Ausgabe 
5.8.1907 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Rivalen besuchte die junge Dame am letzten Sonntag die Kirche Nichts schien zu befürchten und ruhig wohnten die beiden Feinde der Andacht bei. Als der Geistliche den Segen erteilt und sein Amen gesprochen, wandte Thompson sich zu seinem Nebenbuhler und schlug ihm ins Gesicht. Dann zogen beide ihre Messer und ein furchtbarer Kampf begann. Nach wenigen Augenblicken brach Thompson mit einem furchtbaren Stich in der Halsader sterbend im GotteShause zusammen. In der Verwirrung und allgemeinen Aufregung gelang es Spencer zu entkommen.

* Kleine T^geschronik. In Berlin sand in der Nacht von Samstag zu Sonntag aus dem Gesundbrunnen ein Uebersall von etwa zwanzig Rowdys aus Laubcnkolonisten statt. Zehn Personen wurden verletzt, davon fünf schwer und eine lebens- gefährlich. Ein schwerer Sturz ereignete sich am Sonntag bei dem Radrennen in Leipzig. Ter Hamburger Süden stürzte bei der 17. Runde infolge Felgenbruches so unglücklich, daß er eine schwere Gehirnerschütterung davoittrilg uub ins Kranken­haus gebracht werden mußte. Jetzt ist der 23jährige angeb­liche Kellner Kasimir Sopoliiiski unter t)em Verdachte, den Mord tut der Frau Plath verübt zu haben, iri Perleberg verhaftet ivorden. Sopoliiiski, der als Zuhälter der Berliner Polizei bekaiiut war mib von dem man wußte, daß er ailch in homosexuellen Kreisen viel verkehrte, ist durch die geschlossene Kette schwerwiegendster Beweise Derart belastet, daß man mit Bestimmtheit annehmcn kann, in ihm den gesiichten Raubmörder gefaßt zu haben. DieHamb. Rachr." melden aus Karlsruhe, der Oberstaatsanwalt habe aus eine Be- schtverde hin das E r m i t t l it li g s v e r s a h r e n in Sachen der letztgemeldeten Enttasttrngsbeweife für Hau von Amtswegen nn- geordnet. Tas Oberlandsgericht in Breslau hat die in Wien geschloffene Ehe des Grafen Pius C-hamarL, mit der Wiener Schau­spielerin Wenda Bdauslein üir Nichtig erklärt und das vorn Grasen, der bald iiach seiner Trauiing starb, hinterlassene Vermögen voii inehreren Wttllivueii den Geschwistern des Grafen zilgesprocheii. Gegen dieses Urteil hat die Gräfin Wanda Chamarö Revision eingelegt. Zu der Affäre des fürstlich Wrede'schen Ehe­paares, bei welcher es sich um Silberdiebstähle in Hotels bandelte, wird jetzt gemeldet, daß der Staatsanwalt nur beantragt habe, das Verfahren gegen den Fürsten Wrede emzustellen, dagegen gegen die Fürstin Wrede und die Gesellschafterin Weidig das Haupt- verfahren zu eröffnen. Tie Hautverhandlung wird voraussichtlich in der Schwurgerichlsperiode vor dem Schwurgericht m Güstrow stättsinden. >

Prämiierungs-Resultate des am 29. Juli in Alsfeld abgehaltenen Prümienmarttes.

i.

P r ä m i e n f ü r P s e r d e im Besitze vonHändle rn. 1. Moses Flörsheim-Alsseld 60 M., 2. Sal. LamM'Kirlors 50 2JL, 3. Sal. Lamm-Kirtorf 90 At.

B. Prämien für Stuten und Fohlen, A r b e i t s ° and Wagenschläge, a) Arbeitsschläge, Mutter- stuten, tuit dem im laus. Jahr gefallenen Fohlen. 4. Jo Hs. Rahn-Engelrod 60 DL, 5. Gustav Korell-Angenrod 50 6. Heldmann-Erbeuhausen 40 SJJL, 7. Adolf Steinmetz-Schrecksbach 30 M., 8. Johs. Wahl-Erbenhausen 20 Ai., 9. Rudolf Fink-Leusel 20 9)L, 10. Ling. Lein-Bleidenrod (Anerkennung) 10 Ai., 11. Lorenz Geisel-Hattendorf (Anerk.) 10 Ai., 12. Wilhelm Appel-Zeilbach (Anerk.) 10 M., 13. Johs Ploch-Hattendorf (Anert.) 10 Ai. b) Wagenschlag : 14. Georg Weiß-Altenburg 60 Ai., 15. Eduard Seim-Heidelbach 50 Ai., 16. Joh. G. Hahn-Schrecksbach 40 Ai., 17. Heinr. Zimmer-Zeilbach 30 M., 18. Heinrich Weiß-Kleinhof (Anerkennung) (20 Ai., 19. Heinr. Becker-Maar 10M. 3jährig e Fohlen-Wagenschlag. 20. Johs. Gontrum-RLdges 40 Ai., 21. Gg. Weiß-Altenburg (Ehrenpreis) 60 Ai., 22. W. Kalbfleisch- Llltenburg 30 Ai. 2jährige Fohlen, Wagenschlag-. l3. Heinrich Weiß-Kleinhof 40 M., 24. Jost Grein Il.-Holzburg 30 Ai., 25. Kollinann-Schrecksbach 20 Ai., 26. H. Bück-Grünberg 20 M 27. Joh. Aierle-Strebendorf 20 Ai., 28. H. Kretider I.-Baden- rod 2o M., 29. Friedr. Függe-Groß-Felda 20 Ai., 30. Aiathei- Schrecksbach 20 Ai. Dreijährige, A r b e i t s s ch l a g: 31. H. Schnudl-Aiünch-Leusel 40 Ai., 32. Moritz Geisel-Hattendorf 30 Ai., 33. Heinrich Schmidt-Reibertenrod 20 Ai., 34. Euler-Maar (Ehrir preis) 50 M., 35. H. Weppler-Arnöhain 20 Ai., 36. Kollmann- Schrecksbach 20 M., 37. Pfanmnüller-Aiaar 20 Ai., 38. Glänzer- Holzbrirg 20 Ai. Zweijährige, 21 r b e i t § s ch l a g : 39. Birrger- nieiüer Frank-Hauendorf 40 Di., 40. Aiai-Lehrbach 30 Ai., 41. Aiusch- rmenrod 20 Ai., 42. Johs. Ploch V.-Alsfeld 20 Ai., 43. H. Weitzel V. Ober-Sorg 20 Ai., 44. Sebastian Haberkorn-Windhausen 20 Ai., 45. Joh. Peler-Aiünch-Leusel (Anerkennung) 20 Ai. L a n g f o h l e n, A r b e i t s s ch l a g: 46. Gustav Korell-Angenrod 20 Ai., 47. Grein- Reibertenrod 15 Ai., 48. Tickel-Brauerschivend (Anerk.) 10 Ai., 49. K. Aienz-Renzendorf (Anerk.) 10 Ai. Wagen schlag: 50. £einr. Weiß-Kleinhof 20 Ai., 51. H. Kreuder I.-Badeiirod 15 Ai.

C. K ü h e. a) Sinunentaler. 1. Johs. Feldzusch V.-Leiisel 10 Ai., 2. Peter Rausch-Alsfeld 10 Ai., 3. Johs. Ploch-Alsseld 8 Ai., 4. Karl Sleuernagel-Windhausen 8 Ai., 5. Heinr. Geiß Il.-Wmd-' hatise>l 8 Ai., 6. Heinr. Grein I.-Reibertenreid 8 Ai., 7. Aiartin Lang-Strebendorf 8 Ai., 8. Heinrich Semi- Ermenrod 8 Ai., 9. Johs. Scharch III.-Windhausen 8 Ai., 10. Johs. Feldzusch IV.-Leusel 6 Ai., 11. Johs. Leihniami-Leusel 6 Ai., 12. Ferd. Kreuder-Bockeli- rod 6 Ai., 13. Andreas Fmk-Leusel 6 Ai., 14. Will). Koch III.- 2llsfeld 6 Ai., 15. Jak. Koch I.°Alsfeld 5 Ai., 16. Heinrich Feldzusch- lieufel 5 Ai., 17. Jakob Kallenbach-Alsfeld 5 Ai., 18. Konrad Wald-Romrod 5 Ai., 19. Heinrich Etting V.-Alsfeld 5 Ai., 20. Johs. Groh-Leiisel 5 Ai. b) S ch w i tz e r: 1. Heinr. Engeland-Altenburg 10 Ai., 2. Konrad Rupp-Holzburg 5 Ai., 3. Johs. Ernst Plauz- Alsfeld 5 Ai. c) Vogelsberger: 1. Friedrich Holdenried- Hopfgarten 5 Ai., 2. Heinr. Falk-Elbenrod 5 Ai., 3. Jakob Kallenbach-Alsfeld 4 Ai., 4. Heinr. Feldzusch-Leusel 4 Ai., 5. Gg. Lippert l.-Altenburg 3 Ai., 6. Karl Burkhardt-Elbenrod 3 Ai. B.

ausgesordert, mit ihm nach dem GewerkschastsVureau zu gehen, wo ihm Arbeit nachgewiesen werden solle. Tas daraufhin gegen Kläger eingeleitete Strafverfahren^endigte^mit Freisprechung, weit eine krankhafte Störung der Geistestätigkeit des Klägers angenommen wurde. Die Folge seitens des Arbeitgeberverbandes war aber, daß nach Wiedereinstellung bei Arbeiter im März 1905 der Kläger keinen Handzettel erhielt, welche Zettel von der Arbeitsnachweisstelle des Arbeitgebervereins ausgeieilt wurden. Infolge mangels eines solchen Zettels durfte kein Mitglied des Arbeitgebervereins den Kläger anstellen. Letzterer fordert nun unter der Behauptung, datz der beklagte Verein dauernde Ar­beitssperre über ihn verhängt und ihn dadurch in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise vorsätzlich geschädigt habe, Aufhebung der Sperre und Schadenersatz. Ter Wert des Streit­gegenstandes beläuft sich aus ca. 5000 Mf. Ter beklagte Verein bestreitet, daß allein wegen des Vorrangs beim Streik die dauernde Sperre über den Kläger verhängt worden sei, sondern vielmehr deshalb, weil Kläger ein geistig minderwertiger und schon in zehn Fällen wegen allerlei Vergehen vorbestrafter Mensch sei.

Das Landgericht Berlin erkannte auf Abweisung der Klage. Auf die Berufung des Klägers hob das Kammergericht zu Berlin das landgerichtliche Urteil auf und erkannte die Ansprüche des Klägers für die Zeit nach dem 1. Juni 1906 als gerechtfertigt an. Und zwar habe die Aussperrung des Klägers von dem Zeitpunkt an ausgehört eine sittlich berechtigte Maßregel zu sein, als die Vertreter der Beklagten davon Kenntnis er­langt hätten, daß es sich bei dem Kläger und dem Streik­vorgang um einen die Zurechnungsfähigkeit des Klägers aus­schließenden Zustand gehandelt habe.

Tiele Auffassung des Kammergerichts wird vom Reichsgericht anläßlich der von dem beklagten Verein eingelegten Revision als unzutreffend bezeichnet. Vielmehr erklärt das Reichsgericht hierzu, daß fein Gesetz bestehe, welches den Arbeitgeberverbänden verwehre, sich durch eine vom Verband geschaffene Geschäfts­stelle über die Qualifikation der sich anbietenden Kräfte zu unterrichten, und diese eventl. im Wege einer Nachprüfung ab­zulehnen. Auch verstoße das nicht gegen, die guten Sitten, nur die Art, wie dabei verfahren wird, könne unter Umständen unter die Voraussetzungen des § 826 B. G. B. fallen. In dem vor­liegenden Falle treffe das aber nicht zu, wenn man berücksichtige, daß sich der Beklagte auch auf die verschiedenen Vorstrafen und gefährlichen Krankheiten des Klägers berufe. Was die Unzu­rechnungsfähigkeit des Klägers anlangt, so könne die volle Zurechnungsfähigkeit vorausgesetzt es dahingestellt bleiben, ob der betreffende Streikvorgang vom 9. Dezember 1904 dem Be­klagten das Recht gebe, den Kläger dauernd von der Be­schäftigung in den Vereinsbetrieben auszuschließen und ihn den Nachteilen auszusetzen, welche ihm auch bei Versagung des Hand­zettels bezüglich der außerhalb des Vereins bestehenden Betriebe erwachsen, welch letztere gern mit den größeren Vereinsbetrieben harmonieret. Turn Kläger hb: sich d.mwlS, bei Unterstellung seiner Zurechnungsfähigkeit jedenfalls einer großen Unge - Hörigkeit schuldig gemacht, welche die Versa­gung des Handzettels auf längere Zeit keines­falls als unsittlich erscheinen raffe. Da die Aus­sperrung ab-.r m.t dem 15. März zu Ende war, und Kläger seine Klage a n 8. April anhängig macht.', so kämen für die bean­standete Aussperrung des K.ägers mir drei Wochen in Betracht, für welche Zeit die Aussperrung aber noch keineswegs als gegen die guten Sitten verstoßend angesehen werden könne. Auch für längere Zeit darüber hinaus, wurde das noch nicht der Fall sein.

Berlin, 1. Aug. TieAllg. Fleischerztg." hat dem Ob­mann der Geschworenen int Hau-Prozesse, dem Metzger-Obermeister Karl Ehret in Bruchsal, die Frage vor­gelegt, ob seiner Ansicht nach die Aussage des Fräulein Eisele, falls sie vor Abgabe des Urteils bekannt gewesen wäre, von Einfluß auf den Spruch der Geschworenen gewesen wäre. Ober­meister Ehret hat in ganz bestimmter Form der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß auch diese Aussage eine Aenderung des Spruches der Geschworenen, der übrigens nahezu ein­stimmig erfolgt ist, nicht herbeigesührt haben würde, da sie zu unbestimmt fei.

Chicago, 3. Aug. Ter Richter des Bundesgerichts­hofs legte der Standard Oil Company eine Geld- (träfe von 29240000 Dollars wegen Annahme von Rabatt auf Oelverschifsungen auf. Tie Company will gegen das Erkenntnis Berufung einlegen.

Arruft itnö WNsetiychast.

Berlin, 1. August. Dr. Ankennann, Direktionsassistent am Berliner Museum für Völkerkunde tritt im Oktober mit einem Staatszuschuß von 20 000 Mk. eine ethnographische Forschungsreise an.

Leipzig, 1. August. Der Ingenieur und Patentanwalt W. H. Uhland, bekannt als Gründer des Technikums Mittwaida, und her­vorragender Vertreter der technischen Literatur, ist hier, 66 Jahre alt, gestorben.

Von Nordland-Expeditionen liegen heute zw-ei Meldungen vor. Eine deutsche »aerologische Island-Expedition ist wohlbehalten und mit zufriedenstellenden Resultaten am Sonn­tag abend in Holtenau l-ei Kiel emgervoffen. Aus Tromsoe wird gemeldet: Tie Eisverhältnisse gestalten sich günstig. VonWe ll- mann sind Briefe eingetroffen. Tie Reparaturen am Ballon- Hause sind jetzt beendet. Es ist. alles wohl.'

Universitäts-Nachrichten.

München, 3. Aug. Der Proiessor für Kunstgeschickte und Aesthetik an der technischen Hochschule, Geheimrat Dr. v. Reber, wurde auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt. An seine Stelle trat Professor Boll.

Die bauliche Herstellung des Dornanialhofes Lchistcnberg.

Man schreibt uns von sehr geschätzter Seile: In dem Artikel Über den Schiffenberg (der uns ans dem Leserkeis zuging. Red.) wird in unbegreiflicher Weise dem früheren Vorstande der Ober- iörfterei Schiffenberg die Schuld dafür zugeniessen, daß nicht schon früher eine durchgreifende bauliche Herstellung erfolgt ist. Gerade im Gegenteil sind sowohl alle seither vorgenommenen, wie auch ganz besonders die nunmehrigen gründlichen Herstellimgen, für welche bereits im 1904 der Staatsbudget die erste Rate emgestllt wurde, auf Betreiben des Geh. Forftrates Heyer zurückzuführen, dessen liebevolle Fürsorge für seinen Schissenberg ebenso bekannt ist. wie seine Zähigkeit m Verfolgung ferner Ziele bis zum letzten Tage feiner Amtsführung (1. Oktb. 1905).

Wenn feine unablässigen Bemühungen, den Schistenberg zeit­gemäß herzurichten, nichi schon srüher üoit Erfolg gekrönt waren, jo ist gerade er ganz gewiß nicht hierfür verantwortlich zu machen; rr hat es am cttlerle'bhastesten bedauert, fo wie wir es jetzt be­dauern müssen, daß er sich der Früchte dieses seines Wirkeiw nicht mehr freuen durfte.

Heyers Rainen ist auch m dieser Hinsicht mit dem schonen Schissenberg für immer verknüpft.

Neichsgerichtsbrief.

Nachdruck verboten.

I. S. Leipzig, 2. Aug.

Ein sich unliebsam machender Streikposten kann auch nach beendigter allgemeiner Strerkaus- fperrung weiterhin aus gesperrt werden.

Eine äußerst interessante Frage beschäftigte kürzlich bas Reichsgericht anläßlich einer Schadenersatzklage des Schleifers ' W. in Berlin gegen die V e r e i n i g u n g d e r B e r l i n e r M e - T t a 11 io a r c n f a b ri f a n t e n. Kläger hatte während der Tauer des im Herbst 1904 ausgebrochenen Streiks m der Metallwaren­branche sich an einen arbeitswilligen Führer herangedrangt und in feiner Funktion M Streikposten dest .Arbettswültgen

Sport.

VonderRadsahrt Peking-Paris. Prinz Borghese passierte am Sonntag früh die deutsch-russische Grenze. Durch einen Raddefekt wurde hinter Kowno eine Verspätung verursacht. Ter Prinz wurde an der Grenze von Atttgliedern des Kaiserlichen Automobilklubs und des Königsberger Automobilklubs begrüßt. In Königsberg i. Pr. trat der Prinz am Vormittag um 10l/2 Uhr ein und setzte um 1 Uhr nachmittags die Fahrt nach Berlin fort.

Spielplarr drr oerrmigten Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus.

Dienstag den 6. August, abends 7 Uhr: »Der fliegende Holländer/

LandwrrUchast.

4- Rodheim a. d. Bieber, 3. Aug. Tie Herdbuchgesellschast des Kreises Biedenkopf für das Vogelsberger Rind hielt in diesen Tagen unter dem Vorsitz unseres srüheren Landrates von Heimburg B e z i r k s s ch a u e n ab. In Battenberg wurden 89, in Gladenbach 72 und in Rodheim 76 Tiere aufgetrieben, tfaft erschienen durchweg Tiere, die aus einen Preis wohl Anspruch machen konnten. Bemerkenswert war die große Anzahl Kühe, die auf allen drei Schauen erschienen war. Darunter waren Milchkühe von einer Schwere, wie sie in früheren Jahren nur vereinzelt vorkamen. Tie Resultate für den hiesigen Bezirk sind folgende: A.. Bullen (9 Preise): L. Gerlach zu Bieber, 1. Pr. 25 Mk.; Gemeinde Rodheim, 2. Pr. 20 Alk. und 3. Pr. 15 Mk. B. Kühe (13 Preise): Leidolf zu Raunheini, 1. Pr. 20 Mk.; Landenfeld zu Raunheim, 2. Pr. 15 Mk.; Leidols zu Raunheim, 3. Pr. 10 Mk. C. Rinder (il Preise): Johs. Bender-Rodheim, 1. Pr. 20 Mk.; Fr. Landefeld zu Raunheim, 2. Pr. 15 Mk.; L. H. Bitt zu Raunhenn, 3. Pr. 10 Mk. D. Kälber (11 Preise): W. Leib zu Bieber, 1. Pr. Io Mk.; PH. Gerlach zu Fellinahausen, 2. Pr. 10 Mk.; Ludw. Oehler zu Crumbach, 3. Pr. 10 Mk.

Schauspielhaus.

Dienstag den 6. August, abends 7 Uhr:Der Pfarrer von Kirchfeld/

Märkte.

ic. Frankfurt a. M., 5. Aug. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") rlmthcbe 9laticnmgcn ber heutigen Fruchtmarktpreise. Wetzen 9)if. 00.0000.00, Kurhessifcher Mk. 00.0000.00, La Plata; Alk. 22.0022.75, Kansas Alk. 22.0022.75, Roggen (hiesiger) Mk. 00.0000.00, Gerste (Westerauer) Alk. 18.2518.50, Fanken- selber Mk. 18.7519.00, Hafer 20.0021.00, Mais Alk. 15.2500.0k WeizeilNiehl Alk. 29.5030.00, 0000, 2. Qualität Alk. 27.00 bis Alk. 28.00, 3. Qualität Mk. 25.5026.00, Roggenmehl 00 Mk. 29.5030.00,1.Qualität Alk. 28.5029.50, Weizenkleie Alk. 11.00. bis Alk. 11.50, Roggenkleie Mk. 12.0012.50, MaiSkKme Alk. 11.25, bis Alk. 11.50, Franken, Pfälzer, Ried Alk.00.0000.00. Lilles per; 100 Kg. ab hier.

ic. Frankfurt a. M.» 5.Aug. (Telegr. Orig.-Bericht deS ^Gieß. Anz/). Amt!. Rotierungeii der heutigen Viehrnarktpreif e. Zunr Verkaufe standen: 473 Ochsen, 95 ans Oesterreich, 45 Bullen, 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 846 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 344 Kälber, 213 Schafe und Hämmel, 00 Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegen, 2001 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht. Ochsen 1. Qualstät 8083 Alk., 2. Qual 7376 Alk., 3. Qual. 6670Alk.; Biillen 1. dual. 71 bis 73 Alk., 2. Qual. 6870 Mk.; Kühe 1. Qual. 7476Mk., 2.Qual. 7072 Alk., 3. Qual. 65-66 Alk, 4. Qual. 0000 Mk., 5. Quast 0000Mk. Kälber: 1. Qual.9295 Psg., Lebeiidgewicht5557 Pf., 2. Qual. 8186 Psg., Lebendgewicht 4852 Psg., Schlacht­gewicht 63 68 Psg. Schafe: 1. Qual. 8284, 2. Qual. 7880 Psg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 7172 Pfg., Lebdgew. 56.0000.00 Pfg., 2. Qu. 7000 Psg., Lebendgew. 55.0000 Pfg., 3. Qual. 6062 Psg. Lebeiidgeiv. 00 Pfg. Geschäft: bei Horn­vieh mittelmäßig, Ueberstand bebcuteub; bei Kleinvieh gut, kein Uebersiand.

MHkuttitlr MkiM der TvdrsMe iv der Stadt tzießeii

30. Woche. Vom 21. Juli bis 27. Juki 1907.

Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 sinkst 1600 Mann Militär).' Sterbtichkeitsziffer: 22,53 °/00, nach Abzug von 5 Ortsfremden: 13,86 Voo.

Kinder

Anm.: Die m Klammern gesetzten Ziffern' geben an, nut viel- der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auSroärtS nach Gießcri gebrachte Kranke kommen.1

ES starben an: Zusammen:

Erwachsene

1.

: int

Lebensjahr:

vom

2.-15. Jahr

Wochenbettfieber 1 (1)

KD

Tuberkulose 1 (1)

KD

Herzfehler 1

i

Gehirufchlag 1

1

Blinddarmentzündung 1 (1)

1(1)

Lungenentzündung 3

1

2

Atrophie 1

1

.

Lebensfchwäche 1 (1)

1 (1)

Krebs 3 (1)

8(1)

Summe 13 (ö)

8(4)

3(1)

2

VricfLaftcir Oes *tcöattion.

(Auonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

Mehrere Aufrager. Tie Plakette ist beim UliiversitätS- fefretariat zum Preise von 3 Alk. zu beziehen. Sie ist nur in der einen Alelallausführung angefertigt worden.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Dienstag den 6. Anglist: Zunehmende Trübung und Gewitter. Zunächst warm, sp^r kühler. Südliche Winde. j

Gelgitrai-Drahtmeldnngen.

Berlin, 5. Aug. Ter König vo nSiatn ist mit einigen!) Prinzen seines Hsauses gestern nachmittag hier eingetrvfsen^ Er wird in Berlin etwa 10 Tage verweilen und sich dam^ nach Kassel begeben, wo er bom Kaiser empfangen wird.

Turin, 5. Aug. Ter Präfekt ordnete die sofortige Schließ­ung der hiesigen Salsiauer Filiale an. Bei ber Erstürmung des Salesianer Erziehungs-Instituts in Sampier-i darcna verteidigten sich die Salesianer mit Gewehren und Re­volvern. In Spezia weigerten sich 40 Marinesoldaten, gegen die Bevölkerung vorzugehen. . J

Genf, ö. August. Der marokkanische Polizei- Inspektor Müller erklärte, daß er nicht vor Oktober nach Tanger zurnckkehren werde, da bisher noch keine Polizei organisiert sei und er infolgedessen noch nichts zu inspi­zieren' habe. >

Konstantinopel, 3. Aug. Dcr deutsche Kaiser; hat, dem Wunsch des Sultans entsprechend, zum Oberschieds­richter in dem Streit zwischen der türkischen Retzicrung und den orientalischen Bahnen den spanischen Staatsmimster Sigesmunh Atoret ernannt.

Diaris, 5. Aug. In hiesigen diplomatischen Kreisen verhehlt mlan nicht die Befriedigung, welche man ba-n rüber empfindet, daß sämtliche Mächte Euwpas ohne Ausnahme die f r a n z ö s i s ch - s P a n i s ch e A k ti o ii i n M a r o k k o billigens Namentlich wird der Besuch, den der deutsche Botschafter Fürst Radolin Herrn Pichon gemacht hat, als ein sehr günstiges Symp- wm der euroMifchen Einstimmigkeit betrachtet.

Ps'aris, 5. Aug. Ter Bauten Minister Barthon konnte erst spät ,abends in seiner Sommerfrische von der furcht­baren Eisenbahn-Katastrophe bei Angers in Kennt­nis gesetzt werden. Er kehrte unverzüglich nach Paris zurück und reifte um Mitternacht mittelst Spezialzuges an Ort unbi Stelle gb. Ten letzten Nachrichten zufolge sind bei der Kata­strophe 30 Personen umgekommen. Außer den 13 gefundenen Leichen, die bereits identifiziert werden konnten, sind keine weiteren ausgefunden worden. Die Bergungsarbeiten mußten; wegen der Dunkelheit gestern labend 9 Uhr eingestellt werden.. Es steht noch nicht sest, ob eine Verschiebung der Brücke erfolgt, ist oder ob die Entgleisung lauf eine andere Ursache zurückzu­führen ist. Ph

Toulon, 5.August. Das Transportschiff Sham­rock hat Pferde und zirka 100 Mann Truppen gelandet, was darauf hindeittet, daß dieses Schiff nicht nach Marokko abgehen soll.

London, 5. Aug.Tribüne" meldet aus C a s a b l a n c a, daß andauernd Schiffe mit Flüchtlingen nach Tanger abgehen. Tie Mauren fahren fort, die Hafenbauten zu zer­stören Sie drangen in das Zollhaus ein und plünderten Waren und Gepäck der Europäer. Tie kaiserlichen Truppen überwachen die Kabylen von den Stadtmauern aus und er­schossen sieben von ihnen. Im Geheimen sympathisieren sie jedoch mit den Rebellen. Es herrscht volle Anarchie.

L o n d o n, 5. Aug. Tie Truppen desSherifs grisien das Torf Hauta nahe Raisulis Lager an. Raisuli entfloh in eüi Sanktuarium, Mae Lean in den Händen seines Bruders und eines auserlesenen Gefolges lassend. Unterhandlungen be­züglich Acae Leans Freilassung haben begonnen. Die Aussichten sind hoffnungsvoll er.

Manchester, 5. Aug. Zwischen Arbeitern und Arbeit­gebern der Maschinen brauche ist ein Konflikt aus­gebrochen. Die Arbeitgeber beschlossen, 8000 Arbeiter zu entlassen. Sie weigern sich, mit deni Arbeiter-Syndikat zu verhandeln.

Wenn Säuglinge durch irgendwelche Umstände nicht selbst ge­stillt werden können, so reiche man ihnen das bereits durch Gene­rationen bewährte Reftle'sche Kindermehl, welches durch serne stets gleichbteibende Reinheit und Gute die absolute Sicherheit btrietz ,bem Wachstum und Gedeihen der Kinder förderlich zu fein. ss*/®;