Fleischpreise in Gießen
Dezember —
+ 6,2
C.
= + 0,8 • C.
Mark 15000000
iwtelctere 4% Frankfurter Stadt-Anleihe von 1907
Verlosung und Kündigung bis 1. April 1918 ausgeschlossen
98,80 %
Heichelheim,
Andrea©,
Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. 2)L
Ochsen
Kälber Schweine
a”/«
50 Kg. Schlachtgewicht 80—83 LU.
*/, Kg.Schlachtgew. 92—95 Pi.
7, , , 63—00 ,
Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 23. Dezember 1907.
Kleine TageSchronik.
In dem SchnellzugeRom-Ancona wurde der MM« nar A g n e di, der als Ingenieur in der Umgebung von %an« große Bauten ausführt, ermordet aufgesunden. Es is?fonK? scheinlich, daß er eine größere Geldsumme bei sich führte
In Mailand betrat ein elegant gekleideter junger Mim« den Juwclierladen Telfrete, als der Besitzer allein nn wesend war, und ließ sich Juwelen vorlegen. Als Telfrate eisernen Juwelen schrank öffnete, überfiel ihn der Fremd« suchte ihn durch mehrere Dolchstiche zu ermorden. Auf hna Geschrei des Schwerverwundeten floh der Verbrecher Quf -$5S Straße, wo er nach heftiger Gegenwehr überwältigt wurde^
In Odessa verübten sechs bewaffnete Personen ehtV Raubveriuch auf das Geschäftszimmer des Stadtarm-iJ Hauses, in dem sich 2000 Rubel befanden. Die Einbrecb/ wurden von Polizeibeamten mit Revolverschüssen empfangen bi von ihnen erwiedert wurden. Ein Räuber wurde getötet' nnh em Bureauangestellter und ein Pflegling verwundet, der Verfolgung auf der Straße gaben die Täter weitere SÄü?s° ab, durch die ein vorübergehender Mann und ein Knabe n-st wunüet worden sind.____________
Vermischte».
* Ein Riesenbrand in Ludwigshafen. Die „N. Bad. Landesztg." meldet: Am Samstag abend um 91/2 Uhr brach in dem Petroleum-Lag erraum der Pure Oil Company in Ludwigshafen Feuer aus. In wenigen Minuten stand das gewaltige Faßlager in Flammen. Längere Zeit knatterte es bei den Explosionen der einzelnen Fässer wie bei einem Gewehrfeuer. An ein Löschen war nicht zu denken. Die Feuer- wehr mußte sich darauf beschränken, die nur 80 Meter von dem Brandherde entfernt stehenden drei mächtigen gefüllten Petroleumtanks der Pure Oil-Gesellschaft zu schützen. Die Bahntankwa^en mit 200 Zentnern Inhalt und ein Güterwagen, die man nicht rasch genug entfernen koimte, gerieten ebenfalls in Brand. Die Tankwagen brannten aus, ohne zu explodieren. Das Feuer wütete wahrend der ganzen Nacht, bis es gegen Morgen keine Nahrung mehr fand. Gegen y212 Uhr hatte es noch einmal neue Nahrung erhalten durch die ungeheuren Mengen aufgeschichteter Fässer, die, nachdem sie eine zeitlang gebrannt hatten, in sich selbst zusammenstürzten. Das ganze Lager mit 3000 Faß Petroleum und 5000 leeren Fässern, die Abfüllhalle, das zollamtliche und das kaufmännische Bureau brannten bis auf die Fundamente nieder. Ueber die Urfache ist noch nichts bestirnmtes bekannt; man nimmt an, daß ein Funke aus dem Schornstein einer vorbeifahrenden Lokomotive auf den
Meteoroioftische Beobachtungen
________der Station Gießen.
Spezial-Anleihe für Grunderwerb eingeteilt in Stücken von Mark 2000, 1000, 500 und 200 mit Zinsscheinen per 1. April und 1. Oktober.
22.-23.
22.-23.
FnmiLsen-Na^a kochten.
Verlobte: Frl. Maria Schmidt mit Herrn Otto Wenns-, beide in Stiebendorf. ”
Gestorbene: Frau Katharina Steinhäußer, geb. Simm- rock. m Friedberg. — Herr Konrad Goldstein in Fauerbacb £ Nldda. — Herr Heinrich Rühl in Wetzlar. — Frau Henrieu- Strack Witwe in Marburg. clte
Mitteldeutsche Creditbank
Filiale Giessen
Sport.
— Aus der Rhön. Ein für den Schneeschuh unver- gkeichlich günstiges Gelände bieten die in einer Höhe von 750 bis 950 Metern sich meilenweit erstreckenden baumlosen Hochplateaus der hohen Rhön mit ihrer gleichmäßigen Grasnarbe, der bunten AbwechÄung^ von runden Kuppen, langen, sanften Hängen und geschützten Tälern. Der Schisport wird infolgedessen von der Bevölkerung eifrig gepflegt. Um ihm neue Freunde zuzuführen und das im Sommer sehr viel besuchte Gebirge auch für den Winter dem Verkehr mehr zu erschließen, wird in Gersfeld sRhön) von Weihnachten bis nach Neujahr durch den dkorwegcr Herrn Ingenieur Reidar Knuffen ein Schikursus ab gehalten werden. Es besteht auch eine gute, iy2 Kilometer lange Ro del- bahn, nur 15 Minuten vom Bahnhof Gersfeld entfernt. Alle Gasthöfe sind rrn Winter geöffnet. Zurzeit sind gute Schnee- Verhältnisse.
Kandel.
— Kle ine Finanzchrvnik. Die Deutsch-Amerikanische Petroleumgesellschaft kündigte alle Kontrakte mit Warenmaklern, die bisher den Beinehr mit den Konsumenten vermitteln. Damit ist der Zwischenhandel total ausgeschaltet. Selbstverständlich herrscht bei der Maklervereinigung große Aufregung.
Höchste Temperatur am
Niedrigste „ „
von Petroleum durchtränkten Boden des Lagers fiel und den Brand hervorrief. Das brennende Petroleum floß in Strömen in den Rhein, der teilweise ebenfalls in Hellen Flammen stand, so daß die auf dem Flusse liegenden Schiffe sich schleunigst in Sicherheit bringen mußten. Der Schaden wird auf 1 Million von anderer Seite auf nur 300—400 000 Mark geschätzt. — Ein zweiter Riesenbrand wird aus Toulon gemeldet. Dort ist in den großen Lagerhäusern für Möbel und Spirituosen, welche beträchtliche Mengen für die Marine bestimmten Alkohols enthielten, eine Feuersbrunst ausgebrochen.
* XSin „Spukdorf". Die Amerikaner waren bisher fest überzeugt, daß NM m tetrt altersschwachen Europa der Aberglauben existieren könne, daß es' wirklich so etwas wie Spukhäuser, Geistererscheinungen, geheimnisvolle Stimmen und unerklärliche Schritte gäbe. Dieser Stolz hat nun aber einen argen Stoß erhalten. In Connecticut gibt es ein ganzes Spukdorf, in Idem die seltsamsten Dinge passieren, und ganz Amerika liest verwundert die Berichte darüber, die die Spalten der Blätter füllen.. Das bisher in -den weitesten Kreisen unbekannte Terryville ist mit einem Schlage berühmt geworden. Das Dorf steht völlig unter dem Zeichen des Apuks; nur die beherztesten Bewohner wagen sich noch im Dunkel und nur mit Hellen Laternen ausgerüstet, auf die Straße. „Seit unvordenklichen Zeiten" •— was in Amerika soviel wie 150—200 Jahre heisen will — existieren dort drei oder vier alte Häuser, nt denen die Gespenster umgehen. Es sind in ihnen Geistererscheinungen gewesen, Fußtritte gehört worden, Uhren haben geschlagen in Räumen, in denen keine Uhren stehen, und alles das, was zu einem richtigen Spuk gehört, ist in reichster Fülle beobachtet worden. Wer es nicht glauben will, wird von den beängstigten Bewohnern höflichst eingeladen, selbst zu kommen und zu sehen. Natürlich herrscht große Aufregung im Torfe, imd alle möglichen Gespenstergeschichten, von denen man je etwas gehört hat, werden aufgewärmt und mit den Ereignissen am Ort in Beziehung gesetzt. Natürlich wurden von den Newyorker Blättern die erprobtesten Reporter nach Terryville geschickt, die mit der Ueberzeugung zurückkehrtcn, daß die Einwohner ihre Gespenstergeschichten völlig in gutem Glauben erzählen. Wie dem auch sein mag, Terryville hat plötzlick) eine nationale Berühmtheit erlangt; schon beginnen die Pilgerfahrten nach dem Spukdorf, und selbst die PsyArlogen fangen an, den merkwürdigen Phänomenen ihre Aufmerffamkeit zuzuwenden.
* Ein dreijähriger Pfeifenr aucher. Von einem Raucher wird berichtet, der wohl den Rekord der größten Jugendlichkeit erreicht haben dürfte. Ten Passagieren eines Red-Star- Tampfers hat während der Ueberfahrt von Amsterdam nach Boston der jüngste Passagier großen Spaß bereitet, der in einem Alter von sage und schreibe drei Jahren auf dem Teck mit einer, einer Körperlänge gar nicht angemessenen langen Pfeife auf und ab stolzierte. Er selber war nicht in der Lage, sich über seine Raucherleidenschaft interviewen zu lassen, da er — mit dem Sprechen noch auf sehr gespanntem Fuße stand. Auch sonst ist der kleine Mann sehr unternehmungslustig, denn er macht unter der Obhut des Stewards die Reise zu seinem Vater ganz allein Als man den Steward fragte ob dem Kinde das Rauchen nicht chadttch fei, erwiderte dieser lächelnd: Seine Mutter scheint doch nicht der Ansicht zu sein, denn sie selbst händigte mir sür den Knirps ein Quantum Tabak ein, das ihrer Meinung nach für die Ueberfahrt ausreichen dürfe. Ben Akiba, was sagst du dazu!!
— Heim geschickt. Gattin (bei einer Differenz mit igrem Gatten): „Mann, ich werd' dir gleich die Zähne zeigen!" - Er: „Laß sie drin!" d
■ * Ei? kleiner Superklug. Hänschen: „Geben Sie mir für fünf Pfennig Käse." — Verkäufer: „Für fünf Pfennig gibts nicht,, nur für'n Groschen." — Hänschen: „Na, dann geben Sre für 10 Pfennig. — So, nun schneiden Sie mir das in gleiche Teile, dann sehen Sie, wieviel es für fünf Pfennig
e BaJ hat ™ y^ein mit anderen Bankhäusern und Banken obige Anleihe übernommen und wird dieselbe
GS222, 28, DczGXKLOOr d. J., zum Preise von
zur Öffentlichen Zeichnung aufgelegt.
Die Abnahme der Stücke erfolgt in der Zeit vom 10. bis 15. Januar 1908.
entgegen Anmeldun»en zur Dehnung auf obige Anleihe zu den Bedingungen des Prospektes
Eingesandt.
(Nir Form und Inhalt atter unter dieser Rubrik stehenden Attik-s übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keiner!- Verantwortung.)
Rechts gehen!
„ < gehen!" So steht für jedermann, der von dem Gießener
Bahnhoi kommt und nach dem Bahnhof acht, auf beiden Seit^i der Straße zu lesen. Wer aber liest es? Wer aber besonders von denen,, die aus dem Bahnhofsgebäude heraussttömen, M>rf sich an diese Vorschrift? Fast niemand. Rücksichtslos sttümt das liebe V—olk in die Stadt. Wer zum Bahnhof will, mufc sehen, wie er zurechtkommt. ö
... Man spricht immer davon, unser Volk sei kultiviert und wiße was der Anstand und die Pflicht verlangen, es braucke keine Polizei. Wer nach dem Bahnhof geht, merkt davon nichts und es wird auch nicht eher besser, als bis das Polizeiamt em paarmal zu den Hauptverkehrszeiten an jede Ecke der Straße einen Schutzmann stellt, der durch Worte, Rippenstöße und, was w trotz Kultur nicht ausbleiben wird, einige Anzeigen den Passanten aut den richtigen Weg weist. Hoffentlich sorgt nunmehr auch dre Eilenbahnbehörde endlich einmal für einen breiteren und benutzbaren Fußsteig nach dem Vater Lenz hin.
THicago Dez. 153.35 (+ 6.30), Mai 163.95 (-J- 7.05). Roggen Berlin Dezbr. 209.50 (st- 1.00), Mai 211.50 (st- 1.00). Hafer Berlin Dez. 170.25 (— 0.25), Mai 177,00 (— 0.00) Mr.
Getreidepreise in Mannheim
Weizen 100 Kg. 22.75-23.00 Ml.
Roggen 100 Kg. 20.75-00.00 Wik.
’/, Kg. 82-88 Psg.
V, , 70—80 , V, , 70-84 ,
Brotpreise in Gießen
Weißbrot 2 Kg. 62 Pig.
Schwarzbrot 2 Kg. 58 Pig.
Dezember
1907
Barometer aui 0° reduziert
Temperatur der Lust
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Astier
23.
23.
24.
2" gib 7«
754,0
753,5
753,8
6,2
5,8
5,9
6,8
6,7
6,6
96
97
96
8 WSW w
2
2
2
Sprühregen Bed. Himmel
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