Ausgabe 
3.5.1907 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

rosem Vorgehen zu bewegen.

Augsburg, 2. Mai. Wegen Erpressung hat die Straf­kammer einen Ausgeher zu 4 Jahren und desien Ehefrau zu 3 Jahren Gefängnis und beide zu 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Ein Stabsoffizier, der mit der Frau verkehrt Halle und vom Manne dabei überrascht worden war, wurde von dem Paar in 5 Jahren durch 300 Erpressungsbrieie um 22 000 SDlf. erleichtert. Auch nach einer Verabschiedung wurde dem Offizier feine Ruhe gelassen, biS er endlich die Sache zur Anzeige brachte.

Unterschlagung von Geldern von Einjährigen, gangen aus dem Kreuzer .Medusa*. zu 4 Jahren Mittelarrest und

Degradation.

Halle a. S., 2. Mai. Ter 19jährige Tischler Wippert, der eine eigene Mutter ermordete und beraubte, wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.

Leipzig, 2. Mat. Das Reichsgericht verwarf die R e - vision der Schriftstellerin Dr. Anita Auaspurg, die am 23. November 1906 von der Strafkammer des Landgerichts Ham­burg wegen Beleidigung der Hamburger Polizeibehörde zu Mk. 200 Geldstrafe, eventuell 20 Tageu Hast und zur Tragung der Kosten verurteilt worden ,var. Frl. Tr. Augspurg hatte sich damals bei Strafienunruhen Streikender bemüht, die Polizei zu weniger rigo-

Grigrnal-Draytmeldrittgen.

R.B. Darmstadt, 3. Mai. Das Ober-LandeS- gericht verkündete heute das Urteil im Prozeß Grüne- wald-Metz. Die Revision des Rechtsanwalts und Notars Metz in Nidda gegen das ihn zu einer Geldstrafe von 700 Mk. verurteilende Erkenntnis des Schöffengerichts, das auch von der Strafkammer bestätigt worden war, wurde zurück­gewiesen. Das Urteil ist hiermit rechtskräftig.

Gerictzt-faal.

Kiel, 2. Mai. Das Kriegsgericht der 18. Division verurteilte den Z a h l m e i st e r - A p p l i k a n t e n der Reserve, Köhler, wegen

kameradschaft Hassia, Bezirk Lauterbach.Schlitz. AuS Anlaß der Anwesenheit des Kaiser? in der Stadt sind besondere Bc^ i. r inmungen wegen Anlegen sämtlicher Orden und Ehren-

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hesse» am SamStag, den 4. Mai: Meist trüb. Regeniälle. Temperatur wie heute. Starke wesilche Winde.

Fainrtten-Nachrichten.

Verlobte: Fräulein Klara Fleischhack in Magdeburg mit Herrn Artur Viehwcg in Marburg. Fräulein Katharine Becker mit Herrn August Ma', beide in Eudori. Fräulein Anna Hamel in Brauerschwend nut Herrn Konrad Elfländer tn Eulersdorf.

Gestorben: Herr Mathias Telnert in Marburg. Frau Ehristme Lbjartel, geb. Peter in Marburg. Herr August Krömmel- bem m Alsreld. Herr Ludwig Leim in Als'eld. Herr Heinrich Usiiiger in Friedberg. Herr Georg Schmalz in Friedberg. Frau Atar'ia Heuser Wiv., geb. Kahler in Chausseehaus bei Eölbe.

zeichen erlaßen werden.

[] Gladenbach, 2. Mai. Gegen den Kassen­rendanten V. ist Untersuchung eingeleitet, weil Unter, schlagung vorliegen soll. V. wurde verhaftet.

[] Marburg, 2. Mai. Seit heute ist über da? Gebiet der Stadt bis zum Umkreis von 4 Kilometer die Hunde- sperre verhängt, weil sich bei einem gestern getöteten Hunde Tollwut herauSgestellt hat. Die Sperre dauert 3 Monate. Vom 1. Mai ab kostet das Pfund Ochsenfleisch hier 80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch 75 Pfg. und Schweine­fleisch 60 Pfg. Ter Brotpreis ist um 2 Pfg. gestiegen.

Arbeiterbewegung.

fc. Offenbachs. M., 2. Mai. Ter VerbaudderMetall- industriellen für Fraiikiurt a. M. und Umgegend hat gestern in einer in Frankfurt abgehalieneii Sitzung beschlossen, am 2 5. Ai a i, falls bis dahin der Ausstand der hiesigen Aiaschinenfabrikarbeiter nicht beendet ist, m alleii Betrieben des Bezirkes 60 Prozent der Arbeiter auszusperren. Von der Aussperrung sollen nur organisierte Arbeiter betroffen werden.

N o r d h a u s e n, 2. Mai. Wegen Beteiligung an der Maifeier wurden von mehreren hiesigen Tabakfabriken insgesamt 500 Arbeiter ausgesperrt.

Berlin, 2. Mai. Zur Krise im Baugewerbe wird gemeldet, daß heute auf Öen bei weitem meisten Bauten die Arbeit ruht, da die Ataurer und Bauarbeiter, die gestern feierten, nach dem Beschluß der Arbeitgeber bis zum nächsten Montag ausgesperrt sind.

Hamm i. W., 2. Mai. Heule kam es vor der hiesigen Spruch- kammer des Berggewerbegerichts, die von der Belegschaft und der Verwaltung der ZecheMaximillian" als Einigungsamt angeruieu worden isl, zu folgendem Emigungsvorschlag: Tie Verwaltung der ZecheMaxinnlliau" erhöht den Schichtlo hu um 50 P'g. vom 1. April ab, nimmt keine Ataßregelung vor und zahlt für die im März verfahrenen Schichten 1000 Mk. Prämie nach. Tie Zeche macht feinen Gebrach von ihrem Rechte, wegen Kontraflbruches den Arbeitern 6 Schichten einzubehalten, unter der Bedingung, daß sämtliche Arbeiter die Arbeit wieder aufnehmeu.

Ein bemerkenswerter Tarifvertrag wurde von der Twektion des Straßburger Gaswerks jüngst mit ihren Arbeitern abgeschlossen. Er brachte den letzteren nicht nur erhebliche Lohnerhöhung, sondern enthielt auch die Vereinbarung, daß die Arbeiter während der Arbeitszeit auf jeden Alkobolgenuß verzichten, dafür aber vorn Werke unentgeltlich Tee und Atalzfaffee verabfolgt erhalten.

Paris, 2. Aiai. Die ausständigen Bäcker haben beschloffen, heute noch die Arbeit wieder a u f z u n e h m e n.

"'Kleine Tages chronil JnRogasen (Posen) lauerte der Arbeiter Kulczak nach vorhergegangenem Wortwechsel dem Ar­beiter Gust auf und tötete ihn durch zwei Revolverschüffe. Der Mörder wurde von einigen Personen, die dem Ueberiallenen zu Hilfe eilten, dermaßeii zugerlchiet, daß er gleichfalls tödlich verletzt öamieöerliegt. Aus einem Wagen der 4. Klaffe des K ö l n Berliner Zuges Nr. 205 stürzte s i ch in der Nacht ein Reisender unö verletzte sich schwer. Er hatte am Tage zuvor seine Kinder zu Berivandten nach einem Vorort von Köln gebracht, da eine Operation seiner Frau bevorstand. Offenbar hat er die Tat in einem Falle von Schwermut begangen. In der Whipple- 05 r u b c in Wesl-Virginien (Nordamerika) erfolgte eine Explosion schlagender Wetter, wobei über 100 Arbeiter verschüttet wurden.

TLirche und Schule.

__ Der 2 3. deutsche Protestantentag findet vom 22.-24. Mai in Wiesbaden statt. Bon den zur Verhandlung kommenden Gegenständen seien erwähnt: Tie kirchenpolitische Lage in Deutschland und die nächsten Auf­gaben des kirchlichen Liberalismus; das Jnteresie der Familie am Religionsunterricht in der Schule (2. Berichterstatter ist hierbei Schulrat H. Scherer zu Büdingen); Gemeinderechte und Kirchenregiment, Forderiingen zur Reform der Kirchen- Verfassungen; Protestantisches Christentum und christliche Gewerkschaften; Volkskirche und Bekenntniskirche.

Märkte.

(e. F raukfurt a. M., 3. Aiai. tcrig.-Telegr.de?Gieß. An;.") V i e h m a r f t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schale u. Hämmel, 270 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 54-00 Pf., Lebendgewicht 42.50-00 Pf., 2. Qual. 5300 Pf., Lebendgewicht 41.50-00 Psg., 3. Qual. 0000 Pfg. Kälber 1. Qual. 0090 Pf. Geschäft: Aiarkt gut, fern Ueberstand.

Berlin, 3. Mai. In der Mühlenstettße lärmte gestern^ abend ein schwer betrunkener Mann, dem ein Schutzmann gebot, sich ruhig zu verhalten. Der Betrunkene fetzte sein Lärmen fort Ter Beamte wollte den Mann sistieren, konnte ihn aber nicht fortschaffen, da dieser sich auf die (Erbe isetzte. Der Schutzmann legte dem Manne einen Hand- knebel an, den er derartb anzog, daß er brach. Der Be­amte stellte wiederholt das Verlangen, daß der Mnnn ihm olgen solle. Als dies der auf der Erde Sitzende, nicht tat,* zog der Schutzmann b.ank und schlug den Wehrlosen vier­mal mit der scharfen Schneide über den Kopf! Aus den Wunden strömte das Blut und der Schwerver­letzte sank hintenüber. Der Schutzmann sucht« ilotzlich das Weite.

Hannover, 3. Mai. Wie amtlich bestätigt wird, sind die chwarzen Pocken in dem Hannover benachbarten Stöcker und Meaenheide ausgcbrochen, und zwar sind zwei Mädchen im Alter von 9 und 10 Jahren daran erkrankt Sämtliche Be­wohner der Kolonie, zumeist Bahnarbciter, sind geimpft worden. Tie Kinder sind vom Schulbesuch ausgeschlossen und für die gesamte Umgebung sind Impftermine für die nächste Zeit an* gesetzt.

Paris, 3. Mai.Petit Parisien" veröffentlicht ein Inter». View seines Londoner Korrespondenten mit dem englischen Staats­mann Sir Charles 2 i l ke über die deutsch-franz ösis chen Beziehungen. Dieser erklärte, er könne sich darüber nicht aussprechen. Tie Stelle der Rede des deutschen Reichskanzlers^ welche ihn besonders interessiert habe, sei die Anspielung auf Groß-Britannien. Tie bloße Idee, daß England die Ab­sicht habe, Deutschland anzugreijen, müße ein Lächeln Hervorrufen. In ganz England gebe es keinen Men-> schen von gesundem Verstände, der einen solchen Plan unter-, stützen würde. An einen Angriff Englands durchs Deutschland glaube er ebensowenig.

Rom, 3. Mai. Maßgebenden Ortes erklärt man den Kommentar desGiornale d'Jtalia" zur Rede des Fürsten von Bülow, insofern dieser einen Mangel herzlicher Beziehungen zwischen Italien und* seinem Verbündeten andeutete, für ganz unge­recht f e r l i g t. Auch in der Avrüstungssrage fühle sich die ital. Regierung mit dem Kanzler einig. DieTribüne" sagt, der Reichskanzler habe sehr deutlich und klar ge­sprochen, sodaß Mißverständnisse fortan unmöglich sein sollten. Er hat die Grundlosigkeit der Behauptung daß die Freundschaft Italiens zu England dem Dreibünde, schaden könnte, bewiesen. Tas volle Einvernehmen der Drei- bundstaaren enthebt Italien jeder Sorge in Hinsicht 5er' Abrüstungsfrage. Das starke Band, welches Ita­lien und Deutschland umschlingt, wird durch eine theoretische Erörterung dieses platonischen Problemes nicht gelockert werden.

Mailand, 3. Mai. Persevevanza veröffentlicht einen längeren Artikel, welcher sich mit der B ü l o w - R e d e beschäftigt. Die Erklärung Bülows sei zur rechten Zeit erfolgt, um die überhitzten Gemüter durch einen falten Wasserstrahl zu be­ruhigen. Die Rede lasse keine Mißdeutung und keinen Ver­dacht aufkommen. Deutschland weigere sich, eine gefährliche Utopie zu beraten. Die übrigen Atächte seien zwar berielbeit Ansicht wie Deutschland, wollten aber, um England entgegen zu kommen, sich dem Beispiele Deutschlands nicht anschließen. Tas Blatt drückt schließlich die Hoffnung aus, daß die Deutschen jetzt überzeugt sein können, daß sie gegen Italien ungerecht gewesen wären.

Amtlicher tzerU

Kckaimtmalymg.

Betr.: Eisenbahnbau Lich-Grünberg.

Für die projektierte Nebenbahn Grünberg-Lich werden be­hufs Ausführung der speziellen Vorarbeiten zurzeit Absteckungen im Felde borgenommen.

Die beteiligten Feldbesitzer werden hierdurch, aufgefordert, jede Behinderung dieser Arbeiten zu unterlassen und auf Schonung der Absteckungen bedacht zu sein.

Tie Großh. Bürgermeistereien der Gemeinden Grünberg, Queckborn, Harbach, Ettingshausen, Münster, Ober- und Unter- Bessingen und Lich wollen solches ortsüblich bekannt geben, auch die Feldschützen mit e ntsprechendcr Weisung versehen.

Gießen, den 27. April 1907.

Grohperzoglicp^ Krctsamt Gießen.

____________I. 23.: Dr. Merck.______________________

Lekanntmachtmg.

Bete.: Rauschbrand zu Dorf-Güll.

Unter dem Schafbestand des Landwirts Georg Ernst Kuhl zu Dorf-Güll ist der Rauschbrand ausgebrochen.

Sperrmaßregeln sind angeordnet.

Gießen, den 30. April 1907.

Großherzoglicpes Kreisamt Gießen.

____________________I. V.: Dr. Heß._____________________

Kekmmwmlymig.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemartung Muschenheim.

Von 69 beteiligten Grundeigentümern, welche zusammen 305,4790 vektar Fläche besitzen, ist unterscyriftlich die Einleitung des Feldbereinigungsverfayrens und die Anlage von Wegen in den Cblibaumituden der Gemarkung Musmenheirn beantragt worden.

Da an dem Unternehmen im ganzen 259 Grundeigentümer mit 460,3446 Hektar Fläche beteiligt sind, liegt die für das Zustandekommen des Unternehmens gesetzlich forderliche Meyr- beit von mehr wie ein Fünfteil der beteiligten Grundeigentümer, welche mehr als die Hälfte der beteiligten. Fläche besitzen, vor.

Von Großherzoglichem Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtscyaft, Handel und Gewerbe ist das Umerndm.len für zulässig erachtet und die Einleitung des Verfahrens ange­ordnet worden.

Der Antrag mit den Zustimmungserklärungen nebst Ergeb­nis und Zusammenstellung desselben liegt vom 7. bis einpyl. 14. a i 19 0 7 werktags auf der Großherzoglichen Bürger­meisterei Muschenheim während der Geschäftsstunden zur Ein­sichtnahme offen. Einwendungen gegen die Zulässigkeir uoer Rechtsoeitändigteit des Ergebnisses sind nach Artiiel 11 des Feld- bereinigungsgesetzes bei Meldung späterer Nichtberücksichtigung binnen 14 Tagen von der Veröffentlichung dieser Bekannmiacyung im Kreisblatt an gerechnet, mittels jchriftlicyer Beicywerve bei Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Laiwwirtschaft, Handel und Gewerbe in Darmstadt geltend zu machen.

Friedberg, den 1. Mai 1907.

Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: Schnittspahn, Kreisamtmann.

Verdingung.

Das Durckarbciten von 15 Km Gleis der Strecke Herborn- Ehringshausen (Dill) soll verdungen werden. AngebotSmuller liegen hier zur Einsicht aus und können von hiesigem Bureau für 0,50 All. (Postanweisung) bezogen werden.

Die Angebote werden am 13. Mai 1907 vormittags 11 Uhr Hier geöffnet. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Vollendmigsfrist rd. 3 Atonale.

Wetzlar, den 29. April 1907.

Königliche Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion. D8/s

Bekanntmachung.

Für die Höhere und Erweiterte Mädchenschule dahier wird zum alsbaldigen Dienstantritt eine

Handarbeitslehrerin

zunächst für etwa 10 Stunden in der Woche gesucht.

Tie Annahme erfolgt vorerst nur für das laufende Schusiahr (bis Ostern 1908). An Vergütung werden 1.50 Mk. für die Unter­richtsstunde gewährt. . ... _ .. _ .

Bewerbungen nebst Lebenslauf und Prusungszeugms sind alsbald, spätestens bis 5. d. M. bei der unterzeichneten Behörde einzureichen.

Gießen, den 1. Mai 1907.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum. Bz/5

Mmg mMMlmWusern für Wügkmsseher bei der MenstrÄnMt LWch.

Unter Hinweis auf den Mmisteriaierlaß vom 16. Juni 1893 werden nachstehende Bauarbeiten bei Erbauung obiger Auf­seherhäuser auf dem Wege öffentlichen Wettbewerbs aus­geschrieben :

A. Maurerarbeiten:

Los I. 248 cbm Bruchsteinmauerwerk, 96 qm Isolierung, 120 qm Backslemflachschichte, 176 qm Betondecke, 3200 kg Träger zu verlegen, 200 cbm Backstein­mauerwerk, 400 qm Fachwerksausmauerung, 460 Balkenfelder zu übertragen rc.

Los II. Wie Los I.

B. Steinhauerarbeit:

2,40 cbm Hausteine au§ Basaltlava, 28 cbm Hausteine aus rotem oder gelbem Sandstein.

C. Zimmerarbeit:

Los I. 64 cbm Tannenholz zu liefern, 3800 m Holz adzubinden, 600 qm Deckenschalung, 64 Stufen Slockwerkslreppen, 32 m Treppengeländer, 84 m Dachgesims :c.

Los II Wie Los I.

D. Trägerlieferung: 3200 kg Träger zu liefern.

E. Dachdeckerarbeit:

Los I. 668 qm Dachfläche mit Plattziegeln einzudecken, 72 m Gräte und Firsten :c.

Los II. Wie Los L

F. Spenglerarbeit:

Los I. 34 m Hängekandel, 48 m Abfallrohre re.

IL Wie Los I.

Zeichnungen, Bedingungen und Angebotsunterlagen liegen bei unterzeichneter Behörde Zimmer Nr. 5 zur Einsichtnahme offen und werden die Angebotsunterlagen gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben.

Die Angebote sind verschlossen, portofrei und mit ent­sprechender Aufschrift versehen bis

Freitag den 17. Mai l. Fs., vormittags 11 Uhr, einzureichen, zu welchem Zeitpunkt die Eröffnung berjelben in Anwesenheit etwa erschienener Bieter erfolgt.

Zuschlagsfrist: 3 Wochen.

Friedberg, den 2. Mai 1907.

Großherzogl. Hochbauamt.

Haag. D6L

Gaskoks.

Infolge Stadtverordneten - Beschlusses vom 2. Mai d. J4. wurden die Preise unserer GaSkoks bis auf weiteres festgesetzt wie folgt;

Für den Zentner ab Verkaufsstelle: Stück-KokS .............. 1,20 AU.

Nuß-Koks, ausschließlich trocken gelagert, in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung, sowohl für weite als für enge Dfen- fchächte geeignet, zerkleinert:

Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnitt­liche Korngröße des Anthracit, gang­bar st e S o r t e .........1,35 Mk.

Größe Nr. 2, Heiner als durchschnittliche Korngröße des Anthraeit, namentlich für engere Ofenschächte geeignet.....1,35 Mk.

In Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stückkoks.......1,15 Mk.

Nußtoks Nr. 1.....1,30 ,

Nußkots Nr. 2.....1,30 ,

Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern:

Stückkoks.......1,10 Mk.

Nußtoks Nr. 1.....1,25 ,

Nußkoks Nr. 2.....1,25

Für Koksabnehmer, welche zwei und mehr Doppelwaggous beziehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. für den Zentner.

Für Aufuhr au das Haus werden 10 Pfennig für de» Zentner berechnet.

M3. Ausnahmsweise können kleinere Koksmengen ohne be­sondere Vergütung auch an die betr. Lagerplätze (Keller, Stall usw.) verbracht werden, sofern die Zufuhr durch das Gaswerk erfolgt.

Im Gaswerk findet nur Verkauf von über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der

Klkmerkaus brr Gaskoks

von 1 bis 5 Zentner

eingerichtet, nämlich -bei:

Andreas Euler, Stemstraße 11,

Joh. Fischer, Aliceswaße 19,

I. Happel, Neustadt 56, Karl Hcusel, Walltoruraße 10, Gebr. Kahl, Frankfurtersiraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Lichersrraße 2, H. Lchauiubcrgcr, Marburgerstraße 22, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Grünbergerslraße 13.

Daniel Wirth'S Nachf. (Th. Geilfus), Westanlage 5L Tiefe Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks samt Ansiihr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern.

Tie Preise unserer Gaskoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oktroirückvergütung von 4 Pfg. für den Zentner.

Gießen, den 3. Mai 1907. B /»

Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen.

Otto Bergen. .

Louoerls mit Krim billigst Srühl'sche UniverfitStr-Druclerei.