Ausgabe 
2.1.1908 Erstes Blatt
 
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AusLcrnS

Arrs sta-L und LanS.

Gieren, 2. Jan. 1908.

Gedenket der hungernden Vögel!

** Das neue Jahr bringt den Freunden unserer Fannliendlättec einen neuen Roman, »Helrnnth von Loysen'^ von der unter ihrem Mädchennamen Ursula Zöge von Manteuffel schriftstellernden Frau Majorin v. Trebra- Lindenau in Dresden. Dieser höchst unterhaltsame und glänzend geschriebene Noinan gehört zweifellos zu den spannendsten unserer gesamten modernen Belletristik und wird bestimmt mit lebhaftester Aufmerksamkeit von allen Lesern verfolgt werden. Wir beabsichtigen übrigens von diesem Jahre ab regelmäßig ein Register jedem beendeten Jahrgänge unserer Familienblätter anzufügen und empfehlen unseren Abonnenten, die einzelnen Nummern der Famillenblätter zu sammeln, zumal wir fortan Original-Einbanddecken für jeden kommenden Jahrgang an treue Leser unserer Unter- halUiugsbeilage zu liefern beabsichtigen.

*-* Ein Jubiläum. Heute sind 40 Jahre vergangen, daß' der »Gießener Anzeiger", der seit 1750 unter den ver­schiedensten Titeln erschien, seinen jetzigen Namen annahm und gleichzeitig anstatt des bis dahin zweimaligen Erscheinens wöchentlich dreimal erschien. Während »das Anzeige-Blatt für die Provinzialhauptstadt (Ließen" im Jahre 1867 wöchent­lich ziveiUial zwei Großquartseiten Text brachte, begann der Gießener "Anzeiger gleichzeitig mit seiner neuen Erscheinungs­weise den veränderten Zeltverhältnissen entsprechend auch seinen Tcxttcil entsprechend zu erweitern. So bietet die Entwicke- lung des Gießener Anzeigers ein gutes Bild dec Entwicke- kling des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens insbes. auch der Stadt Glcßen und der Provinz Oberhcssen, der zu dienen auch in Zukunft sein ehrliches Streben sein wird.

** Ter Jahreswechsel vollzog sich hier in der her­kömmlichen Weise und verlief ruhiger, als in den vorher- gchendcn Jahren. Dian hörte sehr wenig schießen und auch die Froschwerfer waren nicht so eifrig wie sonst, da ihnen der Schnee den Spaß verdarb. 9hic einige wenige Personen gelangten »vegen Unfugs zur Anzeige mib zu ernsteren Ruhe­störungen kam es nirgends. Erfreulicherweise sind auch die sonst mit unheimlicher Regelmäßigkeit eintrctenden Unfälle beim Schießen diesmal auSgeblleben.

** Der gestri. ge Reujahrsempfcrng am Groß-

Reich.

Berlin, 31. Dez, DieNationalzeitung" hört, die Reichspostverwaltung beabsichtigt, im Laufe des Jahves 1908 aus den ihr im Etat letztmalig bewilligten Wirteln 38 reichseigene Häuser mit 91 Familien Woh­nungen für Unterbeamte und 24 für gering be­soldete Beamte »u errichten, sowie neun Häuser neu anzu- micLn. Regelung des Geheimmittelwesens durch ein Reichsgesetz war bekanntlich bereits unter dem Grafen Posadowsch in die Wege geleitet worden. Der entsprechende Gesetzentwurf war schon fast abgeschlossen. Jetzt ist er, wie dieDeutsche Tageszeitung" hort, im Rerchs- cmtc des Innern in einigen Punkten ergänzt und nun- urehr endgültig sertiggestellt worden. Er dürfte in ähn­licher Weise iuic das Apothekengesetz demnächst zur Veröffentlichung gelangen.

Bielefeld, 31. Dez, Der K a i s e r und Prinz Hein­rich treffen zur Beerdigung des Geheimrat Hinzpeter am Donnerstag hier ein.

Hagen i. W., 31. Dez. Als lästige Ausländer sind Wn der Potizeiverwalmng in Wetter 13 kroatische Arbeiter aus gewiesen worden.

Aachen, 31. Dez. In bem benachbarten holländischen Orte Ta als hielt sich seit einiger Zeit ein früherer Sani- tütsunterOffizier auf, der vor 3y2 Japren von einem deut^ scheu Truppenteile desertiert war und in den dringenden Verdacht des L a n d e S v e r r a t e s geriet Deut Echo der Gegenwart" zufolge gelang es gestern, den Mann zu verhaften, als er die deutsche Grenze überschritten hatte, um in dem nächsten Wirtshause nach Koblenz zu telepho­nieren. Er wurde nach Aachen gebracht und nach eüiem polizeilichen Verhöre der Militärbehörde ausgeliefert

lich gestorben.

B r ässe!, 31. Dez. Ministerpräsident d e Tr o o z i;: heute abend gestorben.

London, 1/ Jan. Wie dieMorning Post" aus W.as!,.ngrou meldet, gelangen nach den Philippinen gro^e .mengen von Munition für das Heer, sowie Liüitelwerteroigungsgeschütze und Mörser zur Einschiffung, ferner Torpedos und submarine Minen zur Verteidi­gung des Lajens von Manila.

Petersburg, 31. Dez, In dem Prozeß wegen des Wiborger Aufrufes wurden zlvei Angeklagte fr ei gesprochen und alle anderen zu drei Ntonaten Gefängnis verurteilt

Da ein Prosti-or Pstchel rr'ber ö;:/ ' hie igc.t ncc; an einer anderen deutschen Univerp.tät Vorhut chen ist, liegt offenbar ein Irrtum vor. Vielleicht tragen diese Zeilen zu der Feststellung bei, wer eigentlich als Gießener Rektor in der Lust herumgesahren ist.

# Unfug. Ein höchst sonderbares Vergnügen leistete sich in verstossener Rächt em Unuelnnnter in der Kaiserallee. Er lief die Straße enilaug und brüllte fortwährendF e u e r" , so dast die Bewohner erschreckt an die Fenster eilten. Auf du Frage, too es brenne, entgegnete der Unbekannte dem Frage­steller:im Ofen". _ i

** Kami n brand. Heute morgen entstand m einem Hause der B a hn h o f stra ße ein Kaminbrand. Eine Aus­breitung des Feuers wurde rechtzeitig vermieden.

= Lich, 1. Jan. Am Montag, 30. Dez., nachmittags 4 Uhr wurde durch Wachtmeister Daum imb den Hllfs- jäger Steiuer-Lich ein Wilderer in dem Walddistrikt Haardtberg in dem Augenblick gefaßt, als er nach zwei Schüssen einen Fasanenhahn in feinen Rucksack packte. Als er seine Versolger erblickte, lief er davon, wurde aber gleich eingeholt und dem Großh. Amtsgericht Lich

UI i n g e n, 1. Jan. Die goldene Hochzeit des Ehepaars Wilhelm Graf wurde am WeihiiachtStage von der ganzen Gemeitide in der Kirche gc,eierl. Tas Ehepaar ist trotz seiner 75, bezw. 73 Jahre noch sehr rüstig und Midi aus eine Nachkommenschaft von 41 Köpfen zurück, nämlich et Kinder und 30 Enkel, davon sind 34 noch am Leben. Bei der Feier in der Kirche überreichte der Pfarrer dem Jubelpaare das Bild des Großhcrzogs mit dessen Unterschrift und namens

Wien, 1. Jan. Die Lemberger Liga zum Scbutze des polnischen Gewerbes stellte gestern unter dem Vor- jih.e des Fürsten Lubonirski das Boykottprogramm für die preußischen Waren in Galizien fest. Danach jolleii preußi.coe Handels- und Gewerbeartilel aller Art durch polnische Laudeserzeugnisse ersetzt und der Zw:w>e.ihandel preußischer Firmen mit preußischen Artikeln bescitcht werden. Die Liga bemüht sich, alle polnischen

der Gemeiiide eine prächtige Bibel.

-t- Friedberg, 2. Jan. Das Schießen in der Neujahrsnacht, eine stehende Mbrik unter der Zahl der Polizeiverordnungen, hatte sich hier diesmal auster- ordentlich vermindert Ta auch die beiden vorher­gehenden Jahre eine stete Abnahme wahruehmen ließen, so ist zu Hof,en, daß dieser Unfug, dem nicht der geringste Sinn inuewohnt und der die Ursache zahlreicher uni) zum Teil sehr schwerer Unsälle ist, balv ganz an,hört Auch die lärmende, manchmal in Radausucht ans arten de Ellraßen- üistigteit hat bedeutend abgenommen. Als weitere freudig zu begrüßende Neuerung ist zu erwähnen, daß Wirte, die seither zu Silvester ihren Gästen einen Freiirnnk in Punsch, Grog oder Glühwein verabreichten, jetzt Kafsee mit Gebäck vorsetzten. Die Wirte, Denen die Anregung hierzu wohl durch ine Mäßigkeitsbestrebungen geworden ist, dürsen des besonderen Dankes ihrer Gäste gewiß sein, die den Anlaß dazu in vollem Umfang erst am solgenden Tag empfinden werden. Ter Posaunenchor, der, wie früher so auch diesmal zur Jahreswende einige Choräle vom Rathaus herabblies, war diesmal sehr ungünstig, üi den Dachräumen, aufgestellt, so daß die zahlreich vor deni Rathaus Lersammeltmi die Musik nur unvollkommen Horen konnten. Das war schade; wenn es auch nicht Orpheuser- folge sind, die die Musik erzielt, so empfiehlt doch schon die allgenieine biücisichtnahme aus das Publikum ihre an­gemessene Berücksichtigung.

O Alsfeld, 1. Jan. Gestern verweilte Geh. Medi- zinalrat Dr. Hauser vorn Großh. Ministerium, Abt. für Gesundhektspsiege, ijier, um die wegen Ausbreitung des Scharlachs getroneuen Maßregeln zu kontrollieren und mit Kreisrat Dr. Wengler zu besprechen. Die Epidemie fordert noch immer neue Opfer.

sd. Darmstadt, 1. Jaiu Heute früh kurz nach 5 Uhr ist in einer Ät aii ii s ch a s ts st u be Der 2. Eskadron des Diw goncr-Regim-en-ts 9ir. 24 'm der Eschollorückerstraße auf bis

zweigleisige Betrieb wieder aufgewommen.

Karden.

S. u. H. Berlin, 31. Dezember.

Pünktlich um 10 Uhr erschemt der Gerichtshof. Ter Vor­sitzende fragt Graf MvltL, ob das Erfchemrn der Artikel die Veranlassung geweseri sei, von seiner Stellung zurückzutreten. Moltke : Ja. , .

Das Wort crt-Ät darauf Dr. ObcrstaatsenwaÜ Jfenbiel: Tie Ausgabe, die heute meiner hart ist sehr einfach, abet auch sehr unangenehm. Einfach dank der verständnisvollen Leitung oeS Vvrsitzeiidcn und dank der Haltung des Angeklagten. Un­angenehm ist die Ausaabe aber, da es nicht ohne eure Charak­terisierung der hauptbeteiligten Personen ab gehen werde. Ich werde meine Aufgabe erfüllen mit der Mäßigung, die s'-M) _bie Gegner anerkennen werden, aber auch^mit Der Rückhalllofig^eit, die nötig ist. Harden hat behauptet, -3c. Majestät sei tron einer Gruppe vvn Verson-en umgeben, die für das Vaterland vcrhana- nisvvll werden könnten. SScr zu bieder Gruppe gehört, ist nicht ganz llar geworden, fest steht nur, daß wohl Eulmburg und Mvltke dazu gehören sollten, vielleicht auch von Warmvui-ler, von Below urrd Lecomte. Harden deutete an, Miß in dieser Gruppe perverse Geschlechtlichckeit herrsche. Er beutete weiter an, baß diese Herren sich in einem geschlechtlichen Zustande befuiden,. der sie nickst geeignet eriü.rinen läßt, in der Umgebung des Kaiiers zu bleiben, yarbeit sagt nun:Ich habe Den Herren ja gar keine Homosexualität vorgeworsen!" Aberlin dem Betonen der Nvrmwidrigteit und der erotischen Freiuwschast liege ctivas herao- setzendes und herabwürdigeiii»5. Aber es liegt feiner auch noch der Vorwurf bann, daß d.e Herren in Männersreunchchaft ver­bunden waren, wenn auch nicht in strafrechllnhem Sinne, denn dazu fehlten die Umeviageii. Der Oberstaatsanwalt geist dann die einzelnen Artilei durch uno erklärt, daß die Tenöen- be­leidigend sei, da sie den Vorwurf der Homosexualität enthalten. TaS Ijjntuic nette EmpstnöulEebcn ist für uns Deutsche etwas Abscheuliches^ Jnv gcsuni>en Sinne unseres Volts besteht der un- austilgbare Glauben, daß derartige Handlungen widernamrlich und gemein sind, daß sie, wie der Abgeordnete Hedscher sagte, eine Hunoenmral darsteklen. Tiefe Anschauung wird immer ui un­serem Volle bleiben, oo der § 175 bestehen bleibt oder nuyt. Tcr Borwurs gegen beit Grasen Molike, er sei homosexuei., mußte alio dazu dienen, ihn in öcr öffentlichen Meinung heravzuietzen. Dieser Vonvurs ist nur straflos, wenn er erweislich wahr ist. Er ist aber giTobesu unwahr. Nicht eine Spur von Homosexualität ist bet dem Grafen nacvgewiesen worden, nicht ein Atom femininer Eigen­schaften. Darüber sind alle gehören. Sachverständigen^ einig. Und wir lstiben ja die hervorragendsten Vertreter Mestr sexual- Wissenschaft gehabt. Aber auch Einer, der zuerst anderer Meinung Ivar, l-at sich bekehrt, Ta. Magnus Hirschfeld. Id) mache ihm dafür mein- Kompliment. Errare hu manu m cst. Aber int Irrtum absichtlico verliarren, ist teujlisch. Dieses lenfllschen Vergel-ens hat sich Herr Hirschseld wicht schuldig gcnmdji. Er hat seinen Irrtum ciugesehen und hat bekannt, oaß cr getäuscht worden ist. Ich haoc mich viel mit der homosexuellen F rage bc- schäftigt, jetzt stelje ich Ijicr und kann meine Kmulnisse nicht ver­werten. Demi im ganzen Prozesse ist nichts Ion Hoi-wsexnaiiuU bewiesen. Der § 186 muß in Kraft treten. .Welche Zwecke mit den Artikeln verfolgt worden sind, ist gicichgüllig. einer die Sache i-ar noch eitw nefere Bedeuiung. Uni u/i am bett Grund zu gel-en, muß man die cuizelnen Persönlichkeiten :ul)er bctradjtcn. La ift Herr Harden. Ich krmie ihn genau, ihn und seine lfteramchen

herzoglichen Hofe verlies, wie uns aus Darm- stad t telegraphiert wird, in der herkömmlichen Weise. Der Großhierzog, dessen Kopfverletzung nur ein leichtes Pflaster bedeckt, uno die Großherzogin empfingen die etwa 20 Gra­tulanten in freundlichster Weise. Erschienen waren zur Gratulation u. n. die drei hier domizilierten Gesandten, die Minisber, die Spitzen der Zivil- und ÄcilitarbehordLN, Kam­merpräsident .Haas und Oberbürgermeister Aöorneweg. Am Abend besuchte das Großherzogspaar das Hoftheater, in bem bei festlich beleuchtetem Hause die Fledermaus ge­geben imirbc. Beim Eintritt der Herrschaften brachte Bür­germeister Dr. Glässing ein Hoch auf sie aus, worauf die Musik die tzessenhymne intonierte. Heute abend findet die übliche Neujayrstafel statt, zu der 170 Einladungen ergangen sind.

* Hessische Landwirtschaftskammer. Am Montag, 6. Januar, findet m Darmstadt eine Sitzung des Vorslandes der Landwtrtfchaftstammer statt mit einer Tagesordnung von ca. 50 Punkten.

** Die Biebertalbahn mußte gestern gegen abend infolge Schneeverwehungen bei der Haltestelle Krof­dorf-Gleiberg ihren Betrieb emstellen. Der Schnee liegt dort stellenweise über einen Meter hoch, so. daß der letzte nur aus einem Wagen bestehende Zug nicht weiterkommen konnte, trotzdem er noch eine Vorspann-Maschine hatte. Ueber 40 Arbeiter sind beschäftigt, um Die mächtigen Swnee- mah'cn von den Schienen zu entfernen und es wird ange­nommen, daß im Laufe des heutigen Nachmittags Der Betrieb wieder ausgenommen werden wird, d. h., wenn nickst neuerdings Schneeverwehungen eintreten.

** Die Eisbahn an der Ntoltkesiraße ist heute er­öffnet worden.

" Kein Schnee im Vogelsberg. Wie un5 nut» geteilt wird, ist die Nachricht, daß im Vogelsberg hoher Schnee liege und der Wintersport bereits eifrig gepflegt werde,

jetzt unaufgellärte Weife, kurz uactzbem die lldannsu;arten nach, dem Stall gegangen waren, ein Feuer ausgebroascn, das sehr rasch um sich griff. Ter noch in sllnem Bett liegende Tram'pctir-Sergeant Emmerling wurdewacy, als dieFmmuuu um ihn schlug in. Als tr fliehen wollte, war d.e Stiibenture vvn außen vcrfchlosscn. Ta aus sein Rufen und StuiPien nie» mand hörte, irichte er durch das Fenster an das benachvarte Fenster zu gelangen, um in die ncbeitanlicgenbe zu kommen, denn ein Sprang aus oein im ersten etoa gelegenen Fenster schien ihm zu gefährlich. Mit grotzer Mühe Ja)lug er eine Sck)eibe ein, wobei cr sich die Schlagader durchschnill unb bedeutenden Blutverlust erlitt Er kam in das Nackjbar- zimmer, doll) raar auch die).S verschlossen, und braco bort ohn­mächtig zusammen. Jn-zwischen Halle das Feuer um sich gegriffert unb auf das Anrufen des loachhebenden llntepofs.iziers war Die Feuerwehr l;tr bei geeilt. In Gemein'fchaü mit bicser gelang cd, des Feuers bald Herr zu toerDeu, das ben ganzen Zunmcr- inhalt zerstört hatte/ Die SmEtswack)2 brachte den verletzten Trompetrr, oer außer der schweren Verletzung des linken Arnus Brandwunden hat, in das Granison-Lazarctt.

sc. Frankfurt a. M., 1. Jan. Die NeuphrSnacht ist diesmal fast gänzlichohne Blutvergießen" verlaufen. Es olleb beimblinden ilirm". Davon wurde allerdlligs ein tcttaa>t- icches Quantum verbrochen. Mögen Fleisch und Brot und alle sonstigen Bedürftnsse noch so teuer sein, um in der Neuicchrs- uacht die Lust mit tauben Kanonenschlä-gen und Frofäjgekiialler zu erschüttern, dazu ist immer noch Geld genug da. wie Schießerei erreichte um 12 llhr ihren Höhepunkt. Jetzt wurde sie fast übertönt von dem Prosit Neujahr! der Tausenden unb Abertauseuden, die die Straßen füllten, ober zum Zeuiter l>eraus oeim Raketen schein das neue Jahr begrüßten. Die Zell, von jeher der Mittelpunkt dcS großen Neujahrsradaus, bot bw 12 ckhe oas gewöhnliche Bild. Es war nur etwas belebter. Um 12 Uhr aber öffnete die Altstadt ihre Pforten, und der Janhagel wälzte sich in kompakten Massen über hie Zeil. 170 Schutzleute, die Schuppenketwn unter dem Kinn, sorgten hier dafür, daß es nicht zu groben Exzessen kam. Ein Rudel Nowdies belagerte spärer das Cafe Haupllvache unb trieb sämtlicheHartrnanner" unb Angströhren" Der das Cafe verlassenden st-äste ein.. In der Silvesternacht empfiehlt sich eben ars Kopfbedeckung em weicher Fitz. Dem tun die Brüder nichts. Einern Schreiner war _bcr Hut so hart cingetrieben worden, daß sich der Mann den Kvps verbinden lassen mußte. Sonst hatten die Rellungsivachen,nur lucnig zu tun, ein paar angebrannte Finger, sonst nichts, mutiert ivurden bis 1 Uhr fünf Personen.

h. Frankfurt r.>. M., 31. Dez. Als gestern in dem Mnzerheim in der Gellertstraße die neunjährige Tochter des Schneiders Hüßler den Chrtstbaum an- zünden wollte, gerieten die Kieider des Mädchens dabei in Brand und das Kind stand bald in Hellen Flammen. Es erlitt so schwere Brandwunden, daß es fta r b.

. n>. O b eviahn st ein, 1. Jan. Am 31. Dezember nach­mittags 4 Uhr e n t-g l e i st e in Km. 91.94 der Slrecke Wies- 6aden-NiÄ)erlahnftein zwischen Station Caub und St. Goars­hausen die letzte Tenderachse der zweiten Lokomotive des D-Zuges 171 Friedrichshafen-Holland infolge Bruches des rechten Lageriastens. Personen wurden nicht, verletzt. Der Materialschaden ist. unerheblich. Die Aufgleismtg er­folgte durch das Lokomotivpersonall Ter Zug fuhr mit 80 Minuten Verspätung weiter. Gegen 6 Uhr war der

& Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag ». Januar 1808

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=~ General-Anzeiger für Oberhessen GM für dre Tagesnummer Eoiciiottsirufl und Verlag der vrLHI'schen Univ.-Ruch- und Steindruckerel. K. Lange, «edattisn. Lrpeditisn und Druckerei- Schulfiratze Aiizeigenleck: H. Beck, bis vormittags 10 Uhr. t *' ____________ __ n.,-u.

nicht zutreffend.

Ei n e s e l t s o. m e L u f t s ch i s f e r n a ch r i ch t fmdet sich, wie uns von sehr geschätzter Seite mitgeteiU wird, in der in Riga erscheinenden Düna-Zeiwng, einem ange­sehenen Blatte Teutsch-Ziußlands. Sie berichtet aus Grodno, 11. Dez., daß ein Luftballon, in Dem sich der Dtettür Der Universität Gießen, Professor P e s ch e l und die Mitglieder der Berliner Lusfta-inergeselll Bereit zur Erweiterung ^oes Bohtotts iwranzuziehert. j schäft Freidecke und Decke befurchen hätten, in der Nähe t ä -' s, Der französische Lsuzminister des D-rses Meily.im L«is-.'«lou-t P-varre «httaijaticn.

Gu i) o t - Dessaigne ist infolge eines Schlaganfalls Plötz-