Ausgabe 
2.11.1908 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Die heutige Nummer umsaht 10 Seiten.

Line Uanzlerlrifis.

und die Fraae nicht ge-

a

VezagSpretS: monatlich 75viertel«

an dieser Stelle darauf hingewiesen worden, wie Verhängnis ____, __|| 11.||| mm

,Laute und Volkslied", so meint Koche mit Recht, ge- Horen zusammen, beide aber nicht eigentlich in den Konzert­saal. Wenn sie dahin gehen, so tun sie es nur, um sich weiteren Kreisen wieder in Erinnerung zu bringen. Wir haben verlernt, traute häusliche Feste wirklich zu feiern. Was ist aus unserer Hausmusik geworden? Einen der köstlichsten Schätze, dessen goldene Klänge einst laut wurden in den Weiheslunden des Abends, im Dunkel verschwiegener Wälder, auf lachenden Fluren, haben wir in Winkeln verstauben lassen. Und doch wäre gerade die ursprüngliche Kraft, die diese Dichtungen au8 warmem Volksherzen aufsprießen Ueß, be­rufen, auf den überreizten Menschen unserer Tage verjüngend und stählend einzuwirken? Ich konnte mir nicht versagen, diese vortrefflichen Worte auS dem Kothe'schen Textbuche hier anzufügen, denn sie geben unsere bisherige bedauerliche Lauig­keit gegen das Volkslied nur zu richtig wieder, aber sie zeigen uns auch, wie wir eS beffer machen muffen. Diese Ge­wißheit kann der Sänger des gestrigen Abends von Gießen sicherlich mitnehmen, daß er durch seinen Gesang und fein Lautenspiel und vor allem durch die Art seines Vor- träges hier viele neue Freunde deS deutschen Volks- liebes gewonnen hat. Auch die Laute, die doch bis zum 17. Jahrhundert das verbreitetste und beliebteste Instrument war, wird sich wieder neue Freunde gewonnen hoben. Für die Gesangsbegleitung im engen häuslichen Kreise ist sie sicherlich das beste Instrument. Sie ist nicht so aufdringlich wie die Mandoline und unendlich viel reicher als die Guitarre. Sic schmiegt sich dem Gesänge so weich, diskret und be­scheiden an.

| Koche beherrscht die Laute, auf der et sich selbst zu«

KoUtrtzche Lagestzchau.

Die Krisis im Orient.

Eine recht eigenartige Haltung soll neuerdings Rußland einnehmen. Es soll auf Betreiben Stolypins beabsichtigen, einen kategorischen Protest gegen die Annexion Bosniens und der Herzegowina einzulegen. Mit dieser Meldung würde ge- wisserwaßen auch die Nachricht übereinstimmen, daß der serbische Kronprinz von seiner jüngsten Unterredung mit dem

Kleine Chronik aus Kunst und Wissen schaff DieGötterdämmerung- brachte am zweiten Abend beri Auüü!)rung in der P a r i s e r G r o ß e n Oper eine Einahme voas 23 146 Francs. Ein so günstiges Kassenrejultat hat die Parisaü Oper noch niemals zu verzeichnen gehabt.

Siebener Aonzertverein.

L

Deutsche Volkslieder und Balladen zur Laute gesungen von

Robert Kothe.

Es war eine Kunst längst vergangener Zeiten, die uns gestern erfreute und erfrischte und sich mit ihren teils innig- zarten, teils naiv-derben Weisen in die Herzen der Zuhörer hineinstahl, Diese einfachen Volksweisen, welchen wunder- samen Reichtum offenbaren sie unS. Man hat es ja bis vor nicht allzu langer Zeit in den weitesten Kreisen unseres Volkes gar nicht geahnt, welchen herrlichen Schatz man so lange hat vergessen und verstauben lassen. Wohl hat es hin und wieder einer unternommen, unsere Volkslieder zu sammeln und sie der Allgemeinheit zugänglich zu machen, unb manches Schöne ist auf diese Weise wieder Gemeingut unseres Volkes ge­worden, aber die wirkliche Liebe zum deutschen Volksliebe und das richtige Verständnis für seine Schönheit, die fehlte doch noch vielfach. Die Art, wie bas Volkslied bei uns noch bis vor kurzem gepflegt wurde, war nicht gerade dazu angetan, Liede unb Verständnis zu wecken. Es fehlte an guten Inter­preten des Volksliedes, an Sängern, die eS nicht unter ihrer Würde hielten, die Schönheit des Volksliedes zum Leben zu erwecken.

Ein solcher Interpret ist Robert Koche. Er öffnet einem erst die Augen und Öhren für den süßen Zauber, der in unseren Volksliedern lebt und webt. Man lernt durch ihn erst wieder glauben, an das allgemach schon etwas sagenhaft gewordene tiefe deutsche Gemüt.

Erste Lesung der Beamten- und Lteueigesetze beendet.

^Sitzung des preußischen Abgeorbnelenhaujes vom 31. Oft)

In 20 Minuten war über ben Einspruch des Abg. HoN- m a u n gegen die ihm am Vortage applizierten OcdnungSru'e be- reits enticlncben. Das war nur möglich, ivcil die Geschäftsordnung eine Diskussion über solche Einsprüche nicht zuläßt. Die zwanzig Limiten wurden in der Hauptsache durch eine Gescha'tsordnungs. bebaite über ben sozialdemokratischen Antrag ausgciullt, die Ab- siimmung ans Ende der Sitzung zu oerlegeu, damit der steno­graphische Bericht zugrunde gelegt werden konnte. Tie Mehrheit hielt sich auch ohne stenographischen Bericht mv genügend unter- richtet, und erkannte alle drei Ordnungsrufe als berechtigt an. Oder oll man lieber sagenlehnte es ab, den Präsidenten zu des­avouieren ? Genug, der Einspruch wurde m allen seinen Denen abnelelmt, und daS Haus schickte nun acht Redner vor, um die Ste uervorlagen zu besprechen. Daneben nahm dierage des Wahlrechts, aus deren Zusammenhang mit der eteuerreorm Wbfl. Friedberg zuerst hiugewieftn hatte, einen nicht geringen Raum ein Rum ersten Male hörte man zu den Fmanzvorlagen Redner der Polen: v. Saß-Jaworski, der sretsinnigen Bolkspartet: Tr. Wiemer, der freisinnigen Bereinigung: Tr. Pachmcke, der Sozial­demokraten: Hirsch: zum zweiten Male Redner der Konservativen: v Arnun-Züsedom, der Freikonjervauven: Graf Moltke, und der Nationalliberalen: Tr. Röchling. Ter nationaUiberate Abgeordnete ,0Q die Berechnungen des Finanz,ninisters über die künftigen Ltaalsemnahmen in Zweifel und hielt es nicht für ausgefchlofien, baß man ohne neue dauernde Steuer auskommen könne. Nach­dem die Debatte geschlossen luorben war, wurden bie hauptsächlich berührenden Vorlagen, einschließlich der Beamtenbesolbiing, der aus 28 Mitglieder verstärkten Budgetkommiision überwiesen, wäh­rend die Vorlagen über Lehrer- und Geisilichen-Aufbesserung durch eine besondere Kommission von 21 Mitgliedern oorberateu werden soll. Ehe diese Kommissionen die erite Lesung bewältigt haben, wird das Plenum nicht wieder zusammentreten.

Raten Nikolaus sehr befriedigt gewesen ist. x)>Wd.)en hat bet montenegrinische außerordentliche Gesandte Muischkowchch dem russischen Ministerium des Auswärtigen ein Verzeichnis der montenegrinischen Forderung übergeben. Danach ^wollen angeblich Serbien und Montenegro der erwarteten Balkan- konserenz folgende Anträge unterbreiten: Bosnien und die Herzegowina sollen entweder an die Herzegowina zurückfallen oder autonome Verwaltung beider Provinzen errichtet werden. Sollte überhaupt eine Lüsting dieser Povinzen von der Turke, erfolgen, so dürften sie ihrer Bevölkerung, Religion, Sprache unb Geschichte nach nur Serbien unb Montenegro äuge- fptochen werden. Das Mindestmaß der von Montenegro zu erwartenden Kompensationen wäre die Rückgabe der Herzego­wina an Montenegro, da die Montenegriner dies Gebiet schon 1876 erobert hätten, die .Vereinigung der Grenzen von Serbien unb Montenegro' sowie die Rückgabe der von den Montenegrinern schon zur Zeit der napoleonischen Kriege eroberten Provinz Ragusa an Montenegro. Diese Provinz sei vom Zaren Alexander I. seinerzeit Oesterreich geschenkt worden. Sollten diese Kompensationen von der Konferenz nicht bewilligt werden, so werde Montenegro zu den Waffen greifen.

parlamentarisches.

Der Reichstag wirb am fonunenben Mittwoch, am Tag seines Wiederzusammentruts, sich mit Petitionen beschäftigen. Für den Donnerstag soll bas Automobilgesetz auf die Tagesordnung qeietu werben. Tann will man die Zett, bie dann noch bis zur ersten Lesung der Finanzgesehe bleibt, der Durchberatung des WemgesetzeS und der Zivilprozeßnovelle widmen, -tie eriie Leiung der Finanzgesetze dürfte frühestens am H. oder 12. November beginnen. .... . . m ,

T i e Gewerbeorb nungskommlfsion besvveichs- t a g e s hat eine Zentrumsresolution angenommen, wonach bald­möglichst ein Gesetzentwurf zur Regelung der Arbeitsoerhaltnisse der bei Musikaufsuhrungen, Schaustellungen, theatralischen Unter­nehmungen oder sonstigen Lustbarkeiten tätigen Personen vorgelegt werden möge. Aus der Zahl der Gewerbe, bie den Bestimmungeu des Titels 4 der Gewerbeordnung nicht unterstehen sollen, wurdi das Baugewerbe gestrichen.

entziehen." nr,.,. .

Daß der Kaiser Bedenken getragen hat, da» Abschieds- aesuch des Kanzlers anzunehmen, ist verständlich, denn schwierig genug ist ja die augenblickliche Sage in der aus­wärtigen Politik. Ein neuer Reichskanzler würde sich nicht leicht da hineinarbeiten können. Das Bedenkliche an der Sache bleibt aber für die deutsche Öffentlichkeit das Zu­geständnis, daß die verantwortlichen Leiter unsrer aus­wärtigen Politik in einer wichtigen Angelegenheit nicht auf ihrem Posten gewesen sind. Cs ift sck>on vor emigen Wochen

Großh. Kreisschulkommis s io n en zu richten und von diesen zu bescheiden sind. In der ReLel sollen die Gesuche nur dann genehmigt weroen: 1. wenn besonders dringende Umstände sehr ungünstige Familien-, föer- mögens- und Eintommensverhältnisse der Eltern, Krankheit der Kinder u. a. vorliegen, 2. die Kinder in den wesend« licheren Unterrichtsgegenjtänden Religion, deutscüq Sprache, Lesen, Rechnen und Schreiben genügende Kenntnisse erworben Haden, und 3. die Kinder im Jahrq der Entlassung das 14. Lebensjahr erreichen. Fälle, in denen Kinder erft in der Zeit vom 1. Januar dis 31. März des

dermaßen: t,

teilt großer Teil der auslandtschen und mlanbischen Presse hat wegen des imDaily Telegraph" veröffentlichten Artuels kritische Betrachtungen gegen die Person Seiner Majestät des Kaisers gerichtet, wobei von der Annahme ausgegangen wurde, der Kaiser hätte diese Publikation ohne Borwissen der für die Politik des Reick-es verantwortlichen Stelle veranlaßt. Diese Annahme ift unbegründet.

Seine Majestät der Kaiser tyatte von einem englischen Privatmann mit der Bitte, die Veröffentlichung zu genehmi­gen, das Manuskript eines Artikels erhalten, in dem eine Reihe von (besprächen Seiner Majestät mit verschiedenen englischen Persönlichkeiten und zu verschiedenen Zeilen zu- sammengesaßt war. Jener Bitte lag der Wunsch zugrunde, die Aeußerungen Seiner Majestät einem möglichst großen Kreise englischer Leser bekannt zu geben und damit den guten Beziehungen zwischen England und Deutschland zu dienen. Der Kaiser ließ den Entwurf des Artikels an den Reichskanzler gelangen, der das Manuskript dem Auswär­tigen Amt mit der Weisung überwies, dasselbe einer sorg­fältigen Prüfung zu unterziehen. Nachdem in einem Bericht des Auswärtigen Amts Bedenken nicht erhoben worden waren, ist die Veröffentlichung erfolgt.

Als der Reichskanzler durch die Publikatwn desDaily Telegraph" von dem Inhalt des Artikels Kenntnis erhielt, erklärte er Seiner Majestät dem Kaiser: er hätte den Ent­wurf des Artikels nicht selbst gelesen; andernfalls wurde er Bedenken erhoben und die Veröffentlichung widerraten haben; er betrachte sich aber als für den Vorgang allem verantwortlich und decke die ihm unterstellten Ressorts und Beamten. Gleichzeitig unterbreitete der Reichskanzler Seiner Majestät dem Kaiser sein Mschiedsgesuch.

Seine Majestät der Kaiser bat diesem Gesuch keine Folge gegeben, jedoch auf Antrag des Reichskanzlers geneh­migt, daß dieser durch Veröffentlicyung des oben dargestell­ten Sachverhalts in die Sage versetzt werde, den ungerechten Angriffen auf Seine Majestät den Kaiser den Boden zu

Diese ganze Angelegenheit ist so furchtbar beschämend für uns und zugleich auch so furchtbar ernst, daß der Reichstag, wenn er in den nächsten Taaen zusammentritt, mit allem nur möglichen Nachdrucke Remedur verlangen muß. Das deutsche Volk hat ein Recht, zu verlangen, daß ihm endlich die alte Sicherheit in seiner Auslanospolitik gegeben werde, wie man sie zu Bismarcks Zeiten tjatte. Ferienerholung haben freilich auch unsere leitenden Staats­männer nötig, aber sie sollten dabei ooch auch des Wortes unseres alten Kaisers nicht ganz vergessen:Ich habe keine Zeit müde zu sein." &

voll es ist, wenn unsere leitenden Staatsmänner alle gleiaj- zeitig der Reichsl-auptstadt fern sind^ Auch in unserer heutigen Zeit des Telegraphen unD bed ^lephons ist die per­sönliche Anwesenheit nicht überflüssig. Das zeigte ich bei der Orientlrise, und das zeigt sich jetzt in noch deutlicherer Weise bei dieser leidigen Angelegenheit. Man legt fich un- nnlirürlid) die Frage vor, ob die llnstetigkeit und die Un­sicherheit in unserer deutschen auswärtigen Politik nicht zum großen Teil daher lommt, daß an den leitenden Stellen der stäiidige Kvnnex fehlt. Zeigte sich das nicht schon beim Ausbruch des rusjisch-iapanischen Krieges, loo sich unsere auswärtige politische Leitung von den Ereignis en gänzlich überragen ließ. M»n hätte meinen sollen, daß man damals die nötigen Lehren aus die semBor fall gezogen hätte, aber, wie man sieht, dauert das alte System fort; und wenn es das Unglück will, haben wir auf solche Weise emes schönen Tages selbst Krieg, und unsere leitenden Staats­männer erfahren diese Tatsache dann vielleicht erst aus den englischen Zeitungen. Was Hilst uns da unser |tarte§ tzeer, wenn unsere Diplomatie nicht Miabläjsig auf der

Gesänge begleitet, meisterhaft. Als Sänger zeichnete er sich voc allem durch saubere Technik und bewundernswerte Aus­drucksfähigkeit im Vortrage aus. Jedes einzelne Wort ist hier voller Leben und Bewegung, voller Farbe und Glanz» Man hört es nicht nur, man sieht es geradezu unb fühlt eS; es wird zu einem lebendigen Kunstwerk; es bekommt etwas von einem Selbstzweck, es interessiert nicht nut als Trager des Gedankens, sondern schon allein für sich als sprach­licher unb musikalischer Wohllaut. Unb wie wunderbar ge­steigert ist diese Wirkung erst noch im Zusammenhänge der Verse. Man denke mir an den Schluß beS LiebesFeins­liebchen, du sollst mir nicht barfuß gehn*, wo eS heißt: Was zog er aus seiner Tasche fein? Von lauter Gold ein Ringeleint

Es ist hiernach eigentlich überflüssig zu sagen, daA Kothes Vortrag nichts von der sonst so gefürchteten Monotonie alter Volkslieder zeigte unb daher auch beim Zuhörer nicht die leiseste Spur von Ermüdung heroorrief. Selbst dis 15 Strophen bes Liedes von den zwei Königskinbern ließen bei den Zuhörern kein Nachlaßen der Aufmerksamkeit er/ kennen, und das ist wahrlich viel. Das Publikum dankte dem Sanger nach ben einzelnen Liedern mit stürmischem Applaus und war hocherfreut, daß er sich noch zu einer} Wiederholung und einer Zugabe bewegen ließ, -n.

Deutsches Reich.

Der Kaiser wird zwilchen dein 12. und 14. November in Manzell den Zeppelm'fchen Ballon besichtigen und wahrfchemlich an emem Au'ftiege teilnehmeu. , .

DerStaaissekretär desAusw artigen, u. Schoen,» wurde während des Diners für die Urheberfchutzkouierenz von einem starten Unwohlsein beiallen, dessen Heilung drei bis vier Wochen beanjprucheu büvite. Herr v. Schoen klagte seit längerer Zelt übet allzu große Ueberlastu ig mit Dienstgeschauen.

Rücktritt des preußrschenKuttusmrnisterS. Wie dieNat.-Zg.t" erfährt, wird Kultusminister Holle von feinem Urlaub nicht mehr m fein Amt zuruckkehren. Hier und da ist in den letzten Tagen als voraussichtlicher Nachfolger Minnterial- direklor SchwartzkopN genannt worden. Das soll nicht zu« treffen. Vielmehr soll nach dem Nachfolger noch gefucht werden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 2. November 1908.

Nun weiß man endlich, wie das Unglück geschehen ist und wie es gekommen ift, daß die Aeußerungen des Kaisers über seine Freunbsä>aftsben>eise gegen England andre Oes- eutlichkeit gelangt sind. Die offiziöse dkordd. Wlg. Ztg. nibt die Aufklärung hierüber, und sie klingt wie eme Ent- äiulbigung, eine Entschuldigung für das unentfchuldbare Erhalten des Reichskanzlers unb bes Ausw. Amts, daß sw den Artikel bes Kaisers nicht gelesen unb bie Frage nicht ge- nüaenb geprüft haben, ob bie Veröffentlichung bieses Artikels opportun war. Der Kaiser war auf Reisen, ber Reichskanzler weilte in ytorbemey, ber Staatssekretär bes Auswärtigen in Berchtesgaben unb währenb bie beutsche auswärtige Politik solck>ergesbalt Ferien hatte, geschah bas Unglaubliche. Der Kaiser verließ sich auf seinen Kanzler, ber Kanzler auf

Ausioärtige Amt, uni) bieses baute wohl darauf, baß Kaiser unb Kanzler sich über bie .Veröffentlichung schon verslänbigt lMten. Der Reichskanzler hat nun freilich die Konjequenzen aus diesem Vorfall gezogen und scm Ab­schiedsgesuch eingereid)t, aber was ändert das an den üblen Wirkungen, die nun einmal durch die Veröffentlichung zu­tage getreten sind. Doch hören wir die offiziöse Mitteilung der Nordd. Allg. Ztg. über dieser Fall, sie lautet folgen-

** Vorzeitige Schulentlassung. Das Großh, Ministerium des Innern, Llbteilung für Schulangelegen­heiten, hat bestimmt, daß fortan Gesuche um vorzeitige Entlassung von Schulkindern aus der Volksschule an die

Nr. 258 Erstes Blatt 158. Jahrgang Montag 2. November 1908

Del eunttHt anjetMt XST ©

erlchem, täglich, außer ÄEW . . Y täl)rhd) Tlt. 2.20; öurcfr

3i

(Dienstag und Freitag), «HL ®S SB W «W . fs M 5 x Zeitenpreis: lokal IbVt,

äää v/l|VS * |

Ferntprech Anfchlüffer Wk® für ben oolittfchen Tech

General-Anzeiger für Oberheffen WM

notaftonsörn» und Verlag 6er vnihNchen Unl»,vuch- und Stetnörnderei B. Lange. Ve6°m°n. LrvedMon un6 Drudcrei: Schnlstratze 7. e,£

bl6 oormlltags 10 Uhr._!!! mm