^Schäujagrenze hinausgetragen wird. Alle Minister des Sultans Äbdul AsiS erhielten französischen Schlitz. Alles dies bezweckt, durch neu geschaffene Verwickelungen die französische Regierung an der Zurückziehung der Gruppen aus dem Schanfagebiet zu hindern.
Ans Stadt nnd Land.
Gießen, 4. Juni 1908.
Eisenbahnwünsche aus dem Kreis Gießen.
In der Dienstagssitzung der Zweiten Kammer brachte Äbg. Leun eine ganze Reihe von Eisenbahnwünschen aus dem Kreise Gießen vor, von denen in Ergänzung unseres Kammerberichts nachstehendes mitgeteil sei. Er führte u. a. aus: Die Stadt Gießen projektiert jetzt eine Elektrische Bahn, die demnächst gebaut werden wird. Wir haben seither gehofft, daß auch Klein-Linden angeschlossen werden würde. Dazu scheint aber keine Aussicht vorhanden §it sein, wegen Durchkreuzung der Schienen der elcktr. Bahn mit der Eisenbahn und so bleibt für Klein-Linden nur die Hoffnung, daß •§ Anschluß an die Main-Weser-Bahn erhalten möge.
Ferner spaach Abg. Leun den Wunsch aus, daß Alten- Buseck und Wieseck, letzterer ein Ort der größer als z. B. Lich ist und nahezu 3000 Einwohner zählt, direkten Anschluß erhalten müßten. Auch sei der seit 10 Jahren geäußerte Wunsch nach einer Güterverladcstelle für Staufenberg noch immer nicht in Erfüllung gegangen. Bezüglich .Garbenteichs führte er aus, daß die Beibehaltung des jetzigen Bahnhofs dringend erwünscht sei, da die Einwohner Steinbachs durch die Verlegung sehr benachteiligt werden würden.
*
•• Verein für das höhere M äd ch en sch u l w e se n in Hessen. Am Samstag, den 30. Mai fand zu Frankfurt die 13. Jahresvcrsamlnlung des Vereines statt. Die Versammlung, die unter Leitung dcS Direktors Dr. Störiko (Gießen) stand, war sehr gut besucht. Bei der Hauptversammlung im vorigen Jahre hatte Frl. S. Walther, Lehrerin an der höh. Mädchenschule zu Mainz, einen Vortrag gehalten über die Neugestaltung der hessischen höheren Mädchenschule. Den Gegcnbericht hatte für die diesjährige Versammlung Lehramtsassessor Dr. Deggau aus Worms übernommen. An der Hand der beiden Berichte und der von Frl. Walther vorgelegten 13 Thesen entspann sich eine sehr lebhafte Aussprache. Von den vocgelegten 13 Thesen ward ifeine angenommen, doch stimmte die Versammlung fast einstimmig 3 Leitsätzen des Professors Lcdroit zu. In ihnen wird gewünscht, daß der französische Unterricht erst mit dem 5. Schuljahre (statt mit dein 4.) beginnen, und daß der Unterricht im Rechnen und Naturwissenschaft verstärkt werden solle. Hieran reiht sich der Wunsch, daß auf die höhere Mädchenschule, die man im wesentlichen in ihrer jetzigen Form und als 10 jährige Anstalt erhalten wissen will, ein Oberbau folge, der für die Hochschule in 3 oder 4 Jahren vorbereite. Die Versa,nmlung sprach im An- schlusse hieran die Erwartung aus, daß dann die Aufnahme von Mädchen in den höheren Knabenschulen nicht mehr erlaubt werde.
. ** Sechziger-Feier, Es ist in Gießen ein schöner Brauch geworden, daß sich die Fünfziger zu einem gemütlichen Zusammensein vereinigen. Männer aus den verschiedensten Berufszweigen finden sich da zusammen, und sind derartige Zusammenkünfte jedenfalls sehr geeignet, echten Bürgersinn zu pflegen und zu fördern. Man trennt sich wieder in der Hoffnung auf ein fröhliches Wiedersehen in 10 Jahren. So hatten sich am vorigen Samstag die 1848 er, nnnmehr „S e ch z i g e r" im Hotel Kaiserhof zu einer kleinen Feier zusammengefunden. Nicht blos hier wohnende Gießener, auch solche, die ihr Beruf nach auswärts verschlagen hat, nebst Eingewanderten, die im Lause der Zeit Gießener geworden sind, konnten sich wieder begrüßen. Ein Gießener Kind, das in Amerika eine zweite Heimat gefunden, hatte einen klingenden Gruß gesandt. Elf liebe Altersgenossen hat in den letzten 10 Jahren der Tod abgerufen. Ihrer wurde ehrend gedacht. Toaste auf Kaiser , und Großherzog, die Stadt Gießen und ihre Bürger, sowie auf eine glückliche Zukunft erhöhten die Feststimmung. Am Montag nachmittag vereinigten sich die Altersgenossen mit ihren Familien nochmals auf der Liebigshöhe. Vom heitersten Wetter begünstigt, verbrachte man auch hier mit den lieben Angehörigen einige heitere Stunden. Besondere Verdienste um die Verschönerung der Feier erwarb sich der Gesangverein „Heiterkeit" durch den Vortrag prächtiger Lieder. Man trennte sich mit dem Wunsche auf ein Wiedersehen in fünf Jahren.
** V o m B ü d i n g c r H o f r a t. Das Befinden des Hofrats Rotschild hat sich so gebessert, daß er voraussichtlich schon in den nächsten Tagen von der medizinischen Klinik wieder in das Gefängnis gebracht werden wird. Trotzdem ist es ausgeschlossen, daß er schon in der diesmaligen Schwuraerichtsperiode zur Aburteilung kommen wird.
** § n Ainerika verstorbene Hessen. Katharina Spielmann, geb. Schmidt, 70 Jahre alt, aus Rodheim, zu Brooklyn — Georg T r o p p,. 79 Jahre alt, aus Eppelsheim, zu Flusching, R.-P. — John F. Kull, 69 Jahre alt, aus Wimpfen, zu Jrvington, R. I. - Schuhfabrikant Phil. Schneider, 70 Jahre alt, aus Reiskirchen, in Altentown. — Peter Meininger, 79 Jahre alt, aus Engelthal, zu Eleveland, C. — Joys. Faulhaber, 84 Jahre alt, aus Biebeu (Kr. Alsfelds zu S. Eafthopc, Ont.
** Bon den Wandernden. Im Mai waren in der „Herberge zur Heimat" 1484 Gäste eingekehrt, von' denen 794 Logis und Verpflegung gegen Arbeitsleistung in Anspruch nahmen. 690 Herbergsgaste waren Selbstzahler.
— Steinbach, 3. Juni. Der seit nahezu sechs Wochen im Gießener Unlerfuchungsgefäugnis inhaftiert gewesene Arbeiter Karl Strauch von hier wurde wieder aus der Untersuchungshaft entlassen, da sich keine genügenden Anhaltspunkte ergeben haben, daß er der seit langem gesuchte Steinbacher Brandstifter ist. Eine Entschädigung für die erlittene Untersuchungshaft bekommt Str. nicht.
() Lich, 2. Juni. Zu dem vom 20.—22. d. M. stattfindenden 3 5. Gauturnfeste.find bereits 5 6 M u st c r -- liegen angemeldet. Diese stattliche Zahl ist der sicherste Beweis dafür, daß man sich heutzutage für die edle Turnsache in ganz erheblichem Maße interessiert. Der Gau Hessen ist im steten Wachsen begriffen, es gehören ihm jetzt 80 Turnvereine an. - Hoffentlich wird das Gelingen «des uns bevorstehenden Festes durch gutes Wetter begünstigt.
n. Friedberg, 1. Juni. In der ersten Halste des Monats September findet hier ein Vortragskursus für Volksschullehrer statt. Professor Kaiser, Gießen wird über ausgewählte Kapitel der allgemeinen Geologie sprechen an Beispielen aus Hessen und feinen Rachbargebiclcn. Lichtbilder sollen die Vorträge ergänzen und eine Exkursion sich anschließen.
W. Rockenberg, 3. Juni. Hier werden gegenwärtig viele Veränderungen vor genommen, Das, ehemalige Rathaus in
der Nähe her Kirche wird zu einem Schwesternhaus eingerichtet. Dieses Gebäude diente seither dazu, nachdem die Gemeindevertretung in ihm nicht mehr tagte, alte Frauen, die anderweitig fein Unterschlupf fanden, aufznnehmen. Mit deut Schwesternhaus soll eine Kinderkrippe verbunden werden. Diese Neueinrichtung wird mit großer Freude begrüßt, entspricht sie doch so lange gehegten Wünschen. Nun können die Land- inirte, wenn sie ihr Feld bestellen, ihre Kleinen dem Schwesternhaus übergeben, um dort in sachgemäßer Weise beschäftigt zu werden. Ist die Kinderkrippe doch eine Vorbildungsstätte der Schule. Die Schreinerarbeiten wurden an Schreinermeister Nauheimer gegeben. Leider hat sich bereits ein Unglücksfall zugetragen. Als der Schreinermeister über eilten Balken schritt, rutschte dieser, nachdem vorher ein jüngerer Mann denselben begangen hatte. Er stürzte so unglücklich, daß er sich einen Beinbruch zuzog. An dem Unglück des geachteten Mannes nimmt man lebhaften Anteil.
W. Marien schloß, 3. Juni. Arn 1. Juni^ wurde in das hiesige Laudesznchthans der Dragoner Konrad Paul, gebürtig aus Groß-Eichen im Kreise Schotten eingeliefert. Er hatte einem Mitdragoner 5 Mk. gestohlen. Einen andern, der von dem verübten Diebstahl wußte, suchte er zu bewegen, die Unwahrheit zu sagen. Dieser achtenswerte Mensch ging iedoeff aus den Wunsch nicht ein und erstattete Anzeige. Wegen Dieb- 'tahls und Verleitung zum Meineid batte er sich nun vor dem Kriegsgericht zu verantworten. Wegen versuchter Verleitung znm Meineid wurden ihm von dem Kriegsgerichtshos 15 Monate Zuchthaus zudiktiert und wegen Diebstahls 3 Monate, so daß er also eine Gesamtstrafe von 18 Monaten Zuchthaus zu verbüßen hat. Er wurde fo hoch in Strafe genommen in Anbetracht des Umstandes, daß er Gefreiter war. Am 1. 3uni hat er seine Strafe angetreten. Ein Sergeant und zwei Gefreite begleiteten den Sträfling hierher. Besagter Fäll gibt so deutlich^einen Begriss davon, wie ans scheinbar nichtigen Dingen große Folgen erwachsen können.
> A n s dem Kreis Lauterbach, 3 Juni. Von den 67 Gemeinden des Kreises Lauterbach erhebt Stein- furt den höchsten Umlagensatz, nämlich 246,431 Proz. Zu- clftag auf die doppelten Grundzahlen und den ganzen Ein- lommensteucrbetrag (= 5300 Mk. >. Außerdem erheben über 200 Pro?, noch Uetzhausen (217,309 Proz.), Wünschcn-Moos (211,220Pro?.,, Rudlos (211,068Pro-,> und Hemmen (200,782 Prozent). Unter 100 Prozent erheben nur 10 Gemeinden, von denen wiederum Sickendorf mit 42,346 Proz. und Freiensteinau mit 28,047 Proz. die geringsten Sätze in Anspruch nehmen. Die Kreisstadt Lauterbach erhebt 102,018 Proz. (70 000 Mk.), Schlitz 118.917 Proz. (50 000 Mk. i und Herbstein 88464 Proz. (14 000 Mk.).
V c> n der oberen Schwalm, 3. Juni. Bei glühender Sonnenhitze ldas Thermometer zeigt im Schatten 25 o C und mehr) vollendet der Landmann seine Frühjahrsbestellung. Schwere Wetter mit reichlichem Regenguß haben cither die Felder am Nordabhangc des Vogelsberges so gründlich eingcwcicht, daß man sie kaum betreten, geschweige bebauen konnte. In dieser Woche werden noch sehr viele Kartoffeln der Erde anvertraut, und die Gerstensaat wird beendet werden. Gras und Futter k r ä u t e r ver - prechen eine reiche Ernte, doch ist bei Verwendung des Grünfutters, wegen seines großen Wassergehalts, Vor- icht geboten. In der Gegend von Lauterbach haben schwere Hagelwetter Schaden verursacht und die Kornfelder trichweise zerschlagen. Die Bauersleute unserer Gegend ziehen daraus wohl die einzig richtige Lehre: Früher lächelte man über die Hagelversicherung, weil man bei der geringen Anzahl der vorkommcnden Schäden ihre Bedeutung nicht recht erkennen tonnte, in diesem Jahre laufen die Anmeldungen dazu dutzendweise ein.
Provirizial-Ausschus; der Provinz Obcrhcnen.
L. 6) i e ß en, 2. Juni.
Zur Herstellung von Schnees ch utzaulagen in Gemarkung Klelu - Liuden war die Kgl. Eisenbähndirektion Fran Nur a. M. genötigt, eine Anzahl Grundstücke zu erwerben. Sw erzielte auch mit alleu Besitzern eine gütliche Einigung mit Ausnahme des Ludwig Sommer, der eine Entschädigung von 4 Mk. für den qm des- abzntretenden Geländes und außerdem für das Umsetzen dreier Apselbaurnchen 20 Mk. forderte, während die Eisenbähndirektion nur 2 Alk. für bcn qm uud 10 Mk. für das Umsetzen der Bäume bot. Ta auch vor der Lokalkonnnission eine Einigung nicht erzielt wurde, lintlc der Provinzial-Ausschus; in der Sache zu entscheiden. Nachdem inzwischen die Bahn in den Besitz des Geländes ein geivieseu ivorden war, drehte es sich heilte nur noch um die Fest- setzung der Hohe der Entschädlgllng, die die Lokalkommission aus 2 Mk. 50 Psg. für deu qm und J1 Mk. für die Bäume bemesseu hatte. Ter Proviuzial-Ausschuß hielt 2 Mk. 50 Ps. für den qm Üiv ausreichend, setzte aber die Entschädigung für das Uuisetzen der Bämne auf 20 Mk. fest.
Auch zur Verbreiterung des Mittelwegs in Ge- markung Gießen in seiner Eigenschaft als Zufuhrstraße zum Bahnhof war die Eisenbähndirektion zum Erwerb eines Teils emes, dem Ferdinand Webe r zu Franksurl a. M. ge° hörigen, Grundstücks gezivungen. Weber forderte 25 Alk. für den qm, ivcnit em Austausch mit anderem Gelände vorgenommeu werde, sonst aber 40 Mk. für den qm. Tie Eisenbahndirektion bot 2 Alt 50 Psg. sür den qm, indem sie einen Geländetausch als unmöglich bcficidmcte. Eine Einigung konnte auch vor der Lokalkommission nicht zustande kommen'. Tieie gab ihr Gutachten dahin ab, daß das Gelände mit 4 Mk. 50 Pf. für den qm zu bewerten sei. Da der Grundeigentümer die freiwillige Besttzüberlasjung verweigeri hatte, mußte m einem besonderen Verfahren oic Elsenbahudlretnou zunächst ui den Besitz dcS beanspruchieu Geländes eingewiesen werden. In der heutigen Sitzung halte der Provinzial-Ausschuß noch d C Entschädigung seslzuietzen. Nachdem die Parteien imö ihre Vertreter eingehend sich zur Sache geäußert hatleu, eiilschled der Pioviuzial-Ausschuß, daß eine Entschädigung von 4 Mk. 50 Pf. für bciijim su geivcilnen ici.
Ger'SchrsßacsL.
Landau (Pfalz-, 2. Juni. Die Strafkammer verurteilte den Gastwirt M ü l l e r von G v l d r a m st e i n wegen Verkaufes überstreckten Weines zu 14 Tagen Gefängnis und 500 Mk. Geldstrafe.
Berlin, 2. Jilni. In der Privat klagefache des Reichstagsabgeordneten Fischer-Berlin gegen den Redakteur der „Post", Petersen, und sechs andere Berliner Zeftungs- rcöatteurc, die dem Privatkläger vorgeworfen hatten, daß er in seiner Eigenschaft als Geschästssührer des „Vorwärts" sich zum Nachteile des letzteren von den Lieseranten habe Schmiergelder zahlen lassen, wurde ein Vergleich mit sechs Redakteuren abgeschlossen, die die betreffende, von der „Post" übernommene Behauptung anstandslos auf Grunds der heutigen, Beweisausnahme zurücknahmen unb sich zur Tragung ber auf sie entfallenden Kosten ver'pslichteten. Da seitens ber Verteibigung ber „Post", ans bic sich der Vergleich also nicht erstreckt, noch eine Reihe anderer Zeugen namhaft gemacht wurde, wurde bic Verhandlung vertagt.
Bielefeld, 3. Juni. Tie S t r a f f a in m e r hat den früheren D i e n e r H i n z p e t e r s von der Anklage der gesetzwidrigen Aneignung der Kaiserbriefe an Hinzpeter f r e i g e j p r o ch e u. Ter SkaatSanivall hatte drei Monate Gefängnis beantragt.
Geizig, 3. Juni. Das Landgericht verurteilte den hiesigen Rechtsanwalt Hans Bürde ivegeu hoher Unterschlagungen, Betruges uud U n t r e u c zu 3 Jahren 9 Monaten Gefängnis uud 3 Jahren Ehroerlust.
Sandel.
— Frankreichs Handelsbilanz. Nach Pariser Meldungen hat der französische Hanbelsminister über die Handels- I bilanz Frankreichs vom 1. Quartal 1908 eine Auskunft erteilt, die
direkt ungünlttg tauteie. 'i'tc Emftihr ist gegen das I. Vierteftahr 1907 um rund 33 Mill. Frks. ziirückaeblieben und die 2luswhr um nicht weniger als 93 Mill. Frks. Tocki dürfte sich das Ergebnis des 2. Quartals schon besser gestalten, da Amerika, bas seiner Vestellungen zurückgezogen hatte, ivieber stärker als Käufer arlftritt.
ICunft rind WificnfcbafL
— Deutscher K ü n st 1 e r t a g in M i'i n ch e n. Ter von ber Teutschen Kunstgenossenschaft nach München einbenifene Deutsche Künstlertag nahm nach einem Reseratc bes Kunstmalers William Pape-Berlin eine Resolution an, bic sich für die Schaffung von Erholung?- unb Altersheimen für deutsche Künstler burch die Teutschc Kiinslgenosscnschaft ausspricht.
— T i e Ex hum iern n g ber Leiche Zolas fand gestern abend um 7 Uhr aus bem Friebhof Moutmatie statt. Ter Eichensarg war beschäbigt. Ter Bleisarg würbe in einen Eichensarg gelegt iinb nach Dem Pantheon verbracht. Der Leichenwagen mit bem Sarge Zolas tras um 8 Uhr abenbS beim Pantheon ein, wo eine große Menschenmenge bie Ankunft bes Trauerzuges erwartete. Unter beit Anwesenben befanb sich auch Major Treykus. Es sauben verschicbeue Deinonstrationen für, beziehungsweise gegen Zola statt, boch ereignete sich kein Zwischenfall von Belang.
LpieWün des Erohh. Umtheaters Vad Nauheim.
Montag, 8. Juni IPfiiigst-Montag): „Husarensiekier." Lustspiel in 4 Akten von Gust. Kabelburg unb Richarb Skowrounek. Tiens- tag, 9. Jnui: „Hofgunst." Lustspiel in vier Auszügen von Thilo v. Trotba. Tonnerstaa, 11. Juni: „Vater und Sohu." Lustspiel in 3 Akten von Gustav Eßmann. Deutsch von Map Schönau, Freitag, 12. Juni: Eröffnung ber Operetten-Spielzeft. Unter Mit- wirkiing ber Kurkgpelle: „Tie lustige Witwe." Operette in 3 Akten von Viktor L6on unb Leo Stein. Musik von Frcmz LehLr.
TlirchLsche r^achrichten.
Israetttischr ^eligisnsgesellfchast.
Gottesdienst.
Freitag, ben 5. Juni unb Samstag, ben 6. Juni 1908. Wochcnfest.
1. T a g: Vorabend: 8.00 Morgens: 8 00 Uhr. Predigt.
2. Tag: Vorabend: 8.00. Morgens: 8.00. Nachmittags 4 Uhr F e st a u s g a n g : 9.30.
Wocheugottesbienst: morgens 6.00 Uhr, abenbs 7.30 Uhr.
Meteorologische Beobachtnngen
der Station Gießen.
Höchste Temperatur am 2. bis 3. Jmn — 4- 28,1 ° C.
Riebrigste , „ 2. „ 3. „ = + 11,80 C.
Jl'ni
1908
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
3.
2"
749.4
27,8
11,1
40
NE
4
Sonnenschein
3.
955
749,9
91 2
14.0
75
NNE
2
Klareryimmcl
4.
7"
749,9
....
14,0
84
N
4
Sonnenschein
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.
I’riinklmrter CSöi
Reichsanleihe . . 92.15 3% do. . . 83.40 3V/0 Konsols .... 92.20 3% do 83.30
3^% Hessen 90.70 3j^°/0 Oberhessen . . . 92.00 4Oesterr. Goldrente. ■ 98 90 4x[6% Oesterr. Silberrente 99.10 4% Ungar. Goldrente . . 93.75 4% Italien. Bente . . . —.— 3?6 Portugiesen Serie I 63.00 3% Portugiesen „ 111 64.40
4^°/0 russ.Staatsaul. 1905 95 65 4%°)0 japau. Staatsanleihe 89.95 4?o Conv. Türken von 19U3 95.90 Türkenlose 150.00 1% Griech. Monopol-Anl. . 51.50 4% äussere Argentinier . 87.00- 3°/0 Mexikaner . . . 66.80 4 xa °/0 Chinesen .... 97.10
Aktien:
Bochum Guss 211 00 Buderus E. W 110.50
Tendenz: ruhig.
Berliner Börse, 4
Cauada E. B. . . . . 156.00
Darmstädter Bank . . . — Deutsche Bank .... 230.90 Dortmunder-Union C. . . 59.60 Dresdner Bank .... —.—
Tendenz: schwach.
*e, 4. Juni, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lalnneyer . . . 119.00 Elektriz. Schuckert . . . 107.70 Eschweilcr Bergwerk . . 203.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 186.00 Hamburg-Amerik. PaketL 109.30 Harpener Bergwerk. . . 194.50 Laurahütte 208.50 Nordd. Lloyd .... 94.15 Obeischics. Eisen-Industrie 97.70 Berliner Handelsges. . . 160.70 Darmstädter Bank . . . 123.70 Deutsche Bank .... 231.00 Deutsch-Asiat Bank . . 137.30 Diskonto-Kommaudit . . 174.00 Dresdner Bank .... 138.00 Kreditaktien 197.60 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahu 88.40
Gotthard bahn —
Lombard. Eisenbahn . . 25 75 Oesterr. Staatsbahn . . . 147.70 Priuee-Henri-Eiseubahu . 118.00
. Juni. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 195.30 Laurahütte 208 20 Lombarden E. B. ... 26.00 Nordd. Lloyd 94.10 Türkenlose 149.20
GLD
K— OSS
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Bärwalbe lPonnnerni, ben 23. Juni 1907. Seit längerer Zeit leibe ich an Blutarmut, 'Nervosität und wohl daher herruhrender Magenschwäche, die mir gebot, beim Genuß von Speisen äußerst vorsichtig zu Werke zu gehen, schmeckte es mir mal ausuahmsmeisc schon, so haue ich am nächsten Tage durch eine äußerff belegte Zunge zu büßen, die Berbauimg war sehr mangelhaft und oikmalige Versiopsung die Z-olge — kurz, ich fühlte mich nie recht ivohl, ohne doch besonbers krank auszusehen. ytun fing ich an Bioson zu trinken und, nachdem ich eine 2öochc hmburdi täglich morgens eine große Tasse davon mit Milch zu mir nenonunen hakle, mertte id) deutlich, ivie sid) mein Magen kräftigte. An jedem Akorgen konnte ich nut Genugtuung festsrcUen, daß der Belag aus der Zunge mehr unb mehr zurückgegangen war, jetzt ist er säst ganz oerschwunben. — 'liehen diesen, nioit gering anzuschlagenbcn, äußere Zeichen fühlte ich mich aber nud) im Großen unb Ganzen, schon roohler, besonbers ist meine GemütSplinmung bedeutend besser und leichier geworden. Jd) bin nun bald mit dem' 2. ^aket Bioson zu Ende und weiß bestimmt, daß id) nach Verbrauch von nod) einigen Pfund meine Gmundhett wieder normal werbe nennen tonnen. Ich werde gerne jede Gelegenheit ivahrnehmen, um das Bioson zu em- psehlen und würbe es mich freuen, demselben einige neue Anhänger verschaffen zu können. Hochachtungsoolll Friedrid) Schmidt, Postassistent. Unterschrift beglaubigt: Bärwalde iPommcrni, den 20. Zuli 190/. Die Polizei-Bermaftung, -Heliug. Bioson das beste und billigste für Kranke und schwache, ist in Apotheken, Drogerien usw. das Paket drei Mark erhältlich, welches für zirka 14 Tage ausreicht. (b10/t
ßeüirdie Uandes-flusitellung DarmHadt 1908 OberheHifchen Hushellungshaufe: fiusifellung der ülöbelfobrik TH. BRUCK o örofjherzogllch ßefilfdier Hoflieferant <• muHklalon und Herrenzimmer oo» (Entwürfe von Profeifor 3. IT1 Olbrich) ->00 Sdilaizimmer (Entwurf von Architekt Brand) C‘/<
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