampien. Der hessische 1,'aiidesverem ist dem deutfchen Verbände angefchlossen; er har Ortsgruppen mit zahlreichen Mitgliedern in Worms, armstabl und Mainz. Die Rediierm forderte die anwesenden Frauen au', dem Vandesverein beizulrelen. Die Ausführungen der Rednerin wurdeii beifällig aulgenommen, eine Diskussion, m der sich die meisten zustmimcnd äußerten, schloß sich an den Vortrag an.

--Oppenrod, 6. März. Eine große Freude wurde einem hieiigen Bürger in dieser Woche zuteil. Er hakte sich bei dem Losegeschäft R. Buchacker in Gießen ein Los von der tf r i c Ö b e r - g e r P ferdelotterie genommen und gewann damit den zwei­ten Preis. Er I)it ihn für einen entipieu-endeii Preis schon verkauft.

-t- Friedberg, 6. März. Dem heutigen Vortrag des Herrn Pfarrers Falke aus Frankfurt a. M., veranstaltet von der Kirchlich- positiven Vereinigmig, wäre um des Inhalts willen eine noch größere Zuhörerschaft, namentlich aus Laienkreijen zu wünschen gewesen. Redner, der das Thema: Der Vorzugdes Christentums gegenüber den andereii Religionen von heute, historisch inid philosophisch von religiösen Gesichtspunkten aus be­handelte, beschäftigte sich namentlid) eingehender mit dem Buddhis­mus, von dein er drei formen unterschied: die alte, uns in der Literatur überlieferte, und die beiden neueren, deren eine Gegenstand unserer Heidenn.isiion ist und deren aiidere bekaiintlich iii den Kulturländern Fuß gefaßt hat. Dein durch letzteren Punkt besonders geweckten Interesse kam in der anschließeiiden Besprechung Dekan Schrimpf aus Butzbach mit der Mitteilung entgegen, daß Pfarrer Falke den gleichen Gegenstand in einem sehr beachteten Werk behandelt hat. Ter Verelnsvorsitzende Pfarrer Dr. Sied« m a n n aus Rodhenn v. d. H. konnte den tiefen Eindruck des Vortrags feststellen: bie Zusage des Redners, der einen Vortrag über die Resultate der vergleichenden Geschichtsforschung über die von der Wissenschaft erörterte Frage hinsichtlich der 2let)nlifeit oder Jdentidät des Lebens und Wirkens Jesu und Buddhas in Aussicht (teilte, wurde vom Vorsitzenden im ledha't betimbeten Einoer-- stänbnis ber Versanimlung bankenb angenommeit. Als weitere Vorträge sind zu melbe»: am 8. Alärz im Evangelischen Arbeiter­verein;' Piarrer Freundlteb aus Vilbel, über Gottesglauben; am 15. März in ber Evangelischen Vereinigung; Direktor Dr. Otto aus Offenbach, über bie heilige Elisabeth; am 12. März nn Ge- chichlsverem; Oberlehrer Dreher dahier, über das Friedberger lirkundeiibuch.

x Friebberg, 6. März. T ie Pläne für den Neu- und Umbau des Bahnhofs find jetzt vollendet und sollen in Kürze auf­gelegt werden. In den Kreiien der GesäMtsleute am und um Den Bahnl-ofsplatz ist man gegen die Verlegung des jetzigen Bahn­hofs. __

Dec Alkohol.

Tem Schindler I. X). buit aitshain ging ein Straf­befehl über 10 Tage Äast unter der Anfastübigung zu, daß er im letzten Winter eines Nachts nach 10 Uhr in seiner Hofreite durch Schimpfen und Schveteii ruhefiörenden Varm verübt habe, so daß ein Acenichenaufiauf statt,and. 'Jiao.) dem Urteil des Schüffeit- geruchts, das bte Strafe auf Einspruch des Angetlagteit auf i Woche herabgesetzt hat, ist der Aitgettagre ein durch übermäßigen yiltoljolgenuHi degenerierter DJtcn,u>, der oern Schnapsverbot unter­liegt. An jenem Aoenv sei der Beigeordnete, mu dem er ver­feindet ist, an femem \)auie borocigcgairgen und dieses habe ihn in fv-lche Aufregung gcoraü;t, datz er ?ich zu den Ausichreuungen Hinreisen ließ. Tas Berufungsgericht ließ fich bie Sache auf Anfechtung durch den Angetiag^en lehr angelegen sein, zumal er beim Schpstengericht angegeoen harte, er sei einbischen" geistesIranl. Es uey ihn, wenn auch nur türz, auf feinen Geistes­zustand untersuchen uno ordnete auch die Ladung mehrerer Zeugen an, um den öaüjDcrljait richtig auisutlaren. Ter Sachverständige bezeichnete ihn ais Alwhotepiteptiier, der aber gestrig noch nicht )o entartet ift, daß er für leine Straftat nicht verantwortlich zu machen wäre. Durch die Zeugen wurde Teftgeitcllt, daß er vielfach der Jugend zur Ziestafewe oes Spottes uno der Hänselei wird. Auch an dem in Nede flehenden Aoend Haven einige junge Leute mit Steinen nach feinem yaus gewogen, um ihn zu reizen und mag, nach Ansicht des Gerichts der Angetiagle angenommen haben, der zufällig üuroLigcIjciioe Beigeordnete, dem er bie Schuld an dem gegen ihn ergangenen Schuapsveroot zu mißt, stehe mit dem Wersen in Verbilidung. Unter diesen Umitänben erschien eine Freiheits- Itraie nicht sür angezeigt, roeshaib das Urteil ausgehoben und aus 2 'JJtart Geldstrafe erfannt iourde.

5 Mk. fürs Ansasseu.

Bei einem Wort.oe^,e^ sa^.e oct ^andelsmann I. H. Don R a n )t a o t den ^Nachtwächter Gust. Marz von Eckartsborn an den Kleidern an. Tiefes hatte eine Beleidigungsklage mit der Bestrafung des L>. zu o Mark Geldstrafe zur Folge. Die von bem Angeklagten, erhobene Berufung nut dem Antrag auf t)reifpred)ung ivuroe zurungewiesen, da das Änfassen einen Aus­druck ber Mißachtung darstellt.

Lügen.

Ter Landwirt I. Sch. n. von Ranstadt war auf die Aussage der W. St. wegen Riißhandlung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Im GerichiSgeoaude unterhielt sich die St. über die Angeiegenlscu und lieb aaoa Oie Aeußerung fallen. Sch. habe gelogen. Tie Folge ioar eine Privattiage und Be- firasung der mit 3 Marr Geldstran. Tas Urteil wurde angeiochtrn und der Ehemann der Angeklagten brachte vor, der AusdruckLügen" werde aus bem Lande ftets für die Unwahrheit sagen gebrann t; aus der Form der Aeußermig sei keine Belei­digung zu erkennen. Tatsächlich habe der Mager als damaliger Ang .agLr auch bie Unwahrheit gesagt und mußte durch Zeugen

1 )ch ix' Ansicht, oaß man auü) aus dem Lande mit oe.n AusdructLugen", die wstsentliche Lüuual)rl)eit sagen versteht. Taß der iCLagtr dieses getan hat, ist mast nachgewiesen. Uevrigens haue oie üngetlagie Leine Ver>

o Uesterr. Lil verrenke Ungar Goldrente . . Italien. Beute . . . Portugiesen Serie 1 . Portugiesen III

iifiörse, 7- Mälz. Aufaugskurse. . 142.10 I Harpener Bergwerk . .. | Lauranütte . . . .uinbardeu E. B.

Märkte.

Gießen, 7. März. Marktbericht. Auf heutigem Wochen­markte kostete: Buller pr. Psb. 1.001.15 Alk., Hühnereier 1 St. 67 Psg., üäse pr. St. 68 Ps., Käsematte 2 St. 56 Psg., Erbsen p. Psb. 1824 Psa., Linsen p. Psb. 2540 Psg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Gänse pr. Psb. 0000, Enten pr. Stück 1,8C bis 2,20 Alk., Ochsenfleisch pr. Psb. 8088 ~ Psg., Kuh- imb Rinbsleisch pr. Psunb 8082 Psg., Schweinefleisch pr. Psunb 6680 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psb. 84 Psg., Kalbfleisch pr. Psb. 7076 Psg., Hainmelflelsch pr. Pid. 64-84 Psg. Karlosfeln pr. 100 Kg. 6.007.00 Mk., Zwiebeln pr. 4tr. 5,006,00 Alk., Milch per eiter' 20 Pfg., Weißkraut ver btütf 0 00 Pig., per Zentner 'Mk. 0.000.00. Aepsel per Ztr. 1025 Mk., Birnen per Ztr. 1025 Alk. Nüsse 100 Stück 4000 Pfg., per Ztr. 000 Alk. Marktzeu von 82 Uhr.

Auszug a. 0. Stcnöesamtsregiftern der Stadt Eietzen.

Aufgebote.

Februar. 28. Johann Heinrich Schulz, Bautechniker dahier, mit Anna 'Marie Arheilger in Worfelden. 'März. 2. Dr. Hermann Zahn, Physiker m München, mit Emilie Frenn Gebult v. Jungenjeld dahier. 2. Friedrich Textor, Oberlehrer in Worms, nut Emilie 'IBilö dahrer. 5. Heinrich Schäufler, Anstreicher m Saasen, nut Maria Wemholz in Haddamshausen. 5. Justus Friedrich, Schlosser, nut Wilhelmine Stiehl, beide dahier. 5. Heinrich 'Mosbach, In­stallateur, mit Anna Hermann, beide dahier. 5. Älugust König, Hoieldlener, mit Katharina Jene, beide dahier.

Eheschlietzullgen.

Februar. 29. Karl Uhl, Vandwirt, mit Katharine Schwan, beide dahier. 29. Bernhard Resch, Laglöhner, nut Marra Bock, geb. Schneibmüller, beibe dahier.

Geborene.

Februar. 26. Dem Kaufmann Jakob Heilbronner ein Sohn, Heinz. 27. Dem Schneider Heinrich Kaspar Wlnnecker eine Tochter, Ottilie Auguste Aimna. 27, Dem Schneider Ehristlan Vaubel eine Tochter, Ida. 27. Tem Monteur Karl Belloff em Sohn, Willy Ludwig. 27. Tein Fabrikarbeiter Heinrich Vlachtigall eine Tochter, Alargarete. 28. Dem Weißbinder Karl 'Marx em Sohn. 28. Dem Schr'einermeister Karl Klnigelmeyer eine Tochter. März. 1. Dem Rechtsanwalt Paul Adolf Hornberger ein Sohn, Herbert. 2. Dem lüthographen Karl Kramer ein Sohn, Aiax Ferdinand Heinrich.

Gestorbene.

Februar. 27. Elisabeihe Beck, geb. Weitzel, 68 Jahre alt, Ebelstraße 3. 27. Konrad Raab, Schneiberinelster, 71 Jahre ah Bahnhofstraße 26. 27. Ludwig Kölh, 2 Wochen all, Vandgraienslr. 5. 29. Wühelinlne Wallenfels, geb. Wahl, 57 Jahre alt, Marktplatz 17. 29. Friedrich Bender, Kausmann, 49 Jahre alt, Bahnhofstraße öl. März. 1. Sophie Schäfer, geb. Weller, 49 Jahre alt, Kreuzplatz 11. 1. Lptse Goltfchick, geb. Jacker, 74 Jahre alt, Vlebigllrafze 57. 2. Wilhelm 'Meiller, 1 Monat alt, Bahnho straße 56. 2. Vudwig Flamme, Gastwirt, 38 Jahre all, Neuenweg 5. 5. Luise Günther, geb. Simon, 46 Jahre alt, Diezstraße 15.

Kasseler Hafer-Kakao

742,2

5,8

5,8

85

739,2

6,9

4,7

63

741,4

5.8

5,3

78