Ausgabe 
5.6.1907 Zweites Blatt
 
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d er Revision wegen Unzulässigkeit, inbeuf

. 93.80 | Elektriz. Lahmeyer

83.80

4 o'

Italien. Rente .

3fi> Portugiesen Serie I .

3% Portugiesen

III

. 9310

28.60

Körse, o. Jnni. Anfangaknrse.

. 167L0

84.50

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96.70

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93.00

Elektriz. Schlickert . Eschweiler Bergwerk

. 121.90

. 107.90

. 223.25

25.60

144.20

134JQ

Gotthard bahn . . . .

Lombard. Eisenbahn . .

Uesterr. Staatsoahu . . . Pnnce-Henn-Eisen bahn .

Darmstädter Bank Deutsche Bank . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn . .

. 225.30

. 25.70

. 117.70

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103.20 ,67w5

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91.-

92.85

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do. Konsols do. Hessen Oberhessen

4% Uesterr. Goldrente. . 4^ % Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . .

8K7<

3%

3H7< 3-6 3*7- 8M7<

6051,20 Mark.

Die Gesamteinnahme betrug 186 886,92 Mark, die Gesamt­ausgabe 170 854,20 Mark. An Krankengeld kam auf den Kopf 14,11 Mark (1905: 13,94 Mk.), für ärztliche Behandlung 4,62 Mk. (5,05 Mk.), für Heilmittel 2,43 Mk. (2,60 Mk.), für Sterbegeld 0,79 Mk. (0,83 Mk.) usw. Beitrag wurde pro Kopf gezahlt 25,15 Mark (24,09 Mk.). Das Vermögen der Kasse beträgt 151 304,89 Mark (146 847,86 MarP.

er den Wert des Streitgegenstandes auf 1000 Mk. festsetzte. Der erkennende Senat führt aus, daß das Landgericht damals deni Wert der WorteKölner Konsumgeschäft" auf 500 Mk. festgesetzt habe. Nach einem "Gutachten des Sachverständigen N. betrage nun zwar der Wert der WorteKölner Konsumgeschäft mindestens 3000 Mk. Allein dieses Gutachten könne nicht a ls durchschlagend

Harpener Bergwerk Laurahntte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . l'drkenlose .

3°/o Alexikauer . 4>s7o Chinesen . .

Aktien:

Bochum Guss . . .

Buderus E. W . .

Tendenz: fest.

Berliner

Cauada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz ; fest.

4/$7o russ.Staatsanl. 19Uu 446 u,0 japan. Staatsanleihe 4 /6 Conv. Türken von 19U3 Türkenlose.....

4-6 Griech. Monopol-Aul.

4-6 äussere Argentinier

Die Marktpreise für Vieh und Frucht uud die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 4. Ium 1907.

erachtet werden, da es sich über den Wert der beiden Worte aussprcche, während jetzt nur noch das WortKölner" in Betracht komme. Tie ganze Sachlage forrdjc aber dagegen, daß dieses Wort von so großer Bedeutung sein sollte, daß ein Streit- und Beschwerdcgegcnsrand von über 2500 Mk. angenommen werden könnte.

Ein gerichtliches Nachspiel zum Äolonial-Skanval. VIL

rrsriverfttcits-riachrichten.

. Der ordentliche Professor der Physik, Direktor des physikal. Instituts und des physikal. Seminars der Universität Heidel­berg, Geheimrat Quincke, wurde auf fein Ansuchen wegen leidender Gesundheit in den R n h e st a n d versetzt. Der ordent­liche Professor der Physik an der Universität Kiel, Geh. Rc- gierungsrat Lenard, wurde unter Verleihung des Titels als Geheimer Rat zweiter Klasse zum ordentlichen Professor der Physik und Direktor des physikal. Instituts der Universität Heidelberg ernannt.

. 2'24.40

. 74.80

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GerichtssaaL.

Wiesbade n, 4. Juni. Tie Strafkammer verhandelte gegen den Lehrer Jakob Jung von Ruppertshain, der beschuldigt wurde, sich in mindestens 12 Fällen an schulpflichtigen Mädchen in unsittlicher Weise vergangen zu haben. Das Gericht erkannte auf Freisprechung, weil cs den beiden Mädchen, den Haupt- zcuginncn, keinen Glauben schenkte.

Beuthen (LTerschles.), 4. Juni. Nach zweitägigen Ver­handlungen gegen 11 Mitglieder des Rodziner Sokolvereins, der in seinen Sitzungen als Ziel die Wicderaufrichtung Polens betrieb und aufreizende Vorträge aus der polnischen Geschichte und Literatur hielt, wurden verurteilt der Hauptführer Plewniak zu einem Jahr und drei Monaten Gcjsäng- 'nis, einer zu sechs Monaten, fünf zu vier Monaten, zwei zu zwei Monaten und zwei zu einem Monat Gefängnis. Wegen Uebcrtretung der §§ 129 und 130 des preußischen Vereinsgesetzcs wurde der Verein aufgelöst.

W e l m a r, 5. Inin. Tie von der Staatsanwaltschaft einge­legte Berusung gegen das sreisprechendc Urteil int Prozeß Schon- re i cd, wegen G o e t h e - H a n d s ch r i ft e n d i e b st ah l s, das voin Standgericht als Berufungsinstanz gegen das nur eine Woche Hast lautende Urteil des Schöffengerichts beim Amtsgericht gefallt worden war, ist von der Staalsamvallschast zurückgezogen worden, sodaß das freisvrechende Urteil Rechtskraft erlangt har.

Zittau, 5. Juni. Ter G e f ä n g n i s » A n f s e h e r K nt t ner wurde von der Strafkammer ruegen sittUcher Verfehlungen an 5 weiblichen Strafgefangenen zu 3 I a h r e n Zuchthaus ver­urteilt.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 4. Juni.

Lotterievergeheu.

Einem hiesigen Agenten gingen durch den Lotteriekollekteur T. aus Bremen Lose der Hamburger Stadtlottcrie und Braun­schweiger Landeslottcrie zu. Der bereits 24 mal wegen Lotterie- vergchens bestrafte Kollekteur wurde deshalb unter Anklage ge­stellt, aber cs kam am Schöffengericht zum Freispruch, da an­genommen wurde, der früher in Bremen wohnhafte Agent habe die Lose noch vor seinem Zuzug in Bremen gekauft und diese seien ihm hierher nachgesandt worden. Das Schöffengericht er­blickte hierin keine strafbare Handlung, da durch die gesetzliche Bestimmung nur verhindert werden soll, daß in Hessen wohnende Personen Lose fremder Lotterien spielen, nicht aber, daß bereits außerhalb dcs Großhcrzogtums gekaufte Lose den nach Hessen zugezogencn Personen nachgesandt werden. In der Berufungs- iustanz wurde auf Grund der eigenen Angaben dcs Angeklagten sestgestcllt, daß der Verkauf der Lose erst zu der Zeit stattfand, als der Käufer schon in Gießen wohnte. Das von der Staats­anwaltschaft angefochtene Urteil mürbe deshalb aufgehoben und auf eine Geldstrafe von 200 Mark erkannt.

Schwindeleien.

Der vielfach bestrafte Fuhrmann Gg. Will). Fr. aus Elsofs machte bei einem Wirt zu Langsdorf eine Zeche und schwindelte ihm vor, er habe zu Ruppertsburg einen Unfall, gehabt, bei dem ein Fenster in Trümmer ging. Er l>abe dafür 4 Mark zu entrichten; seinem Tienstherrn wolle er nichts davon sagen. Ter Wirt glaubte diese Angaben und behändigte ihm bas Geld, mit dem er, ohne sich wieder sehen zu lassen, verschwand. Bei einem hiesigen Wirt gab er sich als Sohn eines Langsdorfer Fruchthändlers aus und spiegelte vor, er habe sein Portemonnaie vergessen, der Wirt möge ihm bis zum andern Tag 3 Mark leihen. Nachdem er bai Geld erhalten hatte, verschwand er, ohne die Zeche zu bezahlen. Nach seinen Angaben leidet er an epileptischen Anfällen, sodaß er manchmal nicht weiß, was er tut. Es konnte zwar in dieser Richtung nichts festgestellt werden, doch nahm das Gericht an, daß er ein geistig minder­wertiger Mensch ist, weshalb es von der verwirkten Zuchthaus­strafe absah, und auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis erkannte. Bei der vorjährigenKaffcuvisitation des Kousnmvereins zu

Nieder-Gemüuden stellten sich Unregelmäßigkeiten heraus, die zu einer Untersuchung gegen den Rechner Friedrich M. führten. Es ergab sich ein endgültiger Fehlbetrag von 2760 M ark. Um die ver­untreuten Beträge zu verschleiern, trug er eine Reihe von Ein­nahmen nicht ein, dagegen buchte er mehrere Ausgabeposten doppelt. Er war im vollen Umfange geständig und versuchte seine Handlungsweise damit zu beschönigen, daß er sich auf große Geldverlegenheit berief. Auch der Umstand, daß Aufsichts­rat und Kontrolleur nur dem Namen nach da waren, ließ es zu, daß die Veruntreuungen eine solche Höhe erreichten. Es wurde ihm vorgehalten, daß er über seine Verhältnisse hinaus gelebt und wenig gearbeitet habe, doch dürften seine mißlichen Vermögensverhältnisse auf andere Umstände zurückzuführen sein. Seine Verwandten ersetzten alsbald den Fehlbetrag, sodaß dem Verein ein Schaden nicht entsteht Er wurde wegen Unter­schlagung zu einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten verurteilt.

Der verliebte Schneider.

Im letzten Winter besuchte der Schneider Adam B. hier mit einem verheirateten Bekannten eine Tanzmusik, seine kranke Frau zu Hause zurücklassend. Trotzdem sich beide für ledig ausgaben und sich falsche Namen beilegten, ließ sie das schönere Geschlecht fast völlig unbeachtet. Ter kleine Schneider hatte es auf ein großes, schlankes 17jährigcs Mädchen abgesehen, das aber trotz der größten Zuvorkommenheit ihn gänzlich unbeachtet ließ, ja sie gönnte ihm nicht einmal das Vergnügen eines einzigen Tanzes. Ob nun der Schneider auf Rache sann, oder ob er gedachte, das Mädchen dadurch in seine: Nähe zu bekommen: er nahm ihr Hut und Jackett, das an der Wand hing, und versteckte die Sachen vor dem Hause. Wenn das Vdädchen auch das Fehlen ihrer machen bemerkt hatte, so machte es sich doch wenig daraus: ihr schmucker Vaterlandsverteidiger begleitete sie auch ohne Hut und Jackett nach Hause, den verliebten Schneider im Stiche lassend. Dieser vergaß aber nicht, die versteckten Sachen mit nach Hause zu nehmen; es geschah dies zwar nicht heimlich, zwei seiner Be­kannten hatten davon Kenntnis. Durch einen Zufall erfuhr das Mädchen den Namen dcs Schneiders, daß sich ihre Sachen bei ihm besinden. _ Auf ihre Anzeige erfolgte Anklage wegen Tieb- stahls. Tas Schöffengericht hielt aber Unterschlagung als vor­liegend und erkannte aus 4 Wochen Gefängnis. Der Angeklagte verfolgte Berufung und bestritt, die Sachen weggenommen zu haben; er will sie auf dem Heimweg gefunden und mitgenommen haben. Daß mpn Gefundenes aut der Polizei abliefert, will er nicht wissen. Nach der Beweisaufnahme erschien es zweifelhaft, ob der Angeklagte die Absicht hatte, sich die Sackien anzueignen. Ter Staatsanwalt war der Ansicht, daß der Angeklagte und sein Gerwsse an jenem Abend die Eheringe wenn sie solche besaßen abgelegt hkben, um sich zu amüsieren; das Mit­nehmen der Gegenstände ist wohl nur erfolgt, um das Mädchen in die Nähe zu. bekommen. Er beantragte Freisprechung mangels Beweises, welchem Antrag das Gericht staltgab. Der Frestpruch crsolgie trotz Hohen Verdachts, immerhin sei aber die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß der Angeklagte sich die Sachen nicht habe aneignen wollen.

129.70 . . 224.20 . . 155.00 . . 168.90 . . 141.00 . . 205.80

Vermischte».

'Ueberfall auf ein Automobil. Zwischen Honnef und Romanseck am Rhein versperrten zwei An- streichergchülfen einem Automobil den Weg und zwangen das Automobil zu halten. Tann sprang einer der Burschen auf den Führer zu und versetzte ihm mit einem Messer einen Stich in den Hals. Die Insassen des Fahrzeuges, zwei Damen stießen laute Hülferufe aus, worauf ein tn der Nähe beschäftigter Mann herbeieilte und einen der Täter festnahm, der andere floh, konnte aber später gleichfalls festgenommen loerben.

* Brand eines Ozeandampfers. Aus New- York wird gemeldet, daß Brandstifter einen Brand auf dem OzeandampferOceanif" legten. 520 Mann kämpften während fünf Stunden gegen die Flammen. 20 Mann wurden durch die aufsteigenden Gase überwältigt und mußten ms Krankenhaus überführt werden. Ein großer Teil der Ladung ist vernichtet. Detektivs überwachen das Schiff, weil Streiker die Ansicht ausgesprochen haben, den Dampfer auf alle Fälle zu zerstören.

Gelsenkirchen Bergwerk . 194.50 Hamburg-Amerik. PaketL 131 JO Harpener Bergwerk. . . 206. Lanrahütte...... 225.30

Nordd. Lloyd.....117.70

0 bei schieß. Eisen-Industrie 107.00 Berliner Handelsges . . 151L0

Reichsgerichtsbrief.

Nachdruck verboten.

Leipzig, Juni 1907.

Welchen Wert hat die Bezeichnung Kölner Konsum gcschäft"?

Ein intereftanter Rechtsstreit zwischen dem Verein selb­ständig er Kaufleute und Gewerbetreibenden zu Worms und dem Kolonialwaren- und Spezereihändler B. dort beschäftigte jüngst das Reichsgericht. B. hat sein Kvlonialwaren- geschäft im Handelsregister unter der FirmaKölner Kkvnsum- gefchäft" I. B. eingetragen. Ter klagende Verein verlangte Lösch­ung der WorteKölner Konsumgeschäft", sowie Vermeidung des Gebrauchs derselben in Mitteilungen, Annoncen, Zirkularen rc. auf Grund von § 18 des Handelsgesetzbuchs unk) § 1 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. Zur Rechtfertigung des Gebrauchs dieser Worte beruft sich der Beklagte darauf, daß er seine Waren von seinem Schwager beziehe, der in Wiesbaden ein größeres Geschäft habe und den größten Teil der Einkäufe in Köln decke.

Tas Landgericht Worms verurteilte den Beklagten ober zur Entfernung des WortesKölner" in der AufschriftKölner Konsilmgeschäft", sowie auch in öffentlichen Bekanntmachungen oder Mitteilungen, die für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind.

Gegen dieses Urteil hatte der Beklagte Be ru f u n g eingelegt. Tas Oberlandesgericht D.armstadt erkannte aber auf Zurückweisung dieser Berufung auf Grund des § 1 des Wettbewerbgesetzcs.

Infolge der vom Beklagten gegen d?.s oberlandesgerichtliche Urteil eingelegten Rcviffen hatte ras Reichsgericht darüber zu entscheiden, ob Die Zorna,jung 5es Wortesjtalner ' die Zirm- ftonsiumme (2500 ML) bedinge. Ter LL Zivilsenat kam aber zur

Teieionische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel

und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse 5. Juni, 1.15 Uhr. Reichsanleihe

Mark 95 Pfg. an Entnahmen und 1644 Mk. 80 Pfg. an Aus- Naben. An SEelle des verstorbenen 1. Vorsitzenden Hch. Kaiser wurde Herr A. Leonhard, zum 2. Vorsitzenden Speng­lermeister I. Bon Eisf gewählt. Zu Vorstandsmitgliedern wurden die drei durch das Los ausscheidenden Herren H. Schmidt I.-Grünberg, H. Walthcr-Queckborn und Fr. Rrtter-Grünberg wieder uno Georg Daniel Haas-Arünberg jneugewähtt. Für den nächsten Sonntag plant der Orts- igewerbcverein Grünberg einen Besuch der gegenwärtig in Meßen befindlichen Tuberkulose-Ausstellung.

k Alsfeld, 4. Juni. Der Kreistag unseres Kreises hat dem Projekt der Nutzbarmachung der Wasserschätze Ober- hesseus durch den Bau und Betrieb eines Wasserwerks bett Inheiden und einer Elektrizitätszentra le bei Lißberg prinzipiell zugestimmt und ist der Vereini­gung für Nutzbarmachung der Wasserschätze Oberhessens bei­getreten. Die Kreistage Büdingen und Schotten haben einen ähnlichen Beschluß gefaßt.

Frankfurt a. M., 4. Juni. Die Stadtverordnetcn- oersammlung genehmigte heute mit 42 gegen 9 Stimmen und 2 Stimmenthaltungen die Erbauung einer F e st - und Ausstellungshalle nach den Plänen von Professor n. Thier sch.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Wernborn feiert der Landwirt Heinr. Maibach demnächst mit seiner Fran die goldene Hoch­zeit. Bei Feldkrücken war ein Fuhrmann nut Holzavladen beschäftigt. Ohne daß er cs merkte, war der vierjährige Sohn des Wirtes von Wiesenhof neben dem Wagen gelaufen, den cme vom Wagen geworfene Holzspalte so unglücklich lrai, daß er verletzt wurde und alsbald verstarb. Tie Schweinepest ist in der rhemhess. Gemeinde H e ch t s h e i rn amtlich sestgestellt worden. In Hartenrod hat sich em schwerer Unfall zugctragcn. In meinem Steinbruch war eine Patrone nicht losgegaugen und em '.Aufseher wollte sie herausbohren. Taber eulzündele siS sich und zerschmetterte dein Aufseher die linfe Hand, die ihm in der Klinik zu Gießen amputiert wurde.

Berlin, 4. Juni.

In der heutigen Verhandlung des Pöplau-Prozcsscs .wurde ein Schreiben des Reichskanzlers verlesen, in wel­schem er mitteilt, daß der Kaiser die erforderliche Geneh­migung für seine Zeugen-Aussage nicht erteilt habe. Er seinerseits habe sich dahin entschieden, den Staats- /efretären Frcih. v. Stengel und Dernburg, oen ilnterstaatssetie- tären Twele und v. Mühlberg und den Geheimräten v. Holstein und v. Franzius die Genehmigung.zur Aussage nicht zu er­teilen. Jedoch ermächtige er die Herren Oberstleutnant Quade, Geh. Legationsrat Schmidt und die Hofräte Schulz, Hentschel ;unb Krüger vor Gericht als Zeugen auszusagen.

Der Angeklagte teilt mit, daß er den Kriegsininister v. Einem .durch einen Gerichtsvollzieher als Zeugen geladen habe. Der Gerichtshof beschließt, die Ladung sei nicht vorschrifts­mäßig bewerkstelligt, da sie nicht durch Vermittelung der Militärbehörde erfolgte. Hosrat Hentschel sagt aus, er habe nie wahrgenommcn, daß Pöplau Indiskretionen beging. Krimi­nalkommissar Walter sagt aus, er habe den Angeliagten iccber überwackst, noch überwachen lassen. Der Gerichtshof beschließt, das Polizeipräsidium zu ersuchen, den Kriminalbeamten zu be­nennen, auf dessen Mitteilung hin Erbprinz zu Hohenlohe-Langen­burg ul einem Schreiben vom 20. Juni 1906 behauptete, daß zwischen dem Angeklagten und dem Zeugen Schneider ein reger Verkehr bestanden und daß Schneider ersterem viel Attenmatertal geliefert habe.

Im Verlaufe der weiteren Verhandlung werden hauptsäch­lich die Anstellungs- und Avancementsverhältnisse des Ange­klagten erörtert. Als Zeugen äußern sich darüber Obcrstlcutiwnt v. Quade, Geh. Legätionsrat Schmidt-Dargitz, Geh. Hoftrat Krüger und Hoftat Schulz. Der Angeklagte behauptet, er sei durcy die Neuorganisation der Kolonialabteilung um mehr als 30 000 Mk. geschädigt worden. Als unerl-eblich wird vom Gerichtshof ein Antrag des Angeklagten abgelehnt, 1. eine Reihe von Urkunden vom Auswärtigen Amt cinzufordern, aus denen hervorgeye, daß das Auswärtige Amt eine Schädigung des Angeklagten fdurch die Neuorganisation, sowohl in wirtschaftlicher als in dienstlicher Beziehung anerkannt habe; 2. die Personalakten einer 'Reche anderer Beamte des Auswärtigen Amtes bezw. des Ko- .lonialamtes zu verlesen, zum Beweise, daß diese durch die Neu­organisation bevorzugt worden sei.u. Die Verhandlung wird hierauf^ auf morgen vertagt.

Der 8. Geschäftsbericht der OrtskrarrLenLasse ließen für das Jahr 1906 ist soeben erschienen. Die Mitglieder unterscheiden sich in 7 Klassen, je nach dem durchschnittlichen Tagelohn, und zahlen 3 Prozent dieses Lohnes als wöchent­lichen Beitrag. Dafür erhalten sie bis zu einem halben Jahre eine Krankenunterstützung von 55 Prozent des Tagelohnes und 50 bis 100 Marr Sterbegeld. Die Familienangehörigen ge­nießen dieselbe Krankcnunterstützung, auf die Ehefrau kommt die Hälfte und aus Kinder unter 14 Jahren der vierte Teil des Sterbegeldes.

Der allgemeine Teil des Geschäftsberichts gibt einen Uebcr- ihlid über die Versassungsangelegenheiten und den Verkehr der Kasse mit Behörden pp. im verstossenen Jahre. Daneben ent­hält er einen Auszug aus dem Protokoll über die General­versammlung am 10. Juni 1906. Vor allem wurde hier der 'Vorstand beauftragt, bei der Stadt die Errichtung eines Krankenhauses anzutragen. Gründe und Einzclfälle dafür werden angeführt. Eine Antwort ist noch nicht cingelaufen. Der Hauptgesichtspuittl in dieser Frage scheint die UcberfüHung der Kliniken zu sein. Sonst wird im großen und ganzen das gute Verhältnis zur Bürgermeisterei lobend hervorgehoben. Auch das der LandcS-VcrsicherungS-Anstalt war ungeirübt

Eine der wichtigsten Fragen im Gesclstfftsjahrc 1906 war bie am 1. Oktober erfolgte Kündigung der Kassenärzte. Sowohl das bctr. Schreiben der Acrztc wie alle späteren sind in dem Bericht wieder gegeben. Eine Kommission unterhandelte längere Zeit mit den Aerzten, bis cs zum Verrragsabschluß kam. Der Wortlaut dieses Vertrages liegt vor.

Im wetteren wird darüber geklagt, daß durch die Betriebs- krankenkassen die Kraft zersplittere und ein ersprießlick)es Arbeiten verhindert würde, umsomehr, als die meisten Betriebskrankenkassen krine Familienunterstützung gewähren. Der allgemeine Teil schließt mit dem Bericht über Vorstand, Revisionen pp.

. Aiis dem geschäftlichen Teile entnehmen mir nur das Wich­tigste Es wurden 12 578 Personen an- und 13 011 abgemeldct Die Mttgliederzahl stieg von 4599 am 1. Januar 1905 auf 5446 E 31. Dezember 1905. Arn höchsten war sie am 1. November

Durchschnitt betrug sie 5681 im Jahre 1905. Für 1906 sind dieselben Zahlen 5446, 5013, 6878 (am 1. Juni), 6068- 2llw hatte die Mttgliederzahl am Schlüsse des Jahres -um 433 abgenommen. Krankhettsfälle kamen vor 3012 (2890 im ^abre 1905) in 61089 (60 099) Krankheitstagen, Sterbe­ställe ui beiden Jahren 49.

Insgesamt wurden 152 619,68 Mark an Beiträgen erhoben, darunter Restanten bis aus 1903. Auch aus 1906 blieben Mark 6187,20 Restanten, worüber in dem Bericht geklagt wird, ebenso darüber, baß noch in 81 Fällen Ersatzleistung von Arbeitgebern stattfinden mußte. Zm ganzen betrug die Ersatzleistung für ^ao'teoUnt£ritiöun$ und von Berufsgenosscnschaften usw. Mark 5508,13. An kleineren Einnahmen (Hausmietc, Strafen, Hebe- gebühren und dergl.) kamen ein 6593,68 Mark

Verausgabt wurden an Arzthonorar 28 042,00 Mk. (im Jahre 1905 27 067,52 Mk.), davon entfielen aus Gießen 14052,39 Mark (gegen 12 653,13 Mk. im Vorjahre) und außerdem nod) -eine Summe für SpezialLrztc. Apothekcrrcchuungeu nahmen Dtark 14 748,85 (14o74,76 Mk.) in Anspruch. In 3012 llmerstütz- jnngsfällen wurden an 61089 Kranrhettstagen 85 621,59 Mk.!

'(79182,91 Mk.) Krankenuntersfütznngsgeld gezahlt. Die HöheIVerwersung der verausgabten Wöchnerinnen-Hnterstützungen betrug 1958,87" Mark (gegen 1928,60 Mk. im Vorjahren An Sterbegeldern zahlte die Kasse 4784,42 Mark (4744,25 Mark). Krankenhäuser und Kliniken beanspruchten 6894,96 Mark an Verpflegungskosten. An Verwaltungskosten entfielen auf persönliche 17 534,34 Mk., auf sächliche 2456,64 Mark. Die Ersatzleistungen der Kasse be­trugen 2373,42 Mark und kleinere Ausgaben beanspruchten

Auf blumiger Wiese im fühlen Hag überall kann man sich ordentlich erkälten. Wo man sich aber lohte man nie ohne Jays ächte Lodener Mineral- PaNllten fern, bte jebe entstehende Erkaltung wirk- ' .die vorbeugend gegen Erkältungen schützen und arm wnst in der heitzen, staub- und durnreichen Zeit ganz ausgezetchnete Ttensre leisten, ^yays adjie Lodener, öie man für 85 Pfg. m Apotheken und einschlägigen Geschäften kauft, soll man immer zur Hand haben. Ihv56!*

Höchste Schtachtvlehpreise m Frankfurt a. 2)1.

Fleischpreise in Gießen

Lchscn

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 8082 üJif.

l/2 Kg. Schlachtgem. 9095 Pf.

7i * w 56-00

'/, Kg. 82-88 Pfg.

7, , 8084 ,

7, , 64-76 ,

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Weizen 100 Kg. 21.75-00.00 Mk.

Roggen 100 Kg. 20.7500.00 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 58 Pfg.

Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg.