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4.12.1908 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

158, Jahrgang

h« oom.fuanT''rn Rofnflonsfn«! und Verlag der vrühNchcn Unlo.-Bud). und St-inöruucrtl R. lange.

Freitag 4, Dezember 1908 vezug-pret-r monatlirt)761<Uotertel« y^x /*\ A jährlich Mk. 2.20, Durch

AO Abhole- u. Btreiqfiellen z A . . ' Zf-, \ v i . v monatlich 65 Bl.; durch

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RcdaMon, Srpeöttion und Druckerei - rchulstratze 7. I"al"; ,e;lcü;J"V;,n

Nr. 286

Ter Siebener Anzeiger ertd)cuu täglich, auöet Eoniitag«. - Beila,len: viermal wöchentlich -lebenrrFomilienblätter; iiorunnl ivöd)cnll.Krtl$.

lollfürdenKreirSieben (Dienstag unD^reunq); zweinial moiiail Land» WtrlichajllicheLetNragea ftenilpied) - Vlnldilüflei tüi die Redaktion 113, Verlag u. Expedition 61 Vdieiie tüi Devejchenr Auzetger «lebe».

Annahme von Anzeige»

Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten, Die Cjchechenunruhen.

In Prag ist bie etijonie üßirtung von der Proklamie- rung des Standrechts nicht ausgcbliebcu; sowohl während der 9Zad)t als auch während des gestrigen Vvriuillags herrschte vollständige Ruhe. In Dux kam es gestern uor- mitlag während des Inbiläuiussesigotlesbienstes aus dem Marklplatze vor der Kirche zu Demonstrationen der tschechi­schen Schulkinder. Die Kinder zogen johlend und schreiend aus dem Platze hin und her, |o datz der Gottesdienst geston tourbe. Die Wache drängte die Kinder in die Seitengassen. In Juug-Bunzlau [am es gestern zu grvsten Ausschreitungen des tschechischen Pöbels. Die Menge zog durch die Strafen der Stadl und bemoliecte an den Häuern der jüdischen Be­völkerung sämtliche Fensterscheiben. Die Menge unternahm hieraus ein ibuinbarbemciit gegen das Militäreasino, so dast die Osiizicre durch Seitentücen in die benachbarten Re|.au- rantü stüchten musttcn. Tic Wache war gegen die T-emvir fttunten vollstätidig u-chrlos. Stürmische Ltzenen hat die Verhängung des Standrechts über Prag auch in Laibach, Pardubitz und Brünn hervorgcrusen. In Laibach kam ec- zu Zusammenstöstcu mit Soldaten des 27. Jn,anlericrcgi- mentS. Tie Tschechen Haden gestern versucht, ihre Temvu- ftrutionen auch un österreichischen Abgcoconetcnhausc svct- zusctzeu. Zu Beginn der gestrigen Sipnug des Parlaments erschien ein tschechisch-raditalcr Abgeordneter im Saal unu legte unter wüsten Ausschreitungen seiner Parteigenossen ein bluibcilcdies Tuch, das er aus Prag mitgebracht hatte, aus den Tisch des Hauses nieder. Diese Demonstration dauerte etroa eine halbe Stunde, unter wüsten Srhtntp,reden aus die Negierung. Angesichts der lebten Vorfälle in Oester­reich zeigt sech auch im Deutschen Reiche eine erhöhte Teil­nahme sur die bedrängten Stammesbrüder Oesterreichs. Zu- Mlnsten der bartbedrangtcn Deutschböhmen wird in ganz Bayern eine Beivcgung cingelciret; cs sollen durch zahlreiche össeutltche Versammlungen in allen Städ.en Proteste gegen die Vergewaltigung des Deutschtums in Böhmen cryoocn und Mahnworte an die österreichische Regierung gerichtet werden, die fast tatenlos dieser Vergewaltigung gegenüber- stehe. Die Vertreterversammlung der Bonner Studentcn- Idjaft mit Ausnahme der konsessioncllen Verbindungen hat ein Telegramm an die Prager deutschen Studenten gesandt, in dem sie ihre wärmste Anteilnahme an dem schiocreu ftanip|e_unb dem tap,ercn Eintreten für das deutsche Recht in der ältesten deutschen Universität versichert. In Frani- rcich stellt sich die akademische Jugend natürlich ganz aus die Seite der Tschechen. Französische Rechtshvrer und zahl reiche Recütsanwältc in Paris richteten an die zurzeit dort weilende Abordnung des Prager Stad, ra.es eine Zuschrift, in der es heißt: Die französische Hochschuljugend nimmt mit lebhafter Sympathie an den Begebungen des tapfren kleinen Tichechenvoll'es teil, das mit solcher (in schlo,sei.heil gegen die allbeutsdje Hydra lämpft. Die jranzösischen Herzen werden nie vergessen, daß 1870, als ganz Europa vor dem preußischen Sieger verstummte, die Tschechen al.ein gewagt baben, ihre Stimme zugunsten unseres verstümmelten Baler- landes zu erheben.

Tagesschau«

Zur Beratung der Fiaauzvoragen.

DieNordb. Allg. Zu,." schreibt in einem längeren Artikel zu den VerhanDlnngeu der Reichstagskommijslon <üt die Hieid)ssti:anz-

Gieszener StadLtheatsr.

Fn der Sommerfrisch'n.

Posse von Benno Rauchenegger uno Konrad Dreher.

D i e S ch l i e r s e e r, die gegenwärtig zu einem längeren Gastspiel in Wiesbaden verpflichtet find, gaben gestern abend hier eine ihrer belustigenden Possen, die trotz all ihrer Schwächen und Mängel und Fehler auf den unbefangenen Zusd-auer so ungemein erheiternd wirten. Die derbe Dar- stcllungsart, die so wenig nur von unserer allgemein schon» sinnigen Schauspielkunst angekränlelt ist, mag dabei am meisten mitspielen, weil sid) die groge Mehrheit aller Kultur-- mensd)en wenigstens zeitweise aus all un,erent übergeistigen, in Verbindlichleitsfloskeln und ödem Formcltram erstarrten Zeit heraussehnt. Die vermeintliche Berührung mit dem naiven Volk, das nod) ohne Fernsprecher und ohne Schreib- tisch in ungebändigtcr Natur traft dahinlcbt, verschiebt sofort das Gesichtsfeld, und der Zuschauer tritt einem Bauern­theater mit gar.z anderen Erwartungen und Ansprüchen gegenüber als einer gewöhnlichen Bühncnvorstcllung. So brachte denn auch der gestrige Abend den Schlierseern einen unbeschränkten Erfolg.

Der gemütliche yieittner Zacherl, der ein allerliebstes Töchterchen und eineveraltete und neumodische" Frau hat, sehut sich nach einer möglichst kulturreinen Sommerfrische und begibt sich samt Frau, Kind, .Hauslehrer und Mädd)en nach Latschcnlalhausen. Hier beteiligt er sid) mit wechseln­dem Erfolg an allen ländlichen Vergnügungen, seine Tod)tcr studiert mit dem Hauslehrer anstatt der al.en Sprachen die lebendige Sprache ihres jungen Herzens, die Mutter hält den Bäuerinnen eine Rede über Frauenrecht usw. usw. Schlictzlich bekommt das Töchterchen nach dem Wunsch der Mutter seinen Doktor, allerdings einen lcoenoigen und auch die übrigen Pärchen finden sid) natürlich zusammen. Von den Darstellern ist vor altem Lavcr T e r o s a l, der feit vielen Zähren bekannte Leiter und Komiker der Schlierseer zu er­wähnen, Anna seine Frau und Resl u. Fannert, seine Töchter, Marie Ehrhardt, Anna Reil, Georg Schuller u. a. Die bekannte Eigenart der Sd)lierjeer, die Gestalten zu überhohen, starke Schlaglichter aufzusetzen und das tomiscye zum drastischen zu vertiefen, erreicht die beabsichtigte Wir­kung und nimmt die Zusd)auer gefangen. Sehr hubfch waren bie. musikalischen Einlagen, die lebhaften Bcr.aU sanden.

Karl Neurath.

reform, die Vortagen hauen bei der ersten l'chuig jiiftnnincnbt Erklärungen >ür alle Einzelheiten imturflemäü iüd)t fiiiben können, doch sei b'e 9loiivtnöifl[eit einer,grüuDluäcn Reid;vfinanzieiar>n wie oic von der Regierung bejcidincicn allgemeuieu (yinnblmien lüi die Tlllibriiigung der Zednimomitiel unangetaüel geblieben. Beide Seiten des Hauses hätten ihre Beieitivütiqkcil erkennen lassen, bie 'Rassengenuüniittel Brannt iv ein, Bier, Tabak, unu r Um­ständen and) den Wein zur Betteuerung heranzuziehen, sowie an­gemessene Abgaben aus den B e j I h zu le-^eit, die» sei md)t zu nntertchätzen. Abgesehen von den Sozialdemokraten und den Polen sei von allen Parteien der icfte Entschlus; bekundet morden, etwas Brauchbares zu schajicn; flvunbiötjlidje Aleininuisverjd)iedenheuen in den buroerluhen Parteien tveroe die jlommission ai,o nicht zu überbrücken haben. Auigabe des ^leidisidiahseireiärs weide eo jein, der Ilommijsion die genauen Unterlagen Üir die auigesiellten Bcdar'sred)i>un^en zu geben und nad^uivelsen, bny eine Hebei- iponnunß der unabiveisl>d;en Bedürüiisse nicht voilicat. B.ud) die Qxoße der Sparsamkeit weide bicit erörtert werden müssen Ld)ließlid) iverde der Schagsekrelär irndnueiien müssen, dasr von den vielen erörterten Projekten nach sor>pali>ger Prüluna diejeni,iei> ausgeivählt ivordcn sind, die unter tunlid)it geringer Erschiverung des Wiilidiasislcbens den noiwendige» Ertrag anizubringeli ge­eignet sind. Verbesserungen können natürlid) gemacht iverden; nnnicxbui müsse über schön bei Beginn der Uoinunjsionvberatungen die stordeiruig geitelll werden, buy ihr Ziel eine gründliche und d a ii e r n d e S a n i e r u n q der R e i ch s > i n a n z e n j e i. Es müsse vermieden ivuöcn, dap das Ternsche Reich in wenigen fahren vor derselbei» Ualamnäi slchc. palvhen hcl'e nicht mehr, oa'ür siehe zu viel aul dem Spiel. Ter nötige Bedarl müsse voll und ganz beivilligt iverden. Wie die .Nreuz-Ztg.' ersähet, iverden die Beitrebnngen, die in Preu gen vorgeichla >ene Ein- iühriiilg der E)ejelljchastsheiier ani das Reid) zu iwee.rageii und zur Resornr der Reichsstnanzeii zt> benutjcn, voraussid)ilich von Er- rolg begleitet sein. Ta kniet der Entwurf einer ^iachlagneuer sür Niuder und Ehegatten sdron nach dem Verlaut der erfteii üesuttg als gescheitert zu bctrod)len ist, >o werden un Reichsidiahamt Er- jahvorj.iläge vorbereitet, um in anderer Weise die veianziehung des Besitzes ziir Ordiiinig der Reichsfinanzen zu ermöglidien. Tie meiste 'Aussicht uui Verivirklichimg scheint in dieser Beziehiing die von den jioniervativen voigejmlageiie und vom Zent»um uiilei- stützte Erhöhung der Mairilularbeitiäge von bu Pienutg, ivie bei Entivuri Vorsicht, aut et>va 2 Mail üu den Kop! der Bevölkerung zu haben. Eine Reld)Svennögenssle»icr findet nod) wie vor em- schledeileii Widerspruch bei den verbrmdelen Regierungen.

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Jugendliche und weibli -,e Per oncn in Fabriken.

Das IV. BierieljahrSheu zur Ltatiuik des Temia-en Reichs enthalt u. i. eine Ziiiaiumeuüelhing über die im Fahre 1907 be- jchältiglen jugendlichen Fabrilarpeiier und die ^pbritatbeUeiinnen. Zn 89-jiL Fabriken wurden 4m) 236 jitgendliche Arbeiter unter 16 Fahren bejchä'ligt, boiünter beiaiideti sid) 13 054 limder unter 14 Jahren, und zwar 7295 Nnaben und 5759 Aiadchen. Bon den jungeil Leuten zivischen 14 und 16 Jahren waren 285 385 männ­lichen und >50 847 weiblichen Eieschledits. Im Vergleiche zum ^or fahre hat sich die Zahl der ingendlichen Wibeaer um 24 735 er­höht ; voii der Zunahme enliallen 1067 am männliche und 5522 aus lucibhdie ingendliche Arbeiter zwischen 14 und 16 Jahren And) die Zahl der Fabriken, in iueld)en diese Arbeiter beichä'Ngt ivitrde:,, zeigt eine Zunahme von 5250. Die Besd)äit>gung von über 16 Jahre alten Fabilkarbeiteriniien hat ebenfalls eine Z»i nähme enahren. In 85 143 Aabrifen wurden 1 145 535 Arbeite­rinnen gezählt, von iveNchen 4494^6 16 bis 21 Jahre und 696 099 mehr ais 21 Jahre all waren. Gegen das Voriahr hat die Zahl der Fabriken, die crivadijcne Arbeiterinnen beschönigen, um 4623, die Zahl der beschättigteii Arbeiter innen um 49 uoti zugenommeii.

Zur Lage auf dem Balkan.

In her &crs<.juiui:ui >n |ta) em nai( ereignet, der aus rocitcic Enlwickcluug dcr Di.rge auf dem Balkan niau chtre Ein- stütz bleiucit wird. DerKöln. Zlg." wird tiumiid) aus B u da-

Scheffel alsfahrender Schute c". Wie Zung- Derner, der Twrnpeler von Säkkingen, ist auch dcr junge Joseph Viktor SctMffel, mit dem Üianjcn aus dem Rüden, durch die schöne Gotlesnatur gezogen. Das geht aus einem inleresfanlen Reise- brief an seinen innigen Jugeirdfreund und Studiengcnofscn Fried­rich Eggers b-'rvor, mit dessen Vervffcnllichung Johannes Proelsz die Publikationen des ganoen Briciivectstets -wisct)eii Schcfsel und Eggers in dcr Deutschen Rundscl-au eröffnet. In i>:rt Dorfe Atteustaht bei Scliongau, er vier Tage verioeilt, um die uralte,im reinsten Rundoogcnstil erbaute Kirä)c zu studieren", macht er dem Pfarrer seine Aufwartung.Am Ende meines Aufenthalts tarn nod) eine fatiriju-: Stiiinmmg über mich: um mich recht wichtig zu mad)cn, stieg ich mit einer Art Amtsmiene dem Pfarrer des Orts, einem alten gemütlichen Kauz, aufs Zimmer, fagte ihm, iu) fei auf einer wisiVu,d)afllichcn Reife durch Teutfästand begriffen und habe von einem Gelehrten, der sich feit Jahren mit der Eeschirche dcr Templer in Leulschsaud Li> fchäftige, den Auftrag, überall, mo Spu.en ihres Tafeuis ,'tch zeigten, genau nachzuforfchen, die Deuktnaie zu zeichnen, drtaitocn utid Quellenschriften zu kopieren und ich wende miu) a.fo mit dem Vertrauen an ihn, dasz er mir alle nWglichen Mittel zu meinem Zweck an die Hand guoe. Der Zfarrer freute sich ungeheuer, datz seine Kirche in der Ferne so berühmt fei: wusste aber von dcr Eefchichte der Kircl-c und ihrem kuiistgci'chichaic.)en Wcr:e blut­wenig; indessen, das Beste an der Sache, er lud inid- uen Abend zu sich ein und stellte mich zugleich einemKvltegeu vou mir" vor, nämlich dem Tischlermeister des Orts, der sich auch nut Zen,Freu und 'Kalen, refp. Anstreichcn befchästigle. . ." Ecgcu (pnoe der Reise wird oas Geld immer knapper.Der Aufenthalt in Konstanz halte meine Kaffe ziemlich fristen; es bracl) eine Katastrophe herein, wie damals, a.s wir im Stern zu Jnnsoructan dem Eraöe unserer .Zaae fuh.no" Zählung unserer Finanzen hielten." ImTaiirpfscr/iss leg.e Klasse" gchis den Rl>in herab.Daun marschierte ich als Halbkuote in Ee- fellschaf: einesganzen Knotens ' aus Bres.au, feine zweitägige Unterhaltung g.niiestcnd, nach tyrewurg. Das Geld war unterer bcüxr fupvtidie Seite; l-ic und da brachten w-.rs zu einem Schapp- ieui; daKu rauften imr unlcrtvegs ein paar ivcige 3irn.cn aus oder schofsen ein biar Trauoen heraus cs lag viel Naivität in diesem Mansche. Am Rrorgen, ehe ich meaicn Einzug in Freiourg ha.t-eu irollte, fuhr irp auch noch aus Sd)tckfatstuae nut 5cm rca/Ln Fuste und Stiefel beim Auziehen d-rr Hofen am Knie I/eranö, statt unten, fodag ich mu einem greulichenSchmch" in denJnerpresftvles" an uvti Sa/ivarKU>.io-m- Laudlenwu vorüber musste uno die spate Mast erwartete, um in meinem konfiszierten Auszug in Frewucg nicht mehr gefefje:; zu tuecocn.

pest uum 3. Dez. telegraphiert: Einer nflu) h>er gc,äugten Mel­dung gufolgc, l-al an der :n o u t e n e g r i n i f ch e n E r e n z c e i n Z u f a ui m e u ft o st zwischen einer m v n t c n c g r i n i sch- serbischen Baude und einer ö ft e r r e i d) i f d) - u n g q * rischen Grenzpatrouille ftattgesuuden. Letzti-re be* fbinö aus dem Oberleutnant Breitner vorn 31. Jufanierie-Regi- meut und acht Sliütui, dic angeblich ailc nicdergcrnevclt wurden, ö-erner wird dem Blatt aus Budapest gemeldet: Aus zahlreichen PiovinzpUlgeu liegen hier bcglaabigl. Racheichrcn vor üoer Trup- peHvenu)icüunaeu, die den Zweck haben, die in Bosnien bi-finö- lidje >.neresmuchl und üueu^iuot das 15. Agramer Armeetvrps zu verstärken. Jnsgesaml durs,en in den ersten Tagen des Dc- zember gegen 2u UuU Alaun aus üugarn nau) Bosnien aogel)en. Rach einer Privalnielüung decZraukf. Zlg." Hai >ich der von derKöln. Zig." gemeldete Zujauinieiisdoft bei Buck in der Herze­gowina ereignet. Reuu Sowatin uni) ihr Komuiandam wurden NiCde'i gernepeit, die übrigen Soldaren gelängen geiwmmen und erhängt. Jnzwifüstn süio 6U uuu Ersaoreseroisten des 1. Jahr­ganges not,) Wien ein re rufen worden. Das 13. Armeekorps in .igiam luuü aus erh. hten Friedenslaud geurod)L In der Türkei ixiueit die Boychltbewegung eutgcgeu den letzten Meldungen twch immer fort. Turlifü^ Kaufleute griffen vorgestern eme Anzahl Gcieeljcn un, die österreichische Pustag.cre um> Waren gelandet hiitten, mchhaudeltru sie^ver und schleppten sie fchlietzt.ch vvr oaS Bvbke.ii-zi0iu.tee, n» die Leute jujuuvtcn mutzten, sich der octvcguiuj auKusäZtiefteu. Aocuds fand eine große Veriauiuilutig läut, ui per eine eurrg.fche Foitietzuftü öcö Bo.,kolls gegen Oefter- iridj bejr.)iojseu wurde. Toüi) Telegrap- meldet aus Kou|tun- tinopel: Der österreichisch^ Boifa-astir erl-oo wiederum beim E>rvtz- iuciu Vorslielluugett wegen der Bo,-coei<.e.ocgung uno erklärte, er toarle liniiere Juftciikliouen aus Wien ab. Sumtlichc Gc-|ä)äsis- hauser baven uch nunmehr der Bol)kVttbcwegung angeschio|,en. TaS Konurce Ipt die Erucueruug vop Aosu-lufscu mit östeerelchiia-en üum-'H ftumg unterlagt Bezeichnend für ine augeiioliüiichen! Zusäiuüc in der Türkei ift die Ermordung einer der ^raupr- ipitzel der 'Jieatlioii, des General Ismail Maht)r Pafa/a. Kan meidet uns hierüber aus Konstauliiuipel unter Dein 3. Dezemoer na<u>stehenves: Heute nacht erschien bei General Jsurail Mahgr Pascha, ein Albanier, der frühere Käminandaiit des Ezpcdilwus- Korps auf Samos mit einigen Militär-Personen und üoerreichie dein General oen Befehl d.s Kriegs Ul iiiifterS, sofort za ihm zu kommen. Ismail Paja-a verlies; darauihin mit einem Diener ieui Haus in Stanwiu und wurde, a.s er wenige «chrilte iveit gcfcnniiieii war, beim Mausoleum Mah.uuds dura) 8 Sd-üjfe ge­tötet. Einer der Schilf|e hatte das Herz durchschlagen. Der Diener ist ichwer oerwundet. Der Befehl des Kriegsmiilisiers war fingiert, ieui Siegel-Abdruck gcjülidjt Es haudclt sich olstie Zwcijel um euren puiiiiidjicn Dlord.

Der Schah von Persien über die Verfasiung,

Von seiner Gegnerjchaft gegen das Parlament scheint dcr Schah inzwiicheil aogclvmmen zu jein; er hat sich gegen cüien Ver­treter des Reuterjchen Bureaus sogar als ein warmer Freund der Lcrsajfunb gezeigt. Der Schah sagte, daß die Verfasiung zur Hebung lpersteus und zum Wohle und Gedeihen seiner Be- völlcrung durchgcjührt werden müsse. Die Verfassung fei die Quelle oc5 Fortichriltes anderer Voller gewesen, aber dank den beklagenswerten Ergebnissen des letzten Medjchiis, der tatsäch­lich reaktionär statt fortjchritilid) gewesen sei, habe das Volk in seiner Unwissenheit vorn Wied^ausleben der Verfasiung eine Erneuerung der früheren Uebclftänoe befürchtet. Allmählich niülfe das Volk dahin gebracht werden, die Verfaisung richtig zu-utzcn und das sei sein, des Schahs, Ziel. Im Lanoe gäbe es zwei Parteien, von denen eine für, die andere gegen die Verfassung fei, und gerade deswegen furchte er, da ft ein übereilter Entschlus Unruhen Hervorrufen könnte, denen man vorbeugen mützte. Der letzte Mcdichlis habe genug Unruhe und Blutvergietzen verursacht Er habe den Staatsrat znjammenberufen, dcr alle diese Fragen behandcln würde; seine Mitglieder würden nicht Deputierte sein, aber er hoffe, datz sich schlieglich die Bedeutung dieser Versamm­lung entwickeln werde. Mit kleinen Änjäugen beginnend, hoffe er das Volk zu dem Gedanteu einer weitgehenoen Verfassung zu erziel-en. Bezüglich Tacbris erklärte der Schah, es sei ein Irrtum, anzunehmen, datz die Bevölkerung die Versasfung wünsche, oder zum Frieden zucüalel)rcn würde, wenn er sie gewähre. Die Unruijcn butten im vorigen Jahre begonnen, als das Parlament noch tagte. Tic Bevölkerung in Tacbris fei revolutionär. Man ersteht aus dieser Untevrcbung, datz die Ginioirlangen von Petersburg und London nicht ohne Einflutz auf die Eimicht des Schahs geblieben sind.

Moskauer Polizeiznsiande.

Senator Garin Hal Die Unicr uchiing der Moskauer Volizeiziisiäude beendet. Tas Ergebnis ifi ftir Die Geheimpolizei ichwer belauenb. Es ist ieslgesielu, datz bis Geheimpolizei ieit Jahren i n V e r b i n d u n g mit oeni Aloskaiier V e r b v e dj e r t u m arbeitete und gemeinsam nut den '3er- brechern 'Korde, ülaubübevälle imb Erpressungen ms Werk setzte. L ie Stadt ivur hierzn in besondeie Bezirke eiiigeteilt, in Denen ciuzelue VerörecherbanDen gegen Abgabe eines besummten Peozent- jatzes ihrer Beute volle Freiheit gesichert war. Ter eheinaiige SiaDthaiiptmann, Gencraiinajor Rcniboldt, wirD wegen Fäljchimg, Bestechtidfteit, Wucr-er unD Erpiesiung vor Gericht gestellt roeiöeiu Aui Befehl Des Kaisers ist GeueralaDjutam Po itelegow zur Iluiiiiiidniiig Der PolizciziiftänDe in 'Moskau eingetrossen.

DcuttzcL-es Neicy,

Der ©efainto orilQiib der deutschen Koloniol- qesellfchast tritt beute in Berlin zu einer Beratung zu- sammen. Dcr Präsident der Gesellschaft, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, hatte gestern mittag eine längere Besprechnng mit dem Staatssekretär Seenburg, die sich auf die heuligen Berhanblungcn bezog.

Der LieichstagS- und LanbtagSabgerbnete Wiemer wurde zum unbesoldeten Stadlcat von Berlin gewählt.

Blindesrat. In der gestrigen Sitzung des Bundes­rates wurde die Vorlage betreffer.b den HaubelSvcrlrag »wischen dein Deutschen Reiche und bei» Freistaat El Sal­vador Zustimmung erteilt.

Gegen die In se raten steuer. Gestern nachmittag bildete sich in Stuttgart ein Kreisverein Würltemberg des Vereins deutscher ZeitungZoerleger. Die Verfamuilung nahm Stellung gegen Die Jnseratensteuec. Auch bie beiden dresdener Journaltslenvereintgungen haben eine Protest­resolution an den Reichstag gegen die Juseratensteuer de- schlossen.