Ausgabe 
1.10.1908 Erstes Blatt
 
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Donnerstag 1« Oktober 1908

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Der akademische Nachwuchs.

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Zur Eröffnung der zweiten Spielzeit im neuen Stadttheater.

berechtigt.

Menn in obiger Ausführung öfter von Liebhabern, Naiven, Charakterrollen und ähnlichem die Rede war. so sei bemerkt, daß diese Fachbezeichnungen heute mehr zur leichteren Information des Publikums dienen als daß sie noch praktischen Mert besäßen. Wohl an den meisten künst­lerisch geleiteten Theatern werden jetzt die Rollen nicht mehr nach der veralteten Fachbezeicynung, sondern nach der Individualität der Künstler besetzt. Soviel über das neue Personal.

Zur Crvssnung einer Spielzeit werden gern Werke ge­wählt, die einmal durch größeres Personenverzeichnis mög­lichst viele Mitglieder einzusühren gestatten und dann durch wechselnde Bühnenbilder der Regie Ausgaben stellen. So hatten wir in den letzten Jahren als Eröistmngsvorstellun- ,,Talisman",Kaufmami Don~ Venedig",Winter­märchen", und dieses Jahr wird SchillersIungsrau von Orleans folgen. c

§>ie , Hungfr.au von Orleans" war wohl das Glanz-

politifctye Tagesseharr.

Freiwillige Mitglieder in Krankenkaffen.

Zweifel bestehen noch mancherorts über das Recht zwangs- versicherter Kassenmitglieder, die Versicherung freiwillig fortzu- setzen, falls das Jahreseinkommen 2000 Mark übersteigt. Wieder- holl ist gerichtlich festqestellt, daß die Mitgliedschaft forlbesteht, falls davon innerhalb 8 Tagen dem Kassenvorstande m irgend einer Form Mitteilung gemacht ist und die Zahlung der Bellragc puntt- lich erfolgt. Tie Bestimmung der Satzungen, daß der freiwillige Beitritt zu den Kassen bei einem Einkommen von wehr als 2000 Mark ausgeschlossen ist, findet also hier keine Anwendung.

sätzen vor.

Darauf sprach Prof. Dr. v. Mettsiein-Wien über: Die Nachwuchsfrage unter dem Gesichtspunkte der Be- dürfnisfe des naturwissenschaftlichen Unterrichts. Der Vor­tragende betonte einleitend, daß nicht die Fürsorge für die materielle Stellung des akademischen Nachwuchses den Ausgangspunkt für ferne Darlegungen bilde, sondern dre Erörterung einiger dringenden Bedürfnisse des naturwrssen- schaftlichen Unterrichts. Zur Abhilfe der besprochenen Uebel- stände schlägt der Vortragende vor: die Interessen der natur­wissenschaftlichen Forschung und Lehre verlangen, daß rn höherem Maße als bisher der wissenschaftlichen Spezralr- sierung Rechnung getragen werde durch Errichtung von Parallellehrstühlen in jenen Fällen, in welchen Disziplinen in inhaltlich und methodisch verschiedene Zweige sich teilten, durch Errichtung von Extraordinariaten und Erteilung hono­rierter Lehrausträge zur Vertretung wichtiger Spezial­fächer. Die stetig zunehmende Zahl der Hörerkategorien ver­langt in gleicher Weise die Errichtung von Extraordmarraten und Honorierung von Dozenten mit bestimmten, den Be­dürfnissen bestimmter Hörerlreise angepaßten Lehrauftrage. Zur Entlastung der Vorstände größerer Universitätsinstitute sowie zur Er^ichterung einer entsprechenden wissenschaft­lichen und pädagogischen Ausbildung erscheint die Ausge­staltung der Univeriitätsbeamtenstellungen von großer Wich-

hindern. , , .rri . ... . ..

Was die Darstellung der Jungfrau betrifft, ,v ist feit dem Vorgang der Meininger eine Wandlung im Bühnen­brauch eingetreten. Clara Ziegler und ihre Nachfolgerümen uchten durch hohe Figur und kraftvolles Organ das Helden­hafte zur sichtbaren Anschauung zu bringen. Neuerdings! wird der "Nachdruck meist auf die Charakterisierung der Johanna alszarte Magd" undzarte Jungfrau" gelegt und die Rolle mit einer jugendlich mädchenhaften Dar­stellerin besetzt, eine Auffassung, für die sich bekanntlich Schiller selbst entschieden hat. .

Unsere Bühne dürfte in Jo Hoven (emer Schulerm von Fräulein Gündel, der bekannten früheren Frankfurter Schau­spielerin) eine geeignete Repräsentantin der Johanna in obigem Sinne besitzen. Schlanke, jugendliche Erscheinung und weiches sympathisches Organ, das aber durchaus nicht der Kraft und Ätodulationssähigteit ermangelt, bieten ihr alle Voraussetzungen zu einer gewinnenden Verkörperung der Schillerschen Titelheldin.

Es möge zum Schluß eine Bemerkung Platz finden, die Adolf Meds, der bekannte Dresdener Hosschaufpieler, in einem Artikel vonBühne und Welt" über die Inszenierung der Jungftau von Orleans macht:

Man mag den Wert der SchillerschenJungftau" gering oder hoch einschätzen, jedenfalls übt das Drama noch immer aus das Publikum seins bezwingende Macht, die noch weit stärker wäre, wenn die Inszenierung stets darauf aus­ginge, überall die Poesie aus dem Werk herauszuholen, statt im Hinblick auf denpomphaften Krönungszug" die Dichtung als Spettakelstück zu behandeln.

Hermann Steingoetter.

Nr. 231

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Anzeiger «leben.

tigkeit.

An diese beiden Vorträge knüpfte sich eine lebhafte Aus­sprache. Pros. Eulenburg-Leipzig erklärte, der radi­kalste Vorschlag sei zweifellos der der zeitlichen Beschränkung der venia legendi. Die tüchtigen Kollegen hätten gewiß nichts dagegen einzuwenden, wenn die untüchtigen aus­gemerzt würden. Wer es sei schon jetzt vielfach an den Universitäten, vor allem in Leipzig, Sitte, daß das Extra­ordinariat verliehen würde im .Hinblick auf bestimmte für die Fakultät berechnete Werke. Jede Beschränkung wurde die Zahl derer, die dasgroße Werk" fertigstellen, nur ber- arößern. Viel praktischer wäre es, wenn die Fakultäten das Recht zur Verleihung be-:; Titels des extraordinären Professors hätten. Viele kämen heute nur zur Universität, um von der Regierung nach einiger Zeit den Titel Professor sich verleihen zu lassen, und um dann ein besseres Geschäft ?u machen. Leider werde auch innerhalb Trojas Mauern gesündigt. Die Zahl derer, denen es gut ergehe, sei viel zu qroß, und da würde mancher leicht schlapp und arbeite wissen­schaftlich nicht mehr genug. Die Verleihung von Unter­stützungen, vielleicht schon an den Schulen sei doch auch bedenklich. Mit Stipendien aufgepäppelte Gelehrte seien auch nicht die wünschenswertesten Elemente. Tüchtige Leute freilich solle man tatkräftig unterstützen. ^'an f m a nn-* Breslau: Wir stimmen alle darin überein, daß die akade­mische Laufbahn frei bleiben muß. Die Auslese kann nur durm das Leben selbst ersolgen. . Sehr empfehlenswert ist die zeitliche Beschränlnng der venia legendi; sonst kann es passieren wie in Breslau, daß ein Privatdozent rn den Listen steht, der jetzt schon 25 Jähre lang als Regierungs­rat in Berlin wohnt. (Heiterkeit.) - Hartmann-Wien: - - - " : nur möglich bei idealen

Das Stadttheater in

Scholz die erste Lustspiel-Possensoubrette, die ihren guten Ruf als fesche Darstellerin in L'ArrongesKompagnon , alsMadame Sans Gene" und alsCrevette" in Feydeaus übermütigerDame von Maxim" bewähren kann.

Lebhaftes Interesse wird sich auf den Regisseur und ersten Charakterkomiler Max Schonert konzentrieren, der unter der Direktion Schröder eine Reihe von Jahren an den Stadttheatern zu Thorn und Aachen mit größtem Ei> folge tätig war und in diesen Städten als Lieblmg des Publikums galt. , r .

In Rolf Ziegler vom Leipziger- Schauspielhause durfte eine vielversprechende Kraft siir einen Teil der Charakter­rollen gewonnen sein; Erscheinung und Befähigung quali­fizieren ihn auch für das dem Charakterspieler oft gefähr­liche Parkett des Salons.

In den Herreii Paul Kohlmann (jugendlich-komische Rollen), Edgar Pauly und Willibald Völcker (die beiden letzt­genannten für bedeutende Chargen- sind verständige Schau- psieler und gute Sprecher verpflichtet worden. _

Von dem übrigen neuengagierten Personale sei noch Karl Volck ein Schüler des Herrn Auerbach vom Frankfurter Schauspielhause erwähnt, der vorläufig sür zweite Lieb­haber und Chargen verpflichtet, durch ausgesprochenes Talent und gute Sprachtechnik zu großen Hoffnungen

Ausweisung eines französischen Journalisten.

Einiges Aussehen erregte es kürzlich, als ein französischer Jour­nalist namens Kübler aus dem Elsaß ausgewiesen worden war. Der Grund der Ausweisung des Journalisten Kübler aus Elsatz- Lothrinqen wird jetzt bekannt. Wie schon gemeldet, hat Kübler, der aus dem Elsaß stammt, aber für Frankreich optiert hat und dann wieder nach Elsaß-Lothringen zurückkehrte, die Aufforderung erhalten, die Reichslande zu verlassen. Wie letzt der .Voss. Zlg. au- Straßburg gemeldet wird, hat Kübler im Reichslande neulich der französischen Regierung Hilfe geleistet, Spione zu entlarven. Voriges Jahr kam ein französischer Spion namens Verton nach ' Straßburg und stieg im Hotel Terminus ab, wo er mit dem deut­schen Unterhändler verhandelte. Die beiden Mannersprachen tnt Hotelzimmer so laut, daß ein Pariser Advokat ihre Unterhaltung belauichen konnte; er überwachte die Abreise des Berton, deffest Signalement er nach Varis gab, so daß dieser bei seiner Ankunft dort verhaftet wurde. Das Pariser Schwurgericht verurteilte den Mann später zu lebenslänglicher Deportation, und zu seiner Ueber- sührung dienten vor allem die Feststellungen, die der Journalist Kübler, der in Straßburg als Optant die GastsreundschaÜ der deutschen Regierung genoß, im Auftrage seiner Pariser Blatter machte, die dem dortigen Untersuchsrichter eingehandigt wurden. Man mag so niedrig über die Spioiiage denken, rote man will, aber niemand wird es der deutschen Regierung zumuten, daß sie jemaiid im Lande wohnen läßt, noch dazu einen Ausländer, der kein Recht auf den Aufenthalt auf deutschem Boden hat, der einer fremden Macht m die Hände arbeitet. Kübler plant, sich letzt in Kehl iu Baden niederzulassen. Ob er dazu die Erlaubnis erhalten wird, erscheint noch fraglich.

Daß unser städtisches Kunstinstitut sich bereits einen festen Platz im Sperren der Gießener Einwohnerschaft er­worben hat, zeigt das große Interesse, das der zweiten Spielzeit im neuen Hause entgegengebracht wird. Dies Interesse äußert sich auch in mannigfachen Anfragen, die die künstlerischen und persönlichen Eigenschafteii der neuen Mitglieder betreffen. Ein Paar ailsklärende ferner hingen in dieser Hinsicht dürften daher am Platze sein.

Es ist das Bestreben der Bühnenleikung, einen Stamm seßhafter erster Kräfte hier festzuhalten und etwa not­wendige Ergänzungeii des Personals durch Probegastspiele einzusühren oder durch Sommerengagement in Bad-Nau- Heim dem Ensemble anzugliedern.

Bewährte Kräfte sind es, die uns vom letzten Jahre her erhalten geblieben sind. Wir nennen neben Hermann Sa toi, dem verdienten Oberregisseur unserer Bühne nur Künstlernamen wie Rudolf Goll, Erich Weingärtner, Cle­mens Roden, SMene Achterberg, Torte Maifarth, Marie Lautermami. Auch die Damen Grete Höcker und Claire Al­brecht, die sich im Frühjahr durch Gastspiele (Elisabeth in Maria Stuart und Giuditta inHwilligsschwester") aufs vorteilhafteste eingeführt haben, dürfen wir bereits als Be­kannte ansprechen. .

Von den neuen Kräften nennen wir um fest Dem schönen Geschlecht den Vortritt zu lassen Anny Rober, vordem an den Hoftheatern zu Altenburg und Hannover, die hier einen Teil der munteren Rollen und jugendlichen Salondamen, außerdem die jugendlichen weiblichen Cha­rakterrollen darstellen wird. Tie Künstlerin hat bei ihren Gastspielen in Bad-Nauheim in diesem Sommer geradezu Aufsehen erregt durch ihre Leistungen in den heterogensten Aufgaben. Sie wird auch hier bald Gelegenheit finden, sich alsEva" in Paul LindausErfolg" und alsOthella Lustig" in des Dänen Med satirischer Komödie2x2 = 5" ans verschiedenstem Gebiete zu betätigen.

In Ada Pauly vom Zwickauer Stadttheater hat unsere Bühne eine routinierte feinkomische Kraft für die bürger­lichen Mütter gewonnen, die sich gleich Jo Hoven, der Ver­treterin der sogenannten sentimentalen Nollen und jugend­lichen Heroinen bereits am Kurtheater in Bad-Nau heim ^geführt hat.

tung ist denn auch das Regiebnch des Meininger Hostheatersi zugrunde gelegt worden. Wo die Regie davon ab ging, be­findet sie sich im Einklang mit der neueren Kritik. So ist namentlich der Krönungszug, der, an und Ar sich ganz nebensächlich für die Handlung, an vielen Buhnen zum opernhaften Hauptstück der Aufführung gemacht wird, aus das hauptsächlichste zusammengedrängt worden, ^m übrigen ist dahin gezielt worden, den poetischen Gehalt des Werks in den Vordergrund zu stellen und durch angebrachte ©trutje owie durch schnelle Verwandlungen, zum Teil bei offener Szene, eine übermäßige Dauer der Vorstellung zu ver-

Verhältnissen. Tie medizinischen Fakultäten sind an der großen Zahl der Habilitationen selbst schuld. Nicht we­niger als 38 Privatdozenten in Wien seien weder wissen­schaftlich noch akademisch tätig. Sie habilitieren sich aus wirtschaftlichem Interesse und aus Eitelkeit. Mitschuldig seien die Mitglieder der Fakultäten. Alfred Weber-Hei­delberg erklärt, eine ganze Menge von Lehrkräften werde aus bestimmten Rassenvorurteilen nicht in die Stellung gebracht, die ihnen gebühre. (Lebh. Zustimmung.) *£>o sehr der Redner mit den sachlichen Ausführungen ötzraepelins einverstanden sei, so müsse er die Beschränkung der venia legendi unter den heutigen Umständen doch bekämpfen. Ernst Mayer-Würzburg spricht sich gegen die Zulassung auf Zeit aus. Eine Hauptgefahr sei in dem Titel: Extra­ordinarius ohne Gehalt zu finden, der jetzt immer häu­figer verliehen werde. Das ist, erklärt der Redner, eine Art--(Zuruf: Schwindel!), ganz recht, organisierter

Schwindel. Es werden Leute aus bloßer Gnade zu Pro­fessoren ernannt. . n .±

Die Versammlung nahm schließlich die in den Leit­sätzen niedergelegten Anregungen zur Kenntnis und be­schloß, diese einer der nächsten Tagungen zur ausführlichen: Beratung zu überweiseii. Hierauf wurde der 2. Deutsche Hochschulleyrertag geschlossen.

Heber diese aktuelle Frage wurde gestern auf dem 2. deutschen Hochschullehrertage in Jena sehr eingehend referiert. Von besonderem Interesse waren die Ausfüh­rungen des Prof. Kraepelin-München über die Habi- litationsbedingungen. Kraepelin wünscht für die akademische Laufbahn eine sorgfältigere Auslese. Wir kommen nicht aus, so sagte er, mit der durchschnittlichen Befähigung. Neben der Forschungsfähigkeit ist großes Ge- toidit auf die Lehrfähigkeit zu legen. Wenn es auch richtig ist, daß der tüchtige Forscher meist ein guter Lehrer sein wird, so gibt es doch hervorragende Forscher, die sehr wenig geneigt sind, das Lehramt auszuüben und umgekehrt. Es müsse Platz für solche Leute geschaffen werden, die noch eme große Forscheraufgabe vor sich haben, die Bürde des Lehr­amtes aber nicht auf sich zu nehmen in der Lage sind. Es wäre wünschenswert, wenn an einzelnen Universitäten Leute mit hervorragender Forscherbegabung ohne Lehramt tätig fein könnten. Anderseits bestehe auch ein Bedürfnis an tüchtigen Ährem. Daher gäbe es die Einpauker, die ohne jede Kontrolle unterrichten und daher eine Art Neben- Universität bilden. Die Auslese müsse möglichst früh er­folgen. Sie biete heute manche Schwierigkeiten wegen der hohen zum Universitätslehramt erforderlichen Mittel. Jn- solaedessen finde heute neben der wissenschaftlichen Aus­lese uch noch eine wirtschaftliche Auslese statt. Der Zu­gang zur Mssenschaft müsse aber unabhängig gemacht wer­den vom Reichtum. Unzweifelhaft müsse alles unterstützt werden, was geeignet ist, die wissenschaftliche Auslese zu erleichtern. Härten würden immer bestehen. Man muffe sie aber möglichst zu lindem suchen, einmal dadurch, daß man die Lage der tüchtigen und brauchbaren Elemente nach Möglichkeit verbessere und die ungeeigneten Elemente in einer möglichst schmerzlosen Mise au§mer§e. Redner for­dert eine großherzige Förderung aller starken wissenschaft­lichen Persönlichkeiten, die eine Lücke ansfnllen können. Bei der Habilitation müßten hohe Anforderungen gestellt werden, namentlich müßten originale Leute und selbständige Persönlichkeiten jn die akademische Laufbahn hineinkommen. Es sei aber immerhin schwierig, da eine richtige Prognose zu stellen. Es werde immer Vorkommen, daß Blender Vorwärtsrücken und daß andere, die entwickelungsfähiger sind, zurückstehen. Die zweite Frage sei die Ausmerzung der Untauglichen. Der Redner sieht da nur ein Mittel: Eine Beschränkung der venia legeiidi auf sechs bis acht Jahre. Auch der Offizier müsse, wenn er den an ihn ge­stellten Anforderungen nicht genüge, den Zylinder aufsetzen. Wir find, so rief der Redner aus, auch eine geistige Armee und müssen die Dozenten ohne inneren Beruf ausscheiden. Die akademische Laufbahn braucht eine Auslese, wobei leider auch viele Opfer fallen müssen. Redner erhebt dann die Forderung einer Bewährungsfrist. Die letzte Auslese erfolge dann beim Ordinariat. Es sei unzweifelhaft, daß bei der Berufung von Ordinarien manches mitspiele, was man als unberufenen Einfluß bezeichnen dürfe. Jrn großen und ganzen täten die Fakultäten bei der Auslese ihre Schuldigkeit, schon ihrer Selbsterhaltung wegen, da solche Fakultäten andernfalls sehr bald ihr Aiisehen unter­graben würden. Einzelne Berufungen, die durch die Mi­nisterien erfolgt seien, wären nicht sehr glücklich. (Erneute

h'terien eriolat seien, wären nicht lehr glualim. (yrneure rar in jovuui

bhafte Zustimmung.) Gewiß machteii auch die Fakultäten>Die gliche Besairaniung wäre _------ -----.

in Frankfurt a LT sendet uns in Lore I stück der berühmtenMeininger", und der hiesigen Einnch^ in tfraiui ull u. *j. u ) ««»A4-f.it a hM.eininaer »ortbeater^

Mißgriffe. Die großen Universitäten kauften sich immer alte berühmte Namen und hätten schließlich eine Samm­lung von Ruinen. (Große Heiterkeit.) Die jüngeren Universitäten nähmen die aufstrebenden Kräfte und sähen dann zu ihrem Schreck häufig, daß nicht alle Blütenträume reiften. (Lebhafter Beifall.) Der Redner legte bann zum Schluß im Sinne seiner Ausführungen eine,Anzahl von Leit-

Erstes Blatt 158. Jahrgang

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