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1.2.1908 Erstes Blatt
 
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Säcke wa-ren nämlich jedesmal, bald nach ihrer Ankunft, rätselhafte Weise verschwunden. Jetzt hat man endlich Rätsels Lösung gefunden: die Neger, die im Kongostaat von Postvcrivaltung als Briefträger beschäftigt werden, haben Säcke stibitzt, um sie ihren Frauen oder ihren Bräuten schenken. Tie Weiber schnitten den Sackboden weg, zogen die Säcke über den Kops, befestigten sic an den Hüften mittels

Undver5itäis»Kad?rid)teti

In München ist am 31. Januar der Pjyschologe Geheimrat Professor Kart von Bert g e st o r b e n.

Vorlesungen übet Journalistik. Professor Tr. Adolf K o ch an der Universität H e i d e l b e r g hat für das Sommer- semesler 19U8 angekündlgt:Geschichte, Wesen und Bedeutung der öffentliche Meiuuitg, der Presse und des Journalismus in Deutsch­land" ^zweistündig),Praktische Hebungen zur Elniührung ui die Journatlslik" (zweistündig). Ferner wird er lesenGeschichte unb Stntit der politischen Parteien in Deutschland" teinslündig) und Geschichte der Vereinigten Staaten voii Amerika bis zur Gegen- ivart" (einstülidig).

Neue Bücher.

(Besprechung erfolgt mach Eine Verpflichtung zur

Besprechung und zur Aufbewahrung unverlangt eingefandler Bücher wird nicht übernommen.)

Alexa nderBurger : Bibliographie der schönen Literatur Hessens. 1. Teil, enthaltend die im Großherzoglum Hessen ge­borenen belletriwü'ck^u. 'ticoer-^ngelheim, Selbst-

verlag des Herausgebers. Preis 1.60 Mk.

Kiesewetter - Ravhrer: M leine» Fremdwörterbuch zur Erklärung und Verdeutschung der in der heutigen deutschen Sprache gebrauchten fremden Wörter, Redensarten, Vornamen und Abkürzungen. Auf Grund der 8. Ausl, von Dr. L. Kiese­wettersTaschenfrembwörterbuch", bearbeitet von Dr. phil. E. Rayhrer. Berlin u. Älogau, Karl Flemming.

Walter B en n d o r s : Jugendvereme. Ein Beitrag zur Arbeit an unserer schulentlassenen männlichen Jugend. Oster­wieck, A. W. Zickfeldt. Preis 60 Pfg.

Sagitta : Gehör! Nur einen Augenblick. Treptow, Bern­hard Zack. Pr. 10 Pfg.

Dr. E. Mensch: Königin Lmse von Preußen. Em Le­bens- und Zeitbild. Berlin, Äerin. Seeniann Nachf. Preis 1 Mk.

Dr. Heinrich Schröder : Ein Wort in zwölfter Stunde für die Gleichstellung der Philologen und Juristen gegen die Taktil" der Herren Mertens, Lortzing Mellmann, Kannen­gießer, Werner u. Genossen. Kiel, Robert Eordes Preis 1.20 Mk.

Dr. Heinrich Schröder : Zur Gleichstellung der höheren Beamten in Preußen, insbes. der Philologen und Juristen. 3. Ausl. Kiel, Robert Cordes. Preis 1 Mk.

A. G o m o l l : Die kapitalistische Mausefalle. Katechismus für Privatläpitalisten. Leipzig. A. Owen u. Co., Preis 3 Mk.

Professor D r. Rudolf F i tz n e r : Deutsches Kolomal- Handbuch. 7. Ausg. Berlin, Herm. Pantel. Preis 3 Mk.

R n d o l f S t o l l e : Der Harz im Winter. Praktischer Rat­geber für Winterfrische und Wintersport im Harz. Bad Harz­burg, ,Rud. .Stolle. Preis 50 Pfg.

Schließhakens, kurz: machten sich daraus einen Rock. Und deshalb sieht man jetzt im Kvngostaat so viele Negerinnen, deren Röcke hinten die merkwürdige AufschriftBrüsselZentrum" tragen.

* Kartenspiel und Rechenkunst., In einer Hirten­schule ^üddeutschlands, so berichtet b.cNassauische Schutztg.", kommt der S ch u l r a t zur Prüfung. Der Verlauf ist keineswegs befriedigend, und besonders die Kenntnisse im Rechnen sind über­aus mangelhaft. Nicht die einfachsten Additionen im ersten Zehner können die Hirtenbuben. Ter Lehrer soll Rechenschaft ablegen. Erbittert erklärt er, daß die überaus mangelhaften Kenntnisse auf den schlechten Schulbesuch unb die JnteresselosigkKt der Hirtenbuben für die Schule zurückzufühven seien. Dumme Streiche undSeck)sundsechzig"-Spielen seien iljre Hauptbeschäftigung. Ter Herr Schulrat läßt ein Pack Spielkarten holen, hält einzelne Karten vor und fragt den Sepple:Was ist das?"Eck Neuner!"Und das?"Kriz!"Und das?" Schufte Dam'!"Und das?"Schufte Kinrg!" Ent­rüstet über diese Kenntnisse des Kartenspiels gegenüber denen im Rechnen gibt der Schulrat dem, Sepple eine Ohrfeige und fragt ihn:Weißt du amch, warum du jetzt eins kriegt hast?" Sepple:Weit i vergesse hab', zwanzig z' melde!"

fein Ortsstatut gegen die Verunstaltung der Straßen und Plätze zu erlassen. Diese Mitteilung dürfte in weitesten Kreisen Interesse erwecken.

I'O. Frankfurt a. M., 31. Januar. Ein raffinierter Schwindler wurde heute dingest gemacht. Der 24jährige Kaufmann Joseph Heinz aus Monsberg hatte sich Briefbogen mit dem Anidrnck der Firma Krupp in Essen unb einer Maschinenbau­anstatt Wetter an der Ruhr Herstellen lassen und Brieie mit der Unterschrift der Direktoren der beiden Fabriken zurechtgemacht, wonach die Werke mit ihm über den Kani eines ihm gehörigen Bergwerks unterhandelten. Die Firma Krupp bot ihm 350 000 Mk., er aber schätzte den Wert seines Bergwerks auf mindestens eine Million. Heinz brachte sogar eine beglaubigte Hypothek von 250 000 Mark auf seine Grube vor, worauf ihm ein hiesiges Bank­institut einen Kredit von 200 000 Mk. einräumte. Abgehoben hat er erst 200 Mk. Das die Sache Schwindel war, kam dadurch an den Tag, daß die Buchdruckerei, welche die Briefbogenairi Probe" für bie Firma Krupp angefertigt hatte, diese ersuchte, nun­mehr definitiv Bestellnngen für ihreZweigniederlassung in Frank­furt a. M." zu machen.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. Zum Bau einer staatlichen Nebenbahn von Albshausen nach Grävenwiesbach hat der Kreis­ausschuß des Kreises Usingen dem Kreistage vorgeschlagen, daß der 5kretskommunalvcrbanb den Grund und Boden unentgeltlich überweisen oder die Kosten bar erstatten, im anderen Falle ge­meinschaftlich mit dem Verbände des Kreises Wetzlar eine Summe von 730 000 Mk. leisten möge. Ter Staat würde einen Zu- sckMß von 75 000 Mk. gewähren, wenn die beiden ersten Be­dingungen vorgezogen werden. In Frankfurt a. M. wurde an der Kvmrnandobrücke des Hauptbahnhofes der Stredcnarbeitd Heinrich Wer uer ans Egelsbach überfahren und getötet. Der frühere Besitzer eines großen Konfektionshauses m Lud­wigshafen, Emanuel Löwenstein, der ftch zuletzt mit Spekulationen befaßte, ist seit einigen Tagen flüchteg. Ein dortiges größeres Bankinstitut verliert 100 000 Att., ein Mann­heimer Haus 80 000 Mk. Der Flüchtige, der Frau und Kinder zurückläßt, hat sich nach Amerika gewandt.

GerLchSrjsaL.

sd. Darmstadt, 30. Jun. Wegen Achtungsverletzung und Beharrens im Ungehorsam hatte der Musketier Heinrich Schü­ler von der 11. Komp. Inf.-Reg. 116 s. Zt. vor dem Stand­gericht 15 Tage strengen Arrest erhalten. Er gab sich aber da­mit nickst zusrieden, so daß die Angelegenheit vor das Kriegs­gericht kam, wobei er schlecht abschnitt. Er war s. Zt. Über Ur­laub geblieben und verweigerte dem Wachhabenden beim Passieren des Käsernentores die Angabe seines Namens. Als dieser durch einen anderen Mann festgestellt war, lourde er zu- rüllgerusen. gehorchte aber trotz wiederholten Befehls unter Ge­brumm dieser Aufforderung nicht. Seine Strafe wird daher auf drei Wochen Gefängnis erhöht.

R. B. Darmstadt, 31. Jan. Das Kriegsgericht verhandelte heute in einer Anklage wegen Soldatenmiß- handlung unb Körperverletzung gegen den Gefreiten August Sch mau ß und d u Dragoner Berkel, beide von der vierten Schwadron des Leib-Trag.-Regts. Nr. 24. Die beiden hatten im Oktober vor. Js. die Rekruten Wilhelm II. und Kvtka im Stall mißhandelt, zu Boden geworfen, mit den Stiefeln ge­treten und auch mit einem Stock ober Riemen geschlagen. Da die verursachten Verletzungen jedoch nur leichter Natur waren und sich die beiden Angeklagten bis vor kurzem sehr gut ge­führt haben, wurden ihnen mildernde Umstände ^(gebilligt, tdcrkel erhielt wegen Körperverletzung, teilweise mit gefährlichem Werkzeug und gemeinschaftlich begangen, 14 Tage Gefängnis, Schmaust wurden zu seiner am 16. ds. Mts. wegen Mißhand­lung eines Trompeters im Quartier zu Hainhauien erhaltenen Gefangnisstrase von zwei Monaten noch 10 Tage hinzugesügt.

F.C. Erba ch i. O., 31. Jan. Am 25. Januar i|t dem Grafen Georg Albrecht zu Erbach-Erbach das Urteil des Au5- trä ga lgerichts, das den Sohn des Grafen, den (Srbgrafen Erasmus von der Suceession in die Stamm- und Familiengüter des Gräflichen Hanfes Erbach-Erbach der bekannten Mißheirat wegen ausschließt, zugestellt worden. Graf Georg Albrecht wird gegen das Urteil Einspruch beim Oberlandesgericht in Darmstadt tinlegen. ,

M annheim, 30. Jan. Ein böses Nachspiel hatte, wie die N. B. Landesztg." mitteilt, bre Kaiserfeier für mehrere An­gehörige der 9. Kompagnie des Grenadierregiments Mannheim. Tie Mannschaft dieser Kompagnie hatte die Kaiserseier im Saale der Kaiserhütte begangen. Der Urlaub erstreckte sich bis zum Wecken", und uni 10 Uhr vormittags am Dienstag hatten die Mannschaften anzutreten, was auch geschah. Ein Vizeseldwebel der 9. Kompagnie hatte den Auftrag, mit einer Abteilung seiner Mannschaft zu einer ZielübuNg auszurücken. Unter .seinem Be­fehl standen neun Einjährig-Freiwillige, ein Unteroffrzier, vier Gefreite unb ein oder zwei Gemeine. Der Zug verließ die Kaiser Wilhelmstäserne, um sich tfu| den Exerzierplatz hinter der Ka­serne zu begeben. Er nahm seinen Weg durch die mit Wohn­häusern und Wirschaften bebaute Straße. Bei der dritten Wirt- sthast gab der Vizesttduvebel plötzlich das KommmrdoHalt" und befahl den Mannschaften, in das Nebenzimmer der Gastwirt­schaft einzutreten. Tie Leute sträubten sich anfänglich, diesem Befehl nachzukommen. Nachdem der Vizefeldwebel aber mit Nach­druck auf seine Autorität aufmerksam gemacht hatte, betrat die Mannschast das Wirtschaftslokal. Diesen Vorgang beobachtete ein Leutnant der 9. Kompagnie unb erstattete Meldung. Der Oberst des Regiments verhängte folgende ©trafen: Es erhielten die neun Einjährig-Freiwilligen je 14 Tage Mittelarreft undEnt- ziehung der Qualifikation zu Reserveofiizieren, der Unteroffi­zier drei Wock)en Mittelarrest, die vier Gefreiten je 14 Tage Mittelarrest und Abnahme der Knöpfe. Der Vizeseldwebel wurde in Untersuchungshast genommen.

[] Marburg, 31. Jan. Die Strafka m m e r verurteilte heute zwei junge Malergehstien aus Wetter, die dort am 8. Sep­tember v. I. nach einer durchschwärmlen Nacht den von Franken­berg kommenden F r ü h z u g mit Steinen bewarfen, die Telegraphen- unb Telephonleitungen beschädigten und in der Stadt noch allerhand Unfug verübten, zu je einem Jahre Gefängnis. , . .

Kiel, 31. Jan. Tas Marinekriegsgerlcht verurlellle bie Heizer Wisniewski unb Jensen vom KreuzerYork" wegen mili­tärischen Aufruhrs zu 5'/, bezw. 5 Jahren und 1 Monat Zuchthaus unb Entfernung aus der Marine.

Peleka ist eine kleine Stadt der Insel, 1 Vs Stunde Wegs von der Stadt Korfu entfernt. Es ist ein Fleck von außerordentlicher Schönheit, seit Jahrhunderten wegen seines Marnwrreichtums und seiner herrlichen Aussicht berühmt. Der Ort ist von einem Felsen gekrönt, von dem au§ man weit Wer das Eiland hin den herrlichsten Blick genießt. Königin Alexandra hat feit langem den sehnlichen Wunsch, eine Residenz auf Korfu zu besitzen, und sie hat sich eine Zeitlang mit dem Gedanken getragen, das Achilleion zu faulen, das dann der deutsche Kaiser er­worben hat. An diesem herrlichen Sitz sind jetzt eifrig Arbeiter tätig, nm beit Palast für den Aufenthalt des Kaisers im März herzurichten. Die Angaben über bie Renovierung rühren dem Monarchen selbst her. Es ist eine elektrische Leitung gelegt, neue Baderäume sind geschaffen worden und 15 Ge­mächer sind mit Empiremöbeln ausgestattet und in allein gerichtet, um den Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin toria Luise aufzunehmen. Das kaiserliche Gefolge tvird in einem neuerbauten Nebenhause in *20 Räumen untergebracht und ebenso erhält die Dienerschaft in einem besonderen Hause Unterkunst. Trinkwasser wird durch einen artesischen Brunnen gewonnen, der im Park angebracht ist. An der Seeküste sind Badekajüten für bie kaiserliche Familie angebracht und die alten Ställe sind umgebaut und zu Garagen für Automobile umgeskaltet worden.

* London ist nicht nur die größte, sondern wahrscheinlich auch die teuerste Stadt der Welt. Das ist das Ergebnis

einer umfangreichen Untersuchung, die auf Veranlassung des Handelsministcrs Llohd-tzKvrge die ihm unterstellte Verwaltung Dorgenommen hat. Dabei ergibt sich- daß allerdings in etwa 10 Städten, so z. B. in Dover, Portsmouth, Sheemeß, Sout­hampton usw. die durchschnittlichen Aufwendungen für den Lebens­unterhalt einer Familie noch etwas höher sind als in Sonboit. Zieht man aber a-rch die Ausivendungen für bie Wohnung zum Vergleich heran, so zeigt sich, daß in Loiüwn das Leben, Wohnung und Lebensunterhalt zusanunengenornmen, teuerer ist, als in ergenb einer anderen Stadt des Vereinigten Königreichs. Unter der somit in London in doppelter Hinsicht herrschenden Teuerung muß aber die Bevölkerung, soweit sie von der Hand in den Mund lebt, uw so mehr leiden, als in London keineswegs bie höchsten Löhne gezahlt werden. In verschiedenen Jndustrie- bezirken, beispielsweise in der eigentlichen Heimat der Baum- wollenindustrce, verdienen die Arbeiter nicht unwesenttich mehr, als der Durchschnittsbettag des Verdienstes des Londoner Arbeiters beträgt. Noch weit ungünstiger wird für London das Bild, wenn man nur die Wohnungsmiete in Vergleich stellt. In keiner eng­lischen Stadt werden auch nur annähernd die Mietsbeträge er­reicht, die in London gezahlt werden müssen. In Schottland ist ocr Abstand so groß, daß die Denkschrift des Handelsamts hier den Vergleich mit London überhaupt aufgibt. Am geringsten sind endlich die Preise der Wohnungen in Irland. Gleichzettig mit oieser Veröffentlichung stellt das englische Handrlsamt eine neue Denkschrift in Aussicht, die die gleichartigen Verhältnisse in Deutschland behandeln soll. Da auch auf Grund eines nur flüch­tigen Vergleichs kaum ein Zweifel obwalten kann, daß in London die Teuerung, besonders hinsichtlich des Wohnens, größer ist als in irgend einer anderen großen Großstadt, die ähnliche Bc- völkcrungs-, Wohn- und Erwerbsverhältnisse aufzuweisen hat wie in Lolwon, dürste man aus Grund der Untersuchung des Handels­amts zu dem Schlüsse berechtigt sein, daß London auch nach Maß­gabe des Aufwands für Wohnung und Lebensunterhalt an der Spitze der Großstädte marschiert.

* Das Gesetz gegen die Mitgiftjäger, das den bösen Europäern, die amerikanische Millionenbräute heimführen, die Frertoe versalzen soll, ist im Repräsentantenhaus in Washington am letzten Tienstag zum erstenmal Gegenstand der Debatte gewesen. Der Abgeordnete M. Gavin nahm sich mit Leidenschaft der vsache an, und feine Philippika gegen die titel- süchtigen Banieemädchen ließ an Offcnhett unb. Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Mit zornigen Worten geißelte erden An­kauf von mißratenen und befleckten Exemplaren europäischer Aristokratte gegen ein paar Millionen amerikanischer Dollar, die beit Lämmern der Wallstreet abgeiwmmen seien", unb dann richtete sich sein Zorn gegen die gewissenlosen Amerikanerinnen, die nicht zufrieden sind, ehe sie eszu einer Grä fin S p ag- hetti oder einer Comtessa Macearoni" gebracht haben. Und stürmischer Beifall lohnte seinen Eifer.

* Die neuesteMode im Kongo staat. Seit längerer Zeit schon fragte sich die Postverwaltung in Brüssel, was wohl aus den ledernen Säcken werden mochte, in welchen sie bac Brief post nach dem Kongostaat zu expedieren pflegt. Diese

* 2088973 Einwohner zählte nach beit soeben veröffentlichten Feststellungen des städtischen Staltsttschen Amtes die Stadt Berlin am Schlüsse des Jahres 1907. Die Militärbevölternng ist hierin nicht emgeschlosfen. Seit 1876 hat sich die Bevölkerung Berlins verdoppelt.^ Die vorausgegangene Verdoppelungsperiode betrug 15 Jahre (18601876). Vorher waren es 26 Jahre (18341860), früher noch 61 Jahre (17731834).

* EinPalast d erKö n i g i n A le x anbr a aus Korfu. Wie wir bereits kurz meldeten, hat die englische Kontgtn Ale­xandra ein großes Besitztum aus der Insel Kvrfu, genannt Pe­leka, erworben unb will sich dort einen Palast bauen lassen.

Kolonial-Handels-Adreßbuch. 12. Jahrg. Ber­lin, Kolonial-wirtschaftliches Komitee. Preis 2.50 Mk.

Dr. Emil Seckel: Heinrich Dernburg. Gedächtnisrede. Halle a. d. S., Buchhandlung des Waisenhauses. Preis 60 Pf.

Dr. Viktor Petersen: Magister F. Ch. Laut Hards Leben und Schicksale. Von ihnc selbst geschrieben. Deutsche und französische Kultur- und <=>ittcn6ilber aus dein 18. Jahr- hundert. Einleitung von Paill Holzhausen. 2 Bände. Stutt­gart, Robert Lutz.

Ans Natur- und Geisteswelt. Sammlung toi)leit* chaftlich - gemeinverständlicher Darstellungen. Nr. 184, Fr. Tobler: Kolostialbotanik. Nr. 190, S. Müller: Technische Hochschulen in Nordamerika. Pre-is j. B. gdy. 1 Mk., geb. 1.25 M k.

Heinrich Beytien: Die Entwickelung des gemeinnützigen Rabattsparvercinsivesens und seine Einwirkung auf die wirtschaft­liche Lage des Detailhandels. Bremen, Verband der Rabatt- Sparvereine Deutschlanos. Preis 50 Pfg. . .

Die Veteranenfürsorge int deutschen Reich unb un Großherzogtum Hessen. Amtliche Handausgabe. Bearbeitet von Ministerialsekretär Müller. Darmstadt, Staatsverlag. Preis 60 Psg.

Das hessische Wertzuwachssteuergesetz. Amtliche Handausgabe, erläutert von Miniiterialrat W. Best. Darmstadt, Staatsverlag. Preis 80 Pfg. , ,

A. Wernekinck: Setzmaschinen? Hande weg! Halbevftadt, Otto Huhn. . ..

L. Dosch: Die Orgel der Neuzeit. Mit beionderer Berück­sichtigung der Seraphon- und Labialzungenregister. Leipzig,- Beruh. Friedr. Voigt. c ,,

Dr. Wilhelm Fritsch: Die Finanzen der -stabt Worms. Ein Beitrag zur S-täbteentroidTung. Worms, Buchdruckerei Kranz­bühler. Preis 3 Mk.

handel.

Deutsche Landwirtschaft gegen das Kali* * S h n d i t a L Es heißt, daß ein größerer landwirtschaftlicher Interessentenkreis einen geschlossenen u. abgebohrten Felder- komplex in der Kali-Industrie zum Zwecke des Ausbaues eines Kaliwerks zu erwerben beabsichtigt. Damit scheint die deutsche Landwirtschaft einen Schritt zur Emanzipa­tion vom Kalisyndikat zu tun. Vielleicht geschieht dieser Uebergang zur Eigenproduktion int Hinblick auf das bei Erneuerung des Syndikates in Aussicht genommene Fallen­lassen der Notstandsvergütung uitd auf eine event. Preis­erhöhung. Das Kalisyndikat würde dadurch in eine Lage kommen, der gegenüber die bisherigen Außenseiterkämpse als geringfügig erscheinen. ________

Märkte.

Gieße», 1. Fcbr. Marktbericht. Aus heutigem Sßocben- maxtte kostete: Butter pr. Pfd. 0.901.00 Mk., Hühnereier 1 St. 910 Vsg., Käse pr. St. 68 Pf., Käiematte 2 St. 56 Psg., Erbsen p. Pid. 1824 Psg., Linien p. Pfd. 2540 Pfg., Tanben pr. Pr. 0,80-1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,801,80 All., Gänse vr. Psd. 6070, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Ochsensieisch vr. Psd. 8288 Psg., Knh- nnd "Rindfleisch pr. Pfund 8082 Psg., Schweinefleisch pr. Psmid 7084 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 88 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 7080 Psg., Hammelfleisch pr. Pfd. 6184 Psg. Kartosfelii pr. 100 Kg. 5.506.00 Mk., Zwiebeln pr. ^tr. 5,006,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 0-00 Pfg., per Zentner Mk. 0.00-0.00. Aepfel per Ztr. 1025 Mk., Birnen per Ztr. 1025 Alk. Nüsse 100 Stück 4000 Pfg., per Ztr. 000 Mk. Marktzeit von 82 Uhr.

Meteorologische Beovachtnnge»

der Station Gießen»

Höchste Tertiperatur am 30.31. Januar -s- 2,6 * C.

Niedrigste 30.31. = + 0.4 0 C.

Januar Februar 1908

Barometer aut 0° reduziert

Temperatur der Lust

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Aetter

31.

2"

742,1

2,3

4,6

84

WSW

4

Bed. Himmel

31.

9

737,5

2,2

4,7

87

WNW

6

Lchtr.^chnee'all

1.

75

735,9

0,2

4,5

96

W

2

Bed. Himmel

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag bett 2 Februar 1908: Aufheiterung. Meist trocken. Leichter Frost, gsöidliche Winde.

Aschaffenburg, 1. Febr. Gestern abend nach 9 Uhr wurde der 34jährige Herbergsvater Peter Gunzel von dem Handwerksburschen Ludwig Hetzer aus Kammer (Bezirks­amt Traunstein) mit einem feststehenden Taschenmesser er- st o ch e n.

London, 1. Febr. Die Eigentümer der nord- westlichen Werften Englands haben ihre Etablisse­ments auf unbestimmte Zeit geschlossen. Sie beschäf-- ttgen durchschnittlich 3545 000 Personen. Die Arbeiter erklären, daß nichts die Lohnverkürzungen rechtfertige, die die Werften ihnen ausgedrungen hätten.

Bourges, 1. Febr. Zwei Offiziere des hiesigen' 95. Infanterie-Regiments wurden wegen Homosexualität auf 3 Jahre in Jnaktwilät versetzt.

Paris, 1. Febr. DasEcho de Paris" berichtet aus- London: Der Gesundheitszustand Sir Eamp- bell-Bannermans zwingt diesen, seinen Rück­tritt zu nehmen. Seine eventuelle Nachfolgerschaft bildet zurzeit den Gegenstand lebhafter Erörterungen. Als wahrscheinlicher Nachfolger wird Kriegsminister H a l d a n e bezeichnet. Dieser würde dem Kabinett einen radikalen Anstrich geben und eventuell Neuwahlen ausschreiben lassen. Anderseits wird auch Ashquit und der Minister des Aus" wärtigen Sir Eduard Grey als mutmaßlicher Nachfolger für Bannerman genannt.

Newyork, 1. Febr. Der Gouverneur des Staates Newyork, Hughes, der ebenfalls Kandidat für die Präsi­dentschaft ist, billigte in einer gestrigen Versammlung voll­ständig das Vorgehen des Präsidenten Roosevelt gegen die Trusts und erklärte, es genüge nicht, die Mitglieder der Vorstände der Trusts mit Geldstrafe zu belegen, da diese doch von den Trusts bezahlt würden, sondeni man müsse ihnen Gefängnisstrafen auferlegen.

tn der Entwicklung oder beim Lernen zurück» Sw'wjtvwwjtiwjv bietbenbc Kinder, sowie blutarme, llch matt- fühlende und nervöse überarbeitete, leicht erregbare und frühzeitig erschöpfe Erwachjcnc gebrauchen als Llraftigungsmittel mit großem - Erfolg Dr. Hommel's Hacmatogeu. D4A

Der Appetit erwacht, die geistigen und körperlichen Kräfte i werden rasch gehoben, das Geiauil'Ncrverfvstcm gestärkt.

Man verlange jedoch ausdrücklich das echte Dr. HommcllS i HSLMKtLaklUnd laÜL jiÄLmk der vielen Nachahmungen amxebWL