Ausgabe 
30.3.1907 Drittes Blatt
 
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amstag 30. März 1907

1S7. Jahrgang

Drittes Blatt

Nr. 75

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Wilhelm Jung VIII.

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieSiebener Zamttienblätter" werden dem .Anzeige/ viermal wöchentlich beigelegt, das ,'ttreirdlatt ffir den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Terkjesfische Landwirt" ersche.nl monatlich einmal.

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UnwersuätS - Buch- und 6temi>ruderet R. Lange, ©icfeen.

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Auszug «ns btn Ltlwressmtsregchkrv der Stsdt oüeßku.

Aufgebote.

März. 23. Ludwig Noll, Graveur, mit Mathilde Gröninger, beide dahier. 23. Philipp Schwan, Schuhmacher, mu Marie Bühler, geb. Göbel, beide dahier. 24. Wilhelm Bechtold, Großh. Äreiäamls- gehütie dahier, mit Marie Schmidt in Bobenbaujen II. 25 Paul Jung, Hüsisbremser, mit Luise Stock, beide dahier. 25. Theodor Lotz, Fabrikant, mit Anna Reiber, beide dahier. 25. Theodor Herr­mann, Kaufmann, in Elch in Luxemburg mit Rika, gen. Claire, Stern dahier, ub. Andreas Baum, Maschinenbauer, mit Friederike Sandmann, beide dahier. 26. Heinrich Winkler, Sergeant dahier mit Alwine Lipp in Rodheim v. d. H. 26. Hermann Seibert, Sieinhauer dahier mit Anna Eisenhuth m Hungen. 28. Karl Böhmer, Gärtner, mit Marie Burk, beide dahier.

Eheschließungen.

März. 23. Karl Hilgardt, Bäcker, mit Luise Martin, beide da­hier. 23. Bruno Schneider, Küfer, mit Kalharme Steinrnüller, beide dahier. 23. Georg Ritz, Postschaffner, mit Glisabelhe Schauer, beide

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2.15. Jahr KD 1 2

il.mtlM ktbrrlidft der Lodesstiie in feit.,tu.

Monat Februar 1907.

Redaktion, Exvedttton und Druckerei: bchul- stratze 7. Eroedmon und Verlag . fcSN 61. Redaktion: 112. Tell-Adr. AnzeigerGietzen.

Unsere

Abteilung für Spareinlagen vergütet z. Zt. je nach Kündigungsfrist LeLen Ausstellung von Einlagebüchern 3'/t% und 4% Zinsen

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Vermischte».

Eheschließung zwischen neapolitani­schen Kindern. Auf dem Standcsamte in Neapel gab es dieser Tage kein geringes Aufsehen unter den Paaren, die erschienen waren, um den Bund für das Leben zu schließen. Zu diesem Behufe hatte sich nämlich auch der kaum dem Knabenalter entwachsene, fünfzehnjährige Celcstino Giordano mit seiner erst dreizehnjährigen Brant Julia Nappi emgefunden. In der Begleitung der Brautleute befanden sich die beiderseitigen Eltern, die das Bündnis durchaus billigten. Ta in Italien das Gesetz für den Ehemann em Alter von mindestens achtzehn und für die Frau von fünfzehn Jahren vorschreibt, waren die Liebenden beim Könige um Dispens emgekommen, mit der Begründung, daß sie sich das Leben nehmen müßten, wenn sie nicht die Erlaubnis zur Ehe- Schließung erhielten. Der Herrscher hatte dem Bittgesuch auch Folge gegeben, und der Standesbeamte konnte infolge desien die Trauung vornehmen. Während die jung Ver­mählte noch einen durchaus kindlichen Eindruck macht, sieht der Ehegatte wie ein vollendeter Kavalier au§._ Er ist Ver- tretet einer großen Seidenspinnerei und bereist seit einem Jahre mit großem pekuniären Erfolge die Provinz Neapel.

' S i e w e i ß e s genau. .Tu mir den einzigen Gefallen und wühle nicht in den Schubladen und Schränken, wie du das so gern tust. Wenn du nur schreibst, erhältst du umgehend Antwort, und die Sache ist erledigt." Taraiif reist die Gattin beruhigt ab. Kurz darauf kam eine Freundin seiner Frau und bat um ein Schnittmuster. Der Wann, der natürlich keine Ahnung hatte, wo eS sich befinden könne, schrieb seiner Gattin und bat um Auskunft. Mit wendender Post erhielt er folgenden Brief: .Du findest das betreffende Muster an einem Nagel an der Tür der Bodenkammer, Sollte es da nicht sein, so liegt eS in der Schachtel auf der Nähmaschine, in der grünen ober der roten, das weiß ich nicht ganz bestimmt. Möglicherweise findest du e§ aber auch auf dem oberen Fach des Kleiderschranks in unserem Schlaf, zimmer, wenn ich mich recht erinnere, auf der linken Seite; sieh aber lieber auch auf der rechten nach. Wenn es da nicht liegt, so ist es in der unteren Unken Schublade des Schreibtisches im Vorzimmer, dort hebe ich immer meine Schnittmuster auf. Binde aber nicht sämtliche Pakete auf, denn eS muß ganz oben liegen. Vielleicht ist ^es aber auch in der rechten, oberen Schublade. Auf jeden Fall findest du es weder im Salon noch im Eßzimmer, du brauchst also dort nicht zu kramen. Allerdings könnte es am Ende in einer Schublade des Büfetts fein/ P.S. .Da fällt mit ein, daß es sehr leicht möglich ist, daß ich das Muster meiner Schwester geliehen habe/

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Summa: 55 (20) 87 (18) 9 9 (2)

II n m.: Tte m Klammern geietzien Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle tu der beireßenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kran!" lomnien.

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Um irrigen Ausstreuungen entgegen zu treten, teile ich meiner werten Kundschaft mit, dass ich mein

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Ganz besonders bringe ich mein grosses Lager in allen Arten inländischei und ausländischer Hölzer wie_

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Giessen, den 1. Februar 1907. Dampfsägewerk.

politische Lagerschar».

Teuerung und Privatbeamtc.

Zu diesem Thema erhält dieSozialpolitische Korresp/ foldende Zuschrift:

Angesichts der unzweiselhast vorhandenen Teuerung, die die gesamte Lebenshaltung der mit materiellen Glücksgütern gerade nicht gejegiieten Bevölkerung nach den verschiedensten Richlungen hm zum Teil schwer belastet, zeigen Kommunen und Staat das löbliche Bestreben, diesen Kreisen in besonderer Weise zu Hülse zu kommen. Em großer Teil der ersteren bat seinen Angestellten, Beamten, besondere Teiierungszulagen gewährt, letzterer will aus dem gleichen Wege vorgehen, zugleich aber auch mit der Reu- eegelnng des Wohnungsgeldzuschusses eine systematische Ausbesserung )er Gehälter seiner Beamten verbinden. Auch der Arbeilersland st gewillt, bei diesem Ringen um die Hebung seiner Lebenslage .licht zurück zu bleiben. Wo bleibt demgegenüber aber das große Heer der sogen. Prioalbeamten, mögen sie sich in unterer oder auch mittlerer Stellung befinden? Pressionsmittel, wie Lohnbe­wegungen stehen ihnen nicht zur Berjügung. Es bleibt da nichts anderes übrig als die Flucht in die Oefjentlichkeil, der Appell an die Loyaliläi ihrer Arbeitgeber. Es ist gar keine Frage, daß im Durchschnitt die unteren und mittleren Privalbeamlen, wir denken bei letzteren auch an die Techniker, Ingenieure, volkswirtschaftlichen Beamten usw., an Gehalisbezügen sich nicht besser flehen wie die staatlichen Beamten, zum Teil noch schlechter, besonders wenn man die gesicherte ivirischastliche Position der letzteren gegenüber ersteren bedenkt. Gegenüber dem Stand der Lebenshaltung besonders gualifizierler industrieller Lohnarbeiter bleiben weile Klassen der Privalbeamlen zum Teil iveil zurück, wobei sie sich noch geiallen lassen müssen, von jenen durch die BezeichnungProletarier im Llehkragen" aui das Unwürdige ihrer Lage hingewiesen zu werden. Ist nach dieser Beziehung die Lage der Privatbeamten im allge­meinen keine bessere als die der staatlichen, so erscheint sie noch ungünstiger, wenn man erwägt, daß letztere noch den Borzug be- ionderer Steuervergünstigung genießen und für Pensions-, Wllwen- und Waisenversorgung keine Aufwendungen zu machen brauchen. Nimmt man Steuerprivlleg und staatliche Versorgung zusammen, io dari man wohl behaupten, daß der Privatbeamte bei gleichem Gehalt sich nm mindestens 15 Proz. schlechter sieht als der staat­liche. Tas trifft in gleicher Weise sür den unteren wie mut­ieren Privatbeamten zu. Letztere haben m der Regel akademische Studien hinter sich, die einen nicht geringeren Uuswand notwendig gemacht habe», wie der Bildungsgang akad. Staatsbeamten. Im preußischen Abgeordnetenhause wurden kürz­lich Gehälter von 2400 bis 4800 Mark sür akademisch gebildete Beamte alsS u b a l t e r n g e h ä l t e r" be- reistmet. Wie viele akademische Privatbeamte sind srob, überhaupt wicheSubalteingehälter" zu beziehen. Es dürste seststehen, daß der Prwaidienst an Arbeite- und Nervenkrast keine geringeren Ansorderungen stellt, als der Staatsdienst. Im großen und ganzen dari man kühn behaupten, daß ersterer letzteren roeit übertrifft. Ter Verbrauch der Arbeitskraft geht hier rascher vor sich als dort. Wird dem nun auch aut dem Wege der Entlohnung, Sicherstellung der Zulunil Rechnung getragen ? In den meisten Fallen garntchl. Ter staalliche Beamte ist durch eine Dienstordnung, die Urlaub, tätliche Arbeitszeit usw. sestgesetzt, gegen eine Ausnutzung seiner Arbeitskraft geschützt. Im Prwaldiensl beruht hier alles aut dem vrivaten Dienstvertrag, der der autoritativen Stutze durch das Gesetz vielfach noch entbehrt. Die angegebenen Umstände mögen genügen, um darzutuu, daß, wenn den staatlichen Beamten eme allgemeine Aufbesserung zugebilligt wird, eine solche für die Prioat- beamten nichts weniger als gerecht ist. Deshalb dieser Appell an Den loyalen Sinn der prwaten Arbeitgeber.

Die Antrittsrede eines Baueruvereiuspräfidenten.

Dec ueue Präsident des westfälischen Bauernvereins, Freiherr von Twickel, trat sein Amt mit einer längeren Ansprache an, in der er u. a. folgendes ausführte:

Wir wollen bestrebt jein, uns m sittlicher, geistiger und wirt­schaftlicher Hinsicht zu heben und gegenseitig z u u n t e r - stützen. Aui diesem Gebiet liegt das größte Arbeitsfeld des Berems Wir sollen uns zu einem kräftigen Bauern­stände vereinigen, welcher sich bestrebt, den bäuerlichen Grund- besin zu erhalten, damit die schtvielige Faust freier Bauern bis in bie fernsten Zelten die rote Erde beackere. Wir wollen das Gute nehmen iuo wir es finden, um es für uns auszunutzen. Wir lüoUeit uns in positiver Arbeit betätigen und nicht n o r g e I n d und polternd hinter der Entwickelung der Zeit herlaufen. Wir ivollen, indem mir unsere Interessen vertreten, auch bie Inter- »Gender a n d e r e n B e r u f S st ä n d e ehren und achten und mit ihnen in Frieden un d Eintracht leben, -r lejes

Dahier. '23 Erbin Göller, Bildhauer, in drunknirt a. Ai. mit Dorothea Ehristiane Bender dahier.

Geborene.

März. 17. Dem Fuhrknechl Friedrich Jeschke jinc Tochter, Cttilie. 19. Dem Fuhrmann Michael Rödel eine Tochter, '-Inna (Slije. 20. Dem Cefonoinen Heinrich Zölzer ein Lohn, Wilhelm. 21. Dem Sergeant-Hoboisten Wilhelm Böllger ein Sohn, Waller Wilhelm. 21. Dem Genchlsassessor Adolf Fost ein Sohn. -3. Dcm 'Liegger Hermann Euler 1L eine Tochler, (Emilie. 26. Dem Juwelier Karl Schmidt ein Lohn, Paul Peter.

Gestorbene.

März 24. Elise Lotz, geb. Groos, 85 Jahre alt, Lonystr. 20. 26. Elise Mulch, geb. Melior, 54 Jahre alt, Tammslr. 25.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für (vberheffen

Arbeiterbewegung.

R e w-B ork, 28. März. Bei den Weitbahnen beschlossen 50 000 Manii den Streik. Inzwischen erwögen die Bahnoerwaltungen, ob nicht die sofortige srenvillige Enistellung geglichen Verkehrs westlich von Chicago geeignet sei, derartige Zustande zu schauen, daß die Arbeiter gezwungen werden, sich einer schiedsgerichtlichen Entscheidung zu unterlücrien.

Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 linkt. 1600 Mann MilUär) Sterblichkeitszisjer: 22,37

Abzug von 20 Drteiremöen: 12,88 /co.

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Jilerenemzündung

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Selbstmord

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Verunglückung

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