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1.4.1908 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten

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vom Infanterie-Regiment' den Hauptleuten PrizeliuS Wagner vom Jnsanterie- dem Truppenübungsplätze zu dec Kompagnie kom-

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mandierten Offiziere treten zu ihren Regimentern zurück, die Ossiziersaspiranten haben weitere vier Wochen bei ihren.

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Budapest, 31. März. Wie verlautet, wird das ungarische Postsparkassenamt den P o ft s ch e ck - und Ueberweisungs- v e r k e l> r auch aut das Ausland ausdehnen, an erster Stelle aut Deutschland durch Vermittlung eines Bankinstituts, aud) die Einrichtung eines selbständigen Sparkassenannes iür Bosnien und die Herzegowina, im Anschluß an die Weintet in Wien und Buda­pest ist nur noch eine Frage kurzer Zeit.

unter Leitung des Majore Rücker Kaiser Wilhelm und befehligt von vom Infanterie-Regiment 88 und Regiment 118, am 3. März auf zusammengezogen worden. Die

nossenschastsart anzuschließen oder an ihr festzuhasten, was bei einer großen über 1700 Mitglieder zählender: Kc tüchtiger fachmännischer Leitung unbedenklich und vortei! kann bei einer kleinen Kasse, wie wir jetzt in Ober; gesehen haben, geradezu zu einer Katastrophe sichren. £)<. luir jetzt deir Bericht selbst reden;

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sich Prälat v. Flöring für Aufrechterhaltung der bestehen­den geseMchen Bestimmungen aus. Ihre Beseitigung würde in der Bevölkerung gewiß vielfach unliebsam empfunden werden. Es kämen doch auch Imponderabilien mit in Betracht, die Berücksichtigung verdienten. Redner bringt in diesem Sinne einen neuen Antrag ein.

O.-L.-Präs. Lippold hält es süv besser, dem Ausschnß- antrag zuzustimmen.

Nachdem auch Minister-Braun sich in diesem Sinne ge­äußert und erklärt hat, die Anregungen des Prälaten D. Flöring bei anderer Gelegenheit in Erwägung zu nehmen, zieht dieser seinen Antrag zurück.

Das Haus nimmt den Ausschußantrag an.

Das Haus erledigt dann eine Reihe von Vorstellungen nach den Beschlüssen der Zweiten Kammer und lehnt u. a. die Anträge Ulrich über die Schulreform, die nationale Ein­heitsschule und die Abänderung des Art. 86 des Vollsschulge- setzes al). Die Vorstellung des Gemeindevvrstandes Seligen­stadt, betr. die Konfessionsschule daselbst, beantragt der Aus­schuß für erledigt zu erklären und somit dem Beschluß der Zweiten Kammer beizutreten.

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* Tageskalender für Mittwoch den 1. April: Stadttheater:Panne." Anfang 7 Uhr.

Kolosseum: Programmwechsel.

Gastivirtsgewerde- u. Kochkunst-Ausstellung

(Den ganzen Tag geöffnet.)

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* Kleink'inderschulen. AuS dem Mutterhaus für' Kinderpflege zu Nonnenweiher bei Lahr (Baden) sind zur Zeit im Kreise Gießen Schwestern für Kleinkinderschulen stationiert in Allendorf a. Lumda, Burkhardsfelden, Gießen, Großen-Linden, Grünberg, Heuchelheim, Klein-Linden, Lang- Göns, Leihgestern und Londorf.

** Der Turmbau der Stadtkirche. Veranlaß durch den kürzlich erfolgten Absturz eines schweren Steines wurden am Sonntag, während alle Glocken in Tätigkeit waren, genaue Messungen mit dem Senkblei vorgenommen, um den Einfluß des Läutens auf die Sicherheit des TurmeS zu prüfen. Es wurde dabei die Entdeckung gemacht, daß die senkrechte Axe des Turmes um 11 mm sich von dem Mittel- punkte der Erde entfernt hat. Heute nachm. um 5 Uhr sollen die mteressanten Arbeiten beginnen, durch die man diese Ab­weichung der Turmaxe zu beseitigen beabsichtigt.

Hebungen des Beurlaubten stande§. Gestern wurden die beiden Kompagnien des Beurlaubtenstandes der Infanterie des 18. Armeekorps wieder aufgelöst. Sie waren,

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Graf S t 0 l l ber g -- R 0 ßl a bespricht die Begründung der evangelischen Schule daselbst und führt aus, dciß sie nur Dank des Gustav-Adolf-Vereins ins Leben trat. Nachdem sich die 0 entwickelt hatte, daß sie über 50 Schüler zählte,

Aus StaM und LanH.

E 1 c u, 1. April 1908.

Das 49. Geschäftsjahr unserer GewerbeLanL.

Unseren Lesern in der ^Stabt ist der Geschäftsbericht der Gewerbebank Gießen für das Jahr 1907 dieser Tage als befoitberc Beilage zugegangeu. Wenn wir nachstehend die wichtigsten Angaben des Berichts wiedergeben, so geschieht dies, um den hiesigen Lesern noch einmal die segensreiche Tätigkeit dieses gemeinnützigen Instituts vor Augen zu führen, sowie weiter, weil wir gerade in Hinblick auf unliebsame Vorkommnisse in unserer Provinz auf die für Genossenschaften vorbildliche Tätigkeit der hiesigen Genosftnschaststässe aufmerksam machen wollen. Daß es sich dabei um eine Genossenschaft mit u n beschränkter Haftpflicht handelt, sei ausdrücklich hervorgehoben, ohne deshalb die kleinen Genossen- chasten in der Provinz ermuntern zu wollen, sich dieser Ge-

Graf Erbach-Erbach schließt sich den Ausführungen des Vorredners an und meint, daß durch die Kvnfeffiousschule die sittlich-veligiöse Grundlage des Volkes besser gemährt werde, do. in Hessen so viele einklassige Schulen beständen, hätte man auch die eine in Seligenstadt noch mehr bestehen lassen iönuen, was nach den Bestimmungen des Art. 8 deS Voll's schiUg esetzes sehr wohl möglich gewesen wäre.

Minister Brann betont dagegen, daß die Regierung durch­aus korrrtt gehandelt habe und rechtfertigt ihren in richtiger Auslegung des Schulgesetzes erfolgten Entschluß. Hessen habe seit 84 Jahren die Simultanschule und sie haoe viel zur Förderung des rttigicheu Friedens in den Gemeinden beigetragen. Art. 8 des Gesetzes komme sirr diese Frage überhaupt nicht in Betracht. -Man wr."de unstrer Sannst mschiste d.:ö Zeugnis nicht versagen Können, daß durch sie das friedliche Ernvemehmen' unter den Konfessionen noch nie gestört worden sei.

O.-L.-Präsident Lippold führt aus, die Regierung habe nur von ihrem Rocht der Aufhebung der Kvnsefswnsschule Ge­brauch gemacht und durchaus im Sinne des Gesetzes gehandelt. Redner bittet dem Aussa-ußantrag zuzustimmen.

Prälat D. Flöring etiiarl, er werde für den Ausschnß- antrag stimmen uno zwar besonders deshalb, weil sich auch die cüang. Gemeinde mit dem jetzigen Zustaird durchaus zusrieden er­klärt hat. Redner schildert bann die zahlreichen Schwierigkeiten und den mangelhaften Zustand der früheren Schule.

Nachdem Rejerent Jujtizrat Dr. Kleinschmidt in seinem Schlußwort den Ausschu.ßatltrag eingehend zur Annahme empfohlen, wird derselbe mit allen gegen 5 Stimmen angenommen.

Das Haus stimmt alsdann bei einer Reihe toeiterer Anträge und Vorstellungen den Vorschlägen seines Ausschusses zu, die meist auf Beitritt zu den Beschlüssen der Zweiten it'antiner tauten. Die Vorstellung der Bürgern:eisterei Pfeddersheim auf Er­richtung eines Steuerlommissariats daselbst, beschließ der Ausschuß abzulehnen.

Bei Besprechung der Anträge Haas und Genossen, betr. die staatliche Uebernahme dep Nebenbahn Reinheim Reichelshei in uito des Antrags des Baues der Bahnlinie FürthReichelsheim beantragt der Ausschuß, dem zustimmenden Beschluß der Zweiten Kämmer nicht beizutreten.

Graf Erbach-Erbach tritt lebhaft für die beiden Anträge ein und betont, daß die Linie FürthReichelsheim für den Oden­wald von größter wirtschaftlicher Bedeutung )ei. Er werde auch für die Bahnlinie BensheimLindenfels eintreten.

Finanzminister Guauth bittet dagegen, dem Ausschußantrag zuzustimmen. Der preußische Eisenbahnminister habe sich ebenfalls gegen beide Anträge ausgesprochen.

Die Kammer nimmt daraus den Ausschußantrag an und er­klärt sich ebenfalls gegen den Antrag Wolf auf Erbauung einer Nebenbahn von Undenheim nach Armsheim.

Nachdem die Kammer alsdann dem Voranschlag über die Ausgabebedürfnisse der Zweiten Kammer für das Rechnungsjahr 1908 zugestimmt, ist die Tagesordnung erledigt und der Präsident vertagt das Haus auf unbeftimmte Zeit.

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Stimmungsbilö aus -em Reichstage.

Berlin, 81. Marz.

Die Holztäfelung der Ja- und der Neinrür des Sitzungssaales zeigt in kunstvoller Schnitzerei eine Darstellung der Homerschen Szene, in der der geblendete Polyphem feine Hammelherbe au§ der Höhle entläßt. Seit einiger Zeit hat dieses Symbol Bedeutung gewonnen. Der Präsident muß jetzt täglich die Hammel springen lassen. Auch heute ergab sich diese Notwendigkeit wie gestern sogar itvcimal bei Etatsresolutionen, da das Bureau am Tische des Präsi­diums, das in der Abschätzung der Mehrheilsverhältnisse gewiß eine lange Erfahrung hat, auch beim besten Willen sich nicht ent­scheiden konnte, ob die Mehrheit stand oder sitzen geblieben war. Es hängt das mit der ganzen politischen Konstellation zttsammen; die Blockmehrheit ist nur gering und einige Außenseiter neigen die Wage auf die Sette des Antiblocks; und insofern ist der jetzt zur Gewohnheit geivordene Hammelsprung ein bedrohliches Vorspiel zu den Plenarentscheidungen über Vereins- und Börsentomproinisje.

Heute hat der Block bei einer anderen Gelegenheit die Probe bestanden und er hat das Wunder gewirkt, im Reichstage eme Mehrheit für die Ostmarkenzulage zu schaffen. Tie dlacbgiebigfcit lag auch diesmal auf beiden Seiten. Nach verschiedenen Versuchen auf andere Weise den Postbeamten m Posen und Westpreuhen das zu gewähren, was ihre Kollegen aus den preußischen Verwaltungen bereits seit einer Reihe von Jahren erhalten, haben sich die beiden konservativen Parteien zu dent Slandputikt der bürgerlicheit Stufen bequemt, die Zulagen zur Sicherung der Beamten mit deut Schutz- schild der Uiiwioerruslichteil zu versehen und die liiiksliberale Fraktionsgemeinschaft reichte ihnen auf diesem Boden die Hand. Und da seit einiger Zeil es im Reichstag Sitte geworden ist, seinem Grimm und Aerger in poetischer Form Luft zu mache», verftel auch Herr Ledebour in das Dichten, zum Glück aber nicht mit eigenen, sondern mit Heineschen Versen. In nament­licher Abstimmung wird der Reichstag morgen die C|"tmart'en= zulage votieren; aber aus dem Schweigen des Staatssekretärs Kractke sprach der Vater der Hindernisse, v. Rheinbaben, ein deutliches Rein.

Zu Beginn der Sitzung hatte der Reichstag ein Notgeseh über die Beschäftigung von Hilfsmitgliedern im Patentamt ui erster und -weiter Lesung erledigt, in Erwartung der heute auch vom Staats­sekretär v. Bethmann-Hollweg angefünbigten Revision des Patent­gesetzes. Der weitaus größte Teil der Sitzung mürbe durch die Verhandlung zweier Fragen ausgefüllt, die miteinander große Be­rührungspunkte haben und -zu denen die Parteien auch fast dnrch- ivey dieselben Redner vorschickten: dem Postscheckverkehr und der Münznovelle. Da die Regierung durch die Einführung Der Zins- lofigkeit den Stein des Anstoßes hinweggeräumt hat, zeigte sich bei der großen Mehrheit des Reichstages eine freundliche Stimmung für das vor 8 Jahren abgelehnte Gesetz, uno nur ein Teil der Konservativen äußerte durch den Mund des Dr. Rösicke auch Henle noch die alten Bedenken, die in der Besorgnis einer Beeinträchtigung des Genossenschaftswesens begründet sind. Mit ihnen erklärten sich aber auch die Freunde eines Postscheckverkehrs gegen Postsparkassen "ach österreichischem Muster. Tie Biidgetkommissioii wird sicher einen Weg sinden, um hiergegen einen gesetzlichen Riegel vorzu- djieben. Tas 25-Psennigstücl, das durch die Münznovelle zur Ein­führung gelangen -soll, hat auf keiner Seile grundsätzliche Gegner und auch die vermehrte Ausprägung voti Silbermünzen, die als nveites Gericht von der Schatzverivältung serviert ivird, wurde als Maßregel der Zweckmäßigkeit ohne erheblichen Widerspruch ent- gcgengenommeii. Auch hier ivird es Sache der Kommission sein, den Bedenken eines Teiles des Reichstages entgegenzukommen und dasür^ Sorge zu tragen, daß sich aus einer zu starken Vermehrung des Silberumlaufs nicht eine Schädigung der Goldwährung ergibt.

Die bereits 1906 eingetretene Geldknappheit und Geldteue- rung verschärfte sich im Berichtsjahre noch wesentlich und brachte Zinssätze, wie nie zuvor. Nachdem die Neichsbank mit einem Diskontsatz von 7 Proz. und Lombardsatz von 8 Proz. in das Jahr 1907 eingetreten war, folgte am 22. Januar eine Ermäßi­gung auf 6 Proz. bezw. 7 Proz. und am 23. April eine weitere Ermäßigung auf 5Vs bezw. 61/2 Proz. Diese Sätze blieben in Geltung bis zum 29. Oktober, an welchem Tage sie wieder auf 6V2 bezw. 71/2 Proz. erhöht wurden. Unmittelbar darauf am 8. November wurden diese Sätze nochmals um 1 Proz. auf 7Vs bezw. 8Vs Proz. erhöht und blieben auch auf dieser bisher nodj nicht erreichten Höhe für den Nest des Jahres bestehen. Wie es schon bisher immer unser Bestreben war, unseren mit uns arbeitenden Mitgliedern ihre Verbindung mit uns für sie mög­lichst vorteilhaft zu gestalten, so haben wir es auch diesmal unter­lassen, den hohen Sätzen der Reichsbank bei der Ausgabe unserer Gelder zu folgen. Wir haben unsere Kunden zu Reichsbanksätzen bedient, so lange sich diese unter 6 Proz. hielten. Ueber diesen; Satz sind wir indessen in keinem Geschäftszweige hinansgegangen. Allerdings mußten wir uns in diesen anormalen Zeiten in der Gewährung neuer Kredite und Anknüpfung neuer Verbindungen die größte Zurückhaltung auferlegen. Unser gesamter Geschästs- innfatz beträgt 58.6 Millionen und weist im Vergleich zum Vor­jahr eine Verminderung von 1.4 Millionen auf, hervorgerufen durch unsere oben erwähnte betätigte Zurückhaltung in der Geivährung neuer Kredite. Der erzielte Reingewinn mit 108 835.82 Mk. ergibt dagegen mit dem Vorjahr verglichen ein Mehr von ca. 24 000 Mi. Hierbei ist indessen zu berücksichtigen, daß in, der zweiten Hälfte des Jahres ein erhöhtes Geschästsguthaoen unserer Mitglieder mitarbeitete. Jedenfalls dürfen wir aber das er­zielte Ergebnis als durchaus befriedigend bezeichnen, umsomehr als wir, wie bereits erwähnt, uns in der Ausleihung unserer Gelder mit unseren Zinssätzen zeitweise bedeutend unter Reichsbanksatz hielten.

Von der gemäß des Beschlusses unserer Generalversammlung vom 14. Mai 1907 gebotenen Gelegenheit, das Stammanteil über die bisherige Höhe von 500 Mk. auf 1000 Mk. zu ergänzen, wurde vielfach Gebrauch gemacht und hat das Mitgliederguthaben hierdurch und durch den Beitritt neuer Mitglieder einen Zuwachs! von ca. 330 000 Mk. erfahren. Das eigene Vermögen unserer Bank stellt sich Ende 1907 ohne Berücksichtigung des diesjährigen Gewinnverteilungsvorschlags an Geschäftsguthaben 964 953.29 Mk., an Reserven 382 985.52 Mk., insgesamt auf 1347 938.81 Mk., dem an fremden Geldern (Spareinlagen, Kontokorrent-Gut­haben, Banken-Konto) ca. 2 96d 061 Mk. gegenüberstehen. Das Verhältnis des eigenen Vermögens zum fremden Kapital beträgt somit 45 Proz., bedeutet also gegenüber der vorjährigen Verhältnis­ziffer von *29 Proz. eine erhebliche Besserung und hat die nach genossenschaftlichen Grundsätzen zu erstrebende Minimalziffer von 33'/z Proz. bereits bedeutend überschritten.

Die bc: unserer Bank eingelegten Sparemlagen hielten sich mit 2.2 Millionen MK- auf ungefähr gleicher vorjähriger Höhe und sind uns überlassen mit 1 150 856 Mk. gegen vierteljährige, 63 973 Mk. gegen halbjährige und 995 854 Mk. gegen ganz­jährige Kündigung. Auf unsere eigenen Effekten, die wir bereits in der vorigen Bilanz mit 4180 Mk. niedriger einsetzten, mußten wir diesmal wieder 15 702 Mk. infolge der weiteren beträcht­lichen Kursrückgänge abschreiben. Der am 31. Dez. 1907 vor­handene Effektenbestand hat einen Nennwert von 139 600 MD mit einem Kurswert von 161228.80 Mk. Die Giroverbindlich-' feiten ans weiter begebenen Wechseln betrugen Ende 1907 317 895.97 Mk.

Der am nächsten Montag ftattfinbenben Hauptversammlung macht der Auftichtsrat folgende Vorschläge zur Verteilung des Reingewinns: Es sollen überwiesen werden dem Hauptreserve­fonds 12 208.18 Mk., dem Reservefonds II 32 000 Mk., dem Effekten-Neservefonds 5306.30 Mk., abgeschrieben sollen werden 1776.77 Mk. auf das Mobilienkonto und 8115.35 Mk. auf das Schrankfachkonto. Ferner soll den Mitgliedern aus 724 785 Mk. eine Dividende von 6V2 Proz. ----- 47 111.03 Mk. gewährt werden, während 2318.19 Mk. auf neue Rechnung übertragen werden sollen. Auch bei diesem Gewinnverteilungsvorschlag waltet das unverkennbare Bestreben ob, in erster Linie auf größtmöglichste Sicherung der Genossen bedacht zu fein. Der erhöhte Reingewinn soll nämlich den Reserven zugeführt und zu Abschreibungen ver­wendet werden, anstatt die Dividende zu erhöhen. Eine solche Erhöhung würde dem einzelnen Genossen nicht viel ausmachen, während so die Sicherheit des Instituts eine weitere beträchtlich« Erhöhung erfährt. Wenn der Verteilungsvorschlag Annahme fin­det, erhöhen sich die Reserven einschließlich 100 000 Mk. Beamten- Pe:ffionsfonds auf 432 500 Mk.

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Rr. 78 Erstes Blatt 138. Jahrgang Mittwoch 1. April 1908

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hessische Erste Kammer.

Die Sitzung bcc*S r ft e n Kammer wurde vvnk Präsidenten Gvaf Göry-Scholitz um 10r/, Uhr eröffnet. Am Regierungs- ttzch: Staatsministtr Ewald, Minister des Innern Braun, Mmisttrialrat Dr. B e ck e r.

Das Haus erledigt zunächst durch Beitritt zu den Beschlüssen der Zweiten Kammer den Antrag Hauck über Remontierung

-^^webestände zu Armeezweaen bei Mobilmachungen uno OK Vorstellung des Drtsvorstandes von Freiensteinau, betr. Errichtung eines Amtsgerichts daselbst; sowie die An­träge Dr. Frenay, betr. Errichtung einer Munitiousanstalt am Fort Hartenberg bei Gonsenheim und Ulrich u. Gen., betr. bie Vereins- und Versammlungsfreiheit.

Ueber den Antrag Haas und Gen., betr. die Vereins- unb Versammlungsfreiheit, referiert Justizrat Dr. ?"EZnschmidt. legt dar, daß für das Vereinswesen m Hessen besondere gesetzliche Vorschriften nicht bestehen und bezüglich des Versammlungsrechts nur Art. 2 und 3 des Gesetzes trom 16. März 1848 bestimmen:Das Recht der Versamnr- Lungen zur Beratung über allgemeine politische oder Privat- interessen täiin frei ausgeübt werden" und weitergegenwärtiges MsetzZteht unter den Garantien der Verfassungsurkunde". Der kkste Teil des Antrags Haas erscheine unveranLaßt. Man dürfe das ftste Vertrauen zur Regierung haben, daß sie in der Sache alles tun wird, was zur Wahrung der verfassungsmäßigen Rechte des Landes im Bundesrat geboten erscheint. Der zweite £eu des Antrags, der die Aufrechterhaltung des hessischen Reservatrechts im Ileichsgesetz derlangr, sei vollständig aussichts- nn sei.nicpt zu erwarten, daß in das Reichsgesetz .in Paragraph ausgenommen werde, der ein Reservatrecht für begründet und dazu in einer Angelegenheit, bereit ein- Regelung für das ganze deutsche Reich schon seit langem ejlnxbt ivird. Ter Ausschuß beantragt deshalb, den Antrag vaas u. Gen. für erledigt zu erklären.

Staatsministep Ewald vankt dem Referenten und betont, Regierung in diesem Ausschußantrag eine wertvolle oeitahgung dafür betraget, daß sie sich in dieser Frage bisher «uf dem rechten Wege befunden hat. Schon der Umstand, daß - Zehnter im Ausschuß des Reichstags mit den. i ®RnK1! des Zentrums abgelehnt wurde, sei ein Beweis At' r? stch die Angehörigen der anderen Bundesstaaten nmit zu (äonberbeStimmungen für Hessen entschlossen haben wür­den.

Graf Erbach-Erbach erklärte sich ganz mit dem Aus- einverstanden. Man rühme immer das geeinte an L" Vaterland, man singeTLUtschland Deutschland über ~ nun' das müsse man aber durch die Tat betocifen, mupten doch auch alle mitarbeiten an dem Aufbau des rationalen Gedankens und der einheitlichen Gesetzgebung. Redner S h , dolle Vertrauen zur Regierung, daß sie im Bundes- teüUc®, LUn >verde, daß wir ein möglichst günstiges Vereins-

c-)aUclt werden. Der Ausschußantrag wird darauf ein- genommen.

BocpLllung des hessischen Pfarrvereins, betr. die «snntagsfLrep und heu Wiptshausbesuch spricht \

Schuleo entwickelt hatte, daß sie über 50 Schüler zählte, konnte die evangelische Gemeinde von der Stadt verlangen, daß die e die Kosten dafür übernahm. Wenn das geschehen mar:, so waren alle Schwierigkeiten beseitigt. Der Redner glaubt aber, daß die Regierung, indem sie die Aushebung der Schule verfügte, und die Einhettsschnle einführte, gesetzlich nicht ganz forrett gehandelt, resp. das Geses nicht ganz zutteffend aus­gelegt habe. Tie Regierung hätte wohl bester getan, den Wünschen des Gemeindevarstandes uno der evang. Kirchenge­meinde entgegen zu kommen. Er sei teilt Anhänger der Simul­tan schule und glaube auch nicht, daß durch sie der Friede be­sonders gewahrt werde. Er werde deshalb gegen bie Aushe­bung der Schule stimmen.