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4.7.1907 Erstes Blatt
 
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eile.

Aus Graf Nigras Memoiren

Bezu monatl

Aohole- u. monatfid)

diePost Mt. jährl. aussch

Nr. 154

Erscheint täglich außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien­blätter viermal in d Woche betaelegt um zweimal wöchentlich das Ureirblatt für den Kreis Gießen. Fernsprech-An- schlußs.d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51

eiSr viertel-' ; durch ftette«

Annahme orm für dre Tag bis vormittax ZeilenpreiS: l auswärts 20 Verantwortli den pollt und Teil: P. Wittko, ^Stadt und ß(xnb*

Deutschland, Frankreich und Marokko.

Paris, 4. Juli. Das Interesse an der Frage, ob Frankreich eine Annäherung an Deutschland suchen solle, gibt sich in Rundfragen kund, welche bei hervorragenden, im öffentlichen Leben stehenden Persönlich­keiten unternommen wurden. So veröffentlicht der ,Jn- transigeant" Antworten des Senators Marcöre, des Schrift­stellers Marcel Prevost und des Advokaten Conlon. Alle drei bekunden die gleiche Scheu vor jedem Schritt, der als Anerkennung des Frankfurter Friedens zu deuten wäre. Irgendwelche dankenswerten Anregungen sind aber in diesen Zuschriften nicht zu finden.

Der Vizepräsident der Kammer, Etienne, wird im September abermals Deutschland besuchen. Es liegt nach Etiennes Anschauung im europäischen Interesse, daß die französischen und nichtfranzösischen Bewerber um den Besitz von Grund und Boden in Marokko sich bis zu einem ge­wissen Grade verständigen, und man geht nicht fehl, wenn man Etiennes Septemberreise mit dem Wunsche nach Kenntnis der in deutschen Jnteresfekreifen bestehenden Ab­sichten in Zusammenhang bringt.

Pichons Standpunkt zur Frage einer Annäherung an Deutschland ist folgender: Der diplomatische Verkehr soll vor­läufig wenigstens die Grenzen der Tagespolitik nicht über­schreiten. Zeigt sich hierbei, daß die Interessen beider Staaten restlos in Uebeteinftimnumg zu bringen sind (in der Marokko-Angelegenheit wird eine solche hier erwartet), dann könnte man auch ferner liegenden Angelegenheiten ent- sprechende Aufmerksamkeit zuwenden.

Neues aus Rußland.

Der Zar reist im Laufe dieser Woche mit seiner Familie nach den finnische n Schären auf seiner Jacht .Standard", begleitet von zwei Torpedojägern. Die Polizei ist auf der Spur der Bankräuber von Tiflis. Sie hat auch gewisse Hinweise gefunden, daß das Geld zur Ausführung großer terroristischer Akte in Petersburg bestinimt ist. Infolge dieser Fingerzeige wurde eine sehr strenge Bewachung des Petersburger Bahnhofes vorgenommen. In der S y n a g o g e in Riga wurde eine Haussuchung vorgenommen, motoi 43 Personen verhaftet wurden, die zur jüdisch-sozial- revolutionären Organisation gehören. Es wurde kastatlert, daß diese Organisation unterderRigaer Garnison agitiere, zu welchem Zweck schon verschiedene Sitzungen stattfanden. In einer der Sitzungen wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Unter den 13 Gefangenen, die meist im Alter von 15 bis 30 Jahren stehen, befinden sich auch drei Mädchen. Durch Briefschaften wurde festgestellt, daß jene Gruppe in Verbindung stehe mit den Revolutionären aus anderen russischen Städten, sowie aus Städten der baltischen Provinzen. Infolgedessen erfolgten noch weitere Verhaftungen. In einem Ofen der Synagoge zu Riga wurden viele revolutionäre Schriften und Proklamationen gefunden.

Mitglieder des russischen Volksverbandes, die in Odessa einen Kongreß abhielten, verübten auf den Straßen die größten Exzesse. Zwei Personen wurden dabei lol- geschlagen und acht Passanten verwundet. Die Polizei konnte nur einen der Uebeltäter verhaften.

gesetzt ihre Unterwerfung.

Tanger, 3. Juli. Der Kaid Harry Maclean, der sich ausgemacht hatte, um vom Maghzen die Begnadigung RaisullL zu erwirken, ist von Raisuli gefangen genommen worden. Letzterer wird nun, um seine Begnadigung zu erlangen, selbst die Bedingungen stellen und ein Lösegeld für die Freilassung Macleans fordern.

wonach die dortige Lage befriedigend geworden ist. Die meisten der Stämme haben sich unter­worfen oder haben Verhandlungen zu ihrer Unterwerfung angeknüpst. Der Stamm des Adrargebietes verweigert fort-

Aus dem Militärlager von Agde sind Nachrichten eingelaufen

glaubte sich besagt, in der Art, in der die Depesche eine Verweige­rung der Audienz angekündigt hatte, eine an die Adresse Frank- reichs gerichtete Beleidigung zu sehen, und ohne weitere Erklärungen abzuwarten, erklärte mir Kaiser Napoleon den Krieg. Graf Nigra berperkt dazu, er habe den Eindruck gehabt, daß Kaiser Wilhelm, als er diese Tatsache sechs Jahre, nachdem sie sich ereignet hätte, auseinandersetzte, sie sicher im Gedächtnis zu haben schien. Gr habe keinen Augenblick irgendwelche Unsicherheit gezeigt oder in der Erzählung gestockt.

ben beiden Hausern. Ich erlaube mir, das Glas zu erheben und auf das Wohl Eurer Majestät, Ihrer Majestät der Königin und des gesamten königlichen Hauses und auf daF Wohl Eurer Majestät sckwnen Landes zu trinken."

Die Musik spielte die dänisch» Nationalhymne. Nach der Tafel wurde im Gartensaal Kaffee getrunken, wobei Cercle abgehalten wurde.

^ er K aiser verlieh dem Prinzen Gustav von Dänemark den Schwarzen Adlerorden sowie das Groß­kreuz des Laoten Aolerö en sautoir. Ferner verlieh der Kaiser den Roten Adleroroen erster Klasse dem Hofmar­schall Grasen von Moltte, dem Direllor im Ministerium des Aeußeren Kammerherrn Gras und Generalleutnant Leschly; den Kronenorden erster Klasse dem Finanzminister Lassen, dem Minister der öffentlichen Arbeiten Högöbro, dem Justizminister Alberti, dem geheimen Konferenzrat Baron Reedtz-Tvtt und dem Kontreadmiral Zachariä; den roten Adlerorden zweiter Klasse mit Stern dem yoschef des dänischen Kronprinzen Kammerherrn Rothe, dem Zere­monienmeister Grasen von Broaenhuus-Schack, dem Hof­chef der dänischen Königin Kontreadmiral von Barden­fleth; den roten Adleroroen zweiter Klasse mit Eichenlaub dem deutschen Generaltonsul Martens.

Der König hat den Prinzen Adalbert von Preußen zum Ritter des Elefantenordens ernannt Ferner hat der König dem Generaladjutanten des deut­schen Kaisers, General der Infanterie von Plessen, das Großkreuz des Danebrogordens in Diamanten, dem Chef des Marinekabinetts, Koutreadmiral v. Mueller, sowie dem Gesandten Freiherrn von Jenisch und dem Vize-Oöerzere- monienmeijter von dem Knesebeck, das Grotzkr^uz des Danebrogordens verliehen.

Deutsches Neietz.

Berlin, 3. Juli. Die in einem Teile der Presse um­laufenden Gerüchte von Veränderungen im auswärtigen diplomatischen Dienst erweisen sich lediglich als Ver­mutungen. Ebenso wie der Botschafter Speck von Stern­burg seinen Posten nicht dauernd verlassen hat, kehrt Mar­schall von Bieberstein nach Schluß der Haager Konferenz nach Konstantinopel zurück.

Bonn, 4. Juli. Prinz Oskar von Preußen be­zieht im Winter-Semester die hiesige Universität.

Straßburg, 3. Juli. In den Schulen zu Groß- moyenvre im Liedenhofner Kreis ersetzte der Oberjchulrat den französischen durch deutschen Unterricht. Die Statistik ergab nur noch 15 Prozent Kinder, die Französisch als Muttersprache sprechen.

Würzburg, 3. Juli. Der Landtagsabgeordnete Eitzenbcrger (Zentrum), der den 3. Würzburger Wahlkreis vertritt, ist gestorben.

AusIanS.

Rom, 3. Juli. Am Schluß der heutigen Senats- Sitzung erinnerte der Präsident an die Hundertjahrfeier des Geburtstages Garibaldis, gedachte seiner in warmen Worten und schlug vor, morgen keine Sitzung ab­zuhalten. (Lebhafter Beifall.) Der FinünzMinister schloß sich im Namen der Regierung dem Anträge an.

Wien, 4. Juli. Wie zu Beginn einer jeden Session wurden gestern trn Abgeordnetenhause die Vorgänge bei den Wahlen in Galicien erörtert. Polnische, sozial­demokratische und ruthenische Abgeordnete sowie Zionisten beschwerten sich über die Wahlmißbräuche zu Gunsten der polnischen Schlachzizen. Die Mitteilungen waren nicht nur den polnischen Abgeordneten, sondern auch den Christ­lich-Sozialen sehr unangenehm, denn die Letzteren befürch­teten, daß auch ihre Wahlmißbräuche abfällig würden besprochen werden. Sie wandten sich deshalb im Verein mit den Polen gegen die eingebrachten Dringlichkeits­anträge und es kam zu stürmischen Szenen. Beschimpfende Zwischenrufe fielen und es hatte sogar den Anschein, als ob die Abgeordneten handgemein werden wollten.

Budapest, 3. Juli. Die heutige Sitzung des Ab­geordnetenhauses begann wieder mit der Obstruk­tion der Kroaten. Hefter einen Antrag wurde unter Ab­stinenz der Kroaten, denen auch heute ohne jede Ursache das Wort entzogen wurde, namentlich abgestimmt, wor­auf zur allgemeinen Ueberraschung der Handelsminister K'o s s u t h die Paragraphen 258 der Dienstpraamatik der Eisenbahner, die den Gegenstand des Streites bilden, zu- rückzog, mit der Erklärung, daß Paragraph 1 durch Die Bestimmung ergänzt werde, daß jeder Staatsbeamte der magyarischen Sprache mächtig sein müsse. De'.' Kroaten wird die Konzession eingeräumt, daß die Staatsbeamten in Kroatien, welche im Verkehr mit dem Publikum stehen, ebenfalls der kroatischen Sprache mächtig sein müssen. Die Kroaten hatten sich von dieser Ueberraschung noch gar nicht erholt, als der Vorsitzende schon die Debatte schloß, womit jede weitere Obstruktion gegen den Antrag Kossuth unmöglich ist und der Antrag angenommen werden muß. Das Vorgehen der Re g ie r un a wrrd in politischen Kreisen als eine unbedingte Niederlage beurteilt, da sie der kroatischen Obstruktion gewichen ist. In den Kreisen der Kroaten herrscht über den Sieg ihrer Obstruktion großer Jubel.

Newyork, 3. Jüli. DerNewyork Herald" und die Newyork Times" erklären ungeachtet der Dementis, eine Verstärkung der Flotte im Stillen Ozean sei noch im Werk. Der ,Herald" meldet eine Verstärkung der Küstenbefestigungen auf den Philippinen.

Kapstadt, 3. Juli. Heute ijt eine amtliche Schrift erschienen, die ein vom Earl of Selborne verfaßtes aus­führliches Memorandum enthüll, in dem ein britisch- südafrikanischer Bund leohast befürwortet wird.

DiasGiornale d'Jtalia" veröffentlicht eine noch nicht im, Truck herausgegebene Stelle aus den Memoiren des Grafen Nigra, enthaltend einen Bericht über die Unterredung, die Nigra am 16._ Juni 1 8 7 6 zu Ems mit Kaiser Wilhelm' hatte. .In dieser Unterredung berichtete Kaiser Wilhelm Nigra über die Zusammen tun ft, welche er am 13. Juli 1870 mit dem französischen Botschafter in Ems hatte, und welche die Ursache des deutsch-französischen Krieges war. Kaiser Wilhelm beendigte den Bericht mit folgenden Worten: Am Abend benachrichtigte ich Bismarck von dem, was in Ems vorgefallen war, nämlich von her von dem französischen Botschafter gestellten Forderung, von mir die Versicherung zu erhalten, daß die Kandidatur des Hauses Hohenzollern für den spanischen Thron zurückgezogen und niemals wieder aufgestellt werbe, soioie von meiner Weigerung, dem franz. Botschafter stne zwecke Audienz im Laufe des Tages zu bewllligen. Ich ermächtigte Bismarck, meine Vertreter an den deutschen Höfen und im Auslande davon zu benachrichtigen, wenn er es für gut befände. Auf Grund dieser Mitteilung sandte Bismarck an die Botfchaiter und Gesandtschaften Preußens im Auslande Tele­gramme, welche im wesentlichen die Mitteilung enthielten, die er von mir erhalten hatte, jedoch geändert in der Form. Dieses Telegramm kam nachts in Paris an. Die französische Regierung glaubte sich befugt, in der Art, in der die Depesche eine Verweige-

Ies Kaiseipanr in MyemarK.

Kopenhagen, 3. Juli. (Ankunft des Kaiser­paares.) Zum Empfange des Kaisers und der Kawerin bei der Landungsstelle, wo eine Ehrenpforte errichtet war, hatte sich eine große Anzahl Geladener, darunter sämt­liche Minister, die Mitglieder der deutschen Gesandtschaft und der sonstigen diplomatischen Korps und eine Depu­tation der deutschen Kolonie versammelt. Kurz nach 10 Uhr traf dieH o h e n z o l l e r n" ein, gefolgt von dem Kreuzer Königsberg" und dem DepeschenbootSleipner", von den dänischen Kriegsschiffen und den Forts mit Salut emp­fangen, den die Königsberg" erwiderte. Bald daraus trafen das K ö n i g s p a a r und das Kronprinzenpaar mit mehreren Mitgliedern des Königlichen Hauses bei der Lan- dungsstelle ein und juhren unter dem Salut der Ge­schütze und - ben Hurrarufen der auf den Kriegsschiffen in Parade aufgestellten Mannschaften nach der ,,Hohenzol­lern", wo sie vom Kaiser aus der untersten'Stufe der Fallrepstreppe empfangen wurden. Als der Köntg die Hohenzollern" betrat, wurde unter abermaligem Salut die königliche Flagge gehißt. Nach kurzem Aufenthalte fuhren die Herrschaften an das Land zurück. Einige Mi­nuten später verließen der Kaiser, die Kaiserin und Prinz Adalbert dieHohenzollern" und fuhren nach der Lan­dungsstelle, wo sie vom König empfangen wurden. Der Kaiser trug die dänische Admiralsuniform, die dänischen Herrschaften hatten deutsche Uniformen angelegt. Ober­bürgermeister Oldenburg hielt eine Begrüßungsansprache uni> brachte ein Kaiser hoch aus. Nachdem der Kaiser und der König sodann die Front der aufgestellten Ehrenkom­pagnie avgeschritten hatten, begaben sich die hohen Herr­schaften, überall mit lauten Hurrarufen begrüßt, zu Wiigen nach dem Hauptbahnhos und von da mittels Extrazug nach Fredensborg. Es herrscht starker Regen.

Fredensborg, 3. Juli. Anläßlich der Ankunft des deutschen Kaisers hat die Stadt reichen Flaggenschmuck in dänischen und deutschen Farben angelegt. Gegen 12 Uhr versammelten sich die Spitzen der Behörden auf dem Bohn- i)oje. Ferner hatte sich der deutsche Konsul in Helsingör, Robert Lund, eingefunden. Der Zug traf um 12 Uhr 20 Minuten ein. Nachdem die Herrschaften den Zug ver­lassen hatten, stellte König Friedrich die Vertreter der Behörden dem Kaiser und der Kaiserin vor. Der Kaiserin wurde ein großes Rosenbukett überreicht. Die Abfahrt nach dem Schloß erfolgte in geschlossenen Wagen. Im ersten Wagen saßen der Kaiser, der König und Prinz Adalbert, un zweiten die Kaiserin, die Königin, der dänische Kronprinz und Prinz Hans. Nach dem Eintreffen auf dem Schloß zogen sich die Majestäten in ihre Gemächer zurück. Um 1 Uhr nahmen die Majestäten das Frühstück im chinesischen Saale ein, wo für Kuverts gedeckt war. Das Gefolge und die Würdenträger frühstückten im Kuppel­saale.

Die königliche Familie verbrachte mit ihren Gästen ben Nachmittag auf dem Schlosse, da schlechtes Wetter alle Ausflüge verhinderte.

Abends 8 Uhr sand tm Kuppelsaale des Schlosses Fre- denöborg Gala täfel statt. König Friedrich sühnte die Kaiserin, Kaiser Wilhelm die Königin zu Tisch, ferner führte Prinz Adalbert die Kronprinzesfin Alexandrme, Kron­prinz Christian die Prinzessin Marie von Dänemark. König Friedrich trug preußische Husarenuniform, der deutsche Kai­ser die dänische Admiralsuniform. Geladen waren ferner zur Tafel: tue dänischen Minister, die Präsidenten des Landthings und des Folkethings, der deutsche Gesandte Graf Henkel von Donnersmarck und die Mitglieder der Gesandtschaft der deutsche Generalkonsul Martens, das Ge­folge des Kaiserpaares, die atlachierten Herren und Damen, sowie eine größere Anzahl höherer dänischer Würdenträger. Während der Tafel erhob sich Köni^ Friedrich und brachte folgenden Trintspruch aus:

Eure Mjajestät heiße ich aus tiefster Secle wärmstens will­kommen, ein inniges Willkommen, das in gleichem Maße der Kaiserin und Königin gilt, die heute unseren heißesten Wunsch erfüllt, zum erstenmal m unserer Mitte zu erscheinen. Ge­rührten Herzeils treten mir hierbei Eurer Majestät frühere Be­suche vor die Augen, welche meinem unvergeßlichen Vater galten uud die Hoffnung weckten, daß es Eurer Majestät auch unter ver­änderten Verhältnissen bei uns und unter uns wohl gcfallen möge. Ich fühle mich gedrungen, hier meinen und der Königin herzlichste und inniglten Dank nochmals auszusprechen für die unvergeß­lichen Tage, die wir im vergangenen Herbste in Berlin zubringen durften und für den so herzlichen EnrpMng, den Eure Majestät uns dort bereitet httben, und daran meinen und der Königin wärmUen Dank für den uns alle so hoch beglückenden Besilch beider Majestäten zu knüpfen. Ich erhebe mein Glas auf das Wvhl der erhabenen Gäste, Eurer Vkajestät des deutschen Kaisers, oer Kaiserin, sowie desjenigen des ganzen kaiserlichen und könig­lichen Hauses."

Die Musik spielte die deutsche Nationalhymne. Gleich daraus erhob sich Kaiser Wilhelm und dankte mit folgendem Trinkspruch:

Willen Eure Majestät gestatten, daß ich im Namen Ihrer Mkyestät der Kaiserin und meinem unseren tiefstempfunbeneri herzlichsten Tank ausspreche für den warmen und herzlichen Emp­fang, den wir heute hier gefunden haben. Es ist Ihrer Majestät der Kaiserin eine besondere Freude gewesen, bem Wunsche Eurer Majestät nachkommen zu können und hier in dem trauten Kteis von Eurer Vtsajestät erlauchter Familie eintreten zu dürfen. Un- vergeßlich^find uno werden mir bleiben die Tage, da ich als Gast art der ^vecke Eurer Majestät ehrwürdigen und liebenswürdigen Balers weilen durfte, unter dem Zauber seiner ritterlichen Persün- lichteck, zu der ich in tiefiter Ehrfurcht stets emporblicken werde. Eure Majestät haben in Gnaden der Tage gedacht, die Sie in Berlin geioeilt haben, und ich kann von ganzem Herzen ver­sichern, daß es mir und meinem treuen Volke eine besondere Freude gewesen. Euren beiden Dcajestaten innigstes Willkommett entgegen- zubrinßeu. Voll herzlichen Tsinkes für die freundliche und gnädige Begrüßung w,age ich es, daraus die Hoffnung herleiten zu dürfen, > sie zugleich der Ausdruck herzlicher Freundschaft i)t zwischen

Blatt 157. Jahrgang ___________a _

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

^Seiner ©iS? Rotationsdruck und Verlag der Vrghl'schen Unln.-Vuch- und Steindruckerei. R. Lange. Redaktlo«, Expedition und Druckerei- 7. *6 '

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