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Mitteilung über die Köbler 1 ck>e MrHtonenerbschaft m London fei von interessierter Seite folgendes nntgeleilt. In den fahren 1855 - 1871 bemühte sich em gewisser Landivirt Ioh. G.in fcuöorf bei Alsfeld, in den Besitz derselben zu gelangen, to. hatte len (irblaffer peviönücü gekannt und Kohler soll selber einmal m Endori m voller (tzeneralsmniorm zu Besuch acivefen sein. W. war seiner Cache absolut sicher. Er reifte persönlich dreimal nach England und verweilte einmal fast em Jahr m London. Bei seiner ersten Anwefenheit in London wurde ihm eine Reihe Herr- schasilictter Villen gezeigt, welche alle den Namen Job. Taniel Kohler iii grotzen Leitern trugen. In einer Kirche zu London bmg eine Etnema'el für Ioh. Tantel Köhler, hatte doch dieser laut Kirchenkalender (derselbe ist noch vorhanden) jener Kirche em Legat von 150 Lstr. vermacht. Als G. zum zweitenmal nach London kam, war von den Villen der Name Job Daniel Köhler verschwunden und die früher in der Kirche befindliche Ehrentafel fehlte.
Aus Befragen des Geistlichen erklärte dieser, er wisse von nichts, ®. möge sich an den Küster luenbtn. Aber auch der Küster wollte nicht wissen, wo die Tafel hingekommen sei. Als dann G. an zuständiger Stelle den Ctammbanm vorlegte und dabei erklärte, er könne Briefe vom Erblasser erbringen, ivurde ihm gesagt, wenn er einen Brief von Rülier bringe, habe er in drei Tagen alles Geld. ®. reifte zurück nach Deutschland, aber die Briefe waren nicht mehr zu findeii. Zum 3. SDlal begab sich nun G. nach England zur Testamentserofjnung, bei der man von ihm 12 0uü Gulden Borschutz verlangte. G. bat dann um Audienz bei der Königin, welche ihm auch gewährt wurde. Leine Bitte, das Testament möge ohne die verlangten 12 000 Gulden geöffnet werden, wurde aber von der Königin abgelebnL Damit trat m der Cache toter Punkt em. Bemerkt sei noch, datz nach dem Kriege von 1870/71 sich G. an den deutschen Konsul m London ohne Ersotg wandte. Eine spatere Anfrage der Berwandten des G. beim auswärtigen Amt in Berlin ergab die Antwort, der größte Teil der Erbschaft sei schon aiisbezahit. Immer bleibt aber die Frage offen, wieviel ist schon ausbezahlt miD warum ivurde nicht, wie es sich gehört, die volle Summe ausbezahlt? Auch sei noch erwähnt, datz der Erblasser Georg Friedrich Köhler, wie das viele Deutsche im Auslande tun, seinen Bornamen geändert hatte und sich später Ioh. Dan. Köhler nannte. Jedenfalls aber gibt die ganze Geschichte tmen Ausschlutz über englische Eharakterart.
•• Unsere Stadtverordneten-Versammlung hatte gestern einen großen Tag. Tas war schon äußerlich zu erkennen an dem guten Besuch — es fehlten nur drei Mitglieder und auch diese aus dringenden Gründen — den ungewöhnlich zahlreich erschienenen Zuhörern, der Zahl der gehaltenen Reden und der Dauer der Sitzung. Sie währte nämlich fast 4 Stunden, obwohl nur drei Gegenstände auf der Tagesordnung standen. Diese waren allerdings umso wichtiger. Die Frage der Gebührenordnung für die Benutzung der städtischen Kanäle erregte die Gemüter besonders heftig. Nach stundenlanger Debatte wurde die Erhebung eines einmaligen Beitrages von den Hausbesitzern in Höhe von etwa 2 Million Mark gegen 8 Stimmen ab gelehnt, ebenso gegen 9 und 10 Stimmen zwei Eventualanträge, die die einmalige Erhebung von 1 Million bezw. l/, Million ivollten. Ferner wurde beschlossen, die dauernden Gebühren, die etiva 5 Proz. des Mietwertes der Häuser betragen iverden, direkt von den Nutznießern der Einrichtung, also von allen Hausbesitzern und Mietern nach Maßgabe des Mietwertes der von ihnen beniitzlen Wohnungen, Werkstätten usw. zu erheben. Die Ausarbeitung der näheren Bestimmungen über die Höhe usw. wurde einer besonderen Kommission übertragen, die mit möglichster Beschleunigung arbeiten soll, damit nn Plenum schon in 8 Tagen die endgültige Entscheidung fallen kann. — Zwei neue Orlsstatute fanden sodann debatteloö Annahme. Das eine betrifft die Erhebung eines Umsatzstempels als Zuschlag zu dem staatlichen Jmmobilieniiempel in Höhe des halben Betrages dieses Stempels, daS andere die Erhöhung der Zahl der Stadtverordneten von 30 auf 3 6 Mitglieder. Sie soll in der Weise erfolgen, datz bei den nächsten drei ÄZahlen je zwei Stadtverordnete mehr gewählt werden, als ausscheiden.
** A n direkten Staatssteuern für das Etatsjahr 1907 ist insgesamt der Betrag von 13 329 757.75 Alk. veranlagt worden. Davon sind 3271 389.75 Alk. Vermögenssteuer und 10 058368 Alk. Einkommensteuer. Tie höchste Ziffer für Einkommensteuer weist das Steiierkommifsariat Alain; I mit 1 837 583 Alk. auf, die höchste Ziffer für Vermögenssteuer das Steuerkommissariat Darmstadt 1 mit 421 776 Alk. *
b. Lollar, 4. April. Gestern sand bei dem Kreisamt zu Gietzeu eine Sitzung tat Kommission für die Gruppen- Wasserversorgung für Lollar und die benachbarten Gemeinden statt, in der die Pläne für die Ortsnetze vorgetegt und genehmigt wurden. Tie Ausführung der bereits vergebenen Arbeiten soll nunmehr beschleunigt und die weiteren Arbeiten in c 'er Kürze ausgeschrieben werden. Tie ganze Anlage dürfte bis uni »erbft fertig sein. Turch den vor einiger Zeit bewirkten "Ankauf weiterer Quellen ist Wasser in hinreichender Menge vorhanden.
<j Lützellinden, 4. April. Tas vierjährige Töchterchen d.s Schmiedemeisters Zörb, das mit dem Grvgomer in einen vor dem Torf gelegenen Garten gegangen war, hatte sich von dem Mann bald wieder getrennt, um allein den Leimweg anzutreten. In nicht geringen Schrecken wurde die ganze Familie v.r'etzt, als der alte Mann am Abend heimkehrte und sich das Kind nicht vorfand. Nachbarn und Freunde der Fumilie machten sich alSbald auf die Suche, und erst gegen 11 llhr fand man das geängstigte Mädchen auf freiem Felde in der Richtung nach Münckiyoizdausen. Der Vorfall mahnt aufs neue, datz men kleine Kinder keinen Augenblick ohne Aussicht lassen kann.
0 Hungen, 4. April. Eine Besichtigung der Schlachtfelder 187 0/7 1 planen am Sonntag nach Pfingsten zah-.reiche Veteranen aus den Kriegervereinsbezirken lllrichsteiu, SLitenberg, Büdingen, Sdjotten, Laubach, Nidda, Hungen u.ll) Altenstadt.
Birklar, 3. April. Im Fürstlich SolmS'schen Wald verunglückte der Holzhauer Jacobi von hier dudurch schwer, datz ihn em fallender Baum traf und ihm das Bein z e r s ch ni e t t e r t e.
Ö Alsfeld, 4. April. Eine schwere Schlägerei., bei der es blutige Köpfe setzte, trug sich am 3. Feiertag zwischen beurlaubten Soloaten und Zivilisten auf der Straße nach Altenstadt zu. — Das Gießener Stadttheater-Ensemble gibt gegenwärtig hier Gastspiele, die bis jetzt gut besucht wurden. — Die hiesige^M olkerei genossen schäft, an deren Spitze Detonomieiar Schade steht, blickt auf ein äußerst günstiges Geschäftsjahr zurück, ihr Reingewinn beträgt 15 245 Mk., die Mitglied erzähl stieg von 177 auf 201.
sd. Dar m uadt, -_>. Wpäi. Der Staatsminister Ewald hat die M i t g li cb e r der 1. K a m m er auf Montag, 15. April, zu cu.cr Besichtigung des Landesmuseums und zu einem parlamentarischen Abend eingeladen.
t l’larbuig, 3. April. Die hiesige Fleisch er- Innung setzt den Preis deS Schweinefleisches ge- wöhnlicher Güte auf 65 Pfg. das Pfund herunter.
** Kleine s.Vl 111 e i . ,i » tu e i i e n und den
Nachbarstaaten. Inder Friedberger Automobilfabrik wurde dieser Tage der eine fllu to mobil omni bus fertiggestellt. — In Glashütten bei Hornburg v. d. H. wurde am Dienstag -ochiniliag ein kleines Al ad ch en von einein A ut o mob i l über- iahten und erlitt! jo jchwere Verletzungen, datz es verstarb. —
In Niederwetz trat der seitherige Leiter der Bolkslcdule in Den Ruhestand. Lehrer Tröl ler hat 45 Jahre ununterbrochen in Treue und mit Fleiß fernes Amtes gewaliet zrir Zufriedenheit feiner Borgefetzien, sowie zum Segen ferner Gemeinde. — Alif Anregung des deuifchen Samariterbundes fall in der Pfingstwoche 1908 ein internationaler Kongreß für Re tt u n g Sw e sen in Frankfurt a. TL staktsindeii. In hem Crgaiiifationsausfchutz hm Oberbürgermeister Adickes den Vorsitz übernommen.
vermischte».
• Ter Kaiser, Fürst Bülow und e üb Italien. 3n einen Unterbaliimgcn mit italiaufdien Journalisten, die Fürst Bülow in Rapallo hatte, kam der Reichskanzler immer wieder auf ferne Vorliebe für das schöne Italien zu sprechen, in dem er, so oft es ihm nur seine Zeit erloubt, einige '-Wochen zu seiner Erholung per- iveilt. Er wäre glücklich, sagte er, ein „irou-D* umon* zwischen Deutschland und Italien in Deutschland zu sein. Aber mit besonderer Beioniing sprach er wiederholt von den Schönheiten CüduallenS, das den Deutschen bisher iveingcr bekannt wäre und das doch in dem dciilschen Kaiser einen eiufluöreicben Freund gewonnen habe Nachdem er die grandiose uibuiuicUe Enlivicklmig Slorditallens qeriihmt halle, fuhr er fort: -Auch m sehr vielen Teilen des Südens »ft Jlalien in schneller Entwicklung. Dann aber übt der Lüden Italiens durch lerne tandwirlscl',ältlichen Schönheiten die höchste Anziehungskraft aus. Auch der Kaiser ifl ganz besonders entzückt von Sizilien und von Apulien. Er will Apulien bei den Deutschen in Diode bringen, wie er mit seinen zahlreichen Reisen Öloriuegcn in Alode gebracht. Ter Kaiser Hal bereit einen groben Zustrom oon Reifenden aus Deutschland dorthin geletikt, und dassetbe ivirb für den „Sporn Italiens" geschehen. Wen er nur immer sieht, dem pflegt er zu sagen: „Gehen Sie nach Apulien, besuchen Sie diese Kirchen und jene alle Denkmäler: Cie werden and) wundervolle Liratzen finden und bezaubernde Ausflüge niadjen." Be» seiner leylen Kreuz'a.wt im Mittelländischen Meer machte Kauer Wilhelm nach feinem Aufenthalt in Sizilien mit großem Vergnügen boit unien Station und er fehnt fid) bauadi, bald wieder dahin zuiückzulehren .. / Aud) der Reichskanzler selbst drückte den Wunsch ans, bald wieder nach Lizilren zu kommen, wo seine Gattin einige Besitzungen hat.
Duell. In Amberg (Bayern) sand zwischen einem Leutnant des dortigen 6. Infantcrie-Negimenls „Kaiser Wilhelm^ und einem Beamten ein Cäbelduell statt, bei dem der Offizier nrehrfach verwundet wurde. Die Ver- anlassung zu dem Zweikampf ist noch unbekannt.
• A l t e r t u m s f u n d e. An der südlichen Stadtgrenze oon Trier wurde eine große römische Töpferei entwerft. Oefen und Feuerungsanlagen sind gut erhallen; ein Ofen ist mit unversehrten, gebrannten Tonwaren gefüllt. Tas Rheinische Proomzialmuseum hat die Fortsetzung der Ausgrabungen übernommen. — Ein Landmann m Varains bei Angers (Frankr.) entdeckte, als er auf seinem Besitz Bohrungen vornehmen ließ, Ruinen aus der Römerzeit, die auf Tempel, Arenen, Bäder und einem Kirchhof schließet, lassen. Tie Nachforschungen werden eifrigst fortgesetzt.
• Eine ungewöhnliche Doppelhochzeit. Tie öi'ierr. Komtesse Wilhelmine Festetics wird sich demnächst mit dem Dirigenten einer Zigeunerkapelle, Nyan Rudi, den sie in Dlünchen kennen gelernt hat, in Sopran (Ungarn vermählen und damit ihrem Liebesroman einen Abschluß geben, der in aristokratischen Kreisen Oesterreichs peinliches Aufsehen erregt. An demselben Tage wird Der Bruder ihres Bräutigams die entführte Frau eines Alünchensr Ingenieurs heiraten.
* U e b e r das Alter der Mütter und die Zahl ihrer Kinder gibt die letzte Berliner Monatsstatistik einige interessante Ziffern. Sie betrifft den Februar, und in diesem hat eine Mutter, die zwischen dem 35. unb 40. Lebensjahre steht, den Rekord mit dem 17. Kinde erreicht. Zwei Frauen, im Alter von 40 bis 45 Jahren, waren zum 16. Male Mutter gerootbeu. Frauen zwischen 30 uni) 35 Jahren gab es zwei, bie zum 12. bzw. 14. Male geboren hatten. In berselben Altersstufe hatten 15 Mütter neun Kinder zur Welt gebracht. Noch fei erwähnt, daß drei Frauen im Alter von 20 bis 25 Jahren zum sechsten Acale Mutter wurden und daß unter den 15 bis 20 Jahre zählenden Müttern eine ihr viertes Kind bekam.
* Ein Nkann als Wetb. In Granada (Spanien) wohnte seit einigen Jahren eine englische Dame, die sich durch Sprachunterricht ernährte und sich in dett Familien ihrer Schüler und Schülerinnen des bestens Ansehens erfreute. Bor einigen Tagen fand sie sich in der dortigen Nebenstelle der Bank oon Spanien ein, uni einen Scherf einzulöfen. Der Kassierer weigerte sich, die Summe auszuzahlen, da das Papier auf einen männlichen Vornamen ausgestellt war. Kurze Zeit darauf kehrte ein fein gekleideter Herr mit demselben Scherf zur Kasse zurück. Der Beamte erkannte in dem Herrn Die Züge und Erscheinung der Dame von vorher wieder; er ichöpfte Verdacht, daß es sieh um einen Betrug handele, und ließ die rätselhafte Person verhaften. Diese eiflärte bei ihrer Vernehmung auf der Polizei, sie sei tatsächlich ein Mann. 'Aus Not und ohne Stellung habe er vor Jahren den Entschluß gefaßt, als Frau weiter durchs Leben zu gehen, da er auf diese Weise leichter einen Erwerb finden zu können hoffte. In dieser Ansicht sei er nicht getäuscht worden._______________
<0crid?tsjaal.
Erfurt, 4. April. Tie hiesige Strafkammer verurteilte den K a p c 11 m e i ft e r Mievi11e wegen Vergehens gegen den § 175 zu einen, Jahr zwei Monaten Gefängnis und drei Jahren Ehroerliift.
Auerbach L S., 5. April. Wegen Hausfriedensbruchs wurde der Sozialdemokrat Adolf Hoffmann aus Berlin zu drei Wochen, Die Genossen Rössel und Steinkohl zu je 10 Tagen G e f an g n is verurteilt. Hostmaim Halle während Der Rerd)stags.vahlbewegung als fozialdemokralifcher Kandidat des 22. fächsijcheu Wahlkreises auf den drmgeuben Wunsch emiger Palieulen einer- in Dem Wahlkreise belegeneu Lungenheilanslatt, Die ihr Wahlrecht zu vertieren lurchrelen, zufammen mit Öen beiden anderen Verunelllen, die Kranken befudu.
Arbeiterbewegung*
ch Alsfeld, 4. April. Unter den hiesigen zahlreichen Holzarbeitern macht sich _eine Bewegung bemerkbar, sie sollen durch Förderung der Organisation eine Besserung der ungünstigen Lohnverhältnisse herbiriführen.- Tie durchschnittliche Arbeitszeit beträgt täglich 11 Stunden, der Lohn 20 bis 25 Pfg. die Stunde. Am 14. April soll eine Sßet= sammlung der Holzarbeiter stattfinden.
Kandel.
Zur Geldlage DeiitschlandS. Wir haben gestern wie üblich auszüglid) die Hauptzlfferii des legten Reichsbankauswelfes veröffentlicht. Es ist dazu zii bemerken, daß Tireklor Koch von der Teulidien Bank nut feiner, die Winfchafislage betreffenden 'JleuBcnmg in der ordentlichen Geueialverfammtuiig genannter Bant recht gehabt hak, daß die Reichsbank mit Den an sie geftellten Ansprüchen nicht wo aus und em wisse. Ter TletaUbeftani) deckt vom Nolemuntauf nur noch 44,8" 0, ec stehl also der TlmDeüDednng von 311/3° 0 nicht mehr allzu fern, lieber die Lage im allgemeinen ioll sich eine leueiibe fachmännische Periönlichkeit des Reichs gegenüber der Berl. National-Zeiluilg wie lolgt geäußert haben: Die Lage auf dem iuleruattoualen Gelbmarlt ioei|t keinerlei Anzeichen eines Nachlassens der Svannuna aui. Am allerwenigsten ui Dies
in TenlfchtanD der Fall. ES ist leider zu konstatieren, Daß all« Tiahnungen zur Emfchränkimq fruchtlos geblieben sind. Bon einet Ermäßigung Des ReichsbankdlskontS kam» abiolut keine Rebe fein. Ja, man kann heute noch keineswegs bestimmt Damit rechnen, daß eine weitere Diskonterhöhung tin 1. Semester auSbleiben wird. Würde die Bank oon Frankreich thron Diskontsatz noch elwaS erhöhen, Io läge Die Gefahr vor, daß Die französischen GelDer, Die augenblidllch hier plaziert sind, abgezogen iverDen und Dabei haiiDelt es sich um einen Betrag von mehreren 100 Mill. Mk. Auf Goldznflüfse von auswärts in irgenDwie nennenswerter Höhe ist nicht zu redjncn. Es gibt zur Herbeiführung einer minder ge- fährllcheil Lunation, alS es die gegenwärtige ifl, mir einen Weg, Das ist Die eelbftbcjdjiänhmg in Der JuDufirle unD im Finanz- geschafl.
Märkte.
<c. Frankfurt a. TL, 5. April. lOrig.-Telegr. deS „Gieß. Anz.") V i e h >u a r k t. Zum Verkäme ftanDen 00 Kälber, 00 -Lchate u. vämmel, 492 Lduverne, 0 Ziegen. Sd)ivemc: 1. Oual. 57—58 Pf., L'cbcnhgcwidH 45.UU-UU Bf., 2. Qual. 55—56 Pf., LebenDgewicht 43.00—44 Pfg., 3. Qual. 50—52 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf., L'ebenhgewichl 00-uü B g., 2. Qual. 00-00 Pfg., LebenDgeivicht 00-00 Pig., Ld)lad)igeivid)l uO- 00 Pfg. Schafe 1. Qualität Uü—00 Big., 2. Qnatlial uo-Ou Pfg. Ge|chän bei Schweinen: gut, UeberiianD unbeDeutcnb.
Can0wirtid?aft*
Ter GetreiDeve iiano in Den tie reinigten Staaten. Tas Ciatiilifche Bureau bes amentan. Aderbau-Teparlemenls be- rid)iet m einem Bulletin, batz sich am 1. Tlärj Dieies Jahres noch 206 644 000 Buchet We.zen iii Den HänDen Der Farmer beianDeit ober 28,1 Prozent Der letzljähngen Er nie. Am 1. März Des Vorjahres bcirug Der Beitanb 158 403 uOü Bufhet oDer 22,9 Prozent Der Ernte Des Jahres !Vu5. Der Betrag an Tlais, Der am 1. -Diärz sich im Besitz Der Farmer beianD, ist 12:>8 Uüü OUO Bufhel ober 44,3 Prozent Der tetzyahngen Erme. Von Ha'er waren am 1 März m pänDen Der Farmer 384 461 000 Bufhet, oDcr 39,8 Prozent Der Erme Des Jahres 1906. Voriges Jahr befanDen sich 40,9 Prozent Der vorjährigen 'Maisernte in Dem Besitz Der Farmer am 1. März, unD 30,8 Prozent Der Haiererrue.
BuDapest, 4. April. Ter amtliche caatenberidjt DeS Acker- baummiüeriums hebt heraor, Daß Die Uebetiumietunfl Der Saaten nicht befonDers gunftig gewesen i)L WärniereS, niilbcres Wetter könnte jeboch bie vorhanDeneii Fehler wett ntachen. In vielen Gegenben sei Das Auftreten Der FelDrnäuse unb Jnseklen mafienhatt, nuolgeöeffen hätten größere Flächen umgeadert werben muffen. Die zwene Hälste bes Aiärz fei für Feldarbeiten günstig gewesen.
Uuiverßitäts-Nachrichten.
— Diellniversität von Tientsin, bie führende Hochschule im Norden von China, hat erklärt, vom Herbst an das deutsche Sprachstudium a b z u s ch a f s e n. Als Grund wird angeblich Geldknappheit angegeben.
Ter Professor am Wilhelm-Gymnasium zu Harnbura, Dr. Gesfrfen hat einen Ruf als ordentlicher Professor der klasiischen Altertuniswisfenschaften in Rostock erhalten.
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hessen am SarnStag den 6. April: Tieil’t trüb. Geringer Regen. Kühl. Schwache nörb* liche Winde. ________________________________________________
LingesanSt.
(Für Form und Inhalt utici ...uct oieitt Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktioii dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Zur Äanalsteuer.
Der gestrige Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung schlagt einer gerechten Lösung der Aufbringung der Kanal- Unkosten ins Gesicht. Er zeigt den Mietern, daß ein großer Teil unserer Stadtverordneten gestem seine Stimme nicht vom weitsichtigen, großen Zielen zustrebendem Standpunkte aus abgegeben hat, sondern als Hausbesitzer. Ja, als Hausbesitzeri Das muß hier ausdrücklich festgeslellt werden.
Warum nahm man den Vorschlag nicht an, der dahin ging, eine Million Diark direkt von den Hausbesitzern zu erheben, den Rest aber durch eine Kanalsteuer, neben der Kommunalsieuer herlaufend, allmählich einzuziehen? Nach dem Einkommen eines Jeden soll man die Kanalsteuer bemessen, nicht nach dem Wert seiner Wohnung! So mancher Niieter ist gezwungen, eine größere Wohnung zu mieten, als es seinen Verhältnissen entspricht. An mittleren guten Wohniingen ist in Gießen ein Mangel. Die weitaus meisten Wohnungen sind verhältniß- mäßig größer als notwendig. Soll nun der Mieter, der infolgedessen After Mieter halten muß oder aus anderen Gründen Pensionäre zu sich nimmt, deren Teil Kanalsteuern auf die Miete schlagen? Hierdurch würde das erzielt, was die Hausbesitzer wett von sich wiesen.
Deshalb, ihr Mieter, auf zur Gegenwehr. Laßt unS einen großen Mieter-Verein gründen, der wie in anderen Städten unsere Jntereffen besser wahren soll, als dies einem Teil der Herren Stadtverordneten notwendig zu sein scheint. Einen Mieter-Verein wollen wir bilden, der bet den näch sten Stadtverordneten-Wahlen ein ernstes Wort mitzusprechen hat, der den Kanalsteuermachern zeigt, daß es in unserer Stadt noch Tlännec in den Stadtrat zu senden gibt, die von großen Gesichtspunkten ausgehen und die Interessen aller Bürger zu wahren wiffen, auch die der Mieter! tu
Griginal-DrahtmeLdungeNs
sd. Darmstadt, 5. Avrll. Koloniatdirettor Dernburg wird heute abend um 10 Uhr von Mailand kommend hier eiu- ticffeit und im Hotel Traube absteigen. Er wird voraussichtlich morgen hier verweilen. — Prinz Heinrich von Preußen trifit nächsten Mittwoch zu längerem Ausenthalt hier em.
Triest, 5. April. In der Familie eines Gepäckträgers sind die schwarzen Pocken ausgebrochen. Seitens der Behörden wurden bie umfassendsten sanitären Maßregeln getroffen. Man vermutet, daß die Seuche aus Frankreich ober Russisch- Polen eingeschicppt worben sei.
Paris, 5. Aprll. Tie Bäcker des Seine-Departements beschlossen ben allgemeinen Ausstand zu proklamieren. Die Regierung ihrerseits erklärt, bie erforberlichen Maßnahmen getroffen zu haben, um bei einem Bäckerausstanbe bie Versorgung von Paris mit Brot zu sichern.
Marseille, 5. Aprn. Tic Ausstanbsbewegung unter ben Seeleuten macht bedenkliche Fortschritte. In einer Versammlung wurde gestern beschlossen, den Generalstreik in allen französischen Häsen zu proklamieren, wenn bie gestellten Bebingungen nicht erfüllt würden.
Rom, 5. April. Im Zusammenhänge mit der Ausstandsbewegung, welche dieser Tage ausbrach, wurde gegen den Tamba- Pala st in Lugo eine Bombe geschleudert, wobei der Täter schwer verwundet wurde.
Mailand, 5. Aprtt. Ein hoher städtischer Beamter ist nach Verübung großer lln r er schlag ung en zvui Schaden der St^bt flüchtig geworden. Es soll sich um Millionen banbetn.


