Montag 1. Juni 190b
Nr. 127 Erstes Blatt 158. Jahrgang
/h -M- / O 8ejug»t>»ei*«
gonnlagS- - Beilagen: js™7A v ” monatlrch75Pf.,mertel-
dermal wöchentlich M AA AA A A ^A A A. Ehrlich Mk. 2.20; durch
NehenerZamUienblatter; W Ms ■> WW jlWk <W Abhole- u. Zweigstellen
^®iCnviici ziHiviucr^ü teKSE%>Iw- J▼»HVlSMS T( t*ie Redaktion 112, ÖJF «fffeter Verantwortlich
E General-Anzeiger für Oberheffen ZW§ äniiatymc von Anzeigen v » 6 f 7 u.Land" und „Gerichts-
£ „‘‘immagTioui)” Hotationsönid und Verlag »er vriihsschen Unlv.-Vllch- und Skinöruderei. K. Lauge. NedaMou, Lrpedttion UN» Druckerei: Schulstratze r. An»ig-ni°?l°? H.^BeL
und naiver Poesien, der versäume nicht, das Konzert zu besuchen. Heroorgehoben seien vor allem die zwei weltlichen Kantaten von dem ehrwürdigen und doch so humorvollen und vergnügten Johann Sebastian Bach. Kürzlich ist neue Bach-Monographie erschienen von Albert Schweitzer, der wir folgendes entnehmen: »Die Jugendkantate wurde am 23. November 1716 zur Geburtstags -- Feier des Herzogs Christian von Sachsen - Weißenfels komponiert und aufgeführt. Hohe und niedere Gottheiten bringen dem Geburtstagskinde ihre Htlloigungen dar: Endymion fühlt sich von Diana, seiner Geliebten, vernachlässigt und macht ihr darob Vor- würse. Sie entschuldigt sich damit, daß sie heute der Jagd folgen muß, um dem teueren Helden Christian mit Glückwunschkuß zu dienen, was Eindymion ganz in Ordnung fuidet. Versöhnt und verbündet preisen sie den hohen Herrn. Damit dies in der richtigen inusikalischen Abwechselung geschehe, treten noch der Pan jener Gegend und Pales, die Göttin der Herden, hinzu, was zu einer Kantate mit Rezitatioen, 8 Arien und 2 Chören vollauf Stoff gibt. Tie Musik ist ungemein stimmungsvoll und von bezaubernter Frische. — Interessant ist es, daß eine yanze Reihe von Nummern dieser Kantate später zur Grundlage für Kirchenkantaten dienten und daß z. B. die bekannte kirchliche Sopranarie „Mein gläubiges Herz" auf die Arie der Pales zurückkehrt". — Die Kaffeekantate: Schweigt stille, plaudert nicht, ist ein höchst vergnügtes lustiges Stückchen nach Picander. Vater Schlendrian will seiner Tochter Lieschen den Kaffee abgewöhnen. Alle Drohungen fruchten nichts, erst als ihr ein Mann versprochen wird, willigt sie in den Verzicht — aber im geheimen schwört sie, nur den zum Manne au nehmen, der ihr im Eheoertrage verspricht, ihr den Kaffee zu lassen. Hierzu hat Bach eine Musik geschrieben, die man eher dem bekannten Offenbach zumuten würde, als dem würdigen ThomaSkantor. Das Stückchen wirkt wie eine Operette.
— Theure Theaterplätze. Bei der großen Gala-Vorstellung in Covent-Garden (London) die zu Ehren des Präsidenten F a l l i ö r e s veranstaltet wurde, schwankten die Preise der Logen zwischen 15 und 40 Guineen (225—860 Mk.), während Orchestersitze mit 150 Mk. bezahlt wurden. Obwohl dies schon recht stattliche Preise sind, erreichen sie doch nicht die Höhe, zu der man beim Besuch des Präsidenten Loubet im Jahre 1903 gelangte, wo für Logen 1290 und für Orchestersihe 250 Mk. gezahlt wurden. Damals kostetete die Dekoration des Hauses auch die Kleinigkeit von 80 000 Mk.
— Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Die 'Akademie der Wissenschaften zu Wien erkannte einen Preis von 2 000 Kronen für die beste Arbeit über Schiller im Urteil der deutschen Nachwelt dem Direktor des Real-Pro- gymnasiums in Lichtenberg bei Berlin Dr. Albert Ludwig zu. — Zu Brüssel tagt z. Z. der internationale Polarkongreß. Der amerikanische Delegierte Bridgman teilte Näheres über die Polarexpedition mit, welche der Forscher P e a r y im Juli auf die Kosten der Unionsregierung unternehmen wird. Außerdem soll auf Veranlaffung der amerikanischen Regierung eine Südpolarexpedition unternommen werden, deren Projekt gleichfalls Peary ausgearbeitet hat.
Her verband der AunMeundr in den Landern am Rhein,
Mim. Protektor bekanntlich S. K. H. Gwßherzog Ernst.Ludwig V, hat, wie uns aus Darmstadt berichtet wird, dort am rn Samstag und Sonntag eine Tagung abgehalten, die sehr erreich aus allen Derlen Hessens und !>er angrenzenden Ender irchl war Nachdem die Vorstandsmitglieder schon am Freitag tab vom Großherzog zur Hoftafel eingeladen waren, fand cn Samstag vormittag eine geichastlicke Beratung inttmer Na- :r und darauf ein Frühstück beim Oberst a. l. s. F^hrn. von teel statt. Am Abend folgte un Restaurant der Lande^aus- i:l lung ein geselliges Beisammensein, au welchem , auch der 'uchHerzog erschien, der sich dis nach 11 Uhr 1
l:ic auswärtigen Kunstlommü)wusMitgliedern und den Kimstlern Erhielt. Wir bemerkten unter den Erichlencnen die beruhm- tii Altmeister Ludwig Thoma, WtlhelmTbn er, ^erU 'mitt und Steinhausen ferner die Vorzeichen ber cchiedcnen auswärtigen KunstkommM tonen, Ge^Reg.-Rat Safin, Prof. v. Hauck und Oberst v. Bieber-Stuttgart , -cock-Straubura u a. Die Hauptversammlungdes Verbands
am Sonntag9mittag im Gartensaal des ^sowohl
ii-c hieß zuerst der Minister des Innern Dr. Braun sowohl ^n-ens der Staatsregierung wie namens des Vorstan^s. de Wchen Landesausstellung die Mitglreden Mi, ^men. Tae Tw- 'inz des Verbandes finde unter einem besonderen Zeichen. M«.
K ?•“““£ Es.'s
h Zeit nicht dadurch ausgleichen konnten datz unser'-«im- in erhöhtem Maße vom Segen des S^nen eMll uno ir Befreiung werde durch die Kunst, n dK uü sich spiegelt
WI dem das Verlangen geschrieben ist, E I Verband ein Girier ' Heerufe^ ber d)IC ^Lände"^m^RheinE durchzog, um VM htortta -jU axeÄÄrÄ Hiwi« aufgetufen hin,
Jm unb Staat «emetafam■ “ntes™B”TÄtffä Wirklichung der Kunst ^w ^b l^ Beifall
vr-us, daß nach der in der Zwuten jhuhu
(fet Parteien des Hauses ersolgten. F > Künstbetätigung. ?mnun ab in Hessen ganj einig guigcnm>^rer Kurngw 9 9 em'e U
Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.
besuch der schwedischen Königspaares ht Berlin.
In später Nachmittagsstunde erfolgte gestern pro- li»lnnmäßig der feierliche Einzug des schwedischen Königs- niaares in die Reichshauptstadt. Auf dem Lehrter Bahn- Hofe sand ein großer glänzender Empfang statt, der ein buntes, fesselndes Bild bot. Auf dem Bahnsteige hatte eine fsiMpagnie des Augustaregimcnts mit der Fahne und der !! igimentsmusik Aufstellung genommen, nach und nach fand sich eine glänzende militärische Versammlung ein, das kaiserliche Hauptquartier, die Generalität, denen sich sämtliche anwesende Prinzen und Prinzessinnen zugesellten. Gegen ,v,i Uhr traf das Kaiserpaar aus dem Bahnhofe ein und verweilte bis zur Ankunft des Zuges im Gespräch mit den anwesenden hohen Herrschaften. Als der Sonderzug in die idle einlief, präsentierte die Ehrenkompagnie und die Musik ipielte die schwedische Nationalhymne, schnell entstiegen ict König und die Königin ihrem Salonwagen, die Be- rißung mit dem Kaiserpaar war eine überaus herzliche. ic!(f) Vorstellung des Gefolges und des Ehrendienstes schritt sei Kaiser mit dem Könige, der die Uniform seines preußi- hen Dragonerregiments trug, die Front der Ehrenkom- laznie ab, die darauf im Parademarsch defilierte. Darauf folgte der Einzug. An die Spitze setzte sich eine Ehren- !okörte, die höchsten Herrschaften folgten in offenem a la aitmont bespannten Galawagen mit Spitzenreitern und illhren, unterwegs vom Publikum sowie den spalierbilden- fcen Kriegervereinen mit Hochrusen begrüßt, durch die Regesallee und das Brandenburger Tor zum Pariser Platz, no die offizielle Begrüßung durch die städtischen Behörden [toi sich ging. Der Pariser Platz war nicht mit besonderen Dekorationen versehen, nur zwischen den Pfeilern des Brandenburger Tores hingen große Flaggen in den schwedischen Mitbcn, während der Eingang zu der Mittelpromenade der linden von zwei großen Fahnenmasten flankiert war, deren toftamente Blumenkörbe trugen. Zu beiden Seiten des Uotzes waren niedrige Podien aufgeschlagen, die für die .^gehörigen des Magistrats reserviert waren. Vor diesen inlimen 200 Schulmädchen in weißen Kleidern und Kränzen ton gelben und blauen Blumen tm Haar Aufstellung und kochten so ein buntes Bild in die Versammlung. Gegen d Uhr ertönten Hochrufe vom Tiergarten her, und bald tiNkaus hielt auch der festliche Zug aus dem Platze. Ober- iitrgermeister Kirschner trat an den Galawagen heran, rorin König Gustav neben Kaiser Wilhelm Platz genommen Rillen und hielt eine Begrüßungsansprache, in der er u. a. jagte: die Bürgerschaft sei eingedenk der engen verwandt- -iöstlichen Bande, die'die erlauchte Gemahlin und den König selbst mit dem Fürstenhause Hohenzollern verbinden. :k erinnere sich der Vielsachen weltgeschichtlichen Bezieh- •ii gen, die im Lause der vergangenen Jahrhunderte zwischen :.Tn deutschen und dem starnmerverwandten schwedischen <olfe bestanden haben. Sie gedenke der zahlreichen ge- r.emsamen wirtschaftlichen, geistigen und politischen Be- ||ie jungen, die die beiden befreundeten Nationen auch in der siezenwart verbinden. Sie knüpfe an den Besuch des Ko- jrgs die sichere Hoffnung, daß das unablässige und un- miüdliche Streben des deutschen Kaisers, der Menschheit
Ilie Segnungen des Friedens zu erhalten, auch in Zukunft j
Erfolg gekrönt sein möge und sie wünsche daher auf-!Bande zwischen Deutschland und Schweden, zu denen sich ig und innig, daß die Stunde, in der das Königspaar in I zwischen unseren Häusern noch solche naher Verwandtschaft
von
richtig
der Reichshauptstadt ein^iehe, eine glückliche und reichgesegnete sein möge. König Gustav dankte in deutscher Sprache für den herrlichen Empfang, der ihm in Berlin zuteil geworden sei, er freue sich außerordentlich, nach Berlin zu kommen und sei tief gerührt durch die warme Begrüßung seitens der Bevölkerung, die von Herzen komme und zu Herzen gehe. Währenddessen führte Bürgermeister Reicke eine Abordnung der Schülerinnen an den Wagen, worin die schwarzgekleidete Königin neben der Kaiserin saß, worauf eine Schülerin einen großen Blumenstrauß mit
gleich würdigen schwedischen Nation unter zwei Dokumenten zusammengefundeil hat, die einen Beweis von der friedlichen Gesinnung der Unterzeichner bilden und zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Sicherheit im Norden Europas zu wirken bestimmt sind. Ich flehe Gottes Schutz herab auf Eure Majestät, Ihre Majestät die Königin, Eurer Majestät gesamtes Haus und das edle schwedische Volk. Ich wünsche Eurer Majestät eine lange, friedliche und gesegnete Regierung. Ich trinke auf das Wohl Ihrer Majestäten des Königs und der Königin von Schweden!"
Darauf erwiderte der König von Schweden mit folgendem Toast:
„Eure Kaiserlichen und Königlichen Majestäten! Für die überaus freundlichen Worte, die Eure Majestät soeben an uns gerichtet haben, sowie für den großartigen und herzlichen Empfang, welcher der Königin und mir hier zuteil geworden ist, spreche ich Eurer Majestät unfern innigsten und tiefempfundensten Dank aus. Eure Majestät wissen, mit welchen Gefühlen der aufrichtigsten Freundschaft mein hochseligcr Vater schon mit Kaiser Wilhelm dem Großen und darnach auch mit seinen Nachfolgern auf dem deutschen Kaiserthron eng verbunden war. Seit Jugendjahren habe ich die große Freude gehabt, Eure Majestät zu kennen und, bei den mannigfachsten Anlässen sind mir und der Königin die wertvollsten Beweise des Wohlwollens und der verwandtschaftlichen Gesinnung seitens Eurer Majestät zuteil geworden. Ich bitte uns dieses auch in Zukunft bewahren zu wollen. Für die Königin ist es eine ganz besonders dankbar empfundene Freude, heute hier anwesend sein zu können. Sind doch ihre schönsten Kindererinnerungen eng mit dem Hause Eurer Majestät und ganz besonders mit der erhabenen Gestalt Eurer Majestät und der Königin gemeinsamen Herrn Großvaters verknüpft. In wenigen Tagen sind zwanzig Jahre verflossen, seitdem die göttliche Vorsehung das ruhmreiche Szepter der deutschen Kaiser in Eurer Majestät tatkräftige Hand gelegt. Die deutschen Fürsten und das deutsche Volk werden dann auf eine Entwicklung der geistigen und materiellen Kräfte des Reiches im Diente des Friedens zurückblicken können, die fast beispiellos dasteht. Aber auch für mich und mein Volk sind diese zwei Jahrzehnte von größter Bedeutung, indem sie eine glückbringende Entwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen unfern beiden Ländern bezeichnen. Durch die vor wenigen Wochen abgeschlossenen Nord- und Ostsee-Verträge, welche zur Befestigung des Weltfriedens dienen, sind auch unsere Länder in nähere Verbindung getreten. Es ist meine feste Ueber- zeugung, daß diese Verträge zur wirksamen Forderung der beiderseitigen Interessen und zur dauernden Festigung der guten Beziehungen zwischen uns beitragen werden. Ich
gesellen, zum Heil und Segen beider Volker sich immer fester gestalten werden. Wie sich die beiden Nationen durch den steten Ausbau der Verkehrsmittel, zu dem erst kürzlich beiderseits wieder ein wichtiger Schritt getan wurde, einander räumlich immer näher kommen, so möge auch Handel und Wandel beständig wachsen und die Berührung der beiderseitigen Geisteskultur immer enger werden. Mit lebhafter Befriedigung ist es auch im deutschen Volke begrüßt worden, daß sich kürzlich Deutschlands Name zusammen mit dem der altbewährten, ihres historischen Ruhmes stets
Marschall Nielrosen überreichte. Die Königin reichte erfreut der Kleinen die Hand und dankte für die Aufmerksamkeit. Der Kaiser machte alsdann den stönig auf diese Szene, die fick neben seinem Wagen abspielte, aufmerksam, worauf auch der König dem Bürgermeister herzlich dankte und bemerkte, es freue ihn um der Kinder willen, daß das Wetter so schön sei. Der König reichte nochmals dem Oberbürgermeister die Hand, auch Kaiser Wilhelm, der überaus frisch aussah, und bester Laune zu sein schien, grüßte freundlich, worauf sich der Zug unter den Klängen der schwedischen Nationalhymne und unter präsentiertem Gewehr der Truppen, die bis zum Schloß Spalier bildeten, in Bewegung setzte. Zehntaufende von Menschen hatten die Linden besetzt und brachten den Majestäten begeisterte Ovationen dar. Im Königlichen Schlosse selbst angelangt, fand dort ein intimerer Empfang statt, dem um 7 Uhr die Galatafel folgte.
Anläßlich des Besuches des schwedischen Königspaares in Berlin bringen die Stockholmer Blätter längere Leitartikel, in denen sie an die festen Bande erinnern, die seit altersher Deutschland und Schweden verbunden haben, und in welchen sie an die Mitwirkung Deutschlands bei dem Abschluß des Nord- und Ostseeabkommens erinnern. Wenn König Gustav jetzt offiziell zum Ausdruck bringe, welchen großen Wert die Freundschaft Deutschlands für Schweden habe, so spricht er mit Recht im Namen des schwedischen Volkes.
Bei der Galatafel im Königlichen Schlosse brachte der Kaiser folgenden Trinkspruch aus:
„Freudig bewegt begrüße ich Eure Majestät auch im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin in den Mauern Meiner festlich geschmückten Haupt- und Residenzstadt. Gleichzeitig gebe ich unserer besonderen lebhaften Freude darüber Ausdruck, daß auch Ihre Majestät die Königin die Beschwerden der Reise nicht gescheut hat, um uns durch einen Besuch zu erfreuen. Ich weiß mich eins mit den Gefühlen der Reichshauptstaöt wie des gesamten deutschen Volkes, wenn ich Eurer Majestät ein warmes und aufrichtiges Willkommen entgegenrufe und den herzlichsten Dank ausspreche für diesen ersten Besuch, den Eure Majestät uns nach Antritt des väterlichen Thronerbes feierlich abzustatten geruhen. Ich und ganz Deutschland begrüßen mit lebhafter Befriedigung in Eurer Majestät Aufenthalt an Meinem Hofe eine Fortsetzung der freundschaftlichen und innigen Beziehungen, die seit vielen Menschenaltern und besonders auch zu Lebzeiten Seiner hochseligen Majestät des von Mix hochverehrten Königs Oskar zwischen unseren beiden Häusern und unseren benachbarten und stammverwandten Nationen bestanden haben. Ich bin überzeugt, daß die mannigfachen
haltige Gewähr für das Werden und Mehren des wirklichen Reichtums, den es nach unserem Senior und Lehrer Hans Thoma für ein Land bedeutet, wenn es viele Sck)ütze edler Klinst sein eigen nennt. So fühlen wir uns, — so schloß der Minister, — mit Ihnen eng verwandt und sehen in dem Verband der Kunstfreunde einen treuen Bundesgenossen und Helser zu gemeinsamer Kulturarbeit. Eben darum wünscht die Großh. Regierung dem Verband von Herzen besonderes Blül>en, Wachsen und Gedeihen. Seien Sie nochmals in Hessen willkommen!
Nach diesen mit großem Beifall aufgenommenen Worten begrüßte Beigeordneter Jager namens der Stadt die Versammlung. Dann hielt Prof. H ö l z e l-Stuttgart einen instruktiven Bortrag über die Verwertung künstlerischer Mittel bei bildlichen Kunstwerken, die sich bestimmten Mumforderungen anzugliedern haben. Ter Redner knüpfte seine Betrachtungen besonders an die neu errichteten Psullmger fallen, die von seinen Schülern mit Turn- und K'onzerthalle und reichem Wandschmuck ausgestattet wurden. „ c r <
Der Schriftführer Wilh. Schaler erstattete daraus den Jahresoericht, aus dem hervorgeht, daß dem Verband zwei neue Patrone, die Städte Mainz und Düsseldorf, beigetreten sind. Nach dem Kassenbericht betrug die Einnahme an Mitgliedsbeiträgen 39 000 Mk., an Patronatsbeirrägen 5000 Mk. Verausgabt wurden El-rengelKlter an Künstler 6300 Mk., für Verlosungsgegenstände 7300 Mk., für Verlag der Zeitschrift Rheinlande 20 000 Mk. Einnahme und Ausgave für 1907 balanzieren mit 63115 Mk. Die Mttgliederzahl beträgt über 2600. Nach Entlastung des Vorstandes wurde als Ort der nächstjährigen Tagung Straßburg i. Elf. gewählt. Die Versammlung stimmte bann noch der Wahl einer schweizerischen Kunstkommisfion zu, deren Vorsitzender Oberst Ollrich-Zürich ist. Zum Schlich wurde noch übet das Preisausschreiben Tür das Vereinsblatt Mitteilung gemacht. Es ist eine Lithographie von Heinrich Otto-Düsseldorf „Gasthaus zur Post im Mondschein", gewählt worden.
Dem festlichen Tell folgte ein gemein,ames Festmahl int städtischen Saalbau, woran 250 Damen und Herren teilnahmen. Ter Trinkspruch auf den Großherzog wurde von dem Vorsitzenden des Verbandes, Geh. Justizrat Dr. v. Raden-Frankfurt ausgebracht. Geh. Kabinelstat Röm Held toaftete auf die Damen.
F. H. «
— Gießener Konzertverein. Das für Mittwoch bevorstehende zweite Chorkonzert, das letzte der Saison, verspricht ein be anderer Genuß zu werden. Stehen doch auf dem Programm selten gehörte Chöre aller Meister weltlichen Inhalts. Es sind oollstümliche Sachen tm besten Sinne des Wortes, die für ein Stündchen zurückversetzen mögen in die schönen geruhigen Zeiten unserer Altvordern, als noch nicht Dampf und Elektrizität zu immer rasenderer Hetze antrieben. Diese alten Meisterlieder verdienen es, der Vergangenheit auch bei uns entrifien zu werden, und es ist ein reizvoller Gedcmke, daß der Abend ganz un Banne des 16., 17. und 18. Jahrhunderts stehen wird. Wer sich un Geiste in die Zellen zurückversetzen mag, m die Tage der Schäferlieder


