'''Wesen sei, die Heinen Einkommen weniger genau zu erfassen als die größeren. Die F-estseymrg der Selbsteinschätzungsgrenze auf 3000 Mk. habe lediglich praktische Gründe gehabt.
Abg. Vor st er (ff.) erklärt, im allgemeinen hätten die Arbeiter feine schwachen Schultern. Junge Leute von 18 cbis 22 Jahren verdienten öfter 5, 6 Mk. pro Tag. Warum sollten diese nicht zu der Einkommensteuer herangezogen werden? Der Antrag Kirsch verlange die Begünstigung der breiten Massen in den großen Städten. Seine Freunde konnten ihm nicht zustimmen.
Es folgt sofort die zweite Beratung über die vorliegenden Anträge. Unter Annahme des Antrags Fisch- Leck-Gerschel und des Antrags Tr. Keil, der die I Aus kunflsp flicht gegelt, wird § 23 des Ernkommensteuer- gesetzes danach geändert. Es folgt die zweite Beratung des Antrags Hammer (kons.), der besonders die Kon- sumve reine zur rommunalen Besteuerung yeranziehen will.
Abg. Tr. Ger sch el (fr). Vp.) will die Einnahmen juristischer Personen aus ausländi)chen Niederlassungen von der Elnkommensteuer bereit wissen.
Abg. Lüsens ty (nl.) erciart, zu dem Antrag Gerschel noch nicht dejiniliv Stellung nehmen zu können. Er bitte ihn der Kommission für Handel mid Gewerbe zu überweisen.
Geh. Ober^inanzrat Strutz wendet sich gegen den Antrag Gerschel, dem Anträge Hammer stunnit er zu.
Abg. Tr. Gerschel (srs. Vp.) zieht seinen Antrag zurück, behält sich aber vor, ihn ais Initiativantrag wieder einzubringen.
Der AntragHammer tvird angenommen.
Ale Kelchstt»gsre0e des Abg. Köhler.
Unser Reichstagsabg. Köhler hat am Donnerstag im Reichstage feine Jungfernrede gehalten. Es ist natürlich für jeden Sllmmberechtigten in unserem Wahlkreise, sei er sein Anhänger oder fein Gegner, von Interesse, zu wissen, was unser Reichstagsvertreter im Reichsparlament oorgebracht hat, in welcher Weise er unseren Wahlkreis vertritt. Wir lassen daher unserem gestrigen kurzen Auszuge seiner Ausführungen heute den slenogr. Wortlaut folgen :
9)1. H., ich bin einer von den hessischen Abgeordneten gewesen, die seinerzeit gegen die Berge in einichasttlchung der hessischen Eisenbahnen mü den preußischen im hessischen Lcmblag emgelrelen sind und geflnamt haben. Was mein Kollege und Freund Buidewald jagte, dai; man allgemein zufrieden sei in Hessen mit den Zuständen, wie sie jegt geworden seien, trifft so ganz nicht zu. Man gibt ja wohl zu, man sagt, daß unser Eisenbahnwesen sich b e s j e r rentiere Dadurch, daß wir mit Preußen zujainmengegangen sind, ja, daß der g e | a m t c Verkehr verbessert ) e t gegen früher. Das mag zutrefsen; aber wir haben gewissermaßen unser Lanbes- hoheitsrechr dabei eingeb ützl, wir können im hessischen Landtag eigernlich nichts mehr für die bessere Gestattung der Elsenbahnverhattnisse beivirken. Jeder Preuße ist in dieser Hinsicht nun besser gepellt als der Heße, iuciI jeder Preuße zu femeut Av- georbneten gehen und ihm ferne Eijenbahnschlnerzen darlegeii kann. Wenn aber unsere hessischen Wähler zu uns fommen und sich beklagen, wenn etwas nicht so ist, ivie es fein sollte, so müssen wir den Wählern sagen: wir dürfen jn wohl noch schimpf en in oem Landlag, aber es Hilst nicht viel (Heiterkeit), und wenn dann wirklich geholfen werden soll, dann gehl unser Fmanzimmsler höchstens zu dem Eijenbahnpräsidenlen in Frankfurt; er kann und ivird nur m den wenigsten Fällen hier in Berlin vorstellig werden, er muß zu dein uiuergeorbneten Beamten in Frankfurt gehen ihört! hört!), wird dori beschwichligl, mit höflichen Worten dori abgeschickt, und unseren Wünschen wird nur sehr wenig Folge gegeben. Infolgedessen will auch der Fi n a uzni in i st er, wie wir heraushören aus dem Ganzen, von den ganzen Verhandlungen nut Preußen n i ch l s wissen, weil er sich wohl selber jagen mag: w i r werden a d o ch n i ch I g e h ö r t un d erreichen last nichts. Ich stonnne eben von daheim aus Hessen daher und so querfeldein gerade in diese Sache herem, ich bin darum nut besonderem Material nicht ausgerüstet; aber ich kann Ihnen von emem kleinen Erlebnis erzählen, das ich erst in diesen Tagen gemacht habe. Es handelte sich um einige Ve rb e s s e r u n g e n des Verkehrs auf der Strecke G i e ß e n - G e In h a u s e n. Ich wollte nicht die Verhandlungen im Landtag benutzen, sondern ging privatim zu dem 'Minifterialabteilungsvorsitzenden und ersuchte ihn, es möchte das und das anders gestaltet werben, es möchten bie uiid bie Züge anbers gelegt werden. Er versprach mir, nachzu- jehen, und verhandelte mit der Eijenbahndirektion in Frankfurt. Ter Finanzminister schrieb mir aber, meine Wünsche könnten nicht bcirieöigt werden. Tann schrieb ich an den preussischen Eilenbahnminister direkt; auch er schlug alles ab, was ich wünschte. Ich habe den Brief des preußifchen Eijenbahnmimsters im „Gießener Anzeiger" veröjientlicht, vielleicht habe ich die Möglich- teit, Ihnen den Brief in der drillen Lejung hier vorzulegen; ich habe ihn nicht hier. Tie ganze Bevölkerung von Ober- Hessen protestiert gegen das Vorgehen des preußischen E i j e n d a h n m i n i st e rs in dieser Angelegenheit! (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) W i r Hesfen habe n kei n Recht mehr, m itz ureben in derEijen- b a h n v e r w a 11 n n g ; das ist die Klage! Rentieren tut sich ja der Vertrag ganz schön, wir haben schöne Einnahmen davon; aber wir haben )edes und alles Recht verloren, nut- gurebeu und unseren hessischen Wünschen Geltung zu verschaffen. 'Zustimmung und Heiterkeit.)
Aus Stadt unS Cant.
Gießen, den 4. Mai.
Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den proo. Lehrer Dr. Adam Rainfurt zu Bensheim zum Oberlehrer an dem Gymnasium zu Bensheim, den Lehr- amtsaffessor Dr. G. Blecher aus Oder-Rosbach zum Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen und den Lehramtsassessor Dr. Karl Hahn aus Gießen zum Oberlehrer an dem Gymnasium zu Bensheim ernannt. Der Lehramtsreferendar Adam Seibert zu Babenhauien wurde zum Lehramlsasiessor ernannt
— Ordens fache. Se. Kgl. Hoh. der Groß Herzog haben dem Kammerherrn und Hauptmann a. D. Herrn d. Grolman m Weilburg a. d. L. die Erlaubnis zur Annahme und zum tragen der ihm von dem König von Preußen verliehenen Roten Kreuz-Mebculle 3. Klasse und des ihm von dem Fürsten von Schaumburg-Lippe verliehenen Fürstlich Schaumburg-Lippischen HausordenS 2. Klasse erteilt.
** Die Bereinigung mehrerer Pakete zu einer Postpa ketadrei f e ist für die Zeit vom 12. bis einschließlich 19. Mai im inneren bcutichen Verkehr nicht gestattet
für den AuSlanbsverkehc empiiehlt es sich im Interesse des Publikums, wahrend bicfer Zeit zu jedem Pakete besondere Begleitpapiere auszujertigen.
Kun ftvere in. Die er|t seit acht Tagen ausgestellten -62 Bilder des Oe st erreich isch e n Künstler-Bundes scheinen auch hier allgemeines Interesse zu finden, denn die Ausstellung hatte sich diese Woche eines fortgesetzt sehr regen Besuches zu erfreuen. Auch die Kollektion des Karlsruher Malers Peter Bayer verdient eine besondere Beachtung. Voraussichtlich bleiben diese und die fünf Gemälde unseres einheimischen Künsllers W. Barthel nur noch kurze Zeit
ausgestellt, weshalb ein baldiger Besuch der Ausstellung empfohlen sei.
** Vv m Bahnprojekt Wetzlar — Brandobcrn- borf—Grävenwiesbach. Schon seit etwa 10 Jahren wird der Bau dieser Bahnstrecke von den interessierten Orten des Solmsbachtals, besonders auch von der Stadt Wetzlar, angestrebt. Erft mit Vollendung der Bahnstrecke Homburg—Usingen und bet Genehmigung der Strecke Ufingen—Grävenwiesbach— Weiltal würbe auch das obige Projekt lebhaft betrieben, sodaß es jetzt bereits ausgearbeitet und von der Regierung erörtert worden ist. Die Bahn soll von Wetzlar bis A l b s h a u f e n der Lahnbahn folgen, tritt bann bei Burgsolms ins Solrns- bachtal und führt über Oberndorf, Oberndorfer Hütte, etwa 15 Minuten von Braunfels vorbei, über B o n b a b e n, Nieder-Quembach, Kraftsolms nach Kröffelbach; hier verläßt die Bahn bas Solmsbachtal unb folgt bis vor Hasselborn einem Seitentälchen. Um nun ben sich hier entgegenstellenben 500 Meter hohen Höhenzug zu überwölben, ist bie Erbauung eines etwa 3—4 Kilometer langen Tunnels erforberlich, bet ben Gänsrob und Ahornsberg durchbohrt. Tie Bahn tritt bann nahe bei Grävenwiesbach ins Wiesbachtal und mundet in die Linie Ufingen—Weilmünster. Die Bahn fährt bis Kröffelbach im Ganzen 15,4 Kilometer durch den Kreis Wetzlar und von Brandoberndorf bis Grävenwiesbach 9,1 Kilometer durch den Kreis Ufingen, die Gesamtlänge ist 24 V2 Kilometer. Abgesehen von den Hüttenwerken zu Albshauftn, Burgsolms, Oberndorf, ist das Solmsbachtal sehr reich an Eisensteinen, die Gruben stehen jedoch wegen der schlechten Verkehrsverhältnisse größtenteils still. Bei Grävenwiesbach findet man Thon und Grauwacke, und in das Verkehrsgebiet der Bahn fallen etwa 5000 Hektar Waldungen, davon gehören tOl) Hektar dem Fiskus. Bergbau und Industrie werden sich beleben und der Einwohnerschaft neue Erwerbsquellen schassen. Auch für den Fremdenverkehr ist die Linie von größter Bedeutung, wird sie doch den nördlichen Taunus und das Lahntal mit Homburg und Frankfurt verbinden. Die Gefamt- £0fielt der Bahn werden fast sieben Mlllionen betragen.
** Trier unb bie Moselinder Römerzeit lautete bas Thema, bas Museumsbirektor Tr. Krüger von Trier am Donnerstag in einem Vortragsabenb bes oberhessischen Gefchichts- vereins dem zahlreich erschienen Publikum, das die große Universitätsaula fast ganz füllte, in Wort und Bild vor Augen führte. Der Vortragende führte einleitenb aus, baß er mit Ieinem Vortrag zum Besuch des Moseftals und der L>tadt Trier anregen wolle, was um so .lohnender sei, als keine andere Gegend diesseits der Alpen so viele und wertvolle römische Gebäude auszuweisen habe, wie gerade Trier. Die Gründung Triers erfolgte etwa im Jahre 15 vor Ehr. Geb., es war zunächst Provinzialhauptstadt im Lande der Trevircr, die trotz der günstigen Lage im DWseltal in der Nähe der Einmündung zweier wichtiger Seitentäler und am Kreuzungs- unb Ueber- gangspunkt breier wichtiger Straßen nichts vor ben anberen gleichartigen gallischen Städten vvraus'hatte. Erst als Trier im 3. Jahrhundert kaiserliche Residenz wurde, erhob es sich über feine Schwesterstäbte. Aus bieser Zeit stammen auch bie meisten der noch erhaltenen Bauten. Der Redner zeigte zunächst an Hand eines Stadtplans die regelmäßige Anlage der Stadt, wie sie vor einigen Jahren bei Kanalisationsarbeiten festgestellt wurde. Sie hatte vier Tore, von denen bas eine, bie Porta nigra noch sehr gut erhalten ist. Auf ber einen Seite^ ersetzte das Amphitheater eine besondere Toranlage. Auch die Brücke, die bei Trier über die Mosel führt, ist zumteil noch römischen Ursprungs (die Pfeiler). Das befterhaltene Bauwerk aus der Römerzeit ist die Basilika des Konstantin, die jetzt noch der evangelischen Gemeinde als Gotteshaus dient. Auch der Toni besteht heute noch zum Teil aus römischem Mauerwerk. Aus ülyrlid) behandelte der Redner noch die umfangreichen Ruinen des prächtigen Kaiserpalastes und der großen Thermenanlagen, ferner a ls Beispiel der römischen Denknialskunst das bekannte Grabmal der Sekunbinier, bie Jgeler Säule. Profanbauten hat man in Trier bis jetzt feine freigelegt, wohl aber prächtige Villenanlagen bei Nennig, Wittlich usw., bie in ihren Ipärlichen Resten, bie sich zum großen Teil im Trierer Museum befinben, noch erkennen lassen, baß sich hier eine blühenbe unb reiche Kultur befanb unb zur Römerzeit im Moseltal ein Wohlstand herrichte, wie er inzwischen nicht wieder erreicht wurde. — Ter sehr anschauliche und instruktive Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen.
*• Ein neues modernes Geschäftshaus im oberen Seltersweg ist vor kurzem sertiggestellt und bezogen worden, nämlich der an Stelle eines alten Hauses errichtete Neubau des Herrn August Kilbinger. Das von Architekt Meyer entworfene und von der Firma H. Winn u. Co. erbaute stattliche Haus ist dem Aussehen des Nachbargebäudes entsprechend in heller Sandsteinarchitektur gehalten. Es enthält unten zwei geräumige Läden mit großen Schaufenstern m Eiienkonstruktlon. Sehr zweckentsprechend ist namentlich das große, zum Kilbingerschen Laden gehörende Schaufenster, in dem in übersichtlicher Anordnung em ganzes Warenlager Platz findet. Der Laden selbst ist ebenfalls recht praktisch eingerichtet, da die von K. meist in eigenen Werkstätten angefertigten Lederwaren, Handkoffer usw. bequem besichtigt werden können. Der Laden ist sehr hell und wie das ganze Haus mit Dampfheizung und guten Entlüftungsanlagen versehen. Im Hintergrund des Ladens befindet sich der Aufgang zti der reich ausgestatteten Spezialabteilung für Kinderwagen und unter dieser eine größere Werkstätte. Die oberen Stockwerke, die mit einem Erkervorbau versehen sind, enthalten Wohnungen. Eine besondere Annehnilichkeit bringt der Sieubait übrigens für alle Bewohner der Stadt. Die Einfahrt des Hauses bildet nämlich den Anfang eines Privatweges für den Personenverkehr vom Seltersweg zur Süd- Anlage, der in aller Kürze fertiggestellt werden wird.
x Burgsolms, 2. Mai. Zu Ehren des aus dem Amte scheidenden Hauptlehrers Kirchhof, der hier mehrere Jahrzehnte in Segen gewirkt, fand gestern ein großes Festessen im Hotel zur grünen Au statt. Die Verdienste diesesi tüchtigen Schulmannes fanden die gebührende Anerkennung seiner vorgesetzten Behörde unb des Königs. Den Lebensabend gedenkt Herr Kirchhof in seinem hier errichteten schönen Alters-- heiin zu verbringen.
t Sinn a. d. Dill, 3. Mai. Auf eigentümliche Weise verunglückte in der Doering'schen Fabrik hier der Former Heinrich Eckhardt von Treisbach. Beim Entleeren einer Pfanne, die f l ü s s i g e s E i s e n enthielt, ergoß sich von der feurigen Mafse ein kleines Quantum in einen Schuh des Arbeiters, wodurch^ er sich eine starke Brandwunde am Fuß zuzog.
s. W inne n (Kr. Marburg), 2. Mai. Ein seftenes Jubiläum kann am 3. Juli ds. Js. unser Lehrer Fricsleben begehen. An vielem Tage werben es 50 Jahre, baß derselbe Lehrer ist, und ebensolang wirkt er in unserer Gemeinde. Körperlich unb geistig noch rüstig unb frisch versieht Herr Friesleben heute noch sein Amt mit Lust unb Liebe unb stets zur größten Zujriebenheit seiner Vorgesetzten unb bei Gemeinde. Schon jetzt tceffen .Kollegen aus Nah unb Fern, sowie unsere Gemeinde Vorbereitungen, um diesen Tag in angemessener Weise zu feiern, es ift zu erwarten, daß es dem Jubilar, der sich überall, wo er gekannt ist, bei größten Liebenswürbigkeit cr- lreut, an Ehrungen mancherlei Art nicht fehlen wirb.________
Arbeiterbewegung.
Berlin, 3. Mai. Die Zahl ber Mai-Aüsgesperrten wirb von den Unternehmern auf über 25000 angegeben. Es louen im Baugewerbe gegen 18 000 Ausgesperrke vorhauben sein. In der Holzindustrie sind alle Arbeiter ans ben Tekldranchcn: Klavier'-- arbeiter, Stockarbeiter, Kammacher, Bürstenmacher usw. emlasjen,
bie wiberrechllich am 1. Mai feierten. Auch in ber Metallinbuftrie ist nach ben Mitteilungen von Arbeitgeberseite bie Zahl eine weit größere, als von ben Arbeitern selbst zugegeben wirb.
Zeitz, 2. Mai. Auf einigen Gruden des Zeitzer unb Weißenfelser Reviers finb bie Belegschaften wegen Maßregelungen aus Anlaß ber Maifeier in ben A u s st a n b getreten.
Dieben Hofen, 3. Mai. Auf ber Grube Havingen bei Kneiillingeu bes Lothringer Hüttenvereins ^irimetz-Friebe sind beute etwa 4 5 (-Bergleute m ben A u 5 st a n b getreten. Die Ursache des itanbeä ift nach einer Mitteilung ber Gruben-Tirekilon in "Die. ,sverjchiebenheiteu übcrbiekürzlich msLebeu getreteueftnapp- jchajtstajje zu wehen. Auch hier verlangen bie Bergleute rüefwiv- feiibe Kraft bei ber Berechnung ber Peniioneu.
Sport«
— WasbieAuto in 0 bilvennen den Teilnehmern kosten, hat em Pariser Spoitblatt ausgerechnet. Als Grundlage ber Berechmmg finb eie brei großen Aritoinobilreimen in biejem Jahre genommen, Das Kasierpreis-Reunen, bie Targa Florio unb ber Große Preis bes frauzösifcheu 'JlutomobiMilubs. Die Fabrik, die an diesen drei Renueii teiluehmeu will, muß drei verschiedene Wagen erbauen, bie zusammen 75 000 Frks. kosten. Dazu kommen bie Eiujchreibegebühreu, bie für bie Targa Florio 3000, für daß KaijerpreiS'Reimen 90U0 unb für ben großen Preis bes ftauzösijchen Automobil-Klubs 15 000 Frts. betragen. Au Transportkosten der Fahrzeuge nach ben Rennplätzen muß man 15 000 Frks. unb für bie Versicherung 1100 Frks. pro Fahrzeug rechnen.^ Berechnet man mm, baß sich nunbeftenS sechs große Automobil-Fabriken an ben genannten Rennen beteiligen, jo wirb ein Vermögen von nahezu fünf Alillionen babei au'gewenbet.
Märtte.
Gießen, 4. Mai. Marktbericht. Auf heutigem Wockenmarkte fofteten: Butterpr. Psb. 1.05—1.15 Alk., Hühnereier 1 St. 6—7 Vfg., 2 Stet. 00-00 Pfg., Gäiijeeier 10-00 Psg., Emeueler 0 Pfg., Käje pr. Stck. 6—8 Pf., Käjematle 2 Stck. 5-6 Pig., Erbjeil p. Pfb. 18-24Pfg, Liilfen p. Pfb.25-40Pfg., Tauben pr.Pr.0,80—1,00Alk., Hühner pr.Sy 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Emen pr. Stück 1,80—2,20 Alk., Gaufe pr. Pib. 00—00 Pfg., Lchfeufleijch pr. Pfb« 82—88 Pfg., Kuh- unb Ruibsteijch pr. Pfund 80—82 P,g^ Schweinefleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Schivemesleijch, gejalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kaldsteiich pr. Pfb. 80—90 Pfg., pamnielfieijü) pr. Psuiid 6^—84 Pjg. Weljche per Pfund —.— Kartoheln pr. 100 Kg. 7,50—8,— Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,00—6,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepjel per Zetitner *20 bis 25 Alk., in Körben 00 Pfd., Rüffe 100 Stück 50—00 Pfg., Birnen per Pjd. Alk. 0L0—0.25, per Ztr. 9—15 Alk., Weißkraut per Stück 15—30 Pfg., per Zentner Alk. 0.00—0.00. — Marttzeit von 7—1 Uhr.
EingejunSt.
(Für Form unb Inhalt auec -.uii c. Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Redaktion Dem L-wlilum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Nachdem bie Frage der Theaterzüge durch bie Mitteilungen bes Herrn Abg. Köhler un Gieß. Anz. einmal zur Sprache gebracht worben ift, bürste es au ber Zeit fern, auf bie ungünstige Verbindung des D i 111 a 1 e s mit Gießen — soweit der Abend tu Betracht kommt — hiuzuweljen. Kein Bewohner der „Till", aljo aus ben Orten Ehrmgshaujen, Herborn, Ttlleuburg unb jämtlichen kleineren Orljchauen, m benen auch nicht lauter Bauaujen wohnen, ist, wenn er nicht in Gießen übernachten will, in ber Lage, das Gießener Theater zu befuchen. Es läge deshalb wohl im Interesse der ganzen genannten Gegend, um Einlegung eines Theaterzuges (von dem man bisher nur immer munkeln hörte) zu petitionieren. Vielleicht regen diese Zeilen kunstfreimdliche Persönlichkeiten zum Vorgehen an. Ich selcht stehe natürlich zum Alittun zur Verfügung. Aber auch die Stadt Gießen hat offenbar ein großes Jmereffe daran, baß ihr neues, schönes unb — teueres Theater nicht für einen großen Teil ihres „Hluterlaubes" (im guten Sinne) gesperrt werbe. Deshalb bürste auch eine Fürsprache ber Gießener Stabtoerwaltung an zustanbiger Stelle dem allseitigen Interesse bienen. Jetzt gehen aui ber Kölner Strecke abenbs Zuge ab um 6.07 (Schnellzug), 6.12, 8.05, 10.08 Uhr. Zwar ist ber letzte em Aujchlußzug an ben Frcmliurter Schnellzug. Ta er aber nur bis Betzbori läuft unb formt als Anjchluß nach Köln nicht m Frage kommt, könnte er gut jo jpät gelegt werden, baß man ihn aus dem Theater noch bequem erreichen könnte. Taß man damit auch vielen aut Gießen angewiesenen btlbungsöurftigen Menschen ben Besuch ber in ber .Metropole" jo häufig gebotenen Vorträge u. s. w. ermöglicht, jet ebenfalls noch auSgejprocheu.
Dr. Liebe, Walbhos Elgershausen.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.
Frankfurter Börse. 4. Mai. 1.15 Uhr.
3>j0/e Reichsauleihe . 95.20
3% do. . . 83.95
3ya°l0 Kousols .... 95.25 3% do. .... 83.90 3^°/0 Hessen . . . 93.50
o^°l0 Oberhessen ...--
4% Üesterr. Goldrente. . 99.10 4‘/t % Üesterr. bilberrente 100.00 4% Ungar. Goldrente . . 94.25 4% Italien. Rente . . . 102.80 356 Portugiesen Serie 1 . 67.60 356 Portugiesen „ 111 68.50
45$ °/0 russ.Staatsanl. 1905 91.45 456% japan. Staatsanleihe 93.00 456 Conv. Türken von 1UU3 94.00 Türkenlose ... . . 142.50
456 Griech. Mouopol-Anl. —.— 4 56 äussere Argentinier 86.35
3°/0 Mexikaner . . . 65.20
4>» °/0 Chinesen .... 96.80
Aktien:
Bochum Guss.....231.30
Buderus KW ... —.—
Tendenz: fest
Berliner Börse, 4
Canada E. B......177.30
Darmstädter Bank . . . 133.50 Deutsche Bank .... 228.90 Dortmunder-Union C. . . 79.30 Dresdner Bank .... 144.6b
Tendenz; fest.
Elektriz. Lahmejer . . . 128.20 Elektnz. Schuckert . . . 113.00 Eschweiler Bergwerk . . 233.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 200.00 Hamburg - Amenk. Paket!. 135.20 Harpener Bergwerk. . . 210.00 Laurahütte......231.50
2<ordd. Lloyd.....122^30
Obeischies. Eisen-Industrie 113.20 Berliner Haudelsges . . 157.00 Darmstädter Bank 133.20
Deutsche Bank . . . 228.50
Deutsch-Asiat. Pank . . 171.50 Diskuntu-Kommaudit. . . 173.10 Dresuner Bank . . . 145.20
Kieditaktieu..... 208.20
Baltimore- und Ohio-
Eiseulahn . . . 09.50
Gotthard bahn . . . . —.—
Lombard. Eisenbahn . . 23.35 üesterr. Staatsoahn . . . 146.30 Prince-Henri-Eisenbahn . 140.00
. Mai. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 209.40
Laurahütte .... 231.70
Lombarden E. B. ... 23.20
Nordd. Lloyd.....122.10
i urkenlose . ... 142.30
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