Ausgabe 
4.6.1908 Erstes Blatt
 
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verlautet bei ihr nichts. Die Episode von dem tapferen hessischen Wachtmeister, der als treuer Soldat fiel, ein Opfer schwedischer Untreue, ist jedoch nicht unwichtig und die Bestrebungen Zinzendorss galten friedlichen Bekehrungs- Versuchen und blieben ohne nachhaltige Wirkung. Trotzdem kommt auch ein anspruchsvollerer Geschichts- und Buraen- freund auf der Ronneburg wohl auf seine Rechnung. Zum Studium dec Wehranlagen, der Steigerung der Befestigung in der Burg, interessanter baulicher Einzelheiten ist auch dort Material genug. Hoffentlich wird nichts versäumt, dem weit vorgeschrittenen Verfall der Burg nach Straften zu wehren. Sie verdient es von allen romantischen und landschaftlichen Reizen abgesehen in hohem Maße.

" Stadttheater. Operetten - Gastspiele. Da bereits zahlreiche Anfragen bei Direktor Steingoetter in Bad Nauheim einliefen wegen Operettcn-Aufführungen im Sommer, so sei vorläufig mitgeteilt, daß allerdings eine Serie solcher Gastspiele geplant ist. Die erste Aufführung wird am 15. oder 16. Juni stattfinden (Näheres wird noch bekannt ge­geben) und wird LehärSLustige Witwe" bringen. Für die ersten Parthien find engagiert: Frl. Franziska Großkopf von Frankfurt a. M. (die letztes Jahr die Titelrolle in der Lustigen Witwe" hier so erfotgreich sang), Frl. Gabriele Klerwin vom Stadttheater in Halle, der Königs. Kammer­sänger Bruno Hildebrandt vom Stadttheater in Dortmund, Herr Georg Bauer vom Stadttheater ui Erfurt u. a. m.

+ Grüningen, 1. Juni. Der Landbriefträger Mart. Euler hier feierte gestern fein 25jähriges Dienst- jubiläum. Der M ä n n e r g e f a n g ö c r c i n nahm An­teil an dem frohen Feste seines Mitgliedes und brachte ihm ein Ständchen. Rach dieser Ovation versammelte sich der Verein mit dem Jubilar im Lokal des Gastwirts Bender, woselbst die Nachfeier in angeregter Weise verlief.

,W. Bad-Nauheim, 3. Juni. Der hier zur Kur weilende Kommandant der Truppen von Seeland, Gene­ralleutnant Kühnel-Kopenhagen, welcher einen Schlaganfall erlitten hatte, ist heute nachmittag gestorben.

-m Friedberg, 4. Juni. (Tel.) Gestern fand eine Stadtverordnetensitzung statt, der auch Regie- rungs- und Baurat Dreschet von der Frankfurter Eisenbahn­direktion beiwohnte und die sich mit der B a h n Hofsange­legenheit beschäftigte. Das vorgelegte Projekt ist auf 6 800 000 Mark veranschlagt, wovon die Stadt 40 000 Mk. tragen soll. Außerdem soll sie die unentgeltliche Beleuchtung sämtlicher Zufuhrstraßen zum Bahnhos übernehmen. Auf Anregung des Bürgermeisters Baurat Stahl wurde dem Projekt zugestimmt und die aitgeforberlcn Mittel bewilligt. Ein interessanter Altert u m sfuud wurde hier ge­macht. Gastwirt Adam Leister fand auf seinem Grund­stück einige römische Figuren, Ampheren und Singeln.

h. Schlitz, 3. Juni. Ter Graf von Schlitz hat sich bereit erklärt, die Jagd wieder zu pachten und zwar für die jährliche Summe von 800 Mk. auf die Tauer von 12 Jahren. Die Regelung der Grenze gedenke er in dieser Zeit vorzunehmen. Dieses Anerbieten ist, iuic man erfährt, vom Gemeinderat einstimmig abgelehnt worden. Der Ge­meinderat soll sich darüber schlüssig gemacht haben, die Jagd am l.Juli öffentlich zu verpachten und zwar auf sechs Jahre, wie überall üblich, einerlei, ob die Grenzregulierung erfolgt ist ober nicht.

n. Marburg, 4. Juni. (Tel.) Ein wollenbruch- artiger Regen, der mit heftigem Hagelschlag ver­bunden war, richtete gestern abend in den Gemarkungen Eölbe, Bracht, Willersdorf, Bürgeln und Rosenthal erheb­lichen Schaden an.

W. Wiesbaden, 3. Juni. Heute mittag tötete s i ch int Wartesaale des hiesigen Haupibahnhoses der Arzt D r. Baas aus Bechtheim durch einen Schuß in die Schläfe. Tas Motiv der Tat ist unbekannt.

h. Frankfurt a. M., 3. Juni. Die Frau des Werkmeisters Jänke, die vor Kurzem hier ihre drei Kinder mit Gas vergiftet hat, wurde aus dem Hcilig- geisthospital ins Untersuch ungSgcfängnis gebracht. Die Frau weiß vorläufig noch nicht, daß ihre Kinder tot sind.

Vermischtes.

* Furchtbare Unwetter entluden sich vorgestern nach­mittag und abends in der Nicdcr-Lößnitz bei Dresden und noch weiter hinunter bis Meißen und Riesa. Bereits nachmittags in der fünften Stunde ging bei EoSivig ein Wolkenbruch nieder, in der neunten Stunde wiederholte sich daS Unwetter in noch stärkerem Maße. Ganze Ortschaften >o u r d e n übcr- schwemmt. In Storbib bei Meißen steht das GrundstückPa radiesgarten" vollständig unter Wasser. Eine Fran Hümer wird vermißt; sie soll von einer einstürzenden Mauer erschlagen worden sein. Am Eingänge des Eisenbahntunnels hinter Priestewitz stürz­ten derartige Wassermengen von den Bcrgabhängcn herab, daß der Bahnbetrieb von abends 9 Uhr bis gestern früh eingestellt werden mußte, da das W affe r z n d e n St u p c c f c n st c r n hineinlics. Bon den Lößnitzer Weinbergen, wo soeben die Erdbeercrnte begonnen hat, ist fast alles Erdreich lveggeschwcmmt worden. Der Schaden ist sehr bedeutend. Durch die starken Gewitter, die in der Provinz Hannover niedergegangen sind, wurden vier Menschen erschlagen und 16 Gehöfte und Gebäude cingeaschcrt. Auch aus allen Teilen Thüringens lausen Meldungen über schwere, durch Gewitter verursachte Schäden ein. In Teutleben bei Gotha wurden drei Scheunen und mehrere Stallungen, in Sonneborn ein Bauerngchoft durch Blitzschlag eingeäschert. In Eckardtsleben rissen die Fluten der Weißbach mehrere Scheunen und das Spritzenhaus ein und schwemmten den größten Teil mit der Spritze fort. Biel Vieh ist hier umgckommen; eine Frau ist ertrunken. Der Blitz traf die elektrische Anlage des Herzoglich-Melningenschen Schieserbruchcs auf dem Feldbcrg, so daß der elektrische Betrieb voläufig ein­gestellt werden muß. In Lichstedt wurden die sämtlichen Wirt­

schaftsgebäude eines Gutsbesitzers eingeäschert. Ein schweres Gewitter richtete in den Weinbergen der Obermosel großen Schaden an. Der Weinbauer Ebnen berechnet seinen Schaden auf 150000 Mk. In der Neumark wurden in der vergangenen Nacht sechs Personen durch Blitzschlag getötet.

* Bund es kegeln. Für das am 20.25. Juni unter dem Protektorat des Königs von Sachsen auf dem Festplatz der Dresdener Bogenschützengilde stattfindende 13. Deutsche Bundeskegeln haben dec Rat und die Stadtverordneten der Stadt Dresden 1000 Mark zum Ankauf eines Ehren­preises bewilligt. Infolge dieser hohen Zuweisung hat der Verband Dresdener Kegelklubs seinen Ehrenpreis auch erhöht und iit der Hofpianofortefabrik E. Kaps iit Dresden ein Piano angekauft. Die ca. 12001300 kostbaren Preise werden in dem mit zur Aufstellung kommenden Carola- Tanzsalon der Vogelwiese ausgestellt. Das Fest wird er­öffnet mit einem Empfangskommers am 20. Juni. Am folgenden Sonntag vormittag findet eine Bannerauffahrt statt, bei welcher die ca. 40 Banner des Bundes und der Lokalverbände in ca. 60 reichgeschmückten Vier- und Zwei­spännern nach dem Festplatz gebracht werden. Nach Ankunft wird das Bundeskegeln durch den Bundesvorsitzenden er­öffnet. Alltäglich finden auf dem Festplatz mehrere große Konzerte, darunter am Dienstag abend ein großes Monstre- konzert, statt. Für Mittwoch ist eine Illumination des Festplatzes vorgesehen und am Donnerstag abend wird der Schlußkommers mit Verkündung der ersten Sieger in der Festhalle abgehalten; außerdem findet täglich Tanz statt. Außer am Sonntag wird täglich von früh 8 Uhr bis abends 12 Uhr gekegelt.

* Eis enbahntheater. In Paris hat sich eine Theatcrgesellschaft zu dem Zwecke gebildet, dem Reise­publikum ans längeren Eisenbaynfahrten Unterhaltung durch theatralische Vorstellungen zu bieten, so daß z. B. Reisende, die den Nachtzug von Paris nach der Riviera benutzen, einen Platz im Theaterwagen erstehen und einer Vor­stellung beiwohnen können. An dem einen Ende dieser etwa 60 Zuschauer fassenden Wagen befindet sich eine kleine Bühne. Tas Orchester soll sich auf ein Pianino, ein Piston und eine Flöte beschränken. Man gedenkt vornehmlich kleine Lustspiele und dergleichen zur Ausführung zu bringen, um es auch unterwegs einsteigcnden Passagieren zu ermöglichen, etwas Ganzes und nicht nur Fragmente zu genießen. In Spanien hat man übrigens schon vor längerer Zeit sogen. M u s i f lu a g c n" eingeführt, woselbst den Reisenden Unter­haltung durch Geigenkünstler oder Sänger geboten wird. Die Idee wird sich vielleicht für Kabarettkünstler, deren Dar­bietungen keinen szenischen Aufwand erfordern, ersprießlich erweisen.

Kleine Tagcschronik.

Die ll n t e v j d) l c H e auf der kaiserlichen Werst in Kiel. Ter Untersuchungsrichter besehlagnahiute einen erheb­lichen Teil des Vermögens des wegen der Unlerschleife auf der kaiserlichen Werft vcrhauelcii MagazrndircklorS Heinrich. Heinrich wird vor das Zivilgericht gestellt, iucd er nicht, wie der Anfseber FarSbuUer Muilärbeamter, sondern Zivilbeamter im Militär- dicnst ist.

Uebersall im Eisenbahnwagen. Zwischen Paris und Straßburg wurde gestern nacht ein Herr Atterbach von zwei Männern in einem "Abteil zweiter Klasse mit Tolck)en bedroht. Emer der Attentäter entkam, als Atlerbach die "Alarmglocke zog. Ter anbcic, der Zöjahrige Paul Banzenhoser au-3 Pont St. Vincent fonnte verpaßet werden.

Rauferei. In R o ß b r u n u bei Würzburg kam es bei einem R a d s a h r e r s e st zu einer- Rauferei, an der sich die ganze, 438 Einwohner zählende Gemeinde aufs eifrigste beteiligte, sodaß schließlich Feueralarm gcblafcn werden mußte, um Ordnung 511 schaffen. ES gab eine Menge Verwundeter.. Ter ganze Vorgang hat den Charakter des Landsriedensbruches angenommen und wird schlimme Folgen für die beteiligten haben.

Feue r in der St i r ch c. In der Kirche von San Travaso, Provinz Venedig brack) während der Messe Feuer auf dem Haupt- allar aus und verbreitete sich rasck). Tas Feuer zerstörte ein wert­volles Gemälde von Lazzarini, darstellend das "Martyrium zweier Heiligen.

Ter D i a m a u t s a b r i k a n t L e m 0 i n hat durch Vermitt­lung seines Anwaltes beim Generalprokurator eine neue Frist zur Herstellung der künstlichen Diamanten beantragt. Ter Prokurator hat jedoch jede Verlängerung abgeschlagen und erklärt, wenn bis zum 9. d. MlS. Lemom nicht den Beweis für die künstliche Tia- mantcnfabrifalion erbracht habe, sein Prozeß fortgesetzt werden würde.

B e u I c n p c st. Wie den Blättern auS Havana gemeldet wird, verfügte der Gouverneur Mageou die Schließung aller kubanischen Häfen mit "Ausnahme von Lazeret und Atariei, für die Warenein­uhr aus Venezuela wegen der dort herrschenden Beulenpest.

NrnverMäts-Nnehrichteu.

Die Zweite sächsische Kammer bewilligte als Beitrag für denFonds zum 5 0 0; ä h r i g e n I u b i I ä u m d e r 11 n i v e r s i t ä t Leipzig IcO 000 Mark.

Eine Universität ohne Studenten. Dem Be- richt über die Warschauer Universität im Jahre 1907 sind folgende interessante Zahlen zu entnehmen. Ordentliche Professoren gab es an der Universität im Berichtsjahre 36, außerordentliche und Privatdozenten 23. Außerdem gab es noch an allen Fakultäten 20 unbesetzte Lehrstühle. Tem gegenüber zählte die Universität am 1. Januar 1907 14 Studierende und einen Zuhörer. Ta die Uni­versität im Lause des ganzen Berichtsjahres geschlossen war und eine Neuaufnahme von Studenten nicht ftattgefunbeu hat, anderer­seits aber auch die früheren 14 Studierenden aus ihr ausgetreten sind, so zählte sie zum 1. Januar 1908 keinen einzigen Studenten. Trotzdem waren zur Unterhaltung dieser ehrivürdigen Alma mater im Berichtsjahre 388 816 Rubel (gegen 800 000 Mark) nötig.

Sport.

23. Mainzer Regatta. Die Melduiigen zu der Samstag, 13., und Sonntag, 14. Juni slattsindenden Regatta de§ Mainzer Ruder-Vereins sind geradezu glänzend ausgefallen. Don 32 Vereinen ivuröeü zu 20 Nennen 114 Boote mit 450 Ruderern gemeldet. Es ist dies ein bedeutendes Mehr gegen das Vorjahr, ivo nur 26 Vereine mit 82 Booten vertreten waren. Turch diese zahlreichen ötclbungcn sind in sämtlichen Rennen sehr große Felder,

die auck) nicht durch da? Ausbleiben von Mannschaften verringert werden dürften, weil die Mainzer Regatta das erste diesjährige Wassersportfest ist und daher alle Mannschaften die Gelegenheit sich nicht entgehen lassen werden, ihre Kräfte mit denen der Gegner zu messen. Die Gießener N u d e r - G e s e l l s ch a s t hat zu vier Nennen gemeldet, zum Rhein-Vierer, zweiten Einer, Junior-Einer und Kaiser-Vierer.

Sandel.

* Der Neichsbankdiskont wurde auf 4% Prozent herabgesetzt.

Märkte^

le. Frankfurt a. M., 4.Juni. (Telegr. Orig.-Bericht desGieß Anz."). "Amtl. Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 18 Ochsen, 4 aus Oesterreich, 1 Bullen, 0 aus Oesterreich, 0 aus Tänemark, 79 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Tänemark, 1412 Kälber, 10 Schafe und Hammel, 00 Schafe aus Oesterreich, 00 Ziegen, 1264 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochseii 1. Qualität 8083 Mk. 2. Qual 7377 Alk., 3. Qual. 5865Alk.; Bullen 1.Qual. 68 bi« 66 Alk., 2. Qual. 58-60 Alk.; Kühe 1. Qual. 7476 Mk., 2.Qual. 6466 "Ulf., 3. Qual. 44-46 Mk, 4. Qual. 0000 Mk., 5. Qual. 0000Alk. Kälber: 1. Qual.98100 Psg., Lebendgewicht5860 Pf 2. Qual. 8490 Pia., Lebendgewicht 4853 'Psg., Schlacht- gewicht 7075 Psg. Schafe: 1. Qual. 8200, 2. Qual. 7476 Psg., 3. Qual. 0000 Psg.; Schweine 1. Qual. 6364 Psg., Lebdgeiv. 49,550,0 Pfg., 2. Qu. 6200,0 Psg., Lebeudgew. 4909,0 Psg 3. Qual. 5256 Pfg. Lebeudgew. 00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, kein Ueberstand. Geschäft in Kleinvieh gut, fein Ueberstcmd.

8 Kirchhain, 3. Juni. Auf dem heutigen Vi eh markt standen 450 Kühe und Rinder zum Verkauf. Der Handel ging bei hohen Preisen flott. Der "Austrieb auf dem S ch w e i n e m a r k t belief sich auf rund 400 Ferkel und Läufer. Erstere kosteten per Paar je nach Größe 4060 Alk., während für Läufer 80100 Mk. bezahlt wurden. Die Nachfrage blieb schwach.

Limb u r g a. d. Lahn, 3. Juni. Fruch tmarft. Durch­schnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauifcher) 18,00 Mk. weißer Weizen 00,00 Mk., Korn 15,00 Alk., Gerste 11,40 Mk., Hafer 7.500.00 Alk. nach Qual., Erbsen 0,00 Alk., Kartoffeln 5,50 Mk. 1

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag, den 5. Juni: Fortdauer der heiteren warmen Witterung. Vereinzelt Gewitter. Südliche Winde.

Miitter'sche Badeanstalt.

W a f s e r w ä r m e 17 °R

GrLgZnal-Drahtmeldrrngen.

R. B. Darmstadt, 4. Juni. In der heutigen Sitzung der 2. Kammer wurde der Initiativantrag des Abg. Reh wegen der Abänderung der Landgcmeindeor.dnung angenommen. Sodann wurden 17 000 Mk. für den Umbau der Räume der 1. Kammer bewilligt. Eine längere Debatte entstand hierauf über die Regierungsvorlage, betr. Ab­änderung des W 0 h n u n g s f ü r f 0 r g e g e f e tz e s für Min­derbemittelte, die dahin geht, daß den gemeinnützigen Bau- vcreinen Darlehen aus der Landeshypothekenbank ohne Ver­mittelung der Gemeinden gegeben werden können.

Sodann beantwortete Minister Braun die Anfrage des Abg. Bähr wegen der Versetzung des Oberlehrers Dr. Werner von Gießen nach Worms. Die Antwort, die sehr kurz- gehalten, deckt sich in ihrem ersten Teil inhaltlich mit der vor einiger Zeit in derDarmst. Ztg." erschienenen Regierungserklärung und besagt weiter, daß die Regierung es ab lehn en müsse, über die dienstlichen Gründe, die zur Versetzung Dr. Werners führten, in der Kammer Auskunft zu geben.

Abg. Bähr oeantragte Verschiebung der Besprechung bis morgen, das Haus oeschloß aber, insbesondere auch auf den Wunsch von Abg. Dr. Guts leis ch die sofortige Besprechung. Zuuäch stbegründete Abg. Dr. Bähr in länge­ren, einen sehr unsicheren Eindruck machenden Ausführungen die in der Anfrage aufgestellten Behauptungen.

Berlin, 4. Juni. Bis 8 Uhr waren bekannt folgende W a hlresnltate: 111 Konservative, 52 Frcikonservative, 90 Zentrum, 52 Nationalliberale, 7 freisinnige Vereinigung, 20 freisinnige Volkspartei, 5 Polen, 2 Dänen, 6 Sozial­demokraten.

Paris, 4. Juni. Die französische Regierung wird eine außerordentliche Mission anläßlich der 300 Jahr- feier nach Quedeck entsenden. Auch wird ein französisches Geschwader bei dieser Gelegenheit Canada anlaiifen.

Paris, 4. Juni. DerEclair" meldet ans Rio de Janeiro: Der brasilianische DampferConstant", nach Amerika unterwegs, hat auf einer einsam liegenden Insel 20 überlebende Schiffbrüchige des russischen Kriegs­schiffesSiny" getroffen. Die Leute befanden sich schon seit längerer Zeit auf der Insel und haben sich augenschein­lich aus der Seeschlacht von Tschuschima dorthin gerettet.

Namur, 4. Juni. Der Dachdecker Deville erschlug in einem Anfall von Eifersucht zwei Logirgäste, mit denen er zusammemvohnte. Beide waren sofort tot. Es waren Vater und Sohn namens Josef und Emil Martin, aus Dambach in Deutschland gebürtig. Auch die Inhaberin de§ Logirhauses wurde von dem Täter durch einen Beilhieb tätlich verwundet. Der Mörder flüchtete, jedoch gelang es, ihn festzunehmen.

London, 4. Juni. Der Khedive von Egypten wird nm 20. Juni hier eintreffen und 8 Tage verweilen.

London, 3. Juni. Heute sand im großen Criterion- Restaurant ein Fest banket zu Ehren des Kölner Männergesangvereins statt, der hiervor einigen Tagen eingetroffen ist.

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Gießen, den 2. Juni 1908.

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