Ausgabe 
30.3.1907 Erstes Blatt
 
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Br back, Erbach in feierlichster Form erklärte, daß er den Zuschuß für die M o l kc r e isch u l e L aut e r b a ch nicht etwa derPerlen und Edelsteine" wegen bewillige, wie der Abg. Stöpler die Mol­kereischülerinnen in der anderen Kammer schelmisch genannt hatte, lachte man. Als später Graf Erbach beim Wohnungsgeldzuschuß eine Lanze für die Junggesellen einlegte und dabei von anständigen Haushälterinnen" sprach, da kicherte man in das schnell hervorgeholte Taschentuch.

Zu den schon aus den Ansschußverhandlvnqen bekannten Dissensen brachte Gras Kuno zu Stolberg- Noßla einen neuen. Der Kostenaufwand für ein Lehrerseminargebäude in Bensheim schien dem Grafen zu hoch, und auf seinen Antrag wurde die Genehmigung nur bedingt erteilt, was verfasjungs- mäßig unzulässig ist (abgesehen davon, daß die Kammer nach der Verfassung das Budget nur im ganzen annchmen oder ablehnen kann). Wir sind die Letzten, die nicht für weise Sparsamkeit bei Staatsbauten cintreten; indessen hätte sich der Graf vom Harz (der ja nur für sein M"nd"l hessischer Gesetzgeber ist) bei einiger Kenntnis des schmucken S ädtchens an der Bergstraße sagen müßen, bo|j der Staat dort nicht als Groschen-Bauherr austreten kann.

Bemerkenswert war, daß die Negierung den Grafen Erb a ch- Fürstenau abfallen ließ, bei dem Versuch, das Schulmintstnuum scharf zu machen gegen den oder die Siebter, auf deren Konto vteEntgleisungen" in jener Landeslehrerver­sammlung über die BcsoldungSvorlage zu setzen sind.Es entspricht nicht der Würde der Negierung, wenn sie einen ganzen Stand, der auch nach Ansicht der Negierung nur berechtigter- maßen eine Aufbesserung seiner Bezüge erstrebte, entgelten ließe den mehr oder minder ungehörigen Ausdruck eines Einzelnen." Damit hatte der Minister des Innern die Antwort

Während zum S t e m v e l g e s e tz die Beratung über den Ar­tikel 4 (Herabsetzung der Notariatsgebühren) schließlich zum Verzicht auf "den Ausschußantrag (der Ablehnung wollte) führte, blieb hier als Hauptdissens die von der zweiten Kammer in das Gesetz hineingebrachtc Erhöhung des Stempels auf Eheverträge über 100 000 Mk. Die erste Kammer (Berichterstatter Frhr. v. Heyl) erblickte in dieser Erhöhung eineProgressionssucht". Die zweite Kammer aber beharrte am anderen Tage auf ihrem Beschluß aus sozialpolitischen Gründen. Als dann die Pairskammer aus ihrem Rückzug auch bei genanntem Artikel nachgab, erklärte Frhr. von Hehl, daß die Erhöhung dieses Stempels wohl ohne wesentliche finanzielle Wirkung bleiben werde.

Der Kernpunkt des Widerstandes der ersten Kammer gegen den Nachtragsetat lag im Abänderungsgesetz über den Ausgleichs­fonds. Nach teer Neichsfinanzreform des vorigen Jahres ist die Erbschaftssteuer eine Reichssteuer geworden. (Natürlich steht es den Bundesstaaten frei, Zuschläge zu erheben.) Bis zum Jahre 1911 erhalten die Einzelstaaten den Durchschnitt ihrer seitherigen Einnahme (sofern die Landes-Steuersätze nicht höher waren als die jetzigen Steuersätze des Reichs.) Nach 1911 erhält Hessen aber nur noch Vs der Erbschaftssteuer. Um nun gegenüber diesem Ausfall (der sich auf rund eine halbe Million belaufen würde) recht­zeitig Vorkehrungen zu treffen, hatte der Finanzminister vorge­schlagen, daß die Erträge von Erbschaftssteuer in den Ausgleichs­fonds fließen, denn auf der anderen Seite hat die Negierungsvorlage ein dem erwähnten Durchschnitt entsprechendes Mehr vorge­sehen, das dem Ausgleichsfonds (der ja doch nur eine Sparbüchse ist) entzogen werden soll, für den ordentlichen Etat. Es handelt sich also im Grunde um einen Akt der Fürsorge, den ordentlichen Etat vor Schwankungen, die in dem Erbschaftssteueranteil eintreten können, zu bewahren. Der vom Frhrn. v. Heyl erstattete Bericht des Finanzausschusses sagt:Nach der Regierungsvorlage würde der Ertrag der Erbschaftssteuer lediglich als ein durchlau­fender Posten im Ausgleichsfonds ohne tieferen finanzpoliti­schen Zweck sich darstellen." In der Debatte meinte Frhr. v. Heyl, wenn ein Stcuerplus kommen sollte, müsse der Minister die Ver­mögenssteuer herabsetzen. Außer dem Kommerzienrat Lau­ter en-Mainz, der für die Regierungsvorlage eintrat, ergriff niemand das Wort. Das Haus nahm gegen die Stimme des ge­nannten Mitglieds die Anträge Heyl an, nachdem vorher die Negierung erklärt hatte, daß sie diese Beschlüsse akzeptieren wolle, wenn auch die zweite Kammer zustimmc.

Diese Zustimmung erfolgte am Dienstag nicht. Daß die erste Kammer die Wünsche des anderen Hauses nach Diäten für die in Darmstadt wohnhaften Abgeordneten und Freifahrt­karten an die Abgeordneten für das ganze Land nicht billigte, mag verschnupft haben. Der Zentrumsabg. Dr. Schmitt (Mainz) zeichnete wiederholt in scharfen Worten den Nahmen der verfassungsrechtlichen Zuständigkeit der ersten Kammer. Einhellig­keit herrschte dieserhalb im Abgeordnetenhause. Und der Sozial­demokrat Ulrich stellte der Heylschen Bemerkung von einer Be­drohung des landständischen Budgetrechts das einstimmige Votum des Volkshauses gegenüber, das eine solche Beschränkung entschieden bestreitet. Zwischen den Gegensätzen wollte die Negierung ver­mitteln. Sie erklärte der zweiten Kammer, daß die Vorlage das Bessere sei, aber die Kammer möchte doch den Anträgen des anderen Hauses zustimmen. Um des lieben Friedens willen. Die Abgeordneten aber beharrten auf ihren Beschlüssen.

Die erste Kammer gab nach. Es wurde im Finanzausschuß verhandelt. Das hohe Haus hat sich dadurch bewahrt vor der Antipathie im hessischen Volke.

Heer und Flotte.

Stuttgart, 28. März. General von Pfaff er­klärt imSchwäb. Merkur", daß er von der Vorslandschaft des Flottenvereins aus sachlichenGründen zurück- getreten sei.

Bezugs-Einladung.

Der Frühling naht,

aber er wird diesmal nicht wie sonst meist da? Interesse am politischen Leben abschwächen. Im Gegenteil! Denn wichtige Verhandlungen, weittragende Beschlüsse stehen nn nächsten Quartal im Reichs- wie im Landtage bevor. Die größte Arbeit des neuen Reichstages beginnt nach Ostern. Hier stehen die Etatsfragen in, Vordergründe des allgenreinen Interesses. Zwischen den beiden hessischen K a in nr c r n hatten sich wieder erhebliche Gegensätze heraus­gestellt, deren Lösung ja freilich im wesentlichen durch die erfreuliche Nachgiebigkeit der Ersten Kammer bereits erfolgt ist. Die Ziveite Kammer wird ihre Verhandlungen Ende April wieder aufnehmen. Es steht die wichtige Revision der VerwaltungSgesetzc insonderheit der Landge­nie in d eord nu ng, «. a. also auch der Bestimmungen betr. die Wahlen zu Bürgermeistern, Beigeordneten und zum Gemeinderat, wie die Aenderung der gesamten Jagd­gesetzgebung in Aussicht.

Uebet alle Ereignisse im parlamentarischen Leben wird der

Gießener Anzeiger'

in gewohnter rascher, ausführlicher und zuverlässiger Weise berichten.

Freimütige Stellungnahme zu den hauptsächlichen Vorgängen des ^zn- und Auslandes werden dein .Gießener Anzeiger" wie bisher feine hervorragende Stellung unter den Tageszeitungen Hessens bewahren. Ein umfangreicher, ständig sich erweiternder Rach, richten dienst, namentlich aus ganz Oberhessen wie den benachbarten preußischen Landestellen leistet für vollständige Berichterstattung aller erheblicheren Ereignisse in Stadl und Land Gewähr.

Eine ganz besonders angenehme Lektüre hoffen wir mit der in den .Gieß. Familienbl." soeben begonnenen Veröffent­lichung des Romans

Dem Irrlicht nach"

zu bieten. Es ist dies eine prachtvolle Schöpfung Alex. Römers, unseres früheren beliebten Berliner Plauderers. In der letzten Nummer derFamilienbl." begann ferner der Abdruck der alißerordentlich fesselnden, Stadt und Land in gleicher Weise interessierenden Jus.enderinnernncen eine? alten Gießener Burschenschafters ans seinen Gymnasial- und Studeutenjahrcn unter dem Titel

Ans der Jugendzeit".

Namentlich die Erinnerungen an dastolle" Jahr 1848 sind für jedermann von ungewöhnlichem historischen Interesse, zumal sie eine ausgesprochen persönliche Note tragen und auf eigenen Anschauungen und Erlebniffen beruhen.

Wir bitten die Erneuerung des Abonnements oder Neubestellungen auf denGieß. Anz.* bei der nächsten Postanstalt, bei den Briefträgern, bei unseren Trägern oder in unserer Geschäftsstelle sofort oorzunehmen.

N daktion rind Verlag des(tzicsz. Anz.".

Ans und Land.

Sprechstunden der Redaktion:

r/s 121 Uhr vorm., V2 71/2 8 Uhr nachm., (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag).

Gießen, den 30. März 1907.

" Ernennung. Telegraphenassistent Dingeldey in Gießen hat die Telegraphensekretärprüfung bestanden und ist zum Telegraphensekretär ernannt.

* Erledigt sind eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehr er stelle an der Musterschule zu Fried­berg und eine mit einem evang. Lehrer zu besehende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Offenheim.

"Strafanstalts-Personalien. Ernannt wur­den der Gefangenenaufseher am Landeszuchthaus Marien- schloß Ludw. Lil l er zum Oberaufseher an dieser Anstalt, die Gefangenenaufseher am Gefängnis in Darmstadt Adam Eisenhauer, Karl Barth, Otto Bellmann, Karl Kaufmann und Jak. Schubert zu Gefangenenaufsehern an der Zellenstrafanstalt Butzbach, die Gesangenaufseher am Gefängnis in Darmstadt Joh. Gerg, Gg. Mayer und Christian Seuling zu Gefangenaufsehern am Landeszucht­haus Marienschloß, die Oberaufseherin am Landeszuchthaus Marienschloß Berta Mann und die Gefangenenaufseherin am Landeszuchthaus Marienschloß Math. Bingel zu Gefan- genenaufseherinnen an der Weiberstrafanstalt in Mainz (erstere unter Belastung des TitelsOberaufseherin". (Siehe auch unter Butzbach. Red.)

"Das al-te Stadttheater wurde auf Veran- lastung des Theatervere)»s photographisch ausgenommen; die gut gelungene^4ff verschiedenen Größere auch als Post­karte hergestellte 'Aufnahme zeigt die Bühne mit dem Anfang der Waud-tD'ekoralion und einen Teil des Zuschauerraums. lDas hübsche Bildchen wird für Viele eine willkommene Er­innerung sein.

" Der fünfte Kurs der hessischen Schutz­mannschule wurde am Mittwoch in Darmstadt unter dem Vorsitz des Negierungsrates Dr. Kratz-Darmstadt mit einer Prüfung geschlosten. Sämtliche Teilnehmer haben die Prüfung bestanden. Es fanden auch praktische Hebungen im Turnunterricht, sowie im SanitätSwesen statt.

"Der Verein hessischer Zahnärzte feierte in diesen Tagen sein diesjähriges Stiftungsfest in Darmstadt, zu dem außer den hessischen Kollegen auch welche aus verschiedenen Teilen Deutschlands und der Schweiz herbeigeeilt waren, da eine Reihe von interessanten Fachvorträgen hervorragender Berufsgenosten stattfanden. U. A. sprachen: Zahnarzt Dr. Rumpel-Berlin, Dr. Port-Heidelberg, Dr. Michel-Würzburg, Dr. Perkert-Heidclberg, Witzel-Wiesbaden, Dr. Euler-Heidel- berg. Ferner sprachen noch: Dr. Cremer-Darmstadt, Zahn­arzt Wolpe-Offenbach, Kähler, Witt und Dr. Rahn-Darm- stadt.

"Der kathol. Lehrerverein für Hessen hält seine diesjährige Vertreter- und Hauptversammlung am Psingstmontag und Pfingstdienstag in Oppenheim ab.

" Kinderschutz. Dieser Tage ist der 3. IahreS- bericht der Großh. Gewerbe-Inspektion über die Durch­führung der Kinderschutzbestimmungen erschienen. Wir werden noch näher auf ihn zurückkommen.

<= Staufenberg, 30. März. Wie seinerzeit be­richtet wurde, glaubte man, der Brand, der in der Nacht vorn 3. zum 4. März die Hofraite des Hch. Zecher IV. teil­weise vernichtete, fei durch Brandstiftung entstanden. Ta bis jetzt nichts über die Person des Brandstifters ermittelt wurde, hat der Ortsvorstand nunmehr eine Belohnung von 600 M. für die Ermittelung des Täters ausgesetzt.

a Landen hausen, 29. März. Die seither pacht­weise von Herrn Aug. Henkel betriebene, den Frhrn. Nied- esel zu Elsenbach gehörige Wirtschaft ging durch neuen Pachtvertrag an Herrn Fr. Helfen dein über. Derselbe übernimmt die Wirtschaft am 1. April. Gegen die im Februar vorgenommene B ü r ge rm e i st c rw a h l bei welcher Stemhauermeisler Kühl gewählt ivurde, wurde Einspruch erhoben.

§ Butzbach, 29. März. Dieser Tage finden große Dislozierungen der hessischen Strafgefangenen uatt. Tie in der Zellenstrafanstalt Butzbach untergebrachten Zuchthausgefangenen, etwa 140 an der Zahl, werden am 2. 2(pril m den neuen 91 n bau des Landeszuchthauses Marienschloß überg.fuhrt werden. Dorlselbst sind bereits für etiva 170 Strafi u». c le Zellen fertiggestellt, sodaß in Marienschloß im ein > .1 vorerst Raum für 400 Zucht- hausgefangene vorhanden ist. Am 5. April findet sodann unter militärischer Beglenung die lleberführung der Gefangenen aus den P ro v inz in l a rresl Häusern Mainz und Darmstadt nach der Zellenstrafanstalt Butzbach s,att, an welchem Tage das Gefängnis in Tarmstadt eingeht. Tie 9lniialt in Mainz wird dagegen im Sommer, voraussichtlich im August, die weiblichen Zuchthausgesangenen von Ma- rienschloß erhallen.

-t- Friedberg, 28. März. In den letzten Monaten enthielten Lokalblätter Frankfurts und der Umgegend über

eine noch unerhobene Erbschaft des aus Deutschland stam­menden englischen Generals Köhler sensationelle Nach, richten, die namentlich auch dazu aiifforderten, daß sich die Beteiligten um jene in England herrenlos ruhende Erbschaft bemühen sollten. Eine dieser Nachrichten verwies an einen Schornsteinfegermeister zu Lindheim, der als Mitbeteiligter über das Nähere Auskunft geben werde. Woher diese Nach­richten stammten, ließ sich nicht ermitteln, das steht aber fest, daß sie in der Hauptsache nicht begründet und wohl nur auf vageS Leutegerede hin entstanden sind. Nichtsdestoiveniger haben sie gewirkt und ganze Scharen lebhaft hervortretender Erbprätendeiiten geweckt. Soweit es sich von hier übersehen läßt, sind es drei Orte, die sich berühmen, der Geburtsort des Erblassers zu sein, nämlich Roth bei Gelnhausen, Bingen und Nie der-Nosbach. Und aus jedem dieser drei Orte behaupten Köhler-Verwandte, daß der General Köhler aus ihrem Orte auSgewandert und sie die Erben seien. Die von hiesigen Interessenten angestellten Nachforschungen haben nun folgendes ergeben: Vor allem existiert, wie schon Ermitte­lungen des Auswärtigen Amts zu Berlin in den 1880 et Jahren festgestellt haben, ein Köhlersches Millionen­nachlaßvermögen nicht; der Nachlaß ist in der Haupt­sache längst (1860) verteilt worden. Vorhanden ist noch ein Betrag von etwa 725 Pfund Sterling und hinsichtlich dieses hat auf eine Anfrage das deutsche Generalkonsulat zu London mit einer Raschheit, die dankenswerte Anerkennung erheischt, folgende Auskunft erteilt:

Ter Nachlaß des am 29. Dezember 1800 zu Jaffa in Syrien verstorbenen englischen Brigadegeneral Georg Friedrich Köhler, der etiva 22000 Psd.Sterling betragen hat, ist im Anfang der l>60er Jahre durch rechtskräftiges Urteil des Court of Chancery vier anerkannten Erbsiainmen, nämlich den Nachkouunen der folgenden drei Ge­schwister des Erblassers, Kindern des Mathias Köhler aus Rim­horn in Hessen-Darmstadt, Johann Jakob, Johann Michael und Gertrud, bezw. den Nachkommen einer Großnichte des Generals Köhler, Elisabeth Bauer geb Humbus ans Kronberg in Hessen- Nassau zugesvrochen und in der Hauptsache an etwa 480 Personen verteilt worden, deren Namen dem Generalkonsulat nicht bekannt sind. Zurzeit sollen sich in Verwahrung des Court of Chancery noch zwei Vermögensmassen von rund 122 Pumd und 603 Pfund Sterling befinden, die aus zwei Prozessen Köhler gegen Köhler herrühren. Weiteres ist dem Generalkonsulat hierüber nicht be­kannt. Das Kaiserliche Generalkonsulat ist nicht in der Lage, weitere Ermittelungen in der Köhlerschen Nachlaßsache anzuslellen. Diese würden vielmehr nur durch einen Londoner Rechtsanwalt vorgenommen rverden können, wodurch ganz unberechenbare Kosten entstehen mürben, ohne daß ein lohnender Erfolg zu erwarten wäre. Unter diesen Umständen kann namentlich allen denjenigen, die nicht etwa als direkte Nachkommen einer der oben genannten, die vier a 11 e r! a 11 n t e n Erbstämme bildenden Personen sich ausweisen können, mir dringend von weiteren mit Kosten verbundenen Schrillen abge raten werden."

8 Nirder-Bessingen, 30. März. Die neuerbautc Straße von hier nach Langsdorf, im Volksmundb it Zigeuner st raße" genannt, führt diese Bezeichnung mit Recht. Keine Woche vergeht, wo nicht mehrere Trupps dieser Söhne der Pußta in dem Walde an der Straße ihr Lager aufschlagen und die Bewohner der angrenzenden Ortschaften mit Betteln belästigen.

|| Darmstadt, 29. März. Der hiesige jung- liberale Verein hält am Abend des 1. April (2. Oster- tag) im Kaiser- und Kürstensaal eine Bismarckfeier ab, bei der Professor Dr. Biermer von Gießen die Bismarck- Gedächtnisrede halten wird.

Darmstadt, 26. März. Die Prinzessin Ludwig von Battenberg, die aus England zurückkehrte, wird mit ihren Kindern über Ostern im Neuen Palais Wohnung nehmen. (Darmst. Ztg.)

Arbeiterbewegung.

Paris, 28. März. 2500 Bäckergesellen beschlossen, wegen der ungerechten Anwendung des Gesetzes über den wöchent­lichen Ruhetag morgen in den Ausstand zu treten. Alan befürchtet, daß sich die Angestellten der übrigen Lebensmittel-Branchen den Streikenden anschließen rocrbeii.

Teiefiomsciw Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Hunde) und Industrie. Giessen.

Frankfurter Börse. 30. März. 1.15 Uhr.

3^°/o Reichsanleihe . 96.15

do. . . 85.25

3^°/o Konsols . . . . 96.15

ö% do 85.25

3J$°/0 Hessen . . . 96.20

J^°/o Oberhessen ... 9400 4% Uesterr. Goldrente. . 98.90 4l/B % Uesterr. Silberrente 99.6u 4>ö Ungar. Goldrente . . 94.85 4% Italien. Reute . . . 102.95 3% Portugiesen Serie I . 67.50 3% Portugiesen 111 68.00

AH°io russ.btaatsanl. 190a tiü.3u 4J4o Japan. Staatsanleihe 91.85 Uouv.Türken vou luu3 93.00 Tilrkeuluse 141.60 1% Gnech. Monopol-Aul. 49 70 A% äussere Argentinier . 85. a°/0 Al en sauer . . 66.50

4 >3*70 Uhineseu .... 95.90

Aktien:

Bochum Guss 222.20 Buderus E. W ... 121.25

Tendenz: fest.

Elektriz. Lahmeyer . . . 136.00 Elektnz. Schlickert . . . 115.95 Eschweiler Bergwerk . . 229,50 Gelsenkirchen Bergwerk . 200.80 Hamburg-Amerik. PaketL 143.20 Harpeuer Bergwerk. . . 211.40 Laurahiitte 225.50 Aordd. Lloyd . ... 126.80

Ubeischles. Eisen-Industrie 114.00 Berliner Haudelsges . . 159.25 Darmstädter Bauk 136.30 Deutsche Bank . . . 231.26

Deutsch-Asiat Bauk . . 168.40 Diskuuto-Kummauuit. . . 173.50 Dresdner Bauk . . . 150.20 Kreditaktieu 214.80 Baltimore- uud Ohio-

Biseulahu . . . 107.70

Gottuardbahu . . . .

Lomuaid. Eisenbahn . . 28.00 Uesterr. ätaatsuaiiu . . . I43.6O Pnuce-Heurr-Biseubahu . 138.00

Berliner

Canada E. B. . . . Darmstadter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bauk . .

leudeuz;; fest.

Börse, 30. März. Anfangskurse.

181.00

231.20

74.50

150.25

Harpeuer Bergwerk. uaurabütte . .

-uiuuardeu E. B. ordd. Lloyd . . .

i ürKeiduse .

. 210.00 . 225.20 . 27.60 . 125.90 . 141.50

Die nach- A p nn j» sind Sonntag, den 31. llärz (1« stehenden ßvi £ilv Osterieiertag) von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts nur 1 ür dring« *»<ie Eaue sicher auzutreiteu. Dr. JPloch, Asterweg 34. J>r. Markwald, Seltersweg 58. V« agiier» West-Anlage 51. |D0/,

Die nach- A O F 7 t P 8 nd Montag, den 1. April (58 -teilenden ÄCi ti l U O^terfeiertag) von 12 Uhr mittags b s 12 Uhr nachts nur tür driugrnde Fäll» sicher anzutiefien. Dr. Cieyer, Seltersweg 64. Dr. Klein, Ost-Anlage ö7.

Br. ZinNKcr, Goethestr. 10.

Sonntag, den31.März(l.O*terleiertag) von49 Uhr nur Engäi-ÄgsötgteBce ölten. |

Montag;, den 1. April (2. O^terfeicrtag) von 49 Uhr A ur iPeMiktin-Äpoiheke offen. |