Ausgabe 
7.1.1908 Erstes Blatt
 
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Gerichtstag.

R.B. Darmstadt, 6. Jan. Vor der hiesigen Straf Lämmer hatte sich heule derKreisfeuerwehrinspektor I. F. Di ü l l e r aus Offenbach wegen Gefährdung eines Eisenbahn­transports zu verantworten. Der Angeklagte wollte in feinem Automobil in ziemlich schnellem Tempo von Offenbach kommend, den Bahnübergang der Nebenbahnlinle OffenbachDietzenbach bei Station Heusenstamm passieren, als gerade ein Rangierzug über den nicht durch.Barrieren gesperrten Straßenübergang fuhr. Die Lokomotive erfaßte das Automobil, zertrümmerte es und warf die mit darin befindliche Ehegattin des Angeklagten so unglücklich gegen die Lokomotive, daß sie schwere Kopfverletzungen und beit Verlust eines Auges davonrrug. Trotzdem von den Zeugen dem Ange­klagten das beste Zeugnis als erprobter, vorsichtiger Automobilist ausgestellt wurde, und auf die gefährliche Stelle und den mangelnden Abjchluß des Ueberganges tn der Presse hingewiesen wurde, nahm der Gerichtshof eine durch zu schnelles Fahren begangene Fahr­lässigkeit an und verurteilte den Angeklagten dem Anträge des Staatsanwalts gemäß zu 50 Mark Strafe und Tragung der Kosten.

Frankfurt a. M., 6. Jan. Im Reichstage war, wie seiner­zeit mitgeteilt, der Antrag eingelaufen, die Erlaubnis zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Abgeordneten O e j e r zu erteilen, was vom Hause abgelehnt wurde. Oeser richtete darauf an den Reichstag die dringende Bitte, die Erlaubnis zur Ein­leitung eines Strafverfahrens zu erteilen, damit ihm die Möglichkeit geboten sei, im Interesse ferner Ehre der gegen ihn gerichteten An- unverzüglich enlgegenzutreten. Nachdem der Reichstag diesem Arunsche entsprochen Halle, hat sich nunmehr der Erste S t a a t s- a n w a l t am Landgericht I Berlin mit der Prüfung diefer An­gelegenheit befaßt. Aus Grund diefer Prüfung lehnteeresab überhaupt em Strafverfahren gegen den Abgeordneten Oefer ein- zu eiten, da auch nicht der geringste Grund vorliege, dessen eid­liches, nut den Tatsachen genau übereinstimmendes Zeugnis an- zuzweneln. Die -Ltaatsanwallfchaft ist zu dlefein Ergebnis ge­kommen, ohne daß sie es für nötig hielt, den Angeklagten selbst in dieser Sache zu vernehmen. 11

m Der Beleidig ungsprozeß der

fürstlich Waldechcheu D o in ä n e n k a m m e r gegen die Reichs­tagsabgeordneten P o t t h o s f rmd Genossen wurde heute abermals vor der Strafkammer verhandelt, nachdem das Reichsgericht das

LCl umgehoben Hal. Potthost hat eine Artikelserie in den waldeckichen Zeitungen gegen den Landtag und die Domänenkammer veröffentlicht, worin Beleidigungen enthalten waren. Tas heminp Urteil lautet wie das vorige: Pouhoff wurde zu 200 M t 0,c velden Redakteure Burg-Eorbach und Torpeters-Wildungen au b to M. Geldstrafe verurteilt. 9 n iU Jc |

Übernahm Pfarrer Ausf'eld das Referat. Er führte die Anwesendett an .Hand äußerst schöner Lichtbilder in das Land, in dem Jesus geboren, gestorben und begraben ist. Außer den vorgeführten Bildern der einzelnen Städte, Kirchen, Landschaften usw. waren die Bilder und Ausfüh­rungen der bestehenden Waisen- und Diakonissenhäuser, sowie des von Christen errichteten Asyls für Aussätzige, in dem die mit dieser unheilbaren Krankheit behafteten Men­schen ausgenommen und verpflegt werden, von beson­derem Interesse. Sowohl die Erläuterungen des Referen­ten, wie auch die vorgeführten Lichtbilder, fanden all- gemcinen Beisall. Nachdem der Vorsitzende des Vereins dem Referenten, sowie den bei der Vorführung der Licht­bilder Beteiligten gedankt hatte, wurde der offizielle Teil des Abends geschlossen, was die Anwesenden aber nicht abhielt, ein weiteres Stündchen bei gemütlichem Zusammen­sein zu verweilen.

Vorsicht beim Feuern. Die 4jährige Margarete MöbuS hatte sich am verflosienen Freitag in Abwesenheit ihrer Mutter mit dem Feuerschüren befaßt und hierbei waren ihre Kleidchen in Brand geraten. Das Kind erlitt derart Brandwunden, daß es zwei Tage später verschied.

** D i e Frankfurter Wach - und Schließg esell- schaft, Filiale Gießen, veröffentlicht folgende Statistik für das Jahr 1907. Er wurden vorgefunden: offene Haustüren in 959 Fällen, geschlossen in 579 Fällen, in den Erdgeschossen offene Fenster in 341 Fällen, offene Geschäfts-, Lager- usw. Lokali­täten und das Schließen veranlaßt in 156 Fällen, defekte Schlößer 27, stecken gebliebene Schlüssel in 239 Fällen, vergessen Licht zu löfchen und das Löschen veranlaßt in 713 Fällen, Haus­bewohnern, die ihre Schlüssel vergessen hatten, geöffnet in 128 Fäl­len, der Polizei Hilfe geleistet in 3 Fällen, 12 Personen bei grobem Unfug und Sachbeschädigung ertappt, 8 Personen aus den zu be­wachenden Häusern entfernt und der Polizei übergeben, 13 Wasser­leitungen abgeftellt, sowie Rohrbrüche entdeckt, 1 mal Feuer entdeckt und gelöscht, 2 offene Kassaschränke vorgesunden, 1 Einbruch ver­eitelt, 6 Einbrecher und Diebe festgenommen und 13 Pferde lose und rngebunden.

O Nidda, 6. Fan. Die Eisenbahnverwaltung errichtet hier in diesem Fahre ein Mitwohnge- bäude für acht llnterbeamte, sowie ein Mitwohngebäude für sechs mittlere Beamte. Auch der gemeinnützige Bau­verein läßt gegenwärtig hier zwei Arbeiterwohnungen er­bauen.

x Homberg a. Ohm, 6. Jan. Der hiesige Ort-s- gewerbeverein veranstaltet für seine Mitglieder einen Unterrichtskursus in der Tra berschen Buchfüh­rung; außerdem sollen die Teilnehmer des Unterrichts mit den für den Handwerker wichtigsten Bestimmungen der Arbeiterversicherung vertraut gemacht werden. Zur Teilnahme an diesem Kursus haben sich aus Homberg und Umgegend folgende Handwerker gemeldet: 3 Spengler, 3 Schreiner, 2 Weißbinder, 2 Zimmerleute, 1 Wagner, 1 Maurer und 1 Metzger. Hoffentlich findet diese lobens­werte Einrichtung auch an anderen Orten Nachahmung.

() Marburg, 6. Jan. Ter frühere langjährige Direk­tor der landwirtschaftlichen Versuchsstation für Kurhessen, Geh. Rat Prof. Dr. Th. Dietrich in Hannover, begeht morgen fein 50jähriges Doktor-Jubiläum. Der Genannte hat die hier befindliche Anstalt 45 Jahre lang, von der Gründung bis zum Jahre 1902, geleitet.

sc. Frankfurt a. M., 6. Fan. Ter 18 jährige Hilfsbeanrtc am Physikalischen Verein, Paul Würtz^, brachte sich am Sams tag abends einen lebensgefährlichen Stich in die Lunge bei. Tie Freunde des jungen Mannes, die mit ihm im Wirts­hause gesessen hatten, gaben bei seiner Einlieferung in die Tr. Bockenheimersche Klinik an, er fei von einem unbekannten Bücher- hausierer an der Ecke der Hasen- und Töngesgasse angebettelt und, als er sich nicht willfühig zeigte, zusanrmengestochen worden. Ter Täter sei entflohen. Diese Tarstellung brachte die ganze Kriminalpolizei auf die Beine, der es gelang, festzustellen, daß sich Würtz den Stich selbst beigebracht batte, vermutlich aus Furcht vor Strafe, denn er sollte sich nächsten Mittwoch vor Gericht verantworten, weil er in Oberrad ein Kind über­fahren hat. Der 20jährige Buchhalter Karl Görtz, ge­bürtig aus Duisburg, brannte einer hiesigen Eisengießerei, bei der er angestellt war, mit Wertbriefen im Gesamtbeträge von 10000 M k. und einem Scheck auf eine Hamburger Baak durch. Mit ihm hat eine gewisse Betty Moldricks aus Rheidt das Weite gesucht, mit der er zusammenlebte.

** Kleine Mitteilungen aus Hencn und den Nachbarstaaten. Das 1. Nassauische Feldartillerie' Regiment Nr. 27 Oranien, Träger der Geschichte seiner hessi­schen und nassauischen. Stämme, feiert am 15. März d. I. seinen 75jährigen Sliitungslag. In Neu-Isenburg erhängte sich die 45jährige MetzgerSsrau Koch in ihrer Wohnung. Bor einem Jahre bat sich ihr Mann den Hals durchschnitten. In der Nähe der Bahnstrecke Worms-Bensheim bei Lorsch wurde am Samstag der 71jährige Anton Wüst aus Lorsch erfroren aut-

Märkte.

Gießen, 7. Jan. Marktbericht. Aus heutigem Wocben- niaitte tofiete: Butter pr. Pfd. 0.951.00 Mk., Hühnereier 1 St. 910 Psg., Käse pr. St. 68 Ps., Kasematte 2 St. 56 Psch., Erbsen p. Pfd. 1824 Psg., Linsen p. Pfd. 2540 Psg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. eckück 0,801,80 Mk., Gänse pr. Psd. 6070, Enten pr. Stück 1 80 bis 2,20 Mk., Ochjenfleisch pr. Psd. 8288 Pfg., Kuh- rnib Rindfleisch pr. Pfund 8082 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 7084 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 88 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7080 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 6484 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.506.00 Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,006,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per etiicf O00 Pfg., per Zentner Alk. 0.000.00. Aepiel per Ztr. 1025 Mk., Birnen per Ztr. 1025 Alk. Nüsse 100 Stück 4000 Pfg., per Ztr. 000 Alk. Marktzeit von 82 Uhr.

Kartosfelmarkt-Bericht uom 6. Januar 1908 rz-riedberg (Hessen): Rote Sorte Mk. 1.95-2.1a, Magnum bouum 2.35-2.50, weiße runde 1.952.15, Gelbfleischige, weiße, 2.25 bis 2.50. Marburg: rote Sorte Alk. 0.00, Magnum bouum Pik. 0.00, weiße runde Mk. 0.00. Frankfurt a. Al.: Role Lorte Alk. 1.802.10, Magnum. bonum 2.25 - 2.50, weiße runde 1 90 bis 2.10, Gelbfleischige, rote, 2.252.50, weiße 3.25. Wiesbaden- Magnum bonum 2.75, weiße runde 2.65. Al a n n h e i m : Magnum bouum Mk. 2.70-2.75, Gelbfleischige, blaue 3.25-3.75, rote 3.65 bis 3.7o. Hagen: Magnum bonum 2.802.80. Gelbfleischiae rote 0.00-0.00, weiße 3.25-3.4 . Köln: Rote Daber Mk. 0.000.00, andere rote Sorten 0.00, Magnum bonum 2.80 bis 2.90, weiße runde 2.25-0.00, Gelbfleischige, blaue Alk. 2.20-2 30 rote 2.750.00, weiße 3.70 dis 0.00. Frankenthal: Rote Lorten 2.10, Magnum bouum 2.20, weiße runde 2.00, Gelbfleischiae (!jue rote 2.75, weiße 3.00. Dortmund: Magnum bonum ^if. 3.00, Gelbfleischige, rote Mk. 2.80, weiße 3.40. Saarlouis-

®orte 2150' Aiagnurn bonum 0,00, weiße runde 2 40

u » st ? r: Magnum bonuni 2.60-2.75, Gelbfleischige rote 3 00 bis 3.10, weiße 3.754.00. (Alles per 50 Kilogr.).

Die V.arttpreife für Lieh und Frucht und die Gießener Fleisch, und Brvtpreife ___________am 6 Januar 19U8.

Höchste Schlachtviehpreise m Frankfurt a. Ai.

Fleischpreise in Gießen

Petersburg, 4. Jan. Das oberste Marinegertcht kassierte den verurteilenden Richterspruch gegen den Admiral Nilow und den Flügeladjutanten Tschagin, die an der Strandung der ZarenjachtStandard" die Schuld tragen sollen. Ter Prozeß wird aber nochmals durchgesührt werden. Es steht fest, daß das Riff, worauf dieStanbart" auflief, bekannt war, jedoch blieb es auf den Seekarten der Kaiserjacht unverzeichnet. Es herrscht die Tendenz, die Schuld an dem Unfall den fiimländischen Lotsenbehörden zuziischreiben.

Getreide- Wochenbericht

der Preisberichts stelle des -Leutid^n Landwirtschaftsrats vom 31. Dezember 1907 bis 6. Januar 1908.

Tie erste BerichtSwoche des neuen Jahres gestaltete sich bei zeitweise scharf anziehenden Preisen recht lebhaft. Anlaß dazu gaben vor allem die erhöhten Weizenforderungen Argentiniens, wo scheinbar eine weniger günstige Auffassung der, Erntesituation Platz gegriffen hat. Eine Besserung der Ernteaussichten Indiens kann nack) den letzten Berichten von dort kaum noch erhofft werden. Außerdem hat der in vielen europäischen Gebieten ein» getretene, meist schneelose Frost namentlich in Rußland Be­fürchtungen hinsichtlich der Saaten erweckt. Bon anregender Wir­kung auf die Unternehmungslust Carglands war das, Nachlassen der Spannung auf dem Geldmärkte. Im übrigen schienen die immer noch hohen Geldsätze in der Berichtswvche kein ernstes Hindernis für die sich allgemein bemerkbar machende Kauflust zu bilden. Aus den deutschen Märkten traten die geschilderten Verhältnisse um so schärfer in den Vordergrund, als hier bei anbauiTiiber Knappheck des inländischen Angebots allsailige Be­darfs,'rage vorlag, deren Befriedigung zu wesentlich höheren Preisen nur teiüveise erfolgte. Bemerkens^verte Ümsätze kamen in argcntiniidjem Weizen zustande; auf die dagegen vorgenommenen Lieferungsavgaben war es zurückzuführen, daß der zeitlveise 5 Ml. betragende Gewinn per Mai schließlich auf AVi Mk. herabgedrückt wurde. Außerordentlich fest war die Stimmung für Roggen, der vom Jnlande knapp, vom Ausland? sparckch und weit über hiesigen Preisen angeboten wurde. Außer der regen Nachfrage im Jn­lande, macht sich neuerdings auch das Ausland als Käufer für deutschen 3ioggen bemerkbar, während andererseits deutsche Im­porteure beim Bezüge russischen Roggens der Kaufkonkurrenz Skandinaviens begegnen. Infolgedessen griff man hier auf ame­rikanischen Western zurück, dessen Preis gegenüber russischer Ware fick) etwas günstiger stellle. Die Provinz war auf dem Lieferungs­markte mit starken Kaufaufträgen vertreten, und da sich nur wenig Abgeber zeigten, erfuhr Mai im Verlaufe eine Ausbesserung von 4y2 Mk., von der schließlich 2 Mk. verloren gingen, als gegen Ankäufe vom Auslande Lie^rungsabgaben borgenommen wurden. Tie Festigkeit erstreckte sich auch ganz besonders auf Gerste und Mais, für welche Artikel sowohl per prompt <ns auch auf Lieferung mehrseitig Kaufinteresse bestand. Im Hafergeschäft zeigt sich die Kauflust vorerst nur für die spärlich angebotenen feinen Quali­täten, während geringe Ware nach wie vor schwer verkäuslich ist.

Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage:

Weizen Roggen Hafer

Königsberg Danzig

223 (

230 (

) )

201'/,(ft- 3<,)

167

166

(+ 2) (+ 1)

202

( +

3)

Stettin

218 (+

5)

198

(+

3)

165

(+ 1)

Polen

232 (4-

3)

201

(-t-

3)

161

(-

Breslau

232 ( +

4)

212

(+

5)

162

<- )

Berlin

223 (+

3)

210

(+

4)

182

(4- 4)

Aiagdeburg

213 ( +

4)

207

(+

7)

167

(- )

Leipzig

225 (--

7)

220

(+

8)

175

(+ 2)

Hamburg

214

7)

197

( +

ö)

180

(ft- 4j

Braiinschweig

214 (--

2)

210

(--

4)

173

(+ 1)

Düsfeldori

223 (--

15)

208

(

3)

178

(- 4)

Frankiurt a.M.

230 (-1-7

7.)

210

(

2%)

182V,

(- )

Alannheim

242 (--

2)

2177.(-

17,)

187

( )

Straßburg

227/, (-

)

210

(-

)

200

(- )

Stuttgart

235 (

)

220

(

)

190

Alünchen

236 (4-

2)

210

(-

)

196

(- )

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin 9)lai 229.50 (-j- 4.25), Budapest April 219.25 ( 4,95). Parts Jan. 185.70 (+ 2.05). Liverpool März 183,05 (ft- 3.00). Chicago Mai lo7.20 (ft- 0 95). Roggen: Berlin Mai 215.50 (-{- 2.50). Hafer: Berlin 2)lai 179.00 (4- 2.25) Mk.

- ,L Zur Lage des Kohlenmarktes. In der letzten Zec^chesttzerversammlung des Rheinisch-Westfälischen LÄhlensun- dtkats wurde der Vorschlag des Vorstanoes, den Beteiligunqs- anteü für ,ur den lauefnben 9J?onat auf 90 Prozent öuletzen, obgleich die bis jetzt vorliegenden Aufträge nur eine ^Älh9U4t? Oon £5 Proz. der Beteiligungsän^ile gewäk^ genehnngt xer Vorstand wird jedoch bestrebt bleiben

^blt aly mogllch größere Acengen abzusetzen. "Nach dem vom Vorstand er|tatlelen Bericht war die Nackftage nach j>Sn im äuhft 1° daß trotz bei erK die SchnneriLÜnten imt denen bei der Befriedig^

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 8083 Alk.

ft Kg.Schlachtgew. 9295 Pi.

7, r , 62-63 ,

7, Kg. 82-88 Pfg.

V, , 7080 , 7, , 70 - 84 ,

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Wetzen 100 ttg. 23.25-23.50 Mt.

Roggen 100 Kg. 21.5000.00 Alk.

Weißbrot 2 Kg. 62 P,g.

Schwarzbrot 2 Kg. 58 PW

Kandel.

bet Anforderungen der Kundschaft schon feit mehr als Jahres- frift zu kämpfen war, 'noch nicht behoben werden konnten. Auch im> Monat Dezember hat der Kohlenversand trotz einzelner Ab­bestellungen seitens der Eisenindustrie noch keine Abschwächung erfahren und es konnte die dem Syndikat von den Zechen ge­lieferten Mengen schlank abgesetzt werden. Hierzu hat die mit Beginn des Monats eingetretene Besserung des Wasserftandes des Rheins nicht unwesentlich beigetragen, mit deren Hilfe es möglich ist, auf dem Wasserwege größere Mengen nach Süd- deutschland zu bringen.

8 Hessen am Mittwoch den

ä Xcmpevatur roie

Kleine Tagedchronik.

In Kreuztal kam es zu einem Zusammenstoß zwischen der Polizei und Kroaten. Von letzteren wurde einer der beiden Beamten, durch Messerstiche verletzt, n i ed e r g e s cho s s e m

In Züschen bet Fritzlar ist durch den Kreisarzt die Genickstarre an einer Anzahl Personen festgestellt worden. Zwei sind bereits gestorben.

In Neustadt a. d. H. brach Feuer in der Weinkellerei von Rudolf und Wilhelm Mancher aus. Mit großer Mühe gelang es, das prächtige Hauptgebäude, dessen Giebel bereits angebrannt war, zu retten. Die übrigen Gebäude sind bis auf die Umfassungsmauern vollständig ausgebrannt. Der Brand soll durch einen Koksofen verursacht worden sein.

Professor Emanuel v. Seidl, der Erbauer des Bayerischen Nationalmuseums und des Münchener Künstlerhauses, ist auf seinem Landsitz bei Murnau beim Rodeln gestürzt und hat sich einen Bruch des rechten Oberschenkels und Muskel- -erreißung zugezogen. Er wurde nach München transportiert.

In Posen stürzte beim Reiten in der Reitbahn der Ober­leutnant von Reinersdorsf-Paczenski und Tenczin, Adjutant im Königsjäger-Regiment und erlitt einen Genickbruch, an dem er verstarb.

In Tilsit gelang es, einen Schlosser und zwei Händler unter dem dringenden Verdacht des Münzverbrechens sest- zunehmen. Es wurde eine Falschmünzerstätte entdeckt, wo auch Werkzeuge vorgefunden wurden. Der Polizei ist ein größerer Posten falscher Münzen, bestehend aus Ein-, Zwei- und Zwanzig­markstücken usw. in die Hände gefallen. Auf dem letzten Vieh- und Pferdemarkt in Heydekrug hatten zwei Mitglieder dieser Falschmünzerbande bereits Pferde und Kühe gegen Barzahlung mit falschen Münzen gekauft, wurden aber ertappt und fest­genommen.

In Nancy wurde der Trödler Genguer, in dessen Laden an 300 Trümmer von Monstranzen, Kelchen, Kandelabern und fon|tigen kirchlichen Gegenständen vorgefunden wurden, mit seinen beiden Töchtern verhaftet. Es wurde festgestellt, daß Genguer Urheber zahlreicher D i e b st ä h l e ist. Zwei Helfers­helfer sind ebenfalls verhaftet worden.

Daily Expreß" berichtet von einem schweren Kampf, den eine Forschungsexpedition nahe beim Kasaö River im K 0 ng 0 ftaat mit Kanibalen zu bestehen hatte. Von der Eingeborenen wurden mehr als 100 getötet. Die Weißer erlitten keine Verluste und werden weiterhin von eingeborener Truppen begleitet und beschützt. _________________

Die deutsche Geldverfaffung.

Int Verlage von E m i l R 0 t h in G i e ß e n ist soeben das Schlußheft des ersten Bandes der Sammlung na­tionalökonomischer Aufsätze und Vorträge von P ro f. D r. Magnus B i e r m e r erschienen. Es behandelt die deutsche Geldverfassung und stellt den Ab­druck eines Vortrages dar, den Prof. Biermer am 3. Dez. vorigen Jahres im Kaufmännischen Vereine zu Worms gehalten hat. Wie eine jede Publikation des geistvollen Gießener Nationalökonomen, so wird auch die vorliegende jedenfalls allenthalben das größte Interesse erwecken, denn sie behandelt ja die gegenwärtig hochaktuelle Frage der deutschen Geldverfassung. An der Hand eines außerordent­lich reichen wissenschaftlichen Materials legt der Verfasser in diesem Vortrage die äußerst verzwickten Frnanzfragen dar. Die Darstellung selbst ist sehr klar und verständlich und vor allem lebendig geschrieben. Man wird diese Schrift von Seite zu Seite mit wahrer Spannung lesen, denn überall findet man hier eine Fülle der Belehrung und An­regung, und von der Trockenheit, die der Materie anhängt, ist in dieser glanzvollen Darlegung nichts zu merken. Der Verfasser ist schon längst als ein unerschrockener und mutiger Kämpfer für seine Ueberzeugung bekamtt und er beweist es in dieser seiner letzten Schrift aufs neue. Un­bekümmert um die Meinung anderer geht er seine eigenen Wege und verficht es mit Energie und Temperament, was er einmal als das Richtige erkannt hat. Es ist unmöglich, im Rahmen eines kurzen Zeitungsartikels auf den Inhalt dieser Schrift näher einzugehen, es sei an dieser Stelle nur hervorgehoben, daß Biexmer die Geldlage, mit der wir in das neue Jahr ein treten, als unerfreulich ansieht, aber er lobt unsere Reichsbankverfassung, die oberste und einflußreichste Instanz im deutschen volkswirtschaftlichen Leben und stellt fest, daß es das Verdienst Kochs sei, daß wir dem Konjunkturumschwunge besser gerüstet ent­gegentreten könnten als jemals zuvor. Zum Schluß warnt er davor, sich über die Größe der vorhandenen Gefahr zu täuschen. Die Kapitalversteifung höre noch lange nicht auf, denn unsere Kapitalvorräte seien gründlich erschöpft und bedürften einer langsamen und zeitraubenden Enteue- rung. Aber auch die endliche Gesundung und Konsoli­dierung des gesamten deutschen Staatsfinanz- und Steuer- wesens tue bitter not._______

Originaz-DrahtineldunAen.

Berlin, 7. Jan. Zu den Anträgen auf 'Abänderung des preußischen Wahlrechts, die voraussichtlich am nächsten Freitag das Abgeordnetenhaus beschäftigen werden, dürfte vermutlich der Ministerpräsident Fürst Bülow selbst namens der Staatsregierung Stellung nehmen.

Hannover, 7. Jan. Hiesigen Blättern zufolge er­wartet man, daß der Kommandeur der 11. Dioisiou, General der Infanterie von Goßler als Nachfolger von S t ü n z n e r s Koinmandeiir des 10. Armee-Korps werden wird.

Straßburg, 7. Jan. In dreitägiger Verhandlung wurde LeutnantFöhrenbach vom Feldartillerie-Regiment Nr. 50 zu Karlsruhe vom Kriegsgericht der 28. Division, öa§ der zahlreich zu vernehmenden Zeugen wegen in Straß­burg tagte, wegen Fahnenflucht zu 6 Wochen Gefängnis und Dienstentlassung verurteilt.

Budapest, 7. Jan. In Kisinuros kam es zwischen Bauern und der Gendarmerie zu blutigen Zusammen- "b ,e n, wobei der Gerne indcr ich ter und ein Bckuer lebensac- fahrttch verwundet ivurden.

Paris, 7. Jam Damades erste Depesche aus Easablanca wurde nicht im Wortlaut veröffentlicht, so daß man über die Art wre Trude dem neuen Chef die militärischen Angel^enhelten übergab, im Unklaren ist. Die Gesamtlaae stellt Taum.de als durchaus günstig dar. 119