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Das unterbrochene Telephongespräch.
SluS Kiel, 28. Februar wird der ,Berl. VolkS-Ztg." berichtet: Graf HoenSbrocch, der gestern abend vor einem überaus zahlreichen Publikum hier über „Rom und das Zentrum" sprach, veröffentlicht folgende, vom gestrigen Tage datierte Beschwerde: Heute vormittag unterhielt ich mich telephonisch mit meiner Frau in Groß - Lichterfelde bei Berlin. Mitten im Gespräch wurde plötzlich die Verbindung vom hiesigen Amte unterbrochen. Nach mehreren Minuten des Wartens erhielt ich von der Beamtin den Bescheid: die Kaiserin habe von Berlin aus nach Plön sprechen wollen, und deshalb habe das Amt mein Gespräch unterbrochen. Es bedarf nicht der Versicherung, daß ich vor der Kaiserin ganz selbst- verständlich gern zurückgestanden wäre, obwohl mein Telephongespräch eine ernste Angelegenheit, die schwere Erkrankung eines meiner Kinder, betraf. Aber das hiesige Telephonamt hätte höflicherweise mir die Bitte aussprechen müssen, mein Gespräch zugunsten deS kaiserlichen zurückzustellen. Die plötzliche Unterbrechung ohne jede Mitteilung ist eine Ungehörigkeit und Nücksichtslosigteit, die scharfen Tadel verdient. Eine gesetzliche Bestimmung, daß andere Gespräche, zumal ivenn sie schon begonnen haben, vor kaiserlichen Gesprächen zurückzutreten haben, gibt eS nicht. Da jedem anderen dieselbe Rücksichtslosigkeit passieren kann, oder vielmehr um das zu verhüten, glaubte ich den Vorgang veröffentlichen zu sollen. Ich habe mich beschwerend an die hiesige Oberpostdirektion geivandt; ich bin gespannt auf deren Antwort.
Resolution vor:
„Die Reform £v...L™a-.—• • - ••
ansschiebbar. Von der Einführung des Reichstagsivahlrechts
Sarlainentarisches.
Berlin, 1. März. Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei trat heute im Reichstagsgebäude zu einer sehr bedeutsamen Sitzung zusammen. Es galt zunächst die Stellung der nationalliberalen Partei zur Frage der Reform des preußischen Landtagswahlrechts zu fixieren und die Partei für den bevorstehenden Wahlkampf marsch- fähig zu machen. Bekanntlich war zur Vorbereitung dieser Entschließung in der letzten Zentraloorstandsfitzung eine Kommission gewählt worden. Als Ergebnis dieser Vorarbeiten lag folgende
B ombe geworfen, durch die zwei Personen getötet wurden, Tie Stadt ist ruhig, die Basare siiid geöffnet. — Die deutsche Gesandt-» schäft beglückwünschte den Schah zu seiner Errelluiig.
Stimmungsbild aus dem Reichstage.
Berlin, 29. Februar 1908.
Für den Montag hat der Präsident in übergroßer Sorge um den Arbeitsstoff außer der Weiterberatung der Geiverbenovelle auch schon den Etat des Reichsamts des Innern aui die Tagesordnung gesetzt. In Wirklichkeit befindet mau sich bereits seit geraumer Zeit in dieser Etatsberalung, die ja alljährlich mit einer großen sozialpolitischen Aussprache zu beginnen pflegt. Dem Inhalt der Reden wird man diesutal die Aenderung des Gegenstandes der Beratung jedenfalls nicht anmerken; denn Ätaximalarbeilstag und Gewerbe- inspektion und Arbeiterausschüsse, Konkurrenzklausel und Kinber- beschäsligung und nahezu alle anderen Fragen aus dem jozial- volitischen Ressort des Herrn v. Bethmann-Hollweg werden aus Anlaß der Gewerbenovelle in diesen Tagen schon besprochen. Die heutige Verhandlung brachte zu einem Teile eine Antwort der bürgerlichen Parteien und einiger Regiernngsverlreter auf d,e gestrigen Angriffe des Sozialdemokraten Molkenbuhr, die fein Fraktioiisgenosse Geier Henle noch verstärkte. Eine Reihe von Rednern beschäftigte sich ausschließlich mit ben Verhältnissen der Heimarbeit in der Z lg arre n i n dustrie. Die Freisinnigen Dr. Pachnicke und Hianj behandelten wie gestern Herr v. Heyl die sozialreiormerischen Absichleii der Vorlage unter Hinzufügung weiterer Wünsche, nnb lediglich em Mitglied der Rcichs- parlel brachte, in der bisherigen Aussprache als einziger Redner, eine Gegnerschaft vom Standpunkte der Industrie zum Ausdruck.
ist abzusehen.
Die Reform ist auf der Grundlage der von der preußifchen Landtagsfraktion gestellten Anträge darauf zu richten, daß
1. zum Ausgleich für die eingetretenen erheblichen Veränderungen eine a über weite F eststellung der Wahlbezirke und der Zahl der in ihnen zu wählet,den Abgeordneten herbeigesührt wird;
2. daß auf die soziale und wirtschaftliche Schichtung des Volkes in ihrer Bedeutung für bie Gejamtwohlfahrt Rü ck sicht genommen wird,
8. daß m diese Reform die geheime und direkte Stimmabgabe mitgenommen wird.
Der Zentraloorstand befchtießt, die vorstehende Resolution dem preußischen Verlrelertage als Grundlage für seine Beratung der Wahlrechtssrage zu unterbreiten."
D,e Aimähme der Resolution war so gut luie einstimmig. Die nichtpreußischen Mitglieder des Zeiilralvörstandes hatten, um die Enlscheidimg den Preußen allein zu überlassen, an der Abstimmung sich nicht beteiligt.
D»e weitere Beratung drehte sich um Organisationsfragen.
Die B u d g e t - K o m m i s s i o n des v r e u ß. Abgeordnetenhauses beschäftigte sich gestern zunächst mit der im Etat für Handel und Gewerbe in Aussicht gestellleii Maschinenbau- schule in F ranksurt a. M. Es handelt sich dabei lediglich nm einen Vermerk, der dazu bestimmt ist, der Stadt Franlsurt, die große Ausgaben macheii nmß, eine gewisse Sicherheit zli geben. Abgeordneler Funck hat dazu den Antrag gestellt, daß 1OOO Mk von der für die Alaschinenbauschule in Essen angesetzten Summe von 25 000 Mk. genommen und auf Frankfurt übertragen werden, damit auch in diesem Falle ein bestimmter Etatslitel dem Vorschlag zugrunde liegt. Der Antrag ivird voii der Koniinission angenommen. Tann wurde die Frage aufgeworfen, ob in dieser Session noch an eine Erhöhung der Einkorn m ensteuer gedacht werbe nnb in welcher Weise, von ber Regierung dahm beantwortet, baß sie eine bestimmte Erklärung nicht abgeben könne. Es sei ein Entwurf im Finanzinimsterunn ausgearbenet, es ser darüber aber im Staatsininlslerium ein Beschluß noch nicht gefaßt worden.
In der B e r e l n S g e s e tz g e b il n g s k o m m i j s i o n des Reichstages kam es auch gestern n o ch nicht zu einer Abstimmung über den § 7, trotzdem die Sitzung bis in ben Beginn des Plenums hineinreichte. Die Stellung ber Parteien hat sich in keiner Weise geändert, und fast bie ganze Sitzung würbe mit vier Reben der Abg g. Kolbe (Reichsp.), Trnnboril (Z.), Heine (Soz.) und Breiski (Po e) ansgesüllt. Neues konnten bie Rebner nach den erschöpfenden Verhandlungen des Donnerstag und Freitag kaum vorbrnigen und um 7,2 Uhr vertagte sich die Kommission mit Montag.
handelt. . ,,
London, 2. Marz. UeberdasBefindenCampbell- B a n n e r m a n s würben gestern zwei Bulletins ausgegeben. Rach dem ersten ha ttd der Kranke eine unruhige Rächt, nach dein zweiten, gestern abend erschienenen nahm er mehr Nahrung zu sich, doch ist das Herz durch den Jnfluenza-Anfall angegriffen. Sem Allgemeinbefinden sei ziemlich gut.
Lissabon, 29. Febr. TaS Amtsblatt oeröstentlicht drei Dekrete. Tas eine setzt als Termin für die Wahlen den 5. April und als Tag ber Einberufung der Eortes den 29. April fest. Das zweite Dekret erklärt gemäß einem vom StaalSrat abgegebenen Gutachten jenes Dekret für ungültig, das die Erhöhung der Zivilliste und Gewährung von Vorschüssen aus dem Staatsschätze an das königliche Hausverfügt halte. Das dritte Dekret
hatte. Und offenbar im Gefühle der Schuld, feines Präsideiiten- aintes nicht eifrig genug gewaltet zu haben, ries Jordan v. Kroecher den unartigen Kritiker nicht zur Ordnung, sondern bat ihn sreundlich, ben Ausdruck zuruckzunehmen. Dafür war der hinnorooUe Oktavio bereit, aber .nur den Ausdruck" nahm er zurück, und unter der schallenden Heiterkeit des Hauses gab sich Herr u. Kroecher mit diesem Bescheide zufrieden. Die übliche ilandratsdebatle, die das Wahljünderregister der Kreirkönige nach allein Brauche wieder aufrollte, plätfcherte gerlihig dahin, und außer einer kleineii Häkelei zwischen dem Konservativen v. K o n, und Herrn Gyßling von der Vollspartei brachte sie kaum etwas Erwähnenswertes. Herr v. Korn nahm daran Anstoß, daß ein freisinniger Kandidat in Schlesien als „Regierungskandidat" auigeirelen sei, und wollte daraus den Beweis ableiten, daß der Freisimi den sonst so arg befehdeten Regierungsapparat bei den Wahleii ganz in der Ordnung sttzde, wenn bie Beamtenschaft mit bem Landrat an ber Spitze sich für den freisinnigen Kandidaten ins Zeug legte. Herr Gyßlmg leuchtete den konservativen Widersacher mit bet sarkastischen Feststellung Henn, daß besagter Jreisinnskanbidat sich selbstverständlich und nachweislich nur ironisch als .Regierungskandldat" präsentiert habe. Dr. Müller-Berlin geriet in Händel mit dem konservativen Quehl, als er sich über die Wildschäden beschwerte, die das Hochwild des Herzogs Ernst Günther, des Schwagers des Kaisers, vor den Toren Glogaus anrichte. Herr v. Ai o l t k e schwieg, seine Wate ebenfalls. TasWild hoher Herren gilt halt seit allerZeit als ein noli mo tangere. Homosexuelle, Anarchisten, bie Kriminalpolizei nut ihren uneuideckten Verbrechern und last not least bie böse vvefie, ohne bie die Kriminalpolizei zwar recht oft vergeblich nach einem Kapitalverbrecher fahnden würde, marschierten in der weiteren Debatte als Angeklagte auf. Aber allen ging eS nicht allzu hart an den Kragen; man war eben zur MÜde und Ver- sohnlithkeit geneigt Sonnabendnachmittagsstimmung l Die Uhr schlug die vierte Stunde, da erscholl vom Präsidentenstuhl das erlösende Wort: Vertagung! Und so ivird beim am Montag bie *-ebatte über Herrn v. MoltkeL Etat friedlich weiter gehen. Parla- ™|nlariirf)e Abenteuer hat er nicht mehr zu bestehen. Wozu auch? faö bleibt ja doch alles, wie es war, i" manches liebe Jahr I
Erklärung.
Man bittet uns um Abdruck des Nachstehenden:
Zu den Erklärungen des .Herrn Dr. Werner und den Artikeln in einer hiesigen antisemitischen Wvchenzeitung.
Ta wir keine Freunde einer Preßfwlemik sind, namentlich nickt einet so gehässigen, wie sie das genannte Antiseniitenblättchen fuhrt, so erklären wir firrj, daß wir von unseren Ausführungen in Grünberg nichts zurückzunehmen haben.
C. Kaufmann. Prof. Luleh.
Herr Oberlehrer Dr. Werner führt offenbar Hiebe in die Luft. Es hat ja niemand behauptet, daß er jenes Flugblatt verfaßt habe: es ist von mir nur festgestellt worden, daß Mitglieder des deutsch-sozialen Wahlausschusses es verteilt haben. Herr Tr. Werner wirb doch niemand für so naiv halten, zu glauben, daß Mitglieder jenes Ausschusses in ihren eigenen, offiziellen Versammlungen ein Flugblatt verteilen und zwar in Hunderten von Exemplaren, das sie nrcht vorher gelesen haben. AIS Mitglied eines Wahlausschusses sollte man doch so viel Brrantwortlichkeitsgefühl haben. Wenn sie es aber gelesen haben, dann dursten sie es auf keinen Fall verteilen, denn es enthielt in vieryerschiedenenDruck- arten (Herr Tr. Werner nennt es kleingedruckt) die — ich will mich gelinde ausdrücken — unrichtige Behauptung, die sozial, oemofratifajen Stimmen seien für Köhler sreigegcben.
Und obwohl nun Herr Kling in Heuchelheim die echte Depesche Tr. Davids gesehen hatte, wurde am anderen Morgen ein Flugblatt verteilt und zwar teilweise auch, wie ich aerichllich nachweisen faiut, von Mitgliedern des deut'.ch-sozialen Wahlausschusses, teilweise von den deutsch-sozialen Stimmzetteiverteilern, in denen jene Tepcsche als liberaler „Wahlschwindel" bezeichnet wurde. Also unsere echte Depesche wurde als falsch hingestellt, dagegen ein Flugblatt verteilt, in dem umgekehrt geradq, wenn ich denselben Ausdrack gebrauchen darf, jener „Wahlschwindel" für Kähler getrieben wurde.
Verantwortlich gezeichnet waren beide Flugblätter allerdings nicht. Offenbar wurden infolge der Wahlaujregung die Unteschristen vergessen.
Taß man einen Mann Versammlungen für sich abhalten imd Flugblätter verteilen läßt, mit dein man gar keine weitere Verbindung hat, wird Herrn Tr. Werner auch fein einsichtiger Mensch glauben.
Tamkt ist jene Wahlgeschichte sür mich erledigt. Ich febe in dem ^ rnzen nur nieder bie sonderbare Kampses'.oeise dec h.eiigen Teutfck^Lozialen. Man geniert sich gernicht, die Flugblätter zu verteilen, nachher sagt man, daß mau dafür nicht verantwortlich sei, weil man sie nicht verfaßt habe. Weiß Herr Oberlehrer Dr. Werner, daß allein in Heuchelheim ca. 80 Sozialdemokraten, errege fährt durch jene beiden Flugblätter, tatsächlich Köhler wählten? Diese werben sich hoffentlich das nächste Mal bebanfcii, denn Herr Tr. Werner hat ja höchst freigebig auf die Heuchelheimer und Wiesecker Stimmen verzichtet und sie uns Überlassen. Ist ds Herrn Dr. Werner Weiter bekannt, daß in dem von ihm angeführten Lich, wo ct selber am 3. Februar sprach, die Sozialdemokraten einhellig in der Stichwahl Whler wählten? Hat er dort zur strickten Stimmenthaltung aufgefordert? Andere deutsrl)- svziale Dvebper haben auch alles andere als das getan. Ich mache niemand einen Vorwurf, daß er sich von Sozialdenwkraten wählen läßt. Ich protestiere nur dagegen, daß man deren Stimmen mit unlauteren Mitteln zu ergattern sucht und dann sich hinstellt und diese Mittel dem Gegner anhängt, der offen und ehrlich gekämpft hat. Viele Unparteiische haben zugegeben, daß ohne die letzten Flugblätter und die dadurch angerichtete Verwirrung der Ausgang der Wahl leicht anders hätte sein Wnnen. Die Tatsache, daßMitgliederJhres Wahlausschusses ein anonymes Flugblatt verteilt haben, in dem mit falschen Angaben um die so-.-dem. Stimmen geworben wird, schaffenSie weder mit Erklärungen noch mit Drohungen aus der Welt, Herr Doktor! Klagen Sie doch, ich fliehe zu Ihrer Verfügung! ,Hch würde mir vor Gericht allerdings erlauben, Herrn Tr. Werner an die £ieben3wüxbigteiten zu erinnern, die er am Abend des Sttchwahl- taged in einer öffentlichen Versammlung int „Felsenkeller" sprach. Roch seiner letzten Erklärung hat er am Morgen energisch dageg-eu protestiert, die Tavid-Tepesche als Fälschung zu bezeichnen; aber am selben Abend redet er selber öffentlich von „gefälschter Te- pesche", von „Schurkereien" u. <l m. Es würde mich freuen, das vor Gericht aukdeckn zu können. Vielleicht kommt dabei auch noch mehr heraus, so, daß in dem soziale). Wieseck die Nationalliberalen in ber „Kritik" als die hingestellt wurden, die für die Forderungen, in Heer und Marine gestimmt hätten. Wchlgemerkt, das wurde ihnen in einem sozialdem. Orte zum Vorwurf gemacht von — einem Teutsch-Sozialen.
Tie ganze Gesckjichte stammt aus demselben Holz, wie wenn die Antisemiten das hiesige Antisemitenblatt verleugnen. Wiv- wohl nran dasselbe offiziell für sich benutzt und es durch Mitarbeit unterstützt, sobald einer der Herren deutsch-sozialen Parteileiter aur bie in jeder Nr. haufenweise vvrkommenden Unrichtig feiten und auf den niedrigen Ton jener Zeitung ausmcrsiam gemacht wird, gibt er regelmäßig zur Antwort: ,,3a, was wollen Sie denn? Las in ja garnicht unser Blatt! Wo steht denn, daß es deutsch- sozial sei?" Echt dcutschsozialer Mannesmut allerdings, der hinter geschlossener Visier den Mund umso weiter aufsperrt! Wenn man schon im eigenen Wahlkreise seine Bundesgenossen und Helfers- Helse r absckütteln muß, ist es gerade weit genug gekommen.
TvS Vorstehende erkläre ich persönlich. Wie die nnt»Ii6; Parteileitung sich-zu allem verdällt, ist nicht meine Sache. Soviel ich weiß, hat Herr Tr. Werner sowieso bald Gelegenheit, vor Gericht unter anderem auch diese Sache von seinem Gesichtspunkte aus gründlich aufzuklären. Dann gibt es hosferttlich Ruhe.
Gießen, 29. Februar 1908.
j . \ Osw. Riedel.
Stimmungsbild aus dem preuh. Abgeordnetenhaus.
Berlin, ben 29. Fcbr.
Kleinkram, nichts als Kleinkram! Hatte bas Kapitel ^Aiinister" Im Etat bes Innern bem Abgeorbneten Hause feinen Anstoß zu epochemachenden Debatten gegeben, so war bie Erörterung bes doch fönst recht ergiebigen Kapitels „Üaiibrntsäiiite r" beinahe noch büritiger. Alan vermißte in ber Debatte bie Krall polilijdjer Leideufchafl, man vermißte bas Waffengeklirr, das in früheren Jahren bie Beratung bes Polizeielals zu einem Genuß sür ben Politiker gleichviel welcher Farbe machte. Selbst ber hellhörige Herr v. Kroecher, ber bei aller Behäbigkeit auf jebe hcilbwegs bie Grenzen parlamentarischer Salonfäyigkeit flrcifenbc Aeußeruug aus- pant, schien von ber allgemeinen Jnboleuz angesteckt zu fein. Erst aus bem Stenogramm erfuhr er, baß Frhr. v. Zeblitz, ber immer temperamentvolle, munter unb vergnügt die Maßregelung ber „Ranalrcbellen" als eine Tummheli bet Regierung stigmatisiert
Nachdem nunmehr im Nachstehenden auch die Gegenseite zu Worte gekommen ist, schließen mir die Debatte. Eine Derfpatete Erklärung des Herrn Kling haben wir auch aus diesem Grunde zuMckweisen müssen. D. Red.
Der Lall Nothschild.
(L-vigumlbeitrag des Girß, Anz.)
Büdingen, 29. Febr.
Der 25. FÄiruar d. Js., ein trübseliger, ftostiger Regentag, ist für unser Städtchen ein kritischer Tag erster Ordnung geworden. Während aus den Straßen Musikkapellen unb Trch- orgeüi mehr noch als die paar Buden auf dem Marktplatz ben „Peters-markt" verkündeten, verbreitete sich wie ein Lauffeuer allenthalben hie Kunde: DaS Haus Wertheimer-Roth-,
Nr. 52 Erstes Blatt 158. Jahrgang Montag 2. März 1908
Der Siebener Anzeiger pr,™» Ä ’wflT ä Bezugspreis:
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’ür die Redaktion 113, __ • ^99 züa < •< aa für den politischen Teil:
Sg Eeneral-Anzeiger für Gberhefsen WM ^°bt?e2uge§n"tmmet Hofaftottsörud und Verlag der Srühl'schen Unlv.-Vuch- und SteindruSerel. R. Lange. Redattion, CxpedlLian und Druckerei: Schulstratze 7. A.neiaen'tell?
bis vormittags 10 Uhr. __ •* r
Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. ’asssässi । — ~ 1 ..........
Deutsches Reich.
Berlin, 29. Februar. Die Verlängerung der Gnltigkeitsbauer der Fahrkarten von zwei auf vier Tage soll bei dem Inkrafttreten des diesjährigen Sonuner- Fahrplanes am 1. Mai erfolgen. Auch die Doppellarten im Nahverkehr werden vom 1. Mai b. I. ab vier Tage Gültigkeit haben. Eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer bei Fahrtunterbrechung findet nicht statt. Die vom Minister in Aussicht gestellte Ermäßigung für Gepäcksracht für Gepäck- stücke im Werte von mehr als 200 Kg. (Wegfall ber Jrachtverbilligung) soll ebenfalls mit dem 1, Mai in Kraft treten.
— Wie der Abg. Müller-Saganhente im Abgeordncten- hause mitteilte, soll bie Zentralleitung der sozialdemokratischen Partei für den 18. März ds. Js. den Generalstreik angeordnet haben. Alle Arbeit- nchmer, die einer sozialdemokratischen Organisation angehören, sollen an diesem Tage bie Arbeit ruhen lassen, um gegen bas Wahlrecht in Preußen zu beni onstrieren.
Gera, 2. März. Gestern mittag fand die evangelische Trauung bes Fürsten von Bulgarien mit der Prinzessin Eleonore von Neuß statt. DaS neuvermählte Paar traf gestern abend in Coburg ein, von wo heute die Abreise nach Sofia erfolgt.
Ausland.
Nom, 1. März. Die Ageuzia Lieiani meldet: Die in Petersburg unb Italien angeftellten Nachiorschungen ergaben, baß bie in Petersburg unter bem Namen Mario Ealoino Hingerichtete Person nicht Calvin o heißt und nicht italienischer Untertan ist. Der Verurteilte ist im Gefängnis von bem Dolmetscher ber italienischen Botscha't in Petersburg befragt worben, verweigerte aber jebe Erklärung über seine Jbentität unb Nationalität ; er sprach russisch mit polnischem Akzent. Ter Dolmetscher hatte den Einbruck, baß es fich um einen polnischen Israeliten
an bas königliche Haus verfügt hatte. Das dritte Dekret betrifft nähere Bestimmimgen für bie Wahlen in bie s2( b - V 6u ueiieycn. k«uöu u»uj . g e o r b n e t e n f a m m e t unb hebt gleichzeitig bie Reform ber ist und bleiben wird noch Pairskammer auf.
Teheran, 29. Febr. Heute wurde in ber Stadt eine neue


