:er,
und ^gegend:
i ktemstrafl.
fcftÄ3\ in: UdwB£d?y» H. Malz' °ckel U föwtich.
• Mörschel. ^-ÜSLKttmmel.
> alteitcn Margarinewkö i neuen, ctzochemachnid! n Äerttetcr für (Sieben ut
Nur solche Herren rooL- cherlge Zätiuteit Nachweise
i Referenzen snb. L L
aal-Compagnie
Berlin NW 52
Pfg.
Gutsitzend •Zeitungen zur Einsicht! r Schneiderinnen,
,v -
Paket 05 P&
rieh Teipel Harkt 16.
t=y6».S
Nr. 183 Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 6. August 1908
Anzeiger ä. vezug»pret»r
scheint täglich, außer «■ V * M monallich75Pf.,viertel-
6ie6enerSamtlitnblätter; felg
iweunalroödicntLKtels. Ej MfilÄ ■ |E V HL£ I V ä | MW B|T MW II JT MW E M E I V g9 V monallich 65 Pf.: durch
vlattsür den ttreir Dietzen WWW» MM ffl ■ W /■ BR BZ Bj M Q E die Post Mk.2.-viertel-
(DienviaguudFreuanl; ]•£’? V- krt. BS $7T Ä Q Qj Ek M E SMT E |5tjrU «Mchl. Bestell^
sssssiÄ^L/t-VIlVIl'V#' M'll ■Vl-vtV#' LSÄAL ES? _ Kf . ,.. „w, „ „skäu
“ä™ General-Anzeiger für Oberheffen e®sB lnnat)mi von Anzeigen V • I ! r u. Land^ und.Gerichts-
g« XfÄ'Ä notatlonrdruck und Verlag der vrlihl'ichen Unw.-Vuch- und Stelndruckerel. B. Lange. Nedattlon, Expedition und vruckerei! Lchulstratze 7.
Zeppelin; Lustschiff vernichtet.
Ganz Deutschland ist erfüllt von Begeisterung über den glänzenden Erfolg, den Graf Zeppelin mit seinem Luftschiff errungen hat. Durch seine nimmer müde Tatkraft vollzog "ich ein gewaltiger Fortschritt der Technik, zeigte sich das Werden, Wachsen und Vollenden eines neuen staunenswerten lkulturwerkeS.
Doch das Unglück schreitet schnell. Der Draht brachte LnS in den gestrigen ersten Nachmittagsstunden folgende ent- sttzliche Nachricht, die wir durch Anschlag sofort verbreiteten:
Echterdingen, 5. Aug. Ein Gewiltersturm hat jeutc nachmittag nach 3 Uhr den Ballon des Grafen Zeppelin aus den Ankern gerissen. Dabei geriet der Ballon in Branp ,nd explodierte, während er mit dem Sturm i n d ic Höhe ging. Ter Ballon wurde vernichtet, mehrer c Personen sind verletzt. Gras Zeppelin blieb unver letzt, ist aber trostlos.
Die weiteren heute vorliegenden Meldungen lauten:
Echterdingen, 5. Aug. Der Unfall des Zeppelinschen Dallons nnirbe dadurch vcrurmcht öaft infolge eines überaus festigen, plötzlich) einsetzenden Gewittersturmes eine Gondel des Ballons in die Höhe geloben wurde. Als sie bann wieder auf dem Boden auiprallte, explodierte der Motor und der betreffende Teil des Ballons fing <yeuer. Mehrere Soldaten, die' mit dein Latten der Gondel beschäftigt waren, wurden mit in d ie Vöde gerissen und bei der Explosion schwer verletzt. (Sraf Zeppelin stand tief erschüttert vor seinem vernichteten Le- henswerke und mürbe int Automobil nach Echterdingen verbracht. Die Zahl der Verwundeten steht noch nicht fest. Die im Augenblicke des Unfalls anwesende Menschenmenge wird äuf zirka -10 000 bis 50 000 Köpfe geschätzt. Ter Ballon wurde vom (Sturme weggerissen und in der Luft brennend völlig vernichtet.
Stuttgart, 5. Aug. Gras Zeppelin, dem heute mittag, Sinei Stunden vor dein Unglück, v o n d e r N e i ch s b a n k i in A n f- iragc der Reichsregierung eine halbe Million Mark überwiesen worden waren, zeigte sich einige Zeit mach dem Unglück sehr gefaßt und bekundete in Gesprächen gnit Bekannten seine alte gcroinncitbc Liebenswürdigkeit. Von <chtcrdin.gen hat er sich int Automobil nach Stuttgart begeben, von too er nach kurzem Aufenthalt nach Friedrichshafen weiter fuhr. Die Blätter eröffnen Sammlungen für den Grafen.
E ch t e r d i n g e n 5. Aug. Gegen 1 Uhr war Graf Zeppelin, ter über die sehr gelungene Fahrt überglücklich schien, im Gast- LauS zum „Hirsch" hier eingetroffen, wo er in einem bescheidenen Zimmer Wohnung bezog. Kurz nachher erschien er im großen, ^erfüllten Gastzimmer, mit einem Hoch und brausenden Beifall jcgrüüt. In seiner freundlichen Erwiderung wies er darauf hin, irie Recht er gehabt, als er sein Luftschiff mit zwei Motoren ans- geftattet habe. Durch die völlig glatt verlaufenen Landungen habe er den Beweis erbracht, daß er überall landen könne. Das Luftschiff werde bald ein allgemeines Verkehrsmittel bilden. In tiefer Bewegung sprach er von der herzlichen Begrüßung in Stuttgart. Patriotische Weisen durchürausten den Saal und in hoher Begeisterung stimmten die Anwesenden in das hoch auf den Grafen Zeppelin ein. Später begab sich der Graf lieber auf sein Zimmer, um seine Korrespondenzen zu erledigen, sowie um verschiedene Anordnungen zu treffen. Inzwischen war um das Luftschiff eine ungeheuere, kaum mehr zu schätzende Menge versammelt. Es war ungefähr 3 Uhr, als sich Plötzlich ein gewaltiger Sturm erhob. Das nur notbürftig ocr» enterte, in Reparatur befindliche Luftschiff mürbe von seinem Liegeplatz losgerissen. Tie Spitze ftanb auf dem Boden, Las Hinterteil ragte in die Luft und ein Wirbelwind warf den rvloß eine Streae weit gegen Obst bäume, die durch bie Gewalt Des Anpralles völlig geknickt würben. Ein lauter Saget des Entsetzens gellte durch die Luft und im nächsten Augenblick )ncg sine Riesenflamme zum Himmel empor, bie das ganze Luftschiff in furjer Zeit erfaßte und v v 111 g v e r n t ch -- tete. Wie ein einziger Wehlaut ging es durch bie ‘.Ulanen, als Sie starr vor Schrecken das soeben erst angeftaunte Wunderwerk än Trümmern vorfanden. Es herrschte eine unbeschreibliche Auflegung. Patrouillen sprengten über das Feld- Offiziere und Mannschaften eilten sofort zur .Hülfelcistung herbei. Einem M on - tcur wurde durch den sich losreißcnden Kvloß der Schenkel ousgerissen: ein anderer Monteur, sowie ein Sol- bat wurden erheblich verletzt. Sie wurden sofort im Automobil in ein Stuttgarter Krankenhaus verbrachst. Tie Menge brid? nicht vom Fleck und muß..' durch Militärposten zurückgedrängt trerben. Jnzwisa en war ein Offizier int Gasthaus zum „Hirsch" erschienen, nut dem Grafen die Hiobswst zu überbringen. Tie Hände über dem Kopf zusammenschlagend, -griff er sofort zur Mutze, »m sich hinunter zu begeben. Da bie meisten, der im Ort anwesenden Fremden noch feine Ahnung von dem furchtbaren Er- «ignis hatten, so wurden ihm auch diesmal wieder jubelnde Kundgebungen zuteil. Als er sein Automobil bestieg, um sich zur Un- VUfteilc zu begeben, wehrte er in tiefer Bewegung die ihn stürmisch Umbräiigcnben ab. Einem ihm herzlich kondolierenden freunde antwortete er resigniert: Es ist ja kapul. — Dann ging es in rasender Eile der Unsallstelle zu. Umtost von brausenden Hock)- lufen besichtigte er die Trümmer jahrelanger Mühe und Arbeit, inb umringt von schluchzenden Frauen und weinenden Kmdern konnte and) der ritterliche Graf sid) seiner tränen nicht erwehren. Uiadjbent er nod) die Verwutideven aufgcfud)t, fuhr er, tau unbeschreiblichem Jubel der sid? bis an seinen Wagen heran- Örängcnbcn Menge begleitet, 3uni Gasthaus jurüa. Er mac tict bewegt. Nach kurzer Zeit erschien er zum zweitenmal im Gast^ zimmer', wo ein Anwesender die Untersiätzung des Unternehmens des Grafen als nationale Pflicht bezeichnete und als erster eine i freimütige Spende in Aussicht stellte. Gras Zeppelin antroortete unter lautem Schluchzen und bezeichnete bie -treue Kiner Üfmäbil'dKn Landsleut: als stärksten Trost; sie gebe ihm immer Nieder neuen Mut. Freiwillige Gaben dürfe man nur m höchster Liot annehmen. Vielleicht werde ihm das Reid) die Mittel ge-
E ch t e r b i n g e n, 5. Aug. lieber die Katastrophe wird noch rtemelbet: An den beiden Gondeln befanden sid) je 30 Mann, welche, iiachdem sie 8 Meter in die Höhe gerissen worden waren, auf Kommando löslichen. Der Ballon flog etwa 800 Meter Fort. Ter vordere Teil sank infolge Gasverlustes, -ter Ballon Lccl?te sid) um und blieb in einigen Obstbäumen hängen, roeldje vollständig umgerissen wurden. Alsdann schlug der Ballon auj ten Boden auf. Ein Monteur, der sich in der hinteren Gondel pit dem defekten Motor befand, eilte durch den Gang nach der
vorderen Gondel, um den dortigen Motor in Betrieb zu setzen und so das Luftschiff in seine Gewalt zu bekommen. Durch den Ausstoß der Vorderseite wurde das Luftschiff wahrscheinlid? durch eine Explosion des Motors in Brand gelebt, und in wenigen Sekunden war die Hülle zerstört Von dem stolzen Werk ist nunmehr nur noch ein schwach rauchendes Gewirr der Rippen übrig. Als eine Tarne trm Grasen Zeppelin 'Kut zusprad', sagte er: „Da fällt einem der Mut nicht in die Hosentasche." Während des Brandes gab Grat Zeppelin gerade in seinem ei immer ein Telegramm an feine Tochter auf, in dem er ihr Mitteilung von der glücklichen Fahrt machte.
Bor dem Unglück.
Die Landung gestern früh nach 8 Uhr bei Echterdingen mußte wegen eines Motorendefektes erfolgen, da sich ein Kolbenstangenlager heiß gelaufen chatte. Zur Reparatur des Schadens erschienen alsbald Monteure der Daimler Motorengesellschaft von Stuttgart. Auch wurde Militär an die Landungsstelle beordert. Graf Zeppelin erklärte einem Vertreter des „Neuen Stuttg. Tagebl." folgendes: „Tie Weiterfahrt von Nierstein mußte ich infolge Motorendefektes mit nur einem Motor zurücklegen. Da aber die Luftströmung in den oberen Schichten ziemlich stark war, hielt ich diesen einen Motor zur Fahrt bis Friedrichshafen nicht für ausreichend und beschloß deshalb zu landen, wozu mir das Gelände bei Echterdmgen besonders geeignet erschien."
Außer dem Motorendefekt war auch ein starker Gasverlust zu verzeichnen. Tie vordere Gondel ruhte auf dem Wiesenboden, der mit Stroh bedeckt wurde, während die hintere Gondel in der Lust schwebte. Der Umkreis um den Ballon wurde durch Dragoner und Infanterie von Stuttgart ab gesperrt. Graf Zeppelin schlief bis mittag in der Mittelkabine, dem sogen. Salon. Der vordere Motor wurde vollständig auseinander genommen und mehrere Ingenieure und Monteure beschäftigten sich mit der Ausbesserung des Schadens.
Geheimrat Lewald im Neichsamt des Innern zu Berlin erhielt folgende Depesche vom Grasen Zeppelin:
Echterdingen, 3.30 Uhr. Tas gestrige Heruntergehen auf dem Rheine erfolgte, weil em gesprungenes Rädchen eines Motors um Minuten zu spät ersetzt worden war, um Wärmeeinflüsse überwinden zu helfen, denen ein Motor nid)t gewachsen war Heute auf einsamer Wiese so sanft, wie ich es immer behauptet habe, aus ähnlichen Gründen gelandet, weil des Weißmetall eines Lagers geschmolzen war. Der Motor hat zwei Dan erproben und die Schweizersahrt anstandslos be- st a n b e n. Ich bin von Mannheim dis Ecksterdingen bei Gegenwind meist nur mit einem Motor gefahren. Id? beabsichtige baldigst die Rückfahrt nad) Manzell. Dürr und ich danken Herzlid) für die Glückwünsche.
Die Auslandspreffe«
Die uns vorliegenden Blätter des Auslandes wissen noch nichts von dem fürchterlichen Unglück.
Die Pariser Zeitungen bringen ausführliche Telegramme und verzeichnen nicht ohne Genugtuung die kleine „Panne" von Echterdingen. Die Blätter bringen keinerlei Kommentare. Ter „Figaro" findet den gestrigen Enthusiasmus Deutschlands begreiflich. Die Fahrt, so sagt er, bedeute einen Triumph der deutschen schule, die für das System der starren Kolossalballons sei, während man in Frankreich das System der Halbstarren Luftschiffe mittleren Umfanges vorziehe.
Gestern noch auf stolzen Rossen, heute durch die Brust geschossen. . . Wem fielen nicht diese Worte voll herber Bitterkeit ein bei dieser Hiobspost! Eben noch war der weiße Riesenleib der Zeppelinschen Wunderschöpfung durch die sonnenzitternde Luft in stolzem, kühnem Fluge dahingeglitten, trotzend Wind und Sturm, willig folgend dem leisen Druck des Steuers des.... und nun ein Nichts! Die Tragik ist in Worten nicht auszudrücken. . .
Es ist eine Erfahrung von Alters her: Große Männer haben große Schicksale, im Glück wie im Unglück! Die Tragödie des Erfinders vollzieht sich vor der Welt. Wir erleben in tiefstem Erschauern in Wahrheit, was ähnlich uns sonst mir die Bühne zu geben sucht. Auf der Höhe des Erfolges, im größten Moment seines Lebens ereilt den Helden das Geschick, und auf die begeisterten Herzen der Zeitgenossen legt sich eiskalte Hand. Tie Katastrophe ist da.
Tränenden Auges stand der Graf an seinem Lebenswerk. So heißt ei. Wer an all die Tage, Wochen und Monate der Hoffnung und Spannung, der mehrfachen Enttäuschungen und des Triumphes zurückdenkt, der weiß, was diese Worte besagen..
Bei Oppenheim, als der Ballon wie ein Wunder aus Walhall nach schwerer getaner Arbeit am steinigen Rbein- ufer lag und einige Stunden verschnaufte, um gleichsam neue Kräfte zu sammeln, soll der Gras fort unb fort zu feiner Begleitung gesagt haben: „Obacht, feuergefährlich!" und der Vertreter der Reichsregierung soll sich in der kleinen Gondel erhoben und laut der nicht iveichen wollenden Menge zugerufen haben: „Zigarren weg, Laternen tveg! Wenn etwas passiert, dann ist nicht nur das Schiff vernichtet, sondern auch bei den Menschen kann sich eine Katastrophe ereignen."
Diese Worte sollten sich wenigstens in ihrem ersten Teil nur zu bald in unfaßliche Wahrheit verwandeln.
Warum der Graf bereits unmittelbar vor Mainz die Segel strich und landete? Zeppelin soll anfangs daran gedacht haben, bei Mainz auf dem großen Saud eine Landung auszu führ en. Dieser Plan war geheim gehalten worden, aber die Absicht hat, wie uns wenigstens einer unserer eifrigsten Korrespondenten vom Main versichert, bestanden. In letzter Stunde aber, so behauptet unser' Gewährsmann, trug Zeppelin Bedenken, weil er daran dachte, daß eine ungeheure Menschenmenge sich bald am Landungsplätze einfinden würde, die selbst bei größter Borsichtswaltung dem
Ballon bei seiner feuergefährlichen Empfindlichkeit leicht zum Verhängnis hätte werden können.
Das Furchtbare ist nun geschehen. Zeppelin, der zum Beginnen einer neuen Zeit Berufene, ist heute, nach dem Tage be-3 höchsten Glückes, der bedauernswerteste Deutsche. 32fahrige Arbeit ist durch unerforschliches Geschick in wenigen Sekunden unmittelbar vor dem Endziele und der Krönung vernichtet worden. Ta will die Feder zum Epilog den Dienst versagen, denn ein Weltenwerk ist zerstört.
Und wieder, wie gestern, ergreift ein Augenbiickspoct das Wort:
Erschüttert steht die Welt! Im höchsten Hoffen Trat dir das Schicksal jäh in deine Bahn.
Bis in die Seele hat es dich getroffen,
So nah am Ziel! Du armer, armer Mann!
Den jähen Schlag, den Schmerz, den tiefen, großen,
Mr fühlen ihn, er traf dich nicht allein,
Du stehst nicht einsam da im Leid, im grenzenlosen, Wir leiden mit, das mag ein Trost dir fein.
Nicht unsre Hoffnung ist's, die wir beklagen, Der Zukunftstraum war schön — doch hin ist hin. Hier ward ein Werk von langen, bangen Tagen Mit eins zerstört, da es vollendet schien.
Dein Lebenswerk, dein Schaffen, Sehnen, Hoffen, So jäh dahin — der Jammer faßt uns an, Der Schlag hat alle, alle schwer getroffen, Wir fühlen mit, du armer, armer Mann!
. »
Ein neues Luftschiff muß gebaut werde»!
Der Schlag, so ungeheuerlich er war, so überaus grausam ein blödes Geschick hier waltete, kann verwunden werden. Und deutsche Tatkraft wird ihn verwinden. Tie Hoffnung des Grafen auf die Hilfe von Reich unb Volk wird nicht versagen. Schon sind die ersten Niittel dazu bereit (Siehe unten.) Und so wollen wir denn nicht mehr klagen, nicht verzagen. Ter Tapfere beißt die Zähne zusammen und frißt sich durch, selbst durch ärgste Unbill. Und er schreit auf: „Nun erst recht!"
Ein neues Luftschiff wird gebaut werden, ganz gewiß, und so schnell als möglich. Tie gestrige helle Begeisterung war kein Strohfeuer, sondern echt. Sie wird auf der Stelle in neue Taten gemünzt.
An der schleunigen Beihilfe reicher Privatleute zweifeln wir keinen Augenblick, und eine allgemeine, nationale Sammlung wird das Ihre tun. Es gilt, einen Teil des Dankes Dem abzustatten, der den Ruhm des deutschen Volkes als erstes der Kulturnationen so gewaltig zu fördern berufen ist, dem großen Helden der Arbeit, dem lieber» minder der elementaren Mächte der Luft.
Sammlungen zum Bau eines neuen Zeppelinschen Luftschiffes ist die Gcschästsstklle des Gießener Anzeigers entgegenzunehmcu bereit.
♦
Ter Staatssekretär des Innern v. Bethjnann-Hollweg hat im Einvernehmen mit allen beteiligten Ressortchefs den Betrag Don 5 000 0 0 Mark, der im Reichshaushaltsetat für 1908 als Entschädigung Zeppelins für fein langjähriges, opferreiches und schöpferisches Wirken im Bau lenkbarer Luftschiffe vorgesehen ist, an Zeppelin zur Auszahlung gelangen lassen. Im Auftrage des Staatssekretärs begab sid) Geheimrat Lewald alsbald nad> Fricdridishafen.
Der Ausschuß des Deutschen Luft-Flotten- Vereins in Mannheim hat beschlossen, unverzüglid) eine Sammlung zu dem Zwecke einzuleiten,^ dem Grafen die zunr Bau eines neuen Luftschiffes erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Familie Karl Lanz in Mannheim hat sofort 50 000 Mk. gezeichnet.
Tie „Kölnische Zeitung" veröffentlicht einen Aufruf zu einer Ehrengabe für den Grasen Zeppelin und eröffnet die Reihe der Zeichner mit 2000 Mk. Aehnliche Meldungen liegen aus Hamburg, Bremen, Lübeck, Bonn und vielen anderen deutschen Städten vor.
Letzte Telegramme.
Stuttgart, 6. August. Die Ueberefte des vernichteten Zeppelin'schen Ballons werben von Dragonern bewacht. Sie sollen sobald wie möglich nach Manzell übergesi'chrt werden. Als Graf Zeppelin in Friedrichshafen ankam, wurde er am Bahnhofe von seiner Tochter und einer großen Menschenmenge erwartet, die ihm endlose Ooationon bereitete. Der Graf dankte stumm und sichtlich bewegt.
Berlin, 6. Ang. Von verschiedenen Seiten, besonders auch von führenden Persönlichkeiten der Bankwclt wird die Eröffnung einer Subskription erwogen, um Zeppelin beim Bau eines neuen lenkbaren Luftschiffes und bei der Fortführung seiner Arbeiten zu unterstützen.
Straßburg, 6. Aug. Wie tief die Begeisterung für den Grafen Zeppelin in den Herzen der Straßburger zitzt, beweist der Umstand, daß noch gestern im Laufe des späten Nachmittags von der „Stra^b. P0ft" freiwillig der Grundstock zu einer nationalen Spende für den Grafen gelegt wurde, zu der die Beitrage reichlich fließen.
Heidelberg/ 6. Aug. Bon einem Unbekannten sind Zeppelin 20000 Mark zur Verfügung gestellt worden.
Hohenschwangau, 6. Aug. Der Prinzregent von Bayern hat an den Grasen Zeppelin folgendes Telegramm gerichtet: „Tie firachricht über das unheilvolle Mißgeschick, dem Ihr Lustschiif nach so glänzender Fahrt zum Opfer gefallen ist, hat mich aufrichtig betrübt. Ter durch höhere Gewalt verursachte Unfall vermag aber der Tatsache ferne Einbuße zu tun, dag die Fernsahrt ein Markstetn in der Geschichte und ein großer Erfolg Ihrer nelbenmBten Arbeit darstellt, zu der ich Sie herzlich beglückwünsche."


