Nr. 155
Ernteausfichten tn Oberhefien.
he Angelegenheiten führten mich im Juni ^roßen Teil der Provinz. Mitte Juni in die
Gegend von
während Herrn von Siebert mit Bezug auf die gegen die Urteile der Disziplinarbehörden in Sachen Dr. Peters geschleuderten Schmähungen der Widerruf nicht erspart bleiben dürfte. Die von ihm <wf die Mühle der Sozialdcinokratie getriebene Welle kann ec freilich nicht mehr rückläufig machen, und Fürst Bülow wird es sich wohl sehr überlegen, ehe er nochmals ein politisches Sendschreiben an die Adresse des Herrn von Liebert richtet.
Geschäftliche Angels durch einen gi
General von Liebert.
Die jedes Mag übersteigende Kritik besonders des Zeneralä von Liebert an den Drsziplinarurteilen gegen Dr. Peters fordert die Regierung zur Stellungnahme heraus, >enn sie hat das Ansehen und die Autorität der Gerichte richt nur gegenüber der Sozialdemokratie zu wahren. Sie ann nicht umhin, auch die Beamten, die damals das Lisziplinargerrcht bildeten und ihr Urteil schließlich nach >estem Wissen und Gewissen abgaben, gegen Beschimpfungen n Schutz zu nehmen. Das gebietet das Staatsinteresse.
wird abzuwarten sein, in welcher Form der Reichskanzler en General von Liebert zur Rechenschaft zieht, dem er >ereits durch die ,Köln. Ztg." eine stattliche Reihe von Irrtümern in seinem Münchener Gutachten hat vorhalten cissen. Menschlich ist es zu verstehen, daß der frühere Gouverneur von Ostafrika sich mit dem ganzen Feuer seines Temperaments für Dr. Peters ms Zeug legte. Doch die iigellose Leidenschaft steht einem Manne nicht gut an, der ich zu einer Führercolle auf der Seite der Ordnungsparteien «erufen glaubt und in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Leichsoerbandes gegen die Sozialdemokratie den die Wahl- •arole enthaltenden Silvesterbrief des Reichskanzlers ent* .egennehmen konnte. Schon das Auftreten des Herrn von Hebert im Reichstag ließ erkennen, daß er selbst leicht in en Fehler der Uebertreibung verfällt, den er seinen intimsten Gegnern auf der äußersten Linken zum Vorwurf macht. Er t der Repräsentant eines galligen Fanatismus, während bei inem anderen Heißsporn auf der Rechten, dem bekannten lbg. von Oldenburg, das befreiende Lachen des Auditoriums ch prompt einzustellen pflegt. Er braucht infolgedessen von em, was er gefügt hat, kaum etwas zurückzunehmen,
®rnpf-an g der Gesamtheit der Gäste mit ihren T^men in der Leithalle.
Donnerstag, l'. Äug uff:
. I. Vormittags 8% Uhr: Festgottesdienste (die Herren m Gala, die ~.tarnen in Promenadetoilette), a) Evangelischer Universitäls-Festgvttesdienft in der Johannesrirche für die Ehren* gajie, die Mitglieder des Lehrkörpers und besonders geladene b) Katholischer Festgottesdienst, in der katholischen Pfarr- kirche. 2. Vormittags 10 Uhr: Imbiß in der alten großen Aula für die Ehrengäste und die Mitglieder des Lehrkörpers. 3. Vov- mittags 1 ll'i Festakt in der neuen Aula für die Ehrengäste,^ die Mitglieder des Lehrkörpers und besonders geladene Gäste (die Herren in Gala, die Damen in Promenadetoilette), a) L van Beethoven, Ouvertüre „Zur Weihe des .Hauses"; b) Ansprachen c) R. Wagner, Vorspiel zu den „Meistersingern". 4. Nachmittag- 2Vs Uhr: Festessen in der Festhalle für die Ehrengäste und die Mitglieder des Lehrkörpers (Frack). 5. Nachmittags 4 Uhr gesellige Vereinigung sämtlicher Festgäste mit ihren Damen im Philosophenwald. 6. Abends 8V2 Uhr: Fe st Vorstellung im neuen Stadttheater für die Ehrengäste, die Mitglieder des Lehrkörpers und besonders geladene Gäste (die Herren im Frack, die Damen in Abendtoilette), a) Prolog; b) Depositums- spiel; c) Lebende Mld-eck aus der Geschichte der Universität; d) Nur ein Viertelstündchen, Lustspiel in einem Aufzug.
Freitag, 2. August:
1. Vormittags 10 Uhr pünktlich: Festakt in der Stadtkirche für die Ehrengäste, die Mitglieder des Lehrkörpers und besonders geladene Gäste (die Herren in Gala, die Damen in Promenadetoilette), a) Brahms, Triumphlied, 1. Chor; b) Festrede, gehalten von Prowssor Dr. H. Oncken; c; Brahms, Triumphlied, 2. Chor; d) Ehrenpromotionen; e) Brahms, Triumphlied, Schlußchor. 2. Njachmittags 4 Uhr: a) Gartenfest im bota-
. -- „ o -"-7 ------ -^ie Heuernte war
rn der Umgebung von Budrngen im vollen Gange, während man in der Gegend von Nidda kaum damit begonnen hatte, ^zn der Umgebung von Schotten wurde um den 20. Juni Heu eingefahren, wohl 2/3 der Heuernte war aber wohl noch zu bewältigen. Am 25. Juni hatte man in der Gegend von Grebenhain noch keine Neigung mit der Heuernte zu beginnen, des unsicheren Wetters wegen. Gegen Ende des Monats war in der Umgebung von Lauterbach und besonders im Tale der Schlitz schon sehr viel Heu geerntet, einzelne Gemarkungen waren nahezu fertig mit der Heuernte. Alle die zeitig im Juni gemäht hatten, brachten den größten Teil des Heus sehr gut nach Haus, wer erst tm letzten Drittel des Monats mähte, kam in die Negenperiode und erlitt starke Einbuße am Werte des Heues. Das Gras war zu hart geworden und litt durch das fortwährende Regenwetter. Es war ein trauriges Bild, was sich dem Reisenden zecgte, der am 30. Juni von Alsfeld über Lauterbach hinausfuhr: durch Regen und Sonnenschein im stetigen Wechsel abgebleichtes Heu, mit Heu halb beladene Wagen, die man über Sonntag au; den Wiesen stehen ließ, da man am Samstag beim Laden von einem heftigen Gewitter überrascht wurde, IjaEb vollendete Arbeit in allen Wiesengründen, in einzelnen Gemarkungen vom Hagel stark geschädigte Halmfrüchte.
Die Heuernte ist auf den Grundwiesen nicht so reichlich ausgefallen als auf den weniger feuchten Wiesen. Der Juni war zu feucht und zu kühl. Mr hatten kaum eine warme Juninacht und in solchen nur wächst das Grundgras. Wäre das Heu alles gut nach Hause gekommen, so hätte man trotzdem von einer ausreichenden Heuernte sprechen können. Ueberall war in Oberhessen der Rotklee sehr schön. Leider steht noch recht viel Rotklee auf dem Halm. Er wird jeden Tag härter und damit minderwertiger. Auch der zweite Schnitt steht in Frage, wenn der erste Schnitt so spät das Feld räumt.
Von den Halmfrüchten steht der Roggen gut. Ganz ausgezeichnet im Schlitzerlande auf dem Buntsandsteinboden. Im hohen Vogelsberg, beispielsweise in der Gegend von Grebenhein steht der Roggen vielfach dünn. Ein Umpflügen des Roggens scheint nur in einzelnen ganz ungünstig gelegenen Gemarkungen vorgekommen zu sein Der lang andauernde Mnter mit seinen enormen Schneemassen hat hier schlimm gewirkt. Im Kreise Gießen zeigt der Roggen vielfach Lager infolge der anhaltenden Regengüsse der vergangenen Woche. Da der Kern aber nahezu vollkommen ausgebildet ist, wird das auf den Körnerertrag keinen nennenswerten Einfluß ausüben.
Der Weizen steht wohl auf vielen Aeckern der Wetterau zu gut. Man hätte, wenn man den nassen Juni voraussehen konnte, den teuren Chilisalpeter vielfach sparen können. Aber auch bis in den Vogelsberg hinauf, da wo er noch hingehört, steht der Wetzen gut. Kurz vor Schoten stehen noch prächtige Weizenfelder. Im hohen Vogels- ,erg gibt es noch immer manches Ackerfeld, das nicht anbauwürdig ist.
Gerste und Hafer stehen überall gut. Erstere zeigt chon Lager, nicht selten auch durch übertrieben starte Aussaat.
Samstag, 3. August:
1. Vormittags 11V2 llhr: Abschiedsfrühschoppen (Teilnehmer wie beim Festkommers). 2. Abends 7 Uhr: Wieder - holungder Fe st Vorstellung im Stadttheater. Der Verkauf der Kurten geschieht durch bie Theaterkasse.
Sonntag, 4. Augnst:
Mchmittags 4 Uhr: Großes Voltsfest in der Festhalte; Zutritt Tür Jedermann. Abends 10 Uhr: GroßesFeuer- werk bei der Festhalle.
Schlußchor. 2. Njachmittags 4 Uhr: a) Gartenfest im botanischen Garten, gegeben von S. K. H. dem Grvßherzog, für besonders geladene Gäste; b) Ausflüge in die Umgegend. 3. Nachmittags 6 Uhr: Wiederholung der Fe ft Vorstellung im neuen Stadttheater. Ter Verkauf der Karten geschieht durch die Theaterkasse, vormittags von 10 bis 1 Uhr, nachmittags von 3 bis 5 Uhr: a) Mittwoch, 31. Juli, und Donnerstag, 1. August, nur an jetzige und frühere Studierende (Ausweis durch die Festkarte); b) J-reitag, 2. August, an Jedermann. 4. Abends 9 Uhr: Fest- ko m m er s in der Fest Halle für Ehrengäste, Lehrkörper, Studentenschaft, frühere Angehörige der Universität und besonders geladene Gäste.
Aus Siaot uno *uno.
Gießen, 5. Juli 1907.
Die Redaktion betreffend. Der Aufschwung, den der Gießener Anzeiger genommen hat, und die erhöhten Ansprüche, die der wesentlich vergrößerte Kreis seiner Leser in Stadt und Land an ihn stellt, hat es erfordert, eine neue Kraft, Herrn Anderson, anzustellen, der für den politischen Teil verantwortlich zeichnen und in Gemeinschaft mit den Herren Witiko und Heß tätig jein wird. Durch diese Vermehrung des Redaktionsstabes glauben wir den Wünschen unserer Leser Rechnung zu tragen und den Ausbau des Blattes in geeigneter Weise zu fördern.
Verlag des Siebener Anzeigers.
** Personalnachrichten. Ober-Po stdirektion Darmstadt. Verliehen ist die Südwestafrika-Denkmünze aus Bronze dem Postinspektor Thorum in Mainz; das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Postdirektor a. D. Bachmann in Eberstadt. Verliehen ist ferner der Titel „Postsekretär" dem Ober-Post- assistenten Sehrt in Gießen; der Titel „Ober-Postassistent" den Postassistenten Nemitz in Butzbach, Ringenwald und Weimar in Gießen und Stock tn Büdingen; der Titel „Ober-Telegraphenafsistent" dem Postassistenten Breuning in Gießen. Ernannt sind die Ober-Postassistenten Dörmer in Nidda, H eumüller in Lauterbach und Friedr. Reinhardt in Bad Nauheim zu Ober-Telegraphenassistenten. Versetzt ist der Postassistent H00S von Nieder-Wöllstadt nach Mainz. Etatmäßig angestellt ist als Postassistent Postanwärter Herget in Gießen. Bestanden hat die Post- assistentenprüftlng Postgehülfe Stauth in Lauterbach. Angenommen sind als Postgehülfe der Realschüler Gebauer tn Ortenberg, als Postagent der frühere Gutsoerwalter Wolf in Düdelsheim.
* S e l b st m 0 r d. In Breitscheid erschoß sich gestern abend die 18 Jahre alte Frl. O. von hier. Sie hatte ein Liebesverhältnis mit einem Italiener, dem sie gegen den Willen ihrer Eltern dorthin gefolgt war. Ihre Eltern wollten sie von dort zurückholen, sie legte aber edenst.lls deshalb Hand an sich.
* * »Spu k". Seit etwa 8 bis 10 Tagen wurden die Bewohner eines Hauses in der Wolkengasse in einer ganz unheimlichen Weise belästigt und in Angst gehalten. Fast allabendlich, sobald die Dämmerung eintrat, kamen Steine gegen das Haus und mehrere sogar durch die Fenster hindurch in die Wohnung geflogen, es wurden auch mehrfach Kinder mit Steinen getroffen und auch die Fensterscheiben zertrümmert. Nach längeren Beobachtungen durch Schutzleute gelang e§ den geheimnisvollen Steinwerfer zu entdecken, er stak nich- wie angenommen worden mar, auf dem Dache eines des nachbarten Hauses, sondern im Hause selbst. Ein Ibjährige: Mädchen aus dem oberen Stockwerk wurde als Täterm estgestellt. Es beugte sich aus dem Fenster und schleuderte
Wundrrbarerweise sehen die Kartoffeln trotz des vielen Regens und der kühlen Junitage vortrefflich aus. Tritt jetzt endlich warmes und trockenes Wetter ein, so darf man auf eine gute Ernte hoffen, besonders wenn das erwünschte sonnige Wetter ab und zu durch einen warmen und „sinnigen" Regen unterbrochen wird. Denn die Pflanzen sind jetzt durch den reichlichen Regen verwöhnt und leiden sehr rasch Durst, wenn es jetzt allzu warm und trocken wird.
Die Rübenfelder sehen gleichfalls gut aus. Das Pflanzen der Dickwurzeln konnte spielend geschehen, man hätte ote Pflanzen beinahe h in legen können und sie wären angewachsen. Aber massenhaft zeigt sich auf den Dickwurz- eldern das junge aussprießende Unkraut. Sobald es trocken wird, heißt es hacken. Durch die Unglück, cche verzögerte Heuernte drängt sich da Arbeit zusammen. Kommt jetzt heißes, sonniges Wetter, dann beginnt in 10—12 Tagen hier und da schon die Roggenernte. Dje Halme bleichen dann rasch.
Die Ernteaussichten in der Provinz sind gute, trotz der Widerwärtigkeiten, die genügend berührt sind. Stoffen wir, daß die Landwirte nicht durch weiteres Un- emach enttäuscht werden.
Ordnung
für die
Dritte Jahrhundertfeier der Landes-Nniverfität.
Mittwoch, 31. Juli:
1. Njachmittags 4^2 Uhr: Empfang Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin «am Bahnhof durch Rekwr und Dekane, sowie durch die besonders hierzu befohlenen Personen. 2. Abends 8 Uhr: Empfang der Ehrengäste durch den Rektor in der alten großen Aula (Besprechung über die Begrüßungsreden beim ersten Festakt). 0. Abends 9 Uhr: a) Fackelzug der gesamten Studentenschaft; b) Beleuchtung d.er Stadt. 4. Abends von 9J/3 Uhr ab:
@*8 Blatt 157. Jahr<,a„g Freita. 5. Juli 19
außer Sonntag,. ' B.zngSpr.t-
Dem Gießener Anzeiger f Jfi . X Ak DV N? monatlich^'
Eichener Anzeiger .
Ureirblatt für den Ureis AV Zeilenpreis: wkal LSP^
Sieben. Fernsprech-An- /X A**i*M*.f ft** yfU < < ** auswärts M
XXS.1« General-Anzelßer für Oderhejfen LUZK
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Anzeiger Gießen. «otst-onrdruS und Verlag der vrfihl'schen Univ.-Vllch- und Ltcindruckerek. R. Lange. RedaMo«. «xpedition und Druckerei: Schlllftrahe 7.
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Pie heutige Wummer umfaßt 12 Seiten,
politische Lagesscha«.
Der neueste Stenervorschlag.
Herr v. PodbielSki, der verflossene preußische Landwirtschaftsminister, nimmt trotz seiner gichtischen Beschwerden regen Anteil an der Politik. Und zwar beschränkt er sich nicht daraus, Deputationen des Bundes der Landwirte zu empfangen. Die Finanznöte des Reiches und Preußens gehen ihm nahe. So befördert er sich denn zum freiwilligen Re- gierungskommiffar im Bereiche des Schatzamtes und unterbreitet dem Reichssäckelmeister Frhrn. v. Stengel als Ergebnis seines Nachdenkens einen Steuervorschlag, der ^u Buche schlägt" und von dem er nicht mit Unrecht meint, daß er des ominösen Beigeschmackes einer Sonderbesteuerung ermangele. Der m kaufmännischen Dingen erfahrene Exminister empfiehlt nicht mehr und nicht weniger als eine allgemeine Geldumlaussteuer derart, daß alle Zahlungen über 6 Mk., in welcher Form immer sie geleistet werden, einer Abgabepflicht unterliegen sollen, für die der Satz von 10 Pfennig auf 100 Mk. als Grundquote anzunehmen sei. Doch könne der Satz je nach den Bedürfnissen des Reichshaushalts alljährlich durch den Reichstag erhöht oder ermäßigt werden. In der Tat, das Ei des Finanz-Kolumbus ist konstruiert, denn es kann kein Zweifel sein, daß diese Steuer einen Ertrag liefern würde, der die Bilan- zrerung des Budgets, zum leichtesten Ding von der Welt macht. Leider Härte die Steuer — ihre technische Durchführbarkeit vorausgesetzt — die fatale Nebenwirküng einer un- erträglichen Belastung von Handel und Verkehr. Ihr gegenüber erschiene die vom Reichstag ver- woriene Quitrungssteuer beinahe als Wohltat. Unverkennbar ift auch der agrarische Pferdefuß, da von der Umlauf- steuer in erster Linie dre Städte, besonders die Großstädte betroffen werden würden, wo der Geldumsatz unendlich reger und vielgestaltiger ist, als auf dem Lande. Die -teuer wäre der empfindlichste Schlag gegen das ruobile ..apital", selbst im winzigsten Betrag. Doch der interessante Vorschlag braucht nicht ernst genommen zu wer- en. An seine Verwirklichung ist schon deshalb nicht ;u denken, weil der technischen Durchführbarkeit die größten Schwierigkeiten entgegen stehen, und weil sicherlich kein Reichstag dieser Steuer seine^Genehmigung erteilen würde.
Kultusminister Dr. Holle und die Lehrer.
Der neue preußische Kultusminister Dr. Holle sieht den Wunschzettel der Lehrer bereits vor sich liegen. Obenan teht das Verlangen nach angemessener Besoldung, .md es kann keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bereiten, bei der Revision des Lehrerbesoldungsgesetzes den Erziehern der Jugend das Einkommen der Subalternbeamten I. Klasse tu garantieren. Weder der Finanzminister noch irgend eine Partei des Abgeordnetenhauses wird dem aus stichhaltigen Gründen wiederstreben. Dagegen sind Konservative und Zentrum der Forderung abgeneigt, die geistliche Schul- russlcht durch die fachmännische zu ersetzen. Der Urinister wird also wohl nicht ohne weiteres mit dem System irechen wollen, sondern die grundsätzliche Lösung dieser Frage )iL nach den Landtagswahlen vertagen. Am wenigsten Aussicht auf baldige Erfüllung dürfte das Verlangen der Mehrer nach Zillassung zum Unkvertätsstudium haben, lieber ae allgemeine Zweckmäßigkeit dieser Forderung sind die Neinungen noch viel zu sehr geteilt, und die Lehrer würden ;ut tun, die Frage zunächst aus der Diskussion auszuscheiden. Wer sich nicht übertriebenen Hoffnungen hingibt, schützt sich rm besten gegen Enttäuschungen.


